Deutschland: BuBa: Target2 Forderung bei über 1000 Mrd. Euro

DeutschlandEs ist vollbracht, wie die Deutsche Bundesbank (BuBa) berichtete ist im Monat Juli 2020 die Target2 Forderung um +24,131 Mrd. Euro zum Vormonat angestiegen, auf 1019,214 Mrd. Euro. Dies wirft erneut den Blick darauf, wie sich die Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone, durch ungezügelte Geldpolitik und staatliche Rettungspakete immer weiter aufschaukeln!

Die Forderungen aus Target2 der Deutschen Bundesbank auf Monatsbasis in Mrd. Euro seit Januar 1999 im Chart. Von 1999 bis 2006, vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise, lagen die Forderungen der Deutschen Bundesbank monatlich im Schnitt bei nur +1,6 Mrd. Euro. Dem deutschen Nettoexport, von Waren, Gütern und Dienstleistungen, in die Länder der Eurozone lag ein adäquater privater deutscher Nettokapitalexport vor, der für ausgeglichene Salden sorgte. Seitdem befindet man sich in einer Phase des permanenten Aufschaukelns, im Juli 2020 mit dem vorläufigen Höhepunkt von 1019,214 Mrd. Euro! Man befindet sich seit über einem Jahrzehnt in einer permanenten Saldenkrise!

Wer die adäquaten Target2 Verbindlichkeiten im Juli 2020 anhäufte, ist zu diesem Zeitpunkt nicht abschließend zu recherchieren, man muss die kompletten Datensätze der EZB zu den Target2 Salden abwarten. Aber wahrscheinlich werden es wieder primär Italien und Spanien sein.

Die Corona-Krise, in Reaktion darauf die Geldpolitik, schafft in der Eurozone immer mehr neues Zentralbankgeld und dieses wird per Saldo verbracht, auf deutsche Konten transferiert (als Einlage, für Waren und Güter) oder es werden eben deutsche Vermögenswerte davon erworben.

Target2 Salden sind Ausdruck der Zahlungsbilanz, sie entstehen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr innerhalb der Eurozone, via dem Target2 Zahlungssytem und beinhalten Leistungsbilanz (Waren, Güter, Dienstleistungen) und Kapitalbilanz (Finanztransaktionen). Überweisungen mittels dem Target2 Zahlungssystem werden nur über Zentralbankgeld (ZBG) abgewickelt. Fließt einem Bankensystem einer Volkswirtschaft der Eurozone mehr ZBG über das Target2 Zahlungssystem zu als ab, entsteht ein positiver Target2 Saldo, fließt mehr ZBG ab als zu, ein negativer Target2 Saldo.

Die Ungleichgewichte (Leistungs- und Kapitalbilanz) werden durch die Coronakrise, innerhalb der Eurozone immer noch mehr zunehmen. Die Fehlentwicklungen in der Leistungs- und Kapitalbilanz der Euro-Länder wurden in der Vergangenheit und werden auch aktuell nicht adressiert, begradigt, noch werden Lösungen gefunden, sondern immer noch mehr billiges Geld kaschiert nur die tiefgreifenden Probleme. Immer weiter – bis irgendwann nichts mehr geht – das Vertrauen in das Finanzsystem, die Währungen endgültig erodiert. Dafür ist auch der Target2 Saldo ein guter Indikator, Gradmesser, wie der Blick auf den Goldpreis und auf andere Indikatoren.

Quelle: Bundesbank.de/Portal/Target2

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