Die Bundestagswahl und Europa: Die Wählerkrise

von am 21. August 2013 in Allgemein

Es ist Bundestagswahlkampf – und keiner geht hin!

So ungefähr könnte man die Situation einen Monat vor der Bundestagswahl beschreiben. Die Rechnung der etablierten Parteien, erst etwa sechs Wochen vor der Wahl mit dem Wahlkampf zu beginnen, weil alles, was davor geschieht, den Wähler bei seiner Wahlentscheidung ohnehin kaum tangiert, ist nicht aufgegangen.

Geradezu verzweifelt wirken inzwischen die Versuche der großen Oppositionsparteien, allen voran die der SPD, jede neue Skandalmeldung in der Presse und den Medien mit der an die Bundesregierung gerichteten Forderung nach „lückenloser Aufklärung“ und mithin eben auch mit der Einsetzung von Untersuchungsausschüssen für sich auszuschlachten, das heißt, auf diesem Wege die Aufmerksamkeit und vor allem die Zustimmung der Wähler zu gewinnen.

Doch es funktioniert nicht. Das legen jedenfalls die fortlaufend neu erscheinenden Umfragewerte der Parteien nahe.

In den letzten beiden Jahren hat die Opposition zusammengenommen nicht so viel Getöse veranstaltet wie in den letzten paar Wochen. Der Euro-Hawk-Affäre folgte die NSA-Abhöraffäre und zwischenzeitlich schien der Opposition sogar der Personalmangel im Stellwerk Mainz der Deutschen Bahn genug Substanz für ein Wahlkampfthema herzugeben. Dazwischen eingestreut ging es um die Plagiatsvorwürfe gegen den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) und jüngst kamen die Untreue-Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Thüringens CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht auf.

In Bayern wiederum plagt die Landesregierung von Horst Seehofer (CSU) die Affäre um den jüngst per Gerichtsentschluss aus der Psychiatrie entlassenen Gustl Mollath, die auch einen Untersuchungsausschuss beschäftigte und natürlich die Verwandtenaffäre, bei der bayerische Landtagsabgeordnete und auch Regierungsmitglieder unzulässig Familienmitglieder als Mitarbeiter aus Steuergeldern finanzierten. Denn, nicht zu vergessen, auch in Bayern wird ja – eine Woche vor der Bundestagswahl – gewählt und zwar ein neuer Landtag.

Nachdem jetzt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) von der Notwendigkeit eines dritten Hilfspakets für Griechenland gesprochen hat, ist der Wahlkampf beim Thema Euro-Rettung angelangt und – Sie ahnten und wissen es auch schon – natürlich fordert die Opposition „lückenlose Aufklärung“.

Diejenigen, die das alles über die Zeitungen und das Fernsehen fortlaufend mitbekommen haben, sind sie leid, diese um sich selbst drehende Politik und diesen Oppositionswahlkampf, der sich primär aus den Schlagzeilen der Presse speist und bei dem kübelweise Kritik über die Regierungsparteien ausgeschüttet wird – teils berechtigt, aber eben rein reaktiv, teils ohne überzeugen zu können, dass sie, die Opposition, anders ist oder es wirklich anders machen würde. Die anderen, und das dürften die meisten Bürger sein, haben sich lieber Urlaub davon genommen und werden sich wahrscheinlich erst unmittelbar vor den beiden anstehenden Wahlterminen (15. und 22. September) damit beschäftigen, wo sie ihr Kreuz machen, wenn sie es denn überhaupt tun.

Denn für viele sind die etablierten Parteien – zumindest in den wesentlichen Zügen – politisch unterschiedslos gewordener Einheitsbrei. Ein glaubwürdiger, überzeugender Gegenentwurf zur Regierungspolitik ist weit und breit nicht in Sicht. Eine überzeugende alternative Partei aber eben auch nicht.

Das ist im wahrsten Sinne des Wortes fatal. Denn die Euro-Krise wird so sicher wie das Amen in der Kirche auch bei uns in Deutschland, auf dieser scheinbaren Insel der wirtschaftlichen und finanziellen Glückseligkeit, ankommen und zwar mit allen bisher schon in den europäischen Krisenländern sichtbar gewordenen Kernproblemen: wirtschaftliche Talfahrt, steigende Arbeitslosigkeit und steigende Staatsverschuldung.

Die europäische Krisenpolitik der letzten Jahre, die unbestreitbar die Handschrift unserer Bundesregierung in Berlin trägt und – mit Ausnahme der Linken – von allen Oppositionsparteien im Bundestag mitgetragen worden ist, ist von den Resultaten her gesehen katastrophal gewesen. Bisher sind es „nur“ unsere Mitmenschen in den europäischen Krisenländern gewesen, die die Folgen dieser Krisenpolitik zu spüren bekommen haben und ertragen müssen. Sie baden aus, was gerade auch in Berlin entschieden worden ist.

Allzu viele Wähler in Deutschland wollen es immer noch nicht wahrhaben oder verdrängen es schlicht, aber auch sie wird die europäische Krise treffen und sie können sicher sein, dass dann dasselbe krisenpolitische Konzept auch bei uns Anwendung finden wird.

Der eigentliche Aufreger der bevorstehenden Bundestagswahl ist deswegen, dass es seit Jahren – und zwar parteiübergreifend – keine schlüssige und wirklich erfolgversprechende alternative Konzeption zur Bewältigung der Krise in Europa gibt oder genauer gesagt, wie europaweit Schuldenprobleme, wirtschaftliche Talfahrt und steigende Arbeitslosigkeit überwunden werden können – bevor diese Probleme bei uns ankommen.

Nichts davon hört man im Wahlkampf, was aber vor dem zuvor dargelegten Hintergrund auch nicht weiter verwunderlich ist. Die Parteien beschäftigen sich sowieso lieber mit sich selbst, mit dem was die Zeitungen in ihren Schlagzeilen schreiben und mit den Umfragen der Meinungsforschungsinstitute. Der Schwanz – Meinungsforschungsinstitute, Presse und Medien – wackelt im Wahlkampf folglich mit dem Hund – den Parteien.

Und die Wähler?

Viele haben die Nase voll davon. Sehr viele interessieren sich ohnehin kaum für Politik. Viele haben sich auch angesichts dessen, was aus der Politik heute geworden ist, von ihr abgewendet. Nur die wenigsten interessieren sich zudem für Wirtschafts- und Finanzfragen. Es ist ein schwieriger und trockener Stoff, zu dem viele gerade auch deswegen gar keinen Zugang suchen. Schauen Sie nur einmal bei der Suchmaschine Google nach, welche Begriffe im Ranking der meist-gesuchten bzw. „gegoogelten“ Begriffe ganz oben stehen und Sie werden einen Eindruck davon bekommen, was die Menschen wirklich beschäftigt. Aber Wirtschafts- und Finanzfragen sind es nun einmal, die im Mittelpunkt der europäischen Krise stehen und die zu lösen die vordringlichste Aufgabe unserer Politiker sein muss. Wir sitzen alle im selben Boot und dieses Boot hat nun einmal seit längerem ein ernstes Leck. Da kann man schlecht sagen: Das interessiert mich nicht.

Was geschieht da also gerade im deutschen Wahlkampf?

Pointiert und provokant formuliert könnte man sagen: Ahnungsloser Politiker trifft auf ahnungslosen, desinteressierten Wähler. Da wird einem mit Blick auf unser leckgeschlagenes Boot allerdings schon ein wenig mulmig.

Laut Umfragen sind die Zustimmungswerte der Parteien seit Wochen relativ stabil. Doch einer aktuellen Erhebung zufolge können sich 72 Prozent der Befragten vorstellen, ihr Kreuz doch noch woanders zu machen. (1) Was also wird die Bundestagswahl entscheiden? Welche Schlagzeile in der Presse, welche Meldung in den Medien, welcher Richterspruch, welche Katastrophe? Oder wird es das Wetter sein … oder doch die Landtagswahl in Bayern?

Was auch immer es ist, die für die wirtschaftliche und finanzielle Zukunft Europas und Deutschlands entscheidenden Kompetenzen unserer Politiker werden es definitiv nicht sein. Genau genommen könnte man sagen, wer künftig Deutschland regiert und die europäische Krisenpolitik prägt wird am 22. September von den Wählern ausgewürfelt, denn es interessiert sie mehrheitlich gar nicht. Und nur damit es keine Missverständnisse gibt: Wer Kompetenzen und krisenpolitische Alternativen bei den Politikern nicht aktiv einfordert, der darf sich nicht wundern oder gar beklagen, wenn er auch keine angeboten bekommt.

Machen wir uns nichts vor: Wir haben auch eine Wählerkrise. Daran lässt sich so kurz vor der Wahl nichts mehr ändern. Wer unzufrieden mit allen etablierten Parteien ist, der sollte deswegen im Zweifel lieber einfach ungültig als gar nicht wählen. Denn nur so bekommen die etablierten Parteien diese Unzufriedenheit letztlich auch wirklich zu spüren.

Tun Sie sich selbst einen Gefallen, stecken Sie den Kopf nicht in den Sand. Auch wir werden von der europäischen Krise getroffen werden und zwar gerade weil die Politiker keine kompetente Krisenpolitik betrieben haben. Dass jetzt über ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland geredet werden muss, sollte für jeden der beste Beleg dafür sein. Ziehen Sie unsere Politiker dafür zur Rechenschaft, denn Sie sind es, die dafür zu zahlen und darunter zu leiden haben werden. Die Krisenpolitik muss kompetenter und erfolgreicher werden und zwar so rasch wie möglich. Wie das gelingen kann, das ist die wichtigste Frage, um die es sich bei der Bundestagswahl drehen sollte. Stellen Sie diese Frage Ihren Abgeordneten, konfrontieren Sie sie damit, machen Sie Druck. Denn die Krise steht vor unserer Tür.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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72 KommentareKommentieren

  • Holger Buchholz - 21. August 2013

    “lieber einfach ungültig als gar nicht wählen” damit die etablierten Parteien diese Unzufriedenheit zu spüren bekommen, ist natürlich objektiv falsch. In beiden Fällen hat so eine Stimmabgabe keinen Einfluss, auf die Sitzverteilung im Parlament und stärkt nur etablierten Parteien. Wenn man seiner Unzufriedenheit Ausdruck verleihen will, bleibt nur, Protest zu wählen.

  • Rolmag - 21. August 2013

    Jetzt kommts:

    Die EU wurde einst erschaffen um den Niedergang Europas zu stoppen.

    Stattdessen wird der Niedergang des alten Kontinents durch diese EU beschleunigt!

    Wenn die EU gegründet wurde, um den Kontinent vor dem Abstieg in die politische und später natürlich auch wirtschaftliche sowie kulturelle Bedeutungslosigkeit zu bewahren und idealerweise zu heben, wird dieser Ansatz durch die aktuellen Entwicklungen vollumfänglich konterkariert.

    Wenn die gesamte wirtschaftliche Macht der Eurozone eingesetzt wird, nicht etwa um die weltweite Geltung der Eurozone zu heben, sondern um Luxusschuldnern, die sich ohne die geringste Rücksicht auf die Gemeinschaft über beide Ohren verschuldet haben zu “retten” (in dem Zusammenhang eine arg manipulative Wortwahl, ebenso wie Solidarität, weil was tun wir erst, wenn jemand unverschuldet in eine Krisensituation kommt?), dann steht es ohne den kleinsten Zweifel fest, dass diese EU das exakte Gegenteil der intendierten Wirkung erreicht hat und den Kontinent noch eher ruiniert als mit einzelnen Staaten!

    Und noch weit dramatischer ist der Grund hierfür!

    Die Politiker sind schlicht und einfach zu dumm, andere Ansätze zu entwickeln, als immer gewaltigere Steuergeldmengen zu verfeuern.
    Und die haben anschließend die Nerven, sich tatsächlich dafür zu loben, wenn sie einen Effekt erreichen, für den die Privatwirtschaft bestenfalls ein Fünftel der Geldmenge gebraucht hätte.

  • Frankenfurter - 21. August 2013

    Warum bekommt diese Regierung im Allgemeinen gute Noten und sogar eine rechnerische Mehrheit? Der DeutschlandTrend gibt darauf sehr wohl eine Antwort. Sie liegt in der Bewertung der wirtschaftlichen Lage. 66 Prozent der Befragten schätzen sie als gut oder sehr gut ein, das ist ein ordentlicher Wert. Noch deutlich positiver wird aber die eigene wirtschaftliche Situation bewertet. 76 Prozent erklären die für gut oder sehr gut. Das ist ein historischer Wert, der bislang nur ein einziges Mal, im Januar 1998, gemessen wurde. Klar, den Deutschen ist bewusst, dass diese Krise nicht vorbei ist. Viele sorgen sich um mögliche Armut im Alter oder den Verlust ihrer Spareinlagen, wenn der Euro in konkretere Gefahr gerät. Aber das ändert nichts am fast uneingeschränkten positiven Urteil über die Gegenwart: 76 Prozent wirtschaftlich zufriedene Bürger – die sind der Schlüssel für die Unterstützung, die die Kanzlerin und ihre Regierung bekommt. Wie hieß es doch seinerzeit bei Bill Clinton? “It’s the economy, stupid!” (Tagesschau.de)

  • Uwe - 21. August 2013

    “Stellen Sie diese Frage Ihren Abgeordneten, konfrontieren Sie sie damit, machen Sie Druck.”
    1000mal probiert und es ist nichts passiert. Deshalb habe ich bei der dem Autoren noch nicht bekannten “Ein glaubwürdiger, überzeugender Gegenentwurf zur Regierungspolitik ist weit und breit nicht in Sicht. Eine überzeugende alternative Partei aber eben auch nicht.”
    Alternative für Deutschland angedockt. Meine Empfehlung wäre, da mal genauer hinzuschauen,
    als deren Wirtschaftskompetenz zu übersehen. Vielleicht stellt er sein Jammern ein und wird aktiv.

  • Conney - 21. August 2013

    Entschiedener Widerspruch, SLE.

    Ungültig Wählen ist unpolitischer Unfug, wenn es Alternativen gibt, die man ggf. auch unter Hintanstellung schlimmerer Bauchschmerzen wählen kann.

    Eine Alternative muss und kann derzeit gar nicht im formulierten Sinne überzeugen.

    Je nach eigenem Gusto gibt es derzeit zwei Alternativen, von denen eine sicher im nächsten Bundestag vertreten sein wird.

  • Valentin - 21. August 2013

    Das zentrale Problem wird von den Parteien überhaupt nicht angesprochen. Man streitet sich bestenfalls (wie die Afd) über den Euro und eine Rückkehr zur DM. Das Problem ist aber unser Fiat- Geldsystem und dazu gehört u.a. auch der Euro. Dieses monetäre System kann nur existieren, solange der Vermögenszuwachs größer ist als das Schuldenwachstum, denn nur dann kann man Schulden bedienen. Das System selbst ist aber auf Schuldenwachstum angewiesen, ohne Schuldenwachstum bricht das Schuldenkartenhaus in sich zusammen. Das ist der Grund, warum die Zentralbanken so eifrig Geld drucken, das dann über Kreditgewährung in den Umlauf gerät. Bei der Kreditgewährung wird aber nur die Kreditsumme ausgezahlt. Die Zinsen fehlen, also ist immer zu wenig Geld im Umlauf.

    Wachsen erst einmal die Schulden schneller als das Bruttosozialprodukt, ist das System am Ende. Dann wird nur noch im wahrsten Sinne des Wortes geplündert und zwar von den Fiat- Gläubigern. Eine Rezession wie in den Südländern ist tatsächlich ohne Systemwechsel der nicht umkehrbare Weg zur Hölle (Aussage des tschechischen Außenministers).

  • Roland - 21. August 2013

    SLE: “Ahnungsloser Politiker trifft auf ahnungslosen, desinteressierten Wähler” – wie wahr !

  • Ro - 21. August 2013

    “Wer in der Demokratie schläft, wird in der Diktatur aufwachen”

    Diese Weg wählt die Masse. Jedem so wie er es verdient. Eine heuchlerische Masse. Hauptsache der Grillabend stimmt, das Handy funktioniert.

  • bauagent - 21. August 2013

    Der Artikel bleibt natürlich an der Oberfläche ohne die Gründe für das weitestgehende Interessensdefizit zu erklären.

    Vor allem die Jugend wurde letztlich durch eine Politik, die aus Lug und Betrug, aus Vorteilsnahme und Verschleierung besteht, vom politischen Prozess abgekoppelt. Gesellschaftliche Verwerfungen wie z.B. Hartz IV und Niedriglohn haben diese Entwicklung unterstützt und klar gerade die bildungsschwachen Schichten abgekoppelt. Die rasend schnelle Europäisierung in immer weiter entfernte Entscheidungsbereiche beginnt gerade den Rest des politisch Interessierten Mittelstands
    in Resignation zu bringen.

    Der Mensch hat soziologisch vielleicht eine Reichweite von 100 km wo er das notwendige Gefühl von Nähe und Zugehörigkeit aufbauen kann. Die Politik hingegen lebt in einer Parallelwelt, die keine globalen Grenzen kennt. Sie hat ihr tun den wirtschaftlichen Aspekten unseres Geldsystems unterworfen und wird getrieben von Angst. Daher beobachten wir derzeit das Kaninchen ( Poltik ) vor der Schlange ( Hochfinanz-/ Industrieoligarchie ).

    In der Vergangenheit waren es Bürgerkirege und Weltkriege als Ventil undzur Ideologiedurchsetzung.

    Hoffen wir, dass uns diese Situation in der ( ohne Akzeptanz der Bürger ) überfremdeten Gesellschaft, deren Werte gerade gegen Luft ersetzt werden, nicht wieder für ein zweifelhaftes Ziel genutzt wird. Gefährlich für den Rest an Demokratie ist es in Verbindung mit unserer Informations-/ und Medienlandschaft allemal.

    Ganz guter Beitrag nachfolgend:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/06/11/gefaehrliche-entwicklung-deutsche-verlieren-interesse-an-der-demokratie/

    • Ro - 21. August 2013

      So ist das leider!

      Und das Ziel der elitären Kräfte global ist doch in der Zwischenzeit mehr als offensichtlich:

      Vollständige Kontrolle um die alte Kontrolle (Geldsystem, Macht) zu erhalten und im Falle der Kernschmelze (100 % sicher und nicht verhinderbar, nur zu verzögern).

  • RedMoe - 21. August 2013

    @Valentin

    “Dieses monetäre System kann nur existieren, solange der Vermögenszuwachs größer ist als das Schuldenwachstum, denn nur dann kann man Schulden bedienen.”

    Diese Aussage ist natürlich großer Unsinn, da buchhalterische Logik gebietet, dass Geldschulden = Geldvermögen.

    ad SLE: Wie bereits erwähnt ist die Aufforderung lieber ungültig zu wählen statt gar nicht leider großer Kokolores. Ungültige Wahlzettel werden genauso gewertet wie gar nicht abgegebene: Gar nicht.

    Was hilft wäre tatsächlich alternative Parteien zu wählen, aber dazu ist die Masse der Wähler zu desinteresiert/faul/träge, nennt es wie ihr wollt. Die etablierten Parteien sind zwar alle doof, aber die kleinen Parteien sind dafür Spinner, die keine Ahung haben. So isser eben der Deutsche. 😉

    Pispers hat schon nicht Unrecht: http://www.youtube.com/watch?v=Uy8lvaqivZQ

    Zumindest eines aber kann und wird die Demokratie hierzulande auch im September wieder garantieren: Wie kriegen genau die Regierung, die wir verdient haben.

    Allerdings muss ich sagen, dass ich mich zumindest mit einer der etablierten Oppositionsparteien nach wie vor sehr stark identifizieren kann. So stark, dass ich sogar nach wie vor Mitglied bin. Aber ob ich sie bei der Bundestagswahlen wählen kann, bin ich mir leider immer noch nicht sicher.

    Ich denke bei der Opposition mangelt es vor allem an frischem Personal, insbesondere die SPD sollte dringend endlich diese abgehalfterte Schröder-Bande entsorgen. Und auch bei den Grünen dürfen nach 20 Jahren gerne mal neue Leute dran.

    • peterb - 21. August 2013

      “Diese Aussage ist natürlich großer Unsinn, da buchhalterische Logik gebietet, dass Geldschulden = Geldvermögen.”

      Unsinn? Die Rechnung stimmt nur oberflächlich.
      Tatsächlich sind es Forderungen an Dritte, die diese Schulden erst erarbeiten müssen. Mittlerweile ist die Wirtschaftskraft weltweit nicht mehr in der Lage, diese Schuldforderungen (Kreditsumme und Zinsen – die Wetten kommen noch oben drauf) aus sich selbst heraus zu bedienen. Es hilft also nur noch Aufschuldung. Bis zum Exitus.

      • peterb - 21. August 2013

        Nachtrag:
        Was hat “buchhalterische Logik” mit Realität zu tun?

        • RedMoe - 21. August 2013

          @peterb

          “Was hat “buchhalterische Logik” mit Realität zu tun?”

          Du lieber Himmel, lesen Sie eigentlich, was in diesem Blog tagein, tagaus geschrieben wird? 😉 Geldverrmögen und Schulden sind volkswirtschaftlich betrachtet identisch. Wenn ich 1 Mio. € auf mein Bankkonto lege, habe ich ein Vermögen von 1 Mio. €. Aus Sicht der Bank sind das aber 1 Mio. € Schulden, die sie bei mir hat. Es ist dieselbe Mio. nur von zwei Seiten der Buchhaltung aus betrachtet. Deshalb können die Geldschulden niemals höher sein als die Geldvermögen. Oder anders ausgedrückt: Das globale Nettogeldvermögen ist immer gleich Null!

          Richtig ist allerdings, dass wenn die Bruttovermögen/Bruttoschulden relativ zur Wirtschaftsleistung steigen, auch die relative Zinslast steigt (bei gleichen Zinssätzen), was theoretisch verschiedene Probleme mit sich bringt.

          • KHB - 22. August 2013

            “wenn die Bruttovermögen/Bruttoschulden relativ zur Wirtschaftsleistung steigen” … Das tun sie in der Regel in allen Währungsräumen, denn Bruttovermögen/Bruttoschulden sind Bestandsgrößen, die sich aus der Wirtschaftsleistung (Flussgröße) der Vorjahre ergeben.
            Vorgaben zu einer über die Jahre konstanten (maximalen) Relation zwischen Bestandsgrößen und Flussgrößen (Bsp. Maastrichter Konvergenzkriterien) sind schwachsinnig und nicht haltbar.

          • peterb - 22. August 2013

            Nichts verstanden, lieber RedMoe

            “Geldverrmögen und Schulden sind volkswirtschaftlich betrachtet identisch.” Genau das habe ich gesagt. In der Realität ist es nur leider so, dass wenn der Schuldner nicht mehr kann, für den Gläubiger auch das “Vermögen” weg ist. Noch nie erlebt?
            Und seit einiger Zeit ist die Wirtschaftsleistung der Welt nicht mehr in der Lage, die Forderungen vollumfänglich zu erfüllen, was augenblicklich nur durch ständig neue Kredite (Schulden) in der Hoffnung, die Wirtschaftsleistung auf ein entsprechendes Niveau anzuschieben, versucht wird.

            Ist das alles so schwer verständlich?

          • RedMoe - 22. August 2013

            Lieber peterb,

            danke dass Sie mir das nochmal erläutern. Das habe ich selber schon verstanden. Ich bin lediglich auf die Aussage von Valentin eingegangen, die lautete: “Dieses monetäre System kann nur existieren, solange der Vermögenszuwachs größer ist als das Schuldenwachstum, denn nur dann kann man Schulden bedienen.”

            Der Vermögenszuwachs ist niemals größer als das Schuldenwachstum und umgekehrt. Nicht mehr und nicht weniger wollte ich gegenüber Valentin richtigstellen.

            Keine Ahnung, was du da jetzt für einen Zinober drum machst.

    • PaulFfm - 22. August 2013

      ich wüßte ja ganz gerne die Bank, die zufrieden ist wenn man ihr nach Ablauf der Kreditlaufzeit 1:1 die Kreditsumme zurückzahlt. Offensichtlich ist in der buchhalterischen Logik der Zins nicht enthalten.

      • Querschuss - 22. August 2013

        Hallo PaulFfm,
        einzelwirtschaftliche Logik und gesamtvolkswirtschaftliche Logik sind zwei paar Schuhe.

        Gruß Steffen

    • Valentin - 22. August 2013

      Ich hoffe, Ihre buchhalterische Logik verlässt Sie nicht, wenn das Geldsystem zusammenbrechen sollte. Dann werden Sie den Unterschied zwischen buchhalterischer Logik und Realität feststellen. Ihre Gleichung:
      Geldvermögen = Geldschulden
      wird Ihnen dann nicht mehr helfen. Es wird dann kein Geldvermögen mehr geben. Das ist der Test für wirkliches Vermögen.
      Unser Geldsystem besteht aus umlaufenden Schulden im Gegensatz zum Goldstandard. Der bestand aus umlaufendem Vermögen. Da hätte Ihre Gleichung Sinn gemacht. Hier sind Sie Opfer einer Täuschung.

      • RedMoe - 22. August 2013

        Keine Angst, primivste Zusammenhänge a la “Soll an Haben” gelten auch “wenn das Geldsystem zusammenbrechen sollte”, wie immer das auch ablaufen soll. 😉

        Geldvermögen = Geldschulden hilft natürlich auch dann, wenn es kein Geldvermögen mehr gibt. Konkret hilft es bei der Erkenntnis, dass es dann auch keine Geldschulden mehr gibt. Mehr steckt nämlich auch schon nicht dahinter.

        • Valentin - 23. August 2013

          Sehr geehrter roter Krieger, ich glaube ihnen ja Ihre Gleichung. Doch wenn sie bei unserem Papiergeld von Vermögen sprechen, verhalten Sie sich ungefähr so, wie ein umherziehender Händler, der Ihnen an der Haustüre mit einem selbstbemalten Papierbildchen die Silberuhr Ihres Großvaters abkaufen will mit der selbststrotzenden Behauptung, er bezahle mit einem wertvollen Papierschein, den jeder, selbst der reiche Onkel in Amerika, respektiert.

          Sie können ihm glauben oder nicht, nur ein Vermögen wird er Ihnen nicht geben. Finden Sie niemanden, der Ihnen den Papierschein abnimmt, können Sie ihn in den Papierkorb schmeißen, dahin wo so manche Währung mit dem sog. Geldvermögen gelandet ist.

  • Bernd - 21. August 2013

    “Denn nur so bekommen die etablierten Parteien diese Unzufriedenheit letztlich auch wirklich zu spüren.” Nein, die etablierten Parteien lachen sich halb tot, es wird sie kein bisschen interessieren.
    Wie der erste Kommentator bereits meinte: ungültig oder gar nicht wählen hat praktisch kaum eine Wirkung. Man stimmt dann so ab, wie die Masse im Durchschnitt abgestimmt hat.
    Bewirken kann man nur etwas, wenn man eine Alternative wählt, insbesondere die Alternative für Deutschland.

    Lucky und die Kanzelette:
    http://www.youtube.com/watch?v=yi3HjPfZkCs : jede Woche zwei neue Filmchen

    AfD TV
    http://www.youtube.com/watch?v=S1ooh8tmdnU

  • Jürgen Forbriger - 21. August 2013

    Was soll die Qwahl in diesem nicht-suveränen Land?
    Seit 1945 gilt das Besatzungsrecht! Dieses Land ist eine GmbH mit der Geschäfts-Führerin Merkel. Glaubt Ihr wirklich, Ihr habt eine Wahl unter diesen KRIMINELLEN? Die interessiert nicht einmal daß das Bundesverfassungsgericht diese Wahlen (und die vergangenen) als illegal verworfen hat und die Regierung ein neues Wahlgesetzt verabschieden muß.
    Wenn Wahlen wirklich was verändern würden, wären sie in diesem Land bestimmt verboten.
    Solange kein Friedensvertrag,eine deutsche Verfassung, die deutschen Gebiete zurückgegeben und freie Wahlen stattfinden, ist dies ein Witz – ein Schlechter!

    • Roland - 21. August 2013

      Sobald Sie losreiten zur “Heimholung” dieser Gebiete, schmeisst Ihnen Putin eine Atombombe auf den Schädel.
      Wann reiten Sie endlich los ?

  • Basisdemokrat - 21. August 2013

    Wer sich seine heutige Dosis Ratlosigkeit noch nicht abgeholt hat kann das hier nachholen:

    Gruß BD

  • micdinger - 21. August 2013

    Wer trotz allem am 22. September wählen möchte, der findet unter

    http://tandemvipera.blogspot.de/2013/08/zdf-iv-wahlkampf-2013-oder-der.html

    eine recht detaillierte Untersuchung der Parteiprogramme mit ihren Wahlversprechen bezüglich der zukünftigen Finanzpolitik von Heribert Genreith.

    • micdinger - 21. August 2013

      PS: Am Ende des Beitrags befindet sich dann eine Tabelle als Entscheidungshilfe, sofern man diese benötigt und noch nicht fest entschlossen ist diese oder jene Partei zu wählen, wenn überhaupt. Was von den Programmpunkten der Parteien dann tatsächlich umgesetzt wird steht natürlich noch mal auf einem anderen Blatt.

    • RedMoe - 21. August 2013

      Na ja, nach einem Überflug ist dieser Eintrag schon sehr penetrant auf Anti-Establishment getrimmt. Im Grünen-Programm wird der Überschuss Deutschlands sehr wohl als Problem erkannt.

      • Bernd - 21. August 2013

        nicht ganz richtig RedMoe,

        die AfD hat dieses Problem sehr wohl erkannt, aber anders als Sie denken.
        Mit den Exportüberschüssen steigen auch die Target2-Salden und damit die Forderungen gegen die anderen EU-Länder. Können diese nicht bedient werden, was zu einem Großteil zu erwarten ist, verflüchtigen sich diese ins Nichts. Tolle Überschüsse. Aber sobald die Grünen das erfahren werden, werden Sie sich für die Beibehaltung der Überschüsse einsetzen. Ja, Deutschland profitiert ungemein vom Euro; zum Schein.

        • RedMoe - 22. August 2013

          1. Wo habe ich behauptet, dass die AfD das Problem nicht erkannt hat?

          2. TARGET hat absolut NICHTS damit zu tun, dass die Überschüsse Deutschlands ein Problem darstellen und weg müssen und die Grünen das erkannt haben.

          3. Leistungsbilanzüberschüsse bedeuten IMMER den Aufbau von Forderungen bzw. den Abbau von Verbindlichkeiten ggü. dem Ausland. Der Unterschied ist nur, dass TARGET im Zentralbankensystem ist, während “normale” Kapitalbilanzsalden im Privatbankensystem hängen.

          • Holly01 - 22. August 2013

            @ RedMoe :
            Target Salden :
            Eine Buchung erfolg von einem Land in ein anderes. Der Bilanzausgleich in Währungstausch findet zwischen den Geschäftsbanken statt. Keine Targetsalden.
            Eine Buchung erfolg von einem Land in ein anderes. Der Bilanzausgleich kann nicht erfolgen, weil die Geschäftsbank nicht die Mittel hat. Die Zentalbank vergibt einen Kredit an die Geschäftsbank, damit diese den Bilanzausgleich herstellen kann. Keine Target Salden.
            Eine Buchung findet statt von einem Land in ein anderes. Der Bilanzausgleich kann weder von der Geschäftsbank, noch von der Zentralbank geleistet werden. Ein default.
            Besonderheit des Euroraumes : Die Zentralbank, die die Mittel nicht zur Verfügung hat, wendet sich an dei EZB, mit der Bitte, um eine Bennennung der Zentralbank innerhalb des Euroraumes, die einen Bilanzausgleich herstellen kann.
            Die EZB benennt diese Geber-Zentralbank.
            Die Default-Zentralbank macht über die EZB einen Abruf von Devisen bei der Geber-Zentralbank.
            Die Geber-Zentralbank -MUSS- dem Abruf Folge leisten.
            Es entsteht ein so genantes Target-Saldo. Die EZB garantiert für den Ausgleich der Target Salden, innerhalb der Leistungsfähigkeiten der beteiligten Zentralbanken.
            Die EZB kann zum Beispiel der Bundesbank einen Abruf auf Geld gegebüber z.B. den Niederlanden gestatten, um Target-Salden auch auf Notenbanken umzuverteilen, die am Vorgang nicht beteiligt waren.

            Jede Buchung die Geschäftsmässig erfolgt und die Ausdruck wirtschaftlichen Handelsn ist und im normalen Rahmen stattfindet, kann -KEINE- Target Salden erzeugen.
            Target Salden fällig zu stellen ist -NIRGENDS- im System vorgesehen. Target Salden sind quasi “ewige” Buchungen ohne Ablauftermin.
            Target Salden sind ein Ausdruck von Ungleichgewichten bei der Verfügbarkeit von Auslandswährungen, die handelbar sind. Es ist -KEIN- Zeichen von Ungleichgewichten -INNERHALB- des Währungsraumes, denn Euro kann jede Geschäftsbank und Notenbank herstellen wie Dreck, nur unbegrenzter.

          • RedMoe - 22. August 2013

            Die TARGET-Salden bilden eine Störung des Interbankenmarktes ab. Die Banken in den Kernländern haben zwischenzeitlich mächtige Kohle aus der Peripherie abgezogen. Diese mussten sich entsprechend vermehrt über ihre nationalen Zentralbanken (Stichwort: ELA) finanzieren, wohingegen die Kernländerbanken nicht mehr wussten wohin damit und es entsprechend bei ihren NZB geparkt haben (Buba wurde dadurch Nettoschuldner des dt. Geschäftsbankensystems). Insofern sind die TARGET-Salden sehr wohl eine Folge der Umwuchten im Währungsraum, nur dass da per Saldo kein Geld geschöpft wird wie der Sinn das dauernd behauptet und erst recht dadurch keine Kreditklemme in Deutschland erzeugt wird.

            Die TARGET-Salden bedeuten letztlich nur eine Übertragung der Schuldner/Gläubiger-Beziehungen zwischen den nationalen Bankensystemen vom Privatbankensektor auf das EZB-System. Die dt. Banken haben ihre Forderungen von den Peripheriebanken auf die Buba übertragen, die Peripheriebanken haben ihre Verbindlichkeiten von den dt. Banken auf ihre NZB übertragen.

            So meine Interpretation der Salden.

      • micdinger - 22. August 2013

        Dass es zum Verständnis bei Wirtschaft- und Finanzthemen mit einem Überflug selten getan ist weist du ja eigentlich selber.

        Die Sache mit dem Anti-Establishment ist das eigentliche Problem, das stimmt schon. Für einen theoretischen Beobachter, der wirklich außerhalb unseres Wirtschaftssystems steht, gehören wohl alle hier schreibende zum Establishment, wenn auch nur als Fußvolk. Da besteht natürlich die Sorge, dass man sich bei wirklich gravierenden Änderungen erst einmal selbst den Boden unter den Füßen weg zieht, bevor er einem weggezogen wird. Ist ein Problem, gebe ich zu.

  • Thomas Paine - 21. August 2013

    Europa ist im Niedergang. Das kann auch der Weihnachtsmann nicht aufhalten. Erholung wird eintreten wenn die Masse wieder zu Fuss geht!

  • Systemfrager - 21. August 2013

    >>> der sollte deswegen lieber einfach ungültig als gar nicht wählen. Denn nur so bekommen die etablierten Parteien diese Unzufriedenheit letztlich auch wirklich zu spüren.

    Wirklich????

    Menschen ohne eigene Identität, ohne Gewissen, ohne Scham und ohne Würde kann man außer mit dem Messer nicht verletzen. Man kann sie weder bloßstellen noch kränken, weil hinter der Fassade oder der Maske nichts ist. Sie brechen nicht zusammen, und es bricht keine Welt für sie zusammen, wenn ihnen bewiesen oder wenn öffentlich bekannt wird, daß sie verächtliche kleine Schurken sind. Das ist der Menschentyp, der die eigenen Kinder – und nicht nur sie – zur Waffe greifen läßt.

    Im Augenblick hat das plutokratische Herrschaftssystem noch die Loyalität seiner Dienstklassen, also der „Systemkonformisten“. Das sind zum einen jene Schichten der “käuflichen” Existenzen, häufig akademisch qualifiziert, seien es die Geldverwalter der Plutokraten, seien es Politiker, Gewerkschaftsführer, Journalisten, Juristen, Professoren etc., welche im Dienste der Verschleierung und Verkomplizierung der Zusammenhänge als Agenten von Manipulation und Betrug tätig sind.

    Wir wissen, wie korrupt und verbrecherisch dieses System ist, dass seine Akteure über keinerlei Integrität verfügen und kein Politiker eine persönliche Verantwortung für die Räubereien und Machenschaften empfindet, die ihm seine Karriere ermöglichten. In dem System gelingt niemandem eine Karriere, der sich nicht für völlig korrupte und kriminelle Machenschaften einspannen lässt

    • Holly01 - 22. August 2013

      Auf Menschenverachtung und Gewalt steh ich überhaupt nicht.

      Die körperliche Unversehrtheit ist das einzige Privileg, das wir bisher retten konnten und das möchte ich von niemandem in Frage gestellt sehen.

  • Arkadius - 21. August 2013

    Mal so zur Info

    Rufen Sie bei ihrer Gemeinde, Kreis, oder Kreisfreien Stadt, beim Zuständigen Wahlleiter an, und sprechen ihn darauf an (Brief ist auch gut), wie denn nun ohne gültiges Wahlrecht gewählt werden soll?

    Urteil vom Bundesverfassungsgericht: 2 BvE 9/11 vom 25.7.2012

  • bauagent - 21. August 2013

    @mcdinger

    “Wer trotz allem am 22. September wählen möchte, der findet unten eine recht detaillierte Untersuchung der Parteiprogramme mit ihren Wahlversprechen bezüglich der zukünftigen Finanzpolitik von Heribert Genreith.”

    DER WAR GUT! DAS RICHTIGE BETTHUPFERL FÜR MICH. Sie haben nicht zufällig noch einen Link aus dem hervorgeht was in der Vergangenheit verpsrochen, aber nicht eingehalten wurde?

    Aber ernsthaft. Die AFD zu wählen wäre sicher ein besseres Signal für die etablierte Einheitspartei im Bundestag als gar nicht zu wählen.

    Für unsere jungen “Protagonisten” steht allerdings möglicherweise die Neuvorstellung des neuen Iphone 6 im Weg, dass möglicherweise am 22.9. vorgestellt wird und taggleich zu Ladenöffnungszeiten bei MediaMarkt und Saturn führt, damit sie ein letztes Mal einen 24 monatigen Kreditvertrag zeichnen können, der die Summe des Gerätewertes um ein Vielfaches übersteigt und die 1€ – Lohnsklaven in China jubilieren läßt. Schöne neue Welt eben.

    http://www.t-online.de/digital/id_64409472/iphone-6-und-iphone-5c-im-september-apple-bestellt-zwei-versionen.html

    • micdinger - 22. August 2013

      Nun ja, die AfD ist ihre Entscheidung. für mich ist diese Partei eine FDP ohne EURO. Hier mal eine Aufstellung ihrer Protagonisten.

      http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=291824

      Sollte die AfD über 5% kommen, würde das aber wenigstens Bewegung in unser erstarrtes System bringen. Wenigstens etwas.

  • Klaus - 21. August 2013

    Das… “lieber einfach ungültig als gar nicht wählen” …. werde ich garantiert nicht tun! Und ich halte diesen Ratschlag für den schlechtesten überhaupt.
    Den Parteien und ihre Exponenten ist es scheißegal, ob sie 75% oder 50% wählen. Bis auf ein paar Krokodilstränen in den politischen Feuilletons wird da gar nichts passieren.

    Wer so richtig unzufrieden ist, wählt irgendetwas Kleines. Piraten, AfD, Linke.. Schon mit diesen dreien kann man den Arrivierten ans Bein pinkeln. Und das werde ich auch tun.

    Ich war bei der letzten BT-Wahl Wahlhelfer. Ungültig = Zu blöd zum Ausfüllen eines Wahlzettels. Tolle politische Aussagekraft.

  • JL - 21. August 2013

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner

    Ihre Darstellung der Realität wurde sehr schön aufgezeigt!

    Wie Sie richtig erwähnten sind die Parteien im Wahlkampf scheinbar eher mit sich selbst beschäftigt als mit ihrem Publikum- früher Wähler genannt.

    Wie sollte es auch anders sein? Wenn ein Ex- Bundeskanzler im Bundestag sagt „ Wer in der Politik Visionen hat gehört ins Irrenhaus“ darf sich nicht wundern, daß einerseits die Politik nur noch von einer Legislaturperiode bis zur nächsten denkt, andererseits die Parteien intern ihre Politiker solange „abschleifen“ bis diese keinerlei Kanten mehr haben.

    Siehe hierzu vier Beispiele:

    Beispiel 1:
    Das „parteipolitische marktwirtschaftliche Gewissen“ der Bundesrepublik- die FDP- ignoriert permanent ihren eigenen kritische Abgeordneten Scheffler, weil der es sich andauernd ungefragt erlaubt über die Stärkung der Marktwirtschaft zu referieren. Einerseits ist dies ein Affront gegenüber den eigenen Parteigenossen, andererseits muß man sich fragen warum solche Leute parteiintern „totgeschwiegen“ werden, wenn sie über eine Stärkung der marktwirtschaftlichen Kräfte überhaupt – moralisch angehalten- reden müssen.
    Sprich: Wenn eine Bank Pleite ist, dann ist sie halt Pleite; Punkt.

    Beispiel 2:
    In der CDU regierte eigentlich ja mal der Gedanke die zehn Gebote bestmöglich in Politik, Wirtschaft und Finanzwesen einzubringen. Tatsächlich hat man aber das Gebot „ Du sollst deinen nächsten lieben“ parteiintern aber wohl um ein NICHT erweitert. Und genau deshalb gibt es im Umfeld der Regierungspartei auch keine brillanten Kritiker wie z. B. Friedrich Merz mehr, welche den Machterhalt auch nur ansatzweise gefährden könnten.

    Beispiel 3:
    Der „Turnschuhpolitiker“ Joschka Fischer wollte mal die Welt grüner machen. Diesen hehren Anspruch verspielte er jedoch 1999 mit der Befürwortung von Kriegseisätzen im Kosovo. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik Anfang 2006 hielt unser Joschka auch Vorträge für Investmentbanken wie Barclays Capital und Goldman Sachs.

    Beispiel 4:
    Nach der Niederlage der SPD im Wahlkampf 2005 wurde unser Gerhard nicht etwa in Rente geschickt, sondern durfte einen bereitgestellten Stuhl bei Gazprom einnehmen. Zum Glück verfügte er über kein Insiderwissen, er war ja nur Bundeskanzler.

    Fazit:
    Das ICH regiert die Welt, ob nun in Politik oder Wählerschaft. Getrieben von Eigeninteressen hier wie da ignoriert man sich gegenseitig, der Wähler die Politiker und umgekehrt. Das wird sich auch nicht ändern- bis zum Zahltag.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • klaus - 22. August 2013

    (klein-klaus)
    Hallo an Alle.

    Wahlversprechen erfüllen ODER Rettungspakete ab nächstes Jahr ?

    Wie sehen die Opportunitätskosten aus?
    Achso, Hochwasserschäden sind nicht gelöst.
    Die Kommunen haben Probleme mit der Schuldenbremse.
    Die Demographie bringt steigende Kosten.
    Die Krankenkassen kürzen.

    Zahlen wir Rettungspakete für die Egalisierung unternehmerischen
    Risikos und verweigern unserem Instandhaltungs- / Sozialsystem
    das Geld?

    Was ist ein Wahlversprechen wert, wenn man weiß,
    das Europa fast 4 Billionen suchen geht?

    Grüße klaus

    P.S. Das Brantwein-Monopol fällt im September. 4 Jahre Ausgleichszahlung bis 2017.
    Man wird arbeitslos. 1 Jahr Arbeitslosengeld, dann Hartz4.

    Man sicherlich nicht vergleichen. Es macht aber nachdenklich !

  • Holly01 - 22. August 2013

    Hallo @ll,
    ihr habt alle ein bischen Recht und jede Perspektive hat ihren Charm. Also stellt Euch doch bitte eurer Verantwortung und entscheidet diese Frage.
    Ich meine nicht :
    Der hat geschrieben, die hat gesagt, sondern : das wurde versprochen und dies wurde gemacht. Das erwarte ich und das verlange ich.
    Definiert doch wenigstens eure eigene Position und steht dann auch dazu.

    Meine ist einfach :
    Wer finanziell abhängig ist und das nicht zu ändernbereit ist bekommt keine Stimme.
    Wer Gesetze erläßt, die ausserhalb der Gewaltenteilung stehen und nach meiner Auffassung gegen deutsches Recht verstossen bekommt keine Stimme.
    Wer nicht dazu fähig ist eine Position einzunehmen, die die natürlichste für einen lokalen deutschen Politiker sein sollte, nämlich eine deutsche Position bekommt keine Stimme.
    Wer die Interessen seines Landes (unser Land) nicht zu wahren bereit ist und lieber die Interessen multinationaler Gruppen vertritt bekommt keine Stimme.
    Wer glaubt Gesetze heute verabschieden zu können, in die man reinschreibt sie seien für alle Ewigkeit unabänderbar der bekommt keine Stimme (ewig dauert nämlich sehr lange).

    Das sind keine Ansprüche an Parteien die übermenschlich wären. Ich erwarte keine Fehlerfreiheit, keine Kompetenz die übermenschlich wäre, ich erwarte nicht einmal Fairness oder Sozialengagement, was ich erwarte ist das was im Gesetz steht :
    Parteien die zur Meinungsbildung der Bevölkerung beitragen und in den Instititionen miteinander um das jeweilige Ergebniss ringen.
    Wir hatten schon einige Leute in Spitzenpositionen, die weder intellektuell noch persönlich Vorbilder waren, aber die waren zumindest eine Hausnummer, wo man wusste was drin ist.
    Heute habe ich dort nur noch Hülsenfrüchte, weder fähig und willens Akzente zu setzen oder Meinungen zu entwickeln, nicht einmal falsche.
    Würde man den Bundestag und alle Landesparlamente morgen schliessen, würde man den Unterschied die ersten 6 Monate garnicht bemerken und danach würde sich ein Gefühl von Erleichterung einstellen.

  • Holly01 - 22. August 2013

    Ist das noch “unsere” Gesellschaft ? :

    http://www.heise.de/tp/artikel/39/39747/1.html

    Dafür gehen wir wählen und stützen diese “Demokratie”, wer schützt denn uns vor diesem Wahnsinn?
    Staatsterrorismus als Meinungsbildung, Kesselbildung und Verhaftung an Ländergrenzen zur Politikgestaltung, während das Geld grenzenlos ist?
    Wofür setzt sich hier denn jeder ein?
    Was wollt ihr eigendlich mit dem politischen Personal erreichen und was glaubt ihr, was dieses politische Personal erreichen kann?

  • Eurelios - 22. August 2013

    Es ist Bundestagswahlkampf – und keiner geht hin!

    Doch mindestens Einer und das bin ich und wähle AfD. 🙂

    • Holly01 - 22. August 2013

      Ich würde nicht behaupten, daß eine Entscheidung -nicht- zu wählen besser ist.
      Es ist zumindest gut einen eigenen Standpunkt zu haben und den auch zu vertreten.
      Von daher viel Erfolg damit.

      • Eurelios - 22. August 2013

        Von daher viel Erfolg damit.

        Freut mich sehr. Dafür ein herzliches Dankeschön. 🙂

  • dank - 22. August 2013

    Wählen ist doch eher Plicht – Alternativen gibt es immer. Die kleinen Parteien, die noch in keiner
    Bundesregierung waren stellen Alternativen dar. Jede davon. Jede Alternative ist besser als keine
    Alternative oder „alternativlos“.
    Wer nicht wählt und danach meckert oder weint – warum, er hat doch nicht mal teilgenommen?

    Ist gar keine Wahl sagt http://www.bverfg.de/entscheidungen/fs20120725_2bvf000311.html

    Im Schweinsgalopp durch die Wirtschaftsgeschichte…
    http://www.krisen-info-netzwerk.com/downloads/Was_erwartet_uns-Eine_Reise_durch_die_Zeit.pdf

    Geldschulden = Geldvermögen. Richtig.
    Aber wird denn überhaupt noch unter die Haube geschaut oder nur noch theoretisch über das
    Innenleben diskutiert?
    Wie Valentin schon geschrieben hat – woher soll denn bitte ohne Wachstum der Zins kommen? Im
    Privatleben nehmen Menschen Schulden auf und hoffen diese samt Zins zurückzahlen zu können.
    Gehen die Einnahmen zurück – so what, wird es enger – es wird umgeschuldet und all zu oft schnürt
    schon eine kleinste neue negativen finanzielle Zusatzbelastung dem Schuldner die Luft ab.
    Hat er aber Lohnzuwächse zahlt er sich leichter, solange seine Ausgaben weiter linear verlaufen. Ja,
    ja ich weiß´, einfach zu einfach gedacht – denn Sachverhalte müssen verkompliziert sein um als
    richtig erachtet zu werden…
    Meiner Ansicht nach geht solange XY % der Gelder im echtem Wirtschaftskreislauf (keine reinen
    Geld-vermehrt-sich-von-selbst Anlagen, Guthaben auf Bank, Aktien, Derivate und andere Gifte)
    rotieren alles gut . Akkumulieren sich die Werte auf der Seite der Geld-verdient-Geld-Maschine
    zu hoch gehts nicht mehr weiter – das System muss sich fressen.
    Wer diese %-Zahl findet (falls das noch nicht geschah) wird der reichste Mensch der Welt oder
    alternativ von den Eliten beseitigt. 😉
    Thanx&dank

  • Huthmann - 22. August 2013

    Wie die Krisenpolitik in der Euro-Zone kompetenter gemacht werden soll, ist mir leider trotz intensiverer Beschäftigung mit dieser Thematik seit der Finanzkrise noch nicht so klar.

    Hier in Querschüsse werden auch von Ihnen, lieber SLE, viele interessante Fragen aufgeworfen, Vorschläge gemacht und konstruktive Diskussionen geführt.

    Aber so richtig – mein Eindruck – haben wir das Problem und seine Lösung noch nicht verstanden.

    Es ist eben nicht so, daß

    – Neoliberalismus als Antwort auf den Keynesianismus nicht auch Einsichten in Fehler des Letzteren aufgezeigt hätte
    – saldenmechanische Denke Fehlentwicklungen in einem dynamischen Wirtschaftssystem beheben könnte (eher statisches Konzept und somit Status Quo erhaltend – querschüsse mögen mir diese Einschätzung verzeihen)
    – die Rolle der zunehmenden Verschuldung und des Kreditwachstums der letzten Jahrzehnte auf den Status unserer Volkswirtschaften, deren Entwicklungsmöglichkeiten und potentiellem Wachstum wirklich verstanden worden wäre
    – wissen, wie Wirtschaft eigentlich abläuft, da mittlererweile so viele Akteure mitmischen, die eigentlich wenig damit zu tun haben. Ich denke an Staaten, Notenbanken, etc.

    MfG

    • Querschuss - 22. August 2013

      Hallo Herr Huthmann,
      das ist ein Missverständnis, Saldenmechanik ist keine Krisenpolitik, sondern zeigt volkswirtschaftliche Zusammenhänge und triviale arithmetische Gesetzmäßigkeiten auf. Eine Krisenpolitik unter Missachtung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge muss immer scheitern. Nur dies war immer der Grundtenor vieler Artikel.

      Gruß Steffen

      • Huthmann - 22. August 2013

        Das habe ich immer auch so verstanden. Trotzdem gibt es in einer dynamischen Volkswirtschaft ständig Anpassungsbedarf von Entwicklungen ob das Investitionen, Löhne, Gehälter, Preise oder was auch immer ist. D.h. es geht hoch, kann aber auch wieder runter gehen. Eine Aufwärts-bewegung hat für alle Beteiligte keine Sicherheit, daß es nicht danach nicht auch wieder runter gehen kann.

        Eine Abwärtsbewegung entsteht nur dann, wenn die Einnahmen Ausgaben sind.

        • Huthmann - 22. August 2013

          Korrektur bzw. Ergänzung:

          Eine Abwärtsbewegung entsteht nur, wenn die Einnahmen Ausgaben (für z.B. eine Branche oder Sektor). Natürlich gilt immer die Identitätsbeziehung zwischen den Sektoren. Diese Betrachtung ist dann sinnvoll, wenn man die Anpassungsprozesse “abfedern” will durch z.B. den Staat oder die Notenbank. Ungeklärt ist für mich weiterhin, ob das auf die lange Sicht in welcher Dosierung positiv oder negativ ist.

          Mfg

          • Huthmann - 22. August 2013

            Abwärtsbewegung: Einnahmen kleiner Ausgaben und Aufwärtsbewegung Einnahmen größer Ausgaben.

        • Querschuss - 23. August 2013

          Hallo Herr Huthmann,
          ganz unabhängig von einem bestehenden Anpassungsbedarf, von Aufschwung oder Abschwung, volkswirtschaftliche und saldenmechanische Gesetzmäßigkeiten gelten immer. Wenn eine wirtschaftliche Kontraktion dadurch entsteht, dass mehrere Sektoren einer Volkswirtschaft ihre Ausgaben senken, sinken genau um diesen Betrag über alle Sektoren der Volkswirtschaft hinweg auch die Einnahmen. Ausgaben = Einnahmen für eine Volkswirtschaft als Ganzes gilt immer.

          Gelingt es trotz Rezession einem volkswirtschaftlichen Sektor einen Einnahmenüberschuss (Sparen) zu erzielen, gilt auch in einer Rezession, dass ein anderer volkswirtschaftlicher Sektor oder mehrere Sektoren inkl. übrige Welt (Ausland), adäquat einen Ausgabenüberschuss (Verschuldung) erzielen müssen.

          Die bestehenden Identitäten der Sektoren zeigt eindeutig die Finanzierungsrechnung (FR), als Teil der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR).

          Gruß Steffen

          • Huthmann - 26. August 2013

            An dem Thema sind wir schon ein paar Mal gewesen. Und ich muß gestehen, daß mir das immer noch nicht klar ist.

            Ich gehe davon aus, daß Banken nicht Erspartes als Kredite weitergeben, sondern daß sie Geldschöpfung betreiben. D.h. in einer Periode können mehr Kredite nachfrage- oder angebotswirksam ausgereicht werden als Sektoren Ersparnisse abliefern.

            Über Umschuldung bestehender Kredite und Ausreichung neuer Kredite läuft das dann von Periode zu Periode ständig weiter, wie wir das seit mehreren Jahrzehnten erleben.

            Das fortlaufende Kreditwachstum führt zur Verschuldung von Staaten, privaten Haushalten, Unternehmen, etc. Es treibt hier und dort Löhne und Gehälter hoch, Preise, etc.

            Zu einem gegebenen Zeitpunkt kann man nun saldenmechanisch völlig richtig analysieren, daß wenn das Sparen überhand nimmt, die Ausgaben fallen und somit die Einnahmen der anderen. Das betrachtete Teilsystem durchläuft eine Kontraktion. Nur: es kann auch sinnvoll sein, daß eine solche Kontraktion durchlaufen wird, nachdem das betrachtete System sehr lange über Kreditwachstum aufgeblasen wurde.

            MfG

  • Erklärbär - 22. August 2013

    Da muss ich ja wirklich mal laut loslachen. Da empfiehlt ein “Ökonom” oder wie diese BWL-Juppies sich nennen, eine Nicht- oder Ungültigkeitswahl, wohlwissend – das setze ich jetz mal voraus – dass man damit genau das Gegenteil erreicht, nämlich eine Stärkung der Etablierten. Ungültige Stimmen werden nicht gezählt und somit auch nicht ausgewertet. Den Urnengang kann man sich nun wirklich sparen, er ist vollkommen sinnfrei. Und darüpber hinaus interessiert es die Politiker nicht, ob das Volk sauer ist, sie interessieren sich nur für die Wahlstimme Und wenn diese bei anderen Parteien landet, DANN ist es ein ausdruck von Unztufriedenheit, der dann auch gehört werden wird.

    Wir brauchen:

    1. Eine hohe Wahlbeteiligung GÜLTIGER Stimmen!!!!
    2. Wir brauchen die GÜLTIGEN Stimmen fernab der etablierten Parteien.
    3. Wer Wert auf soziale Gerechtigkeit legt und die Partei der “Arbeitsgruppe für Deppen” (AfD) wählen würde, sollte wirklich besser Zuhause bleiben.
    4. Wir brauchen eine starke Linke als starke Opposition oder als Korrekturorgan innerhalb einer rot-rot-grünen Regierung.

    Aber ich bin sicher, dass die Deutschen auch dieses mal einen Fehler machen. Weil sie Angst vor Veränderungen haben. Daher ist wohl auch immer der gleiche Fehler.

    • Eurelios - 22. August 2013

      3. Wer Wert auf soziale Gerechtigkeit legt und die Partei der “Arbeitsgruppe für Deppen” (AfD) wählen würde, sollte wirklich besser Zuhause bleiben.

      Danke für diese Info. 🙂

      Hast du Dich mal schon dich engagiert für eine politische Bewegung? Ich glaube nein.

      Warum?

      Ganz einfach dann kann man keine so erbärmliche Ausage machen.

      Wie schlimm die Menschen von unseren etablierten Parteinen schon so geimpft
      für ihren weitern Machterhalt sind (dazu zähle ich auch die Linke) erzähle ich Dir eine Geschichte aus meinem Leben.

      Sonntag letzte Woche in meinem Heimatort in der eine wichtige Bundesstraße durchgeht
      hänge ich AfD Plakate auf. Gestern das selbe auf 20 Kilometer durch alle Ortschaften
      nochmals ca 50 Wahlplakate. Heute abend sind fast alle weg, nein nicht zerstört sondern
      von einer anderen Wahlkampftruppe (ich denke CDU) ganz gezielt mit einem Fahrzeug
      und Personal mit Leiter abgebaut und mitgenommen.

      Arbeit von 8 Stunden umsonst. 🙁

      Also erzähl mir nichts von Deppen der AfD. Ganz sicher die Deppen sind letztentlich
      die verarschten Michels die an CDUSPDFDPGRÜNE und auch an die LINKE glauben. 🙂

      Ein dreifaches Hoch an den Erklärbär der wirklich eine Erklärung hat die alles “erklärt“

      • Erklärbär - 23. August 2013

        Ach Eurelius.

        Wer eine Partei wählt, die von neoliberalen Hardlinern und Unwissenden besetzt ist, der kann doch mit so einer erbärmlichen politischen Bildung nicht so eine Lippe riskieren. 😉

        Ernsthaft: Diese Gruppierung ist nichts anderes, als die tragende Säule der INSM. Auch wenn z.B. Prof. Sinn hier eine besondere Huldigung erfährt – was ich nicht nachvollziehen kann – ist die AfD eine stark rechts orientierte Populistengarde. Ich habe da mal kurz ins Wahlprogramm geschaut. Und ja, für Leute mit einem Einkommen jenseits der 70.000/Jahr, dürfte der Verein eine Alternative sein.

        Sie ist eine Protestthemenpartei ohne Substanz und ohne Lösungen. Man darf nicht vergessen, dass der extrem rechte Olaf Henkel, der auf der Lohnliste der Bank of America steht, ein arbeitgeberhöriger Hardliner neoliberaler Thesen ist. Wer diese Partei wählt, der treibt den teufel mit dem Beezlebub aus. Mir völlig unverständlich, wie ein solcher “Haufen” überhaupt ein Thema sein kann.

        Also erbärmlich ist nur eins. Nämlich für die auch noch Plakate aufzuhängen. Eigentlich kannst’e dann daneben auch gleich jeweils einen Sozialleistungsbezieher aufhängen, um die Opfer der Partei zu symbolisieren.

        • Querschuss - 23. August 2013

          Hallo Erklärbär,
          “Also erbärmlich ist nur eins. Nämlich für die auch noch Plakate aufzuhängen.”

          wir wollen doch hier bitte weder persönlich noch beleidigend werden, passt auch überhaupt nicht zu einem “Erklärbär”.

          Gruß Steffen

          • Erklärbär - 23. August 2013

            Hallo Querschuss.

            Die Wortwahl lehnte sich an Eurelius Vorwurf an. Zitat: “dann kann man keine so erbärmliche Ausage machen.”

            Ansonsten bin ich völlig harmlos. 😉

  • Traumschau - 22. August 2013

    @Valentin
    Ich denke das auch. Alle Politiker reden von sparen und zugleich senken die Zentralbanken die Zinsen: offensichtlich findet sich keiner mehr, der sich verschulden will. Tja, wenn Geld nur durch Kredite entsteht, ist wohl klar, dass Wachstum nur entstehen kann, wenn sich jemand verschuldet – am besten die Unternehmen, um produktiv zu investieren.
    So pumpen die Notenbanken Kohle ohne Ende ins System und vergessen dabei, dass nur eine Kreditlenkung in produktive Investitionen einen Effekt bringt. So aber landet alles im globalen Kasino und erhöht sogleich die Renditeansprüche auf heiße Luft, die wieder irgendjemand bezahlen muss – die Steuerzahler, wer sonst!
    Kann mir einer mal erklären was dieser Wahnsinn noch mit Wirtschaft zu tun hat?
    Wahlen werden wohl nicht viel daran ändern – fürchte ich!

  • Frank - 22. August 2013

    Übrigens ein ausgezeichnetes und hochinteressantes Streitgespräch
    zwischen AfD und CDU von der ZEIT. Sehenswert !

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-08/deutschlandduell-euro

    Ab 18.00 Uhr können Sie hier den Livestream der Veranstaltung ansehen ( kurz nach Ende der Diskussion können Sie die Veranstaltung auch als Video in voller Länge abrufen).

    Wie kann die Euro-Krise gelöst werden? Wie teuer wird es für Deutschland? Diskussion mit AfD-Chef Bernd Lucke und dem CDU-Politiker Ralph Brinkhaus

  • Markt - 23. August 2013

    Danke für den link.
    Traurig was hier von allen Beteiligten wieder einmal abgeliefert wird.
    Nur wenn einer 5% weniger Schwachsinn erzählt als die anderen beiden, macht ihn das aber noch lange nicht zur Alternative.
    Schlimmer als die Politik erscheinen einem inzwischen tatsächlich unsere Medien, hier in Form des Moderators und Chefredakteurs des Handelsblattes.
    Wie lange lassen die Menschen es sich noch gefallen, dass Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit als einziges Dogma und damit als ausschließliche Lösungsmöglichkeiten präsentiert werden?

    • Holly01 - 23. August 2013

      @ Markt :

      Es gibt keine deutschen Positionen (wobei deutsche Positionen keine nationalen sind, sondern es urdeutsches Interesse ist, einen Frieden herzustellen, also Einverständniss herzustellen).
      Es gibt keinerlei Inhalte, die auch nur ansatzweise selbstständig wären.
      Es gibt ausschliesslich Inhalte, Ideen und Ansätze die multinational, multikomerziell und vor allem anderen ist alles lizensiert in der Form von Abhängigkeit.
      Ganz egal ob jemand eine akademische Ausbildung hat und kein Selbstwertgefühl vermittelt bekommen hat oder ob es völlig normal ist, daß Arbeitsplätze in ganz Europa von einem amerikanischen Konzern unwidersprochen je nach Anbiederung verteilt werden (GM), es ist überall das gleiche Bild.
      Man bekommt Geld nur wenn man Arbeitsplätze abbaut.
      Man bekommt Geld nur wenn man konform ist.
      Man bekommt Geld nur, wenn man sich und seine Ideale (als man welche hat) verkauft.
      Praktika über Jahre, 450€ mit 35h/woch, Aufstocker, 1€ Job, Opossition als Fundalstandpunkt, Rechtsbewusstsein (Gesetzestreue über die nur noch gelacht wird), Unbestechlichkeit (die man keinem mehr zutrauen kann)……das ist ja alles nur möglich, weil WIR alle es zulassen.
      Der ESM hätte mit 4 Mio. Menschen auf der Straße vor dem Bundestag verhindert werden müssen, aber Kirche, Gewerkschaft und Medien sind unterwandert und gleichgeschaltet.
      Wir werden mit “Dauerkrisen” abgestumpft und abgeschreckt (systematisch).

      Die Drohung der materiallen Vernichtung jedes Einzelnen schwebt ständig im Raum und wir lassen es zu.

      • Markt - 23. August 2013

        aber ein gemeinsames Interesse der MENSCHEN in Europa und der Welt auf ein lebnswertes Leben sollte es geben.

        Stattdessen ruft die BILD offen zum Krieg gegen Assad auf, und im öffentlich rechtlichenZDF darf ein “Politwissenschaftler” zu Waffenlieferungen an das Agyptische Militär aufrufen. Wer andere Meinung ist wird aggressiv rhetorisch bekämpft und einen Tag später in genanntem Pressemedium denunziert.
        Das ist einmal freie Meinungsäußerung in einer vorbildlichen Demokratie.

        Nicht einmal ein auf die Straße gehen wäre notwendig. Ein Stopp von Steuerzahlungen und ein weitgehender Konsumverzicht würden mehr bewirken und die Gefahr für jeden Einzelnen wäre dabei auch geringer.

        Wär hätte den mehr zu verlieren? Der bürgerliche Mensch oder der Systemerhalter, der mit jedem Tag an dem das System aufrechterhalten wird, die Schlinge enger um unseren Hals zieht und weitere unumkehrbare Abhängigkeiten schafft?

  • Holly01 - 23. August 2013

    Ein kleines Beispiel dafür, was ich für DAS deutsche Problem halte :

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/154819

    Die völlige Erosion des Rechtsstaates. Und diese Zerstörung wird aktiv betrieben.

  • Freiberufler - 23. August 2013

    Die Alternativlosigkeit unseres Blockparteiensystems ist politisch gewollt. In der DDR brauchte man nichts anzukreuzen, da ging man einfach “falten” und gab mit dem leeren Zettel eine gültige Stimme ab. Wenn das Volk sowieso nichts bestimmen darf, ist das nur konsequent.

    Und ungültig wählen… Meine Oma hat bei der letzten Reichstagswahl (“Sie wissen ja, was Sie zu wählen haben!?”) alles durchgestrichen. Geholfen hat’s leider nichts.

  • Panikpaul - 23. August 2013

    Hallo allerseits,

    schade, dass unter der verlinkten Parteiprogrammbewertung die Partei der Vernunft nicht zu finden ist. DAS hätte mich wirklich interessiert…
    und bevor man ungültig wählt (Enthaltung gint es ja leider nicht) und die eigene Stimme also prozentual an alle Gewählten aufgeteilt wird, da wähle ich doch eher harmlose Splitterparteien wie Die Violetten… oder eben die Obengenannten, die bei der Analyse leider fehlen!

    Mat’s juut
    Panik

  • Jürgen Forbriger - 26. August 2013

    Seit 1945 sind wir nicht suverän. Wir stehen nach wie vor unter Besatzungsrecht.
    Das Bundesverfassungsgericht hat die Wahlen als ungültig erklärt.
    Jeder der die Poltikdarsteller wählt, macht sich mitschuldig an diesem Sklaventum!

  • Wolfgang - 31. August 2013

    Das Euro-Abenteuer war von Anfang an auf Zusammenbruch und Schaffung eines europäischen Zentralstaaten ausgelegt. Der deutsche Staat sollte zerstört werden:

    Seit Beginn der Euroeinführung hatten die Deutschen eine Einkommenseinbuße von mindestens 30 %, denn dem deutschen Euro steht eine um 30 % höhere Produktivität gegenüber als dem Durchschnittseuro. 30 % von 2,5 Billionen sind 750 Mrd. Euro jährlich seit 2009.

    Die Bundesregierung hat zusätzlich über 1,2 Bio. Euro ins Feuer geschickt.

    Die Südländer erhalten das Inflationsgeld der EZB zuerst, so dass sie den Inflationsvorteil nutzen können.

    Deutschland hat seine Energieversorgung ruiniert. Black outs stehen vor der Tür.

    Diesem enormen Aufwand steht kein Erfolg gegenüber. Die Länder in der Südperipherie sind erledigt.

    Die Bundesregierungen einschließlich Helmut Kohl sind total unfähig.