Ein Land in Lethargie: Athen sollte Brüssel mit einem Alternativkonzept entgegentreten

von am 11. November 2012 in Allgemein

Heute Nacht wird das griechische Parlament über den Haushalt für 2013 abstimmen, der auf den gerade beschlossen neuen Sparmaßnahmen gründet. Das neue Sparkonzept hat die Regierungskoalition ohne jeden Zweifel an den Rand des Bruchs geführt und könnte sich für die PASOK letztlich als Sargnagel erweisen.

Das von der Euro-Gruppe und der Troika in allen europäischen Schuldenstaaten forcierte Austeritätskonzept der zuerst an Griechenland erprobten Machart ist jedoch gescheitert. Die Zahl derjenigen, die dies angesichts der seit dessen Anwendung in europäischen Schuldenstaaten produzierten erdrückenden, negativen Fakten eingesehen hat, wächst. Doch so lange es weiter verfolgt und, als Reaktion auf die dadurch in Gang gesetzte Abwärtsspirale, sukzessive weiter verschärft wird, treiben die betroffenen Länder der Selbstauflösung des Politischen Systems (1) entgegen und die sozialen und gesellschaftlichen Spannungen auf eine explosive Spitze.

Das ist eine besonders fatale Folge des Krisenmanagements der Euro-Gruppe. Denn wenn das Kind erst in den Brunnen gefallen sein wird, sprich das immer dünner gewordene Band der gesellschaftlichen Akzeptanz des etablierten Parteiensystems zerreißt, ist damit zu rechnen, dass sich in Griechenland eine Dynamik entfaltet, die nicht mehr von Vernunft und Verhandlungsbereitschaft geprägt sein wird.

Genau das ist seinerzeit auch in der Weimarer Republik geschehen und auch wenn nicht absehbar ist, was daraus in Griechenland konkret erwächst, muss es eigentlich das Bestreben der griechischen Regierung und der Parlamentarier dort sein, es keinesfalls so weit kommen zu lassen.

Die Crux dabei ist, dass die griechischen Politiker – wenn nicht schon heute bei der Abstimmung über den Haushalt 2013, dann in jedem Fall in den nächsten Wochen – dafür aus dem Scheitern des austeritätspolitischen Konzepts der bisherigen Machart die Konsequenzen ziehen und es stoppen müssen. Davor haben sie Angst, weil sie annehmen, dass dann keine Hilfen mehr von den Euro-Partnern und dem IWF fließen und das Land zahlungsunfähig wird oder genauer gesagt seinen Schuldendienst nicht mehr erfüllen kann.

Hier die harte Wahrheit: Die Parlamentarier in Griechenland haben nur noch in einem sehr begrenzten Zeitfenster überhaupt die Wahl, das Zerreißen des dünnen Bandes der gesellschaftlichen Akzeptanz und daraus resultierend entweder Unregierbarkeit oder unkontrollierbare politische Entwicklungen abzuwenden.

Sollten sie sich dafür entscheiden, zu handeln und sich der Fortsetzung des austeritätspolitischen Kurses gemäß des bisherigen Sanierungskonzeptes zu widersetzen, dann können sie dabei gegenüber den Euro-Partnern nur eine einzige Karte als ihren Trumpf ausspielen: Die Euro-Gruppe wird angesichts der sich ebenfalls zuspitzenden Lage in Portugal, Spanien und Italien in letzter Konsequenz alles tun, um das Risiko eines beginnenden Zerfalls der Währungsunion zu minimieren.

Diesen Trumpf werden die griechischen Politiker nur dann erfolgreich spielen können, wenn sie hinsichtlich der Frage der Krisenbewältigung aus der Defensive kommen und Brüssel mit einem alternativen Sanierungs- und Entwicklungskonzept entgegentreten. Sie müssen hierfür endlich realisieren und akzeptieren, dass nur die Griechen selbst dies leisten können – wobei sie sich natürlich helfen lassen und Ratgeber sowie Unterstützer für ihre Sache gewinnen können.

Die Initiative zur Krisenbewältigung muss von Griechenland ausgehen. Doch genau dies ist in all den Krisenjahren nie geschehen. Die Verantwortlichen in der griechischen Politik haben, gelähmt von der Angst vor der Zahlungsunfähigkeit, nach Brüssel geschaut von dort auch in konzeptioneller Hinsicht die „Rettung“ erwartet. Passiver geht es nicht.

Um es ganz deutlich zu sagen: Was Griechenland existenziell bedroht, sind nicht die Schulden, sondern der zu leistende Schuldendienst und diese Bedrohung wird mit der Anwendung des austeritätspolitischen „Sanierungskonzeptes“ sukzessive, aber unaufhaltsam größer, weil sich die Wirtschaft und das ganze Land auf einer Abwärtsspirale befinden.

Was Griechenland vor diesem Hintergrund jetzt am dringendsten benötigt sind Politiker mit Regierungsverantwortung, die sich öffentlich sichtbar unverzüglich an die Erarbeitung eines qualitativ hochwertigen Alternativkonzeptes begeben. Dessen wichtigste Bestandteile sind:

  • ein diskussionsfähiges Wirtschaftsentwicklungskonzept für Griechenland; das kann Griechenland nur aus sich heraus leisten, einmal weil niemand sonst dies besser beurteilen kann und nur so sicherzustellen ist, dass die Bevölkerung überzeugt werden kann und es annimmt und trägt;
  • sinnvolle Einsparungen und Maßnahmen zur Erhöhung der Einnahmen; das KO-Kriterium für alle erwogenen Maßnahmen muss dabei sein, ob und inwieweit sie die Binnennachfrage schwächen; denn angesichts der eklatanten, strukturell bedingten Exportschwäche ist jeder erfolgversprechende Entwicklungsplan auf die Binnennachfrage angewiesen;
  • ein Finanzplan, mit dem in Neuverhandlungen mit der Euro-Gruppe über das Sanierungskonzept getreten werden kann.

Wohlwissend, dass es bezüglich der wesentlichen Ursachen der Schulden- und Wirtschaftsmisere in den europäischen Schuldenstaaten eine recht große Schnittmenge gibt und das Krisenmanagement Brüssels bei der Bekämpfung dieser de facto erfolglos war, sollte Griechenland aus eigenem Interesse sowie zur Steigerung der Attraktivität seines Alternativkonzepts für die Euro- und EU-Staaten gegebenenfalls zusätzlich bestrebt sein,

  • Athen zu einem zweiten Zentrum für die Entwicklung eines Konzepts zur Bewältigung der Schulden- und Wirtschaftskrise in Europa zu machen.

Athen als zweites, alternatives europäisches Lösungszentrum

Dies könnte im Zuge der Bemühungen um die Erstellung eines Alternativkonzepts für Griechenland geschehen, indem etwa ein „Round Table“ in Athen eingerichtet wird, der Denker und gerade auch Querdenker sowie Pragmatiker aus dem Land und von außerhalb zusammenbringt, um die griechische Krisenproblematik kompetent, „geerdet“ und richtungsweisend im Kontext der europäischen Krise neu zu durchdringen, zu gliedern und für die verschiedenen Problemebenen Lösungsvorschläge zu erarbeiten, die letztlich in ein alternatives Gesamtkonzept münden.

Dabei wäre es wichtig, dass ein solcher Round Table in beide Richtungen, das heißt für personelle Zu- und Abgänge, offen ist, um die Dynamik des Diskussionsprozesses zu fördern und eine fruchtbare Auslese und Konsolidierung von Ideen und konzeptionellen Lösungsbausteinen stattfinden kann. Die Runde sollte Arbeitsgruppen organisieren, aber auch wiederholte Zusammenkünfte vorsehen, die offen für die Beteiligung, Fragen, Ideen, Anregungen und Einwände von Politikern sind. Der Prozess und Fortschritte sollten jedoch von griechischen Politikern nicht aktiv gesteuert und für die Öffentlichkeit transparent gemacht werden. Nur so ließe sich für die Arbeit des Round Table der Rückhalt in der gegenüber der Politik höchst misstrauisch gewordenen griechischen Bevölkerung gewinnen und offene Verhandlungsbereitschaft gegenüber den Euro-Partnern demonstrieren.

Das von einem solchen Round Table entwickelte Wirtschaftsentwicklungskonzept für Griechenland und für die Sanierung der Staatsfinanzen wird nur dann erfolgreich mit den Euro-Partnern verhandelt werden können, wenn glaubwürdige, in der Bevölkerung akzeptierte Politiker mit Regierungsverantwortung es zu ihrer Sache machen. Dass es ein solches alternatives Konzept bisher offensichtlich nicht gibt, kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass Neuwahlen und ein Wandel im politischen System erforderlich sind. Diese Neuwahlen wäre dann keine Abstimmung mehr für oder gegen das austeritätspolitische Konzept, sondern eine echte Wahl zwischen Alternativen. Die Tatsache, dass in Europa eine Alternative zur Austeritätspolitik bisher nicht in Sicht ist, sollten griechische Politiker als ihre Chance begreifen.

Eine mögliche Gliederung und Grobdefinition des Aufgabenkomplexes eines solchen „Round Table“ könnte in Problemebenen und Problemfelder (2) unterteilt zum Beispiel wie folgt aussehen:

Problemebenen und Problemfelder der europäischen Krise

1. Ebene: Die Nationalstaaten

Griechenland hat spezifische eigene Probleme, die es selbst lösen muss (u. a. Korruption, mangelhafte Verwaltungsstrukturen, Steuersystem, verkrustete politische Strukturen). Dasselbe gilt im Prinzip für alle Krisenstaaten.

2. Ebene: Europa

Ein zentrales Problem, nämlich das der Überwindung der Schulden- und Wachstumskrise, ist überall in den Industriestaaten mehr oder weniger weitgehend dasselbe oder besser gesagt es geht nicht ausschließlich, aber im Wesentlichen, auf dieselben Ursachen zurück. Für dieses Problem muss auf der europäischen Ebene nach einer Lösung gesucht werden. Im Kern geht es dabei um ein neues europäischen Wachstums- oder besser gesagt Wirtschaftsentwicklungsmodell. (3) (4) In diesem Punkt haben die europäischen Krisenstaaten ein hohes gemeinsames Interesse an Lösungsvorschlägen bzw. ‑alternativen.

3. Ebene: Die Welt

Der zweite zentrale Problemkomplex ist die Struktur der globalen Real- und Finanzwirtschaft. Deren Märkte werden meist von nur ein paar sehr großen Konzernen / Banken / Playern dominiert. Und diese saugen, vereinfacht und stark verkürzt ausge­drückt, im Wesentlichen die Gewinne auf allen bedeutenden Märkten ab. Die Gewinn­ströme werden entsprechend kanalisiert. Daraus resultieren zwei Kernprobleme unserer Zeit und zwar auf globaler Ebene:

3.1. die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen einer immer kleiner werdenden Gruppe von ewigen Gewinnern (denn effektiven Wettbewerb und Chancen für jeden gibt es in einer derart strukturierten Wirtschaft nicht) und einer immer größer und ärmer werdenden Gruppe von Verlierern; (5)

3.2. die Tatsache, dass unter Freihandelsbedingungen Krisenstaaten wie Griechen­land, Portugal, Ungarn etc. keine Chance haben, international wettbewerbsfähig zu werden und so ihre Leistungsbilanzen in Ordnung zu bringen, wovon die Euro-Partner, Brüssel und die Troika jedoch fälschlicherweise bisher ausgehen. (6) (7)

Griechenland kann seine Strukturen reformieren und die Kosten so weit herunter­schrauben wie es will, um damit – durch die wirtschaftsliberale Brille gesehen – opti­male Bedingungen für die griechische Wirtschaft zu schaffen. (8) International wettbe­werbsfähig würde es damit dennoch nicht werden können. Denn gegen Konzerne wie Intel, General Electric, Volkswagen, JP Morgan usw., die auf den globalen Märkte dominieren, haben griechischen Unternehmen und Banken keine Chance. Das gilt ebenso für Portugal, Ungarn und Co.

Die zudem stark vernetzten (9) Strukturen der globalen Märkte sind die zentrale Ursache für mangelnde Fairness bzw. Effektivität des internationalen Wettbewerbs und für das “Too big to fail”-Problem, vor allem aber für persistierende Ungleichgewichte, Krisenanfälligkeit und systemische Instabilität. Es muss im globalen Kontext gesehen und kann auch nur auf der globale Ebene gelöst werden. Es lässt sich nicht geldpolitisch lösen. Es ist ein markt- und wirtschaftsstrukturelles Problem, keinesfalls ein konjunkturelles.

Als Problemfelder ließen sich bezogen auf diese Ebenen differenzieren: (10)

Finanzmärkte & Geld- und Währungspolitik

Wirtschaft & Wettbewerb

Politik & Machtstrukturen

Genau genommen handelt es sich bei der europäischen Krise nach dieser Gliederung um drei, allerdings interdependente Krisen. Sie erfordern jeweils spezifische Analysen und Lösungsansätze, die aber wegen der vorhandenen Wechselwirkungen in ein abgestimmtes Gesamtkonzept eingebunden werden müssen. Es macht beispielsweise keinen Sinn, Maßnahmen für einen fairen, wachstumstragenden Wettbewerb und eine prosperierende Wirtschaft umzusetzen, wenn an den Finanzmärkten weiterhin Casino-Betrieb vorherrscht, der dies alles konterkariert. Und es macht auch keinen Sinn, im politischen System Änderungen zu implementieren, die Korruption und Vetternwirtschaft ausschließen und den Bürgerwillen besser repräsentieren, wenn die Volkswirtschaft keine Entwicklungsperspektiven hat, weil die Weltmärkte quasi ein geschlossener Club sind.

Die Überwindung der europäischen Krise – nicht nur der Griechenlands – kann letztlich nur gelingen, wenn auf den drei Hauptproblemfeldern die Weichen richtig, das heißt auf Basis einer gründlichen, undogmatischen und um die Fehler der althergebrachten ökono­mischen Erklärungsansätze bereinigten Ursachenanalyse, und auch zeitlich richtig abgestimmt gestellt werden.

 

Damit wäre die Vorstellung von der Aufgabe, der sich ein solcher „Round Table“ in Athen stellen müsste, einmal exemplarisch konkretisiert und es versteht sich von selbst, dass die Aufgabe zugleich den Rahmen für die (dynamische) Zusammensetzung der Gruppierung vorgibt. Die Ratgeber und Unterstützer, die Athen gewinnt, müssen andere sein als die der Euro-Gruppe.

Es bleibt Griechenland nicht mehr viel Zeit, um aktiv zu werden und zu verhindern, dass das dünne Band zwischen Politik und Gesellschaft zerreißt. Egal wie sich Griechenlands Parlamentarier entscheiden, ihr Votum wird mit hohen Risiken verbunden sein und sie werden sich der Verantwortung für ihre Entscheidung stellen müssen. Den Kopf vor dieser Herausforderung in den Sand zu stecken und auf Zeit zu spielen, hilft ihnen nun nicht mehr weiter. Das haben sie in den vergangenen Krisenjahren bereits gemacht und dazu zählte auch eine Zustimmung zum Sparhaushalt für 2013 im Parlament in der heutigen Nacht. Es ist die „Stunde“ der Wahrheit.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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39 KommentareKommentieren

  • Roland - 11. November 2012

    Stefan, Dein Vorschlag eines “Runden Tisches” erinnert stark an sein DDR-Pendant.
    Auch dieser war eine Spielwiese, letztlich ohne jeglichen politischen Effekt.

    Die westdeutsche Borgeoisie hatte den Masterplan und mit Kohl den “Rambo”.
    In Griechenland ist die Bourgeoisie am Ende ihres Lateins, der Masterplan der KKE die einzige Möglichkeit.
    Es fehlt jetzt nur noch der “Rambo”.

    • Eurelios - 11. November 2012

      “Runden Tisches”

      Die Zeiten sind vorbei des rundes Tisches.

      Warum?

      Ich meine in früheren Zeiten war es doch so wenn es Probleme gab sahsen alle
      Beteiligten an diesem rundem Tisches zusammen um gemeinsam zu
      besprechen wie die Probleme zu lösen sind die in einer Gemeinschaft zwangsläufig
      vorkommen.

      Heute ist es do so:

      Durch die Fixsierungs auf das Geldsystem wer hat wieviel ist das gar nicht mehr
      möglich.
      Die menschlichen Werte werden geopfert und in die Gosse gekippt nur wegen
      der materielen Werte die einem vorgaugeln man sei dann zufrieden und glücklich.

      “Geld“ ist eigendlich eine Fata Morgana für die meisten Menschen die in ihrem
      Hamsterrad gar nicht erkennen das sie nur dazu dienen ein paar wenigen Mittmenschen
      ein Leben zu ermöglichen ohne körberliche Arbeit ein Luxsusleben zu führen auf
      Ihre Kosten und Verzicht .

      • Lazarus09 - 12. November 2012

        Nach der Machtergreifung der EU ist der Runde Tisch obsolent .. hier soll auf Biegen und Brechen Kasse gemacht werden es geht um nichts geringeres als die fallenden Profitraten zu bremsen. Das die Einen gewinnen müssen Andere verlieren . Um die Kaufkraft der Gewinne zu erhalten muss woanders gespart werden… schon heute müssen EU weit die Austeritätsmaßnahmen mit Gewalt durchsetzt werden, was anfängt in Job-Centern die nur noch versuchen durch wilde Straf und Kürzungsmaßnahmen Geld zu einsparen bis zu den prügelnden schwer bewaffneten Freunde und Helfer die Bürger an ihrem verbrieften Recht auf freie Meinungsäußerung hindern …

        Schöne neue Welt …. ” rel=”nofollow”>Es ist an der Zeit !

  • T.o.J. - 11. November 2012

    “Nichts ist wie es scheint ” I.Kant

    Diese spielchen welche auf kosten der Buerger gespielt werden und wo die Gewinner und die Verlierer von Anfang an feststehen muessen aufhoeren!!!

    Das ganze “Geschwaetz” von Krediten muss ein Ende haben…erstmal muss klar sein wer die Kredite und unter welchen Bediengungen gegeben hat und wofuer diese dann auch genutzt wurden!!

    Um welche Summen get es in wirklichkeit ueberhaupt??? Weiss eigentlich jemenad wieviel Auslandschulden D im Juli 2010 hatte und wieviel D heute hat??? Bitte nicht die offiziellen Zahlen nachplappern (2,2 bln €) sondern wie wirklichen!!! Und wenn jemand recherchiert und diese Zahlen dann hat soll er oder sie sich Gedanken machen ob D ueberhaupt jemanden Geld leihen kann obwohl keins da ist und selber bis ueber beide Ohren verschuldet ist!!!

    • Robert - 12. November 2012

      Also das was sie hier sagen, lässt sich in keinster Weise nachvollziehen. Deutschland hat seit Jahren einen massiven Exportüberschuss, das bedeutet, wir produzieren mehr als wir verbrauchen. Das bedeutet wiederum, dass wir für die zuviel produzierten Güter einen riesigen Geldberg anhäufen. Die dazu spiegelbildlichen Schulden entstehen bei den Defizitländern.
      Es muss also auf beiden Seiten Anpassungen geben.

      Sie können ja mal bei der suchmaschine ihres Vertrauens NIIP (Net International Investement Position) eingeben. Querschuss hat das auch schon mal hier im Blog angesprochen.

      Grüße
      Robert

      • MarcMichael - 12. November 2012

        Das Problem liegt hier, waß Steffen bereits 100mal thematisiert hat, an sinkenden Nettoreallöhnen in Deutschland, außerdem das sich so, leistungsschwache Länder wie Griechenland oder Spanien sich in direkter Konkurrenz mt so leistungsfähigen Volkswirtschaften wie die Niederlande, BRD oder Schweden befinden.

        Das ist so , als würde man einen Trabant 601 und einem Volkswagen für den gleichen Preis anbieten und sich wundern warum niemand den Trabant kauft.

        • Robert - 12. November 2012

          Für mich ist das Deutsche Lohndumping auch eines der Hauptprobleme.
          Das mit der Unterschiedlichkeit der Volkswirtschaften sehe ich nicht als primäres Problem. Es fehlt der politische Wille, die Grundbedingung einer Währungsunion zu koordinieren, die Entwicklung der relative Preise.
          Wer auf Teufel komm raus einen Wettbewerb der Nationen will, darf sich nicht darüber aufregen, dass auch andere Länder verlieren.
          Wenn die Südländer aus der Währungsunion austreten, werden irgendwelchen anderen Länder verlieren und in den Fokus kommen. Das ist unausweichlich im Wettbewerb der Nationen.

          Wettbewerb gehört auf Unternehmensebene!!!

  • JL - 11. November 2012

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner

    Ihr Artikel ist sehr lesenswert. Ihre vorgetragenen Punkte zur „Gesundung“ Griechenlands sind wohl richtig, aber gegenwärtig- meiner Meinung nach- leider nicht durchführbar.

    Ihre Vorschläge sind nur in einem souveränen Staat ohne bindende europäische Verpflichtungen möglich und setzten eine sachdienliche Wirtschaftspolitik der verantwortlichen Politiker voraus- unter direkter politischer Einbeziehung der griechischen Bevölkerung. Eine Art „Schweizer Geschäftsmodell“ für die Griechen also.

    Währe dem so, hätte Griechenland bereits 2009 den Staatsbankrott erklären und aus dem Euro austreten müssen. Es hätte seit dem keine „Rettungsschirme“ gehagelt und keine gnadenlosen Kürzungen bei der breiten griechischen „Masse“ gegeben. Währe dem also so gewesen, würden heute europäische Banken untergehen und nicht die griechische Bevölkerung samt deren Wirtschaft.

    Ist aber- wie bekannt- nicht so gekommen. Die Verhältnisse dort werden sich vermutlich noch nicht mal ändern wenn die griechische Regierung handlungsunfähig ist, bereits 1821 hat die „Heilige Allianz“ versucht die Griechen in ihrer nationalen Unabhängigkeitsbestrebung „platt zu machen“.

    Das Thema wird sich allerdings von allein erledigen, wenn die „Kernländer“ der EU nicht nur erhebliche wirtschaftliche Probleme aufweisen und diese sich endgültig in den Finanzsektor „durchgefressen“ haben, sondern auch, wenn sie ihren eigenen staatsgelenkten, realwirtschaftlichen Absturz zur Kenntnis nehmen müssen.

    Schließlich ist sich ja jeder selbst der nächste.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • SLE - 12. November 2012

      Hallo JL,

      Handlungsfähigkeit setzt Wissen um eigene Handlungsmöglichkeiten voraus, selbst wenn sie nur theoretisch existieren. Die Situation kann sich nicht nur ändern, sie wird sich verändern. In welche Richtung und welche Optionen sich daraus ergeben, ist nicht determiniert und vor allem auch von den konkreten Entscheidungen und Handlungen innerhalb sowie außerhalb Europas abhängig. Darauf kann jeder Einfluss nehmen. Das gilt auch für die Griechen.

      Viele Grüße
      SLE

      • JL - 12. November 2012

        Sehr geehrter Stefan L. Eichner,

        Dies ist auch meine Sicht der Dinge, Sie haben vollkommen Recht.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

  • peterb - 12. November 2012

    Der Artikel zeigt einen gut gemeinten und wenn er denn durchgeführt werden könnte, sicherlich lösungsorientierten Vorschlag.

    Das Problem: Der Vorschlag hat keine Chance auf Realisierung. Die eigentlichen Machthaber dieser Welt – die, die wie Herr Eichner selber schrieb, das Geld unter sich aufteilen, haben daran kein Interesse. Sie müssten Macht abtreten, was keiner will.

    Und damit z. B. in Deutschland noch alles ruhig bleibt und die Bevölkerung nicht merkt, wie es ist, wenn man zu Tode gespart wird, will die Bundesregierung in einer Art Vorzensur einen Film über die Folgen des Spardiktates in Portugal verhindern:

    http://uhupardo.wordpress.com/2012/11/11/merkels-regierung-will-offentliche-ausstrahlung-eines-videos-uber-portugals-sparpolitik-verhindern/

    Zitat: “In dem Video werden die direkten Folgen der Troika-Beschlüsse für die Portugiesen besprochen und aufgezeigt, wie ein ganzes Land verarmt. Einen ähnlichen Film hatte man erst vor kurzem bereits in Finnland gezeigt, “um die Bevölkerung darüber zu informieren, was die Sparpolitik unter den Menschen in Portugal anrichtet”. Das sollte nun auch in Berlin passieren, doch die deutsche Regierung lehnte das Vorhaben ab; “aus politischen Gründen”, wie die Initiatoren des Films erfahren haben. Der Film mit dem Titel “Ich bin ein Berliner”, hatte an diesem Wochenende in Berlin gezeigt werden sollen, bevor Merkel ihren Lissabon-Besuch antrat.”

    • Appaloosa - 12. November 2012

      @peterb:

      Ob die Bundesregierung das Video verboten hat oder nicht ist laut dem Thread unter dem Artikel noch nicht raus.
      Ein Berliner schrieb dort, der Film sollte im Sony-Center gezeigt werden.
      Also hat der Betreiber des Centers das Sagen und nicht die Bundesregierung.
      Also abwarten und Tee trinken…

  • Freiberufler - 12. November 2012

    Griechenland ist ungefähr da, wo die DDR 1990 war: Falsche Währung, Wirtschaft zusammen gebrochen. Transferzahlungen sind die letzte Hoffnung und für die “Entscheider” bleibt nur noch alternativlose Erfüllungspolitik.

    Und welche Alternative auch? Hinter dem Euro steht eine Allianz aus finanziellen Interessen und totalitärer Ideologie. Am Ende wird alles dem Erhalt des status quo geopfert.

  • Frank Bell - 12. November 2012

    Hallo, hier in der Welt steht etwas zu “meinem” Thema Peak Oil:

    Zitat
    USA steigen zum größten Ölproduzenten der Welt auf

    Die neu entdeckten Schiefergas- und Öl-Vorkommen in Nordamerika werden den Weltenergiemarkt von Grund auf verändern. Das geht aus dem Weltenergiebericht 2012 der Internationalen Energie-Agentur (IEA) hervor, der heute in London veröffentlicht wurde.

    “Das außergewöhnlich große Wachstum der Gas- und Ölproduktion in den USA bedeutet eine Zeitenwende für den globalen Energiemarkt”, heißt es in dem Bericht.

    (…)

    Die Experten der IEA rechnen damit, dass die USA sich bereits im Jahr 2035 energieautark selbst mit Öl und Gas versorgen können.
    Zitatende

    Meine Verwirrung steigt und steigt!

    Michael Ruppert lag alsom mit “Crossing the Rubicon” (gibt es nur auf englisch) völlig falsch.

    • MarcMichael - 12. November 2012

      Bei Youtube gibts ein Video mit den Namen “GasLand” .

      Ich empfehle das dringend anzuschauen. Hier in Deutschland wurden bisher trotz massiven Bürgerprotesten bereits “Probebohrungen” durchgeführt. Wenn das Fracking flächendeckend in Deutschland erlaubt wird, dann gibt es bald kein sauberes, ohne großen technischen Aufwand trinkbares Grundwasser mehr.

      Alaska ist sechsmal so groß wie die BRD mit 700 000 Einwohner (0,4 pro km2), die BRD hat 120 mal mehr.

      Steffen hat den Wahnisnn in den USA mit den Schiefergas bereits thematisiert. Der Braunkohletagebau ist ein Witz gegenüber dem Schieferöl und Ölsandabbau.

      Mit Gasfracking und Ölsandabbau würde man auf Jahrzehnte/vielleicht sogar Jahrhunderte ganze Landflächen zerstören.

    • MarcMichael - 12. November 2012

      Das besonders zynische an der Sache ist aber, das die Obama Regierung das Gasfracking und die Ölsandverabeitung als “Bio” anpreisen.

      • Frank Bell - 12. November 2012

        So wie ich das lese, ging es bereits unter Bush jr. los:

        Hydraulic fracturing was exempted from the Safe Drinking Water Act in the Energy Policy Act of 2005.

        Warum treten die Amis eine Tea Party-Bewegung los, kümmern sich aber überhaupt nicht um die Zerstörung der Lebensgrundlagen???

    • dank - 12. November 2012

      “Die Experten der IEA rechnen damit, dass die USA sich bereits im Jahr 2035 energieautark selbst mit Öl und Gas versorgen können.”

      ?!

      Aha!
      Denke, dass es stark darauf ankommt, mit wie viel Industrie und Einwohnern diese Experten in den USA im Jahre 2035 rechnen… 😉

    • SLE - 12. November 2012

      Was hat das (US-Ölvorkommen etc.) bitte mit dem Aufsatzthema zu tun? Es wäre schön, wenn ihr mal beim Thema bliebet.

      Grüße SLE

      • Frank Bell - 12. November 2012

        Entschuldigung. Man bekommt hier wirklich sehr gute Informationen, deshalb habe ich es gemacht – nicht um den Wert des Beitrages zu mindern.

  • pf - 12. November 2012

    Hier meine Meinung (d.h die Meinung eines Griechen) was Griechenland als erstes angehen sollte:

    Der griechische Staat und die griechische Gesellschaft hat seit seiner Gründung Mitte des 19 Jhr. nie den Schritt zum “Erwachsen werden” gemacht. Die aus dem damaligen Status quo historischen Geburtsfehler des Staates wurden aufgrund von diversen und oft zitierten Problemen nie angegangen.
    Klientismus und Korruption der wenigen d.h. des Kapitals und der politischen Eliten waren ein Bestandteil des Altags bis in die 80er Jahre. Der wirschaftliche Grundsatz des Landes war ein grundsätzliches Bekenntniss zum Markt. Es existierte ein nicht voll ausgeprägtes aber doch in Ansätzen “schwaches” Produktionsmodell mit einigen wettbewerbsfähigen Branchen. Natürlich existierte für die breite Bevölkerung relative Armut.

    Dies änderte sich in den 80er Jahren. Der EU Beitritt des Landes, und die daraus resultierende Mitellzufuhr, hat nicht nur das vorhandene schwache Produktionsmodell kaputt gemacht sondern auch den Klientismus und die Korruption in die tieferen Schichten der Gesellschaft implementiert. Neue Korrupte Eliten entsanden neben den alten Eliten wie z.B. der Staatsbeamte, der Steuerbeamte, der Arzt, der Gewerkschafter der staatlichen Monopolfirmen usw. Das Volk bekamm “endlich” eine Stimme und Zugang zu den Resourcen. 80% der jungen Studienabgänger wollten Beamte und Staatsdiener werden, damit Sie Zugang zu den Resourcen bekommen würden.

    Das ganze potentierte sich entsprechend nachdem noch mehr Mittel in das Land flossen, sprich nach Einfuhr des €.
    Auf der einen Seite der Staat als größter Arbeitgeber, der Staat als größter Auftraggeber, der Staat korrupt und uneffizient bis weit unten in seinen Hierarchien ohne im Stande zu sein, seine wesentlichen Aufgaben zu erledigen.
    Auf der anderen Seite die “freie” Wirtschaft die zum großteil entweder abhängig war von Staatsaufträgen war oder/und sich bewusst verweigerte Ihre Pflichten zu erledigen d.h. Steuern zu bezahlen. Wirtschaftstruktur: 80 % der Unternehmen bis 5 MA, keine Innovation, keine wettbewerbsfähigen Produkte, in vielen Bereichen richtig abgeschottete Strukturen.

    Der Zusammenbruch war unumgänglich.

    Als der Zusammenbruch dann da war, gab es natürlich die Möglichkeit -die auch hier sehr oft vertretene These- die Katastrophe zu verhindern bzw. hinaus zu zögern indem die europäischen Partner weiterhin die Nachfrage stützen sollte. Keine Austeritätspolitik sondern Nachfragepolitik.
    Dieser Ansatz hatte im Fall Griechenlands aber einen Haken.
    Der Ansatz setzte voraus, dass es ein Umfeld eines einigermaßen normal funktionierenden Staates und eines nicht korrupten Staates vorfindet.
    Dieser Ansatz setzt ebenfalls voraus, das die Mittel die dann eingesetzt werden zur Stärkung der Nachfrage produktiv eingesetzt werden und nicht versickern.

    Leider war dies nicht möglich gewesen so wie Griechenland aufgestellt war.

    Die Austeritätspolitik bringt natürlich all das mit was man bemängelt.
    Es bringt aber auch eine große Chance für die griechische Gesellschaft. Die Chance zum ersten mal seit der Gründung des Staates, aufgrund der wirtschaftlichen Notwendigkeiten endlich einen normalen, unabhängigen, funktionierenden Staat zu schaffen. Endlich “Erwachsen” zu werden.
    In den vielen Gesprächen die ich mit meinen Landsleuten führe (in dem natürlich Frust und Entäuschung herrscht) ist diese Erkenntnis gegeben.
    Stukturelle Reformen sind nun verabschiedet worden. Der Prozess wird dauern. Es wird Widerstand geben, vor allem von denen die Ihre Privillegien verlieren und das ist normal.

    Bekommt man diesen ersten so schwierigen aber wichtigen Schritt hin, ist es m.E. nicht weit zum nächsten Schritt aus eigener Kraft seine bescheidene Rolle in der Weltwirtschaft zu finden.

    • SLE - 12. November 2012

      Hallo pf,

      vielen Dank für den Beitrag. Die Strukturen, müssen verändert werden, das sehe ich auch so. Aber ist nicht auch so, wie es immer so schön heißt, dass “der Fisch vom Kopf her stinkt”? Was oben an der Spitze im Argen ist und damit meine ich die Elite in Politik und Wirtschaft, verbreitet sich über die Jahre von oben nach unten durch alle Hierarchiebenen und in die Gesellschaft.

      Ich denke deswegen, dass man oben anfangen muss, wenn man etwas verändern will. Iim Juni haben die Griechen allerdings die etablierten und korrupten Parteien und Parteipolitker wieder an die Regierung gewählt. Der Druck von außen war zwar groß, das ist wahr. Aber wofür spricht das? Für mangelnde Veränderungsbereitschaft? Dafür, dass man nicht anders kann als mit harten, unausgewogenen Maßnahmen gegen die Mittel- und Unterschicht das Vermögen und die privilegien derjenigen sichert bzw. nicht antatstet, die “den Kopf des Fisches” repräsentieren?

      Wenn man das tut, dann muss man sich darüber im Klaren sein, dass Griechenland eine zweite Weimarer Republik werden könnte. Die Golden Morgenröte gewinnt an Zustimmung. Nach meiner Aufassung sollte man aus der Vergangenheit lernen und – das gilt für jeden einzelnen Bürger – bestrebt sein, dass die Politik nicht Fehler wiederholt und Entscheidungen trifft, die die ökonomische und finanzielle Misere nicht lösen, sondern verschärfen und eine Gesellschaft überfordern.

      Das Bildungsniveau ist heute in allen Industriestaaten und natrplcih auch in Griechenland bedeutend höher als zur Zeit der Weimarer Republik in den 20er/30er Jahren. Die Informationsmöglichkeiten sind heute unvergleichlich viel besser – nicht zuletzt auch bedingt durch Blogger. Und dennoch reden und verhalten wir, in Europa, uns heute genau wie damals?

      Geht es nicht anders?

      Viele Grüße
      SLE

      • Frankenfurter - 13. November 2012

        Es geht anders SLE, siehe Island. .

        Eine öffentliche Verhandlung über Fiskalpakt, Schulden- oder Austeritätspolitik brennt nicht nur den Menschen in Griechenland auf den Nägeln. Warum also nicht einen runden Tisch auf der Akropolis aufstellen und dort die Zukunft Europas verhandeln?

        Diesmal aus Sicht der Menschen und nicht unter direkten Einflussnahme der mächtigen Lobbygruppen in Politik und Wirtschaft.

        • SLE - 13. November 2012

          Hallo Frankenfurter,

          ja, so war das von mir gedacht. Die Euro-Partner von Griechenland, Portugal, Spanien und Irland und auch die Mitglieder der Troika sind bezüglich des Sanierungskonzeptes schon seit Wochen nicht mehr einig. Jetzt wollen sie Griechenland mehr Zeit geben, aber die Zweifel, ob Zeit die Probleme der Schuldenstaaten überhaupt lösen kann, sind groß und sie werden größer. Das ist die Kerbe, in die man schlagen muss. Der Hinweis auf den Fall Island ist ein solcher Schlag. Vielen Dank dafür.

          Grüße
          SLE

          • Frankenfurter - 13. November 2012

            Island ist insofern ein Vorbild, einmal wegen der Standhaftigkeit der Isländer und ihres Führers (Grímsson, guter Mann!) zum anderen, weil der IWF hier einmal auf seine übliche Austeritätspolitik verzichtet hatte.

            Island hat allerdings eine eigene Währung und eine starke Exportwirtschaft. Das war für die schnelle Erholung Islands seit seinem Banken- und Währungscrash 2008 sicher sehr hilfreich.

    • Huthmann - 13. November 2012

      Diesen Beitrag kann man nur mit mehreren Ausführungszeichen beantworten. Hervorragende Zustandsbeschreibung meiner Ansicht nach. Ausschneiden und an die Wand hängen!

      MfG

  • hunsrueckbauer - 12. November 2012

    runder Tisch und dann?
    soll der den Ausverkauf endgültig absegen, so wie damals 800 Mrd. DM DDR-Volksvermögen von er Treuhand mit 200 Mrd. DM Subventionen im Namen des Volkes unter der Fuchtel von Kohl an die Kapitalisten verscherbelt wurde zwecks Festigung wirtschaftlcher Macht und Ausbau ihrer Oligopolstellung? Ich schei..drauf. Die Karre muß gegen dei Wand fahren, der Kapitalismus muß, muß sterben und mit ihem alle seine Schergen! GR ist tot, es lebe GR. Wenn die Jugend, die derzeit dort und in anderen Ländern der EU verbrannt wird erkennt, dass sie ebensogut als brennende Fackeln durch die Lande ziehen können – Europa wird brennen – getreu dem geflügelten Satz: Friede den Hütten – Feuer den Palästen.

    • Frank Bell - 12. November 2012

      @hunsrueckbauer – Du bist viel zu optimistisch. Der “Kapitalismus”, eher Neo-Liberalismus hat uns fest im Griff. Und es wird noch schlimmer. Die Neo-Libs haben doch überall Auftrieb! Selbst die SPD kann sich nicht davon freimachen, und Typen wie Fischer und Trittin sind doch Speichellecker geworden. Die tun alles, was man denen auf der Bilderberger-Konferenz sagt. Und da haben nur Banker und Milliardäre zu sagen.

      Die einzigen eher linken Parteien fliegen doch aus den Parlamenten heraus – so wie z.B. die Linke in NRW.

  • Unglaublich - 12. November 2012

    ..laut den Medien braucht Griechenland bis zum Donnerstag 31 Mrd. weil Rückzahlungstermine von Anleihen fällig werden, für eine zweijährige Streckung der Reformen weitere 32 Mrd.
    Die besagten Reformen würgen natürlich die Binnenwirtschaft ab, zwingt eine breite Schicht der Bevölkerung schwarzarbeiten zu müssen um nicht in der nächsten Mülltonne nach Essbaren zu suchen, von “Schuldentragfähigkeit” zu sprechen, wie Juncker heute noch prüfen möchte, will ich gar nicht reden.

    Das schlimmste ist nicht das Groschengrab Griechenland, was nie wieder irgendein Cent von den ominösen “Märkten” geliehen bekommt, das schlimmste ist mit welcher Selbstverständlichkeit alle Steuerzahler samt ihrer Bonität für blöd verkauft werden. Von den Eurofaschisten.
    Mit Zuckerbrot und Peitsche werden hier Regierungen je nach eigenem Gutdünken belohnt oder bestraft, die Regierungen hängen nur noch am Tropf von Brüssel bzw. EZB.

    Man kanns drehen wie man will, ohne 100% Schuldenschnitt geht mit Griechenland in der Eurozone nichts mehr, nur gehört das auch ausgesprochen vor den Steuerzahlern und man sollte soviel Eier(stöcke) haben sich der Konsequenz der Wähler zu stellen.

  • Unglaublich - 12. November 2012

    “Ich denke deswegen, dass man oben anfangen muss, wenn man etwas verändern will. Iim Juni haben die Griechen allerdings die etablierten und korrupten Parteien und Parteipolitker wieder an die Regierung gewählt. Der Druck von außen war zwar groß, das ist wahr. Aber wofür spricht das? Für mangelnde Veränderungsbereitschaft? Dafür, dass man nicht anders kann als mit harten, unausgewogenen Maßnahmen gegen die Mittel- und Unterschicht das Vermögen und die privilegien derjenigen sichert bzw. nicht antatstet, die “den Kopf des Fisches” repräsentieren?”

    Hallo SLE.

    die Griechen haben aus einem einzigen Grund die etablierten Parteien gewählt, die Alternative wäre gewesen Austritt aus der Währungszone und einem sofortigen gesellschaftlichen Supergau mit potentieller Machübernahme des Militärs und sofortiger Verelendigung ODER die etablierten Parteien weitermurkseln zu lassen nach dem Motto “die Hoffnung stirbt zu letzt”.
    Es ist ja hier nicht anders..

  • T.o.J. - 12. November 2012

    Leider wird hier wieder (das ist meine Meinung) ueber “Baeume” geredet anstatt ueber den “Wald” !

    Egal was uns gesagt wird ….egal….das weicht ab von der Realitaet welche vorherscht!

    Die Frage lautet “immer” noch : Wer hat diese “Kredite” vergeben , unter welchen Bedingungen , fuer was wurden diese Kredite genutzt und wer hat sie angefordet???

    @pf : In einigen Dingen die du geschrieben hast magst du Recht haben , aber wenn du dich mal mit der Geschichte GR`s nach 1821 beschaeftigst wirst du merken das nicht unbedingt nur das Versagen und die korrupten Politiker schuld an der heutigen Situation waren und sind sondern : WER hat sie bestochen und welche Ziele sollten dabei erreicht werden!!?

    Den KORRUPT sind alle Politiker egal in welchem Land da gibt es 0 (Null) Ausnahmen!!!

  • T.o.J. - 12. November 2012

    Ich habe Informationen das es Griechen aus dem Ausland gibt welche (man hoere und staune) 600 mlrd Dollar dem griechischem Staat fuer 0,5 % auf 100 Jahre quasi schenken!

    Wer wuerde da nein sagen wenn er in solch einer Situation waere….und doch es gibt sie die Nein Sager….das Angebot ist (offiziel) abgelehnt worden…..was mag man da denken???

    Die Situation ist doch so das die Amis den Euro nicht so moegen weil das Konkurrenz fuer den DOllar ist weltweit…die mischen naturlich auch mit !!

    Ueber die ROhstoffe welche in GR sind ganz zu schweigen ( Oel , Gas , Gold , Uran , seltene Erden usw) hier sollte endgueltig klar sein das alle “Theorien” nicht funktionieren werden und koennen!!!

  • pf - 13. November 2012

    Lieber SLE,

    natürlich ist es eine Ironie, das die politischen Parteien die das verbockt haben (zumindestens die eine, weil die andere die Sozialisten der PASOK so gut wie politisch erledigt ist- und das ist eine Art von Gerechtigkeit-), sich nun als Reformer betätigen müssen.
    Natürlich wäre es “gerecht” wenn der stinkende Kopf in irgend einer Form bestraft würde, vorallem auch rechtlich.

    ABER

    Die Geschichte hat immer gezeigt, das neues -auch politisch- nicht direkt in der Krise sondern nach dem Ausgang aus der Krise entseht. Man muss ertsmal aus diesem Tunel raus, um neues zu schaffen.
    Die Altenative von aussen Links (SYRIZA) hat sich nun mal schlecht verkauft. Sie hat die frustierten der Staatseliten die keine Veränderungen haben wollten (Staatsbeamte etc.) versammelt (hauptsächlich aus den Reihen der Sozialisten). Deren Vorschläge nichts zu Verändern oder eine Art “Erpressung” durchzusetzen um Mittel zu besorgen damit sich nichts verändert, war falsch und hat Angst gemacht.
    Eines muss dem deutschen Betrachter klar sein. Es ist nicht so das die Bevölkerung so weit ist, das man nichts aber auch gar nichts mehr zu verlieren hat. Man hat noch eine ganze Menge zu verlieren.

    Damit es trotzdem, mitten im zivilisierten Europa nicht zu einer zweiten Weimarer Republik kommt, muss natürlich vorallem auch wirtschaftliche Hilfe von aussen kommen (weitere Zwischenfinanzierung / Schuldenschnitt / Investitionsprogramme etc).
    Aber dies wie ich in meinem ersten Beitrag schon geschrieben habe, und vorallem auch im Eigeninteresse des Griechenlands von Morgen nur an einem Staat der Bereit ist sich zu verändern (Korruption und Privilegien von ganz oben bis unten die als Selbstverständlich galten müssen einfach eliminiert werden).
    Durch die Berichterstattung der Medien ist ein m.E. verzehrtes Bild vorhanden.
    Es gibt viele vorallem junge Griechen (fast alle waren irgendwie schon im Nordeuropäischen Ausland) die es satt haben haben z.B. beim staatlichen Krankenhaus den Arzt bestechen zu müssen, bei der Behörte Geld zahlen zu müssen das Ihr Antrag bearbeitet wird (linkes politisches Klientel) oder das der Rechtsanwalt und der private Arzt ein dickes Auto fahren und keine Steuern zahlen (rechtes politisches Klientel).
    Eine Nachfrageorientierte Politik die alles weitermachen lässt wie bischer wäre einfach falsch. Eine Reform auch unter dem Druck der Austerität ist leider unumgänglich.

    • Querschuss - 13. November 2012

      Hallo pf,
      “Eine Nachfrageorientierte Politik die alles weitermachen lässt wie bisher wäre einfach falsch.”… Stand doch offizieller Seite nie zur Debatte, sondern das Gegenteil, es ist bereits eine Schrumpfung des BIPs von fast -20% vollzogen worden, der Output der Industrieproduktion schrumpfte um -31,8%, der Bau ist Tod – mit nur 1200 Baugenehmigungen im August 2012, die Summe aller Arbeitnehmerentgelte schrumpfte um beispiellose -34,2%, die Bruttoanlageinvestitionen sanken um 55,4%, jeweils zum Hoch, die Arbeitslosenquote beträgt 25,4%, die Quote der Jugendarbeitslosigkeit sogar 58%, die Kreditausfälle NPL-Quote explodierte auf 25%, schlimmer geht’s kaum.

      Jetzt geht es nur darum den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenbruch in Griechenland zu verhindern. Den Zusammenbruch kann man aber nicht wegsparen, sondern um diesen zu verhindern muss investiert werden, Jobs, Einkommen und Perspektiven müssen entstehen, die schafft eine ausschließliche Sparagenda niemals.

      Die internen spezifischen Probleme Griechenlands sind sicher ein Problem und machen es noch schlimmer, aber Portugal und Spanien zeigen, zuvorderst ist die verfehlte Wirtschafts- und Finanzpolitik schuld, welche die wirtschaftliche Aktivität abwürgt und in die Abwärtsspirale führt. Wenn alle Sektoren der Volkswirtschaft sparen sollen oder müssen, geht es immer nur abwärts und niemals aufwärts.

      Letztlich ist die bisherige Strategie für die Südperipherie schon deshalb dumm, weil sie auch die Kernländer der Eurozone mit hinunter in die Rezession zieht.

      Wenn man hunderttausenden Arbeitnehmer, ehemaligen Arbeitnehmer (Arbeitslose) und Rentner in die Armut treibt, ohne damit irgendein zu Grunde liegendes Problem zu lösen, ist das Wort Reformen wohl etwas unangebracht.

      • Huthmann - 13. November 2012

        Sehr geehrter SLE,

        Sie haben recht damit, daß der Wechsel moderiert werden sollte. Ggf. im Rahmen eines runden Tisches unter Beteiligung der maßgeblichen Protagonisten sowie das auch z.B. im politischen Rahmen passiert.

        Allerdings neige ich eher der Beschreibung von pf zu, was die maßgebliche Vorgehensweise anbetrifft. Griechenland muß erwachsen werden und sich selber neu erfinden. Hilfe von außen riskiert dann, daß Gruppen in Griechenland damit rechnen und versuchen Ihre Bestände abzusichern.

        Und bitte vergessen Sie nie den Finanzier der Sanierung. Man darf nicht davon ausgehen, daß eine Sanierung, bei der der zu sanierende Staat noch nicht auf den eigenen Füßen stehen will, funktionieren kann. Sprechen Sie einmal z.B. mit Insolvenzverwaltern. Was tun die mit Firmen, die vor dem Insolvenzverfahren stehen und eigentlich gar nicht mehr existieren und sich behaupten wollen?

        MfG

  • pf - 13. November 2012

    Hallo Querschuesse,

    gegen eine Nachfrageorientierte Politik wie Sie in Deutschland für Deutschland gefordert wird ist natürlich nicht einzuwenden. Die Diskrepanz zwischen dem Erlös aus produktiver Arbeit und Erlös aus Kapital ist nun mal sehr groß. Letztendlich wäre dies ja wie so oft auch hier zittiert der Weg auch das Nord-Süd Gefälle Europas zu reduzieren.

    ABER

    Dieses auch für die sehr stark staatlich geprägten wirtschaftlichen und leider auch sehr korrupten Strukturen Griechenlands zu fordern wäre fatal.
    – Würde die technisch erzeugte Nachfrage die politische Elite zwingen nicht mehr nur Ihre Klienten zu bevorzugen? NEIN
    – Würde die technisch erzeugte Nachfrage die ökonomische Elite zwingen das Land nicht mehr auzubeuten? NEIN
    – Würde die technisch erzeugte Nachfrage es hinbekommen, dass die Eliten zweiten Ranges (Staatsbeamten, Steuerbeamten etc). im Alltag -was sehr weh tut- weniger korrupt zu werden? NEIN
    – Würde die kleinteilige freie Wirtschaft mehr Steuern zahlen? NEIN

    So bitter es klingt, eine Nachfrageorientierte Politik können Sie nur dort anwenden wo in einem relativ freien Markt noch so etwas wie ein “echter Kampf” zwischen Kapital und Arbeit existiert.
    In kranken Gesellschaften bzw. Staaten wie es nun mal Griechenland ist, wo Kapital, Staat und Gesellschaft durch Korruption verwogen sind, dient es nur dem Aufrecherhalten des Alten.

    Es muss in diesem Land ein Wandel her. Es bedarf eines Umdenkens, einer Verhaltensänderung. Danach ist Solitarität der europäischen Partner und vorallem der deutschen Partner gefragt. Aber erst danach………

    • Querschuss - 13. November 2012

      Hallo pf,
      wo steht das ich eine nachfrageorientierte Politik für Griechenland fordere? Wo steht das man damit Griechenland zwingen könnte Klientelpolitik, Pfründe, Steuerhinterziehung und Ausbeutung abzuschafffen. Du liest absurde Dinge aus meinen Kommentar heraus, die dort nicht stehen!

      Ich meine nur das die Austerität, so wie bisher durchgezogen, in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps führt und sich das Problem nicht auf Griechenland reduzieren lässt, sondern sich auf Portugal und Spanien erstreckt obwohl man dort in Sachen Korruption, Steuermoral und Institutionen andere Zustände als in Griechenland hat. Also liegt nahe, dass sich das Problem nicht auf die speziellen Zustände in Griechenland reduzieren lässt. Grundsätzlich wird es in keinem Land der Südperipherie ohne Investitionen in Wertschöpfung, in Folge Jobs, Einkommen und Perspektiven aufwärts gehen. Wirtschaftliche Perspektiven eröffnen sich nicht durch ausschließliches Sparen. Alles nachvollziehbar und durch die Realität bestätigt. Punkt.

  • JL - 13. November 2012

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner

    Haben wir bald ein chinesisches Griechenland?

    Die Euro-Gruppe hat für Griechenland zwei Jahre mehr Zeit zum Erreichen der Sparziele beschlossen, nachdem die griechische Regierung weitere Kürzungen beschloß. Die Griechen sind wohl trotz Dauerkrise- und einer weiteren zusätzlichen prognostizierten Finanzlücke von etwa 31 Milliarden Euro- deshalb auf bestem Wege dann aus eigenen Kräften aus dieser herauszufinden.
    Bei solchen finanzpolitischen Beschlüssen- mit solchen aberwitzigen „Begründungen“- greifen sich doch Ökonomen und Insolvenzverwalter vermutlich fast schon gleichzeitig reflexartig spontan an den Kopf- belesene Blogger sicher auch.

    Aber Franklin D. Roosevelt sagte einmal: „Nichts in der Politik geschieht zufällig“. Also muß dieser „Unsinn“ ja eigentlich einen Sinn haben.

    Zunächst aber nachfolgender Rückblick:

    In Ihrer sechsteiligen Aufsatzreihe werden Einkommenskonzentrationen der 1% und 0,1% dargestellt. Dementsprechend werden die höchsten Einkommen anteilmäßig in den USA generiert.
    Sie schrieben dort unter anderem aber auch, Zitat SLE:
     Die größte zusammenhängende Beteiligungsstruktur umfasst 75 Prozent aller multinationalen Konzerne und 94,2 Prozent der gesamten operativen Erträge;
     1.318 Konzerne haben innerhalb dieses größten Beteiligungsnetzwerks besonders weitreichende Kontrollmöglichkeiten und kontrollieren sich zu 75 Prozent selbst; 75 Prozent dieser Unternehmen sind Finanzkonzerne;
     737 dieser 1.318 Konzerne kontrollieren über Beteiligungen gemeinsam 80 Prozent des größten Beteiligungsnetzes;
     147 dieser 737 Konzerne kontrollieren gemeinsam 40 Prozent des größten Beteiligungsnetzwerks und zudem nahezu vollkommen auch sich selbst; 49 der 50 einflussreichsten Konzerne sind solche aus dem Finanzsektor, 24 davon sind US-Konzerne, 8 britische.

    Ende Zitat.

    Fazit:
    Vor einem finanztechnischen Kollaps in den USA werden mit Sicherheit wirtschaftliche Reaktionen seitens der Amerikaner zuungunsten der BRIC- Staaten ausgerufen werden, denen sich Großbritannien und die EU anschließen würden. Die Gegenreaktion seitens der BRIC- Staaten wird dann wohl nicht lang auf sich warten lassen. Demnach wäre es mit Billigprodukten „Made in China“ aber wohl vorbei. Die Auslagerung der bisher in China produzierten Güter in andere asiatische Länder ist aber aus wirtschaftlichen und politischen Gründen- durch die gegenwärtige politische Einflußnahme seitens Chinas im asiatischen Raum- sicher nicht ratsam.

    Also sucht man sich in ein- zwei Jahren neue Chinesen- ob nun Griechen, Portugiesen oder auch andere. Dabei spielt der Standort keine Rolle, er muß nur politisch und wirtschaftlich beherrschbar sein. Der „Markt“ hierzu wird wohl gerade in Europa vorbereitet und für globale Konzerne wäre eine Auslagerung aus China kein Problem, diese schwimmen momentan im Geld.

    Erfreulicher Nebeneffekt: Man könnte die BRIC- Staaten wirtschaftlich- und damit politisch- erheblich schwächen, stellen diese doch gegenwärtig einen nicht zu unterschätzenden „Gegenpol“ zur US- Politik dar.

    Man kann also nur annehmen, daß ein neuer Wirtschaftskrieg gerade in Vorbereitung ist, dieses Mal gegen den (vorwiegend) eurasischen Wirtschaftsraum- wohl auf dem Rücken derer, die gegenwärtig gegen die Austeritätspolitik protestieren.
    Also importiert man wirtschaftsfreundliche chinesische Verhältnisse in denen man diese schafft- nach Griechenland und sonst wo hin.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • SLE - 13. November 2012

      Hallo JL,

      das ist ein interessanter Gedanke. Jedenfalls sieht es in China kurz vor dem Führungswechsel und nach monatelangem Machtkampf mehr und mehr nach einer stärkeren Einflussnahme des konservativ-maoistischen Lagers aus, von dem speziell gegenüber den USA ein härterer Kurs zu erwarten wäre. Die verstärkte Konzentration der Wachstumsbemühungen auf Basis des chinesischen Binnenmarktes wurde bereits angekündigt. Der wirtschaftspolitische Kurs Chinas ist jedoch – nach dem auslaufenden Erfolg des bisher auf billiger Arbeitskraft aufgebauten Exportmodells – noch nicht klar absehbar. Die Chinesen gelten andererseits wie die Amerikaner als Geschäftsleute, das heißt, sie denken ans Geschäft. Mitte der Woche, wenn die Neubesetzung des Politbüros und seines Führungsgremiums (der Ständige Ausschuss) feststeht, lässt sich vielleicht eher etwas zum künftigen Kurs sagen.

      Was die USA anbelangt, so spitzen sich dort die Probleme zu und insofern könnte zu erwarten sein, dass die USA gezwungenermaßen sehr viel stärker mit sich selbst beschäftigt sein werden – auch weil der Politik der finanzielle Spielraum für vieles künftig schlicht fehlt.

      Viele Grüße
      SLE

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