Euro-Krise: Zur Selbstauflösung des politischen Systems in Griechenland

von am 9. Mai 2012 in Allgemein

In Griechenland ist seit der Parlamentswahl in der politischen Ordnung des Landes nichts mehr so wie es war.

Aber: Niemand sollte allen Ernstes behaupten, die tiefe Krise, in die die griechische Politik nun gestürzt ist oder besser gesagt die von Wut und Verzweiflung angetriebene und teils gewiss blinde Flucht der Wähler zu solchen Parteien, die sich klar gegen den Kurs der etablierten politischen Kräfte – Nea Dimokratia (ND) und PASOK – positionierten, wäre nicht vorhersehbar gewesen.

Jedem, der auf europäischer Ebene einen einseitigen austeritätspolitischen Kurs von Griechenland forderte, hätte allein schon aufgrund der historisch dokumentierten Erfahrungen mit einem solchen Kurs klar sein können und müssen, wohin er führt.

Heinrich Brüning hat als Reichskanzler angesichts der damaligen Weltwirtschaftskrise und der immens hohen Verschuldung des Deutschen Reichs genau denselben Weg beschritten, den zu gehen von Griechenland und auch – was wegen der Konsequenzen für Europa besonders hervorzuheben ist – anderen europäischen Schuldenstaaten von den Euro-Rettern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) verlangt wird.

Die wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen von Brünings Kurs ähneln denen in Griechenland in einem erschreckend hohen Maße. In der Weimarer Republik brach die Wirtschaft ein und die Arbeitslosigkeit stieg bis 1933 auf 30 Prozent! Griechenland, aber ebenso Portugal und Spanien befinden sich auf demselben Kurs.

In Griechenland stieg die Arbeitslosigkeit seit der Lehman-Pleite im September 2008 von unter 7 Prozent auf zuletzt etwa 22 Prozent. (1) In Portugal stieg sie zuletzt auf 15,3 Prozent, in Spanien sogar auf 24,1 Prozent. (2) Die Jugendarbeitslosigkeit ist dort noch beträchtlich höher. In Griechenland liegt sie mittlerweile bei 51,2 Prozent, in Portugal bei 36,1 Prozent und in Spanien bei 51,1 Prozent. (3)

Die Wirtschaft Griechenlands bricht immer weiter ein, wie die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zeigt:

+3,0 (2007), -0,2 Prozent (2008), -3,3 Prozent (2009), -3,5 Prozent (2010), -6,9 Prozent (2011). (4)

Auch in Portugal zeigt die Entwicklung des Wirtschaftswachstums (BIP) nach zwischenzeitlicher Erholung wieder klar nach unten:

+2,4 (2007), +0,0 (2008), -2,9 (2009), +1,4 (2010), -1,6 (2011) und die EU-Prognose für 2012 lautet auf -3,3 Prozent. (5) Seit dem ersten Quartal 2011 bricht die portugiesische Wirtschaft von Quartal zu Quartal immer stärker ein. (6)

Auch Spaniens Wirtschaft ist aktuell wieder in der Rezession gerutscht, das heißt in den letzten beiden Quartalen hat es einen Rückgang beim BIP gegeben:

0,0 Prozent (Q3/2011), -0,3 Prozent (Q4/2011) und -0,3 Prozent (Q1/2012). (7) Die EU-Prognose für 2012 lautet auf -1,0 Prozent (8).

In allen drei exemplarisch genannten Fällen hat der eingeschlagene, einseitige austeritätspolitische Kurs eindeutig negative Konsequenzen oder, wenn man das nicht zu akzeptieren bereit ist, es ist zumindest definitiv kein Weg aus der Krise.

Viele haben immer wieder davor gewarnt, dass genau dies geschehen würde.

Jetzt erleben wir – zunächst in Griechenland – den zweiten Akt der besorgniserregenden Konsequenzen der einseitigen Austeritätspolitik und der sich infolgedessen dramatisch verschlechternden Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, ganz so, wie es die historischen Erfahrungen befürchten ließen: die politische Krise, in deren Verlauf es zum Bruch der politischen Ordnung kommt.

Auch davor wurde von vielen immer wieder gewarnt. Es ist erst wenige Wochen her, als auch ich dies (wie schon mehrfach zuvor (9)) tat. Der Aufsatz trug die Überschrift „Vergessene Lektion: Die Griechenlandkrise und Heinrich Brüning“. (10) Es war nochmals eine eindringliche Warnung vor den Folgen des einseitigen austeritätspolitischen Kurses für die Politik und die Gesellschaft. In Anbetracht des Wahlausgangs in Griechenland möchte ich, weil sich dies zur Verdeutlichung der historischen Parallelen unmittelbar anbietet, noch einmal die in diesem Aufsatz abgebildete Tabelle mit den Wahlresultaten in der Weimarer Republik zwischen 1919 und 1933 wiedergeben.

Wenn jetzt – wie geschehen – die deutsche Presse beispielsweise wie folgt titelt

Wahl-Chaos in Athen: Wird dieser Linksradikale neuer Griechen-Chef?(11) und

Regierungsbildung in Athen: Entsetzen über linken Wahlgewinner(12) sowie

Wahlsieg der Extremisten: „Morgenröte“ bedroht griechische Demokratie(13) usw.

und auch viele Politiker außerhalb Griechenlands sich „überrascht“ und „entsetzt“ über das Aufkommen radikaler Parteien in Griechenland äußern und die griechische Politik mahnend dazu aufrufen, sie möge doch zur Vernunft kommen und sich rasch darauf einigen, den mit Euro-Rettern vereinbarten austeritätspolitischen Kurs beizubehalten, dann ist das mit Verlaub nichts anderes als das Vorheucheln einer Unschuld. Einer Unschuld an dem nun immer deutlicher zutage tretenden Desaster mit all seinen negativen Konsequenzen für Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie, die aus der Unfähigkeit resultiert, die vorliegende Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise erfolgreich zu bekämpfen.

Jetzt den gewählten Politikern an der Spitze radikaler Parteien zu unterstellen, sie hätten doch auch keine Ahnung, wie man die Krise anders und besser meistern kann und mehr noch darauf zu insistieren, ein anderes, zum Erfolg führendes Konzept für die Krisenbewältigung zu entwickeln, sei schlicht unmöglich, das wäre ein weiterer schwerwiegender Fehler. Es wäre genauer gesagt die Wiederholung eines Fehlers, der auch in der Weimarer Republik gemacht worden ist, wie das folgende Zitat aus dem Leitartikel der Frankfurter Zeitung vom 15.09.1930 zeigt, in dem die Reichstagswahlen vom 14.09.1930 (ähnlich wie es aktuell in Bezug auf den Ausgang der Griechenland-Wahl geschieht) als „Erbitterungs-Wahlen“ bezeichnet werden. Die rechtsradikale NSDAP errang 107 Sitze im Reichstag, nach zuvor 12 Sitzen:

„ … Kein positiver Wille, auch nicht der zu einem wirklichen Umsturz des heutigen Staates, nicht einmal der zu dem gewaltsamen Versuch eines Umsturzes unserer heuti­gen außenpolitischen Grundlagen, steht hinter einem großen Teil dieser radikal-negieren­den Stimmen. Ein solcher Umsturz-Wille ist, wir dürfen uns wahrhaftig nicht in Illusionen wiegen, bei einem Teil sicherlich vorhanden. Der andere Teil hat lediglich Protest gewollt. Protest – auch darüber dürfen wir uns keine Illusionen machen, und am allerwenigsten dürfen das diejenigen Parlamentarier und sonstige Parteistellen, die es zunächst angeht – gegen die Methoden des Regierens oder Nichtregierens, des entschlußlosen parlamentari­schen Parlamentierens der letztvergangenen Jahre, die jedem anderen mißfallen haben als den Parlamentariern, die sie betrieben. Protest gegen die wirtschaftliche Not, die furchtbar ist und die viele, zum Teil aus ehrlicher Verzweiflung zum anderen bloß aus dem Ärger über diese oder jene Einzelmaßnahme, einfach in die Stimmung treibt: die Partei, für die sie bisher gestimmt hatten, habe ihnen nicht geholfen, also versuche man es nun einmal mit der anderen Tonart. Hitler verspricht ja Macht, Glanz und Wohlstand. Also! Wie wäre es, wenn Hitler jetzt wirklich die Möglichkeit erhielte, die Macht zu er­greifen? Er stünde nackt und bloß und wüßte in Wirklichkeit nichts, gar nichts, um seine Versprechungen zu erfüllen und Deutschland aus der Not herauszuführen. … „

Wörtlich aus dem Leitartikel der Frankfurter Zeitung vom 15.09.1930, Nr. 688, zitiert nach W. Conze, „Der Nationalsozialismus“, Teil I, Stuttgart, 6. Aufl. 1972, RZ 54, S. 38-39.

Tatsächlich ging nach der Machtergreifung durch Hitler Anfang 1933 mit der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt aufwärts – warum und zu welch hohem Preis, das wurde den meisten erst später klar. Hitler hatte sich mit seiner Wirtschaftspolitik an John M. Keynes orientiert, der mit seinen Ideen eine klare, aber vom liberalen ökonomischen Mainstream zuvor immer strikt abgelehnte und diskreditierte wirtschaftspolitische Alternative bot.

Gerade weil es damals Keynes war, der eine gangbare Alternative zum liberalen, austeritätspolitischen Kurs bot, möchte ich eindringlich davor warnen, diese Konzeption vorschnell aktuell als sinnvolle und erfolgversprechende Alternative anzusehen. Die Situation in Krisenstaaten wie Griechenland und vor allem auch die Situation auf den globalen Märkten ist mit der damaligen nicht vergleichbar. Was heute von besonderer, zentraler Bedeutung ist, sind die wirtschaftsstrukturellen Gegebenheiten:

Massive wirtschaftsstrukturelle Schwächen im Falle von Griechenland & Co. vor dem Hintergrund hochkonzentrierter und stark vernetzter globaler Märkte, die vielfach nur von wenigen großen Konzernen dominiert werden.

Die daraus resultierenden erheblichen Ungleichgewichte, Wachstumsschwäche und systemische Instabilität lassen sich weder mit einer liberalen Austeritätspolitik noch mit keynesianischer Konjunkturstimulierung beheben. (siehe dazu: (14) (15)).

Wer nun, nachdem der neue französische Präsident François Hollande angekündigt hat, in Europa auf eine Wachstumsinitiative zu drängen, glaubt, die Orientierung an Keynes führe zum Erfolg, der begeht aufgrund einer Fehlinterpretation der Geschichte wahrscheinlich einen weiteren folgenschweren Fehler im Kampf gegen Europas Krise.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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120 KommentareKommentieren

  • M.E. - 9. Mai 2012

    Ja, das was in Griechenland passiert, ist nicht nur ein wirtschaftlicher sondern auch ein politischer und gesellschaftlicher Zusammenbruch.

    Mit allen Zutaten, die auch eine Trendwende in der Zukunft nahezu ausschließen:
    -massiver brain drain aus Griechenland durch Abwabderung hochqualifizierter Menschen,
    -massive Kapitalflucht,
    -Vernachlässigung der Erhaltung der Infrastruktur,
    usw.

    Nicht nur zum Thema Griechenland hier ein sehr lesenswerter Artikel der Bankhaus Rott

    http://www.rottmeyer.de/milde-rezession-unsinn/

    Bitte auch die Seiten 2 und 3 beachten.

    • SLE - 9. Mai 2012

      Hallo M.E.

      und Danke für den interessanten Link. Da haben Rott&Meyer ja heute aus einem anderen Blickwinkel sehr schön in dieselbe Kerbe gehauen wie ich hier. Prima Ergänzung!

      Grüße
      SLE

  • Harald E - 9. Mai 2012

    Hmmm….große Sorgen mach ich mir um die Griechen nicht.

    Ich war 1985 für ein paar Wochen in GR.

    Ford Fiesta 40 PS kostete damals umgerechnet 35.000 DM, ein hundsgewöhnlicher Videorecorder war unter 2000,- DM nicht zu haben.
    Wegen Luxussteuer.

    Hey…und die waren glücklich.

    Und das ist noch nicht sooo lange her. Die packen das schon….mit mediterraner Gelassenheit und Kreativität.

    Wenn ihnen die EU die Tür vor der Nase zuschlägt, gehen zeitgleich mehrere andere Türen auf.

    Geöffnet von Russland, Türkei oder noch fernöstlichere Staaten.

    • Harald E - 9. Mai 2012

      Option Rußland:

      Pro
      – potentielles Gasfeld in der Ägäis
      – offene Rechnung des Kreml wegen Nato-Raketenschirm
      – hohes Gestaltungspotential in der brachliegenden griechischen Wirtschaft
      – russische Millionäre liegen gerne an mediterranen Stränden

      Contra:
      – hmmm…..hätt ich gerne von euch 😉

      Also ich persönlich seh schon Putin und Busenfreund Gerhard S. aphroditegleich und Richtung Brüssel feixend aus den schaumigen Fluten der Ägäis steigen.

      GR für nen Appel und ein Ei. Wäre ich Putin, hätt ich schon zugegriffen.

  • SLGramann - 9. Mai 2012

    Hallo Herr Eichner, stimme Ihnen weitgehend zu. Die Voraussetzungen für eine staatliche Konjunkturpolitik sind in Griechenland in der Tat nicht die Besten. Aber ohne so viel Keynes wie möglich, wird es wohl nicht gehen.

    Etwas anderes ist aber auch sehr wichtig: Wolfgang Münchau weist heute bei Spiegel-Online zu recht darauf hin, dass der Euro für Griechenland (aber auch für andere Südländer) ökonomisch ähnlich wirkt, wie ab 1929 der Goldstandard für Deutschland und andere.
    Die Wechselkurse stimmen nicht und die Geldpolitik ist zu starr. Neben falschen ökonomischen Grundannahmen ist die starre Geldpolitik ihrerseits eine Ursache für Austeritätspolitik.

    Auf die weitere Zuspitzung der deflationären Krise – heute auch wieder in Spanien – reagiert die deutsche Main-Stream-Presse im wesentlichen weiter nur mit ihrem unterbelichteten Spar-Gequietsche. In der Welt schreibt eine ganz durchgeknallte heute vom Vaterlandsverrat, den die SPD angeblich (mal wieder) begeht…

    Ich persönlich habe mir jetzt das Buch “Früchte des Zorns” gekauft. Kann nicht schaden, sich die 30er-Jahre wieder näher vor Augen zu führen…

    • SLE - 9. Mai 2012

      Hallo SLGramann,

      vielen Dank für Ihre Einschätzung. Ich denke, die Krisenproblematik hat drei verschiedene Ebenen, auf denen geeignete Lösungen gefunden werden müssen:

      Finanzmärkte & Geld-/Währungspolitik
      Wirtschaft & Wettbewerb
      Politik & Machtstrukturen

      nach meiner Überzeugung müssen auf allen Ebenen geeignete Lösungen gfunden werden, aber auch das Gesamtpaket muss stimmig sein. Meistens wird in Diskussion nur schwerpunktmäßig die eine oder andere Dimension diskutiert, z.B. Geld-/Währungspolitik. Aber man muss dann ja auch fragen, welchen Anteil die Wild-West-Finanzmärkte an der Euro- und Schuldenkrise tragen.

      Und was ist mit dem Wettbewerb auf den globalen Märkten, die vielfach von nur wenigen sehr großen Konzernen dominiert werden, also von Intel, Hewlett Packard, General Electric, BHP Billiton, Volkswagen, JP Morgan usw. Wie soll die z. B. griechische Wirtschaft international wettbewerbsfähig werden, wenn sie sich auf den Märkten solchen Riesen gegenübersieht?

      Und der politische Sumpf in Griechenland (und vielen anderen Ländern) ist auch ein Problem, das zwingend gelöst werden muss.

      Aber Sie haben auch Recht, dass es einfach ermüdend ist, von Politikern ewig und immer wieder diesen klassenkämpferischen, aber mittlerweile völlig sinnentleerten Schlagabtausch “Links” gegen “Rechts” geboten zu bekommen. Als “Links” noch mit “Keynesianismus” und nachfrageorientiert zu identifizieren war und “Rechts” mit dem “Liberalismus” und angebotsorientiert, mag das ja noch in Ordnung gewesen sein. Doch mittlerweile müsste auch der Letzte erkannt haben, dass die Lösung unserer aktuellen Krise nicht mehr innerhalb dieses Schemas gelöst werden kann, weil die ökonomischen Ansätze beide fehlerhaft sind und sehr unvollkommene, mithin eben aber auch falsche Orientierungen geben.

      Es geht also nicht darum ob “Links” oder “Rechts” Recht hat, sondern welchen anderen, besseren Erklärungsansatz man für die Lösung finden oder erarbeiten und heranziehen kann. Es dürfte m.E. klar sein, dass dies nur ein Ansatz sein kann, der Elemente “linker” und “rechter” Lehren kombiniert. Die Frage ist nur: Wie am besten!? Darauf sollten sich die Politiker in ihren Debatten stürzen und konzentrieren. Wenn sie es endlich einmal täten, dann ginge es auch voran.

      Viele Grüße
      SLE

  • topperhopper - 9. Mai 2012

    D`accord, was die Folgen einer reinen Sparpolitik in GR angeht.
    Ich vermisse nur immer beim Austeritäts-Bashing die klaren Alternativen. Du sagst ja selbst, das uns Keynes jetzt auch nicht weiterhilft.

    GR ist im Euro – das ist in der aktuellen Situation sein Verhängnis. Für seine Zukunft hat es nur die Wahl zwischen GZSZ und Sturm der Liebe. Alles sch****

    GR ist nur (u.a.) durch staatlich gelenkte Geldpolitik in seine jetzige Situation geraten. In GR wurden viele viele kleine Strohfeuer entfacht (EU-Hilfen, Billigzinsen,…), die jetzt alle nach und nach aus gehen. Hätte man lieber gemächlich hochgeheizt (als eigenständiges Land). Jetzt kommt die Kälte dafür umso schneller zurück.

    • SLE - 9. Mai 2012

      Hallo topperhopper,

      das Problem hat m. E. drei Ebenen – wie ich oben in der Antwort an SLGramann ausgeführt habe. Mein Lösungsbeitrag (insb. zur Problem-Ebene “Wirtschaft&Wettbewerb”) findet sich u.a in dem dreiteiligen Aufsatz “In der Wachstumsfalle – Griechenland & Co.” (bitte im Archiv unter der Rubrik SLE schauen).

      Viele Grüße
      SLE

  • M.E. - 9. Mai 2012

    Ja, SLG,
    auch eines meiner Lieblingsbücher seit Jugendzeiten sowie einer meiner Lieblingsfilme mit dem damals noch relativ jungen Henry Fonda.
    Das wird wieder sehr aktuell in den Ländern des Westens. In den anderen Ländern war es ohnehin seit jeher aktuell. Nur, dass die Bevölkerung dort meist fatalistischer damit umgeht, weil sie es nicht anders kennt.
    Aber Menschen, die schon bessere Zeiten erlebt haben, tun sich schwerer mit einem Abstieg. Zumal, wenn sie daran glauben, zu einem überlegenen Kulturkreis zu gehören, dem besseres Leben schon naturgesetzlich zusteht.
    Es gibt eben viel Irrglauben in der Welt.

  • georg - 9. Mai 2012

    keynes hin keynes her, in den 30er jahren löste in deutschland vor allem die gewaltige aufrüstung das bschäftigungsproblem… das ganze war natürlich auf pump ( mefo wechsel ) aufgebaut , als es dann ans bezahlen ging half nur noch eins KRIEG …
    gruss georg

  • Fragender - 9. Mai 2012

    Ok, Austerität funktioniert nicht, Keynes funktioniert nicht, Japan funktioniert nicht. Was ist denn dann die Lösung?

    Ausserdem habe ich noch eine weitere Frage, die leider politisch sehr unkorrekt ist. Deshalb ein ernster Vorspann: 1. Die Frage ist unabhängig von meiner ersten Frage. 2. Es ist wirklich nur eine Frage, und in keiner Weise als ein Statement oder irgendeine politische Affiliierung zu verstehen. 3. Ich bitte um rationale Stellungnahmen (leider löst das Thema bei vielen Leuten in Deutschland einen extremen Abwehr-Reflex aus, der eine nutzenbringende rationale Diskussion verhindert).

    Nun zur Frage: Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland von 1933 bis 1939 sieht anhand der Daten, die ich gesehen habe, bemerkenswert erfolgreich aus. Das lässt sich auch mit “Militärausgaben” (die, soweit mir bekannt ist, in den ersten Jahren dieses Zeitraums noch keine grosse Rolle spielten) nicht wegdiskutieren. Schliesslich stellen sie im Endeffekt eine Belastung für die Wirtschaft dar, da das Militär ja (im wirtschaftlichen Sinne) nichts produziert. Wäre es möglich, dass zumindest ein Teil der Massnahmen, die damals ergriffen wurden, sachlich richtig waren?

    • Alsterpirat - 9. Mai 2012

      @ Fragender

      Diese “Maßnahmen” und Statistiken sahen eben nur vordergründig erfolgreich aus, erkauft wurden sie u.a. mit Hilfe einer institutionalisierten Intransparenz und gezielten Verschleierung – die Gewaltenteilung war eben sowohl vertikal als auch horizontal unter politischem, administrativem, ökonomischem und judikatvem Aspekt komplett aufgehoben – sowie auf dem Rücken von Millionen von Menschen, die unter den unwürdigsten Bedingungen (selbstverständlich unentgeltliche) Zwangsarbeit leisten mussten zzgl. weiterer Millionen “Freiwilliger”…

      Zudem wurde bereits weit vor Kriegsausbruch massenhaft Geld gedruckt, um diese ach so beeindruckenden Förder- und Infrastrukturprogramme zu finanzieren…- zzgl. der immensen Kriegskosten und -schäden bekam dann spätestens im Juni 1948 jeder (Reichs-) Deutsche die wahre Rechnung per Währungsreform präsentiert, bis hin zur kompletten Enteignung weiterer Millionen Menschen im Osten…

      • titoslavija - 9. Mai 2012

        Diese “Maßnahmen” und Statistiken sahen eben nur vordergründig erfolgreich aus, erkauft wurden sie u.a. mit Hilfe einer institutionalisierten Intransparenz und gezielten Verschleierung – die Gewaltenteilung war eben sowohl vertikal als auch horizontal unter politischem, administrativem, ökonomischem und judikatvem Aspekt komplett aufgehoben – sowie auf dem Rücken von Millionen von Menschen, die unter den unwürdigsten Bedingungen (selbstverständlich unentgeltliche) Zwangsarbeit leisten mussten zzgl. weiterer Millionen “Freiwilliger”…

        sprechen sie von den 30er jahren oder von heute?^^

      • titoslavija - 9. Mai 2012

        Diese “Maßnahmen” und Statistiken sahen eben nur vordergründig erfolgreich aus, erkauft wurden sie u.a. mit Hilfe einer institutionalisierten Intransparenz und gezielten Verschleierung – die Gewaltenteilung war eben sowohl vertikal als auch horizontal unter politischem, administrativem, ökonomischem und judikatvem Aspekt komplett aufgehoben – sowie auf dem Rücken von Millionen von Menschen, die unter den unwürdigsten Bedingungen (selbstverständlich unentgeltliche) Zwangsarbeit leisten mussten zzgl. weiterer Millionen “Freiwilliger”…

        sprechen sie von heue oder von den 30er jahren?^^

        • dank - 9. Mai 2012

          “sprechen sie von heue oder von den 30er jahren?^^”

          Der war gut!
          Dachte bei den Zeilen ähnliches.
          Der Eindruck kann ja auch durchaus entstehen bzw. “muss” er das.

          • Alsterpirat - 9. Mai 2012

            @ titoslavija & dank

            Über meiner Antwort steht “@ Fragender” – folglich bezieht diese sich auf dessen Frage zur wirtschaftlichen Entwicklung im (gleichgeschalteten) Deutschland von 1933 bis 1939, Ihr Scherzkekse (wobei sich Scherze bei diesem Thema eigentlich verbieten)…!

            In diesem Zusammenhang bliebe noch zu ergänzen, dass selbstverständlich auch die Reichsbank als gleichgeschaltete Institution wesentlich an diesem Massenbetrug (Gelddrucken ohne “nachhaltig gedeckte Schecks”) beteiligt war und in puncto Sachwerte zudem nicht unerhebliche Summen aus konfisziertem (v.a. jüdischem) Vermögen der deutschen Staatskasse zugeflossen sind.

          • dank - 10. Mai 2012

            Hallo Alsterpirat

            Klarstellung: Ging weder um die Verhöhnung der damaligen Zeit, noch um irgendeine Art von Relativierung.

            Aber mir schossen beim Lesen der Zeilen das Heer von Praktikanten und EinEuroJobber (“Freiwilliger”) und unentgeldlicher Wiedereingliederer durch den Kopf – das Teile und Herrsche unserer Zeit – die Macht des Kapitals, sowie die Statistikbeschönigungen und -relativierungen der Herrschenden in allen Gefilden.

            So gesehen, war es weniger Spaß – der Name ist Ernst.

            Grüße&
            dank

  • Paernu - 9. Mai 2012

    Hallo SLGramann

    Bin eher der Meinung Keynes hat uns doch dahin gebracht wo wir sind. In der Form teile ich auch grundsätzlich nicht die Meinung von Münchau, dessen Analysen ich schätze, er allerdings die völlig falschen Schlüsse zieht.

    Die Einführung des Euro war ein gigantisches Keynesprogramm. Niedrige Zinsen, gigantische öffentliche Infrastrukturprojekte in den Beitrittsändern, einheitlicher Investitionsraum etc. Was soll das denn sonst gewesen sein. Ein neues “Keynesprogramm” erkauft vielleicht ein paar Jahre Zeit und dann wird es noch schlimmer. Ich finde es auch fasziernend, dass immer nur die eine Seite von Keynes (Ausgaben) zitiert wird. Das Hauptproblem besteht doch darin, dass die Politik nie spart oder Rücklagen bildet, wenn es mal brummt.

    Ist ja auch alles kein Problem, im Zweifel finanziert die Notenbank alles.

    Wobei wir meiner Meinung nach beim Kernproblem sind, dem Fiatmoney-System und der damit verbundenenen unbegrenzten Schuldenmacherei.

    Letztlich versuchen doch alle, irgendwie Lösungen vorzuschlagen, die nicht weh tun sollen. Das wird nicht klappen. ALLE (Griechen, Deutsche, Italiener, Engländer, Amerikaner etc.) werden Vermögens- und Wohlstandsverluste erleiden. Eine andere Lösung gibt es nciht. Die Frage ist, wie retten die einzelnen Nationen das Beste für sich.

    Und falls noch jemand ein “tolles” Beispiel für Keynes braucht. Letztlich ist die Wirtschaftspolitik von Adolf Hitler in die gleiche Richtung marschiert. Staat gleicht unzureichenden Konsum von Privat und Unternehmen aus. Aber wahrscheinlich glaubt der ein oder andere “Keynesianer”, das nur der Krieg den Erfolg einer solchen Politik verhindert hätte.

    Aber ist alles schon einmal von Mises, Hayek etc beschrieben worden, läuft auch genauso ab, mit allen Konsequenzen.

    Gruss und freue mich auf weitere Diskussion.
    Paernu

  • topperhopper - 9. Mai 2012

    Sehr lesenswert: http://www.rottmeyer.de/wir-hatten-nie-eine-wahl/comment-page-1/#comment-11252

    Wir sind mit der jetzigen Eurozone einer Falle gefangen. Aber diese Einsicht sickert wie alles nur langsam durch.

  • Bubblegum - 9. Mai 2012

    @SLE,

    möchte Sie auf folgende Unsauberkeiten in dem historischen Vergleich von Weimar und Griechenland aufmerksam machen:

    “Heinrich Brüning hat als Reichskanzler angesichts der damaligen Weltwirtschaftskrise und der immens hohen Verschuldung des Deutschen Reichs genau denselben Weg beschritten, den zu gehen von Griechenland und auch – was wegen der Konsequenzen für Europa besonders hervorzuheben ist – anderen europäischen Schuldenstaaten von den Euro-Rettern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) verlangt wird.”

    Das Deutsche Reich war nicht verschuldet auf Basis einer verfehlten Wirtschaftspolitik und gefälschter statistischer Daten á la Griechenland sondern auf Grundlage des Versailler Diktatfriedens von 1919, der ihm Reparationslasten im Gegenwert von 81.000 Tonnen Gold
    auferlegte, während die bis 1919 weltweit geförderte Goldmenge gerade einmal 40.000 Tonnen betrug. Nutznießer dieser Ausbeutung der deutschen Wirtschaftskraft waren die New
    Yorker Banken wie J.P.Morgan, Kuhn & Loeb, M.M. Warburg etc.

    “Tatsächlich ging nach der Machtergreifung durch Hitler Anfang 1933 mit der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt aufwärts – warum und zu welch hohem Preis, das wurde den meisten erst später klar. Hitler hatte sich mit seiner Wirtschaftspolitik an John M. Keynes orientiert, der mit seinen Ideen eine klare, aber vom liberalen ökonomischen Mainstream zuvor immer strikt abgelehnte und diskreditierte wirtschaftspolitische Alternative bot.”

    Die Anlehnung an Keynes Ideen ist eine gern vorgetragene Behauptung, die aber sachlich nicht stimmt, auch wenn sie tausendfach wiederholt worden ist!

    Wesentliche Teile des NS-Wirtschaftsprogramms stammen aus der Feder eines deutschen Juden namens Friedländer Prechtel (Treppenwitz der Geschichte), dem bis Kriegsende von den Nazis kein Haar gekrümmt worden ist! Die ersten Grundgedanken von Keynes General
    theory wurden als Radiosendung erst im März 1932 vorgetragen! Das Buch als Gesamtausgabe erschien erst 1936 zu einem Zeitpunkt als in Deutschland bereits fast wieder Vollbeschäftigung und Arbeitskräftemangel herrschte!
    Wichtiger ist in diesem Zusammenhang die Rolle des Reichbankpräsidenten Hjalmar Schacht der als erster Vier-Jahresplan- Beauftragter wesentliche Teile des NS-Wirtschaftsprogramms in die Praxis umsetzte. Aufgrund der als Mainstream herrschenden
    Nazi-Phobie wagt es aktuell kein ernst zu nehmender Wirtschaftstheoretiker sich mal ernsthaft
    und unvoreingenommen mit den von Schacht eingeleiteten wirtschafts- und geldpolitischen Maßnahmen auseinander zu setzen und sich die Frage zu stellen welche davon für die heutige, aktuelle Krisenbewältigung geeignet wären!

    Mit freundlichen Grüßen

    Bubblegum

    • titoslavija - 9. Mai 2012

      auch dem leibarzt von hitler, der ein jude war, wurde nie ein haar gekrümmt. auch zur nazizeit galt: nicht alle juden sind gleich!

      • Alsterpirat - 9. Mai 2012

        @ titoslavija

        Wie auch schon in Deiner obigen Anmerkung scheinen sich Deine historischen Kenntnisse in reißerischen Einzeilern zu erschöpfen…!

    • SLE - 9. Mai 2012

      Hallo Bubblegum,

      Danke für den interessanten Kommentar. Mit der Kritik kann ich leben. Das Deutsch Reich war wie griechenland hoch verschuldet – wenn auch aus anderen Gründen – wie von Ihnen dargelegt. Mag im Übrigen gut sein, dass auch heute dieselbe Branche, mithin vielleicht sogar dieselben Banken von der Griechenlandkrise profitieren – ich weiß es aber nicht.

      Was Keynes anbelangt und Ihren Einwand, Hitler hätte sich nicht an seiner Idee orientiert, so möchte ich dazu sagen, dass Keynes seine general Theory zwar erst 1936 veröffentlichte, aber die dieser zugrunde liegenden wesentlichen Ideen schon viel früher kommunizierte.

      Das ist auch logisch. Ich habe als Ökonom beispielsweise eine Wettbewerbstheorie entwickelt, die in einem 2002 publizierten Buch vorgestellt wurde. Die wesentlichen Ideen dazu entwickelte ich aber bereits ab 1996 und erweiterte dies dann sukzessive. Der größte teil der Arbeit besteht in der Regel dann darin, die Ideen für Leser verständlich zu Papier zu bringen. Das dauert seine Zeit – das Manuskript muss reifen.

      Zu Keynes habe Hitler nicht als Orientieung gedient, möchte ich ferner einfach nur darauf hinweisen, dass von ihm der gegen den liberalen Mainstream gerichtete Ausspruch stammt: “Auf lange Sicht sind wir alle tot” und seine Sicht von vielen Politikern dieser Zeit richtungsweisend war – so auch für F. D. Roosevelt (“New Deal”). Es war ganz einfach ein Zeichen dieser Zeit, dass der liberale Mainstream als Orientierung für die Politik nicht mehr als maßgeblich angesehen wurde. Was Heinrich Brüning gemacht hat, war aus Keynes Sicht falsch. Hitler hat die Austeritätspolitik beendet und Beschäftigung (und Aufrüstung) in den Vordergrund gerückt. Wie würden Sie das ökonomisch einordnen?

      Grüße
      SLE

  • Freiberufler - 9. Mai 2012

    Brünings Politik war brutal, sie legte aber durch die drastische Absenkung des Lohn- und Preisniveaus den Grundstein für die Hochkonjunktur und Vollbeschäftigung der 30er Jahre. Welchen Anteil daran Hitlers spätere Ausgabenprogamme hatten, ist Spekulation. Aber es dürfte unbestreitbar sein, dass Deutschland besser, früher und vor allem stärker aus der Krise heraus kam als USA, GB oder Frankreich, wo mit Abwertungen, New Deal und Konjunkturprogammen herum laboriert wurde.

    M. E. hätte Griechenland, wenn es eine Binnenabwertung hätte herbei führen wollen, den Staatsbankrott erklären und die Banken pleite gehen lassen müssen, um in der Wirtschaft eine Deflation zu erzeugen.
    Statt dessen wird das Volk mit immer neuen, konfiskatorischen Steuern ausgepresst wie eine Zitrone, um den Schuldendienst und insolvente Banken zu finanzieren. Das funktioniert so nicht.

  • dw-seneca - 9. Mai 2012

    Volle Zustimmung!

    Die daraus resultierenden erheblichen Ungleichgewichte, Wachstumsschwäche und systemische Instabilität lassen sich weder mit einer liberalen Austeritätspolitik noch mit keynesianischer Konjunkturstimulierung beheben.

    Vollkommen richtig. Es gibt nur eine Alternative: Crash und Chaos oder die Politik fährt ihren ruinösen Anteil am Bruttosozialprodukt zurück. Dieser Anteil lag mal bei ca. 10% und ist heute auf über 50% gestiegen. Damit bleibt den Leistungsträgern in der Gesellschaft zuwenig, um die Wirtschaft nach vorne zu bringen. Der Staat kann genau dieses nämlich nicht, denn wenn der Staat in der Wirtschaft rumfummelt, egal ob als Firmeninhaber, als Investor oder über Subventionen, es geht immer schief, denn beim Staat gibt es viel zu viele Menschen, die von nichts eine Ahnung haben, aber immer beide Hände aufhalten.

    Die einzige gangbare Lösung ohne Chaos kann nur heißen: Weniger Politik wagen. Wir müssen zurück zur Eigenverantwortung.

    • HaPennyBacon - 9. Mai 2012

      “Wir müssen zurück zur Eigenverantwortung.”
      Hmm und was ist mit den Millionen bis Milliarden Menschen die aufgrund der immer weiter fortschreitenden Rationalisierung nicht mehr ihren Lebensunterhalt verdienen können weil es schlicht keine Arbeit mehr für sie gibt? Sollen die etwa alle verrecken?
      Dieses Neocon-Geschwafel kotzt einem schlicht weg an.

      • Lothar - 9. Mai 2012

        Ja seit kurzer Zeit sind die Neoliberalen Sozial Darwinisten hier im Blog stark aktiv.
        Fehlen nur noch Links und Wahlempfehlungen zu ihrer “Die Partei der Vernunft”, jetzt sie nicht mehr auf die FDP verlinken koennen ohne ausgelacht zu werden.

        • topperhopper - 9. Mai 2012

          Nun übertreibe mal nicht. Und lasse diese politischen Kampfbegriffe zu Hause 🙂

          Das Grundübel der vergangegen Jahrzehnte liegt im Verhalten des Staates (nein, ich will keinen Nachtwächter-Staat, nur schon mal vorweg) Er war es, der mit seinen Zentralbanken jede Rezession mit der Gelddruckmaschine überrollt hat. Das geht eine Weile ganz gut, wie zu beobachten war. Aber irgendwann entgleitet die Kontrolle.

          Daneben – und das würde auch ein Liberaler sagen – hat er die Grenzen nicht eng genug gezogen. Was dazu führte, dass der Mensch Mensch war und mit dem herumliegenden Geld hemmungslos Anlagemöglichkeiten suchte.

          Den Geist, den der Staat aus der Flasche gelassen hat, bekommt er nur noch schwer wieder dorthin zurück.

          Es gibt keine “bösen Märkte”…die Märkte sind wir. Die Bestie Mensch. Und die muss vernünftig reguliert werden. Aber die Entscheidung, was die beste Investition oder der beste Zins in den gesetzten Grenzen ist, dass kann die Gesamtheit besser als irgendein zentrales Planungsbüro.

          Grüße

          • Querschuss - 9. Mai 2012

            Hallo topperhopper,
            na so übertrieben ist es auch nicht, deine Aversion gegen den Staat lässt du in fast jedem Kommentar raushängen, verkennst aber das genau dieser, das Spiel in die Verlängerung brachte. Ohne den Staat, die öffentlichen Hände, den Steuerzahler, die Liquiditätsflutung der Zentralbanken in Folge der Subprime-Krise, der Lehman-Pleite, der Wirtschafts- und Finanzkrise und nun der Schuldenkrise in der Eurozone hätte der Markt sich selbst überlassen alles in Grund und Boden gestampft!! Also mal auf dem Boden bleiben, “Es gibt keine “bösen Märkte”…die Märkte sind wir. Die Bestie Mensch.” …..Ich denke nicht das dies pauschal auf alle Menschen zutrifft, sondern für die Maase normaler Arbeitnehmer, deren Einkommen gerade mal reicht um bis Monatsende über die Runden zu kommen, trifft dies ausdrücklich nicht zu!! Es gibt keine bösen Märkte, nee wirklich(?) Kreditverbriefungen CDOs, MBS verpackte Hypotheken, Risiken bis zur Unkenntlichkeit verschachtelt und gebündelt und alles mit Kreditderivaten vermeintlich abgesichert, für die dann der Steuerzahler eintreten musste (AIG), ja ganz tolle Märkte. Hemmungslose Anlagesuche liegt ja vielleicht an zu wenig Staat und Regulierung und die Exzesse der Finanzmärkte waren nur möglich wegen der zuvor praktizierten Deregulierung.

            Gruß Steffen

    • Dom - 10. Mai 2012

      Wenn jemand glaubt, dass solch einfache Vorschläge zu Lösungen von komplexen Probleme ausreichen, ist er ganz schön auf dem Holzweg. Einfach den Staat auf wenige Grundfunktionen beschränken, dann sollen irgendwelche Leistungsträger die Sache schon irgendwie wuppen. Willkommen im Land der eindimensionalen Denkweisen, deutlicher gesagt, das Land der Teletubbies! Wer sich bereits als ein Leistungsträger bezeichnet, bringt seine Unproduktivität deutlich zum Ausdruck. Staat und Marktwirtschaft gehören zusammen wie das Eigelb und das Eiweiß. Seufz.
      Private Firmen weiden den Staat aus, weil er beispielsweise zuwenig Einfluss auf die Vergabemechanismen bei öffentlichen Aufträgen nimmt. Die entsprechenden öffentlichen Verantwortlichen nehmen den Marktmechanismus (aus dem Teletubbiesland) tatsächlich ernst. Siehe z.B den Großflughafen Berlin-Brandenburg oder S21. Kosteneffizienz spielt die tragende Rolle bei der Vergabe, letztendlich richten aber die billigsten Firmen am meisten Schaden an, so dass die Projekte immer mehr kosten als geplant. Die Investitionen werden eingesackt und von privaten Unternehmen verpulvert. Der Staat baut selbst nichts, sondern läßt bauen, von nochmals privaten Unternehmen. Die Trennung zwischen Staat und Markt ist lächerlich und ein künstliches Konstrukt, um für bestimmte Interessengruppen politisch und letztendlich finanziell zu Lasten der Allgemeinheit oder Gesellschaft nützlich zu sein.

  • Eric B. - 9. Mai 2012

    Guter Beitrag. Sprechen Sie mal mit Westerwelle, der behauptet doch glatt, die Griechen hätten nicht über den Sparkurs abgestimmt, sondern den beiden korrupten Blockparteien die roete Karte gezeigt. Es sei eine Abstrafung für die Selbstbedienung gewesen und habe mit Europa nichts zu tun, mit Deutschland natürlich noch weniger. Guido will, dass bei Neuwahlen explizit die Frage nach dem Euro-Austitt gestellt wird. Offenbar hat er vergessen, dass dies Papandreou schon im letzten Herbst vorhatte (per Referendum), und dass ihm von Merkel und Sarkozy der Mund verboten wurde…

    • SLE - 9. Mai 2012

      Hallo Eric B.

      wie wahr!

  • M.E. - 9. Mai 2012

    Wenn hier nach Keynes gerufen wird, so will ich nur darauf hinweisen, dass er der am meisten fehlinterpretierte Ökonom überhaupt ist.
    Verschuldung selbst in guten Zeiten, wie es in den letzten Jahrzehnten die absolute Regel war, war nämlich überhaupt nicht sein Credo.
    Verschulden in der Krise, entschulden bei Wachstum. Das sagt seine Theorie aus, die ich teile.
    Nun hat man in Jahrzehnten einer wachsenden Wirtschaft (mit kürzeren Rücksetzern) sich schon pausenlos verschuldet. Und ein Land, das tatsächlich seine Schulden für wenige Jahre mal leicht reduziert hat, hat das in aller Regel auf der Basis von Blasenbildungen gemacht und damit einer stark steigenden Privatverschuldung. So war also z.B. in der Staatsverschuldungsreduzierung in Spanien von 2002 bis 2007 der Keim des kommenden Crashs bereits enthalten, weil die gesamtgesellschaftliche Verschuldung eben doch anstieg.

    Sprich: STÄNDIGE Aufschuldung hat Keynes nicht gemeint, sondern nur als Ausnahme in der Krise. Nun, im Zustand der allgemeinen Überschuldung, zur Überwindung der Krise verstärkt aufschulden zu wollen, funkioniert mittlerweile genau so wenig, wie die Totalsparstrategie. Zu sehr ist jahrzehntelang die eine, wichtige Seite der Theorie von Keynes, nach der Schulden auch wieder zwischenzeitlich getilgt werden müssen, missachtet worden

    • Bernd Rickert - 9. Mai 2012

      Schuldentilgung ist nicht immer im Sinne der Gläubiger, da sie Zinsen und Einfluss verlieren. Kontrollierte Refinanzierungen sind im Interesse der Gläubiger.

    • SLE - 9. Mai 2012

      Hallo M. E.

      es ist völlig richtig, dass Keynes oft und gerne falsch ausgelegt wird – abegsehen davon, dass seine ökonomischen “Erben” aus seiner als gegenentwurf zur Neoklassik gedachte General Theory später wieder eine neoklassische Theorie gemacht haben.

      Und ich würde niemals behaupten, die Theorie von Keynes ist falsch und eine orientierung der Politik daran mache keine Sinn. In den späten 60er Jahren geschah dies in Deutschland (Karl Schiller) ja immerhin auch sehr erfolgreich. Aber da waren die Gegebenheiten in der Wirtschaft auch gänzlich andere als heute. Deswegen sage ich auch, angesichts der gegenwärtigen Problemlage macht es keinen Sinn, sich an Keynes zu orientieren. Das haben Sie mir auch nicht vorgeworfen, ich weiß. Aber ich habe die Gelegenheit genutzt, um das einmal herauszustellen, weil es nicht unwichtig ist.

      Gruß
      SLE

  • Frank Bell - 9. Mai 2012

    Dass die unselige PASOK den Bach runtergeht, kann ich nur begrüssen.

    Der Papandreou-Clan ist durch und durch korrupt. Gegen solche Typen sollte sich das Volk wirklich einmal erheben!

  • King Balance - 9. Mai 2012

    Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärts zu kommen. Einem Schuft stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen. Daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen, vorwärts zu kommen, und infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt.
    – Hermann Oberth

    “Sonderbar, dass es den Wölfen immer wieder gelingt, die Welt von der Gefährlichkeit der Schafe zu überzeugen.” -Austin O’Malley

    • SLE - 9. Mai 2012

      Schön gesagt.

  • hunsrücker bauer - 9. Mai 2012

    einerseits freue ich mich, dass der Tenor dieses Art. dem entspricht, was ich seit mehr als 2 Jahren befürchte. Andererseits graust mir vor der Ignoranz der Politik und der Macht-Besessenheit des Großkapitals und ich fühle mich ohnmächtig den Verlauf der Dinge in eine andere Richtung als die zu befürchtene zu lenken oder gar aufzuhalten.

    Was D in den 30er Jahren nicht gelang, wird erneut unter deutscher Führung, diesemal europaweit in einem globalisierten Umfeld versucht. Alles wie gehabt, nur eine Nummer größer. Und vermutlich werden die, die es verbrochen haben hernach wieder in Amt und Würden daher stolzieren.

    Schwerstkriminelle und chronisch Asoziale lassen sich nicht integrieren, man muß sie einfangen, wegsperren um das Gemeinwesen vor ihnen zu schützen. Da sie das Gewaltmonopol des Staates für sich beanspruchen wird es keinen freidlichen Verusch geben können. Daher lautet die Frage Sie oder Wir? Und noch tendieren wir zu Wasch mir den pelz, doch mach mich nicht nass. Noch sind uns die einzig infrage kommenden Methoden die Gesellschaft vor diesem Pack in Schutz zu nehmen, zu radikal, zu gewalttätig. Fragt sich, wird es ohne gehen und da behaupte ich ganz klar nein.

    Das GR Volk tut gerade seinen Unmut kund. Die öffentlichen deutschen Meinungsmacher und Darsteller verunglimpfen diese Unmutsbekundungen. Sie werden sie erst Ernst nehmen, wenn man ihnen weh tut, wenn sie den Unmut selbst spüren. Noch lassen sie sich von der Staatsmacht, den Bürgerterroristen in Uniform schützen. Es gilt also zunächst diese zu überzeugen, dass sie Kriminelle schützen oder sie auszuschalten.

    Wes´ Brot ich ess´, dess´ Lied ich sing. Europa wird im Bürgerkrieg versinken müssen so lange das Gutmenschentum sich von Schwerstverbrechern benutzen läßt ohne es zu merken.

    Auge um Auge – Zahn um Zahn

  • M.E. - 9. Mai 2012

    Hallo Frank Bell,
    war denn der Karamanlis-Clan der ND besser? Wohl kaum.
    Beide Familien-Clans, ergänzt durch den nicht ganz so dominanten Mitsotakis-Clan, haben sich den Staat immer wieder abwechselnd zur Beute gemacht. Selbst wenn der Staatschef mal zwischendurch nicht den Namen einer der drei ehrenwerten Familien trug. Die ehemals großen Parteien waren immer fest in der Hand der Familienclanmitglieder.

    Griechenland war in den letzten 5 Jahrzehnten absolut oligarchisch geprägt. Noch mehr, als Russland heute. Und das will schon was heißen.

    • Rückrat - 9. Mai 2012

      Richtig erkannt, in beinahe allen Staaten haben sich oligarchische Strukturen etabliert. Auch in Deutschland ist der Staat zur Beute geworden, nur dass hier Parteien anstellen von Familien die Ausweidung übernehmen.

      Berufspolitikertum gehört verboten. Mandate dürften maximal 2 Legislaturen dauern, danach ab in die Produktion.

      Jedenfalls darf man gespannt sein, was nun in GR passiert. Ich fürchte, die werden vom Rest der ach so demokratischen Wehster dermaßen unter Druck gesetzt, dass sie am Ende wieder kuschen.

      Pleite zu gehen ist erst einmal eine Maßnahme. Das Danach kann man ja dann danach klären.

      In jedem Fall wäre es ein neuzeitliches Fanal und Portugal, Spanien und Italien könnten lustig pfeifend nachfolgen.

      • titoslavija - 9. Mai 2012

        demokratie verkommt zur tyrannei, dazu muss man nur die griechische und römische geschichte kennen, um das zu wissen.

  • SLGramann - 9. Mai 2012

    Zu Keynes:

    Sehr richtig, was M.E. geschrieben hat! Keynes wird oft missverstanden und im Übrigen von vielen kritisiert, die nur bei Dritten gelesen haben, was Keynes angeblich wollte.
    Allerdings hatte Keynes seit den 60er und 70er-Jahren auch viele falsche Freunde, die ausgerechnet zu einer Zeit Keynesianer sein wollten, als es seiner Rezepte gerade nicht bedurfte.

    Keynes ist der große Analytiker des deflationären Zusammenbruchs (in dem sich die Marktkräfte nicht mehr auf ein Gleichgewicht hinbewegen, sondern in einer Spirale des Zusammenbruchs gefangen sind).
    Also eines sehr besonderen und zum Glück äußerst seltenen, aber absolut fürchterlichen Zustands, dem wir uns leider langsam wieder annähern.

    “Keynes” in einer im großen und ganzen normalen ökonomischen Situation anzuwenden, bringt mehr Probleme als Nutzen.
    Ihn in einer Situation einer Weltwirtschaftskrise nicht(!) anzuwenden, führt hingegen in den totalen Zusammenbruch.

    Das Problem seit 1945 war, dass es dann plötzlich zwar jede Menge Keynesianer gab, aber in Wahrheit keine keynesianische Situation mehr.
    Nun wollten die Theoretiker aber ihr beim Meister gelerntes Handwerkszeug trotzdem gern ausprobieren – mit dem Erfolg, dass sie die ganze Theorie in Misskredit gebracht haben.

    Was Bubblegum geschrieben hat, ist übrigens richtig. Keynes hatte in Deutschland geistige Begleiter oder sogar Vorbereiter. Aber ihm blieb es vorbehalten, das ganze ökonomisch stringent zusammen zu fassen.

  • hunsrücker bauer - 9. Mai 2012

    erst wird man von den mächtigen ignoriert
    dann belächelt – reicht das nicht
    dann kriminalisiert – hält man dann immer noch nicht sein Maul wird man
    dann inkarniert – dringt immer noch etas nach draußen wird man
    ermordet

    Strategie der Machterhaltung gegenüber Oppositionellen.

    • MARKT - 14. Mai 2012

      Auch die Blogteilnehmer hier verstehen Deine “politisch nicht korrekte” Sichtweise nicht.
      Selbst vor einem Blog wie diesem, macht, sich jahrzehntelange “mediale Erziehung” von der Elite für die Elite positiv bemerkbar.

  • M.E. - 9. Mai 2012

    Hallo SLG,
    leider wird Keynes infolge jahrzehntelanger Falschinterpretierung nun nicht mehr (oder kaum noch) funktionieren.
    Das liegt einerseits an der Überschuldungssituation in vielen Ländern schon zu Beginn der Krise und andererseits an den weitgehend gesättigten Märkten, die ein Stimulierung wesentlich weniger effektiv werden lassen. Sprich: mehrere Euro/Dollar sind zusätzlich aufzuwenden, um einen Euro/Dollar zusätzliches Wachstum zu generieren

    • SLE - 9. Mai 2012

      Das sehe ich absolut genauso.

      Gruß
      SLE

    • Roland - 9. Mai 2012

      Ich bin heute an einem Tafelladen meiner Stadt vorbeigekommen und habe die armen Leute gesehen.
      Meinten Sie, wir hätten gesättigte Märkte wo wir zunehmend nicht einmal mehr gesättigte Mägen haben ?

      • SLE - 9. Mai 2012

        Das ist ja das Übel von reifen, hochkonzentrierten Märkten: Es gibt nur ein paar Gewinner, aber massenhaft Verlierer – die Ursache für die allseits bekannte, immer weiter auseinanderklaffende Einkommens- und Vermögensschere. Und auf den Märkten wird nur bedient, wer genügend Geld hat. Das ist nicht nur ein Übel, das ist grausam. Grausam ist auch, wer dies ignoriert und nicht nur nichts dagegen unternimmt, sondern obendrein auch noch kräftig Politik für die wenigen Gewinner macht – heutzutage auf Kosten der Verlierer.

        Viele Grüße
        SLe

  • Frank Bell - 9. Mai 2012

    Was soll eigentlich dieses “wir brauchen wieder mehr Eigenverantwortung”-Gequatsche?

    Glaubt ihr, die Menschen in Europa würden seit Jahren nicht mehr arbeiten und bekämen jeden Monat einen Scheck vom Staat, damit sie gut leben können?

    Warum wird nie kritisiert, dass es tatsächlich einige gibt, die so leben können: die Mehrfach-Millionäre, die bei einem normalen Lebenswandel locker von den Zinsen leben können!

    Damit so etwas aufhört, bräuchten wir tatsächlich Wahlen, die alles bestehende hinwegfegen. Leider ist so etwas sehr risikoreich.

  • benno - 9. Mai 2012

    Hallo,

    wie immer danke für die hervorragenden Artikel.

    Meine Frage zur Äußerung von M.E. und allgemein Keynes: “Verschulden in der Krise, entschulden bei Wachstum. Das sagt seine Theorie aus, die ich teile.”

    Wie soll eine Entschuldung bei Wachstum funktionieren? Wachstum bedingt eine Ausweitung der Geldmenge, ergo Neuverschuldung. Durch nichts Anderes kann Wachstum generiert werden.

    Der derzeitig aufgehäufte “Schuldenberg” (=Kapitalstock) ist so groß, dass von der jährlichen Neuverschuldung (=Wachstum) ein Großteil in die Bedienung des Kapitalstocks und nicht in Realinvestionen fließt.

    Sehe ich das richtig oder gibt es hier einen Denkfehler? Freue mich auf Feedback.

    • MARKT - 13. Mai 2012

      Du hast vollkommen Recht.
      Entschuldung funktioniert nicht in einem verzinsten Kreditgeldsystem.
      Der Staat könnte sich nur dann entschulden wenn sich der Privatsektor stattdessen verschuldet.
      Aber nahzu überall werden nur die Symptome diskutiert, nicht aber die eigentliche Ursache.

      Es wurde ja auch gelehrt: Arbeit gleich Einkommen. Und wer mehr Arbeitet hat mehr Einkommen.
      Kommischerweise sind die Leistungsträger aber “arbeitslose Mehrfachmillionäre”.
      Für dieses perverse System setzten sich dann auch noch die Kleinunternehmer und Mittelständler ein( weil Sie sich für die selbsternannten Leistungsträger halten, aber von der Politik niemals als diese gesehen werden dürfen), ohne zu merken, dass genau dass von ihnen mühsam erarbeitete umverteilt wird. Aber nicht wie Ihnen weisgemacht, nach unten sondern leistungslos und hauptsächlich nach oben.

  • M.E. - 9. Mai 2012

    Richtig, Benno,
    mag sein, dass Keynes nicht nur fehlinterpretiert wurde, sondern dass auch ein richtig interpretierter Keynes im Zinssystem letzten Endes nicht funktionieren kann. Weil ein gesamtgesellschaftliches Entschulden mit leichter zeitlicher Verzögerung wieder zur Beendigung des Wachstums und in die nächste Rezession führt.
    Aber wenigstens ausprobieren hätte man es können, ob es wider Erwarten doch funktioniert. Dann eben mit sehr langsamen Wachstum. Aber die Menschen sind halt ungeduldig und wollen so schnelles Wachstum wie irgend möglich.

    Nu isses vorbei mit dem Wachstum, bzw nur noch mit hedonischer Berechnung möglich. Aber es war eine geile Party, 60 Jahre lang. Wer hat schon mal etwas von einer solch langen Party gehört? Klar, dass einem danach der Kopf dröhnt.

    • Frank Bell - 9. Mai 2012

      Geile Party? Bist du so alt, dass du diese Party geniessen konntest? Ich (leider) nicht. Aber aufräumen muss ich…

  • Lothar - 9. Mai 2012

    Keynes ist schon gut – nur was alle Mitdiskutannten hier bisher nicht in ihre neoliberal gehirngewaschenen Koepfe geht – ist wohl die Idee das Roosevelt beim neuen Deal die Keynesche Stimulierung nicht durch Schulden sondern durch massive bis zu 93% Einkommenssteuer und Vermoegenssteuern bei den Reichen einkassiert hat.

    Das macht Sinn. Keynsche Verschuldung nicht.

    Aber was wir brauchen ist ein ganz anderes Wirtschaftssystem und Lebenssystem was eben nicht wert auf Konsum und Resourcenverbrauch lebt.

  • Eastpak - 9. Mai 2012

    @SLGraham: Das liegt aber daran, dass die Fehler in Keynes Theorie erst durch die immer wiederkehrenden Krisen sichtbar werden. Keynsiaber wie Monetaristen glauben, Geld unterliege keinen marktwirtschaftlichen Prinzipien und kann deshalb von einer zentralen Instanz in Preis und Menge festgelegt werden.

    Die Wirklichkeit sieht aber anders aus.

  • SLGramann - 9. Mai 2012

    Hallo benno, Keynes und M.E. meinen da die Staatsverschuldung. In normalen Zeiten sollte die Staatsverschuldung zurückgeführt werden bzw. auf einem sehr mäßigen Niveau verharren, während die private Verschuldung – und zwar eigentlich die der realwirtschaftlichen Unternehmen – mit ihrer Produktionsleistung langsam wachsen darf.

    Im Falle eines deflationären Schocks wird die Privatwirtschaft in eine radikale Entschuldung gezwungen, die durch den Stop der Investitionen und sich gegenseitig verstärkende Zahlungsausfälle gekennzeichnet ist.

    In einer solchen Situation führt der Ausfall von Konsumnachfrage eben nicht zu einem Sparen, das in realwirtschaftliche Investitionen mündet, sondern eben einfach zu… Nachfrageausfall – und damit zu einer Verstärkung der Abwärtsspirale (weniger Nachfrage = weniger Absatz = Verluste der Unternehmen = Zusammenbruch der Investitionen + Entlassungen = noch weniger Konsumnachfrage und immer so weiter).

    In dieser speziellen Situation muss der Staat einen Nachfrageimpuls setzen, um den Teufelskreis nach unten zu durchbrechen.
    Dieser Impuls muss sehr groß sein und eine gewisse Zeit andauern. Er muss aber ein Impuls(!) bleiben und darf nicht zu einem dauerhaften Staatsinterventionismus führen.
    Letzteres ist die Pervertierung von Keynes, der alles war, nur kein Sozialist.

  • M.E. - 9. Mai 2012

    Ja Frank,
    ich bin so alt, wie die Party gedauert hat.
    Aber tröste Dich – ich hatte erst mit 36 Jahren mein erstes Auto (Trabbi) und mit 38 meinen ersten Farbfernseher, nie in meinem Leben ein Handy und in meinen ersten 3 Lebensjahrzehnten war manchmal am Ende des Geldes noch einiges an Monat übrig.
    Und mein Obst- und Gemüsehändler hatte in der Regel Rotkohl, Weißkohl und Äpfel zur Auswahl.

    Die ersten zwei Drittel meiner persönlichen Party waren also noch recht moderat. Vielleicht bin ich deshalb bezüglich der Zukunft so total angstfrei. Weil ich weiß, dass ein anderes Leben auch ok ist.

  • Lothar - 9. Mai 2012

    Uebrigns – weil die Massenmedien nicht berichten – die Abstimmung ueber ESM und Fiskalpakt nicht am 25. Mai stattfinden wird sondern fruehestens im Juni. Hat mir gerade meine Bundestagsabgeordnete getwittert.

    • SLE - 9. Mai 2012

      Interessant. Hängt das irgendwie mit dem unplanmäßig angestezten EU-Sondergipfel am 23. Mai zusammen?

      Viele Grüße
      SLE

  • Systemfrager - 9. Mai 2012

    Seit fünf Jahren stelle ich in Web den Beweis, dass die heutige D Politik haargenau Brüning folgt, ich habe allen immer erzählt, ich will dass ich mich täusche, … daraus wird leider nichts

    Geschichte wiederholt sich nicht (sofort)

    weiter >>>

    Jatzt weiß dies sogar SPON

    Die Spur des Geldes
    Willkommen in Weimar
    spon >>>

  • Heiner Hannappel - 9. Mai 2012

    Ach,könnte man die Euro Einführung folgenlos ungeschehen machen,so die heimlichen Stoßseufzer europäischer Politiker in dieser Zeit fataler Folgen.
    Der Fiskalpakt darf nicht mehr aufgeschnürt werde,richtig,denn bei den bis zum Anschlag überschuldeten Ländern des gesamten Euroraums ist kein Spiel mehr für weitere Schulden,auch ,wenn diese der Ankurbelung der Wirtschaft dienen,dass hätte man mit den schon ruinös aufgelaufenen Schuldengeldern viel früher machen sollen.
    Was wären dann noch ausgehandelte Verträge zwischen demokratischen Staaten wert? Die Maastricht Verträge,von der Müllhalde der Geschichte lassen grüßen!!!
    Auch Deutschland hat keinerlei Spielräume mehr für die Übernahme von Risiken anderer Staaten,deshalb der Fiskalpakt,die Fiskalunion,doch wer schwört auf deren Haltbarkeit?
    Fakt ist jedoch ,dass durch das ausgehandelte Austeritätsgebot(Sparen)den Bürgern in Griechenland,auch Spanien die Existenzgrundlagen(!) immer weiter wegbrechen.
    In Griechenland wurde die elitäre, Oligarchen hörige ,für dieses Desaster verantwortliche korrupte Politikergilde demokratisch abgestraft ohne der griechische Demokratie einen Gefallen zu tun.Was kommt danach,Neuwahlen mit gleichem,oder noch schlimmeren Ergebnis für Hellas,dem Ursprungsland der europäischen Demokratie.Was würde bei uns bei gleichen Verhältnissen los sein???Wird Griechenland so lange wählen können,bis das Ergebnis den Gläubigerstaaten und den griechische Oligarchen,welche ihre Gelder in Höhe von Hunderten Milliarden zum Schaden ihres Volke längst anderswo geparkt haben passt?Nein! Der Gedanke,dass vorher das Militär,von Deutschland gut ausgestattet, aus reiner Notwendigkeit zur Stabilisierung der öffentlichen Ordnung eingreift ist gar nicht so abwegig.Dann hätte die Euro Einführung nicht nur viele Regierungswechsel,sondern auch noch die Zerstörung einer ganzen Demokratie auf dem Gewissen,welche ist die Nächste!? Griechenland, Portugal,Spanien haben da so ihre Erfahrungen!

    Heiner Hannappel
    Raiffeisenstrasse 63
    56072 Koblenz
    Tel:22287

    • SLE - 9. Mai 2012

      Danke für Ihre offenen Kommentar, der umso mehr zu schätzen ist, weil Sie, wie ich sehe, mit Ihrem ganzen Namen für das einstehen, was Sie geschrieben haben.

      Viele Grüße
      SLE

      • Heiner Hannappel - 9. Mai 2012

        Dieses Thema Euro treibt mich schon lange um,deshalb mute ich Ihnen allen eine noch komplexere Meinungsäußerung zu .Ich hoffe ,dass ich nicht zu unverschämt erscheine.
        Die exakten Daten zu den Target 2 Salden wie Wirtschaftsentwicklungen stammen von——Ihnen.Ich bin froh,eine solche internetseite gefunden zu haben

        8.5.2012
        Ich sorge mich!

        Erodiert die Euro-Problematik unsere Demokratien?
        Hier und jetzt steht Europa am Scheideweg,da die prekäre Situation Spaniens,dann auch Italiens unweigerlich ihrem ökonomischen und politischen Bankrott entgegen rast, ohne das es dagegen ein politisches Rezept gibt!

        1) Entweder wird mit der bisher betriebenen unglaublichen Politik der Mittelmäßigkeit,kleinkariert,nur mit Blick auf kurzzeitige Krisenverschiebung zur Zeitgwinnung ohne ein schlüssiges Konzept für eine europäische Architektur errfolglos weitergewurstelt mit der Folge zunehmender Spannungen im Euro-Raum zwischen Geber und Nehmerländer bis hin zum Bruch der Europäischen Vision und Währung inclusive einer durch Risikoübernahmen sich beschleunigenden Insolvens aller Euro-Staaten!
        2) Oder, die noch solventen auf annähernd gleichem Wirtschafts Niveau stehenden Staaten schließen sich zu einer neuen,stabilen neuen Euro Gemeindschaft zusammen,mit unkalkulierbaren Risiken.
        3) Oder, alle Europäer raffen sich endlich konsequent zu einem Masterplan auf, um unter Zurückstellung von Animositäten,Eitelkeiten wie auch Egoismen ein geeinigtes,wie auch immer zu benennendes Europa in Verhandlungen,die auch diesen Namen verdienen zu schaffen,hinter dem dann alle Nationen und deren Bevölkerung mit Überzeugung stehen können, die dann auch in Voraussetzung demokratischer Spielregeln der Mitsprache bereit sind,die dazu nötigen Opfer zu erbringen!!!

        Ohne aus den Erkenntissen vergangener Jahre Lehren zu ziehen, verfolgt Deutschland,mit ihm alle anderen EU Nationen die kurzsichtige Politik des ersten von mir genannten Szenarios mit der Folge,dass sich der Euro seit seiner Einführung als eine der größten Belastungen der europäischen Demokratien wie des Geldsystems erweist!
        Seine Etablierung sollte Europa einigen,die Völker näherbringen.Doch genau das Gegenteil ist eingetreten trotz gebetsmühlenartig vorgetragenen Bekenntnissen zum einigen Europa. Europaweit ist bei Wahlen schon sichtbar ein Rechtsruck erkennbar,dessen Tendenz bei sich weiter erhöhenderVerschuldung der Staaten, verschlechternder Wirtschaftslage,Arbeitslosigkeit, gepaart mit Sozialabbau, europäischen Gemeinsinn tangierend,zunehmen wird!
        Die unübersehbaren Zwänge,der sich die europäische Politik bei der Bewältigung immer neu auftauchender Krisenfacetten ausgesetzt sieht, führt bei der Dringlichkeit der Entscheidungsfindungen zu einer nicht mehr übersehbaren Erosion urdemokratischer Abläufe in den jeweiligen Parlamenten, so auch im deutschen Parlamentsbetrieb durch die interfraktionell geplante Abwürgung außerfraktioneller Redezeiten vom Mainstream abweichender Abgeordneter deutlich zu erkennen!
        Alternativlos gennannte,so durch das Parlament gepeitschte ruinöse Bürgschaften wie Rettungsschirme beunruhigen Demokraten zutiefst.
        Zunehmend engere Spielräume in den maroden Staatskassen,welche immer stringenter durch Austeritätsdenken(Sparzwang) auf die Sicherung der Refinanzierungen und steigender Zinnsdienste ausgerichtet werden müssen,stoßen wünschenswerte Fortschritte zur wirtschaftlichen,sozialen wie demokratischen Entwicklungen auf zu vielen Ebenen in die politische Peripherie wünschenswerter,aber nicht mehr realisierbarer Entscheidungen.
        Kein Staat der westlichen Industrieländer, allesamt faktisch jetzt schon pleite,ist von dieser Problematik verschont.
        Ich sage bewusst “pleite”,denn wie soll man es anders bezeichnen,wenn ständig im gesamten Euroraum neue Schulden aufgenommen werden müssen,um alte zu bezahlen,ohne erkennbaren Willen zur Tilgung der Gesamtschulden.Deutschland nicht ausgenommen!
        So greifen Staaten zunehmend auf rigide Kürzungsmaßnahmen in den Sozialsystemen zu.!Dort erwirtschaftete Überschüsse sollen mit fragwürdigen Begründungen für die marode Staatskasse abgeschöpft werden,mit unseren Finanz/Arbeitsministerien als unrühmliches Vorbild.
        Da man aber der Bevölkerung,welche diese erarbeiteten sozialen Besitzstände mit Rechtsansprüchen verknüpft, seitens der Politik Kürzungen schlecht verkaufen kann,erfand man die mit Fortschritt assoziierte “Reform” als modern daher kommendes Kürzungsinstrument.
        Der Euro,Schlechtwetterprognosen ignorierend,wohl nur auf Schönwetterlagen ausgerichtet verliert nun seine gänzende Patina in der zunehmend rauer werdenden stürmischen europäischen,Witterung.
        PenetranteWarner gab es schon immer,doch aufgrund heutiger Erkenntisse würde man diesen Spaltpilz Euro,auch “Teuro”genannt,am liebsten ungeschehen machen, Europa neu aufzäumen,diesesmal aber richtig,vom Kopf her,am Entwicklungsende stünde wieder ein Euro! Leider nur ein Traum!
        So hat die Politik sich selbst gleich bei der verfrühten Euro-Einführung der besten Optionen eines geeinten Europas beraubt in demden Völkern
        demokratischesMitspracherecht verweigert wurde.
        So schwierig Entscheidungsfindungen mit der Vielfalt der EU-Nationalstaaten
        bei einer so tiefgreifenden wie zu einer gemeinsamen Währung auch ist, rechtfertigt dies das Fehlen demokratischer Legimitation in einem, noch zu gestaltendem zukünftigen gemeinsamen europäischen Haus nicht! Zumal jeder Staat der EU wie des Euroraums in vergangenen Jahrtausenden einen unseren Kontinent prägenden Einfluss ausgeübt hat und somit bei einer schon fast genetisch zu nennenden gewachsenen Eigenwillig/ständigkeit bei deren Mißachtung höchst pikiert, blockierend reagiert,was eine Einigung immens erschwert!!!
        Jenseits jeglicher wirtschaftlicher Notwendigkeiten wurde nun diese Einheitswährung uns und den Ländern im Euroraum mit überdies völlig unterschiedlich wirtschaftlichen Entwicklungen und Wirschaftkraft übergestülpt mit der Folge,dass kein Euroland mehr auf und abwerten kann und nur noch die Option der Verschuldung in gerade diese Währung hat,welche aufgrund damals,bei Euroeinführung noch niedriger Staatsrefinanzierungszinsen reichlich für soziale Wohltaten statt dem Wirtschaftsausbau ausgenutzt wurde.Besonders ausgiebig bedienten sich gerade die Staaten billiger gewordener Refinanzierunges Kredite,welche sich durch falsche Datenangaben in den Euroraum hinein gelogen haben mit den heute erkennbaren fatalen Spätfolgen in Form ruinöser Stützungsmaßnahmen durch alle anderen Mitglieder des Euroraums!!!
        Hinzu gesellte sich dann auch noch überflüssigerweise als Initialzündung zur überbordenden europäischen Schuldenlawine die aus den immens hoch verschuldeten USA ausgelöste,vorhersehbare Lehman- Finanzkrise der Banken 2008,deren Stützungsmaßnahmen den schon bestehenden Schuldenstand der Eurostaaten wie auch der EU Staaten außerhalb dieses Euroraumes bis heute unerträglich belastet.
        So gelten seither nun alle Maßnahmen zur Euro-Rettung seitens aller,besonders unserer Regierung als alternativlos!
        Als ob es in einer Demokratie keine Alternativen gäbe, ist es doch gerade das Wesen der Demokratie,Alternativen zu erarbeiten.
        Doch langwierige demokratische Entscheidungsprozesse stören nur bei der nötigen Geschwindigkeit der zu lösenden Euro-Probleme,zumal die Taktgeschwindigkeit immer wieder neuer, aufflammender Krisenherde sich drastisch erhöht.
        Dadurch,dass der Primat der Politik in den Bankenetagen aufgrund zu hoher Kreditierungsabhängigkeiten, wohl entgültig(?) abgegeben wurde,mutierten alle Versuche zur Kontrolle der Geldinstitute zur unrühmlichen Farce.
        Ja, nicht nur das,unsere Regierung läst sich von mit der Krise involvierten Bankern richungsweisend beraten !So macht man den Bock zum Gärtner.Hat das Finanzministerium nicht genug Fachleute,es ist doch beim Schröpfen des Steuerbürgers so erfindungsreich!
        So wurde leider bis heute noch kein Europroblem auch nur im Ansatz gelöst,vielmehr hechelt man von Gipfel zu Gipfel mit dem mageren Ergebniss reiner bankenbegünstigenden, Milliarden vernichtender sündhaft teueren Zeitgewinnung.
        Zeitgewinn (?), zu welchem fragwürdigen Ziel denn hin,worauf hofft man???
        Kritische Parlamentarische Sitzungen sind so anscheinent nur noch lästig und werden möglichst oft wortreich ausgetrixt, da sie den diffusen Erfolg fragwürdigen Zeitgewinns stören.
        Gerade in den gewählten Parlamenten,zumal in Berlin müsste das Ringen um Alternativen zwingend erfolgen,doch hier hält die Prozedur des Abnickens von unter Druck in Hektik schlecht verhandelter Verträge aus Brüssel oder anderswo Einzug!
        Da diesen miserablen Verträgen nicht einmal der Keim eines vereinten Europas innewohnt,sind diese von vorneherein schon zum Scheitern verurteilt! Bestürzenderweise macht der größte Teil der Opposition entgegen ihrer parlamentarischen Aufgabenstellung alternativlos mit.
        Zu viele,diese Fraktionsdiziplin zu den ruinösen Verträgen ablehnenden Volksvertretern schweigen ,bleiben persönliche Nachteile vermeident in Deckung
        Einzelnen Abgeordneten,die den Mut besitzen, nach Grundgesetz nur dem eigenen Gewissen verantwortlich, sich außerhalb der Fraktionsdisziplin kritisch zu Wort melden,sollen nach dem Willen der meisten Fraktionen ,unter Protest des Bundestagspräsidenten(!) verstummen,weil sie das regierungsseitig gewünschte Abnicken wie beklatschen riskanter,den Bürger exorbitant belastende Verträge stören.
        Hat man in Parteien wie Fraktionen verlernt Demokratie zu buchstabieren?Zu allen Verträgen/Verpflichtungen wurden wir Bürger als Souverän in Deutschland wie Europa nie gefragt,sollen aber die gravierenden Folgen tragen,unfassbar!!
        Sieht so Demokratie aus?
        Wir sind stolz auf unsere Demokratie und erwarten von unseren ins Parlament gewählten Abgeordneten,dass diese unsere Rechte wahrnehmen und eine Regierung kritisieren,die außer Taktieren, Trixen,Verscheiern kein für uns Deutsche tragfähiges Konzept zur Wahrung unserer Interessen bei der Rettung des Euroraums erkennen lässt!Solange es noch kein vereintes Europa gibt,ist jede Bundesregierund alleine dem Wohl des deutschen Volkes verpflichtet!
        Mit Entsetzen sehen wir einer Entwicklung zu,in welcher eine noch intakte Solvenz Deutschlands inclusive der Tripple AAA Rating unter die Räder egoistischer,nur auf ihren eigenen Vorteil bedachter Schuldenstaaten gerät.
        Ohne jegliche Scham lähmen diese hoch verschuldeten Staaten mit den ungeheuren Belastungen Deutschlands aus dem ESFS, nun ESM wie den Target2 Salden, also den 615 Milliardenforderungen der Bundesbank als größten Gläubiger der EZB, unsere Verhandungsführer, indem sie bei deutscher Weigerungen zu weiteren Belastungen die Begleichung eben dieser Schulden infrage,also uneinbringbar stellen!So übt man kollektiven Druck aus und zieht das konzeptionslos schon fast rührend hilflos taktiernde Deutschland,mit der Überschreitung aller von ihm selbst gezogenen roten Linien,weil es diese Verluste in existenzieller Größenordnung fürchtet, immer weiter in den europäischen Schuldensumpf.
        Die Maastricht Verträge,bindende Grundlage,Vorraussetzung zur Euro-Einführung,in denen festgeschrieben, keine Nation für die Schulden anderer Länder gerade stehen darf,werden als lästiges Beiwerk bis zur Unkenntlichkeit relativiert,oder gar dem in Europa vorherrschenden Zeitgeist der “Schuldenverallgemeinerung” geopfert ,gleich im Papierkorb der Geschichte entsorgt.
        Nur glaubt solchen Verträgen künftig keiner mehr,auch Anleger nicht, “Märkte” genannt,da absehbar auch der wachsweiche Fiskalpakt samt Fiskalunion mit Mehrheitsbeschluss, der sich bald in Überzahl befindlichen Schuldnerstaaten ebenso wie die Maastricht Verträge , je nach Interessenlage relativiert werden kann und wird.
        Neu gewählte Regierungen und es wird seit der Eurokrise oft gewählt, kündigen Nachverhandlungen schon vorsorglich an.
        Sieht so in Zukunft die Haltbakeit verhandelter Verträge unter Demokratien aus,
        indem erst in Marathonverhandungen zur späteren Relativierung Verträge mit Minimalkonsens geschlossen werden, um dann später so vertragsgebundene Verhandlungspartner mit höheren Belastungen im Regen stehen zu lassen???
        So ist auch zunehmend an dem Handeln der EZB entgegen ihrer eigentlichen vertraglichen Bestimmung der Erhaltung der Geldwertstabilität zu erkennen,dass diese mangels konstruktiver Politik zur Eurorettung Maßnahmen ergreift,die jenseits ihrer eigentlichen Befugnisse liegen, auf Umwegen Staaten refinanziert,Schrottpapiere aukauft,Billionen Euro ohne jeglichen Bezug zur Realwirtschaft nach Muster der amerikanischen FEED in den Markt pumpt.Der EZB Chef erinnert so frappierend an Schillers”Zauberlehrling”.Wer stoppt eigentlich diesen europäischen Greenspan mit seinen nur die Banken entzückenden Strohfeuern! Rücktritte kompetenter Banker wie Stark und Weber sprechen Bände,welche dies alles nicht mit ihrem Namen verbinden wollten. Auch der jetztige Bundesbankpräsident Weidmann geht zur EZB wie Politik wegen des Mangels weitsichtigen Handelns unaufhörlich steigenden Bundesbank-Risiken auf Distanz und auf die Barrikaden!
        Mit fundierter Kritik macht man sich bei den mittelmäßigen,wahlorientierten Politikakteuren wohl höchst unbeliebt,doch gehört diese unverzichtbar zum Wesen gelebter Demokratie!
        Das Versagen der europäischen wie amerikanischen Politakteure erkennt man nun mit einigem Abstand zum Jahr 2001,der Euroeinführung,bedrückend aber ab 2008,der Lehmankrise, in den hektischen Abfolgen von Krisengipfeln ohne jegliche Ansätze einer nachhaltigen Lösung der weltweiten fragilen Situation des schuldenbasierten Finanzsystems! Die mit 15 Billionen Dollar höchst verschuldete USA mit einem momentanen Haushaltdefizit von über180 Milliarden Dollar ,die mit ihren drei Ratingagenturen ständig zugunsten ihren Refinanzinteressen Milliarden-Anleger von Europa nach Übersee umlenken wollen,spielen keine unwesendliche Rolle bei diesem Eurodillemma,müssten sie doch selbst lange schon Insolvens anmelden!
        Die Entscheidung unserer damaligen Bundesregierung 2008 mit der Garantie für Sparer welche einen Sturm auf die leeren verzockten Bankenkassen verhinderte,diese inclusive unseres Finanzsystems so rettete,war eine einzig richtge wie lobenswerte Tat! Leider eine Einzelentscheidung ohne qualitativen Nachahmungseffekt!
        Mit dem unter Mißachtung der Maastrichtverträge 2010 verabschiedeten ersten Griechenrettungsschirms wurden die besten,noch vorhandenen Optionen zur Rettung
        des Euroraumes und der europäischen Vision vergeben. Alle nachfolgenden überwiegend den Bankeninteressen dienenden Rettungsschirme,Brandmauern,wie man sie auch nennen mag sind Ausdruck des Versagens wie der Hilflosigkeit der von Monopoly spielenden Banken getriebenen Politikern!Wohl wissend,dass ihre Bevölkerung ihr Handeln mißbilligt,verweigern Politiker dieser jedoch wesentliche Krisen-Informationen um die nächsten Wahlen nicht zu verlieren.
        Es zerstört die Demokratie wie das gesunde Rechtsempfinden,wenn private Firmen wie Banken mit den ihnen anvertrauten Geldern leichtfertig zocken,Gewinne einstreichen und wenn sie sich dann im großen Stil verzockt haben,wie geschehen,den Staat sprich die Bevölkerung für die aus grenzenloser Gier entstandenen Verluste unbestraft geradestehen lassen.Ganze Staaten wurden so ruiniert,ohne,dass unsere gewählten Volksvertreter europaweit sich auf nachhaltige Schritte gegen solche Verbrechen je geeinigt hätten!
        Auch durch solche Untätigkeit wird unsere Demokratie gefährdet,wenn die Bevölkerung die selbst verschuldete Ohnmacht der nicht mehr handelnden Politiker durchschaut. Zur Demokratie gehört auch eine Politik der diplomatischen Stille,welche nicht alles und jedes Verhandelte zu unpassenden Zeiten offenlegt um Verhandlungsergebnisse nicht zu gefährden.
        Jedoch darf eine solche Politik nicht dazu führen,dass Abgeordnete,
        unzureichend informiert,nicht einmal wissen,worüber sie eigentlich abstimmen so die Konsequenzen nicht erahnen können wie zum Beispiel bei der Abstimmung über den “ESM” Rettungsschirm.
        Dieser Vertrag ist schlichtweg eine Enteignung der Rechte des Bundestages und der deutschen Souveränität,ein eklatanter Zugriff auf deutsches Staats wie Volksvermögen wie Aushebelung unserer demokratischen Rechte und wie im ESM schon festgeschrieben ,ein Riesenschritt in Richtung Euro-Bonds,der entgültigen Verallgemeinerung europäischer Schulden zu Lasten noch solider Staaten wie auch Deutschland und ohne Europäische Einigung nicht zu akzeptieren!!!
        Die Start- Kosten der nun in aller Eile vorgezogenen” ESM Brandmauer”
        stehen nun zum ersten Mal direkt als reale neue Schulden im Bundeshaushalt.Wir bezahlen für das Eurodesaster jetzt schon mit sagenhaften 27 Milliarden Euro!
        Wie segensreich könnten diese Schuldengelder in Deutschland wirken,oder besser,wenn sie gar nicht erst aufgenommen würden!
        Das ist nicht das von uns gewollte demokratisch geprägte Europa,
        in dem bald ein kleines Gremiun in Brüssel ohne je zur Rechenschaft gezogen zu werden unbegrenzt Milliarden-Nachforderungen an alle Staaten stellen/befehlen kann wenn es das wegen selbstverschuldeten Engpässen bei Staaten/Banken für richtig hält. Erst recht nicht,wenn die Blickrichtung überwiegend auf Deutschland als Endzahler zielt, die Haushaltsrechte des deutschen Parlaments ausgehebelt werden durch eine Mini- Parlamentsausgabe mit so zu geringer demokratischer Legimitaion.
        Mit diesem Vertrag,wenn er in Kraft tritt wird die Demokratie mit Füßen getreten.
        und der Verallgemeinerung europäischer Schulden der Grundstein gelegt!
        Wir alle können nur hoffen,dass das deutsche Verfassungsgericht diesen undemokratischen,unseren demokratischen Konsens zerstörenden Vertrag stoppt!
        Allen Beschwörungsformeln über die sich hoffentlich bessernde Lage der Krisenstaaten zum Trotz verschlechtern sich die Wirtschafts-Arbeitslosen wie Verschuldungsdaten permanent mit den damit einhergehenden wachsenden Verpflichtungen der immer weniger werdenden Gläubigerstaaten wie Deutschland mit den eingegangenen zusätzlichen Bürgschaften,die,wenn sie auch nur zum Teil gezogen werden,für uns ruinös sind!!!
        Im ganzen Euroraum spiegeln die Target2 Salden der Target2 Plus-Geberländer wie
        Deutschland,Holland Luxemburg,Finnland gegenüber den Target2 Minus-Nehmerländern wie Griechenland, Portugal,Spanien Italien, Frankreich, Irland die desaströsen Verwerfungen sowie Zahlungsbilanzkrisen im Euroraum wieder!
        ——————————————-
        Ich kann sie nicht außen vor lassen, Zahlen und Fakten, Stand 1.5.2012.
        Geberländer:
        Die Target 2 Salden der Bundesbank von über +615 Milliarden €,der Niederländer Target 2 Salden mit +154,905 Milliarden,der Target 2 Salden der luxemburgischen Zentralbank mit +115,228 Mrd.,2 Salden der finnischen Zentralbank mit +62,959 Mrd. Euro.
        Dagegen stehen die Target2 Minus.Salden der Nehmerländer:
        Der Target2 Saldo der portugiesischen Zentralbank -74,539 Mrd. Euro.Der Target2 Saldo der irischen Zentralbank -99,665 Mrd. Euro.Der Target2 Saldo der italienischen Zentralbank -270,408 Mrd. Euro.Der Target2 Saldo der griechischen Zentralbank -107,267 Mrd. EuroDer Target2 Saldo der spanischen Zentralbank -276,033 Mrd. Euro Mrd. Euro.Der Target2 Saldo der belgischen Zentralbank -38,589 Mrd. Euro.
        Der Target2 Saldo Banque de France Februar 2012 -96,316 Mrd. Euro.
        Der Target2 Saldo der österreichischen Zentralbank 2010 bei -27,496 Mrd. Euro.
        ————————————-
        Wo hört diese Target2 Bierdeckelverschuldung zu Lasten Deutschlands wie der anderen Geberländer eigentlich auf,wo ist die Obergrenze,der Deckel,bei einer Billion oder mehr? Können sich alle bei den Geberländern wie bei uns,also der Bundesbank unbegrenzt verschulden ohne Rückzahlungswillen.Ja,sie können es,noch!? Diese horrenden Summen sind doch verloren,weil uneinbringbar?
        Außerdem zeigen,wenn man 2000 als Reverenzjahr annimmt ,die Wirtschaftsdaten aller Target2 Schuldenstaaten steil nach unten:
        Griechenland: -30,91% Portugal: -19,21% Spanien: -17.69% Italien: -18,497% Frankreich: – 8,2%
        Um diese Prozentzahlen sind die Ökonomien dieser Nationen seit 2000 geschrumpft!
        Bei diesen Zahlen ist das Baugewerbe ausgenommen.
        Einsam steht Deutschland mit Lohnzurückhaltung und Zerstückelung der Arbeitsplätze erkauften plus 17,45% noch gut da!Wie lange Noch?
        Erkennbar gleiten immer mehr Risikostaaten in die Rezession ab.Gleichzeitig wird mit dem Austeritätsgebot jegliche Stimulierung deren Ökonomien unmöglich.
        Uns Deutschen wird,gewürzt mit noch boomender Wirtschaft seitens der Regierung Zweckoptimismus vorgespielt.Doch wenn schon Griechenland mit seinem 2,5% tigem Anteil an der Europäischen Wirtschaftskraft,der Größe Hessens vergleichbar, Europa in solche Schwierigkeiten bringt,wie groß müssen dann erst die Beben,bald von Spanien ausgehend sein, von den entstehenden Verwerfungen des dann auch schleudernden Italien ganz zu schweigen.
        Schon mit Spanien ist der neue Rettungsschirm ESM restlos überfordert!
        Wo man hier jedoch noch eine positive Entwicklung sehen kann,ist mir schleierhaft!Doch gibt es noch positives zu melden, am 3.5.2012 haben Standard&Poors das Rating für Griechenland etwas höher angesetzt,na toll, wahrscheinlich hat ein Gyrosladen eine neue Würzmischung kreiert!
        Deutschland aber kann machen was es will, neidvoll, die eigenen Unzulänglichkeiten ignorierend, lässt man dem Unmut gegenüber unserem, sich für andere ständig mehr ins Risiko begebenden Land freien Lauf, da es sich für andere Staaten wie Banken anscheinend noch immer nicht genug ruinös verpflichtet!Maastricht,war da nicht was?
        Nie werden die aufgetürmten Schuldenberge bei der rasant schrumpfenden industriellen Wertschöpfung der südlichen Pheripherie Länder zu Abtragung kommen.
        Deshalb lehne ich eine weitere Verallgemeinerung der Schulden durch Euro-Bonds strickt ab,da Deutschlands Refinanzierungen mit dann sofort enorm höheren Zinsdiensten zu Lasten des Bundeshaushalts,der Bürger einhergehen würde.
        Euro-Bonds ja,aber erst in einem geeinten Europa!!
        Denn all zu gerne schielt man auf das kreditbereinigte Immobilien und Sparvermögen Deutschlands von 8,5Billionen Euro,gerne vergessent,das Deutschland jeden Tag 100 Millionen Euro Zinsen für 2,1 Billionen Euro Schulden bezahlt,sich selbst jedes Jahr mit rd.300 Milliarden Euro neuer Schulden refinanzieren muss!Ein reiches Land fürwahr!Jedoch auch pleite, fürwahr!
        Diese Marathonverhandlungen mit minimalen Ergebnissen auf kleinstem Nenner beraubten Europa,speziell uns Deutsche wie schon erwähnt aller guten Optionen.
        Jetzt bleiben uns leider nur noch schlechte, minderwertige Optionen.
        Wissen eigentlich unsere gewählten Politiker,was sie anrichten,indem sie sich mit ihrer in elitären Kreisen betriebenen Politik ständig über den Willen des Volkes hinwegsetzten? Wenn so die Bevölkerungen der EU Nationalstaaten aufgrund steigender Arbeitslosigkeit,Hoffnungslosigkeit, mangelnder Zukunftperspektiven mehr und mehr nach rechts tendieren ist die europäische demokratische Vision bald passé,von der Sprengkraft der wachsenden Ungleichgewichtung durch die Staatsschulden wie der ungerechten Vermögens-Verteilung,der Lohnspreizung in Firmen zwischen Management,Arbeitern,Angestellten ganz zu schweigen.
        Wenn Bürger Ganztags arbeiten,davon aber kein noch so bescheidenes Leben führen können,staatliche Aufstockung benötigen,ohne Vertrauen in die Zukunft keine Familie mehr gründen,hat sich etwas grundverkehrt , undemokratisch in unserem Deutschland wie auch anderen Staaten eingenistet,weil ganze Generationen ungeboren, zur Erhaltung unserer Strukturen nie zu Verfügung stehen werden!
        Man möge beim Lesen dieses Artikels nicht auf eine antieuropäische Haltung meinerseits schließen,dass wäre grundverkehrt,da ich einem geeinten Europa stehts zugewandt war und bin!
        Wenn aber ,wie zu erkennen,keine zielgerichteten konsequenten Verhandlungen für ein in Finanzen-Wirtschaft-Recht-Sozialen-in Politik geeintes,mit einer Stimme weltweit auftretendes Europa mit dem dann auch entsprechenden Gewicht im Konzert der Mächte aufgenommen wurden,
        ist unsere Regierung ihren Eid gemäß nur den deutschen Interessen verpflichtet,Schaden vom deutschen Volk abzuwenden!!!
        Diesem Eid von Kanzlerin wie ihren Kabinettsmitgliedern entsprechen die gegebenen ruinösen Bürgschaften-Rettungsschirme -ungedeckelten Target2 Bundesbank Außestände eben nicht,zumal die dafür gegebenen Sicherheiten jederzeit relativierbar,höchst fragwürdig sind!
        Hier und jetzt steht Europa am Scheideweg.
        Entschließt euch entlich zu handeln,ihr Politiker,sonst fliegt euch Europa um die Ohren!Ihr habt das Heft des Handelns fast schon nicht mehr in euren Händen,merkt ihr das eigentlich nicht!!??
        Wo bleiben eingentlich die Aufrufe unsererer Denker, Ökonomen,Philosophen,der Medien,der Universitäten,der Kirchen,Gewerkschaften europaweit für ein in jeder Hinsicht zu einigendes Europas! Wo sind sie,die in dieser für uns alle doch so essentiell wichtigen Frage der Einigung Europas die von Politikern praktizierte Mittelmäßigkeit anprangern?Oder sind diese,oft in Talkshow´s prächtig daher Redenden schon selbst nur noch klägliches Mittelmaß?Na dann,armes Europa!
        Ich sorge mich!!!

        Heiner Hannappel
        Raiffeisenstrasse 63
        56072 Koblenz
        Tel:026122287
        E-Mail: Heiner.Hannappel@gmx.de

        • SLE - 9. Mai 2012

          Hallo Herr Happel,

          das war jetzt vermutlich der längste Kommentar in der Geschichte von Querschuesse. Aber ich möchte unterstreichen: Er ist sehr lesenswert! Sie haben sehr gekonnt den Bogen über die ganze Reihe von Problemkomplexen gespannt und zielsicher die wunden Punkte getroffen.

          Ich wäre ernsthaft dafür, dass Sie dies einmal im Bundestag vortragen würden. Irgendjemand muss die mal aufwecken. Ach ja, dort sollte man übrigens kurzfristig die Anwesenheitspflicht für MdBs einführen!

          Und: Ich teile Ihre Sorge!

          Viele Grüße
          SLE

          • Mark - 10. Mai 2012

            @ SLE:

            > Ich wäre ernsthaft dafür, dass Sie dies einmal im
            > Bundestag vortragen würden. Irgendjemand muss
            > die mal aufwecken.

            Glauben Sie mir, die Damen und Herren Abgeordneten wissen Bescheid – zwar nicht so sehr über die genauen Zahlen und Fakten, aber zumindest über die grobe Situation. Nur ist denen eben das Hemd näher als die Hose. Die wenigsten haben das Rückgrat eines Wolfgang Bosbach, die bösartigen Kommentare der Europa-Ideologen über sich ergehen zu lassen.

            Nein, sie alle können nur verlieren, wenn die Wahrheit herauskommt: Dann sind die Posten und Pöstchen, auch für Parteifreunde, erstmal weg. Dann gibt es keinen Vorruhestand in Brüssel mehr, keinen Dienstwagen, keine Privilegien, keine Flugmeilen, keine fürstliche Bezahlung, keine fürstliche Pension mehr.

            Auch wenn die Abgeordneten immer wieder als total inkompetent erscheinen (wie z.B. in der Umfrage von Panorama vom letzten Herbst), so dürfte sich doch spätestens jetzt jeder Abgeordnete mit der Materie vertraut gemacht haben. Inzwischen berichten ja auch seriöse Medien des Mainstreams mehr oder weniger stark über das Target-Problem (z.B. FAZ, SZ, Der Spiegel, tagesschau.de). Und die wird wohl jeder Abgeordnete abonniert haben.

            Nein, Unwissen scheidet meiner Meinung nach aus. Vielmehr ist es genau das Wissen (oder zumindest die Ahnung) der wahren Katastrophe, die die MdBs umtreibt. Wenn dann noch überzeugende Argumente (hust) von der jeweiligen Fraktionsspitze gemacht werden, dann erklärt sich das sonderbare Abstimmverhalten.

            Eine engagierte Rede im Bundestag würde daran nichts ändern. Es hilft einzig und allein die Abwahl.

        • dank - 10. Mai 2012

          Hallo Herr Heiner Hannappel,

          das war eine der komplexesten Zusammenfassungen, die ich in letzter Zeit gelesen habe, die gleichzeitig ein Licht auf die Entwicklungen generell und auch im einzelnen geworfen hat: Die Angst um die Demokratie in Deutschland. Die Befürchtungen. Die Fehltritte der Politik. Gesetzesbrüche und vieles mehr. Vielen Dank, dafür!
          Und da bleibt mir auch kaum was anderes übrig außer: Bestätigung. Angst wird leider kaum kleiner, wenn sie geteilt wird – aber ein wenig fällt der Druck ab. Auch ich habe diese Angst.
          Hut ab!

          Grüße&
          dank

    • Lazarus09 - 10. Mai 2012

      Ach,könnte man die Euro Einführung folgenlos ungeschehen machen

      Warum ..? Funktioniert doch alles prächtig für die es funktionieren soll. Betrachte den Vermögenszuwachs seit EURO Einführung bei den zurecht bescholtenen Kreise und du wirst sehen “It works” … Das da natürlich irgendeiner der Leidtragende sein muss war klar, denn irgendwo muss der Zuwachs ja herkommen.

      Man könnte wenn man wollte einen anderen Weg einschlagen, nichts was sich nicht ändern lassen könnte. Die Lösung ist einfach .

      Man will nicht !!..Warum –? Fragt euch selbst 😉

    • Thorsten Eckau - 10. Mai 2012

      Dem ist leider nichts hinzuzufügen, außer einem traurigen Knicken.

  • Der Kleininvestor - 9. Mai 2012

    Ein großartiger Artikel, sie sprechen mir aus der Seele!

  • Michael - 9. Mai 2012

    Welche “Wahl” hatten die Griechen denn ? Doch nicht etwa die “Parteien”, die ihr Land in den Ruin trieben ? Nein, selbst Adolf der Seelige wäre besser gewesen, als dieses korruppte Gelumpe ! Das können ein paar Nachtwächter nicht verstehen ? …. Griechenland braucht einen Neuanfang und die Chance sollte ihm zugebilligt werden. Wie uns in ein paar Jahren auch.

    • Alsterpirat - 10. Mai 2012

      @ Michael

      Na, da schimmert ja bereits reichlich “Goldene Morgenröte” durch – Deiner politisch wie historisch höchst fragwürdigen Diktion folgend kann sich Rest-Europa ja nur glücklich schätzen, dass von Hellas wohl kein Weltkrieg vom Zaun gebrochen werden kann…;-) !

      • dank - 10. Mai 2012

        “dass von Hellas wohl kein Weltkrieg vom Zaun gebrochen werden kann”
        mag zutreffen – aber mit der Türkei wirds über Zypern weiterhin sehr angespannt bleiben und bei falscher Machtergreifung (rechts) und zunehmender Armut in GR ist dieses Eisen nicht ganz kalt.
        Nicht zuletzt steigert GR trotz der Krise seinen Militäretat jedes Jahr still und heimlich weiter genau aus diesem Grund. Bei der anderen Richtung (Linksruck) schielen die Griechen dann in Richtung Russland/China und gehen halbfreiwillig raus aus dem Euro, da mag was dran sein. Im Übrigen würde es D auch nicht schaden, ein wenig mehr (wohlwollend) in Richtung Osten (Rus & China) zu schauen..

  • Vandermonde - 9. Mai 2012

    Wie wäre es mit der “realen Nachfragetheorie” als modifizierte Keynes Variante ?

    http://www.forum-systemfrage.de/Aufbau/ca/30n/ca30n.php?df_name=caDF30&tbch=ca&schp=rnachfrE&ordner=30n

  • Frank - 9. Mai 2012

    Der Euro-Austritt wird nun ganz offen diskutiert
    von Daniel Kühn

    Mittwoch 09.05.2012, 14:05 Uhr
    Die chaotischen Verhältnisse in Griechenland auch nach dem Schuldenschnitt sind für einigermaßen realitätsbezogene Beobachter keine große Überraschung. Wir plädieren hier auf GodmodeTrader.de schon seit 2010 mit klar nachvollziehbaren Argumenten nicht nur für ein Ende der Rettungspolitik, sondern auch für einen Euroaustritt des Landes. Seitdem ist nicht nur viel kostbare Zeit verloren gegangen, es ist auch viel Geld verschwendet worden. Die reichen Griechen haben große Teile ihres Vermögens außer Landes gebracht. Das Land, ohnehin von Vetternwirtschaft, Korruption und unüberschaubarer Bürokratie durchzogen, droht unregierbar zu werden.

    Das so genannte „Spardiktat“ der Troika für die Umstände verantwortlich zu machen, ist allerdings ein schon fast unverzeihlicher Fehler, wenn auch weiterverbreitet. Zu allererst muss die griechische Einsicht stehen, dass die Probleme des Landes komplett hausgemacht sind und über viele Jahrzehnte aufgebaut wurden. Anschließend schmuggelte eine fast schon als kriminell zu bezeichnende Regierung Griechenland mit gefälschten Daten in den Euro ein und verschaffte dem Land so einen niedrigzinsinduzierten, aber ansonsten “unverdienten” Boom, ebenso wie anderen Südländern. Seitdem sinkt die ohnehin schon im Vergleich historisch geringe Produktivität beständig. Der Staatssektor ist extrem aufgebläht und in höchstem Maße ineffizient. Es gibt für internationale Investoren kaum Anreize, Geld nach Griechenland zu bringen und dort Arbeitsplätze zu schaffen. Der erzwungene Schuldenschnitt tat sein übriges, um das Vertrauen in Griechenland und die Griechen womöglich endgültig zu untergraben.

    Als Folge der gesunkenen Wettbewerbsfähigkeit und der Tatsache, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, zum Ausgleich wenigstens die eigene Währung abzuwerten, müssten nun eigentlich die Löhne nun noch weiter runter („innere Abwertung“). Das dürfte extrem schwierig werden und die Radikalisierung im Land noch weiter anheizen.

    Die Wiedereinführung der Drachme wäre Stand heute kein unerwarteter Paukenschlag mehr. Sie wird jetzt so offen diskutiert, dass der Vollzug kaum noch überraschen kann. Sie könnte dabei helfen, dass die Griechen mehr exportieren, der Tourismussektor erstarkt, und die Importe zurückgehen. Dadurch ließe sich die negative Handelsbilanz aufhübschen. Natürlich müssen Öl und andere Rohstoffe auch weiter importiert werden, aber ansonsten muss ein Land in der Krise eben so viel wie möglich aus der eigenen Produktion konsumieren. Eine schwache Währung hilft dabei.

    Man darf sich aber auch keinen Illusionen hingeben. Der Ausstieg aus dem Euro ist kein Allheilmittel. Wenn das so wäre, dann hätte Griechenland zu Drachmenzeiten wie im Paradies gelebt, und Rumänien, Ungarn und andere kleine Staaten mit eigener Währung litten heute nicht unter massiven Problemen. Wenn Griechenland die bereits am Horizont ersichtliche Aufgabe des Euro nicht nutzt, um radikal im eigenen Land aufzuräumen, am besten in der Verwaltung und im Steuerrecht komplette Neustarts versucht, ein investitionsfreundliches Klima schafft und vor allem auch Zuverlässigkeit und Rechtssicherheit, dann wird es in Griechenland nicht aufwärts gehen. Ob mit Drachme oder Euro.

    Daniel Kühn
    http://www.godmode-trader.de/nachricht/Der-Euro-Austritt-wird-nun-ganz-offen-diskutiert,a2824883,b605.html

    • Querschuss - 9. Mai 2012

      Hallo Frank,
      “Das so genannte „Spardiktat“ der Troika für die Umstände verantwortlich zu machen, ist allerdings ein schon fast unverzeihlicher Fehler.” …Was für ein Schwätzer, man braucht sich nur die Wirtschaftsdaten auch von Portugal und Spanien ansehen und dann ist auch dort klar, dass man unterentwickelte Volkswirtschaften die sich in einer Überschuldungsituation befinden mit strikter Austerität ohne Rücksicht auf Beschäftigung und Wachstum völlig in den Abgrund fährt.

      “Als Folge der gesunkenen Wettbewerbsfähigkeit und der Tatsache, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, zum Ausgleich wenigstens die eigene Währung abzuwerten, müssten nun eigentlich die Löhne nun noch weiter runter („innere Abwertung“). Das dürfte extrem schwierig werden und die Radikalisierung im Land noch weiter anheizen!” …. Hier bringt er dann selbst die Gegenthese bzw. das die Austerität direkt zu Weimarer Verhältnisse führt. Übrigens ist die Summe der realen Arbeitnehmerentgelte bereits um -26,8% gesunken und im 1. Quartal 2012 ging es sicher weiter abwärts.

      Gruß Steffen

      • topperhopper - 10. Mai 2012

        Ich stelle fest, dass ich Deinen Ausführungen immer zum Teil zustimmen kann. Du hast ja vollkommen Recht, dass das Sparen in GR zur Radikalisierung führt.

        Aber die eigentliche grundsätzliche Ursache für die jetzige Situation liegt doch nicht in diesem Sparen, sondern im Verhalten der EZB, der EU und des Staates GR etc. DAVOR! Der Staat GR hat sich doch durch die niedrigen Zinssätze mit Schulden vollgesogen. Die politischen Entscheidungen bis 2007/2008 sind doch das Grundübel.

        Jetzt geht es doch um den Weg raus aus dem Schlamassel. Sparen verschärft die Situation erst einmal. In einer Demokratie bestrafen das die Menschen – wie am Sonntag gesehen.
        Wachstumsprogramme sind aber auf der anderen Seite die Fortsetzung des Weges vor 2008. Das klappt niemals.

        Das System der Wirtschaftssteuerung durch staatlichen Zins und Marshall-Pläne hat fertig. Mir fällt ad hoc auch kein anderes ein, das statt dessen garantiert besser funktioniert.

        Aber fest steht für mich: Es hat fertig. Und aus dieser Erkenntnis müssen wir irgendwie Schlüsse ziehen.

        • Querschuss - 10. Mai 2012

          Hallo Topperhopper,
          das letztlich die Euro-Einführung die damit verbundenen niedrigen Zinsen, eine zu lasche Geldpolitik, mit die Ursache der hohen Verschuldung waren ist von mir unbestritten, nur es geht jetzt darum das strikte Austerität bei einer unterentwickelten Volkswirtschaft ohne Rücksicht auf Beschäftigung und Wachstum die Volkswirtschaft nicht nur ruiniert sondern sogar der direkte Weg in Weimarer Vrhältnisse sind. Ohne Investitionen verliert jede Volkswirtschaft an Leistungskraft.

          Wo soll das Geld herkommen (?), für die Gläubiger war das Geld auch da, siehe Rettungspaket 1 und 2 und in der 2. Griechenhilfe sind sogar 50 Mrd. Euro zur Rekapitalisierung der griechischen Banken vorgesehen! Mit einem Rest von Verstand hätten nur 12 Mrd. Euro für Investitionen 2011 bereitgestellt werden müssen, für die es wie für jeden Kredit an Unternehmen die üblichen Vorraussetzungen bedurft hätte und schon wäre das nominale BIP nicht gesunken und man hätte wenigstens etwas in das zu Grunde liegende Problem der unterentwickelten Leistungsfähigkeit investiert. Die anderen Probleme Griechenlands, Korruption, nicht funktionierende Verwaltungen, Steuerentzug durch die Reichen usw. müssen natürlich ebenso angegangen werden, um wenigstens erstes positive Ergebnisse zu erzielen.

          Gruß Steffen

          • topperhopper - 10. Mai 2012

            Wir kommen dem Kern unser Meinungsverschiedenheit wohl näher.

            Geld lässt sich natürlich ganz einfach beschaffen – die “Herstellung” ist ja auch denkbar einfach.
            Somit ist es für Regierungen zunächst erstmal ein Klacks, Banken per Garantie oder Verstaatlichung “zu retten”. Hätten sie es nicht gemacht, hätte es einen sofortigen Crash gegeben – da bin ich mir sicher. Das Banksystem hat ja auch nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Es ist im Grunde ein Teil der Staatswirtschaft und wird demzufolge immer weiter “gerettet”.

            Investitionen einfach mal so über GR auszuschütten hilft doch aber auch niemandem weiter. Woher weiß denn die Kommission oder die Regierung, welche das Geld ausschüttet, wo es gerade gut angelegt ist. Bestenfalls entzündet man ein Strohfeuer und mit viel Glück glimmen einige Hölzer noch länger weiter. Insgesamt hat man aber nur wieder viel mehr Schulden und ein bißchen mehr Produktivität.

            Die zentralistische Vergabe von Geld unter einer gleichzeitigen Lockerung der Regeln ist ein Problem. Das wird immer mehr sichtbar. Ein Problem, weil ein Staat nicht wirklich wissen kann, wo investiert werden soll. Der Staat soll lieber harte Regeln erlassen, in denen man sich frei bewegen kann. Aber möglichst wenig direkt eingreifen.

            • Querschuss - 10. Mai 2012

              Hallo Topperhopper,
              ist kein Klacks, die Rekapitalisierungen fliessen ins Eigenkapital der Banken und sind keine Garantien.

              Gruß Steffen

    • SLE - 9. Mai 2012

      Hallo Frank,

      ja, da kann ich Steffen nur zustimmen. In dem Artikel wird Wahres und Unwahres zu einem für die Orientierung ziemlich wenig hilfreichen Gebräu verrührt.

      Grüße
      SLE

  • klaus - 9. Mai 2012

    Guten Abend an Alle.

    Wäre es böse von mir zu behaupten,

    das durch die heutigen Informationsmöglichkeiten in Fernsehen,…
    die Leute vorgewarnt sind.

    Ich glaube nicht, das man intelligente Leute mit Geld und Kommunikationsmitteln
    noch mal wie zur Brüningschen Zeit verarschen kann und erst Jahre
    später die Dolchstoßlegende ausgepackt wird.

    Jeder Normalo weiß, was los ist, wenn Schäuble plötzlich im Fernsehen
    beruhigt und ein Euro-Treffen angesagt ist.
    Die Presse hält drauf oder bei Twitter ist der Blitzbesuch plötzlich
    vorhanden.

    Die Banken sind unterfinanziert durch die Finanzspritzen der FED,
    die zurück müssen. Die Geldabschöpfung wird bemerkt und
    das Geld wird zurückgehalten.
    Die Spirale beginnt. Geldumlaufgeschwindigkeit und Menge
    sind durch das Abschöpfen des Geldes per Zwangsversteigerung
    und märchenhaften Steuergründen der Grund das auch
    die Versorgung und auch sogar selbst Lieferung bereits zu Engpässen
    führen muß.
    Der Zulauf zu Aldi/Lidl ist das Zeichen, das keiner alleine ist.
    Leute mit teuren Autos sieht man dort, die sich kaum zurechtfinden.
    Viele vom sozialen Abstieg bedroht oder bereits abgestiegen.

    Und Mutti und Gauck erzählen wie wichtig Europa für uns ist.

    Dabei weiß jeder, das es sich bei Mutti und Gauck um ein Suggerieren
    handelt, den er muß sich nur fragen wem es nützt.

    Zuviel Lobbyarbeit wurde getrieben.
    Das Vertrauen ist weg.
    Die Kleinkriminalität steigt.

    Und auch die Wahlen sind schon Schicksalswahlen einer Kanzlerin.
    Dann wird zurückgerudert, um den Wähler nicht zu vergraulen.
    Wenn die Wahlhelfer vor Demenzheim auftauchen um die Hand
    zum Kreuzchen zu führen, ist der Höhepunkt für die Politik
    erreicht.

    Selbst die Griechen fürchten jetzt ein Wählen bis zum
    “gewünschten Ergebnis”.
    Für Europa.

    600 Mrd. Euro in die Target2-Falle seit 2007.
    Nix Wachstum, sondern in ein Faß ohne Boden.
    Oder ist eine Besserung zu sehen?
    Es ist Weizen auf ein superglatt betoniertes Feld.

    Desto länger in dieses Faß fließt, desto mehr
    stellt man Kapitalflucht und ein Vermehren von
    Superreichen fest.

    Bezuschußte Arbeit? Quatsch.
    Systematisches Abgreifen von Geld in den Sozialkassen eher.
    Handelsblatt meldet 15 Mrd Überschuß in den Sozialkassen.
    Und schon ist klar, das bis Ende des Jahres Schäuble
    den goldenen Griff in die Sozialkassen plant.
    Was sonst? Warum liegt die Vermutung nah?
    Prof. Walter nennt es Drogenpolitik.
    Kurz High und schon wieder wird die schnelle Finanzspritze benötigt.

    Nein, der aufmerksame Leser merkt doch an tausenden
    Zeichen welche Richtung es geht.
    Wenn Alten die OP versagt wird, trotz Generationenvertrag und
    damit eine Beitragssenkung des Krankenkassensatzes zu ermöglichen,
    heißt das ganz einfach, das der Alte Schmerzen hat, damit
    einer mit vergleichweise guter Arbeit in Urlaub fahren kann.
    KV-Betrag+Gewerkschaft+Kirchensteuer wird doch wohl auch
    Jemanden mit 3000 Euro etwas Urlaub ermöglichen.
    Bei Besserverdienenden geht es noch besser.

    Ohne Meckern ist doch ganz offensichtlich, das Kleinverdiener und
    Leute mit knappem Einkommen schon jetzt geopfert werden.
    Warum sollten Die ausgerechnet eine große Partei wählen?

    Warum sollte nicht der einfach Mann seinen Geldbeutel betrachten
    und exakt danach wählen? Das machen doch Alle so.
    Alles Gerede dient doch nur zur Ablenkung von dieser Tatsache.

    Wer ist so blöd und hält an seiner Armut/Kleinkrämertum fest?
    Was sollte sich denn da verschlechtern?

    Es wird Zeit, das die Politik denkt.
    Und das nicht nur an Sich.

    Das ist das Problem.
    Soziale Mißstände kosten Geld.
    Und sogar mehr als man normal
    dafür aufwenden müßte.
    Mag der Einzelne sich bereichern,
    doch das Gesamte zahlt die Zeche für
    die Bereicherung.

    So einfach ist das.
    Leute die bockig, unzufrieden sind oder zündeln,
    wie in Griechenland, sind ganz einfach
    Ausfälle im Bruttosozialprodukt.

    Dagegen hilft keine politische Raffinesse.
    Kein Trick von Röttgen oder Moomax-Insolvenzler Lindner wird
    bei den Kumpels wirken.
    Wartet ab.

    NRW wird heftig.

    Gruß klaus

    • SLE - 9. Mai 2012

      Ich habe den Eindruck, es geht den Euro-Rettern jetzt – nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland – im Grunde nur noch darum von der Tatsache abzulenken, dass ihre Krisenstrategie viele, viele Milliarden Euro gekostet hat, aber gescheitert ist. Darum halten sie öffentlich eisern daran fest – gerade auch gegenüber Griechenland. Das wird auf Dauer nicht funktionieren. Mag sein, dass die Wahl in NRW sich als die nächste schwere Erschütterung der Machtarithmetik in Europa erweist … und im Juni dann die Neuwahl in Griechenland? Wer weiß …

      Grüße
      SLE

      • Lothar - 10. Mai 2012

        Und im September hoffentlich Neuwahlen in Deutschland – und ich meine September 2012

  • für meine kinder - 9. Mai 2012

    Ein Text, der mir voll aus dem Herzen spricht

    Ich hätte mir niemals bis vor wenigen Jahren vorstellen können, dass meine mehr oder weniger einfache, “ehrliche erarbeitete Komfortzone” mir nun davonschwimmt.
    @ Klaus, ja so brutal wird es kommen.
    Ich finde es unsäglich traurig, dass wir als Bevölkerung trotz der ganzen überall angesprochenen Themati knoch keinen Konsens finden.
    Und ich habe keine Ahnung, wir wir das ganze unsren Kindern erzählen werden/ wollen.

    l

    • SLE - 9. Mai 2012

      Ja, das hat er in dem Song sehr schön auf den Punkt gebracht. Den könnten die Radiosender ruhig mal öfter spielen – vielleicht direkt im Anschluss an die Werbespots der Parteien zur Wahl in NRW …. 😉

      Grüße
      SLE

      • dank - 10. Mai 2012

        In logischer Konsequenz – danke an “für meine kinder”

        Immer aktuell.

        Sei wachsam!

        Grüße&
        dank

  • Querschuss - 9. Mai 2012

    Hallo ö.ä.,
    Kalles Kommentar habe ich gelöscht, für sowas Menschenverachtendes gibt es hier keine Plattform. Deine Antwort darauf habe ich mitgelöscht, da sie sonst ohne Kontext dasteht, aber Danke für deine Worte!

    Gruß Steffen

  • Bubblegum - 9. Mai 2012

    @SLE,

    “Es war ganz einfach ein Zeichen dieser Zeit, dass der liberale Mainstream als Orientierung für die Politik nicht mehr als maßgeblich angesehen wurde. Was Heinrich Brüning gemacht hat, war aus Keynes Sicht falsch. Hitler hat die Austeritätspolitik beendet und Beschäftigung (und Aufrüstung) in den Vordergrund gerückt. Wie würden Sie das ökonomisch einordnen?”

    Wenn ich ein Zyniker wäre, würde ich antworten: alles was Arbeit schafft ist nützlich und sinnvoll!

    Nun weiß ich aber auf Basis meiner historischen Kenntnisse um die Folgewirkungen!
    Dass die Rüstungsausgaben letzendlich bei ca. 92 Mrd. Reichsmark lagen, die Lebensversicherungsbeiträge der Deutschen zur Rüstungsfinanzierung herangezogen wurden, der Anschluss Österreichs und der Einmarsch in die Tschechei wegen der Devisenknappheit des Deutschen Reiches geradezu zwangsläufig waren, um die dortigen
    Goldreserven zu vereinnahmen, das alles “Peanuts” im Vergleich zu den weiteren Auswirkungen des Rüstungswahnsinns, mit dem WK II vorbereitet wurde!

    Nein, was mich viel mehr zur Zeit interessiert ist die Frage, ob die strenge Devisenbewirtschaftung und Teile einer Autarkie, also das komplette Gegenteil des Mainstreamdenkens der aktuellen VWler Zunft, in solchen Krisensituationen nicht für Griechenland neben einem Euroaustritt der erfolgsversprechendere Weg wäre. Denn die
    Devisenbewirtschaftung zwänge die Unternehmen ihre erzielten Gewinne nicht ins Ausland zu verbringen, sondern im Inland zu reinvestieren und dort Arbeit und Einkommen zu schaffen!
    Es ist sowieso die Frage, ob dieses ganze Globalisierungsgequatsche nicht einfach nur Unfug ist, denn vor hundert Jahren lief die ganz ähnliche Debatte unter den Stichworten Kolonialwirtschaft und Imperialismuskritik! Und GB hatte um 1900 auf dem Höhepunkt seines Weltmachtstatus ein über Jahre hinweg andauerndes Handelsbilanzdefizit! Ausgeglichen nur durch die Kapitalimporte aus dem Ausland bzw. den Kolonien! Hat alles nichts genutzt, sein Niedergang war vorprogrammiert, trotz der vereinnahmten Reparationsleistungen die Deutschland nach den Bedingungen des Versailler Vertrages zu leisten hatte und die ja von Keynes heftig kritisiert wurden!

    Viele Grüße Bubblegum

    • SLE - 10. Mai 2012

      Hallo Bubblegum,

      was Hitler getan hat, das wollte ich nicht beschönigen oder verschleiern. Was ich zum Ausdruck bringen wollte, ist, dass ihm die wirtschaftsliberalen Politiker, insb. Brüning, und auch die wirtschaftliberalen Mainstream-Ökonomen damals durch das sture “Weiter so!” eine Steilvorlage für Hitler geliefert haben. Die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Not waren so schlimm, dass niemand mehr genau hingeschaut hat, WIE Hitler den Turnaround in den Augen der Bürger hinbekam – “Aufrüstungswahn” ist der treffende Begriff.

      Heute sieht es in Griechenland bereits erschreckend ähnlich aus – selbst wenn nicht anzunehmen ist, dass sich die Geschichte 1:1 wiederholt. Darauf kann man m.E. nicht oft und nicht eindringlich genug hinweisen.

      Und was perfider, aber letztlich auch schlimmer als damals ist, ist die Tatsache, dass der Druck zur Austeritätspolitik von Politikern außerhalb Griechenlands kommt. Von Politikern, die in Berlin und im Bundestag sitzen – weit weg von Griechenland und damit weit genug weg, um die konsequenzen ihrer Aussagen, Beurteilungen, Verurteilungen und vor allem auch Voten zu und über Griechenland und andere Schuldenstaaten, denen Austeriätspolitik via Troika verordnet wird, unmittelbar erleben und spüren zu können.

      Zum Stichwort “Devisenbewirtschaftung”: Diesen denkbaren Ansatz habe ich vor kurzem inmeinem Blog auch behandelt: Importzölle (bzw. Schutzzölle im Sinne von Friedrich List (1841)) und Kapitalverkehrskontrollen. Klaus Kastner hat den Aufsatz geschrieben, den ich für sehr lesenswert und bedenkenswert halte.

      Siehe dazu hier: http://stefanleichnersblog.blogspot.de/2012/04/endspiel-um-griechenland.html

      Freihandel ist ein feine Sache, wenn ein Land wirtschaftlich stark aufgestellt ist. Wirtschaftlich schwache Staaten haben aber unter Freihandelsbedingungen und noch dazu auf Weltmärkten, die jeweils von nur wenigen großen Konzernen dominiert werden, keine Chance wirtschaftlich aufzuholen. Das ganze Gerede von “Griechenland muss wettbewerbsfähig werden” und deswegen sparen, sparen, sparen, zeugt von einem mangelhaften Verständnis von den je nach Entwicklungsstufe von Märkten und Volkswirtschaften sehr unterschiedlichen Spielarten des Wettbewerbs.

      Leider trifft das wohl auch auf die Mehrheit der Vertreter der führenden ökonomischen Schulen zu – insbesondere derjenigen, die der Politik zu dem gegenwärtigen Krisenkurs raten! Die Wirtschaftswissenschaften sind jedoch seit der Lehman-Pleite und der anschließenden Krise nicht grundlos selbst in eine tiefe Krise gestürzt. Nur irgendwie scheint das in Vergessenheit geraten zu sein. Die aktuelle Debatte in Europa, wie die Krise zu bewältigen ist, wird deswegen WIEDER dominiert von denselben wirtschaftswissenschaftlichen Theorien und Denkansätzen.

      Viele Grüße
      SLE

  • Ad Rian - 9. Mai 2012

    Egal wie es gekommen ist. Egal was man jetzt versucht. Es kann nicht grundsätzlich besser werden. Die Felle sind verteilt. Alles, was benötigt wird, wird produziert und freie Kapazitäten sind auch noch vorhanden. Griechenland wird als Produktionsstandort nicht benötigt. Die Vorschläge derart, sie mögen gefälligst konkurrenzfähig werden, sind nicht im Ansatz durchdacht. Es würde letztendlich ja nur zu einer Produktionsverlagerung führen. Wer will denn das? Wer will den denen ein Chemie- oder ein großes Automobilwerk abgeben? Oder einen erfolgreichen SAP-Konkurrenten? Die Felle sind verteilt und sie werden mit jedem Produktivitätsschub auch noch kleiner. Es wird, wie es vorhergesagt wurde und es wird die Ignoranten gnadenlos abräumen. Was kommt ist klar. Gewohnt an die Personalisierung der Probleme, wird man schuldige Pesonengruppen identifizieren. Diese bestrafen und weil sich so nichts ändert, nichts ändern kann, immer wieder neue, weitere Schuldige ausmachen. Alles in allem keine guten Ausichten…

  • alius - 10. Mai 2012

    Soweit ich weiß, hat die Krise der 1930er Jahre zu einer Renationalisierung des europäischen Wirtschaftsraums geführt. Hat darüber eigentlch jemand mal nachgedacht? In Spanien haben die fehlanreize des Euroraums zu einer exorbitanten Verschuldung der Haushalte und Unternehmen geführt. Der damit zusammenhängende Immobilien-Rausch führte zu einer extrem einseitigen Ausrichtung der spanischen Wirtschaft auf den Bausektor.Dies kennzeichnet ja die Aussichtslosichkeit der Arbeitslosen-Misere. In Deutschland verstärkt der durch die Krisenländer zu geringe Außenwert des Euro die ohnehin schon einseitige Exportorientierung der Wirtschaft. Deutschland ist ja durch die (zu) niedrigen Zinsen nunmehr den gleichen Versuchungen ausgesetzt, wie Spanien und Irland. Und was passiert im Fall einer Renationalisierung. Wie man es auch dreht, egal ob eine Volkswirtschaft gerade erfolgreich ist oder nicht, der Euro ist mit schwerwiegenden Problemen behaftet.

  • Canpichurri - 10. Mai 2012

    Herr Stefan Eichner: BRAVO ! Toll beschrieben. Danke.

  • klaus - 10. Mai 2012

    Hallo nochmal,
    hab mir gerade Anne Will reingezogen mit Eichel,Wagenknecht,Chatzi,Söder,
    Borer,.

    Nicht nur ich hab über Söder und seine Stammtischpolitik gestaunt,
    die anderen auch.
    Das gleiche Thema, wie gesagt.
    Söder war wie von einem anderen Stern.
    Nein, da war nicht ein Hauch von aktuellem Zeitgeschehen in
    seinem Gespräch. Nichts mit dem Mikroskop zu finden.
    Sowas gibt es eigentlich gar nicht.
    Der lehnt sich zurück und glaubt elegante Politik im Markwort – Stil
    am Stammtisch zu machen. Dazu ein Borer aus der Schweiz,
    Botschafter war er mal.
    Exakt das Gleiche. Weltfremd mit dem Zepter der Schwarzgeldbillionen
    urteilt er über Griechenland als nicht investmentfähig.

    Bei allem was passiert.
    Ich verstehe immer noch nicht, warum Irgendjemand in Griechenland,
    mit NULL Euro,Hunger und ohne Perspektive jemanden wählen
    soll, der Ihm schon früher wehgetan hat.

    Darum geht es doch !

    Griechenland ist doch geplündert. Was kann man fordern, wenn nix mehr da ist?

    Will die Politik und die Bankenwirtschaft wirklich einen solchen
    Weg gehen? Mit Eleganten Gesten über brutalstes Geschehen
    Zins einfordern bei Leuten die weder vorher noch nachher etwas
    von den Staatshilfen gesehen haben.

    Dann wünsche ich mir mehr Brücken und
    die weltweite Ausweitung der Free-Masons.
    Es wäre wirklich Zeit, das die Logen sich kümmern.

    Wie können solche Politiker von anderen Moral verlangen?

    *kopfschuettel*

    Gruß klaus

  • dank - 10. Mai 2012

    Dank an Steffen & Stefan & Herrn Heiner Hannappel & Herrn (?) H.K.Hammersen.

    Grandiose Mischung die letzten Tage – es ist gut: Wissen ist teilbar.

  • Mark - 10. Mai 2012

    Ich finde es bemerkenswert, dass wir Zeuge eines gigantischen Krieges sind (ein Finanzkrieg zwar, aber immerhin). Das hätte ich vor 20 Jahren nicht für möglich gehalten; jeden, der mir das hätte erzählen wollen, hätte ich ausgelacht. Und nun ist er doch da, klammheimlich durch die Hintertür hat er sich hineingeschlichen und vergiftet das einstmals angenehme Klima zwischen den Völkern Europas. Widerlich.

    Schuld hat die Politik, einzig und allein, die seit der deutschen Wiedervereinigung den Bürgerwillen konsequent ignoriert hat. In keiner der großen Fragen, die das Volk bewegen, wurden wir -das Volk- befragt. Zunächst meinten die Politiker, es besser zu wissen und haben drauflosgemacht, auf Einträge in Geschichtsbüchern schielend. Die bekommen sie nun, aber anders als ursprünglich gedacht.

    Und als sich abzeichnete, dass das Projekt schief gehen würde, haben sie weitere folgenschwere Entscheidungen getroffen (insbesondere die Duldung des Target2-Mechanismus!), die den Karren entgültig in den Dreck gefahren haben. Dies war m.E. der größte Fehler, da sich unsere Regierung dadurch erpressbar gemacht hat. Und wie das so ist mit Erpressern: Hat man einmal gegeben, muss man immer geben. Und nun ist die Situation so wie sie ist; und nun mag man das Volk nicht mehr aufklären, aus Furcht vor dessen Reaktion.

    Unsere Regierenden werden sich glücklich schätzen, wenn sie -nach dem unvermeidlichen Zusammenbruch, der nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint- vom Volk einfach ziehen gelassen werden und irgendwo im Ausland einen ruhigen Neuanfang oder ihren unverdienten Lebensabend verbringen können. Wenn’s schlecht für sie läuft, nehmen sich die Deutschen ein Vorbild in der französischen Revolution. Da wurde kurzer Prozeß gemacht. — Niemand weiß, wie ein Volk reagiert, das durch nahezu gleichgeschaltete Massenmedien dumm gehalten wurde, wenn es plötzlich erfährt, dass die hart erarbeiteten Früchte der Lebensarbeit sich mehr oder weniger in Luft aufgelöst haben? Verschenkt von eitlen, inkompetenten Politikern zur Befriedigung ihrer eigenen Fantasien?

    Es bleibt eine kleine Genugtuung, dass die meisten Architekten der Eurozone (Kohl, Waigel) und ihre Gehilfen (Merkel, Schröder, Eichel, Steinbrück, Steinmeier, Schäuble) das Scheitern ihrer Vision mit ansehen müssen. Einige werden vielleicht ihre Fehler erkennen; ändern können sie sie nicht mehr. Bloß hilft UNS, die wir den Wahnsinn bezahlen werden müssen, das nichts.

    • Ad Rian - 10. Mai 2012

      Was scheitert da eigentlich? Es mag ja sein, dass man da idealistische Vorstellungen hatte. Aber zumindest für Deutschland lief und läuft es hervorragend. Die schuldengetriebene Nachfrage war von Vorteil und die Rechnung zahlen die kleinen Leute. Vor allen die in den Schulderstaaten. Deutschland hat Europa wirtschaftlich in Griff. Und das bleibt auch wenn der Euro geht. Arbeitsplätze werden in Masse außerhalb Deutschlands abgebaut. Langfristig wird so zwar auch nichts gewonnen, aber aktuell…

      • SLE - 10. Mai 2012

        Aktuell! Aber das kann und wird nicht so bleiben. M.E. hat ganz oben schon auf einen Post von Rott&Meyer hingewiesen, der das, was ich angesprochen habe, sehr schön ergänzt:

        http://www.rottmeyer.de/milde-rezession-unsinn/

        Viele Grüße
        SLE

        • Ad Rian - 10. Mai 2012

          Das ist ja klar. Nur was sollte da jetzt passieren bzw. wie will man der Produktivität Herr werden?

        • Andreas Z - 10. Mai 2012

          Gute Ergänzung von Bankhaus Rott. Richtig erkannt: Wir werden in Deutschland die Rezession zu spüren bekommen und unsere Ersparnisse sind zum Teil schon verfrühstückt.
          Auch das eine Bestätigung, dass der EURO-Wahn beendet werden muss.

      • Mark - 10. Mai 2012

        @ Ad Rian

        > Aber zumindest für Deutschland lief und läuft es
        > hervorragend. Die schuldengetriebene Nachfrage
        > war von Vorteil und die Rechnung zahlen die kleinen
        > Leute. Vor allen die in den Schulderstaaten.
        > Deutschland hat Europa wirtschaftlich in Griff.

        “Für Deutschland lief und läuft es gut” – das ist zunächst eine Definitionsfrage. Wen meinen Sie mit “Deutschland”? Meinen Sie diejenigen, die seit über zehn Jahren stagnierende Reallöhne hinnehmen müssen? Meinen Sie diejenigen, die von einem Vollzeitjob nicht leben können und zum Amt rennen müssen, um aufzustocken? Meinen Sie diejenigen, die auf dem Altar der Marktwirtschaft geopfert wurden (z.B. weil Betriebe in das günstigere EU-Ausland verlegt wurden)?

        Eben. Die haben nämlich nicht profitiert.

        Oder meinen Sie diejenigen in Deutschland, die mittelfristig vor dem Scherbenhaufen der Euro-Rettung stehen und zusehen müssen, wie ihre Rente sich in Luft auflöst (z.B. weil das Geld durch Inflation massiv entwertet wird, oder weil Lebensversicherungen kaum eine Rendite erwirtschaften können)? Oder profitieren diejenigen, die bei einer Steuererhöhung zur Kasse gebeten werden – eine Steuererhöhung, die kommen wird, wenn die Rettungspakete bezahlt werden müssen?

        Bitte, erklären Sie’s mir. Wer genau hat da profitiert, und wie?

        Ja, die Unternehmer, speziell die Exportunternehmer, haben in gewisserweise profitiert. Deren Produkte wurden letztlich vom Staat -von uns allen- subventioniert, nur eben ohne großes Trara wie bei der Abwrackprämie, sondern still und heimlich via Target2. Dem Unternehmer ist es doch piepegal, woher die Kohle auf dem Konto kommt; Hauptsache sie ist da. Dass am Ende der Steuerzahler für die ins Ausland gelieferten Waren geradesteht, das interessiert ihn nicht.

        Bitte, erklären Sie mir, was sie genau mit Ihrem Kommentar meinten.

        • Ad Rian - 10. Mai 2012

          Ich will nicht in Abrede stellen, dass man am Anfang Verluste hatte. Aber wie sieht es denn aktuell aus? Wo wird produziert bzw. wer ist das Ziel der Fachkräfte? Das eine nicht unerhebliche Menge von Produktionskapazität mit niedrigen Löhnen bzw. mit stagnierenden Löhnen erkauft wurde ist auch klar.

          Nur was war denn für einen Politiker die Alternative? Zuzusehen wie man an Konkurrenzfähigkeit verliert? Das es letztendlich nicht aufgehen wird ist auch klar. Es wird Ersparnisse und andere Ansprüche kosten. Nur woanders ist die soziale Abrissbirne schon viel weiter. Und das eben zu “unseren” Gunsten.

          Mich beschleicht ein bisschen das Gefühl sie meinen, ich müsste, wegen meiner Darstellung, irgendwie dafür sein. Nein dem ist nicht so. Ganz im Gegenteil. Für dieses System der Zwänge, stimmen immer wieder gerade auch die davon negativ Betroffenen. Diskussionen über Ursachen sind vergebens. Diskussionen über die Faulheit der Griechen dagegen alltäglich.

          Generell vermisse ich auch hier tragfähige Konzepte. Die 1000 Vorschläge derart, den Griechen nun doch endlich zu einer konkurrenzfähigen Wirtschaft zu verhelfen lassen mich ziemlich hoffnungslos zurück. Als wenn das etwas lösen würde :-(((

  • Andreas Z - 10. Mai 2012

    Lieber Stefan L. Eichner,
    hervorragende Analyse und Kommentierung der aktuellen Situation. Danke, richtig beschrieben: Zusätzliche EURO-Mrd. an den Griechischen Staat werden den Griechen nicht helfen. Natürlich werden auch keynesianische Stimulationsprogramme durch den Staat oder die EU nicht helfen, im Gegenteil, dadurch wird nur weiteres Geld verbrannt und die Strukturreformen verzögert.
    Aber was ist die Alternative?
    Seriöse Ökonomen predigen das schon seit geraumer Zeit.
    1. Griechenland muss seine Währungssouveränität zurückerhalten. Dadurch werden viele Branchen wieder wettbewerbsfähig.
    2. Die Sparpolitik muss gestoppt werden, die Anpassungen laufen über den Wechselkurs viel besser und schonender.
    3. Die EU-Staaten müssen über Investitionsprogramme für die Privatwirtschaft Hilfe anbieten. Zentralistisch gesteuerte Förderprogramme laufen jedoch zum großen Teil ins Leere.
    4. Mittlerweile muss man in Teilbereichen auch über humanitäre Hilfsaktionen sprechen.
    5. Natürlich müssen sich die Griechen auch einen staatlich ordnungspolitischen Rahmen schaffen, der die wirtschaftliche Entwicklung fördert. Auch hier kann man Hilfe anbieten. Dieses muss aber Griechenland als souveräner Staat grundsätzlich selber anstoßen…. bitte nicht per verordneter EU-/Troika-Eingriffe. Wir wollen doch ein demokratisches Europa sein.

    Sehen Sie das auch so?

    Gruß
    Andreas Z

    • SLE - 10. Mai 2012

      Man könnte alternativ auch im Euro bleiben – wenn man dafür dann Importzölle (zumindest partiell) und kapitalverkehrskontrolln einführt. Ich habe weiter oben in den Kommentaren bereits auf einen entsprechenden, in meinem eigenen Blog geposteten Aufsatz von Klaus Kastner hingwiesen und auch darauf, dass die Krise m.E. auf drei unterschiedlichen Problemebenen existiert und gelöst werden muss (ziemlich weit oben in den Kommentaren gucken). Und dann geht es auch um die Kernfrage: Was stimmt mit den Märkten nicht und unter welchen Voraussetzungen haben wir solchermaßen “wettbewerbliche” Märkte, die nicht “Raubtierkapitalismus” und zunehmende Spaltung in Arm und Reich zur Folge haben, sondern Chancengleichheit, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung (siehe dazu meinen dreiteiligen Aufsatz “In der Wachstumsfalle – Griechenland & Co.” hier bei Querschuesse in der Rubrik SLE zu finden ).

      Viele Grüße
      SLE

      • Andreas Z - 10. Mai 2012

        Danke für die Antwort!
        Ja, Importzölle und Kapitalverkehrskontrollen führen rechnerisch auch zum Ergebnis. Das ist allerdings der Ansatz eines politisch gesteuerten Schutzgebietes anstelle von Marktmechanismen. Vernachlässigen wir mal die Wohlstandsverluste gem Außenhandelstheorie. Bei diesem Ansatzt wird jedoch ein zentrales Problem nicht behandelt: Das Handeln der Politiker ist wesentliche Ursache der Krise. Wechselkurse, Zinsen und Inflation sind Mittel um Politiker zu disziplinieren.

        • dank - 10. Mai 2012

          Das letzte Jahrzehnt liegt die Schuld beim Markt (Kapital) UND bei der Politik. Beides. 50/50.
          Und der Vorschlag der “Importzölle und Kapitalverkehrskontrollen” führt uns zurück in die 90er des letzten Jahrhunderts – wobei damit das Korsett des Euro weiter auf bspw. Griechenland lasten würde. –> Euroaustritt und dann Importzölle und Kapitalverkehrskontrollen mit Nachversteuerung der Erträge zw. 2000 und 2012 für > 1 Mio. macht Sinn und GR kommt wieder halbwegs auf die Beine – aber nur nach Abschaltung von Problemen,die existieren: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1634150/Die-Griechenland-Luege
          Sehr interessant – wertungsfrei.

          http://stefanleichnersblog.blogspot.de/2012/04/endspiel-um-griechenland.html – hierbei empfehle ich den Blogeintag selbst und auch die Kommentare zum Thema Geldschöpfung von Geschäftsbanken. Nochmals Danke an der Stelle an Georg Trappe und den Blogbetreiber SLE.

        • SLE - 11. Mai 2012

          Hallo Andreas Z,

          nur zwei Anmerkungen zum drüber Nachdenken:

          1. Was taugt die neoklassische Außenhandelstheorie tatsächlich für die Lösung des Problem?

          Wir wissen definitiv, dass das ganze neoklassische Theoriengebäude erhebliche Konstruktionsfehler aufweist. Das ist eine der nicht mehr wegzuwischenden Erkenntnisse aus der zeit nach der Lehman-Pleite, in der alle führenden Ökonomen sprach- und ratlos waren.

          2. Würden Sie denn das, was wir heute auf den Welt- und Finanzmärkten sehen (eingedenk der Dominanz weniger großer Spieler! und ausufernden, übermächtigen Lobbyismus) als “funktioniernde Marktmechanismen” interpretieren?

          Ich denke, die führenden ökonomischen Schulen können uns noch nicht einmal genau erklären, wie Märkte wirklich funktionieren. Das ist ja das Problem und der Grund, warum wir nicht aus der Krise herauskommen!

          Und da ich mich mit Märkten und Wettbewerb theoretisch intensiv auseinandergesetzt habe, versteige ich mich zu der Aussage, dass anzunehmen, es gebe eine Martmechanik, ein Irrtum ist und diese Vorstellung der Realität in keiner Weise gerecht wird.

          Viele Grüße
          SLE

  • R1B - 10. Mai 2012

    Keynes war doch wohl mehr als antizyklische(!) Wirtschaftspolitik und Krisenbewältigung?! Keynes war doch wohl sehr viel umfassender, als kleines Stichwort einmal (weil hier auch die Ungleichgewichte zwischen den Volkswirtschaften angesprochen wurden) Bancor-Plan! Das muß doch bekannt sein!

    • Andreas Z - 10. Mai 2012

      Sicherlich geht Keynes über reine antizyklische Programme hinaus, aber der Bancor-Plan als Ansatz einer weltweiten parallelen Währungsunion hilft hier auch nicht weiter.

      Keynes hat m.E. die politökonomische Aspekte nicht betrachtet. Politiker haben die Tendenz ihren Macht- und Verteilungsspielraum auszuweiten und überschätzen ihre Weißheit in der effizienten Verwendung der Mittel. Konsequenz: man muss den Zugriff der Politik auf die Ressourcen klar begrenzen und auch den Zugriff auf die Notenbank verhindern. Wir erleben gerade, wie der Zentralisierungs- und Verteilungswahn um sich greift und welche Auswirkungen dies hat.

      • R1B - 10. Mai 2012

        Doch, den Bancor-Plan sehe ich durchaus als einen guten Denkansatz im Angesicht der Probleme, denen wir in der Eurozone gegenüberstehen. Er kann heute sicherlich nicht 1:1 umgesetzt werden, aber als Denkansatz kann er allemal dienen!

        Zum Rest des Postings, pardon, aber mit Glaubensfragen beschäftige ich mich nicht!

  • WolfgangR - 10. Mai 2012

    Sehr geehrter Herr Eichner,

    ich wundere mich sehr darüber, dass sowohl in Ihren treffenden Analysen und Schlussfolgerungen, als auch in den anschließenden Kommentaren nirgendwo als Lösungsvorschlag eine Vermögenssteuer oder -abgabe auftaucht.
    Auch wenn ich kein Ökonom bin, so meine ich doch gelernt zu haben, dass sich aus der Makroökonomie ergibt, dass die Leistungsbilanz eines Landes sich aus der Summe der Bilanz des privaten Sektors (Ersparnisse – Investitionen) und des staatlichen Sektors (Steuern – Ausgaben) ergibt. Die Summe der Leistungsbilanzen aller Länder addieren sich zu 0. Da alle Industriestaaten verschuldet sind, bedeutet das zwingend, dass der private Sektor Überschüsse (Vermögen) angesammelt hat. Folglich ist der einzige Weg staatliche Schulden abzubauen, der an die privaten Vermögen heranzugehen. Anders wird es nicht funktionieren.
    In diesem Zusammenhang finde ich es auch nur schwer erträglich immer zu hören “wir” wären verschuldet mit allen sonstigen Begrifflichkeiten wie “Schuldenkrise”, “Schuldemmacherei” und “Schuldenstaaten” wie sie auch in obigen Kommentaren fallen. Die Kehrseite all dieser Begriffe ist die “Vermögenskrise”, und die “Vermögensmacherei”.
    Das dies nicht nur Hirngespinste sind, zeigt auch, dass den staatlichen Schulden in Europa private Vermögen in sogar noch höherem Maße gegenüberstehen. So stehen alleine in Deutschland ca 1.7 Bio. staatlichen Schulden geschätzte Privatvermögen von 4,7 Bio. gegenüber. Angesichts dieser Zahlen muss man sich schon fragen, wer es denn ist, wenn es heißt, dass Deutschland (oder Griechenland) “bis über alle Ohren” verschuldet sei
    Natürlich ist eine Vermögensabgabe nicht der Königsweg für alle Probleme, aber viele Probleme ließen sich damit lösen. Unter anderem auch die extreme Abhängigkeit von politischen Entscheidungen von den “Finanzmärkten” (die z.T. genau die “Vermögenden” repräsentieren, ja ich weiß auch die in diesem Zusammenhang immer wieder genannten armen Renter deren Renten vom Anlageerfolg ihrer Pensionsfonds abhängen).
    Jeder der in diesem Land in den letzten Jahren schon mal eine öffentliche Schule von innen gesehen hat oder über eine holprige Landtsraße gefahren ist, weiß sehr genau, dass der Bedarf an der Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur immens ist. Darüber hinaus gibt es einen riesigen Investitionsbedarf an energetischer Sanierung (z.B. Gebäudedämmung) und Modernisierung (regenerative Strom- und Wärmeerzeugung, Smart Grids, Stromspeicher etc.), so dass ich auch nicht der Meinung bin, dass Wirtschaftswachstum generell nicht mehr machbar sei.
    In diesem Blog wurde auch immer deutlich gemacht, dass es einen klaren Zusammenhang zwischen Reallöhnen und Konsumausgaben gibt. Deswegen halte ich es für wirtschaftlich fatal, bei den Bevölkerungsgruppen zu sparen, die in proportionalem Verhältnis dazu ihre Ausgaben senken.
    Unbestritten ist, dass jedes Land in Europa spezifisch eigene z.T. auch hausgemachte Probleme hat, wie z.B eine ineffiziente Steuerverwaltung oder mangelnde industrielle Basis in Griechenland. Trotzdem glaube ich, dass generell in allen Ländern ein Schlüssel zur Lösung der Probleme im Abbau der privaten Vermögen (und damit dem Abbau der Staatsschulden) liegt.
    Dass die Poltik der letzten Jahre genau den umgekehrten Weg gegangen ist (Steuersenkungen, extreme steuerliche Bevorteilung von Kapitaleinkünften gegenüber sonstigen Einkommensarten) hat mit zu dem Desaster geführt. Dass aber diese Poltitik trotz der verheerenden Ergebnisse immer noch weiter propagiert wird, ist alleine mit Dummheit und Ignoranz nicht mehr zu erklären.
    Deshalb muss man sich wirklich ernsthaft die Frage stellen, ob von den derzeit in Europa poltisch Verantwortlichen überhaupt ein Interesse an der Lösung der Probleme besteht oder ob man nicht die Krise derart instrumentalisiert genau die Politik zu verfestigen und den “Marktkräften” zum endgültigen Erfolg zu verhelfen.
    Die Frage “Cui bono” wird leider viel zu selten gestellt.

    • SLE - 10. Mai 2012

      Hallo WolfgangR,

      vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Ich stimme im Wesentlichen mit Ihnen überein. Ich bin nicht gegen die Besetuerung von Vermögen, möchte ich vorab festhalten und ja, auch ich halte Wachstum für möglich.

      Die Frage, wie weit man mit einer Besteuerung die der Krise und der immer weiter auseinanderklaffenden Einkommens- und Vermögensschere zugrundeliegenden Ursachen zu packen bekommt, habe ich vor einigen Wochen einmal mit jemanden ausführlich durchdiskutiert. Wir sind damals beide zu der Einschätzung gekommen, dass sie schon wirken würde. Allerdings, und auch darin waren wir uns einig, ist es quasi eine End-of-the-pipe-Lösung. Das heißt, sie ändert nichts an den bedingt durch Konzentrationsprozesse in der Wirtschaft entstandenen Möglichkeiten für wenige, in enormen Ausmaß Vermögen zu generieren. In einer Weltwirtschaft, in der bedingt durch weitgehend oligopolistische Strukturen Preise mehr und mehr monopolistische Preise sind und Gewinne kanalisiert werden – hin zu einer immer kleiner weden Gruppe von “ewigen” Gewinnern -, würden das, was aufgrund von Besteuerung umverteilt werden kann, letztlich doch wieder genau bei dieser kleinen Gruppe landen.

      Für eine nachhaltige Lösung werden sie an den der Einkommens- und Vermögenskonzentration zugrundeliegenden Strukturen etwas ändern müssen. Und das ist auch zunindest EINE wesentliche Voraussetzung dafür, das wirtschaftlich schwache Staaten wie griechenland eine Chance haben, (international) wettbewerbsfähig zu werden.

      Zum Thema möchte ich Ihnen gerne auch meinen Aufsatz “Im Spiegel der Armut” empfehlen ( https://www.querschuesse.de/im-spiegel-der-armut-aktienhausse-einkommenskonzentration-und-oligopole-das-beispiel-usa/), in dem ich den Zusammenhang Konzentration, Schere zwischen Arm und Reich sowie systemische Instabilität und Crashs beleuchtet habe.

      Was das Thema “Wachstum” angeht, das Sie ja explizit angesprochen haben, so möchte ich darauf hinweisen, dass ich dieses Thema hier vor kurzem in einem dreiteiligen Aufsatz mit dem Titel “In der Wachstumsfalle – Griechenland & Co” abgehandelt habe – hier der Link zum ersten Teil: https://www.querschuesse.de/in-der-wachstumsfalle-griechenland-co-teil-1-wachstum-und-entwicklung/

      Und last but not least ist in diesem Zusammenhang auch der folgende Aufsatz, in dem Schutzzölle und Kapitalverkehrskontrollen als Alternative zur Austeritätspolitik UND zum Euro-Austritt behandelt werden, vielleicht noch für Sie interssant: http://stefanleichnersblog.blogspot.de/2012/04/endspiel-um-griechenland.html

      Das ist eine Menge Lesestoff, das gebe ich zu. Aber moniert, es würde von mir immer gesagt was nicht funktioniere, aber nicht, wie man es anders machen kann, der wird sich die Mühe wohl machen müssen. Anders geht es nicht. ich kann ja nicht jedem einzelnen immer wieder alles, was ich zum Thema zu sagen weiß, neu erzählen.

      Das ist jetzt keine auf Sie gemünzte Kritik. ich nutze einfach nur einmal die Gelegenheit, es für alle einmal zu sagen.

      Viele Grüße
      SLE

      • dank - 10. Mai 2012

        Hallo SLE,
        ja Wachstum ist möglich – immer – aber nur wenn der Faktor Innovation, Entwicklung und Automation ausgeschöpft wird. Und selbst dann ist nach jeder Stufe eine weitere möglich.
        Nachteil ist hier nur, das der Faktor Mensch (NeoLib-Unwort: Humankapital) dabei immer
        weniger oder kaum eine Rolle spielen wird – bzw. hier nur die Spezialisten: Planer & Entwickler.
        Wachstum global schließt sich aber in der Entwicklung in sich selbst aus, oder werden wir
        die vierte Dimension erobern? 😉
        ~ Wachstum := immer (sprich unendlich) – Humankapital/Wachstumssteigerung
        Nicht meine Formel – aber so sehens die NeoLibs.
        Grüße&
        dank

    • lottchen - 11. Mai 2012

      Die Vermögenssteuer ist so ein typisches Beispiel für eine Maßnahme, die ich im Prinzip richtig finde, solange ich nicht anfange, darüber nachzudenken, wie es mit der Umsetzung aussieht. In Deutschland wurde sie vom BVerfG 1999 wegen der Einheitswert-Besteuerung kassiert. Dies war nur die Spitze des Eisbergs. Die Bewertungsfrage von hochwertigen Konsumgütern (Yachten, Schmuck, Alte Meister, Luxusautomobile, und so weiter und so fort) ist ein enormes Umsetzungsproblem und ausgesprochen klageträchtig. Dann kommt die Frage nach Unternehmensvermögen. Soll Unternehmensvermögen auch besteuert werden? Wenn ja, welches? Was ist mit Sachanlagevermögen wie Produktionsmaschinen in Millionen- und Milliardenwerten, was ist mit Umlaufvermögen? Wenn nein, wie sollen bei Personengesellschaften Betriebsvermögen und Privatvermögen getrennt werden? Die Liste der möglichen Streit- und Klagepunkte ist schier endlos. Vor allem ist die Vermögenssteuer eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Finanzbeamte, Steuerberater, Rechtsanwälte und Richter.
      Die FAZ hatte neulich einen Artikel dazu und bemerkte, Steinbrück sei nur solange für die Vermögenssteuer, wie er nicht Finanzminister ist.
      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/vermoegenssteuer-der-steuer-zombie-11336638.html