Das griechische Referendum – eine Abstimmung über Angela Merkels politische Rolle in Europa?

von am 4. Juli 2015 in Allgemein

Am Sonntag werden die Griechen in einem Referendum über mehr als nur die Anerkennung oder Ablehnung der neuen Sparvorgaben der Euro-Gruppe und des IWFs entscheiden. Es ist auch eine Entscheidung über die Führungsrolle der Bundeskanzlerin Angela Merkel in der europäischen Krisenpolitik.

Verspielt die Bundeskanzlerin am Sonntag ihre politische Führungsrolle in Europa?

Ohne jede Frage hat die Bundeskanzlerin – gemeinsam mit ihrem Finanzminister Wolfgang Schäuble – in europäischen Fragen und ganz besonders in der europäischen Krisenpolitik bisher einen maßgeblichen Einfluss geltend machen können. Während sich diese Politik in den Krisenländern Portugal, Irland, Spanien und mithin auch Italien zwar nicht ohne Widerstände, aber am Ende dann doch durchsetzen ließ, ging dies in Griechenland gründlich schief.

Dabei ist bereits die Wahl der Links-rechts-Regierung von Alexis Tsipras Ausdruck für eine gravierende Fehleinschätzung der Gläubigergruppe gewesen, nämlich was die Belastungsgrenzen der Bevölkerung und des politischen Systems in Griechenland anbelangt. Mehr noch könnte sich jetzt das Referendum in Griechenland als losgelassener Flaschengeist erweisen, der dann auch in anderen europäischen Krisenländern in der Bevölkerung und dem jeweiligen politischen System ähnlich heftige Gegenreaktionen in Bezug auf die mit aller Macht forcierte austeritätspolitische Krisenpolitik Europas entfesselt. Tsipras Bestätigung im Referendum wäre ein Zeichen für ganz Europa und vor allem auch eines gegen die bisher unangefochtene Führungsrolle der Bundeskanzlerin.

Zwei Dinge sind bereits heute, am Tag vor dem Referendum in Griechenland, klar: Es wird ein knappes Rennen und das heißt, es gibt keine überwältigende Zustimmung mehr für den Reformkurs der Gläubiger und das heißt auch, die Verunsicherungspropaganda von Vertretern der Gläubiger, die ein „Ja“ fordern, zieht in Griechenland nicht mehr. Und zweitens: Die Gläubiger und gerade auch Angela Merkel haben Alexis Tsipras offensichtlich unterschätzt.

Selbst ein knappes „Ja“ wäre eine europapolitische Niederlage für Angela Merkel

Die Rechnung der Bundeskanzlerin, darauf zu bauen, dass sich ihr griechisches Problem mit dem Referendum quasi von selbst erledigt, scheint nicht aufzugehen – in jedem Fall aber wird es für sie eine Zitterpartie werden. Zu lange hat sie ihren Einfluss in Europa nur dazu genutzt die Krise zu moderieren, anstatt die Probleme der Krisenpolitik zu realisieren und ihr eine neue Richtung zu geben. (1) Angela Merkel ist keine Visionärin. Aber genau das hat dazu geführt, dass die Krise in Griechenland oder besser gesagt zwischen Griechenland und den Gläubigern eskalieren konnte.

Es ist zu spät für Angela Merkel, um daran noch etwas zu ändern. Das Referendum wird unabhängig von der Frage, wie es danach finanziell und ökonomisch mit Griechenland weitergehen wird, eine politische Zäsur in Europa erbringen – sofern Tsipras sein „Nein“ von den Griechen bekommt. Dieses „Nein“ wäre eine Niederlage für die Kanzlerin und ein Zeichen des Scheiterns ihrer Europapolitik des ewigen „Sowohl als auch“ oder besser gesagt des richtungslosen Führens.

Hat Alexis Tsipras den besseren politischen Instinkt?

Alexis Tsipras ist kein einfältiger Mann. Er weiß all das und offenbar hat er auch einen guten politischen Instinkt. All die Beschwerden über seinen Verhandlungskurs sind nichts anderes als der Versuch zu verschleiern, dass er in der Tat ein sehr cleverer Verhandler ist. Keine Regierung in Athen oder einem anderen Krisenland hat je so eine starke Performance gegenüber der Euro-Gruppe, dem IWF und der EZB gezeigt. Niemand ist je so weit gegangen. Niemand hat so viel für seine Wähler riskiert.

Und noch etwas ist zu bedenken: Wollen die Griechen wirklich zurück zur Herrschaft der alten, korrupten Parteien, die ihren Eliten und sich selbst in die Tasche wirtschafteten und Griechenland überhaupt erst in die verzweifelte Lage gesteuert haben, in der sich das Land jetzt befindet? Denn genau das würde ein mehrheitliches „Ja“ zum von den Gläubigern geforderten Reformkurs bedeuten.

Es scheint von außen betrachtet schwer vorstellbar, dass die Griechen das wollen. Unzweifelhaft sehen jedoch auch sehr viele Griechen die Bundesregierung als maßgeblich verantwortlich für den Reformkurs an, der für so viele von ihnen Verarmung und Elend gebracht hat. Es ist also ein durchaus geschickter und wahrscheinlich wirksamer Zug vom griechischen Premier, dass er den Griechen gestern am Abend sagte, ein „Nein“ beim Referendum eröffne den Griechen die Chance, in Würde in Europa leben zu können. Der Troika jedenfalls, hinter der sich Angela Merkel versteckt, ist die Würde der Griechen herzlich egal. Wer aber will letztlich ein solches Europa?

Ist Tsipras Angela Merkels europapolitischer Stolperstein?

Tsipras hat seine Chance erkannt, in und vor allem für ein anderes Europa gegen Angela Merkel zu punkten. Bisher hatte sie es immer verstanden, sich für ihre Politik nicht angreifbar zu machen. Das konnte ihr jedoch nur gelingen, weil sie keine Richtung vorgab, keine eindeutigen Entscheidungen traf, sondern die europäische Krise nur moderierte. Genau erweist sich für sie jetzt als Problem. Denn Tsipras könnte nun am Sonntag der Mann werden, der die Schwächen dieses Führungsstils der Kanzlerin für Europa offen erkennbar werden lässt.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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127 KommentareKommentieren

  • Traumschau - 4. Juli 2015

    “Bundeskanzlerin Merkel, treten Sie zurück!”

    “Unglaublich, aber wahr: Wie eine neue Wikileaks-Veröffentlichung verrät, geht aus einer NSA-Abhördokumentation von Frau Merkels Handy aus dem Jahre 2011 hervor, daß sie ihrem persönlichen Mitarbeiter schon damals gegenüber erklärte, daß Griechenland seine Schuldenzahlungen nicht werde aufrecht erhalten können. Warum hat sie dann trotzdem bei dem ganzen Schwindel der sogenannten Rettungspakete für Griechenland mitgemacht, deren Nutznießer zu über 90% die europäischen Banken waren?”

    und:

    “James Galbraith erklärte das Verhalten der EU in dieser Frage so:

    „Um diesen bitteren Kampf zu begreifen, ist es hilfreich zu verstehen, daß die Führungskräfte des heutigen Europa oberflächliche, weltabgeschiedene Leute sind, die sich nur mit lokalen Themen beschäftigen und völlig unfähig sind, sich moralisch oder intellektuell mit kontinentalen Problemen auseinanderzusetzen. Dies gilt für Angela Merkel in Deutschland, François Hollande in Frankreich, und es gilt auch für Christine Lagarde vom IWF. Vor allem die Führungskräfte Nordeuropas haben die Krise nicht am eigenen Leib verspürt, und sie haben auch keine Ahnung von Ökonomie, und in beiden Aspekten sind sie das genaue Gegenteil der Griechen.“”

    Quelle: http://www.bueso.de/node/8076

    Ich weiß nur eines: Merkel und Co müssen weg!
    LG Traumschau

    • Franz - 4. Juli 2015

      Hallo Traumschau,
      wie kann bewiesen werden, daß dieses “Abhörprotokoll” des Telefonats von Frau Merkel echt ist?
      Warum wird dieses Protokoll ausgerechnet jetzt veröffentlicht?
      Freundliche Grüße

      • Vogel - 5. Juli 2015

        @Franz
        “wie kann bewiesen werden, daß dieses “Abhörprotokoll” [wofür die “”? Vorurteil?] des Telefonats von Frau Merkel echt ist?” Nicht nötig, Logik und Empirie sprechen dafür – das ganze Geschehen der letzten 2 Jahre lässt dieses wahrscheinlicher sein als alles andere.

        “Warum wird dieses Protokoll ausgerechnet jetzt veröffentlicht?” Weil Wikileaks erst kurzfristig an die Docs gekommen ist? Weil unser “bester Freund” jetzt will, dass Merkel an ihr wohlverdientes Ende kommt?? Weil … (Spekulatius, Spekulatius, Spekulatius … bitte nich von der allgemeinen Propaganda der Politniki und der MSM irre machen lassen)

      • Traumschau - 5. Juli 2015

        Hallo Franz,
        hast du vielleicht ein Dementi gehört? Ich nicht! Das wäre auch ziemlich dämlich das abzustreiten, wenn die Dokumente vorliegen, oder?
        Warum jetzt? Und warum nicht jetzt?
        LG

      • Franz - 7. Juli 2015

        Vielen Dank für die Antworten.

    • Stepe - 6. Juli 2015

      wenn schon dann nicht nur Merkel.

      http://www.heise.de/tp/artikel/45/45355/1.html

  • roland - 4. Juli 2015

    Eine Variante, die innerhalb der griechischen Regierung durchgespielt wird, ist in der kommenden Woche eine Technokraten-Regierung zu ernennen unter parlamentarischer Duldung der bisherigen Koalitionsfraktionen.
    Man hofft, dass Schäuble und Konsorten mit einer solchen auch bei einem Oxi ernsthafter und kompromissbereiter verhandeln würden als bisher.
    Schaun mer mal.

  • Stepe - 4. Juli 2015

    Hallo SLE,
    dem Grundtenor Ihrer Ausführungen kann ich zustimmen, allerdings scheinen mir die Rückschlüsse zu verschleiern.
    Sie mögen die „Führungsrolle“ bei Angela Merkel sehen, für den Inhalt müssen alle Euro-Europäer geradestehen. So würde ich auch nicht folgen wenn Sie sagen das es in Griechenland „gründlich“ schief gegangen ist, bisher ist es doch für Sie gut gelaufen, in Griechenland konnte sie sogar eine „Volksabstimmung“ verhindern.
    Das Ergebnis beschreiben Sie selbst, sehr richtig.
    Sie könnten für Frau Merkel, Micky Maus hinsetzen es würde sich nichts ändern.
    Es ist für die Deutsche Wirtschaft wichtig Europa zu haben, sie machen Riesen Profite und das ist gefährdet, wenn dann noch jemand gegen „seine“ Schulden an argumentiert, was bleibt dann noch als persönlich Diffamierung. In jedem Fall wird es eine Interessante Woche ab Montag.

    Gruß Stepe

    http://www.heise.de/tp/artikel/45/45347/1.html

  • Traumschau - 4. Juli 2015

    “The reason why all Troika negotiators should face very serious scrutiny is that they have willingly kept information behind that should have been crucial in any negotiation with Greece. The reason is obvious: it would have cost Europe’s taxpayers many billions of euros.

    But that should never be a reason to cheat and lie. Because once you do that, you’re tarnished for life. So in an even slightly ideal world, they should all resign. Everybody who’s been at that table for the Troika side.

    And I can’t see how Angela Merkel would escape the hatchet either. She, too, must have known what the IMF analysts knew. And decided to waterboard the Greek population rather than be forced to explain at home that her earlier decisions (2010) failed so dramatically that her voters would now have to pay the price for them. No, Angela likes to be in power. More than she likes for the Greeks to have proper healthcare.

    Understandable, perhaps, but unforgivable as well. Someone should take this entire circus of liars and cheaters and schemers to court. They’re very close to killing the entire EU with their machinations. Not that I mind, the sooner it dies the better, but the people involved should still be held accountable. It’s not even the EU itself which is at fault, or which is a bad idea, it’s these people.”

    http://www.zerohedge.com/news/2015-07-04/why-euro-finished

    Ich kann Tyler Durden nur zustimmen: Diese ganze Clique gehört abgesetzt und vor den Kadi gezerrt!

    LG Traumschau

    • SLE - 4. Juli 2015

      Hallo Traumschau,

      i.d.Z kann ich nur die unter dem Link (1) im Aufsatz oben angegebene Analyse empfehlen. Sehr lesenswert und erhellend.

      Grüße
      SLE

      • Traumschau - 4. Juli 2015

        Ja, Danke! Sehe ich mir gleich an.
        Ich verstehe nur nicht, warum die Opposition nicht überall lauthals den Rücktritt der Regierung fordert und die aufrechten Demokraten in Deutschland nicht von morgens bis abends zu tausenden das Kanzleramt belagern!
        LG

  • Holly01 - 4. Juli 2015

    Hallo!

    Ich denke wir sind alle zusammen auf dem Holzweg. Wir gehen immer davon aus, daß die Ereignisse die Akteure treiben. Das ist falsch.
    Die Akteure setzen die Ereignisse.

    Tsipras hat am 01.07. mit dem Scheitern der Verhandlungen seinen Trumpf auf den Tisch geworfen.
    Effekt? Null.
    Kann das Volksbegehren etwas ändern? Nein kann es nicht. Damit sind die Möglichkeiten von Griechenland hinreichend beschrieben, sie sind nicht vorhanden, es gibt keine griechische Position, nur Hoffnungen und Wünsche.

    Was ist die Reaktion nach dem 01.07. der anderen Verhandler?
    Der EFSF hat den Vertragsbruch festgestellt und erklärt, man werde die knapp 140 Mrd. aber nicht unmittelbar zurück fordern.
    Der IWF sagt nicht weniger, als das er aus der Nummer raus ist. Keine weiteren Mittel, so lange bis die ausstehenden Raten eingegangen heisst nichts anderes.
    Die EZB hat die Geldmenge exakt auf Montag ausgelegt, dann ist Bargeld bei den banken nicht mehr vorhanden.
    Damit hat die EZB am Montag nicht nur den Bargeldhebel, sondern auch den Bankenhebel, wegen dem “negativen Eigenkapital” der griechischen Banken.
    Die Komission hat ja nur heisse Luft abgelassen, Humanitäre Hilfe ohne ein aufweichen der Austerität zuzulassen.

    Egal was am Montag als Ergebniss verkündigt wird, es ist nur Papier.

    Die griechischen Vetreter müssen mit nichts auf der Hand und akuter Not exakt den Leuten gegenüber treten, die seit einer Woche alles vorbereitet haben, um jeden Trumpf auf das Maximum zu bringen.

    Tsipras ist Geschichte. Es ist tot, töter, am tötesten (wenn man tod steigern könnte).

    Wichtig ist nur noch, was die Leute wollen, die am 01.07. für dieses “Auge des Orkans” an allen relevanten Finanzmärkten gesorgt haben.
    Die könnten noch einmal eine Trendwende herbeiführen. Erfolgt das nicht wird die Troika wieder so heissen und die Politik der Troika wird (um einiges verschärft) fortgesetzt.

    Just my 5 Cent

    • Traumschau - 4. Juli 2015

      Wenn wir keine Abkehr von der neoliberalen Ideologie schaffen, ist ein Zusammenbruch der Eurozone unvermeindlich. Die nächsten Katastrophen stehen schon vor der Tür, z.B. Italien.
      Griechenland hin oder her …
      Was mich zutiefst fassungslos macht ist die Tatsache, dass hier sehr viele Menschen in Elend und Chaos gestürzt wurden und werden, nur um eine Ideologie aufrechtzuerhalten, die nur den Finanzeliten nutzt.
      Es ist eiskalt geworden, in Europa! LG

      • Holly01 - 4. Juli 2015

        Ja ist es. Ich möchte nur auf etwas hinweisen, was wir alle wissen aber selten so offen aussprechen:
        Ein Elitennetzwerk, das den Hegemon stützt und das System örtlich verankert uns sicher verbraucht Ressourcen.
        Diese Ressourcen müssen über Konsumverzicht aus den derzeitigen Verbrauchern herausgequetscht werden.
        20:80 verbraucht nicht weniger als 100% der nutzbaren Ressourcen. Somit ist das neoliberale Prinziep weniger ein wirtschaftliches, als ein gesellschaftliches.
        Die Eliten in den USA und Europa müssen so viel frei legen an Ressourcen, daß die lokalen Eliten in Asien, Afrika, Lateinamerika usw usf komfortabel ausgestattet sind.
        eiskalt …. hm ja ich denke das ist eine sehr gute Beschreibung …

        • Traumschau - 4. Juli 2015

          Ein weiteres, sehr bezeichnendes Beispiel dafür, welcher Wahnsinn grassiert:

          Modesto city water is being bottled and sold in Walgreens and other stores as far away as the Canadian border, despite California’s historic drought.

          http://www.kcra.com/news/modesto-water-bottled-sold-out-of-state-during-drought/33988922

          Das muss man sich mal reinziehen, damit man versteht, wofür man jeden Morgen aufsteht.
          Mit den Freihandelsabkommen wird das bei uns ganz genauso laufen. Wir brauchen einen Generalstreik!!

          gesehen bei: http://blog.fefe.de/

          LG

          • Holly01 - 5. Juli 2015

            Alle Wasserrechte auf der gesamten Welt gehören (dem Vernehmen nach) Nestlé.
            Nu kann mir gerne mal jemand erklären, wie so etwas inhaltlich und technisch möglich ist ….

            ja, die veralbern uns und genau deshalb ist es extrem wichtig diesen Pappnasen immer und immer wieder ihre Lügen und Täuschungsmanöver vorzurechnen.
            Das ist der einzige Weg aus einen kritischen Masse eine kritische Masse zu machen. Und ohne massiven Druck der 80% werden die 20% nicht einmal einen Wimpernschlag lang über Anpassungen nachdenken……
            Auch hier gilt, der stete Tropfen höhlt den Stein …….

  • klaus - 4. Juli 2015

    Hallo an Alle,

    Troika/Bruessel wollte Schuldentragfähigkeitsanalyse über
    Griechenland vertuschen, damit es nicht zum Schuldenschnitt kommt.
    Der IWF und die Amerikaner haben dennoch dafür gesorgt,
    das Alles publik wird.

    http://www.zerohedge.com/news/2015-07-03/us-pushed-imf-greek-haircut-study-release-after-euro-allies-tried-block

    Noch ne Aussage zum Verschweigen des griechischen Schulden-Reports
    http://www.zerohedge.com/news/2015-07-04/why-euro-finished

    Und die Goldmänner glauben Draghi will Griechenland
    opfern, um endlich mehr drucken zu können.
    Freier Lauf für OMTs.

    http://www.zerohedge.com/news/2015-07-02/goldman-conspiracy-theory-validated-ecb-expands-qe-program

    Und die CS ist wohl auch am morgigen Ausgang interessiert.
    Wieviel Exposure die wohl haben ?
    http://www.zerohedge.com/news/2015-07-03/greeks-split-greferendum-credit-suisse-says-no-vote-defies-rationality

    Grüße klaus

  • JL - 4. Juli 2015

    Das Referendum ist an sich nichts anderes als die Rückversicherung von Alexis Tsipras, um den politischen Anfeindungen gegen die griechische Regierung Paroli bieten zu können. Man nimmt somit Kritikern im In- und Ausland jegliche Argumentationsgrundlage- schließlich wird Tsipras nur das tun, was ihm von den Griechen aufgetragen wurde. Damit ist die Regierung vorerst politisch aus dem Schneider.
    Wirtschaftlich ändert sich damit zunächst mal nichts- man ist am Montagmorgen genauso Pleite wie den Tag davor.

    Und selbst die EU- Strategen haben keine Wahl, egal welchen Ausgang dieses Referendum auch haben wird, Griechenland muß nun mal im Euroverbund bleiben- koste es was es wolle.

    Dabei ist Griechenland zu eine Art Schaukasten für die Zukunft anderer Länder mutiert. Hier kann man erfolgreich sehen, wie erfolglos man bisher war- und noch schlimmer, was einem erwartet.

    Welchen Ausweg aus diesem Dilemma also gibt es?

    Einerseits könnte man auf europäischer Ebene eine vollkommen neue Strategie auffahren- weg von Austerität, hin zu wirtschaftlicher Entwicklung. Der Aufwand wäre ein finanzieller Kraftakt, den sicher nur wenige EU- Staaten stemmen könnten, schließlich kreist über verschiedenen anderen Ländern auch schon der Pleitegeier.

    Andererseits könnte man eine zunehmende Hinwendung der Griechen zu verschiedenen BRICS- Staaten tolerieren. Die finanzielle Belastung wäre überschaubar, der politische Druck und Risiko aber enorm.
    Schlußendlich könnte man alles so lassen wie es ist- dies entspricht am ehesten den gegenwärtigen politischen Mantra.

    Was immer auch geschieht, dem Dreigespann Merkel, Hollande und Junker gereicht es immer zum Nachteil. Entweder bewertet man dies als „Flucht nach vorn“ oder als ein „weiter so bis zum Untergang“.

    International haben diese drei ihre Reputation bereits verspielt- das gegenwärtige europäische Debakel ist wohl zu offensichtlich.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Franz - 5. Juli 2015

    Wenn es in nächster Zeit an den Finanzmärkten Turbulenzen gibt, dann wegen China:
    https://www.comdirect.de/inf/indizes/detail/chart.html?ID_NOTATION=8384719&REQUESTED_REDIRECT=INDEX&timeSpan=SE&useFixAverage=true&fixAverage1=38&fixAverage0=200&#timeSpan=1Y&e&
    Hier fallen die Reissäcke gerade reihenweise. Wegen GR wird nichts passieren. Realwirtschaftlich ist GR für die globale Wirtschaft nicht relevant. In den Finanzmärkten wird auch nichts passieren. Auch die Finanzmarktprofis wissen natürlich, daß GR die Schulden in dieser Höhe nicht bedienen kann. Die verfügen über ausreichend Analysekapazitäten und sind sicher zum gleichen Ergebnis wie Steffen (letzter Artikel vor ca. einem Monat) gekommen. Mithin ist der einzige Ausweg ein Schuldenschnitt. Ein Schnitt von bspw. 50% führt bei dieser Anleihe: https://www.comdirect.de/inf/anleihen/detail/uebersicht.html?ID_NOTATION=60744802 zu einem Verlust von aktuell 4% Punkten. Wenn man allerdings in 2012 gekauft hat, hat man trotzdem einen schönen Gewinn gemacht. Das Gejammer der Hedgefonds, die von Volatilität und Risiko leben, je höher, desto besser, nehme ich nicht ernst. Eine andere Frage, die ein Profi beantworten müsste, ist die Frage, mit welchen Kursen die Troika-Institutionen die GR-Schulden gebucht haben. Aber auch das ändert nichts an der Notwendigkeit eines Schnitts.
    Das Referendum ist lobenswert, weil demokratisch. Aber, was sind die Folgen? Spielen wir es einfach mal durch:
    Ein Nein mit knapper Mehrheit bedeutet, es kommt ein Schuldenschnitt (s.o.) und die Regierung bleibt im Amt.
    Ein Ja mit knapper Mehrheit bedeutet, es kommt ein Schuldenschnitt (s.o.) und die Regierung bleibt im Amt. Schließlich kann man ja das Volk in einer so kritischen Situation wegen ein paar Stimmen nicht alleine lassen!
    Mein Fazit: Mit diesem Referendum wird politisches Theater geboten, das allerdings in hoher Qualität.
    Freundliche Grüße

  • Georg Trappe - 5. Juli 2015

    Noch ein paar “nette” Fakten zum “Theater”, die u.a. Holly01 Beobachtung (s.o.) erklaeren.
    https://rwer.wordpress.com/2015/07/03/greek-debt-crisis-by-the-numbers-7-charts/

    Und ein weiterer m. M. n. guter Aufsatz, der in seinem Fazit einen interessanten Hinweis fuer all diejenigen gibt, die sich evtl immer noch der einen oder anderen naiven Illusion hingeben.
    http://andauerndfreiheit.blogspot.de/2015/06/griechenland-alles-ging-nach-plan.html

    • Holly01 - 5. Juli 2015

      Danke für den link,
      ja da kann man ja bissel spekulieren, welche Kräfte von wo wirken.

    • Thorsten Eckau - 5. Juli 2015

      *****
      Danke für die sehr guten Links!

  • Basisdemokrat - 5. Juli 2015

    “Europa erlebt in diesen Tagen einen der größten Medien-Hypes der jüngeren Geschichte. Das von der Regierung Tsipras angesetzte Referendum werde über das Schicksal nicht nur eines Landes, sondern der gesamten Eurozone entscheiden und die Weichen für die Zukunft des gesamten Kontinents stellen. So lautet die Botschaft, die der europäischen Bevölkerung derzeit eingehämmert wird.

    Das Referendum ist nichts dergleichen. Sein Ausgang ist vollkommen egal, es handelt sich nur um einen weiteren Meilenstein auf dem Weg Europas in eine ungewisse Zukunft, von der wir nur eines wissen: Sie wird von zunehmend schlechteren sozialen Verhältnissen, von Armut und Hunger geprägt sein.”

    http://antikrieg.com/aktuell/2015_07_03_griechenland.htm

    • Basisdemokrat - 5. Juli 2015

      Ein sehenswertes Interview mit Ernst Wolf (Weltmacht IWF, Chronik eines Raubzugs)#

      Gruß BD

    • SLE - 5. Juli 2015

      Hallo Basisdemokrat,

      ja, es ist und bleibt ein Weg Europas in eine ungewisse Zukunft. So muss man konstatieren.

      Das ist m.E: gleichwohl in ganz besonderer Weise eine Folge des Wackelkurses der Bundeskanzlerin. Oder anders ausgedrückt ist es besonders auch eine Folge davon, dass die Bundesregierung ihre Stärke im europäischen Verbund nicht dazu genutzt hat, Europa eine Entwicklungrichtung zu geben, die Perspektiven eröffnet. Stattdessen wurde ein Vakuum hinterlassen und stattdessen lediglich die Krise quasi verwaltet.

      Einen positiven Entwurf Europas, der auch von den Menschen mitgetragen wird, gibt es heute weniger als je zuvor. Viele Jahre lang haben die Regierungschefs der führenden EU-Länder – angefangen mit Blair, Chirac und Schröder – Europa dazu missbraucht, eigene politische Fehler Brüssel anzulasten, Erfolge aber generell bei sich zu verbuchen.

      Das war möglich, weil die Europäische Kommission, die das alleinige Initiativrecht auf europäischer Ebene hat und somit für den Entwurf eines zukunftsfähigen Europas verantwortlich ist, schwach war, SIe war schwach, weil es Regierungschefs wie u.a. Merkel und Cameron es so wollten. Juncker ist ihnen zu unabhängig, zu rührig und zu europäisch und deswegen hätten sie ihn am liebsten verhindert.

      Tatsache aber ist, soweit ich es beurteilen kann, dass auch Juncker kein Visionär ist, der einen erfolgversprechenden Entwurf für die Zukunft Europas hat. Auch er ist eher ein Bürokrat, ein europäisch denkender zwar, aber das ändert natürlich am Kernproblem nichts.

      Was also gegenwärtig schmerzlich fehlt, und genau das macht die Griechenland-Krise sowie der Schlingerkurs der Kanzlerin bewusst, ist eine herausragende Persönlichkeit auf europäischer Ebene, die dieses richtungslose Dahindümpeln Europas in der Dauerkrise beendet.

      Eine solche Persönlichkeit sehe ich persönlich allerdings nicht und Regierungschefs wie Merkel lassen für eine solche auch keinen Raum. Insofern wäre es m.E. vielleicht durchaus hilfreich, wenn der EInfluss der Kanzlerin bzw. der Bundesregierung auf der europäischen Ebene sinken würde.

      Viele Grüße
      SLE

  • zykliker - 5. Juli 2015

    Scheitert Merkel, dann scheitert Europa?

    Abgesehen davon, dass mir der Artikel einiges an unterschwelligem Wunschdenken zu transportieren scheint, lenkt uns eine personenorientierte Zuspitzung nur von der eigentlichen Agenda ab. Es ist doch völlig egal, welcher nordatlantisch gezogene Schauspieler sein Kaspergesicht in die Kamera hält: sollte Merkel nicht mehr haltbar sein, weil sie sich beim Aussitzen/Abblocken/Niederhalten der Menschenwürde zu ungeschickt verhalten hat, wird sie eben ausgewechselt. So wie sich Thatcher irgendwann verbraucht hat, und von den Puppenspielern aus dem Verkehr gezogen wurde; der Nachfolger war dann schwach, aber dafür kam dann halt ein gekaufter Sozi.

    Für Merkel kommt dann eben Uschi, und wenn die es nicht packt, steht schon Julia Klöckner fix und fertig gebrieft bereit.

    Was mich mehr beschäftigt: Wieviel Aufbegehren a la Griechenland wird noch nötig sein, bevor die neoliberale Ideologie des Klassenkampfs von oben implodiert, und damit das “Gebilde Europa,” das in seiner realitätsverweigernden und menschenverachtenden Monstrosität dem (zu Recht) untergegangenen Sowjet-Imperium immer ähnlicher wird.

    Es fasziniert mich, wie ein zunächst erfolgreiches Phänomen/Gebilde/Idee Kraft aus diesem Erfolg zieht, diese dann nach und nach für immer mehr degenerierten Unfug verplempert, und schließlich, äußerlich immer noch imponierend, aber von innen hohl zusammenbricht. Diese monströsen Selbstbeweihräucherungs-Rituale im Großen wie im Kleinen (Beispiele gefällig? Friedensnobelpreise für Obama & EU; Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Golineh Atai) erinnern schon fatal an die Jubelberichte zum Parteitag vom Sozialistischen Wettbewerb um die Kartoffelernte im Bezirk Suhl.

    Ich habe mich lange gefragt, warum Syriza am Euro festhält, wo doch ein Fachmann wie Varoufakis wissen müßte, dass ohne Abwertung keine Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit und damit keine Wertschöpfung in eigener Würde möglich ist. Wenn also keine externe Abwertung, da im Euro gefangen, dann interne Abwertung: Austerität, wie von Prof Sinn nachvollziehbar beschrieben.

    Dass die EU kleinteilige Wirtschaftsstrukturen zerstören will, um das Feld für ihre Feudalherren in den Konzernetagen zu bereiten, wissen wir, aber warum macht Syriza da mit? Die Alternative zur eigenen Wertschöpfung in Menschenwürde ist die Transferunion: Man übertrage den deutschen Länderfinanz-Ausgleich in die Europäische Dimension (noch Fragen zur degenerierten Monstrosität im Getriebe des Brüsseler “Politbüros”?) Diese Transferleistungen werden aber trotzdem für den einzelnen Südeuropäer so kümmerlich ausfallen, daß ein deutscher H4-Empfänger dagegen ein fürstliches Leben hätte, wenn nicht der “Sozialistische Wettbewerb” auch bei ihm eine “Innere Abwertung” erzwingen wird. Warum macht Syriza da mit?

    Weil die vorübergehenden Schmerzen des Grexit von Brüssel nicht mit “marshallplan-artiger” Hilfe gelindert würden. Die “Vereinigten Inquisitionsgerichte in Washington und Brüssel” würden am griechischen Volk ein Exempel statuieren, das allen anderen potentiellen Aussteigern ein für allemal den Appetit auf eigene Wertschöpfung in Menschenwürde austreiben würde. Könnten nicht die BRICS mit ein paar Milliarden aus ihren Dollar-Reserven helfen? Für die NATO wäre das der casus belli; Regime-Change mittels bezahlter NGO´s oder Militärputsch.

    So aber schafft sich das Imperium genauso seine eigenen failed states, verplempert ihre Kräfte in einem sinnlosen Verteilungskampf nach dem anderen, degeneriert zu einer zur Implosion verurteilten Bananenrepublik.

    • SLE - 5. Juli 2015

      Hallo zykliker,

      klar, die Zuspitzung auf Merkel lässt einiges in den Hintergrund treten, was mindestens ebenso wichtig ist wie die Personen, die jeweils agieren. Vergessen werden darf dabei aber nicht, dass Frau Merkel für die neoliberale Ideologie steht und eintritt und sich auf europäischer Ebene sehr stark darum bemüht, dass diese auch mehrheitsfähig bleibt – z.B. indem sie David Cameron unterstützt.

      Frau Merkel und die neoliberale Ideologie, nach der Europa (miss-)gestaltet wird, sind also m.E. nicht voneinander zu trennen. Diese Ideologie wird erst dann beendet, wenn die entsprechenden politischen Köpfe “rollen”. Das war schon immer so und das wissen SIe natürlich. Bekehren oder Überzeugen, das funktioniert nicht. Und genau das ist doch die Lektion, die Yanis Varoufakis und Alexis Tsipras beim Verhandlungsmarathon mit den (neoliberalen) Gläubigern haben lernen müssen.

      Das Referendum ist deswegen auch eine Schlussfolgerung der griechischen Regierung, nämlich dass es nicht anders geht als mit der Brechstange, mit Gewalt und Druck. Vielleicht wird durch das Referendum ein solcher Druck erzeugt. Aber natürlich sollte man da wohl nicht zu optimistisch sein.

      Unter dem Strich aber bleibt das Kernproblem bestehen: Es gibt keine sichtbare und vor allem überzeugende Alternative zum neoliberalen Konzept – ganz sicher ist das von den Gläubigern auch so gewollt. Die Tsipras-Regierung hat es jedenfalls aber nicht vermocht, eine solche Alternative zu entwickeln und zu kommunizieren. Varoufakis mag ein kluger Ökonom und ein überzeugender Gegner des Mainstreams sein. Aber einen ökonomisch-fundamentalen Gegenentwurf traue ich ihm definitiv nicht zu.

      Viele Grüße
      SLE

  • Traumschau - 5. Juli 2015

    @Georg Trappe
    Wir müssen den Reichen und Mächtigen nur zuhören:

    Zitate von Warren Buffett:

    “If class warfare is being waged in America, my class is clearly winning.” – Jahresbrief an die Investoren seines Fonds “Berkshire Hathaway”, 2003, S. 7

    („Wenn in Amerika ein Klassenkampf tobt, ist meine Klasse dabei, ihn zu gewinnen.“)

    „It’s class warfare, my class is winning, but they shouldn’t be.” – Interview mit Lou Dobbs, CNN, 19. Juni 2005

    („Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte sie nicht“)

    ”There’s class warfare, all right, […] but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” – im Interview mit Ben Stein in New York Times, 26. Novemberr 2006

    („Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen”)

    “My friends and I have been coddled long enough by a billionaire-friendly Congress. It’s time for our government to get serious about shared sacrifice.” – Stop Coddling the Super-Rich, by Warren E. Buffett, New York Times 14. August 2011

    („Meine Freunde und ich sind lange genug von einem Milliardär-freundlichen Kongress verhätschelt worden”)

    http://aristoblog.de/2014/02/der-krieg-der-reichen-gegen-die-armen/

    Ja, es ist ein Klassenkampf!!
    LG

  • Bill - 5. Juli 2015

    sonst bin ich ja mit SLE gerne einer Meinung, aber hier möchte ich doch die rote Flagge heben. Erst einmal ist der Artikel ein reines Stimmungsbild des Autors, ohne rechtes Ziel. Wenig Greifbares außer “Merkel ist doof”, “Austerität ist doof” und “Syriza ist toll”.
    Zweitens ist die Abstimmung eigentlich eine über “Wir wollen weiter über unseren Verhältnissen leben und die EU zahlt bitte die Zeche” und “Wir leben in unseren Verhältnissen leben und soziale Härten gleiche wir über eine effizientere Verwaltung aus die die vorhandenen Mittel besser verteilt”
    Die Ursache warum die EU nicht bereit ist, die Gelder weiter laufen zu lassen liegt darin, dass GR die seit Jahrzehnten geflossenen Gelder eben nicht zum Aufbau effizienter Strukturen in Verwaltung und Wirtschaft genutzt sondern verkonsumiert hat. Keiner vertraut mehr darauf, dass GR neue Mittel anders verwenden wird.
    Dieses Vetrauen, das nötig ist um neue Gelder (>50.000.000.000 €) freizugeben und die alten Schulden (~ 300.000.000.000 €) zu annullieren fehlt. Und die Verhandlungstaktik von Tsipras hat
    eben nicht dazu beigetragen dieses Vertrauen zu erhalten.
    Wer, leicht überspitzt formuliert, “Chicken Run” spielt kann eben erleben, das das endet wie in “Rebel without a cause”.
    Die Überlegung im Nacken, dass in den PIGS-Staaten ähnliche Denkweisen Schule machen wenn GR “damit durchkommt” und damit internationale Kreditvergabe zu einem Roulette werden lässt lässt die Geldgeberstaaten natürlich auch nicht entspannter agieren.

    • Holly01 - 5. Juli 2015

      Also ich habe den Text von SLE vor dem Hintergrund gesehen, daß es hier auf querschuesse gerade erst 2 threads gab und im I-Net quasi ein Trommelfeuer zum Thema stattfindet.
      Es gibt ja keine neuen Inhalte, aber eine Menge Spekulation aller Beteiligten und Interpretationen dieser Spekulationen (oft in eigener Sache).

      Zum Thema Schulden:

      Ich bin mal für 5 Min. die EZB:
      Ich nehme einen Bierdeckel und erkläre, daß der einen Wert von 2 Billionen haben soll.
      Kraft meines Amtes ist das auch so, denn es gibt nur einen Bierdeckel und der hat einen Käufer (mich).
      Nun nehme ich die 2 Bill. und tausche sie in Giralgeld.
      Mit dem Giralgeld kaufe ich deutsche Staatschulden.
      Dann vernichte ich die Staatsschulden in dem ich diese den Deutschen erlasse.

      Was habe ich?
      Einen verloren Biedeckel.
      2 Bill. Schulden weg.
      2 Bill. an Sicherheiten neu auf dem Markt.
      Werte aus dem Nichts geschaffen und ins Nichts zurück geschickt.

      “ex nihilo” ist schon toll ……. ach ja, ich puups auf die Geldgeber (zumindest so lange ich die EZB bin)
      Sie scheinen mir in einem Gedankengefängniss zu sitzen…….

    • SLE - 5. Juli 2015

      Hallo Bill,

      ich respektiere Ihre Sicht. Aber ist es nicht so, dass die alten etablierten Parteien, die sozialistische Pasok und ganz besonders die konservative Nea Dimokratia die ganzen EU-Gelder nicht sinnvoll genutzt, das Land in diese katastrophale Lage gesteuert haben und das zudem auch wissentlich, weil sie nur ihre eigenen Eliten bedient, Vetternwirtschaft und Korruption betrieben haben?

      Und verstehe ich SIe richtig: Syriza ist die erste Partei in Regierungsverantwortung in Griechenland, die nicht zu den korrupten Seilschaften gehört, die etwas für das Volk tun will und auch gegen Korruption vorgehen will und Sie sagen, die müssen weg vom Fenster?

      Auf wen oder was, so muss ich Sie dann fragen, wollen SIe in Griechenland dann überhaupt bauen, um etwas an diesem Sumpf zu ändern?

      Viele Grüße
      SLE

      • mitwisser - 5. Juli 2015

        Trotz aufmerksamer Beobachtung habe ich bisher nicht den Eindruck, dass Syriza sich besonders um Bekämpfung von Korruption, Steuerhinterziehung, verbreitetem Betrug, Postenschieberei, Effektivere Besteuerung der Eliten zu bemühen scheint. In der Sache habe ich noch wenig Unterscheid zu den Vorgängern erkannt. Alle redeten sie genau hiervon, Wirklich getan hat noch keiner was. Gegen die weiter tätigen Seilschaften in der Verwaltung ist das aber auch ein schwieriges Unterfangen, will ich zugeben. Hier scheint sich ein unglaubliches Netz an gegenseitigen Abhängigkeiten und Verpflichtungen gebildet zu haben, das sich fortwährend deckt und schützt.

  • Holly01 - 5. Juli 2015

    Die MM feiern sich:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland/griechenlands-schuldenkrise-langsam-kriecht-die-angst-hoch-13685747.html

    Man hat es geschafft, die Menschen haben so viel Angst, daß sie tun, was man will……. könnte das in Schland auch so sein?
    Ist die Berichterstattung über Griechenland aus der gleichen Schablone wie die deutsche Berichterstattung über H4, Aussenhandelszwang usw usf ?

  • Erino - 5. Juli 2015

    Nun, wenn Tsipras etwas erreicht hat, dann das, dass es ein neues Rettungspaket wie bislang nicht mehr geben wird. Die 50 Mrd für die nächsten 3 Jahre sind illusorisch. Wie alle hier korrekt beobachtet haben, waren auch die 200 und mehr Mrd Euro der letzten Jahre hinausgeschmissenes Geld. Die Struktur und der Klientelismus in Griechenland haben sich kein bisschen verändert, auch nicht unter Tsipras. Mit Geld allein ist Girechenland nicht zu helfen, es wird immer zu wenig sein aus der Sicht Griechenlands. Und die Kreditgeber als Terroristen zu bezeichnen, wird diesen kaum einen Anreiz für weitere Kredite geben. Selbst wenn Merkel mit der Ignoranz der Meinung ihrer Wähler noch ein Rettungspaket wollte, wie könnte sie da die Zustimmung etwa der ärmeren Länder noch erzwingen? Da ist sie selber viel zu sehr Realpolitikerin, um so etwas auch nur zu versuchen. Dieser Zug ist abgefahren.

    Natürlich kann man Griechenland nicht ganz alleine lassen, direkte Lebensmittelhilfen an die dortigen Suppenküchen, und Medikamentenlieferungen an die Krankenhäuser sind gerechter und heben unser Image dort auf jeden Fall besser als weitere verlorene Geldzahlungen an korrupte Beamte. Die Kredite und Hilfszahlungen sollten bis auf weiteres eingefroren bleiben.

    Die Einlagen bei den dortigen Banken werden wohl erhebliche Cuts erfahren, aber im wensentlichen haben das die Griechen selber zu verantworten. Griechenland kann auf Dauer nur sich selbst retten. Weder Russland noch China sind bereit, jährlich 10 bis 20 Mrd Euro ihrer Devisen in Griechenland zu versenken.

  • Detlef Stadler - 5. Juli 2015

    Es ist kaum noch auszuhalten, diese neokapitialische Verlogenheit der Diskussion, bei der Menschen keine Rolle spielen oder als letztes kommen. Die menschenverachtende Griechenlandpolitik Schäuble/Merkel ist nur ein schleimiger Auswurf einer ganzen Kette von Schweinereien. Afghanistan, Ukraine, die Kriege in Lybien, Irak, Syrien, es ist zum Kotzen, wie sich die Medien bzw. die Printmedien und freien Sender hier unreflektiert verhalten und Kriegstreiberei getarnt und ummantelt mit rosa Worthülsen wie Demokratie und Freiheit gutheißen. Drohnentod, Anzetteln von Bürgerkriegen, um geopolitische Interessen (Macht, Einfluss, Geld und Rohstoffe) durchzusetzen, verbunden mit einer beschämenden Rückratlosigkeit gegenüber Amerika. Unsere politische Kaste hat so den Gipfel der ignoranten Brutalität durch Unterlassen und mit perfiden Mitteln, höhnend verschleiert mit den Worten “Freiheit und Menschenrechte schützen” erreicht. Tatsächlich aber haben sie dieses Fundament längst verlassen, angeführt von den Amerikanern. Nebenbei haben sie das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung geopfert, untergraben und höhlen es bewusst weiter aus und scheren sich einen Dreck um Privatsphäre und den privaten Raum. Ihre Überwachungstechnik hat einen Grad an Perfektion erreicht, der man nicht mehr entrinnen kann. Sie ist gar Exportschlager in diktatorische Länder geworden. Alles dümmlich heruntergespielt mit den Worten “wer nichts zu verbergen hat, der …”.

    Es ist unerträglich geworden, man sitzt nur noch, wundert sich, sieht wie verkommen die Politik der Großen ist. Man kann nichts mehr tun, außer zum Nicht- oder Protestwähler zu werden. Politisches Engagement hingegen ist angesichts der perfiden, komplexen Methoden praktisch vollkommen sinnlos. Sie hintertreiben alles und sonnen sich in ihrer Eitelkeit wie der ehemals rote Gabriel. Pfui Teufel.

    Die Medien, genauer, die Journalisten spielen dieses Spiel aus Dummheit größtenteils mit. Nie ist es mir in den letzten fünf Jahren so deutlich geworden, wie interessengesteuert die Berichterstattung geworden ist und von welche geistige Beschränktheit manch Journalist mit sich trägt und trotzdem was wird. Nicht zu fassen.

    Die aktuelle griechische Regierung hat meinen Respekt. Sie musste so handeln, denn es ist offensichtlich: Man hat den Griechen mit deren damaligen korrupten Regierung eine Schuldenkette um den Hals gelegt, die sie niemals abschütteln können. Sie müssen sie durchschneiden, wenn die Humanität dort nicht weiter erwürgt werden soll. Was dort gerade passiert zeigt letztlich, was die Geldeliten in letzter Konsequenz tun werden, auch bei uns – da dauert es halt noch ein bisschen. Es geht nicht mal nur um Gewinn, es geht schlicht nur um immer mehr.

    Unsere Griechenlandpolitik jedenfalls aber besteht nur darin, mit allen Mitteln mit allen politischen Mitteln und buchhalterischen Tricks zu vermeiden, dass 80 bzw. 300 Milliarden Verlust aufgrund eines falsch konzipierten Währungsmodells aufgelaufen sind, die man dann auch noch sehenden Auges den Banken geschenkt und den Bürgern aufs Auge gedrückt hat.

    Übrigens, Ihr könnt sicher sein, dass diese Seite überwacht wird. Ihr habt hoffentlich alle Eure Schere im Kopf dabei.

  • Robert - 5. Juli 2015

    Weiß nicht ob das irgendeinem der threads bzw. deren Links und sub-Links hier schon vorkam…wie oft bei dem Thema ‘Geldsystem’ – man fängt irgendwo an, verzweigt und kommt einfach an kein Ende…aber zur Abstimmung heute, das ist doch irgendwie ‘krass’ (wenn es so ist), oder?

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/udo-ulfkotte/was-deutsche-medien-verschweigen-die-cia-und-der-countdown-in-athen.html

    ‘CIA-Software’ verkündet Prognosen und Abstimmung? Alles so ähnlich wie damals bei Bush vs Gore in Florida? Weiß das Herr Tsipras?

  • Basisdemokrat - 5. Juli 2015

    Live: Tsipras gibt seine Stimme fürs Referendum ab

  • Traumschau - 5. Juli 2015

    Griechenland: Economist meldet 60 Prozent für Nein

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/07/05/griechenland-economist-meldet-60-prozent-fuer-nein/

    LG

  • Heinz - 5. Juli 2015

    Tsipras ist ein Spieler und im Sinne des Nash-Gleichgewichts sind ihm die Spielzüge ausgegangen. Die Troika hat zu ihm gesagt, wir wollen deine Karten sehen. Das Referendum, egal wie es ausgeht, ist nur der Versuch, das unvermeidliche Ende hinauszuziehen. Ich glaube nicht, dass Tsipras und sein Finanzminister mehr als 2 Buben in der Hand halten.
    Man kann Merkel vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie keinen politischen Instinkt hat. Ob nun aufgrund des Trommelfeuers der MM oder aus anderen Gründen, bis auf die Griechen, dürften der europäischen Pöbel den Kurs der Troika für gut befinden. Nachdem es kein frisches Geld für die Griechen gibt, haben sie ein Problem. Nun, vielleicht zahlt Russland oder die Chinesen. Ich glaube das aber nicht.

  • Holly01 - 5. Juli 2015

    Hallo Heinz,
    keiner wird zahlen. Der Bundestag geht in die Sommerpause, der EFSF kann keine Hilfen geben, ohne neues Bundestagsmandat und hat die gewährten 140Mrd. ja als geplatzt definiert, nur nochnicht fällig gestellt.
    Die EZB wird den Geldhahn zu lassen.
    Der IWF “kann” nach dem Zahlungsverzug ja nichts machen.
    Die Banken bleiben geschlossen.
    Die Tourismussaison fällt ins Wasser, es gibt ja keine Versorgung der Touristen. Stornos werden die Regel sein.
    Die Griechen selbst werden kein Öl, keine Lebensmittel von Aussen und keine Medikamente haben.
    All das knapp abgefedert durch das, was die Griechen selbst aufbringen können und die “humanitäre Hilfe” der EU und der NATO.
    Und während dessen werden die MM feiern, das sich der griechische “Wurm” windet (ja das meine ich so ironisch wie ich es schreibe).
    Während dessen werden die deutsche Kanzlerin und ihr Finanzminister in Schland von Beliebtheitshöchstwert zu Beliebtheitshöchstwert hüpfen.
    Niemand wird nach diesem Sommertraum in schwarz-rot-gold zweifeln, daß die Deutschen zurück sind auf der Weltbühne, aber auch wirklich keiner wird das ignorieren können.
    Bin gespannt wer da alles mit feiern wird …..

  • Bubblegum - 5. Juli 2015

    @alle,

    Gratulation an das griechische Volk!
    Eine demokratisch reife Leistung!

    Wird Zeit, dass wir Deutschen uns endlich auf den Weg machen und eine Abstimmung über unsere Verfassung einfordern.
    Bis jetzt haben wir nur ein GG, das uns von den Besatzungsmächten in die Feder diktiert wurde.
    Darüber hat sich schon 1949 der große alte Mann der SPD, Carlo Schmidt, beschwert.
    Es gibt also viel zu tun, packen wir es gemeinsam an.

    Viele Grüße Bubblegum

    P.S.: Ceterum censeo angloamerikanem esse kärchendam ex europa

    • Basisdemokrat - 5. Juli 2015

      kärchendam ?

  • Peter Neumann - 5. Juli 2015

    Eine tiefe Verneigung vor soviel Mut zur Veränderung und herzlichsten Glückwunsch an die Griechen! SO sieht Demokratie aus. Tsipras und Varoufakis muß man jetzt ernst nehmen, nachdem das Volk zweifelsfrei hinter ihnen steht. Das ist ideal für eine gute Verhandlungsposition. Und DAS es Verhandlungen gibt, das ist mal sicher. 🙂

    Da fährt sie hin, die schwarze Null. 😀

  • Eurelios - 5. Juli 2015

    Und die AfD die diese ganze Misere schon vor 2 Jahren vorausgesagt hat zerlegt
    sich selber. Leider. Ich komme gerade nach Hause von Essen vom Parteitag.
    Traurig aber war wir Deutschen sind so was von blöde das sie, wenn es schon
    mal eine Richtungsänderung geben sollte für eine bessere Politik in unserem
    Lande diese so vermasseln wie noch nie.

    Ich bin sowas von entäuscht.

    Mein Glauben der Michel würde endlich aus seinem Schlaf aufwachen ist dahin.
    Traurige Grüße
    Eurelios

    • Holly01 - 6. Juli 2015

      Mach dir nichts draus Eurelios, du hast heute etwas wichtiges gelernt. Mag sein das Du für das verstehen noch bissel brauchst, aber sobald du etwas Abstand gewonnen hast, wirst Du das erkennen.
      Nicht unter kriegen lassen.

  • Traumschau - 5. Juli 2015

    Herzlichen Glückwunsch an das gr. Volk!!
    ABER:
    Wird jetzt plötzlich die neoliberale Agenda zu Gunsten der Geldsäcke in die Tonne getreten? NEIN!
    Werden Erleichterungen bei den Angeboten der Troika oder ein Schuldenschnitt irgendetwas an den Ungleichgewichten in der Eurozone ändern? NEIN!
    Wird jetzt alles gut? NEIN!
    Wir werden wohl bis 2017 dieses absolute Desaster weiter beobachten bzw. ertragen müssen – dann wird allerdings in Frankreich gewählt und der Euro ist Geschichte.
    LG Traumschau

    • Georg Trappe - 6. Juli 2015

      @Traumschau

      Mit den drei NEINs haben Sie meiner Meinung nach vollkommen recht. Ob der Euro schon 2017 Geschichte sein wird, bleibt abzuwarten. Da bin ich eher skeptisch.

      Oben haben Sie den Klassenkampf erwaehnt, wie er von den Forbeslisten Spitzenplaetzen ausgerufen wird. Und ich moechte das nochmal aufgreifen und in Verbindung mit ihrem Appell (3*Nein) etwas illustrieren.

      Die wichtige Einsicht, dass gewisse wirtschaftspolitische Fragen grundsätzlich nicht einvernehmlich gelöst werden können erscheint mir nicht weit genug verbreitet. Der Glaube an “dritte Wege”, wie sie von Schroeder und Blair ausgerufen wurden, ist vollkommen naiv und inzwischen durch die Wirkungen, die die Agenda 2010 entfalltet, widerlegt. Ich denke, wenn man sich nicht zum Leben eines Eremiten berufen fuehlt und somit die Teilnahme am Kampf / Wettbewerb alternativlos wird, dann sollte man sich sehr genau ueberlegen, wo man steht, gegen wen man kaempfen
      will und wie weit man den Kampf treiben moechte. Denn man wird dabei unweigerlich auf irgendeiner Stufe der Kaempferhierarchie landen und es mit entsprechenden Widersachern aber auch Mitkämpfern zu tun bekommen.
      Wobei die Versuchung sehr gross ist, sich unabhaengig und in Verleugnung von objektiven Fakten “irgendwo in der Mitte” zu verorten.
      Und das auf einer Skala, die am oberen Ende durch Klassenkaempferikonen wie Bill Gates oder Warren Buffett markiert ist, die es in den letzten 35 Jahren geschafft haben, jeder fuer sich,Tag fuer Tag (24*7) 250000 US$ pro Std. !!! an Vermoegen fuer sich anzuhaeufen.
      Arithmetisch waeren also 125000 US$ pro Std. (24*7) die Mitte, was ein erhellendes Licht auf die
      Selbstwahrnehmung all derjenigen wirft, die sich ohne nachzudenken und in Folge einer genialen Propaganda dem sog. Mittelstand zurechnen. Und natuerlich auch auf alle die CEOs, CFOs, Banker etc. die fuer lausige 3500 US $ pro Std. (8*7) die Drecksarbeit machen, waehrend Bill Gates
      und Co sich als Wohltaeter auf Charity Veranstaltungen feiern lassen.
      Aber vollkommen verwunderlich wird es, wenn “Mittelstandsangehoerige”, die mit 17,85 Euro pro Std. (8*5) nach Hause gehen, sich von denen, die in der Xtausend Euro/Std. Liga spielen, gegen die ins Stellung bringen lassen, die darum kaempfen 8,50 Euro pro Std. fuer ihre Arbeit zu bekommen, oder gegen die, die einfach nur nicht verelenden und verhungern wollen.
      Der Kampf gegen Schwaechere und schlechter gestellte verspricht zwar einen relativ sicheren Sieg, aber er bringt nichts! Denn da ist schlichtweg nichts zu holen. Wer sich also bei 17,85 Euro/Std. gegen “die Griechen” in Stellung bringen laesst, waehrend die Klattens, Albrechts und Haniels mit ihren griechischen Counterparts auf Luxusyachten durchs Mittelmeer kreuzen und dabei ihre Kontostaende in der Schweiz, Singapur und anderen Steueroasen vergleichen, verplempert nicht nur seine Zeit und Energie, sondern verpasst die Chance bei denen etwas zu holen, bei denen es wirklich etwas zu holen gibt.

      Das was Bernanke mit seinen Leitzinserhoehungen 2007 in den USA losgetreten hat, ist dabei eine einmalige Chance endlich mal wieder den Kopf klar zu bekommen.

      Denn diese nun seit 8 Jahren laufende Krise sollte inzwischen jedem deutlichst vor Augen gefuehrt haben, wo er steht und wo es hinfuehrt, wenn der Weg, der die letzten drei Jahrzehnte beschritten wurde, weiter gegangen wird.

      Wer aus Angst um seinen 17,85 Euro/Std. Job sich gruen fuer blau erklaeren laesst und in die falsche Richtung kaempft, wird, entgegen allen Versprechungen von “Oben” auch diesen mickrig bezahlten Job verlieren. Wer amerkanische Verhaeltnisse will, soll ins “gelobte Land” auswandern.
      Dort ist ihm das Recht, sein Streben nach Glueck auf einer Skala von Food Stamps fuer 40 Millionen bis 35 Jahre lang 250000$/Std. (24*7) auszuleben, in der Verfassung garantiert. Und welchen Wert amerikanische Verfassungs Garantien haben, wissen wir Dank Snowden inzwischen auch.
      In einem Europa aber, in dem die Geschichte auf drastische Weise gelehrt hat, wie sinnlos und verheerend es ist, sich von seinen profitgeilen Eliten von einem Krieg in den anderen treiben zu lassen, sollte doch hoffentlich endlich klar sein, wo das Problem seinen Ursprung hat und wo es geloest werden muss.
      Und sollte es vergessen sein, dann zitiere ich hier nochmal aus dem Ahlener Programm der CDU aus dem Jahre 1947, einem Jahr kurz nach der letzten grossen Katstrophe, in dem der Kopf offensichtlich noch klar war:

      „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.
      Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“

    • Holly01 - 6. Juli 2015

      Hallo Traumschau, Hallo Hr. Trappe,

      leider realisiert Ihr immer noch nicht, das es sich um ein inneres problem der Geldsysteme handelt.
      Was wir erleben ist das “ganz normale Wahnsinn” der eintritt wenn ein Geldsystem sich auf die Gesellschaft auswirkt.
      Es entsteht eine Eigentumsökonomie. Diese deformiert die Gesellschaft bis zum Zusammenbruch.
      Das ist Systembestandteil, kein Problem der Handhabung.
      Sie müssen den Fokus noch weiter hochziehen. Sie müssen beginnen das system von Aussen zu betrachten, denn aus dem System heraus. können Sie die eigentlichen Probleme nicht erkennen.

      Frau Herrmann hat einen super Beitrag draussen in der tube. Da beschreibt Sie wie Schland seit dem (kreditfinazierten) Aufstieg des Kaiserreichs finaziell vorgeprägt ist und das sich das nie geändert hat.
      Es ist nicht abänderbar. Kreditfinanziert ist mit realer Arbeit in einer Eigentumsökonomie nicht zu toppen.
      Einmal aufgesetzt ist das Alles ein Selbstläufer. Die Folgen der gesellschaftlichen Verarmung die sich von unten durch die Gesellschaft frisst ist zwangsläufig.
      Der Mangel an bezahlter Arbeit ist zwangsläufig.
      Die Vermögenskonzentration ist zwangsläufig.

      Die Handlungen der Betreiber und der Betriebenen sind von minimaler Auswirkung. Das System ist nicht zu lenken, es ist eine Kugel, einmal abgeschossen fliegt es so lange die gesellschaft trägt, dann plumpst die Kugel zu Boden.

      Laßt die “Vorwürfe”, denn das macht es unmöglich die Verantwortung korrekt zu adressieren, der Adressat für das Systemversagen ist das System selbst.

      • Holly01 - 6. Juli 2015

        Wenn man so will ist der Wirtschaftskrieg der (noch weniger verschuldeten) Länder gegen die überschuldetetn Länder nur eine Variante des DoppelWK.

        Das schmachten nach Russland hatte ´39 wie heute nur einen Grund:

        Mit der Enteigung eines riesen Flächenlandes und der anschliessenden Ausbeutung kann man Jahrzehnte Eigentum generieren und die Systemtragweite immanent erhöhen.
        Man will das was den Indianern angetan wurde nun an den Russen vollziehen, damit die Finanzelite nach der Erfolgsstory Amerikas, nun eine Erfolsgstory Eurasien anknüpfen kann.

        Dummer Weise ändert das nichts am Problem ansich. Die Fallhöhe steigt nur. andererseits ist der fall auf “Null” so gravierent das die Fallhöhe auch nur noch geringe Relevanz hat …..

        • SLE - 6. Juli 2015

          Hallo Holly01 et al.,

          bitte bleibt mal wieder näher am eigentlichen Thema des Posts.

          Gruß
          SLE

          • Holly01 - 6. Juli 2015

            gelesen und danke für den hinweis

      • Traumschau - 6. Juli 2015

        Hallo Holly01,
        dazu muss aber auch gefragt werden, wer dieses System auf die Schiene gesetzt hat, wer die Geldschöpfung privatisiert hat, u.s.w.
        Und das waren eben Menschen! Und diese Menschen haben ein System erschaffen, dass ihnen nutzt, der Klasse der Reichen. Die neoliberale Ideologie ist aus meiner Sicht in diesem Zusammenhang nur ein Vehikel, mit welchem die Umverteilung von unten nach oben organisiert wird, verkleidet in ein pseudowissenschaftliches Gewand. Diese Ideologie wurde mit der geballten Medienmacht der Profiteure, also der Machteliten, in die Köpfe der Leute gehämmert. Alles von Menschen gemacht. Und deshalb ist es aus meiner Sicht eben auch möglich, dieses System zu verändern – durch Menschen. Da die Profiteure aber überhaupt keine Notwendigkeit sehen, etwas zu verändern obwohl sie es könnten, ist es m.E. richtig diese Akteure zu adressieren und nicht das System.
        LG Traumschau

        • Holly01 - 6. Juli 2015

          Hallo Traumschau,
          ……… “Und deshalb ist es aus meiner Sicht eben auch möglich, dieses System zu verändern – durch Menschen. Da die Profiteure aber überhaupt keine Notwendigkeit sehen, etwas zu verändern obwohl sie es könnten, ist es m.E. richtig diese Akteure zu adressieren und nicht das System.”……..

          DAS ist die zentrale Frage denke ich. Die Geschichte sagt, daß die Akteure wechseln, aber das System bleibt.
          Try and Error ist bei Menschen quasi genetisch verankert. Das System bietet zu beginn ausschliesslich Vorteile.
          In der jetzigen Phase verhalten sich alle Akteure logisch.
          Die Gläubiger verzeihen keine Verluste.
          Die Kreditnehmer zahlen solange sie können.
          Der Konsum und die Abschreibung machen ein zurückzahlen ebenso unmöglich wie es der Zinseszinseffekt verhindert.
          — ALLE — sitzen in der Falle.
          Die Reichen können nicht komplett verzichten.
          Die Reichen werden immer nur so viel Druck aus dem Kessel nehmen, daß man das System ansich wieder anschieben kann.
          Das ist rational, nicht bösartig.
          Die Schuldner können einzeln der Schuld entkommen, aber als Ganzes nicht. Die Gegenwehr beim Verarmen ist nur rational. Griechenland verhält sich absolut rational.
          Das System kennt keinen Ausweg, nur den Systembruch.
          GENAU darum müssen wir das System als solches adressieren, nicht die Teilnehmer. Um eine Katastrophe abzuwenden benötigen wir einen Systembruch.
          Einzelne sind relativ frei in den Entscheidungen, aber als Ganzes läßt das System keine Ausnahmen zu.
          Es ist eine scheinbare individuelle Entscheidungsfreiheit, tatsächlich ist es eine Diktatur der Eigentumsökonomie.

          • Holly01 - 6. Juli 2015

            Der Einzige Vergleich der mir einfällt ist die atomare Abschreckung mit der Androhung gegenseitiger Vernichtung.
            Inhaltlich ist die Eigentumsökonomie die monetäre Abschreckung mit der gegenseitigen Androhung der völligen Vernichtung, wenn eine Seite “losschlägt”.

          • Stepe - 6. Juli 2015

            Hi Holly01,
            ich meine das Ihre Behauptungen nicht belegt werden und die Grundlage nicht benannt werden, die Kirche argumentiert so. Ach, das ich es nicht vergesse, ich akzeptieren ihre Meinung.
            Systeme werden von Menschen gemacht und somit auch durch Menschen veränderbar. Die Grundlage des Schaffens von “Systeme” ist immer die Ökonomie, “wir” benennen sogar unsere Zeitalter danach.
            Es muss Vorbedingungen geben damit sich der Kapitalismus entwickeln kann. Selbst um Privateigentum aufzuhäufen bedarf es eine “Überschussproduktion” wenn jeder nur so viel schafft wie er selbst zur Reproduktion braucht ist es nicht möglich Eigentum aufzuhäufen, woher?
            Selbst die Gene passen sich an und ändern sich.
            Wenn sich was “logisch” verhält, sollte doch die Logik definiert werden, denn es gibt mehrere Logiken. Könnte es sein das durch ökonomische Systeme zu Handlungen, bei Strafe des Untergangs, erzwungen werden?
            Die Falle in der “alle”sitzen gilt es zu belegen. Wieso können Reiche nicht “komplett” verzichten? Wo wäre die Grenze? Warum sollte die Reichen Druck aus welchem Kessel nehmen um welches System anzuschieben?
            Vollständig Ihrer Meinung bin ich bei “Das ist rational, nicht bösartig.” Moral und solche Kategorien sollten weggelassen werden denn es gibt sie nicht und der Ökonomie, außerdem versperren sie den Blick.( was sie wohl auch sollen)
            Auch am Schluss kann ich Ihnen folgen, allerdings nur wenn ich Interpretiere so wie ich es verstehe.
            Zum Beispiel sehe ich hier “Das System kennt keinen Ausweg, nur den Systembruch.” das System was sie meinen könnten nicht und es hebt sich auf, im zweiten Halbsatz wird das benannt was im ersten Halbsatz ausgeschlossen wird.
            Falls sie den Kapitalismus meinen sollte bin ich Ihrer Meinung, da hilft dann auch nicht verträumt (Sie tun das nicht) vom Rheinischen Kapitalismus oder Neoliberalismus zu reden. Es ist dasselbe und führt ins selbe Elend.

            Gruß Stepe

      • Georg Trappe - 6. Juli 2015

        Hallo Holly01,

        “Die Handlungen der Betreiber und der Betriebenen sind von minimaler Auswirkung. Das System ist nicht zu lenken, es ist eine Kugel, einmal abgeschossen fliegt es so lange die gesellschaft trägt, dann plumpst die Kugel zu Boden.

        Laßt die “Vorwürfe”, denn das macht es unmöglich die Verantwortung korrekt zu adressieren, der Adressat für das Systemversagen ist das System selbst.”

        Es gibt Momente, da neige ich zu einer aehnlichen Sichtweise, weil ich glaube verstanden zu haben, dass Menschen ungeheure Schwierigkeiten haben zu begreifen, dass aus einigen wenigen sehr simpel anmutenden Sachverhalten / Regelwerken extrem komplexe Entwicklungen, die sich einer Vorhersage und damit Kontrolle / Lenkung entziehen, entstehen koennen.

        Was mich aber stutzig werden laesst, ist:

        1.) Es ist kein Geheimnis, dass simpel anmutende Sachverhalte / Regelwerke komplexe, unvorhersehbare Entwicklungen entstehen lassen koennen.

        2.) Einige simple Sachverhalte, die unserem Wirtschaftssystem zu Grunde liegen und die zu einer zutreffenenden Analyse verstanden sein muessen, werden mit grossem Aufwand von interessierter Seite aktiv verschleiert, falsch dargestellt oder komplett ausgeblendet. Das geht soweit, das eine ganze sog. Wissenschaft (angeblich?) nicht weiss wie Banken funktionieren.

        3.) Obwohl 1 bekannt ist, wird gegenueber dem Publikum so getan als verfuegten maechtige Institutionen ueber die Mittel und Moeglichkeiten die Dinge im Sinne des Allgemeinwohls zu lenken.
        Gleichzeitig wird mit diesen Moeglichkeiten und der damit verbunden Verantwortung, eine ungeheure Privilegierung der Personen gerechtfertigt, die diese Institutionen leiten.

        4.) Es sind immer dieselben, die, wenn etwas schief laeuft und ausser Kontrolle geraet, die Rechnung zahlen duerfen.
        Und es sind immer dieselben, die in solchen Faellen aussen vorbleiben und ihre gigantischen Vermoegen ueber wechselhafte Zeiten retten koennen.
        Haniel gibt es seit 255 Jahren. Zwei Weltkriege haben der Dynastie und ihrer Position im sozialen Gefuege keinen Abbruch getan. Die meisten der DAX Konzerne haben ihre Wurzeln in der sog. Gruenderzeit. Sind also seit einer kleinen Ewigkeit “Spitze”. Trotz der gigantischen Katatstrophen, die die erste Haelfte des vergangenen Jahrhunderts gezeichnet haben und der Verwicklung des Fuehrungspersonals dieser Konzerne mit den Ursachen der Katastrophen.

        Wenn man sich Ihre Sichtweise zu eigen macht, dann gibt es keine Rechtfertigung mehr fuer die ungeheure Privilegierung derjenigen, die vorgeben alles unter Kontrolle zu haben. Dann bestehen unsere Eliten aus einem Haufen Scharlatanen, die das Beduerfniss der Menschen nach der Illusion von Sicherheit und Kontrollierbarkeit skrupellos ausnutzen, um einen Mords Reibach zu machen.
        Dann ist das ganze Gerede von Freiheit und Verantwortung sinnloses Geschwafel, das nur einem Ziel dient. Der Unterwerfung der Massen unter die vollkommen willkuerlichen Vorstellungen der Eliten von Gut und Boese.

        Ist es das, was Sie zum Ausdruck bringen wollten?

        • Holly01 - 6. Juli 2015

          Hallo Hr. Trappe,
          Sie beschreiben die Resultate. Ich sage, daß das Geldsystem eine innere Uhr hat, die einen Alterungsverlauf erzwingt. Das wird zwischen uns im Detail vielleicht Differenzen hervorrufen, aber nicht im Grundsatz.
          Was ich ergänzent sage ist:
          Das Geldsystem erzeugt eine Eigentumsökonimie. Diese Eigentumsökonomie terminiert und adressiert auf allen Ebenen die Gesellschaft.
          Das Geldsystem korrumpiert alle Ebenen der Gesellschaft durch Vorfinanzierung.
          Das Ergebniss ist eine Gesellschaft bei der die heutige Generation die Arbeitsleistung von Generationen verfrühstückt hat.
          Es ist eben auf allen Ebenen zwingent rational das System zu erhalten und zu unterhalten.
          Der Druck steigt mit dem Systemalter.
          Die Haltekräfte steigen mit dem Systemalter.
          Die Entmenschlichung der Gesellschaft in Kauf zu nehmen wird somit rational. Die Menschlichkeit wird ersetzt vom unbedingten Willen “es zu schaffen und nicht hinten runter zu fallen”.
          Die Reichen würden nie eine Egalisierung zulassen. Ein zerschlagen aller Großbanken und aller Konzerne und ein streichen aller Schuldenund Vermögen wäre moralisch, denn damit zählen Fleiss und Klugheit wieder. Es ist aber eben nicht rational. Eine Egalisierung der Gesellschaft würde alle auf einen Zustand zurück werfen, der nicht erträglich scheint, für niemanden erträglich scheint.
          Es ist eben rational habgierig und egoistisch zu sein und das auf allen Ebenen. Ein Fliessbandarbeiter weiss eben im seinem Innersten, daß er ein Auto nicht haben dürfte, weil er aus seiner Lebensarbeit heraus nie dazu fähig wäre. Die Automation ermöglicht das aber und nicht nur ein Auto sondern ein Dutzend Autos. Vorfinanzierung ….. korrumpiert alle.
          Obwohl wir wissen daß der Zinseszins das System zerstört, finanzieren wir aus rationalen Gründen vor.
          Wir müssen erkennen lernen, daß die Superreichen genauso von der Eigentumsökonimie adressiert und konditioniert sind wie H4 Empfänger und das das System beide zwingend hervorbringen wird.
          Die Ausbildung, die Handhabung und das Erscheinungsbild des Systems mögen variieren. Das ist die scheinbare Reformierbarkeit, dei scheinbare Entscheidungsfreiheit. Das ist aber eine Illusion.
          Das System wird zu bestimmten Alterspunkten bestimmte Umstande herbeiführen. Punkt.
          Und DAS zu erklären ist mir sehr wichtig und darum tut es mir leid wenn SLE sich nun ärgert und der Holly wieder off topic ist, aber ich finde es zentral. daß wir verstehen, das das System am Ende nur Verlierer hinterläßt und das das ein Systemzwang ist.

          • Georg Trappe - 7. Juli 2015

            Hallo Holly01,

            ich denke SLE, Sie und ich liegen nicht so weit auseinander. Am von Ihnen gut gewaehlten Begriff “Innere Uhr” wird das deutlich. SLE wuerde das wohl als Abfolge von Phasen eines Lebenszyklus bezeichnen. Und ich glaube, einen Prozess der ueber Zeit eine staendig steigende Konzentration von wirtschaftlicher Macht hervorbringt, ausgemacht zu haben.
            Nur bei der Frage nach den Ursachen und den Moeglichkeiten ihrer Aufloesung sehe ich Differenzen. Das liegt aber an den unterschiedlichen Perspektiven aus denen jeder von uns das Problem betrachtet.
            SLE kommt vom Wettbewerb her. Damit hat er sich sehr intensiv beschaeftigt und dazu ein sehr lesenswertes Buch geschrieben.
            http://www.amazon.de/Wettbewerb-Industrieentwicklung-Industriepolitik-wettbewerbstheoretischer-Lebenszykluskonzepts/dp/3428107748/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1436232828&sr=1-1&keywords=Wettbewerb%2C+Industrieentwicklung+und+Industriepolitik+Stefan+L.+Eichner
            Folglich sieht er auch da die Loesungsansaetze (s.u.).
            Sie haben sich offenbar intensiver mit unserem Geld- und Bankwesen beschaeftigt, sehen dort die Ursachen und kommen darueber zu einer eher fatalistischen Schlussfolgerung.
            Und ich habe mich mit der Frage beschaeftigt, was wirtschaftliche Konzentrationsprozesse antreibt und gehe seit dem mit meiner Theorie vom Fettaugensyndrom, welches ich in ganz fundamentalen menschlichen Verhaltensweisen in Bezug auf Wirtschaft verwurzelt sehe, hausieren.
            Allen Sichtweisen ist interessanterweise gemeinsam, dass da eine “Innere Uhr” abzulaufen scheint, die, wenn sie ignoriert wird, zu Instabilitaet bis hin zum Zusammenbruch fuehrt.
            Ich denke jede dieser Perspektiven eroeffnet interessante und wichtige Einsichten, aber keine liefert eine schluessige Komplettsicht.
            Eine Reform des Geldsystems alleine, wie auch ein monetaerer Master Reset alleine wird die Probleme nicht beheben. Nicht in Griechenland und nicht global. Eine wettbewerbliche Abschirmung Griechenlands durch Schutzzoelle und/oder eine eigene Waehrung wuerden sicherlich zeitweise Erleichterung fuer die Griechen bewirken und ihnen neue Chancen eroeffnen. Die zerstoererische Uebermacht der global operierenden Konzerne und Banken aber wird es auf Dauer nicht neutralisieren.
            Was aus meiner Sicht bleibt, ist also eine “innere Uhr”, die ablaeuft und die Hoffnung, dass sich die Betroffen nicht von denen, die von diesen “Zwangslaeufigkeiten” maximal profitieren, wiedereinmal gegeneinander aufhetzen lassen.

            • Holly01 - 7. Juli 2015

              Das Geldwesen ist der endliche Transmissionsriemen. Die verhängnissvollen Abhängigkeiten sehe ich in der Abfolge:
              Recht -> Eigentum -> Macht

              Und da macht Ihr Hinweis darauf. daß man den Themenkomplex aus unterschiedlicher Perspektive auch unterschiedlich interpretieren kann durchaus Sinn.
              Genau genommen ist das Recht mit seiner Moral das Fundament. Denn bei historischem Licht betrachtet bestimmen die Rechts- und Moralnormen das Tempo der inneren Uhr der Eigentumsgesellschaft.

            • zykliker - 7. Juli 2015

              Einspruch: wie die Vertragsbrüche von Maastricht, die EZB-Mandats-Interpretationen und viele andere Beispiele zeigen:

              Macht bricht Recht.

              Der Verbrecher in Nadelstreifen golft mit dem Staatsanwalt und/oder dem Richter; wenn kein beherzter investigativer Journalist dazustößt, wird er nicht angeklagt.

              Also: Im Anfang war die Kraft, diese schuf sich Macht. Und siehe, die Macht bemäntelte sich mit einem Rechtssystem, das ihr das zum Teil erarbeitete, und zum Teil zusammen geraubte Eigentum schützen sollte; aber immer dann, wenn es im Weg ist und es risikoarm möglich ist, umgangen, beseitigt, uminterpretiert wird, um weitere Raubzüge zu ermöglichen.

              Die Moral ist zwar auch eine Errungenschaft der Evolution (Hemmung der innerartlichen Agression) scheint aber immer wieder gegenüber der Macht oder ihrer Perversion den Kürzeren zu ziehen (z.B. temporärer Sieg der Nazi-Barbarei über eine Jahrtausende alte christlich geprägte Kultur). Glücklicherweise hat die Moral am Ende doch den längeren Atem. weil die Macht sich in ihrer Primitivität “zu Tode siegt.”

              Weiteres Beispiel: Die Befürworter des Goldstandards (also eines gesetzten Rechts) faseln immer davon, dieser würde die Regierungen disziplinieren, so dass auch keine Kriege mehr finanzierbar wären. Wie geschichtsvergessen, WK1 wurde möglich, weil die Macht das Recht mit einem Federstrich aufgehoben hatte.

  • Eickelkamp - 6. Juli 2015

    Hallo Holly01

    auch wenn ich mit Ihrer Kritik grundsätzlich einverstanden bin, interssiert mich schon folgende Frage: Wie wollen Sie dieses System in einer demokratischen Rechtsordnung ändern, wenn nicht dadurch, daß sie die betroffenen Bürger durch einen sicherlich nicht einfachen und die “Wissensträger” zermürbenden Prozess immer und immer wieder darüber aufklären, wie dieses System funktioniert und zu welchen Ergebnissen es zwangsläufig führt.

    MfG Rainer

    • Holly01 - 6. Juli 2015

      Hallo Eickelkamp,
      ich halte Information und Wissen für zwingend. Für mich muss es eine Bildungsoffensive geben, von TV über VHS und Schule bis hin zu Vereinen und Privatveranstaltungen.
      ich sehe keinen Widerspruch darin, daß ich Wissen für essentiell halte und trotzdem das Wirtschaftssystem für nicht tragbar.
      Die Entscheidung wie der Systembruch zu erfolgen hat, -MUSS- eine tragfähige Entscheidung sein und zwar auf mehreren Ebenen. Tragfähig für die ganz überwiegende Mehrzahl der Menschen, aber auch gewollt von den einzelnen Elementen der Gesellschaft, also auch die 1% (oder gerade die 1%).

      Was wir brauchen ist ein gesellschaftlicher Konsens, der nach Möglichkeit niemanden ruiniert.
      Darum: weg von den Schuldzuweisungen gegenüber den Akteuren. Raus aus den Schützengräben. Gesellschaftliche Versöhnung. Gemeinsame Zukunftsplanung.

  • Holly01 - 6. Juli 2015

    Griechische Lösung:

    1.) der Staat schafft Lohn- und Einkommenssteuer ab
    2.) der Staat erklärt den Grundbesitz zu seinem Eigentum und erhebt Pacht
    3.) der Staat schafft die Mehrwertsteuer ab
    4.) der Staat setzt auf alle Erlöse eine fixe Steuer fest
    5.) der Staat macht eine Einkommenserklärung zur Pflicht (jährlich)
    6.) der Staat macht eine Eigentumserklärung zur Pflicht (einmalig)
    7.) der Staat erhebt eine Eigentumsabgabe (ab 1. Mio etwa 10% ab 100 Mio. 20% ab 1Mrd. 30%)
    8.) der Staat erhabt seine Steuern nach Staatsbürgerschaft, nicht nach Wohnort (siehe USA)
    9.) der Staat verstaatlicht alle Banken
    10.) der Staat garantiert für alle Spareinlagen bei den Banken (Schicksalsgemeinschaft)
    11.) der Staat führt regionales Geld ein, welches nur regional genutzt werden kann (EZB konform)
    12.) der Staat weisst die Notenbank an Kapitalverkehrkontrollen gegenüber dem Ausland einzuführen, es geht nur so viel Geld raus wie reinkommt, tagesabgleich
    13.) der Staat gibt Anleihen nur noch ins Inland ab, die Zinszahlungen verbleiben im Inland
    14.) der Staat setzt einen Haushalt auf, der ein PLUS ausweist
    15.) es wird eine Versorgungsabgabe eingeführt, bei der alle Einkommen bis 100k€/mon frei gestellt sind und alle Familien mit weniger als 1k€/mon Geld erhalten
    16.) der Staat gründet eine Abteilung in der Notenbank die alle Rechte die bei banken lagern in ihre Bücher nimmt, Banken dürfen keine Rechte mehr ausüben, es sei denn nach engen regeln
    17.) alle Privatschulden unterhalb von 5k€ werden ersatzlos gestrichen
    18.) jeder Grieche erhält umgehen 500€ und in jedem Monat bis zum November weiter 500€/mon
    19.) der Staat erklärt den Datennotstand, d.h. jeder der gegen den Staat oder eine Institution eine Forderung hat muss diese innerhalb von 365 Tagen geltend machen (Kassensturz)

    so sähen meine ersten 100 Tage aus ……

  • Eickelkamp - 6. Juli 2015

    Hallo Holly01

    glauben Sie allen Ernstes, daß Sie mit diesen Vorschlägen auch nur den Hauch einer Chance haben, diese zu realisieren? Wer ist Ihrem Verständnis nach “der Staat”?

    MfG Rainer

    • Holly01 - 6. Juli 2015

      “der Staat” ist die demokratisch legitimierte Regierung (und Sie dürfen mir glauben, das zu schreiben fällt mir nicht leicht, ich verachte Politiker), denn es gibt keine andere Form der akzeptablen Macht für eine Gesellschaft.
      Die Regierung innerhalb der Gesetze überwacht durch die Gewaltenteilung und die Gesellschaft.

      und … nein ich denke nicht, das ich auch nur den Hauch hätte den Weg zu einem Mikro zu schaffen, um die Vorschläge laut und vernehmlich zu “verkünden”, vom rest ganz abgesehen .. nein auf keinen Fall 🙂

      • Holly01 - 6. Juli 2015

        ja … ich würde dem nationalen Recht wieder zur Geltung verhelfen …. und das würde für erhebliche Teile der derzeitigen Politikelite Gefängniss bedeuten ……
        (nur um der Frage zuvor zu kommen)

      • Eurelios - 6. Juli 2015

        “der Staat” ist die demokratisch legitimierte Regierung

        Ja lieber Holly01 das ist wohl war.

        Aber da muss man halt zur Wahlurne strampeln. 🙂

        Wenn aber alle so strame Nichtwähler wären wie Du wird das nix mit
        einer Regierung.

        Nimms nicht als Vorwurf. Wenn man die derzeitigen Partei betrachtet
        hat man eigentlich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. 🙁

        • Holly01 - 6. Juli 2015

          der hint ist doch substanziell völlig berechtigt eurelios, ich räume nicht umsonst ein das ich mir meine arrogante parteien kritik nur leisten kann, weil es (noch) genug wähler gibt

    • Stepe - 6. Juli 2015

      Hi Eickelkamp,
      ist doch unerheblich ob “daß Sie mit diesen Vorschlägen auch nur den Hauch einer Chance haben” es ist ein Vorschlag und er kann inhaltlich debattiert werden.
      Am Rad der Geschichte sind so viel Ideen verbrannt worden in der Hoffnung das sie sich nicht durchsetzen, sie haben sich dennoch durchgesetzt. Was geht und was nicht entscheidet die Wirklichkeit und nicht der Intellekt.

      Gruß Stepe

  • Traumschau - 6. Juli 2015

    “In der zehnten Etappe werden die neoliberalen Experimente so gründlich gescheitert sein, daß ihre Theoretiker in eine Sinnkrise und ihre Praktiker in eine politische Krise stürzen. Erst dann wird eine neue Wirtschaftstheorie und eine darauf basierende Gesamtstrategie entwickelt werden können. Gemeinsam mit einer wieder engeren Kooperation zwischen Unternehmern und Gewerkschaften werden sie das Fundament für den Beginn eines neuen Wachstumszyklus bilden.”

    Das ist der letzte Absatz aus einem 7-seitigen Beitrag von Stephan Schulmeister in der “Zeit” von 1996!!
    Ob wir in die zehnte Etappe kommen oder vorher einen Krieg in Europa erleben?

    http://www.zeit.de/1996/45/Zehn_Etappen_zum_Abgrund

    • Eickelkamp - 6. Juli 2015

      Hallo Traumschau

      ich will hier keine neue Diskussion anstoßen, ob Schulmeister Recht hat oder nicht. Aus meiner Sicht macht das wenig Sinn. Wie war doch der schöne Spruch: “Vorhersagen sind immer schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen” oder so ähnlich.
      Ich lege nicht den geringsten Wert darauf, einen Crash des jetzigen Systems persönlich zu erleben und würde ihn auch gern meinen Nachkommen ersparen. Ich glaube auch nicht, daß es allzuviel Sinn macht, über theoretische Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren, die aus heutiger Sicht keine Aussicht auf Realisierung haben. Mir erscheint das ein wenig wie intellektuelle Selbstbefriedigung(Nicht so hart gemeint, wie es klingt).
      Steffen leistet hier eine hervorragende Arbeit, mit deren Ergebnissen auch mehr oder weniger interessierten Laien deutlich gemacht werden kann, wo die Probleme liegen. Nur wenn diese allgemein bekannt und als Probleme identifiziert werden, haben wir eine Aussicht auf eine friedliche Änderung des Systems

      MfG Rainer.

      • MartinR - 6. Juli 2015

        “Ich lege nicht den geringsten Wert darauf, einen Crash des jetzigen Systems persönlich zu erleben und würde ihn auch gern meinen Nachkommen ersparen. Ich glaube auch nicht, daß es allzuviel Sinn macht, über theoretische Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren, die aus heutiger Sicht keine Aussicht auf Realisierung haben.”

        Wir sind doch schon in der zitierten Sinnkrise, zumindest in der Phase, in der die Eliten sich selbst entlarven (ich sag mal nur “Maut”). http://feynsinn.org/?p=3975

        Natürlich sollten theoretische Lösungsmöglichkeiten jetzt schon diskutiert werden. Wer weiß schon, ob sich die Ereignisse nicht in Kürze überschlagen werden, nicht nur in Griechenland. Und dann wäre mir wohler zu wissen, daß Alternativen zu allen in der Vergangenheit gescheiterten Modellen schon vorliegen und von wirklichen Experten andiskutiert wurden.

      • SLE - 6. Juli 2015

        Hallo Eichelkamp,

        ich möchte mich hier MartinRs´ Sicht anschließen. “Theoretische” Lösungsmöglichkeiten oder besser gesagt Lösungsalternativen werden immer dann grundsätzlich nicht diskutiert oder genauer gesagt wird deren Diskussion unterdrückt, wenn Theorien, die ihren Weg in die Praxis gefunden haben und etabliert sind, so wie der Neoliberalismus, zur Ideologie geworden sind.

        Eine in der Praxis angewandte Theorie wird genau dann eine Ideologie, wenn die ihr zugrundeliegenden Hypothesen ganz oder zumindest so weitgehend widerlegt worden sind, dass die Richtigkeit der Theorie nicht mehr behauptet werden kann, aber trotzdem genau das geschieht.

        Das kann man auch über den austeritätspolitischen Lösungsansatz sagen, der sich aus der wirtschaftsliberalen Theorie ableitet.

        Vor diesem Hintergund macht es also, so wie Sie selbst auch schreiben, erstens Sinn, die diesen Ansatz widerlegenden Fakten immer wieder zu nennen und bewusst zu machen – was hier auf Querschuesse geschieht. Und zweitens macht es vor diesem Hintergrund natürlich sehr viel Sinn, theoretische oder theoretisch abgeleitete Lösungsalternativen zu entwickeln und zu diskutieren. Es reicht eben nicht, die Fehler eines Ansatzes zu benennen, man muss auch wissen, wie man es gegebenenfalls besser machen könnte.

        Und deswegen komme ich hier nochmals auf die grundsätzlichen Optionen der Bewältigung der Griechenland-Krise zu sprechen. Es gibt drei.

        1. Abwertung nach Innen (Austeritätspolitik);
        2. Abwertung nach Außen bzw. Währungsabwertung (Grexit oder Verbleib im Euro mit Parallelwährung);
        3. Als-ob-Abwertung nach Außen durch Einführung von Import- (bzw.-Schutz-)zöllen.

        Wie diese Optionen zu bewerten sind, das ist einerseits eine Frage der historisch-empirischen Erfahrungen mit denselben. Zweitens und vor allem aber eine Frage der Problemdefinition und – analyse. Und drittens eine Frage der rechtlichen und politischen Umsetzbarkeit (die EU-Verträge erlauben weder Währungsabwertung noch Importzölle, aber keine Regel ist ohne Ausnahme – siehe Kapitalverkehrskontrollen in Zypern und jetzt in Griechenland).

        Beispiel: Wenn gesagt wird, Griechenland muss kostenwettbewerbsfähig werden und man setzt funktionierendem, effektiven internationalen Wettbewerb voraus, dann ist die Währungsabwertung sinnvoll. Geht man jedoch nicht von funktionierendem, effektivem internationalen Wettbewerb aus, sondern von einer übermäßigen Oligopolisierung oder Kartellierung der wichtigsten internationalen Märkte, dann wird die Währungsabwertung ihr Ziel, Griechenlands Wirtschaft wettbewerbsfähig zu machen, letztlich nicht erreichen. Grund: Das Kernproblem ist dann ein marktstrukturelles. Griechenland hat so gut wie keine “national Champions”, die auf globalen Märkten gegen JPMorgan, Google, Apple, GE, Nestlé und Volkswagen etc. konkurrieren könnten. Keine “national Champions” bedeutet im Kostenwettbewerb, dass keine oder nicht ausreichend Größenvorteile realisiert werden können, um preislich wettbewerbsfähig zu sein.

        Viele Grüße
        SLE

  • Traumschau - 6. Juli 2015

    Nach Aussagen von Prof. Richard Werner hatte er den Leuten von der EZB sein Lösungsszenario schon vor einigen Jahren präsentiert. Heute hat Werner einen Beitrag bei Reuters, mit Empfehlungen für die EZB:

    http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE86J03920120720?pageNumber=1&virtualBrandChannel=0

    Dazu noch Videos, die oeconomicus hier zusammen gestellt hat:

    https://oconomicus.wordpress.com/2013/07/20/to-do-liste-fur-die-ezb-zur-losung-der-krise/

    Ich fand schon damals, dass das sehr logisch klingt, zumal das Konzept in Japan nach 1945 angewendet wurde. Damals wurde die Notenbank dem Finanzministerium unterstellt und die Kreditlenkung eingeführt. Inwieweit das für die Eurozone zu machen ist …. keine Ahnung!!!
    Was meint ihr??

    • SLE - 6. Juli 2015

      Der Beitrag ist vom 20. Juli 2012, nicht von heute. Gibt es noch einen anderen Link?

      Grüße
      SLE

      • Traumschau - 6. Juli 2015

        Oh, verdammt – du hast recht. Ich dachte oeconimus hätte das tagesaktuell eingestellt … Habe nicht auf das Datum geachtet, sorry!! (langsam wird man auch kirre …)
        LG

  • Basisdemokrat - 6. Juli 2015

    Spannende News von Peter König über IWF und Weltbank:

    Gruß BD

    • Traumschau - 6. Juli 2015

      Wahnsinn! Wollte ich jetzt gerade hier auch als link einstellen … – schaue ich mir gerade an!
      LG

    • Holly01 - 6. Juli 2015

      Super link, Danke
      lg

  • Traumschau - 7. Juli 2015

    Eine Rede des neuen gr. Finanzministers von März 2015 bei SF.

    Euclid Tsakalotos SYRIZA address to Sinn Féin Ard Fheis:

    Ich denke, er wird jedes austeritätspolitische “Angebot” der Troika ablehnen.
    LG

  • Basisdemokrat - 7. Juli 2015

    Offener Brief von Ökonomen an Angela Merkel
    “Jetzt ist der Zeitpunkt, die gescheiterte Sparpolitik zu überdenken”

    http://www.tagesspiegel.de/politik/offener-brief-von-oekonomen-an-angela-merkel-jetzt-ist-der-zeitpunkt-die-gescheiterte-sparpolitik-zu-ueberdenken/12021886.html

    • Traumschau - 7. Juli 2015

      … man lese sich mal die darunter stehenden Kommentare durch – grausam!!
      Es ist hoffnungslos: Die Hetze und Propaganda der Politiker und Medien hat gewirkt!!

  • klaus - 7. Juli 2015

    Hallo an Alle.

    Was die EU macht ?

    Schaut mal hier.

    http://www.zerohedge.com/news/2015-07-06/greece-fallout-italy-and-spain-have-funded-massive-backdoor-bailout-french-banks

    Die Franzosen haben mal Creativ-Buchführung vor den
    Rettungspaketen 2010 gemacht und Ihr Risiko bei
    der Bailout-Teilnahme verringert.
    Spanien und Italien hatten dadurch Mehr-Beteiligung beim Rettungspaket.
    Die Franzosen sind 8 Mrd Schrott durch Abschreibung lostgeworden.

    Wenn das so weitergeht, das die kleineren Länder das Problem
    tragen und die beiden großen Länder den Profit, wird es sowieso nicht
    mehr lange gehen.

    Nichts erfreuliches.

    Gruß klaus

  • Basisdemokrat - 8. Juli 2015

    • Traumschau - 8. Juli 2015

      Die Grafik aus aus diesem Beitrag von Günther Grunert:

      http://www.flassbeck-economics.de/die-expertise-des-internationalen-waehrungsfonds/

      Mein Kommentar dazu:

      Wenn ich das richtig verstanden habe, dann besagt die Theorie, der sich der IWF verschrieben hat, doch folgendes:
      Angenommen, ich bin im Supermarkt und will Bananen kaufen. Da gibt es die normalen, günstigen Bananen und die teureren Bio-Bananen. Ich könnte mir mit meinem Einkommen durchaus die Bio-Bananen leisten. Um eine sachlich richtige Entscheidung treffen zu können, überlege ich erst mal, wie hoch das Staatsdefizit ist und ob es Anzeichen dafür gibt, dass es sich weiter erhöht, z.B. durch Mehrausgaben des Staates oder der Staat spart, also weniger ausgibt. Dazu müsste ich natürlich noch “kurz” die zu erwartenden Steuereinnahmen, etc. für die nächsten Jahre hoch rechnen. Wird der Staat sich meiner Meinung eher höher verschulden, dann erwarte ich selbstverständlich eine Erhöhung der Steuern. In diesem Fall werde ich mich gegen die Bio-Bananen entscheiden, um das so eingesparte Geld in vorauseilendem Gehorsam für die zukünftig zu erwartenden Steuererhöhungen parat zu haben. Komme ich zu dem Ergebnis, dass der Staat spart … ja, dann erwarte ich auch keine Steuererhöhungen und kaufe selbstverständlich die Bio-Bananen.

      Das ist echt abgefahren …
      LG Traumschau

  • Traumschau - 8. Juli 2015

    Endlich – Klartext im ORF:

    LG

  • Bubblegum - 8. Juli 2015

    @ alle

    Ist meine Information richtig oder inzwischen überholt, dass keine europäische Institution bisher eine Milliarden schwere Schadenersatzklage gegen Goldman- Sachs angestrengt hat?
    Auch ist, meines Wissens nach, keine Strafanzeige wegen organisierter Kiminalität gegen dieses Bankinstitut gestellt worden, obwohl die griechischen Bilanztricksereien mit Hilfe der GS-Expertise ausgeführt worden sein sollen.
    Schließlich ist bisher, meines Wissens nach, niemals ein Ermittlungsverfahren wegen gemeinschaftlich begangenen schweren Betruges zu Lasten der europäischen Institutionen gegen GS eingeleitet worden.
    Auch wurde in keinem europäischen Land GS die Banklizenz entzogen, obwohl neben der finanziellen Grundlage und dem Fachwissen des Führungspersonals zwingend die Einhaltung ehtisch, moralischer Grundsätze, sowie die Gesetzestreue für den Erhalt einer Banklizenz vorgeschrieben ist.
    Was sagen die professionellen Juristen dazu?
    Viele Grüße Bubblegum

  • Holly01 - 8. Juli 2015

    Traumschau hat weiter oben einen link gepostet der zum Interview von Peter König durch KenFM führt, ich bringt den nun noch einmal:

    Hintergrund ist ein weiteres Telefoninterviel von Peter König mit KenFM. Es ist bedauerlich, daß die Tragweite von Menschen wie Hr. König so begrenzt wird in den MM, aber nun gut, hier der link zum 2. Teil der Fortsetzung:

    Es bettet Griechenland ein wenig in die Entwicklung ein, die wir gerade erleben. Wer sich das anhört sollte die China-Börse ins Auge nehmen.
    Es gab einen Beitrag in dem beschrieben wird, daß us-hörige Leute in China am großen Rad drehen. Auch beachtenswert ……..

    • Basisdemokrat - 8. Juli 2015

      Greece is the only part of the Balkans accessible on several seaboards to the Mediterranean, and thus is a crucial gateway to and from the West.

      http://www.wsj.com/articles/SB11486026120286184909004581077960515036484

      In der eskalierenden Krise um Griechenland zeigen sich Elemente eines wachsenden Konflikts zwischen den USA und der Bundesrepublik. Dabei geht es um die grundlegende Frage, welche Macht die Politik in Europa bestimmt.
      Deutschland hat seinerseits Bedenken gegenüber der Politik der USA geäußert, die darauf abzielt, Russland aus Europa auszuschließen. Es ist außerdem ernsthaft beunruhigt über die Folgen eines griechischen Schuldenschnitts für das deutsche Bankensystem, das von der Krise der hochverschuldeten europäischen Staaten viel stärker gefährdet ist als die Wall Street. Ihm würde ein Verlust an internationalem Einfluss drohen.
      http://www.wsws.org/de/articles/2015/07/08/gree-j08.html

    • Traumschau - 8. Juli 2015

      Hallo, der link kam aber zuerst von basisdemokrat … – nur der Ordnung halber 🙂

  • Holly01 - 8. Juli 2015

    Ein trauriges Bild der tatsächlichen Zustände in Griechenland :

  • Traumschau - 8. Juli 2015

    Hallo zusammen!
    Es gibt einen Artikel zum Austeritätskurs von GB bei Telepolis:

    http://www.heise.de/tp/artikel/45/45388/1.html

    Darin findet sich dieser Satz:

    “Viele Experten, unter anderem der Internationale Währungsfonds (IWF)
    befürchten immer noch, dass eine “zu schnelle” Ausgabensenkung in
    eine erneute Rezession führen würde.”

    Noch Fragen? Ich habe das entsprechend kommentiert!
    LG

  • Traumschau - 8. Juli 2015

    Noch mal Stephan Schulmeister:

    „Erstens: In 43 Jahren als Wirtschaftsforscher habe ich noch nie ein solches Konzentrat an blanken Lügen wahrgenommen wie in Bezug auf Griechenland (die Regierung habe keine Konzepte geliefert etc. etc.). Die meisten Journalisten haben das einfach abgeschrieben.

    Zweitens: Die Sparpolitik hat Tausende Menschenleben gefordert (gestorben wird freilich im Abseits). Ist die neoliberal-finanzkapitalistische Spielordnung im Ganzen falsch, so sind die Mitläufer an den Universitäten, in Thinktanks, Medien und Politik mitschuldig.

    […]“

    (Stephan Schulmeister: Der Weg in die Depression, profil.at, 4.7.2015)

    Internetfunde, Links, Neuigkeiten

    gefunden bei: http://www.maskenfall.de/?p=9052

  • Holly01 - 8. Juli 2015

    Sonntag ist das (wieder einmal) ein Tag der Entscheidung(en) 🙂 .
    Gibt es hier noch irgend jemanden der eine Entscheidung erwartet? Also eine Entscheidung, die darüber hinausgeht, daß man sich nicht einigen kann?
    Wozu treffen die sich überhaupt noch?
    Merkel hat offensichtlich ihre Vorgaben und ist nicht bereit ihr persönliches Schicksal zu besiegeln, indem sie ungehorsam wäre.
    Tsipras hat nichts auf der Hand. Das gilt heute noch mehr als vor einer Woche. Das Referendum hat ihn vielleicht gestärkt, aber seine Handlungsmöglichkeiten sind kleiner als je zuvor.
    Frankreich? Hat seit Monaten die gleichbleibende Position: man würde gern, als man denn könnte, aber mal kann ja selbst nicht und darum muss man die eigene Position auch nicht wirklich definieren, denn es bringt ja eh nichts.
    Portugal? Spanien? Schwanken zwischen Schadenfreude gegenüber der Troika und panischer Angst Griechenland könnte beim Poker gewinnen, was sie selbst nicht so konsequent gefordert haben. Ansonsten Schweigen, mangels Masse und poilitscher Manövrierräume.
    Die östliche EU? Da ist man sauer, weil der Lebensstandart kaum höher ist als der griechische jetzt Zustand, man hat den Leuten aber “blühende Landschaften” versprochen. Nun sollen die Menschen die die größten Hoffnungen auf mehr Wohlstand haben, abgeben. Schwer vermittelbar.
    Bleibt die “Nordallianz” die zwischen eigener Verschuldung und drohender Abschreibung durch Schuldenschnitte eingeklemmt sind.
    Es gibt ja noch Sonderfälle, wie Österreich. Das Referendum gegen die EU? Man hört wenig oder? Die Hypo Krise? Wenig kommuniziert der Schnitt von 55%, den Bayern da als Modellvorlage akzeptiert hat. Hat die CSU das mit der Solidarität per Landtag öffentlich debattiert? Österreich ist trotzdem nicht gerettet. Die Hypo sprengt die Kärtner Möglichkeiten um ein vielfaches und der Bund kann das kaum auffangen. Wenig Speilraum für Griechenlandhilfe.

    Wozu treffen die sich eigentlich noch?
    Ich könnte vermuten, das ist Beamtenmikado was wir da sehen, wer sich zuerst bewegt hat verloren und wird an die mediale Wand genagelt. Die suchen nur noch jemanden, dem man eine “Schuld” zuweisen kann.
    Aber den hat man doch schon! Die europaweite Kampagne lief doch gerde erst.
    Eine Problemlösung wäre es auch nicht. Ja man kann jemanden teeren und federn und hat mal Spaßß wie Bolle, aber danach ist wieder Krise.
    Also wo drauf spielen die? Zeit? Welches Ereigniss wird denn da herbei gesehent? Was könnte das alles so in den Schatten stellen?
    Jadehelm? USA?
    Börse? China?
    Ukraine-Krise? Eskalation, Atomschlag?
    Militärputsch? Griechenland?
    Ein Licht vom Himmel mit einer biblischen Botschaft, die alle Menschheitsprobleme löst?

    Ich kann es ja kaum noch erwarten……… verkaufe Kanzlerin, ziemlich viele Kilometer, aber noch funktionstüchtig und angemeldet …. ich denke die geht als nächste …..

    • Traumschau - 8. Juli 2015

      Gerade berichtet die “junge welt”:

      “Ausverkauf Europas eingeleitet
      EU-Parlament beschließt Resolution zur weiteren Verhandlung von TTIP. Private Schiedsgerichte dürfen künftig Staaten verklagen”

      https://www.jungewelt.de/2015/07-09/060.php

      Da wird in allen Bereichen parallel gearbeitet – die wollen wahrscheinlich ALLES, was du gerade aufgezählt hast.
      Es wird langsam eng …
      LG

      • Holly01 - 8. Juli 2015

        Das Imperium zerschlägt Europa. Nicht nur die EU, ne die treiben Europa über die Flüchtlingsströme, die Geldkrise, die Rezession, die Austerität, die Politik der Spannung (Gladio), die Elitenstruktur, die GMO, die Rechteverwertung und die Rechtswesenerrosion in einen Krieg zwischen den Staaten in Europa und gleichtzeit einen Bürgerkrieg innerhalb der Staaten in Europa.
        Die machen uns fertig .. und das läuft.

        • Traumschau - 8. Juli 2015

          “Teile und herrsche!”

          Ja, man braucht ja nicht mehr zu tun, als die Menschen gegeneinander zu hetzen. Die “Sprachregelung” zu Russland, Putin, Krim, Griechenland, Pegida, Islam bzw. die Guten und die Bösen, Syrien, Lybien, Irak, IS …., etc. wird doch von den Politikern und Medien gleichlautend umgesetzt. Die spielen alle zusammen – oder spielen auch mal guter cop/böser cop – und der Michel begreift gar nicht was da passiert – bis es wieder einmal zu spät ist?
          Das Drehbuch wird akribisch abgearbeitet. Nun haben Putin und Syriza quer geschossen – DESHALB dieser Hass, diese Hetze, etc.
          Dieses mal darf ein Krieg nicht passieren, nicht noch einmal – auf keinen Fall!!
          LG

  • Traumschau - 8. Juli 2015

    Immer wieder geil – zur Auflockerung:

    Volker Pispers zum Kapitalismus

    https://www.youtube.com/watch?v=lWKR7tN1Stc

    • Georg Trappe - 9. Juli 2015

      OT: Zur Rolle des IMF und des “Washington Consensus” in “aufstrebenden” Volkswirtschaften:

      http://www.bangkokpost.com/business/news/615636/former-imf-economist-veerathai-named-bot-chief

      “Veerathai Santiprabhob, a former economist at the International Monetary Fund, has been nominated as the next governor of the Bank of Thailand….

      Mr Veerathai has a doctorate in economics from Harvard University and was an Eisenhower Fellow in 2013. He returned to Thailand to lead the Policy Research Institute of the Ministry of Finance during the Asian financial crisis, and is credited with driving the development of the country’s capital markets and the integration of Southeast Asian capital markets during his tenure as chief strategy officer at the Stock Exchange of Thailand.”

      Das was die Herren Wolf / Koenig in den Videos versuchen zu erklaeren, kann man also durchaus an aktuellen und konkreten Faellen nachvollziehen.

      Nach der Asienkrise 1997/98 hat Thailand extrem unter den Folgen der “Abrissbirne” des internationalen Kapitals, das zuvor extrem schnell in unvorstellbaren Mengen ins Land gestroemt war, nur um noch schneller das Land wieder zu verlassen, gelitten.

      Danach wurde zur Sanierung der Washington Consensus angewendet.

      Eine der Folgen war dies:
      http://asiapacific.anu.edu.au/newmandala/2010/05/16/nick-nostitz-in-the-killing-zone/

      http://www.amazon.com/Red-Vs-Yellow-Vol-Thailands/dp/9744801700

      Seit dem letzten Jahr kann Thailand nur noch durch eine Militaerregierung “stabilisiert” werden.

      • Georg Trappe - 9. Juli 2015

        Ich erwaehne das an dieser Stelle, weil ich inzwischen eine Wiederholung derartige Ablaeufe in Griechenland und anderen europaeischen Staaten fuer wahrscheinlich halte.
        Die sog. PIGS sind ebenfalls Opfer der “Abrissbirne” (rasante Kredit-Geldmengenausweitung gefolgt von einem panikartigen Rueckzug / Kreditkontraktion). Und es wird eine sehr aehnliche “Sanierungspolitik” angewendet, die zwangslaeufig die betroffenen Gesellschaften polarisiert. Bishin zu Protesten, die nur noch gewaltsam beendet / niedergeschlagen werden koennen.

        • Holly01 - 9. Juli 2015

          Hallo Hr. Trappe,
          ich provoziere mal absichtlich:
          Griechenland hatte mit dem billigen Geld eine riesen Chance. Das Kapital hat einen unvergleichlichen Vertrauensvorschuss gewährt.
          Man kann es ja nicht den Geldgebern vorwerfen, wenn die Griechen das ganze Geld nicht in Rendite bringende Projekte investiert haben, sondern nur Schicki Micki gekauft haben.
          Selbst beim besten Willen muss der Geldgeber irgend wann zum Besten des Kreditnehmers den Geldhahn drosseln oder zudrehen.
          Man sieht doch gerade an Griechenland, wie verantwortungsvoll die Geldgeber mit dem Problem umgegangen sind. Das Geld ist (trotz Ermahnungen) weiter geflossen.
          Aber die Griechen wollten und wollen ja keine vernünftigen Anpassungen vornehmen.
          Da kann ein verantwortungsvoller Geldgeber ja gar nicht anders, als sich zurück zu ziehen und so viel von den Geldern sichern, wie es (noch) möglich ist.
          Das Alles ist sehr bedauerlich, aber Griechenland hatte als Land ja nun wirklich Jahrzehnte lang Zeit und hat das so garnicht genutzt.
          Dieses Versagen rächt sich jetzt und das wird auch noch unverschämter Weise den Leuten angelastet, die diese einmalige Chance mit ihrem eigenen sauer verdienten Geld überhaupt erst möglich gemacht haben. Unglaublich. Aber da kann man ja so wenig dran ändern. Wenn ein souveränes Land so sehr und so lange versagt, dann ist Hilfe praktisch unmöglich.
          *stellen Sie sich an der Stelle einen verzweifelten Augenaufschlag vor*

          So argumentieren unsere MM und das kommt absolut an ……. jedes Mal auf neue …..

          • Querschuss - 9. Juli 2015

            Hallo Holly,
            seit wann vergibt eine Bank Kredite, ohne zu wissen, welcher Verwendung sie zugeführt werden?

            Die darauffolgenden Hilfspakete finanzierten weder Konsum noch Investition, sie hauten primär die privaten Gläubiger raus, Bailout, Gläubigertausch 🙂

            Gruß Steffen

            • Holly01 - 9. Juli 2015

              Tja Steffen,
              da liegt unser aller Problem. Wir argumentieren rational. Die bedienen aber den Bauch………
              Beim Stimmvieh reicht das Stammhirn, um die Propaganda zu verinnerlichen und mehr wird auch nicht bedient.
              Alles oberhalb vom Stammhirn wird geschont, nicht das sich da was abnutzt ………..

              • Querschuss - 9. Juli 2015

                Hallo Holly,
                das ein: gebt mir mal 1 Million Kredit, ich sag euch auch nicht wofür, NICHT funktioniert, dürfte selbst auch den dümmsten Deutschen klar sein. Ohne redliche Analyse des Status Quo kann es eben unmöglich eine Problemlösung geben.

                Zu den potentiellen Propagandaerfolgen gehören immer zwei, der der sie produziert und der der sich davon Einlullen lässt. Sollte die aktuelle plumpe Propaganda erfolgreich sein, kann man dem Volk nicht helfen, es erntet, was es verdient! …Ich habe ungefähr eine Ahnung davon, wie weit man in diesem Land kommt, wenn man Informationen liefert, die diesen Namen noch verdienen 🙂

                Gruß Steffen

            • Holly01 - 9. Juli 2015

              Es gibt so einen uralten Chauvinisten Scherz, nicht gut nicht lustig aber sehr sehr lehrreich:

              Ein Mann will heiraten, hat aber 3 Frauen zur Auswahl.
              Er gibt jeder 1000€ und sagt jeder, sie möge ihn positiv überraschen.
              Die Erste investiert und bringt ihm 2000€ zurück.
              Die Zweite macht sich selbst hübsch, damit er noch mehr Spass an ihr hat.
              Die Dritte putzt die Wohnung raus damit er sich dort noch wohler fühlen kann.

              (jede bedient eine Erwartung, die sie auf den Geldgeber projeziert)

              Der Mann hat die mit den größten Brüsten genommen.

              (es ging nicht um die sinnvolle Verwendung und keine hat den Geldgeber richtig eingeschätzt)

              Ich weiss das ist dünn, aber es beschreibt unserern Geldmarkt eckelhaft realistisch. Die Geldgeber interessieren sich einen feuchten Kehrricht um Nachhaltigkeit, Geschäftsmodell, Köpfe, Ausbildung, Vernetzung usw usf es kommt nur darauf an, daß der Geldgeber jedes Quartal die Rendite eintragen kann die er für seine Anleger braucht.
              Welche Firma die Rendite auf welche Art erbringt ist dem Geldgeber schnuppe. Es nimmt immer die Firma mit den dicksten Brüsten ……….

              • Querschuss - 9. Juli 2015

                “….Die Geldgeber interessieren sich einen feuchten Kehrricht um Nachhaltigkeit, Geschäftsmodell, Köpfe, Ausbildung, Vernetzung usw…” …Sollte dem so sein, dann sollten sie endlich aufhören zu barmen, auch nicht nach dem Staat rufen, wenn ihre Schuldner irgendwann ausfallen. Sie haben es nicht anders gewollt bzw. ein anderes Endergebnis konnte es in Folge ihrer Geschäftspolitik gar nicht geben.

                Gruß Steffen

              • Holly01 - 9. Juli 2015

                So lange die Bevölkerung genau so wenig wie ein Gros der Wirtschaft verinnerlicht, daß das Finanzwesen an realen Wirtschaftsprozessen absoolut kein Interesse hat, weil es ebend nicht die Bedürfnisse der Finanzwelt bedient, so lange werden wir dieses Problem nicht kommunizieren können.

  • Holly01 - 9. Juli 2015

    Mir hat mein Banker sinngemäß mal gesagt:
    “Wir vergeben Einzelkredite, aber die prüfen wir eigentlich gar. Wir bewegen uns in einem Koridor aus Neugeschäft, Rendite, Zuwachs und Ausfallquote. Und wir sind so gut am Markt, weil wir das Verhältniss optimal auaschöpfen”
    Die meinen das auch so …..

    • Querschuss - 9. Juli 2015

      Hallo Holly,
      “Wir vergeben Einzelkredite, aber die prüfen wir eigentlich gar nicht.” …Ob es ein Kredit für Konsum wird oder eine Hypothek wissen sie schon, auch gegenüber Unternehmen dürfte es nicht so lax zugehen, wie dieser Spruch suggeriert, in der Regel wissen sie ganz genau, wozu die Kredite verwendet werden. Auch eine Einschätzung wie es um den Staat bestellt ist, dessen Staatsanleihen sie gerade saugen, traue ich ihnen zu 🙂

      Sie tun es allerdings für den Profit, Provision, Arbitrage oder Zins, was impliziert, das oft der kurzfristige Gewinn die Strategie bestimmt, weniger die Nachhaltigkeit, noch weniger das gesamtwirtschaftliche Wohl.

      Gruß Steffen

      • Holly01 - 9. Juli 2015

        hm, da fehtl ein “nicht” nach dem gar 🙂

        Ich fürchte Du setzt da einfach zu viel Verantwortungsbewusst sein voraus.
        Du musst bubbeln, um am Markt erfolgreich zu sein. Jeder Ausfall wird durch Volumen ausgeglichen.
        Erst wenn die Ausfallquote hoch geht, dann kommt delay and pray. Das heisst dann Anschlusskredite, revolvern, aussitzen, auf die nächste show hoffen.
        Wer Geld haben will und so auftritt das man glauben kann, das die Rendite kommen wird, der erhält das Geld.
        Der Erfolg liegt doch ganz klar vor uns ….. blühende Landschaften, reiche Völker, liebliche Kulturlandschaften ……
        Nein Steffen, wenn die Rendite stimmt, dann läuft nicht weniger als Alles. Wenn Dir das Wasser bis zur Oberkante Unterlippe steht, dann gehst Du zur Bank und sagst : “Jungs, wer Geld braucht muss investieren und wer investieren will, der braucht Geld”, das unterlegst du mit einem business-Plan und dann läuft die show weiter.
        Hast du dich so weit durchgequengelt, daß Du es mit einem Bankrott in die Zeitung und als Thema auf der Aktionärsversammlung schaffen würdest, kannst Du quasi machen was Du willst, Du wirst immer aufgestockt und revolvert ….
        Staatsanleihen waren über Jahrzehnte das Volumen, dass man immer aufgestockt hat.
        Die Agenda 2010 hat nur keiner verstanden.
        Der Schroeder hat dem Staat 60Mrd./a größeres Anleihevolumen verpaßt, damit die deutschen Banken wieder in Fahrt kommen und Volumen dazu erhalten.
        Risiken? Im Geldgeschäft? Das einzige Risiko ist, das der Bonus dieses Mal nicht steigt ….
        money for nothing, es nihilo, aus dem Nichts, 1% Herstellungskosten bedeuten Faktor 99 Gewinn
        Der Banker muss das Kundengeschäft nur 10 jahre überleben, dann sitzt der in einem klimatisierten Büro und beschwert sich bei seinem Fußvolk, weil die so unfähig sind. thats it

        • Holly01 - 9. Juli 2015

          Es gab mal einen deutschen Baulöwen, ich glaub der hiess Schneider. Die storyline musst Du Dir mal in Ruhe zu Gemüte führen ……. ein Lehrstück …..
          Heute gibt es nicht einen Schneider .. heute gibt es nur noch Schneider …

          • Holly01 - 9. Juli 2015

            btw: Griechenland ist für das Finanzwesen tot mehr wert als lebendig. Die haben eben den Fehler gemacht, den Italien und Frankreich erfolgreich vermieden haben:
            In Griechenland kann man nach dieser bekloppten Rosskur über Tilgung sprechen.
            Niemand braucht getilgte Schulden, das Finanzwesen braucht Abschreibungen und Inkasso.

            Frankreich wird nur deshalb nicht geschlachtet, weil man da nicht den Druck drin hat, um die staatliche Enteignung starten zu können. Da ist kein Volumen für eine Tilgung, nach dem Inkasso, da ist nur noch mehr Verlust.

            Die Griechen haben das Problem, daß man denen nun tatsächlich für 100 Jahre Kredite mit Tilgung aus Auge drücken kann. Die haben leider gemacht, was die Troika verlangt hat.
            So etwas ist suizidal für einen Schuldner. Ein Gläubiger darf bei einem säumigen Schuldner niemals das Gefühl bekommen, es gäbe eine Chance, die Kohle doch noch zurück zu bekommen.
            Denn dann …. wird umgeschuldet, alles raus geholt was geht und die Rechte werden danach verscherbelt. Und irgend ein Wichtel rühmt sich beim Vorstand ein Problemkind erfolgreich abgewickelt zu haben und wird Abteilungsleiter …..
            Das ist das griechische Problem, da sehen die Gläubiger einen Silberstreif am Horizont und damit kann man 340 Mrd. am notleidenden Anlagemarkt unterbringen .. langfristig und safe.
            Die lassen Griechenland nicht mehr vom Haken .. never ever

  • Traumschau - 9. Juli 2015

    “Griechenland: Farage’s Rede an Tsipras vor dem Europäischen Parlament”

    http://www.konjunktion.info/2015/07/griechenland-farages-rede-an-tsipras-vor-dem-europaeischen-parlament/

    LG Traumschau

    • Basisdemokrat - 9. Juli 2015


      Willy Wimmer und Peter König über den drohenden GrEXIT und die Zukunft der EU
      Gru0 BD

  • klaus - 9. Juli 2015

    Hallo an Alle.

    Nigel Farage –

    Sure, social welfare drags an economy underwater. But corporate welfare is what really drowns it.

    Natürlich, soziale Wohlfahrt zieht eine Wirtschaft unter Wasser.
    Aber Unternehmens-Wohlfahrt ist, was die Wirtschaft komplett flutet.

    Hier der Link:
    http://www.zerohedge.com/news/2015-07-09/nigel-farage-destroys-eu-group-think-just-4-minutesthere-new-berlin-wall-and-its-cal

    Die nächsten Wahlen werden sicherlich Ergebnisse zeigen.
    Ich freue mich schon auf den BREXIT.

    Gruß an Alle
    klaus

    • Georg Trappe - 10. Juli 2015

      1998 Gregor Gysi: »Man kann einen Kontinent nicht über Geld einen«

      • Traumschau - 10. Juli 2015

        Jau, habe ich auch schon gesehen bzw. gelesen!
        Echt irre, oder? Aber nicht nur Gysi hatte gewarnt …
        LG

  • Traumschau - 10. Juli 2015

    Hier ein Vortrag von Heiner Flassbeck vom 1. Juli, in dem er eindrucksvoll darlegt, wie die tatsächlichen Zusammenhänge sind und in welches Desaster die herrschende Lehre ganz Europa getrieben hat:

    Jeder Politiker in Europa müsste dazu verpflichtet werden, das anzusehen!!
    LG Traumschau

  • Traumschau - 11. Juli 2015

    Diese Schweine!!
    Willkommen im Faschismus!!

    siehe dazu:
    http://www.flassbeck-economics.de/mit-zweierlei-mass-gemessen/

    LG Traumschau

  • Georg Trappe - 11. Juli 2015

    UNSERE SCHÖNEN DEUTSCHEN EUROS – Our precious German Euros // EUROPA 2015

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