Das Lehman-Moment des Brexit-Referendums: Abrechnung mit der EU, Härtetest für die Notenbanken?

von am 23. Juni 2016 in Allgemein

Die letzten Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin. In den britischen Wettbüros hingegen sieht es eindeutig nach einem Sieg der Befürworter für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union aus. Psychologisch gesehen neigen die Menschen eindeutig dazu, den Spatzen in der Hand der Taube auf dem Dach vorzuziehen oder anders ausgedrückt spricht die dem Menschen typische Risikoaversion gegen die mit einem Austritt verbundenen hohen Unsicherheiten.

Außerdem betreten wir beim Referendum in Großbritannien ja auch gar kein Neuland. Im September 2014 stimmten die Schotten über dem Verbleib im Vereinigten Königreich ab. Ebenso wie heute deutete sich damals in den Umfragen übereinstimmend ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Doch es gab einen klaren Sieg der Befürworter für einen Verbleib im Königreich. Sie kamen auf 55 Prozent, die Unabhängigkeitsbefürworter dementsprechend lediglich auf 45 Prozent der abgegebenen Stimmen.

„Remain“ or „Leave“ – Nichts Genaues weiß man nicht!

Nüchtern betrachtet taugen also die Umfrageergebnisse der Meinungsforscher im Falle des britischen Referendums als Orientierungshilfe höchst wahrscheinlich recht wenig, als Motivationsstütze für die Briten, abstimmen zu gehen, indes schon.

Allerdings haben sich die Zeiten seit dem Schottland-Referendum im Herbst 2014 gravierend verändert. Die EU ist seither ebenso wie die politische Elite und das heißt, die großen Volksparteien in den Mitgliedstaaten – sowie eigentlich rund um den Globus (siehe USA bzw. den bisherigen Mobilisierungserfolg von Donald Trump) –, bei den Wählern immer stärker in Misskredit geraten. Das hat vor allem auch mit dem schlechten Krisenmanagement zu tun, speziell in der Flüchtlingskrise. Andererseits gibt es in Schottland sicher viele, die im Brexit-Referendum auch eine Chance für ein neues Unabhängigkeitsreferendum sehen. Insofern ist schwer abzuschätzen, inwieweit die allgemein als EU-Befürworter geltenden Schotten nicht taktisch für die Option „Leave“ entscheiden.

Dass das politische Establishment innerhalbe der EU allgemein angeschlagen ist, zeigt sich in Meinungsumfragen und ganz konkret am Ausgang von Parlamentswahlen in EU-Mitgliedstaaten in den letzten beiden Jahren (z.B. in Irland und Spanien) sowie jüngst etwa auch bei der Präsidentenwahl in Österreich. Letztere hatte der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ nur äußerst knapp verloren. Deswegen sowie wegen bekannt gewordener Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung von Briefwahlkarten hat die FPö die Wahl angefochten. Die Chancen für einen Erfolg der Klage der FPÖ, die aktuell vor Gericht verhandelt wird, stehen nicht schlecht. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Wahl wiederholt werden muss.

Ein Misstrauensvotum für das politische und wirtschaftliche Establishment

Auf der Abschussliste vieler Wähler steht das politische Establishment wegen des kaum mehr unterscheidbaren politischen Kurses, der im Kern immer wieder primär das wirtschaftliche und gesellschaftliche Establishment begünstigt, während der Großteil der Bevölkerung am Ende die Rechnung für diese Politik bezahlen und die dadurch bedingten Nachteile in Kauf nehmen muss. Die geplanten Handelsabkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (Ceta) sind Beispiele dafür und ebenso die den europäischen Schuldenstaaten aufoktroyierte Austeritätspolitik, die immer noch allzu zaghafte Regulierung der Großbanken oder auch der Schutz der Interessen etwa der Automobilkonzerne, dem Abgasskandal und Verbrauchswertmanipulationen zum Trotz.

Wir leben heute in einer hochkonzentrierten Welt. Die Märkte werden jeweils dominiert von lediglich ein paar sehr großen, global aufgestellten Konzernen. Die allzu einseitig auf diese ausgerichtete Politik jeweils beider großer Volksparteien in den Industriestaaten trifft angesichts anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums, der sich weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich sowie vielfach deutlich spürbaren Einschnitten, aber auch angesichts zahlreicher Skandale in der Konzernwelt und bei den großen etablierten Parteien auf immer mehr Widerstand bei den Wählern.

Bei allen vordergründigen Ressentiments gegenüber Flüchtlingen, um die es im Wahlkampf in Großbritannien und durchaus auch bei den Wahlentscheidungen heute geht: Flüchtlinge, Immigranten sind ebenso wie die EU lediglich eine Projektionsfläche für die aufgestaute Unzufriedenheit mit und Ohnmacht gegenüber einer Politik und ihrer beim Einzelnen spürbaren wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen. Beim Brexit-Referendum geht es so betrachtet unterschwellig um die Ablehnung oder eben weitere Befürwortung des bisherigen politischen Kurses der großen Parteien in Großbritannien und in Europa, der sich aus dem engen Zusammenspiel des wirtschaftlichen und politischen Establishments ergibt, während er die Interessen großer Teile der Wählerschaft ignoriert. Die Brexit-Befürworter setzen nicht anders als Donald Trump in den USA auf diese wachsende Anti-Establishment-Stimmung in der Bevölkerung.

Zahltag für eine Politik der Abwälzung der Verantwortung?

Doch das ist es nicht, was das Brexit-Referendum gefährlich macht. Heikel daran ist vielmehr, dass nicht nur das Vertrauen der Wähler in das politische Establishment erschüttert ist, sondern auch das des wirtschaftlichen Establishments sowie ganz besonders das der Finanzmarktakteure in die Notenbanken. Das ist insofern kritisch, als die Notenbanken erstens seit der Finanzkrise im Wesentlichen den Job der Politik miterledigen müssen und ihre ultralockere Geldpolitik zweitens die von ihnen selbst prognostizierten und angestrebten Ziele nur sehr unvollkommen (Finanzstabilität, Investitionen bzw. Wachstum) oder schlicht gar nicht ( Inflation) erreicht, gleichzeitig jedoch inzwischen möglicherweise Finanzmarktblasen aufgepumpt hat, die platzen könnten. Das Vertrauen in die Notenbanken hat angesichts dessen schwer gelitten.

Das doppelte Versagen des politischen Establishments und der Notenbanken, wirksame Mittel zu finden, um die nach wie vor latente Krisengefahr zuverlässig zu bannen, den Schleuder- und Bremskurs der globalen Wirtschaft zu stoppen und die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen, ist die Hypothek, mit der die EU und die etablierten Parteien jetzt in Großbritannien ins Referendum gehen. Und folgerichtig stellt das Votum nicht nur eine Prüfung für die EU und das politische Establishment dar, sondern den seit langem schwersten Test für genau diejenige Instanz, die seit der Finanzkrise ohnehin immer die Hauptverantwortung für die Finanzmarkt- und Wirtschaftsstabilität getragen hat, nämlich die Notenbanken.

Ein Test der Finanzmärkte für die Notenbanken

Das Referendum wird aus den oben angesprochenen Gründen wahrscheinlich eher nicht zum Brexit führen und selbst wenn, es wäre für Großbritannien nicht das Ende der Welt, das heißt, es wäre keineswegs unmöglich, die etablierten Beziehungen mit den EU-Mitgliedstaaten auf anderem Wege als bisher abzusichern. Für die EU wäre es indes ein verheerendes Signal.

Für die Finanzmarktakteure stellt das Referendum hingegen eine große Chance dar. Es ist eine riesige Wette, genauer gesagt die seit langem größte Wette und es gibt deswegen viel zu gewinnen, aber eben auch viel zu verlieren. An den Finanzmärkten wird mit einem turbulenten Handel gerechnet, den die Notenbanken im Ernstfall unter Kontrolle halten müssen. Es könnte für sie zum Härtetest kommen. Wenn sie den nicht bestehen, wäre die neue Finanzkrise da und das inzwischen ohnehin angeknackste Vertrauen in ihre Fähigkeiten schlagartig dahin.

Das wäre fatal. Denn die Notenbanken waren in den Jahren seit 2008 der Damm, der einen Finanzmarktsunami verhinderte. Die Finanzmarktakteure haben sich darauf verlassen. Inzwischen gibt es jedoch viele Zweifler. Denn mit ihrer Geldpolitik sorgten sie zugleich dafür, dass der Druck auf diesen Damm ständig stieg und darin liegt die eigentliche Bedeutung des Referendums: Es ist mit Sicherheit das Ereignis mit dem bisher größten Potenzial, den lange erwarteten Dammbruch auszulösen.

In der kommenden Nacht entscheidet sich folglich nicht nur und nicht in erster Linie, ob Großbritannien Mitglied der EU bleibt, sondern auch, ob die Notenbanken ein Wirtschafts- und Finanzsystem weiter künstlich am Leben erhalten können, dass vom politischen und wirtschaftlichen Establishment seit langem an den Grenzen seiner theoretischen Belastungsfähigkeit gefahren wird.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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53 KommentareKommentieren

  • Holly01 - 23. Juni 2016

    Hallo Hr. Eichner,
    es ist eine Frage der Finanz Akteure schreiben Sie. Nun gut, wenn man diesen Aspekt in den Vordergrund stellen will, dann geht es primär um die Frage der CoL und das Pfund als eigene Reservewährung.
    Dann wäre die Frage als Ergebniss also: sind die Briten dazu bereit sich als Gleicher unter Gleichen in die EU einzureihen?
    Ich denke weder die EU Befürworter noch die Exit Befürworter sind dazu bereit. Die CoL ist der heilige Gral der Briten.
    Die Brexit Befürworter setzen auf einen sehr einfache Strategie:
    – gewinnen Sie das Referendum ist die CoL aus jeder Diskussion raus
    – verlieren Sie haben Sie das Votum als Grund zur Absicherung des staus quo (also CoL und the big four)
    In jedem Fall sind die Brexit Befürworter FÜR die britische Extrawurst, die vom Rechtssystem über die Währung bis zur Sonderstellung in den 5eyes reicht.
    Die EU-Befürworter sind für die exakt selben Inhalte.
    Die Frage ist also nicht “pro” oder “contra” sondern nur mit welcher Position man sich von der EU absetzt. Das Referendum ist Augenwischerei.
    Die Frage ist nur deshalb akut, weil innerhalb der EU der Willen nachlässt den Briten ihre Extrawürste ständig zu gewähren.

    Zu GB:
    MIT Doppeldefizit wird das Land dieses Jahr ein “Wachstum” von etwa 1% hinlegen. Das ist nach Produktivitätszuwachs und Inflation ein Rückgang der BIP.
    Man ist also trotz Verschuldung, trotz Immo Blase, trotz CoL und trotz der ganzen Mätzchen mit den Oligarchen NICHT einmal dazu in der Lage den Kapitalstock zu erhalten.
    GB ist ein fettes Zuschussgeschäft für die EU.
    So viel zur Frage was eine eigene NB und Währung wert ist.
    Wenn die nicht für den Brexit stimmen, würde ich die ja gerne raus schmeißen ….
    lg Holly

    • SLE - 23. Juni 2016

      HAllo Holly01,

      Sie schreiben: “Die Frage ist also nicht “pro” oder “contra” sondern nur mit welcher Position man sich von der EU absetzt.”

      Das ist schon richtig, aber nur auf der Ebene der politischen Akteure. Für die Bevölkerung sieht die Sache ganz anders aus und darauf spreche ich im Aufsatz an. Ich glaube nicht, dass man das Brexit-Thema hier aus der Perspektive des politischen Establishments zu diskutieren braucht. Boris Johnson gehört als Brexit-Befürworter genauso dazu wie Cameron und das ist doch der heftige Streit der die konservative Regierungspartei spaltet. Aber die Brexit-Befürworter sind ja zum großen Teil keine Wähler der Tories mehr, sondern abgesprungen. Un inwiefern unterscheidet sich Labour davon? Kaum!

      Genau davon haben Nigel Farage und die Ukip profitiert, aber, so wie andere “populistische” Parteien (Front National, Podemos, FPÖ, Fünf Sterne Bewegung etc.) in anderen Ländern, eben auch davon, dass die Flüchtlings- und Immigationswelle die Briten so wie hier und anderswo (siehe auch die USA) in Aufruhr versetzt hat und viele die Politik, das Gezerre und mithin eben auch die Machenschaften der etablierten Parteien leid sind.

      Ihr Punkt, dass eine eigene Währung und eine eigene Notenbank angesichts des vor sich hin dümpelnden Wachstums nichts wert sind, spielt keine Rolle in der Bevölkerung, würde ich mal tippen. Die Notenbanken haben alle dasselbe Problem. Das ist keine Frage des Zuständigkeit (Nation oder Staatengemeinschaft).

      Klar, die Briten haben sich immer eine Extrawurst braten lassen. Aber die gesamte Geschichte der Europäischen Integration und ihr Ergebnis heute sind ein Produkt solcher Extrawürste. Wenn sie alle rausschmeißen wollen, die Sonderregelungen in Anspruch nehmen, bleibt keiner mehr übrig, fürchte ich. Aber nun ja, vielleicht zeigen das Referendum und seine Folgen ja auch verstärkt, dass sich die EU als solche komplett neu aufstellen muss, wenn sie fortbestehen will. Fraglich, ob sie dazu in der Lage wäre.

      Viele Grüße
      SLE

      • Holly01 - 23. Juni 2016

        Die calvinistischen Briten passen weder zu den römisch katholischen Südländern, noch zu den orthodoxen Christen der Slaven noch zu den Skandinaviern mit denen sie eine ähnlich vergiftete Geschichte teilen wie mit den Deutschen.
        Lasst sie ziehen sag ich, lasst sie endlich ihr eigenes Ding machen, die wollten nie etwas anderes und die können auch nichts anderes.
        Und damit meine ich die breite Masse der Briten.
        Würde die EU abstimmen über die Briten, wären sie raus …….
        lg Holly

  • Holly01 - 23. Juni 2016

    Zum Thema Hr. Suchsland auf Telepolis:
    http://www.heise.de/tp/artikel/48/48625/1.html
    lg

  • Marja - 23. Juni 2016

    Hallo,

    Cameron wird sich schon genug geärgert haben, das er diese Wahl angerührt hat. Letztlich war sie ja der Versuch, die EU unter Druck zu setzen, damit man GB weiter entgegenkommt. Das hat bei der EU nicht funktioniert. Jetzt besteht eine Lost-Lost-Situation, egal wie die Briten entscheiden.

    Wenn es zum Brexit kommt, dann verliert GB seine Position, als englischsprachiges Land einen Zugang zum europäischen Markt zu erschließen. Die ausländischen Investoren, die mit dieser Zielsetzung in GB investiert haben, werden alle Folge-Investitionen nicht mehr in GB stattfinden lassen und die industrielle Basis wird weiter erodieren. Da die BIP-Anteile, die auf den Finanzplatz entfallen nicht so riesig sein dürften, werden die Briten schon jetzt spüren, dass es in der Realwirtschaft nicht so rosig ist.

    Wenn es zum Bremain kommt und das Ergebnis knapp sein sollte, dann würde ich als Investor wegen der Investitionssicherheit ähnlich wie beim Brexit entscheiden. Auf jeden Fall wäre ich zurückhaltend, ob die Stimmung in GB nicht doch noch kippt und vielleicht lieber in Griechenland investieren.

    Ich denke, allein die Wahl hat den Wirtschaftsstandort GB für ausländisches Kapital in der Realwirtschaft geschwächt.

    Dass in GB inländisches Kapital in die Realwirtschaft fließt, halte ich auch nicht für sehr wahrscheinlich. Dann wäre es schon die letzten Jahre geflossen und die industrielle Basis wäre nicht so desaströs. Außerdem scheint mir, dass sich in GB am Finanzmarkt mehr Geld verdienen lässt als in der Realwirtschaft, so dass das Geld sowieso lieber in die Finanzmärkte geleitet wird.

    Die, die in GB von der Realwirtschaft leben, haben wegen der mangelnden Investitionssicherheit bei jedem Wahlergebnis verloren.

    Die Finanzindustrie wird wohl eher bei einem Brexit verlieren. Deshalb wohl die Wahlbeeinflussung in den MSM.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marja

    • Marja - 23. Juni 2016

      Der Satz mit den BIP-Anteilen war unvollständig. Gemeint war, dass der Finanzplatz im Verhältnis zum BIP-Anteil nicht gleichermaßen Arbeitsplatz-wirksam ist.

  • JL - 23. Juni 2016

    Zum einen werden die wirtschaftlichen Risiken erheblich im Fall eines Brexit übertrieben, zum anderen hat die EU für etwa 17% des britischen BIPs noch nie eine Rolle gespielt- und das ist nunmal die City of London.

    Zudem muß man meiner Meinung nach deutlich unterscheiden von welcher Ecke aus die Austrittsrufe kommen. Fast ausnahmslos werden Rufe nach einem Austritt aus der EU von Bewegungen, neuen Parteien oder losen Strömungen laut, außer eben von den alteingesessenen Konservativen unter Cameron in England. Und ein Referendum für den Brexit ist solange kein Brexit solange das englische Parlament- und damit die Politik- darüber nicht abgestimmt hat.

    Aber es schon zutreffend: Diese Debatte und diese Abstimmung haben einen Stein ins Rollen gebracht, der so vermutlich garnicht angedacht war, egal wie das Ergebnis auch ausfällt. Viele andere Regionen oder Länder sehen und erkennen in dem britischen Gebaren das Recht es genauso tun zu wollen und zu dürfen.

    Wie in Deutschland auch, sehen alle interessierten Beobachter der EU- mehr darf man nach einem Urnengang nicht mehr sein- der Arroganz und Ignoranz, sowie die nationaler Abwendungen etablierter politischer Parteien innerhalb Europas fassungslos gegenüber. Es ist also kein Wunder wenn sich neue politische Strukturen genau dort etablieren, wo bekannte „Volksparteien“ grandios gescheitert sind. Die bisher ausgerufenen Referenden hatten letztlich nur das Ziel bisherige Strukturen zu bewahren oder zurückgewinnen zu wollen.

    Eine Streitfrage ist sicher ob man bewußt oder unbewußt Kompetenzen an die EZB abgegeben hat, Fakt aber ist, daß der Euroraum nunmehr von der EZB regiert wird- im wesentlichen also von einer Bank.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • bubblegum - 24. Juni 2016

    Für mich als überzeugtem Europäer ist der Brexit ein Grund, eine Flasche Champagner zu Köpfen.
    Endlich geht das in Erfüllung, was ich seit Jahren fordere:
    Ein Europa der Vaterländer, der Vielfalt, der Kulturen. Nicht das Europa der Bankster und Kapitalbetrüger.
    Endlich ist jener Fehler geheilt ist, vor dem schon der grosse Europäer Charles De Gaulle gewarnt hat.
    Viele freudige Grüsse
    Bubblegum

  • Georg Trappe - 24. Juni 2016

    Mir fiel auf, dass beide Seiten ueberwiegend mit dem Schueren von Angst und Unsicherheit operierten.
    Das legt aus meiner Sicht nahe, das es unabhaengig vom Ergebnis des Referendums im wesentlichen darum geht. Denn einer verunsicherten, veraengstigten, gespaltenen und mit der Diskussion eher irrelevanter Dinge beschaeftigten Bevoelkerung ist die naechste Runde von alternativlosen Massnahmen zur Festigung bestehender Herrschaftsstrukturen zu verkaufen, als einer wachen und aufgeklaerten.

    • Stepe - 24. Juni 2016

      Hallo Georg,
      da stimme ich ihnen sehr zu.
      Es ist sehr interessant zu sehen das so viel über Ökonomie bei dem “Brexit” geredet wird. Dann auch noch von Leuten die von Ökonomie keine Ahnung haben. (TV) Und die die “anerkannte” Ökonomen sind, wo waren oder sind die bei den Krisen? Tage vorher reden die es sein noch alles in Ordnung.
      Die Selbstherrlichkeit bzw. Überheblichkeit und dem Angstgeklingel vor einem Austritt, erinnert schon sehr an die Pfaffen und ihre Hölle, die “Existenzberechtigung”.
      So das Gerede von den Flüchtlingen, das auch nochmal Moralischen Druck erzeugen soll.
      Ich meine das ist nicht der Kern des “Widerstands”. Es drückt sich in England so aus, woanders ist es anders, aber die selbe Richtung. Die Leute haben die Schnauze voll wie mit ihnen umgesprungen wird.
      Die komischen bürgerlichen Wahlen alle vier oder fünf Jahre binden die Leute nicht mehr. Es passiert auch zuviel in vier Jahre. Leider ist die Linke nicht in der Lage das aufzunehmen, so ist die Rechte genötigt die Terroristen als Feindbild aufzubauen. Das nimmt viel von der Polarisierung zwischen Rechts und Links. Eventuell ganz gut, so passen die Stimmen besser zur gespaltenen Zunge der EU.
      (für mich ist Links und Rechts eine Politische Kategorie)

      Gruß Stepe

  • Holly01 - 24. Juni 2016

    Out !!
    Eine Überraschung, weil ich dachte die Urnen wären schon vor der Abstimmung ausgezählt gewesen.
    OK, viel Glück und Erfolg allen Briten.
    Der EU aber schreibe ich schon mal in die “to do – Liste”: knall harte Verhandlungen. Keine Zugeständnisse in den entscheidenden Fragen. Visumspflicht natürlich. Verfahren wegen Geldwäsche und Steuervergehen selbstverständlich. Knall harte Sanktionen für die konstante nicht Einhaltung der EU-Normen wie metrische Gewinde usw usf.
    Raus?
    Dann aber auch ab vom Hof … und Leutz, zahlt eure Schulden und zwar fix ……. vorbei mit Kindergeburtstag … eure EU-Beamten könnt ihr alle schon mal zurück beordern und wir müssen dringend mal über eure Spionage reden!!!!
    bye bye …. das wird weh tun … euch mehr als uns … und länger….. keine Gnade die Briten haben sich entschieden ….
    lg Holly

    • Holly01 - 24. Juni 2016

      Die EU sollte in allen Ländern Abstimmungen abhalten lassen!!
      Ganz klare Zielvereinbarungen und Meilensteine für den Weg dahin.
      Ganz klare Absprachen für alle EU-Staaten, was mit den Inhalten ist, die ein land nicht will.
      Ganz klare Ansagen für die Euroeinführung in allen Staaten, die drin sein wollen.
      Raus mit den Kapserköpfen, die nur die Vorteile geniesen wollen. Nichts ist nur schön und hat nur Vorteile, also wer nicht mit will ….. der soll gehen.
      Ab vom Hof ….

      • Andres Müller - 24. Juni 2016

        “Die EU sollte in allen Ländern Abstimmungen abhalten lassen!!”

        Gleiche Meinung. Da dies in der Vergangenheit nicht überall der Fall war führt dies jetzt zu diesen Schwierigkeiten.

        Der EU Beitritt/Austritt sollte obligatorisch als Demokratie stattfinden. Aber nicht wie in England nur als (nicht verpflichtendes) Referendum (es ist überhaupt nicht sicher ob die Politiker jetzt den Brexit auch tatsächlich durchführen werden).

        Überall sind in der EU nur noch Scheindemokraten und Zocker am Werk

      • paernu - 24. Juni 2016

        @Holly

        Da wird die europäische Union aber sehr klein, da bleibt der ganze Rest zur Finanzierung an Deutschland hängen.

        Das Problem ist nicht die Idee Europa, sondern die Brüsseler Bande. Mir schon klar, dass die von demokratischen Prozessen und Gesetzen nichts halten.

        Deswegen wird es auch in Deutschland keine Abstimmung geben, da wird es nämlich auch sehr knapp. Selbst mit Angstkampagnen der Banken und der deutschen Industrie.

        Die Menschen wollen Frieden, Sicherheit und Respekt vor ihren Entscheidungen.

        Auf eine EU die sich an allen wesentlichen Konflikten in den letzten Jahren Naher Osten, Ukraine etc beteiligt, da können wir alle drauf verzichten.

        Gruss
        Paernu

        • Holly01 - 24. Juni 2016

          Hallo Paernu,
          “Auf eine EU die sich an allen wesentlichen Konflikten in den letzten Jahren Naher Osten, Ukraine etc beteiligt, da können wir alle drauf verzichten.”
          Ja das würden wir gerne lassen. Aber der Punkt ist, das ist unser Lebensunterhalt. Ohne diese Kriege ist Europa ein ziemlich rohstoffarmes und durchschnittliches Fleckchen Erde.
          Das ist ja die Frage: wie soll es weiter gehen?
          Das Kapital hat ganz klare Antworten:
          -> WS: et is wie et is und das is auch gut so
          -> CoL: wir müssen wachsen und alter Größe zurück finden
          -> EZB: wir sind die nächste Weltwährung
          -> BoC: wir sind die alte und die kommende Hegemonialmacht

          Das Zentrum sind die Ressourcen. Wer kontrolliert und verteilt sie? Wer bestimmt ob ein Kind in Kenia an Hunger verreckt ohne je eine Chance zu haben oder ob ein Kind in Berlin auf eine Privatschule geht und ein gutes Leben vor sich hat?
          Glück?
          Gewalt!!
          Ist so, war so und wie es aussieht bleibt das auch so.
          Ob diese Gewalt in plumper Waffengewalt daher kommt, als Währungskrieg oder als Handelsvertrag ist marginal egal, das Ergebnis zählt.

          Der Hegemon konnte seit dem 2. Irak Krieg keinen Krieg mehr finanzieren. Punkt.
          Ja der Hegemon moderiert und steckt sich überall rein, aber der Zenit ist längst überschritten.
          Was wir sehen sind Absetzbewegungen.
          GB hat das Problem der Defizite und des inneren Unvermögens auf den extrem verdichteten Märkten irgend einen Fuß zu fassen.
          Mit dem Auslaufen der Ölförderung verzehrt sich GB quasi selbst. Man muss reagieren. Was kann man tun?
          – Sich in die EU einreihen, als ein Land von vielen
          Das bedeutet Verlust der CoL, der Zugehörigkeit zu den 5 eyes und der diplomatischen Macht.
          – einen eigenen Weg gehen
          Das bedeutet man muss sehr früh aus dem hegemonialen Bereich heraus. man muss den Fluss der sich aus dem Verfall der USA ergibt nutzen. Man muss sich Einnahmen sichern.
          – Man reagiert nicht.
          Das haben die Briten seit dem WKII getan und dem eigenen Verfall zugesehen. Das letzte Aufbäumen war der Falkland Krieg gegen die Weltmacht Argentinien. Ohne US Hilfe hätten dei Briten verloren. Ansonsten waren die Briten der Putzlappen der USA.

          Ex-Empire, Ex-Weltkrieg Sieger, Ex-Welt-Leitwährungsinhaber … etwas viel “Ex” .. nun reagieren die Briten wie sie glauben reagieren zu müssen.
          Da kann keiner helfen. Das ist eine zu tiefst britische Entscheidung.

          Die Konsequenzen sind nur extrem ……..

          Auch Deutschland wird sich entscheiden müssen. Auch diese Konsequenzen werden extrem sein.
          Die USA als Zuchtmeister schmilzen dahin, wie die Gletscher in den Alpen.
          Die Augen aller europäischen Staaten (und nicht nur europäische Staaten, auch die USA ua) ruhen heute auf Deutschland: wie werden wir antworten?
          Auch das kann niemand moderieren, eine zu tiefst deutsche Entscheidung von der ungeheuer viel abhängen wird …
          lg Holly

    • Thorsten Eckau - 24. Juni 2016

      “Eine Überraschung, weil ich dachte die Urnen wären schon vor der Abstimmung ausgezählt gewesen.”

      Ja, aber das waren die Bleistift-Kreuze und nachdem viele einen Kulli genommen haben, musste man real zählen 😉 /Ironie aus

  • Martino - 24. Juni 2016

    @ Holly: Die EU basiert schon auf GANZ KLAREN Zielvereinbarungen: Defizit-Grenze (zwar Bullshit-Phantasiezahl: http://goo.gl/APZEBj) , Ausgeglichene Handelsbilanz (und nicht 8% Überschuss), 2% Inflationsziel (und Deutschland pfeift darauf)… sowie Verbot von Bail-out.

    Eines nach dem Anderen nach belieben eingerissen und zerrissen.

    Die @”Kapserköpfen, die nur die Vorteile geniesen wollen”… sitzen in Brüssel selbst auf ihren Vorruhestands-Stühlen…

    • Holly01 - 24. Juni 2016

      Jo, aber diese selbstgefälligen Politikverweigerer werden den Briten ein EPA auf das Auge drücken, keine Assoziierung, denn assoziiert kann man nur als “Freund” sein.
      Nun können die Neokonservativen ja die europäischen Länder in GB um sich scharen, denen das gefällt.
      Die Briten haben vergessen warum sie 300 Jahre isoliert waren und warum sie 20 Jahre um die Aufnahme betteln mussten.
      Nun trennt sich was nicht zusammen gehört.
      Da werden die deutschen Eliten erst mal schlucken und dann ganz tief durch atmen. Da gehen ihre “Brüder im Glauben” durch die Exit Tür.
      Wird Zeit die Geheimverträge öffentlich zu machen die Lord Helmut I. mit dem Biest “Maggie die Unersättliche” abgeschlossen hat, damit das BVG die für verfassungswidrig erklären und nichtig machen kann.
      Nun ist “Rosenkrieg” angesagt ….. we want our money back !!!
      lg Holly

      • Holly01 - 24. Juni 2016

        Nun werden die Karten in der EU völlig neu gemischt ………….

        • Holly01 - 24. Juni 2016

          Ich sehe den Holland, den Renzi und den Rajoy quasi vor mir bei der Videokonferenz:
          Die sagen alle nur ein Wort “OUT” ……. dann lachen die, prosten sich zu und trennen grinsend die Verbindung 😉
          lg

    • Holly01 - 24. Juni 2016

      …. waren … die USA sind wirtschaftlich im freien Fall und der anglikanische Fuss in der EU Tür wurde gerade zurück gezogen, klar der ball wurde weit unter Wasser gedrückt, aber nun ist der Druck weg ….. die CoL und die WS sind ——- OUT ——- die EZB ist am Ruder und kann alle Angriffe abwehren …. und das wird sie auch tun …
      Die Briten haben uns gestern einen unschätzbaren Dienst erwiesen ….. DANKE dafür 🙂
      lg Holly

  • Erino - 24. Juni 2016

    Auch für mich kam der Brexit überraschend, aber jetzt die Briten dafür zu verdammen, ist sicher der falsche Weg. So wie die EU organisiert ist, nämlich durch und durch undemokratisch, habe ich großes Verständnis dafür. Im Prinzip bin ich für Europa, aber die Geschwindigkeit, wie die Nationalstaaten damit entmündigt werden, entspricht offensichtlich nicht dem Willen der Mehrheit. Die Eliten haben nun eine Abrechnung erhalten, die sie hoffentllich zur Besinnung ruft. Wenn sie das nicht tun (was ich befürchte), dann werden noch weitere Länder austreten.

    Durch den Volksentscheid sind die Briten ja noch nicht ausgetreten, nun muss verhandelt werden. Das Ergebnis wird vermutlich eine ähnliche Konstellation ergeben, wie sie mit Norwegen oder der Schweiz besteht. Eigentlich nichts aufregendes. Der EU Haushalt wird geschwächt, die Briten werden sich mehr mit ihren Defiziten befassen müssen. Das steht ohnehin an, wie es ja auch oft schon in diesem Forum zu lesen war. Je später man Ungleichgewichte angeht, desto schwerwiegender sind die Folgen. Die ganze Politik der Notenbanken verschiebt die Lösung der Probleme ja nur auf später, und sorgt letztlich nur für immer mehr Probleme.

    • Holly01 - 24. Juni 2016

      DAS denke ich nicht. Die Briten habe etliche Diskussionen und Simulationen durchgespielt, die sind ja nicht doof. Das Ergebniss war immer gleich: die britischen Positionen sind alle überreizt, mehr geht nicht.
      Die Briten haben nur einen Ansprechpartner dem sie etwas anbieten können, nachdem sie entschieden sich aus der US Aufsicht zu lösen: das sanktionierte Russland.
      Denen können sie die Dienste der CoL anbieten, freien Zugang zum Atlantik, Zugang zu allen Sonder- und Geheimverträgen der EU seit 1973 und eine Zusammenarbeit der Geheimdienste sprich selektiven Zugang zum GCHQ.
      Das ist ein Positionswechsel der dazu dient die EU zu zerbrechen, alle Machtstrukturen in Europa zu schwächen so gut es geht im Trüben zu fischen.
      Nein die EU wird keine “lieben Verträge” mit den verlorenen Kindern von der Insel schliessen.
      Wir sind wieder bei 1815, nach den Wiener Verträgen und Britannien ist …… OUT……., bzw. arbeitet an der Erosion Europas.
      lg Holly

      • Thorsten Eckau - 24. Juni 2016

        Und krasser noch: Die haben wegen der ZUWANDERUNG den Brexit gewollt, verlieren nun den Binnenmarkt und müssten das kompensieren mit einer Mitgliedschaft in der EFTA (Schweiz, Island, Schweden). Doch dafür ist was Voraussetzung? Schengen. Ein Treppenwitz der Geschichte!

    • Querschuss - 24. Juni 2016

      bei der Vola Holly, die war auch schon vorher hoch, aber -10% beim Dax beim Tief und aktuell immer noch -7,1% bedeuten für diejenigen, welche auf dem falschen Fuß erwischt werden – eine Menge Verlust.

      Gruß Steffen

      • Holly01 - 24. Juni 2016

        Hallo Steffen,
        http://www.finanzen.net/indizes/
        so Verlierer:
        – Schland
        – Frankreich
        – GB
        – Schweiz
        – Russland
        – Japan
        Gewinner:
        – Singapur
        – Indien
        – Spanien

        Ja ist ein Ausschlag. Der Austritt ist ja auch ein Schlag für die Merkantilisten in der Wirtschaft.
        Die Kanzlerin sagte vor 2-3 Tagen sie will die Rüstungsausgaben verdreifachen.
        Das mehr Kompensation als GB als Ausfall bedeutet.
        Heute hat sie eine Erklärung abgegeben.
        Kein Wort zu Camerons Rücktritt oder dazu, dass das Parlament entscheiden wird.
        Aber:
        – Sondersitzung Bundestag
        – Treffen mit Holland + Renzi
        – Sondertreffen der Komission zur “Vertiefung”
        – gemeinsame europäische Antwort
        – sich Zeit lassen
        – Austritt ist vertraglich geregelt

        Das war kein Friedensangebot. Das war “Hey Klasse die gehen, schnell macht alles wasserdicht!!”
        Übrigens auch kein einziges Wort zu Polen oder einer polnischen Beteiligung bei der britischen storyline.
        Das ist beachtlich, denn natürlich ist die slawische Karte im Spiel. Aufgerüstet wären dei slawischen Staaten durchaus in der Lage Russland aus eigener Kraft anzugreifen und die Ressourcen unter “ihre” Kontrolle zu bringen.
        Aber die Kanzlerin wendet sich an Frankreich und Italien.
        Auch ein Zeichen …..
        lg Holly

          • Holly01 - 24. Juni 2016

            Die Wahrscheinlichkeit für eine Entschuldung der EU-Banken durch einen bail-in und unter Belastung der Aktieninhaber ist gerade im satten dreistelligen Prozentbereich gestiegen …..

            Nun wird NB Politik in der EU möglich, die vorher ausgeschlossen war …..
            lg

        • Querschuss - 24. Juni 2016

          Hallo Holly,
          bleib locker, da wird nichts verdreifacht bei den deutschen Rüstungsausgaben… und es kommt auch kein Krieg, jedenfalls nicht wegen dem Brexit, auch kein polnischer/baltischer auf Russland.

          Gruß Steffen

          • Holly01 - 24. Juni 2016

            wegen?
            hm …. wegen?
            Ob verdreifachen oder verdoppeln ist egal. Aber doch ich denke die deutsche Politik geht in die heisse Phase.
            Dafür spricht auch die gleichgeschaltete Presse im Kriegsberichtserstattungsmodus ….
            Ich denke der Brexit hat auch etwas mit dieser Entwicklung der EU und Deutschlands zu tun …
            lg

          • Vic - 26. Juni 2016

            Hallo Steffen,

            ich denke es wird verdreifacht bei den deutschen Rüstungsausgaben und was Russland anbelangt,natürlich wird es keinen klassischen Krieg gegen Russland geben, Russland ist ja Atommacht. Stattdessen wird man jetzt in Europa die Religionskriege anzetteln (Du hast ja selbst neulich ein Link gepostet, wie es im Moment in Frankreich aussieht). Sie werden Russland sehr hart von innen treffen (man kann dazu Kadyrov Brücke googeln, so bekommt man das Gefühl, wie es in Russland im Moment aussieht, wo 10% der Bevölkerung muslimisch ist und jetzt eher aus dem Ausland gesteuert wird, Türkei, Saudi Arabien) und da wird man versuchen Putin durch Medvedev zu ersetzen, der bereit ist alles an Westen zu verkaufen, so wie es Gorbatschev ausgeliefert hat. Medvedev arbeitet jetzt gegen Putin.

            Viele Grüße,

            Victoria

            • Querschuss - 27. Juni 2016

              Hallo Vic,
              glaube ich nicht, erst wenn ich das sehe und erlebe, Deutschland hat die Schuldenbremse im Grundgesetz, GG Art. 109 Abs. 3 und der Investitionsrückstau bei der Bundeswehr ist wie bei der deutschen Infrastruktur brachial, auch die schmale Berufsarmee, ohne Wehrpflicht ist denkbar ungeeignet für Aggressionsgelüste. Niemals wird die BRD zusätzlich 66 Mrd. Euro zusätzlich locker machen um den Verteidigigungshaushalt zu verdreifachen (aktuelle Etat etwas über 33 Mrd. Euro). 2017 soll laut Finanzierungsplanung des Bundes der Etat gerade einmal um +1,7 Mrd. Euro steigen und bis 2020 auf 39,2 Mrd. Euro. Das ist Lichtjahre von dem entfernt, was du und Holly “unserer” Regierung unterstellt, reicht wohl nicht einmal den Investitionsrückstau aufzulösen. Die sind dazu gar nicht in der Lage, selbst limitiert durch die Schuldenbremse, dem Denken in der Kategorie von schwarzen Nullen und immensen weltwirtschaftlichen Risiken, welche die Steuereinnahmenplanung schnell Makulatur werden lassen können und beladen mit Schulden, die im Falle eines bröckelnden EU/Euroraum schuldenwirksam werden und nicht zu vergessen belastet mit zusätzlichen Ausgaben in hohen Milliardenbeträgen für die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen.

              Eine Verdreifachung der Verteidigungsausgaben – die wird es nicht geben, könnt ihr abhaken und das ist ausnahmsweise gut so!

              https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_109.html
              http://www.bundeswehr-journal.de/2016/haushalt-wehretat-um-102-milliarden-euro-aufgestockt/

              Gruß Steffen

  • Holly01 - 24. Juni 2016

    WS – OUT
    CoL – OUT

    EZB – IN

    Europa ist der größte Wirtschaftsraum der Welt …….

  • JL - 24. Juni 2016

    Nun gut, der Brexit ist da, Märkte und Währungen brechen gegenwärtig ein.

    Nun muß allerdings die Frage erlaubt sein nach diesem WARUM.

    Warum war man gegen dieses Referendum und warum ist man gegenüber zukünftigen Referenden so „zugeknöpft“- das ist letztlich die zentrale Frage.

    Die EU ist ein Doppelpack politischer Interessen. Alles was unangenehm ist schiebt man nach Brüssel oder Frankfurt. Von dort kommen dann „Vorgaben“ die man erfüllen muß. Und wer ist verantwortlich wenn es den eigenen Bürgern mal wieder schlechter geht? Nein, nicht die eigenen Politiker, es sind eben „Vorgaben“ anderer– die man in Brüssel oder anderswo selbst durchgedrückt hat.

    In der politischen Grundströmung der EU ist doch beim besten Willen nichts von gleichberechtigten Mitspracherechten erkennbar und die Beschlüsse des europäischen Parlamentes sind genauso Wichtig wie der sprichwörtlich umgefallene Sack Reis in China. Und wenn in den eigentlichen europäischen Schaltstellen- also EU Kommission und EZB- die selbst aufgestellten Regeln, warum auch immer, im Wege sind, dann werden diese eben ignoriert und damit praktisch abgeschafft.

    Da muß man abschließend dann schonmal die Frage in den Raum werfen, nach welchen Regeln diese Gemeinschaft dann überhaupt funktionieren soll.

    Vermutlich ist es das Recht des stärkeren und das Bestreben, dieses künstliche Konstrukt am Leben zu erhalten- immer im jeweiligen Eigeninteresse.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Stepe - 24. Juni 2016

      Hallo JL,
      der letze Satz bei Ihnen wird Wahrheit durch TTIP und dergl.

      Gruß Stepe

      • JL - 24. Juni 2016

        Natürlich Stepe

        Alles „All Inklusiv“.

        Die angedachte Gegenwart der EU hat für mich etwas mit der Endzeitstimmung im Führerbunker Anfang 1945 gemein. Nach dem Motto: Der Feind naht, aber der Endsieg sicher. Das ist derselbe Selbstbetrug wie die Rettung Griechenlands mittels angedachten Primärüberschuß oder neuerdings das Verbot von Demonstrationen in Paris damit die Franzosen endlich wieder zufrieden mit ihrer Regierung sind. Diese sinnfreien Parolen dienen höchstens noch zur Selbstrechtfertigung um die eigene totale Unfähigkeit zu kaschieren.

        In England ist seit geraumer Zeit ein Prozeß der Umorientierung festzustellen, finanzwirtschaftlich wie Politisch. Offenbar hat sich der Schwerpunkt der zukünftigen Strategie von West nach Ost verschoben, hier also Asien (z. B. AIIG).

        Das kann auch nicht weiter verwundern, weder der europäische- noch der nordamerikanische Markt glänzt durch irgendwelche nachhaltigen Zukunftsaussichten.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

  • Marja - 24. Juni 2016

    Moin,

    Wie ich gestern befürchtet habe, ist heute die Kapitalflucht schon mal losgetreten. Wenn man sich – Steffen sei Dank – die Wirtschaftszahlen aus GB anschaut, dann sehe ich ein Import-abhängiges Land mit Bedarf von Kapitalimporten und einer Währung im freien Fall. Meine Sorge ist, dass das Ganze griechisch endet. Wie stark darf die Währung fallen, damit die Wirtschaft in GB wettbewerbsfähig wird? Wie stark dürfen die Preise in GB aufgrund einer fallenden Währung steigen? Wie viel Inflation kann sich GB leisten und als Gläubiger interessant bleiben?

    Ich sehe eher Sturm aufziehen als einen Sonnenaufgang.

    Grüße Marja

  • bubblegum - 24. Juni 2016

    Hallo Marja

    Wie stark darf die Währung fallen, damit die Wirtschaft GBS wettbewerbsfähig wird.
    Das ist genau der Blödsinn, den deutsche Studenten von ihren Katheder Professoren eingetrichtert bekommen.
    Wo es keine industrielle Basis mehr gibt, keine Mitarbeiter mehr, die das Wissen mitbringen, um wettbewerbsfähige Produkte zu erfinden und zu produzieren, da hilft auch der tiefste Wechselkurs nicht mehr.
    Bsp.: WAR VOR GERADE EINER HALBEN STUNDE IN EINEM AN-UND VERKAUF LADEN, UM MEINE BEIDEN ALTEN DRUCKER UND MEINE HANDYS LOSZUSCHLAGEN. NICHT MAL GESCHENKT WERDE ICH SIE LOS.
    Obwohl voll funktionsfähig ist die Zeit darüber hinweg gegegangen. So auch bei GB. Selbstversorgungsgrad bei Milchproduktion gerade noch 5% .
    Dauert mindestens 5 Zuchtperioden bis die Lücke merklich geschlossen werden kann. Aber mit solchen Kleinigkeiten halten sich Hüter, Fest, Franz und Konsorten gar nicht erst auf.
    Ach so: das ist jetzt keine Attacke gegen Dich.
    Viele Grüsse
    Bubblegum

  • bubblegum - 24. Juni 2016

    Muss Fuest heißen.

    • Marja - 24. Juni 2016

      Eben: Wenn die Abwertung keinen wirtschaftlichen Benefit hat, dann kannst Du Dich ja den beiden anderen Fragen zuwenden! Ich erwarte einen massiven Abzug von Kapital und im Anschluss eine Kreditklemme!

      • Klaus - 24. Juni 2016

        @ Marja

        Natürlich hat die Abwertung vor allem für die Leute eine große Auswirkung, die für den Austritt gestimmt haben. Wenn die Importwaren teurer werden, die Renten und die Löhne aber nicht angehoben werden, bedeutet es für diese Personengruppen: “den Gürtel enger schnaller”. 🙂

        Wenn die Polen, Rumänen und Bulgaren zur Erntezeit nicht mehr auf die Insel dürfen, dann haben all diejenigen wieder Jobs, denen der “Sozialbetrüger” vorher die Arbeit mittels Dumpinglöhnen den Arbeitsplatz gestohlen hat.

        Bekommt halt jeder den Titel “Graf von Habenichts”, aber der sozial Frieden ist wieder im Lande.

        • SLE - 24. Juni 2016

          Hallo Klaus,

          ich denke, das stimmt schon. Allerdings werden die Brexit-Wähler die Regierung dafür verantwortlich machen, wenn es ihnen wirtschaftlich schlechter geht und nicht den Brexit als Grund sehen. An die eigene Nase wird sich dann kaum einer packen.

          Viele Grüße
          SLE

          • Klaus - 24. Juni 2016

            @Stefan

            Das alles ist ein spannendes Thema. Ich hoffe, für meine statistische Lebenserwartung von noch 23 Jahren auf nicht so unruhige Zeiten.

            Aber Du, wie auch Steffen sehen, wie aus unaufgeregten Beiträgen, je nach Sichtweise die Emotionen hochschlagen. Die Diskussionskultur ist in den letzten Jahren viel extremer geworden.
            Ebenso die Positionen.

            Die Europagegner sehen in allen Befürworten folgsame Schäfchen ohne eigene Meinung.
            Zugegeben, nicht alle Denkansätze sind fehlerhaft. Aber was früher in sachlicher Diskussion auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden konnte, das ist heute nicht mehr möglich, gefühlt.

            Springender Punkt der ganzen Europadebatte ist die Historie mit allen Facetten.

            Weltkriegsende
            Ost-Westkonflikte mit dem langen kalten Krieg
            Soziales Gefälle innerhalb Europas
            Ostöffnung mit Erweiterung
            Gefälle Nord/Süd
            West/Ost

            Wofür steht Europapolitik für mich persönlich?
            Gemeinsamer Wirtschaftblock im internationalen Konkurrenzkampf
            Auf lange Sicht gemeinsame Lohn- und Sozialstandarts
            Gemeinsames Justiz- und Rechtswesen
            Europäische Verbraucherregeln
            Einfaches Studieren und Anerkennung der Abschlüsse innerhalb der Zone
            Gemeinsame Flüchtlingspolitik
            Koordinierte Entwicklungshilfe
            U.u.u.

            Ich denke nicht, dass Brüssel sich für die Wimpelgröße der örtlichen Schützenvereine interessiert.

            Missstände anprangern ja, auch mit Fehlern vorwärtsgewandt agieren, Interesse an Europa entfachen, aber keine theoretischen Feldversuche oder geschichtlich gescheiterte Wiederholungstaten als eierlegendes Wollmilchsau unter die Leute bringen.

            Wenn man die Europaentscheidungen der letzten 70 Jahre sich näher ansieht, dann waren die Ideen nicht so schlecht. Aber wie bei jedem Unternehmen kommt es halt auf die Umsetzung an.

            In diesem Sinne, “Weitermachen” im positiven Sinne.

            L.G.

            Klaus

            • SLE - 24. Juni 2016

              Hallo Klaus,

              das ist eine richtige Feststellung. Aber ich habe eine Erklärung dafür, nämlich, dass es anfangs um finanzwirtschaftliche Fragen und generell auch um ökonomische Fragen in den Diskussionen ging (Nach Lehman und in Euro-Krise).

              All das wurde aber von den Politikern komplett ignroriert und es war klar, dass sich die Folgen im Politischen niederschlagen, d.h. in Form einer Politikkrise ihren Ausdruck finden würden, weil es zu viele negativ betroffene Menschen gibt. In der Weimarer Republik war es ja ähnlich. Eine konsequenz sind Protestparteien. Eine andere, dass es jetzt nicht mehr primär um ökonomische und finanzwirtschaftliche Fragen geht, weil die Krisenfolgen bei den menschen an der Haustür und in der Nachbarschaft angekommen sind (Stichwort: Flüchtlingskrise).

              Das zeigt m.E. auch das Brexit-Referendum. Denn dort ging es überhaupt nicht um Fakten, sondern um Emotionen, die ein Ventil suchen. Angesichts dessen ist es aber auch viel schwieriger – sofern man das hier im Blog aufgreift – eine sehr sachliche Diskussion aufzubauen und zu führen.

              Viele Grüße
              SLE

  • Klaus - 24. Juni 2016

    @ Marja,

    das sind auch meine Fragen. Ein Wahlkampf von ungebildeten indoktrinierten Populisten wie Farage und Johnson mit Argumenten wie” “Jetzt will euch die EU auch noch die Wasserkocher verbieten”, war unterhalb der Gürtellinie. Denen ist vollkommen egal, ob sich Nordirland und Schottland abspalten werden. Ein paar Monate Spaß haben und Ramba-Zamba machen, anschließend sich aus der Verantwortung stehlen, sieht so nachhaltige Politik aus?

    Die Brexitbefürworter sagen offen, sie haben keinen Plan. Hier im Forum lese ich oft, wie einfach es wäre, das Schiff Europa wieder auf Vordermann zu bringen. Wo sind die Parteien und Organisationen, die mit diesen einfachen Mitteln Europa besser machen wollen?

    Fordern lässt sich viel, politisch, demokratisch hapert es dann in der Regel. Dann werden aus diesen kleinen Maulhelden in der Regel Diktatoren. Und das Spiel beginnt von vorne. Meistens mit viel Blut.

    Was sind das für Forderungen?
    Europa der Vaterländer
    Abspaltung von Amerika
    Passkontrollen
    Grenzzäune

    Glaubt denn wirklich jemand, mit Johnson oder Farage, Le Pen, Wilders, Hofer oder Strache, Gauland und Höcke, Kristian Thulesen Dahl, Orban, Kaczyński und wie sie alle heißen, kommt Europa ein Stückchen nach vorne?

    Möchte in 5 Jahren mal einen europäischen Gipfel mit diesen Personen sehen. Besser nciht.

    Aber noch einmal zu Europa. 50% der Regeln die ich befolgen muß sind kommunaler Natur, 40% Landes- und Bundesgesetze und der Rest wird euriopäisch geregelt. Ich persönlich wäre froh, wenn wesentlich mehr auf der europäischen Ebene geregelt würde. Steuer und Rechtsharmonie, Kennzeichnungspflichten, Einbürgerungen, Sozialstandarts u.u.u.

    Die Gurke und der Wasserkocher scheinen aber populärer zu sein.

    • Joiachim - 24. Juni 2016

      Die Brexitbefürworter haben sehr wohl einen Plan.
      Die EU abschaffen in der Form wie sie existiert!
      Auch ich habe es satt ständig aus Brüssel oder Frankfurt(EZB) mir vorschreiben zu lassen warum diese ihre Politik als der einzig wahre Weg anzuerkennen ist!
      Bisher habe ich noch keinen Weg gefunden mein Rechtsempfinden auf rechtsgültigen Wege Gehör zu verschaffen.
      Da nützen Gesetze und Verträge rein gar nichts.
      Es wirkt als ob man einen rechtsfreien Raum betritt in dem der obligatorisch rein Stärkere tun und lassen kann was er will.

      Alleine die Art und Formgebung der sogenannten Rettungsmaßnahmen treiben einem zu echten Wutanfällen.
      Wer hat den hier noch einen Überblick? Wieviele Programme sind installiert und aktiviert?
      Welche rechtliche Grundlagen unterliegen sie?
      Für wieviele Billionen muss der Bürger denn alternativlos haften?
      Für mich sind diese Programme der ultimative Beweis einer völlig verkorksten Wirtschaftspolitik die offensichtlich nur in theoretischen Abhandlungen prächtig funktioniert.

      • Klaus - 24. Juni 2016

        @ Joiachim
        1.) “Die EU abschaffen in der Form wie sie existiert!” Was folgt danach?

        2.) “Wer hat den hier noch einen Überblick? Wieviele Programme sind installiert und aktiviert?”
        https://www.tagesschau.de/wirtschaft/esm110.html
        Eins von mehreren Progarmmen.
        Kleine Hilfe: Lesezeichen für komplexe Themen anlegen und mittels einer eigenen
        Exceltabelle die Programme auswerten

        3.) “Verkorksten Wirtschaftspolitik” – Von wem?
        Von den Amerikanern mit der Internetblase?
        Von den Amerikanern mit der Finanzblase?
        Von den Chinesen mit der ungezügelten WP?
        (s. Beitrag SLE) https://www.querschuesse.de/die-krise-chinas/
        Von dern Briten mit ihrer Finanzpolitik
        Von Merkel & Co. die als größter Sprecher auf die Probleme reagiert, aber nicht für alle klug
        agiert hat?
        Von den Südländern, die trotz besserem Wissen sich über alle Ohren verschuldet haben?
        Von den Verbrauchern und Bürgern der EU?

        “Die Brexitbefürworter haben sehr wohl einen Plan.” Theoretisch…. 🙂

        Man muß Europa nicht lieben, aber nur durch ein gemeinsames starkes Europa können die bestehenden Probleme gelöst werden. /Theoretisch)…..

        Aus deutscher Sicht waren wir jahrzehnte lang Spielball und Manövriermasse zwischen Russland und den USA. Dieses Stück beginnender Souveränität zerstört man ohne Not.
        Was für armselige Gesellen sind diese Nationalisten, die meinen, beispielsweise Dänemark , Holland oder Ungarn könnten mit einem starken Nationalstaat gegenüber den mächtigen Blöcken wie USA, Russland, China oder den Ölförderländern des Nahen Ostens einen Trumpf in der Hand halten. Belächelt werden diese Zwerge.

        Eine Strukturreform innerhalb der EU ist dennoch notwendig. Aber nicht durch weniger Europa, sondern mehr. Steuersonderrechte gegenüber multinationalen Konzernen durch Irland, den NL, Luxemburg und auch D muß Einhalt geboten werden.

        Auch gehören m e h r kontrollierte Transferleistungen dazu. Die Angleichung der sozialen Standarts ist zwingend notwendig um diesem Arbeitskräftetourismus entgegen treten zu können.

        Meine bescheidene Meinung

        Gruß

  • klaus - 24. Juni 2016

    Hallo an Alle.

    Also keine Rentenkürzungen und Agenden für die Briten. 😉

    Und wo helfen Wir jetzt?
    UKraine will bald wieder heizen.
    Irland hat sich bei der Wahl nicht getraut.
    Brauchen die auch wieder Geld?
    Portugal etwa auch?
    Wie hoch steht der Target für ESP und IT ? 200 Mrd?
    Schaffen die Franzosen vor der Wahl noch die Agenda die Motivation
    der ältesten Arbeitnehmer?
    Hoffentlich hält die Druckerpresse der EZB.
    Gut das das VG die OMT unbedenklich gestuft hat.
    Sonst wäre DB und Coba schon vorm Wochenende
    von S&P angezählt — .
    Tja, die unsoziale Handhabe ärgert Europäer, wenn Sie
    sich mit Neuankömmlingen vergleichen.
    Und der Kontrast zu den Superreichen, zusammen
    mit der Diskussion und die Vermögenssteuer haben auch
    bestens geholfen.
    Es geht bergauf.
    Weiter so.
    Wenn die Inselaffen raus sind, finden die Anderen
    das System eindeutig super.

    Gruß klaus

  • Marja - 24. Juni 2016

    Moin,

    Heute habe ich gelesen, dass der Wunsch, aktuelle Probleme mit antiquitierten Lösungsmustern zu lösen, scheitern wird. Deshalb gewinnen die Populisten, die mit Retro-Klischees versuchen, die heutigen Probleme zu lösen. Da stimme ich Bubblegum zu: Mit einer Rückkehr zu MS-DOS, um der Abo-Falle Windows 10 zu entgehen, ist es nicht getan.

    Leider ist es genau das, was EU und Nationalstaaten in den letzten Jahren versucht haben, als man die Griechen vor die Hunde hat gehen lassen. Zumal man mit der DDR eine historische Blaupause für ein solches Vorgehen hatte: Sparen bis zur kompletten De-Industrialisierung.

    Das die Populisten in GB in den de-Industrialisierten ländlichen Bereichen Erfolge feiern könnten, liegt ja dort an der nationalstaatlichen Politik seit Thatcher mit der Ausrichtung auf CoL und nicht auf dem europäischen Gedanken oder der EU. Der Niedergang von GB ist Ausdruck von einem Zuviel an Nationalstaatlichkeit.

    Und dieses Zuviel an Nationalstaatlichkeit (und ein Mangel an Visionen) der deutschen Außenpolitik hat zum griechischen Desaster geführt und dem kleinen Mann gezeigt, wie er in der EU den Interessen ausländischer Nationalstaaten geopfert wird.

    M. E. ist die heutige Krise der EU zu einem wesentlichen Teil Folge einer nationalistischen Politik Deutschlands, welches das Hartz IV System “Quälen und Fordern” also deutsches Radfahrertum internationalisiert hat.

    Wie schon in der Innenpolitik führt die Entsolidarisierung wesentlicher Teile der EU zum Scheitern der politischen Einheit, auch wenn sie nur gefühlt sein mag.

    Ich halte zunächst eine sachliche Analyse der wirtschaftlichen Folgen des Brexit für erforderlich. Die Kapitalflucht in GB hat schon eingesetzt. Das wird zu erhöhter Inflation führen fur die Waren des alltäglichen Lebens aber zu einer Reduktion der Sachwerte (Immobilien), da der Abzug des ausländischen Kapitals, die anziehenden Preise und ggf. steigende Zinsen Druck auf die Immobilienpreise ausüben wird.

    Mein worst case Szenario bedeutet: Platzen der Immobilienpreise, Verlust des gefühlten Reichtums, Abfall der Preise unter die Verschuldung, Kreditklemme, bilanztechnisch kollabierende Banken mit negativen Auswirkungen auf den Finanzplatz CoL für GB. Für die EU und die Welt erwarte ich eine Krise wie nach Lehmann Brothers.

    Grüße Marja

  • klaus - 25. Juni 2016

    Liebe Marja

    “Rückkehr zu MS-DOS, um der Abo-Falle Windows 10 zu entgehen, ist es nicht getan.”

    warum so negativ?

    Es gibt LINUX, das hat Emulatoren und Virtualisierer.
    Es gibt einen DosEmu, einen Wine ( Windows-Emulator jetzt sogar in 64-Bit )
    Virtualisierer für dutzende Betriebssysteme.

    Und gerade RedHat Linux steht wie eine Eiche in GB.
    Das kann man vom irländischen M$-Versandhandel net sagen.

    Es gibt also Alternativen.
    Wenn es uns auch niemand sagt in Neuland.

    Grup klaus

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