Europäische Bankenaufsicht: mit Mario Draghi und Banken am runden G30-Tisch?

von am 31. Juli 2012 in Allgemein

Die EZB muss bis Ende Oktober Fragen beantworten, die der Europäische Bürgerbeauftragte Nikiforos Diamandouros formuliert hat um zu klären, ob ihr Präsident Mario Draghi durch die Mitgliedschaft in der „Group of Thirty“ einem Interessenkonflikt unterliegt. Er geht damit einer Beschwerde der Anti-Lobby-Gruppe „Corporate Europe Observatory“ nach. (1)

Welche Funktion hat der Europäische Bürgerbeauftragte und wer oder was ist die „Group of Thirty“?

Was der Europäische Bürgerbeauftragte tut, ist schnell erklärt. Er untersucht Beschwerden von EU-Bürgern, Unternehmen und Organisationen in Fällen, in denen Organe, Einrichtungen und sonstige Stellen der EU nicht vorschriftsmäßig handeln, die Grundsätze einer ordentlichen Verwaltungspraxis missachten oder gegen die Menschenrechte verstoßen und trägt damit zur Aufdeckung von Missständen bei. Er kann vermittelnd tätig werden, um eine gütliche Einigung zu erreichen und Empfehlungen zur Lösung des Problems aussprechen. Wird seine Empfehlung von der entsprechenden Stelle abgelehnt, kann er dem Europäischen Parlament einen Sonderbericht vorlegen, damit dieses die erforderlichen politischen Maßnahmen ergreift. (2)

Die „Group of Thirty“ (G30) wurde 1978 auf Anregung der Rockefeller Foundation gegründet. Es ist ein privates, internationales Gremium mit Sitz in Washington, das sich aus führenden Personen aus dem privaten und öffentlichen Sektor des Finanzwesens und der Wissenschaft zusammensetzt, sich regelmäßig trifft und das Ziel verfolgt, das Verständnis internationaler wirtschaftlicher und finanzieller Fragen zu vertiefen, Auswirkungen privatwirtschaftlicher und politischer Entscheidungen zu untersuchen und Handlungsoptionen von Marktteilnehmern und Politik zu erörtern. Die Gruppe nimmt für sich in Anspruch, die gegenwärtige und künftige Struktur des globalen Finanzsystems durch unmittelbar an die Entscheidungsträger in Politik und Praxis gerichtete, umsetzbare Empfehlungen zu beeinflussen. Finanziert wird es von Stiftungen, Banken, Unternehmen, Zentralbanken, Fonds sowie Privatpersonen. (3) (4)

Mitglieder sind aktuell unter anderen: (5)

Paul A. Volcker – Chairman Emeritus, Group of Thirty; Former Chairman, Federal Reserve System

Jacob A. Frenkel – Chairman of the Board of Trustees, Group of Thirty; Chairman, JPMorgan Chase International

Jean-Claude Trichet – Chairman, Group of Thirty; Former President, ECB; Honorary Governor, Banque de France

E. Gerald Corrigan – Managing Director, Goldman Sachs Group, Inc.; Former President, Federal Reserve Bank of New York

Guillermo de la Dehesa Romero – Director, Grupo Santander; Former Deputy Director, Banco de Espana

Mario Draghi – President, European Central Bank; Former Governor, Banca d’Italia; Former Chairman, FSB

William C. Dudley – President, Federal Reserve Bank of New York; Former Partner and Managing Director, Goldman Sachs

Martin Feldstein – Professor of Economics, Harvard University; President Emeritus, National Bureau of Economic Research

Roger W. Ferguson, Jr. – President and CEO, TIAA-CREF; Former Chairman, Swiss Re America Holding Corporation

Gerd Häusler – CEO, Bayerisch Landesbank; Former Managing Director and Member of the Advisory Board, Lazard and Company

Philipp Hildebrand – Senior Visiting Fellow, Blavatnik School of Government, Oxford University; Former Chairman of the Governing Board, SNB

Mervyn King – Governor, Bank of England; Former Professor, London School of Economics; Fellow, The British Academy

Paul Krugman – Professor of Economics, Princeton University; Former Member, Council of Economic Advisors

Guillermo Ortiz – President and Chairman, Grupo Financiero Banorte; Former Governor, Banco de Mexico; Chairman of the Board, Bank for International Settlements

Kenneth Rogoff – Professor of Public Policy and Economics; Harvard; Former Chief Economist, International Monetary Fund

Lawrence Summers – Charles W. Eliot University Professor at Harvard University; Former Director, National Economic Council; Former President, Harvard University; Former US Treasury Secretary

Lord Adair Turner – Chairman, Financial Services Authority; Member of the House of Lords, United Kingdom

David Walker – Senior Advisor, Morgan Stanley International, Inc.; Former Chairman, Securities and Investments Board

Axel A. Weber – Chairman, UBS; Former Visiting Professor of Economics, Chicago Booth School of Business

Yutaka Yamaguchi – Former Deputy Governor, Bank of Japan; Former Chairman, Euro Currency Standing Commission

Zhou Xiaochuan – Governor, People’s Bank of China; Former President, Chinese Construction Bank; Former Asst. Minister of Trade

Die Beschwerde gegen Draghis Mitgliedschaft in der „Group of Thirty“ begründet die Anti-Lobby-Gruppe „Corporate Europe Observatory“ wie folgt: Zwar seien keine Einzelheiten zur Rolle Draghis bekannt, weil das Gremium unter Ausschluss der Öffentlichkeit tage. Doch stelle schon die Teilnahme einen Interessenkonflikt dar. Der Beschwerdeführer Kenneth Haar erklärte ergänzend: „Wir fürchten, dass Draghi als Mitglied der Group of Thirty seine Ansichten mit großen Investmentbanken abstimmt“. Zudem spiele die EZB auch bei der Regulierung der Banken eine Rolle. (6)

Die Angelegenheit ist gleich in mehrfacher Hinsicht brisant.

Einmal befindet sich die Euro-Krise erneut in einer kritischen Phase, was dann ja auch Draghi erst jüngst dazu veranlasste öffentlich zu versichern, die EZB würde im Rahmen ihres Mandats alles tun, um den Euro zu erhalten. Die Märkte interpretierten das als Ankündigung einer neuen Runde des Ankaufs von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt und nun wird erwartet, dass auch Taten folgen. Unglücklicherweise hat er damit aber auch einen neuen heftigen politischen Streit über die Rolle der EZB in der Euro-Krise entfacht. Ein deutscher Politiker ging so weit, Draghis Äußerungen als Beitrag zur wachsenden Verunsicherung der Märkte zu werten und folgerte: “Wenn das so weitergeht, wäre Draghi natürlich eine Fehlbesetzung bei der EZB.” (7)

Das alles vereinfacht Draghis Situation nicht. Denn in jedem Fall entsteht durch den neuerlichen Streit der Eindruck eines EZB-Präsidenten, der in der Politik europaweit keinen uneingeschränkten Rückhalt hat. Jetzt kommen zu den Zweifeln am Kurs des EZB-Präsidenten auch noch Zweifel an seiner Unabhängigkeit hinzu.

Egal was die EZB jetzt tut, es wird im Lichte des Streits über die Rolle der EZB, des EZB-Präsidenten und der Beschwerde sowie der damit verbundenen Untersuchung gesehen werden.

Ganz besonders schwer dürfte diese Angelegenheit aber auch die Diskussion über die neue Rolle der EZB im Rahmen der angestrebten Bankenunion belasten. Alle Politiker haben bisher angesichts des unerwartet starken Widerstands gegen die Bankenunion und vor allem gegen direkte Hilfen an Banken aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) nachdrücklich betont, dass letzteres erst dann geschehen könne, wenn eine einheitliche europäische Bankenaufsicht mit klaren, weitreichenden Befugnissen geschaffen worden sei. Und diese Rolle sollte die EZB übernehmen – gerade weil sie vertraglich abgesicherte Unabhängigkeit von der Politik genießt.

Wie aber steht es mit der Unabhängigkeit, wenn an der Spitze der EZB ein Mann steht, der zugleich mit Investment- und Geschäftsbankern an einem Tisch sitzt, um Empfehlungen auszuarbeiten, die die gegenwärtige und künftige Struktur des globalen Finanzsystems betreffen? Und was bedeutet das für die Bankenunion und den ESM?

Die Verkettung der Ereignisse hätte für den EZB-Präsidenten nicht unglücklicher sein können. Wenn es das Ziel Draghis und der Euro-Retter war, die Finanzmärkte zu beruhigen und die Euro-Krise zu entschärfen, dann ist das jedenfalls gründlich danebengegangen.

Sehr wahrscheinlich haben viele bis heute noch nie etwas vom Europäischen Bürgerbeauftragten gehört. Das dürfte sich geändert haben.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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69 KommentareKommentieren

  • wolfi - 31. Juli 2012

    noch interessanter ist die Connection, dass Draghi’s SOHN
    managing director fuer Interest-rate-Swaps bei morgans stanley ist.
    …kam auf zerohedge.com – die hatten da das linkedin-Profil vom Sohn 🙂

    ist schon fast so lustig wie die zwei Proglio Zwillinge aus Frankreich.

  • dank - 31. Juli 2012

    Wird eine interessante Geschichte, wenn die Medien dran bleiben. War auf keinen Fall traurig als es über den Äther ging, dass SuperMario nun endlich offiziell in ein neues Rampenlicht getaucht wird.

    Und plötzlich sind alle entsetzt UND “überrascht”:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rettungsfonds-esm-soll-banklizenz-bekommen-a-847283.html
    http://www.welt.de/wirtschaft/article108421052/Euro-Laender-wollen-Rettungsschirm-ohne-Limit.html
    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/esm-zahlungen-statt-sozialleistungen-euro-rettung-gegen-den-willen-des-parlaments_aid_790593.html

    http://www.derwesten.de/politik/deutschlands-risiken-noch-hoeher-als-gedacht-id6933918.html
    Anforderungsmöglichkeit des Expertise des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags vom 24. Juli unter: https://fragdenstaat.de/

    Wie lange wird das nun im Web schon diskutiert? 6 o. 7 Monate?
    Ist es Dummheit der MSMedien?
    Oder Berechnung, zum immer näher rückenden Statement des BVerfG am 12. Sept. nun immer mehr der längst bekannten Fakten publik zu machen, um sich danach was an den Hut u stecken?
    Erste entsetzte Gesichter von Bundestagsabgeordneten werden erwartet…”Also, das ist ja …” “Wie kann denn…?!” “Wir konnten ja nicht…”

    Gemischt mit den Vorwürfen an Mario, bietet sich nun der Politik eine Chance – wird sie ergriffen werden?

    • lottchen - 31. Juli 2012

      Die Banklizenz, damals für den EFSF, hat Geithner letzten Herbst (ca. Oktober/November) ins Gespräch gebracht. Übrigens durchaus über die bösen und unfähigen Mainstream-Medien. Handelsblatt und FTD hatten sehr detaillietrte Artikel über die Hebelungsvarianten.

      • dank - 31. Juli 2012

        Mag sein. Spielte eher um die unendliche Haftung an und den famosen Inhalt des ESM-Pamphlets.
        Bankenlizenz? Mhmm, hat sowas mittlerweile nicht jede größere Firma aka Globalplayer? Selbst ebay beschafft sich eben schon sowas; falls die es nich mittlerweile durch haben…
        Handelsblatt und FTD würd ich noch nicht ganz den Mains zuordnen, Lieschen Müller bekommt Hautausschlag von deren Inhalt, zu sehr Sparte. Und klar wollten die das schon dem EFSF zuschachern; jeder sollte eine eigene Bank haben. 🙂

        • lottchen - 31. Juli 2012

          Die unendliche Haftung ergibt sich direkt aus der Banklizenz. Ohne Banklizenz keine unbegrenzte Haftung. Ich wüsste nicht, wie unbegrenzte Haftung gehen soll, ohne dass man an die EZB angekoppelt ist.

          • dank - 31. Juli 2012

            Die unendliche Haftung ergibt sich aus der Möglichkeit des ESM JEDERZEIT eine UNBEGRENZTE Menge von den Geberländern zu fordern. Zahlbar innerhalb 7 Tagen. Wer braucht da eine Bank?

          • timon - 1. August 2012

            Die Banklizenz macht doch erst den Hebel. Die theoretisch unbegrenzte Nachforderungmöglichkeit bei den Mitgliedsstaaten ist selbstverständlich faktisch begrenzt durch die finanzielle Belastbarkeit dieser Staaten. Aber als Sicherheit hinterlegt bei der EZB können da ganz erkleckliche Sümmchen als Kredit darauf ausgegeben werden.

          • dank - 31. Juli 2012

            Es braucht keine Bankenlizenz – eine Anforderung neuen Geldes von den Zahler-Ländern reicht; 7 Tage Frist und gut. Für was einen Bank? Das reicht als “unendliche” Haftung…

            Das Aufregende ist, auch wenn wiederholt, nicht die Bankenlizenz. Der Michel weiß nicht, was das heißt und das wird auch dabei bleiben. Was es heißt, nochmals Geld nachschießen zu müssen, das weiß er.

          • lottchen - 31. Juli 2012

            Es gibt keine unbegrenzte Haftung, Nachschusspflicht hin oder her. Das hat eine ganz einfache Grenze, die darin besteht, dass im Unterschied zur EZB ein Staat Bankrott gehen kann. Unbegrenzte Haftung gibt es nur, in dem der ESM an die EZB gekoppelt wird.

          • lottchen - 31. Juli 2012

            Was die Behauptung der unbegrenzten Nachschusspficht angeht: Ich bin keine Juristin. Ich habe, da ich nicht nur Beiträge der einen Seite, inzwischen eine ziemliche Spannweite von Lesarten gesehen. Ich weiß, wo meine fachlichen Grenzen sind, und diesen Punkt kann ich einfach nicht beurteilen und muss dies daher den Richtern überlassen.

  • Elke Müller - 31. Juli 2012

    Da die Schweiz bereits zum größten Inhaber deutscher Staatsanleihen geworden ist, würde sich ein Austritt Deutschlands aus dem Euro und eine deutsch-schweizerische Währungsunion anbieten. Wie denken Sie darüber?

    • ergo sum - 31. Juli 2012

      Nach dieser Logik sollten die USA und China eine Währungsunion bilden.

  • Roland - 31. Juli 2012

    Und sein Landsmann, der italienische Regierungschef Monti ist ehemaliger Goldmann-Sachs-Partner und im Vorstand der Bilderberger.
    Eine moderne Mafia.

  • HansB - 31. Juli 2012

    Wer da noch an Zufall glaubt oder an ein ernstliches Bemühen unserer Regierungspolitiker, sich bietende Chancen zu ergreifen, um wenigstens gelegentlich einmal etwas außer Almosen zur Entlastung der Nettosteuerzahler zu tun, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Hier vertrete ich voll und ganz die Auffassung eines Kommentators aus dem letzten SLE-Beitrag:

    Es läuft alles nach Plan……

    • JL - 31. Juli 2012

      Sehr geehrter HansB,

      natürlich ist dies “Zufall”, Siehe Link zum ESM- Vertrag: http://www.politaia.org/finanzterror/wurde-der-esm-vertrag-von-einer-us-anwaltskanzlei-erstellt/

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

      • HansB - 31. Juli 2012

        Nun gut, sehr geehrter JL, wenn man Zufall so definiert, daß Zufall das ist, was einem zufällt oder auch zugefällt wird, dann kann der Zufall selbstverständlich auch Bestandteil eines Planes sein, was wiederum bedeuten würde, daß letztlich alles Zufall ist, oder zumindest sein könnte…!?!?

        Diese verflixte Mehrdeutigkeit der Sprache…..

        • JL - 31. Juli 2012

          Sehr geehrter HansB,

          Ja, diese sprachlichen Interpretationsmöglichkeiten…

          Da hat es der Volksmund schon leichter, wenn dieser sagt: „Geld regiert die Welt“- und bringt es wohl somit auf den zentralen Punkt.

          Dies ist dies kein Zufall, da haben Sie natürlich Recht.

          Wer hat das meiste Geld und wer könnte am meisten davon verlieren, wenn Schulden uneinbringlich werden? Banken, oder?

          Geldverlust bedeutet Machtverlust. Kein Politiker oder Banker wird dies hinnehmen wollen. Ergo wird man sich politisch- oder geldpolitisch- so positionieren (direkt/ indirekt) das ein Machtverlust möglichst ausgeschlossen werden kann. Das Geld wird also durch seine “Vertreter” notfalls „eingetrieben“. Ob durch Steuererhöhungen jedweder Art, oder durch Verkauf des staatlichen „Tafelsilbers“ ist dabei zweitrangig. Oder aber, die Kredittilgung, unabhängig vom Kreditnehmer, wird festgeschrieben- auch bei bisher haftungsfreien Dritten- weil der eigentliche Kreditnehmer pleite ist und dies „Hausintern“ bereits klar ist. Das nennt sich dann ESM. Dieser ESM muß natürlich mit einem Vertragswerk ausgestattet werden- das unter anderen angelsächsischen Gläubigern entgegenkommt.

          Passend zum Artikel von Stefan L. Eichner (herzlichen Dank hierfür) hat man diesen Bedarf an „Positionierung“ wohl seit geraumer Zeit vorab schon erkannt und wird entsprechend Erfordernis wohl auch durchgeführt (Monti, Draghi). Auch wissend, daß ein Geldkollaps, auf Grund des Zinses- Zins- Effektes, unausweichlich ist.

          Man Wappnet sich scheinbar schon für die „Zeit danach“.

          Die Liste von SLE verdeutlicht wohl auch die „Gewichtung“ der marktbeherrschenden „Akteure“, der angelsächsische Raum dominiert hier schon rein augenscheinlich.

          Mit freundlichen Grüßen

          JL

    • lottchen - 31. Juli 2012

      Mir ist schlicht unbegreiflich, wie irgendwer angesichts dieses konfusen, kopflosen und selbst zur minimalsten Abstimmung öffentlicher Verlautbarungen unfähigen Hühnerhaufens noch an einen “Plan” glauben kann.

      • dank - 31. Juli 2012

        Kommt immer darauf an, welchen Hühnerhaufen jemand im Auge hat.
        Bislang haben genügend mit dem ganzen Schlamassel einen guten Schnitt gemacht.
        Und Mr. Schäuble vergisst nie zu betonen, wie wenig Ahnung alle anderen haben, von dem was wirklich vor sich geht.
        Egal ob politische Union (erst wenn gar nichts mehr geht, kann diese den Eurolandpeople aufgezwungen werden)
        oder Wirtschaftsfragen,
        Wolfgang der allstudierte, kanns Dir sagen.
        Aus genügend weiter Entfernung bekommt auch das Chaos wieder einen Sinn.
        (Die kleinen Handheber der Parlamente sind da dem Souverän zuzurechnen – bis kurz vor knapp)
        Politik war und ist immer nur ein großes Wirtschaftsspiel um Einfluss, Geld, Ressourcen und Informationen.
        Mit zwei Unterschieden: Now planin global. Und: Die Häuptlinge werden sich hüten mit dem Fußvolk zu reiten…

        • lottchen - 31. Juli 2012

          Wenn es irgendeinen “Plan” gäbe, hätte man das längst wesentlich einfacher und mit viel weniger Aufhebens und Geschrei haben können. So lethargisch wie die überwiegende Mehrheit ist, hat man durch das ganze Krisengezerre und -getöse überhaupt erst eine nennenswerte Zahl aufgeschreckt.

          Besonders lustig finde ich die Idee, dass Axel Weber und Paul Krugman in einem Boot sitzen und gemeinsame Sache machen sollen.

          Ich weiß ja nicht, wieviel der eine oder andere hier schonmal selber mit Politik aktiv zu tun hatten. Aber dass man sich mit Leuten, die im selben Fachgebiet arbeiten, regelmäßig trifft, ist eigentlich überall an der Tagesordnung. Pläne für eine gemeinsame Weltregierung werden da selten gemacht. Eher das Gegenteil. 😉

          • dank - 31. Juli 2012

            Und selbst wenn vor den Augen aller bei Zinsen, Bonds, Gold, Rohstoffe und Lebensgrundlagen vieler von wenigen manipuliert, umverteilt, zerstört werden, Pakte geschlossen und Geheimtreffen stattfinden, wenn ganze Völker geopfert und Menschen zwangsvertrieben werden, da es in der Heimat nicht mehr lebenswert ist, gibt es immer welche, die es schön reden? Alles nur ein großer Zufall oder herrscht Wirtschaftskrieg? Falls doch wird es wohl verschiedene Parteien geben, die hier gegeneinander spielen (müss[t]en)… Wir werden sehen.
            Jeder von uns befindet sich ständig in Interessenskonflikten – wenn er es sehen will. Nur das der kleine Mann dann all zu oft ein schlechtes Gewissen bekommt…

            Ein Heiligsprechungsantrag für die oberen 10000 wurde eben an den Papst geschickt und wird postwendend erfolgen.

          • lottchen - 31. Juli 2012

            > Falls doch wird es wohl verschiedene Parteien geben, die hier gegeneinander spielen (müss[t]en)…

            Bingo. Der Kandidat hat 100 Punkte! Meiner Ansicht nach ist das Leben etwas komplizierter, als dass alles von ein paar bösen Sith-Lords gesteuert wird. Auch wenn diese Vorstellung nicht ganz so aufregend ist ,und man nicht in seiner Fantasie nicht so gut mit dem Plastik-Lichtschwert herumfuchteln kann.

      • HansB - 31. Juli 2012

        Man muß gar nicht an einen Plan “glauben”, einfaches Lesen reicht. Lissabon-Vertrag und Europäischer Stabilitätsmechanismus z.B. liegen für jeden einsehbar offen auf dem Tisch, ganz zu schweigen von ungezählten EU-Verordnungen.

        • lottchen - 31. Juli 2012

          Ich dachte es mir schon, wer nicht an die Weltverschwörung glaubt, kann nicht lesen.

          Wenn ich den Eindruck hätte, es gäbe einen Plan, dann wäre mir wohler, als mir mit dieser Chaotentruppe ist.

          • HansB - 31. Juli 2012

            Ich weise insbesondere die Forenadministration ausdrücklich darauf hin, daß ich den Ausdruck “Weltverschwörung” in meinen Beiträgen weder verwendet habe, noch daß ich die Existenz einer “Weltverschwörung” für möglich halte. Im Gegenteil, ich behaupte sogar, daß es eine “Weltverschwörung” aufgrund unterschiedlich verteilter Informationen (Informationsasymmetrie) sowie unterschiedlicher Interessen (Moral Hazard) gar nicht geben kann.

            Wer mehr darüber wissen möchte, was es mit diesen beiden Begriffen Informationsasymmetrie und Moral Hazard auf sich hat, den bitte ich, sich über die Suchmaschine seiner Wahl weitere Informationen dazu zu beschaffen.

            Danke.

            HansB

          • lottchen - 1. August 2012

            Oh, da rennen Sie bei mir offene Türen ein. Ich habe hier schon mehr als einmal geschrieben, dass mit Gefangenendilematta, Principal Agent-Ansätzen und Moral Hazard ein Großteil der Krisenprobleme ganz ohne Geheimbruderschaften erklärbar sind.

            Da habe ich dann wohl versehentlich einen Gleichgesinnten erwischt. Tut mir leid, aber das kommt vor, wenn man den Eindruck gewinnt, dass der ganze Blog langsam fest in der Hand von VT’lern ist.

  • Knut34 - 31. Juli 2012

    Endlich wendet sich das Blatt. Wer seinen Protest zeigen will besorgt sich den “Euro? Nein Danke! Aufkleber. Quellen findet man mit google oder direkt in der Bucht

  • Heiner Hannappel - 31. Juli 2012

    Eine extrem ernsthafte medizinische Analyse der Eurolandleiden:-)

    Eine notgedrungen kritische Betrachtung des Eurolandgemeinschaftsklinikums Brüssel /Frankfurt.
    Diagnose: Chronische Souveränitis die in Verbindung mit der Ackermanitis, welche in Verbindung mit dem Virus-Gierus heftige allergische Entzündung Schübe auslöst, so schließlich zum fatalen Multiorganversagen führt.

    Das Euro Kind, man muss es einfach mal beim Namen nennen, wurde nicht in Liebe, sondern im Reagenzglas gezeugt, dumm nur, dieses war nicht steril, weil die Erzeuger sich nicht gänzlich die Keime von Gestern und Vorgestern von den Händen wuschen.Eigentlich war das Kind nicht nötig, gänzlich überflüssig, da jedes Familienmitglied in Europa sein eigenes Kind von Herzen liebte.Warum sollte man noch eines unter Zwang adoptieren, dass obendrein allen gehören sollte, dass Eigene sogar abschaffen? Jeder bei seinem Werdegang dreinreden konnte.Wer bezahlte denn später die eingeworfenen Scheiben, die Streiche welche das Kind ausheckt? (heute wissen wir es.) Bei der Geburt des Kindes Euro, über dessen Namen stritt man sich auch lange genug, hatten die begleitenden Geburtshelfer, die Professoren für Allgemeines und Irritationen Dr. Kohl und Dr.Mitterand schon unterschiedliche Meinungen, wie der Lebensweg des kleinen Euros denn auszusehen hätte. Doch wurden alle Wünsche des besorgten Geburtshelfers Dr.Kohl von seinem OP Partner Dr. Mitterand verwässert und so mündete der Streit über den Text der Geburtsurkunde von Maastricht in einer Vereinbarung, dass keiner die eingeworfenen Scheiben von klein Euro, wie auch die Folgen seiner Ungezogenheiten, Krankheitskosten, nachfolgend Unterhaltskosten bezahlen darf (!), darauf legte Professor Dr. Kohl großen Wert und beauftragte seinen Sanitätsrat Dr.Horst Köhler mit der Umsetzung dieser Flausen, Entschuldigung, no Bail Out Klausel.Später trat dieser, weil er diese, für Dr.Mitterand wie Nachfolger ungenießbaren Klauseln unverständlicherweise selbst quer verschluckt hatte wegen Unpässlichkeiten vom Amt des Lerninstituts in Berlin als Präsident zurück!
    Dr. Mitterand´s späterer Nachfolger im OP, der eher in der Psychosomatischen Schmerztherapie angesiedelte Dr Sarkozy, welcher der Vorsitzenden Dr. Merkel der Deutschland AG, die zu 27% am Klinikum beteiligt ist, auf Spaziergängen an Badestränden gerne auf die Pelle rückt, brachte diese dazu, dem ehemaligen Sanitätsrad Köhler diese Klausel Kröte zum Verzehr vorzulegen, scheußlich! Aber Dr. Merkel, medizinisch unbedarft, trotzdem mit Dr. Sarkozy im Op stehend, ist sich für nichts zu schade, Hauptsache, sie hat ein Skalpell in der Hand, sei es auch nur als Droheffekt.Mir würde das schon reichen! Steht’s wechselnd Mitglieder des OP Teams tragen leider nicht zu besseren Op Methoden bei, wie an Dr. Hollande zu sehen, da die Erfahrung, am OP Tisch zu stehen, medizinische Unkenntnis nicht ausgleichen kann!
    Doch, wie schon erwähnt, bei seiner, des Euros Zeugung war das Reagenzglas nicht steril. Aus der Souveränitis entwickelten sich unbekannte, hoch entzündlichen Krankheiten, an denen sich nun zu viele Bewohner des Eurolandes angesteckt haben. Zu viele fordern nun Einlass in die bequemen Behandlungsstationen der Brüsseler / Frankfurter Eurolandklinik, in welcher es von Fachleuten nur so wimmelt, meinte man. Heute wissen wir´s besser!
    Euroland ist von mehreren resistenten Keimen befallen die da heißen: Egoismus-Pilz, Souveränitis, Spaltpilz, Verschuldungskeime in Kombination mit Vertragsdurchfall, dadurch Kräfteverfall inklusive siechendem Imunitätssystem.Die gängige Behandlung,…..streng vorgegebenes Fasten um wieder zu Kräften zu kommen!
    Und wie in einem einmal so heimgesuchten Krankenhaus so nun die Brüsseler/Frankfurter Gemeinschaftsklinik erkrankt ein Patient nach dem anderen an diesen mittlerweile resistenten Krankheitskeimen!
    Ratlos hasten Ärzte und Pflegekräfte von einem Zimmer zum anderen, ohne die Ursachen in den Griff zu bekommen, weil sie die Grundregeln im Gemeinschafts Eurozonenkrankenhaus Brüssel / Frankfurt missachtet haben, nämlich erstens die Hygiene, zweitens, den Patienten die Behandlungskosten, Therapie wie Medikation nicht bestimmen zu lassen.!Das hilfreiche, aber lästige Hygienehandbuch, auch in Maastricht geschrieben, verstaubt in den Sprechzimmernregalen der Eurooperateure, leider! Ignorant wurden Patienten aufgenommen, welche vorher doch zuerst einmal unter Quarantäne gestellt werden mussten.Nicht nötig. Stattdessen pumpte man diese mit Euroantibiotika so voll, dass auch bei den neu hinzugekommenen Patienten diese Spritzen nun wirkungslos sind. Ein Patient nach dem anderen liegt schwerst erkrankt im Zimmer, später auf der Intensivstation, dann wieder im Zimmer, ohne die für ihn die richtige OP angeordnet, geschweige vorbereitet, ausgeführt zu haben. So wurde bislang auch kein Patient wirklich gesund und landet konsequent immer wieder zwecks Notoperation im Brüsseler /Frankfurter Klinikum im OP Zimmer der personifizierten wie institutionellen Ratlosigkeit!
    Hilflos kreisen dort die potenziellen Operateure um den OP Tisch, beschimpfen sich gegenseitig der Unfähigkeit, treten sich hinterhältig unter dem OP Tisch gegen´s Schienbein und schlagen denen, welche zu einem befreienden Schnitt ausholen wollen, ständig das Skalpell aus der Hand und reklamieren jeweils für sich ohne qualifizierte Ausbildung die Heilungskompetenz. Selbstverständlich werden Meinungen wie Ratschläge anderer, für diese Aufgaben prädestinierte Koryphäen in den Wind geschlagen, man hat ja seinen guten fachlichen Ruf zu verlieren. Anschließend, ohne OP wird der Patient wieder aus dem OP auf Station gebracht, bleibt ansteckend und bekommt nun eine andere Therapie, eine permanente Euroblutinfusion, denn alle haben seit 2001 die gleiche Blutgruppe! Da die Blutwerte weiterhin schlecht sind, bleibt eine Besserung aus, die Patienten ohne Heilungschancen. So geht es mit jeden Patient.Währenddessen verbreiten sich diese resistenten Keime im ganzen Eurokrankenhaus und selbst das Pflegepersonal, Verwaltungsangestellte, die Ärzteschaft, OP Team, Besucher nicht ausgeschlossen, fangen sich resistente Keime ein, da sie ständig zu Blutspenden (nun einheitliche Blutgruppe!!!) zwangsweise aufgefordert werden. Ein für die Keimvermehrung effizienter Kreislauf schließt sich! Die Zahl der Operateure, welche immer schläfriger entschlusslos um den Tisch herum stehen, oder wegen des besseren Erscheinungsbildes harmonisch zu singen versuchen, sinkt mit zunehmenden Blutspenden und Keimbelastung.Man wäscht sich nach ergebnislosen Op Treffen die Hände in Unschuld anstatt mit Desinfektionsmitteln!Ein unheilvoller Tanz im Kreis.
    Im der ganzen Eurolandgemeinschaftsklinik Brüssel/Frankfurt spricht man über die Aufpäppelstation.Man witzelt, dass die dort in Mehrbettzimmern untergebrachten hauptberuflichen Wegelagerer untereinander so misstrauisch sind, dass sie vor dem Einschlafen ihre verbliebenen Habseligkeiten aus den Nachtschränkchen unter ihrer Bettdecke deponieren. Hinter vorgehaltener Hand nennt das Personal diese auch “Banditen”, welch ein Frevel! Mit Entziehungserscheinungen, da ihr Spekulations Wirkstoff Vertrauen rar geworden ist, liegen die ins Gerede gekommenen Finanziers dieses unproduktiven Behandlungstheaters, die Bankenbankkrotteure selbst wegen körperlicher Auszehrung auf der Aufpäppelstation des Brüsseler/Frankfurter Gemeinschaftskrankenhauses, in jede Malzeit wird Sahne gekippt, ja wirklich, so geht das(!) um wieder Fett(Geld)Polster anzusetzen. Alles selbstverständlich auf Rechnung der allgemeinen Ortskrankenkasse, deren Mitglieder, die wegen unaufhörlich umherwandernden, weiter zu reichenden Kollekten Körbchen für notleidende Wegelagerer Tennisarme bekommen, ihre Arbeit verlieren und obendrein ständige Beitragserhöhungen verkraften müssen.Die dazu erforderlichen Kollekten Messen werden in immer kürzeren Abständen überwiegend in der Klinikkapelle für gemeinschaftliches Gipfeltrauergedenken im Brüsseler Teil des Eurolandvertragskrankenhauses abgehalten.
    Während des ganzen unwirklichen Geschehens dreht von den siechen Bankenbankrotteuren angefeuert der Verwaltungschef des Eurozonenhospitals Mario Draghi seine (Seine?) Gelddruckmaschine! Da Draghi bei derartiger Inkompetenz der handelnden / besser nicht handelnden Operateure, Ärzte, die Betriebskosten davonlaufen.Doch der Zauberlehrling Draghie vergas die Fenster in seinem Arbeitszimmer zu schließen und so flogen bei den zugigen, stürmischen Verhältnissen im Eurozonenlazarett die frisch gedruckten Scheine wirkungslos zum Fenster hinaus und……er dreht immer noch, ohne Unterlass und alle Welt bedient sich der Scheinchen, die der Zauberlehrling nicht mehr einfangen kann. Die Lösung des ganzen Krankheitsbildes mit fataler Diagnose ist eigentlich recht einfach, denn es helfen hier nur gezielte OP`s mit Entfernung zu kranker infektiöser Stellen des Eurokörpers in Kombination sogenannter Reserve-Antibiotikas, welche schon im medizinischen Handbuch aus Maastricht stehen, wie die No Bailout Pille und Hygiene.
    Ohne getane Schnitte zu Europa hin, weisen alle anderen Schritte von Europa weg!

    Heiner Hannappel
    Koblenz
    Tel: 026122287
    E-Mail. heiner.hannappel@gmx.de

  • Zorro - 31. Juli 2012

    Klar ist es ein Plan. Mehr Plan geht doch gar nicht in Sicht und Realität. Ein Plan die Kontrolle zu erhalten in jeder Situation. Unabdingbar für die Machtelite im Spiel danach. Der Plan läuft nach wie vor wie ein schweizer Uhrwerk, da bisher jeglicher Widerstand viel zu gering. Konzentration weltweit auf eine Einheit zu. Dies in Etappen. Schaun mer mal auf den 12.9 und danach und nur für den Fall der Fälle, am Schicksalstag danach, aka BVerfG – die Ersatztruppe via EZB Bazooka wird ja schon in Stellung gebracht. Selbst Stark, “unser” allseits bekannt, zurückgetretener (warum wohl…ein Mann mit Charakter halte) deutscher Ex-Chefökonom der Europäischen Zentralbank spricht hier schon knallhart die Worte aus, er sehe diese Anleihen Käufe als Rechtsbruch an. Wie viele denn noch um diese Planlosigkeit weiter und weiter zu verbreiten, zu glauben?!

    Die EZB auf den Plan zu rufen “all in” zu gehen ist Teil diese Kontrolle auf Teufel komm raus zu erhalten. Alles vollkommen nach Plan. Jegliche Aktion bis dato ausschließlich FÜR die Banken und dahinter. In so vielen Zitaten ist dieser Plan übergeordnet – um das was es geht – benannt. Klar definierte Worte, prägnant, ohne jeglichen Interpretationsspielraum, seitens weltbekannter Persönlichkeiten mit extrem großem Einfluss und Macht. Wenn das kein erkennbarer Plan ist, was sonst?!

    • lottchen - 31. Juli 2012

      Ich habe keinen Zweifel, dass die VT’ler einen Weg finden und das BVerfG-Urteil Teil des “Plans” erklären werden, ganz egal, wie es ausfällt.

      • Zorro - 31. Juli 2012

        Bitte einfach akzeptieren, dass es zwei Sichtweisen gibt. Ich tue es auch, ohne den Versuch der Diskreditierung zu starten mit diesem Totschlagargument in Satz eins. Es gilt einzig und alleine die erreichte Kontrolle der erschaffenen Währung Euro zu erhalten, egal zu welchem Preis. Egal wie. Dies ersichtlich in allen “planlosen” Aktionen seitens der Euro “Retter” bis dato. Denn dieser Plan, diesen Euro zu erhalten, als Vorstufe zu einer noch größeren Währungseinheit, ist bis dato Fakt = gelungen. Ob dies so bleibt werden wir sehen. Ich hoffe nicht in dieser Form und wenn der Euro fällt, gebe ich zumindest meine bisherige Sicht gerne auf. Bis dahin bleibe ich dabei. Gib mir die Kontrolle über eine Währung und es ist mir egal wer die Gesetze macht. O-Zitat, wohl bekannt – scheint aber nichts zu nutzen. Eines von viele wohl bekannten Zitaten. Und funktioniert bis heute. Egal wie man es begründet, es ist bis heute – Euro im Erhalt- Fakt.

        • lottchen - 31. Juli 2012

          Sie akzeptieren andere Sichtweisen? Sie akzeptieren gar nichts. Darf ich Sie mal zitieren? “ohne jeglichen Interpretationsspielraum”, “wenn das nicht erkennbar ist” … usw. Translation: Wer Ihnen nicht zustimmt, kapiert es halt nicht und ist ein bisschen blauäugig (es wird Sie vielleicht an diesem Punkt nicht mehr überraschen, dass ich umgekehrt genauso denke; wenn ich das inzwischen auch hinschreibe, dann, weil mir diese Arroganz anzunehmen, man gehöre “zu den Eingeweihten”, auf die Nerven geht).

          Sie können an welchen “Plan” auch immer Sie wollen glauben. Solange Sie irgendwelche Vemutungen über Bündnisse aufstellen, die die Weltgeschichte “wie ein Schweizer Uhrwerk” steuern, ist das eine VT, ob Ihnen dieser Begriff nun gefällt oder nicht.

          Ich dachte eigentlich auch, dass wir eine Übereinkunft hätten, Herr Zorro. SIe ignorieren meine Posts, und ich ignoriere die Ihren. Der hatten Sie zugestimmt. Leider haben Sie sich praktisch im Ihrem nächsten Beitrag unmittelbar danach darüber hinweggesetzt. und sind sofort wieder auf die meinen eingegangen. Leider gibt es hier keine “Ignore”-Funktion, sonst hätte ich Sie längst draufgesetzt. Vielleich

          • lottchen - 31. Juli 2012

            (Forts)… Vielleicht sollten wir es einfach nochmal “ohneeinander” versuchen. Keine Replys auf die Beiträge des jeweils anderen, auch nicht durch die Hintertür.

          • Zorro - 31. Juli 2012

            Frau lottchen, Sie haben schlicht auf mein Post geantwortet, sprich nicht ignoriert. Rest lasse ich unkommentiert, wie versprochen. Ich vertrete meine Sicht, Sie die Ihre. Das ist ja das schöne an einer Demokratie. Darum zurück zur ausgemachten Ausgangslage. Habe ich bis dato gut mit leben können. Wir beide kommen hier halt nicht zusammen und das ist doch vollkommen ok 😉 ansonsten noch – bitte weniger dieser Reflexe, haben Sie wirklich nicht nötig.

          • lottchen - 31. Juli 2012

            Schön. Mit “Antworten durch die Hintertür” meinte ich übrigens diejenigen, die nicht unter dem “Antwort”-Button geschrieben wurden, sondern einfach untendran gehängt wurden, aber unverkennbar Antworten auf meine waren. Auch diese fallen nach meinem Verständnis unter die Übereinkunft.

          • Zorro - 31. Juli 2012

            lottchen – wir sollten den Blog nicht weiter im Disput verschmutzen. Ich schreibe meine Sicht, Sie die Ihre und ich lasse mir hier keine Vorschriften Ihrerseits machen, wie und wo ich schreibe. Unter welchem Button auch immer. Bin ich gegenteiliger Sicht – auch der Ihren – in einer Diskussion vertrete ich meine Sicht mit möglichst ausgereifter Netiquette. Ich belasse es selbstverständlich Ihnen zu agieren wie es beliebt. Ein direktes Reply gibt es meinerseits nicht an Sie. Versprochen. Gruß.

          • SLE - 1. August 2012

            Ich möchte an dieser Stelle mal ganz bescheiden nachfragen, was der Wert dieses Wortwechsels für die Leser des Aufsatzes sein soll? Wer will so etwas hier lesen, frage ich mich?

            Der Aufsatz handelt von der Prüfung des Verdachts, Mario Draghi könnte mit seiner Mitgliedschaft in der “Group of Thirty” als EZB-Päsident einem Interessenkonflikt unterliegen. Es geht um seine Unabhängigkeit bei Entscheidungen.

            Der Aufsatz will nicht mehr, als etwas konkreter darzulegen, worum es dabei eigentlich geht, was die Untersuchung an sich – und nicht ihr eventuelles Ergebnis – in der gegenwärtigen Situation bedeutet. Zu diesem Zweck habe ich versucht, die Situation zu skizzieren.

            Es ist eine Tatsache, dass in der “Group of Thirty” Top-Vertreter von führenden Groß- und Investmentbanken vertreten sind. Die einzige Frage, die sich mit Blick auf die Untersuchung daraus zunächst ganz konkret ableitet, ist die Folgende:

            Ist die Zusammenarbeit von Notenbankern und Top-Bankern in einem solchen Gremium – im dargelegten Sinne und mit den angegebenen Zielen – angesichts der Dominanz von Großbanken auf den globalen Finanzmärkten einerseits und – wie etwa jüngst im Zuge des Zinsmanipulationsskandals – bekannt gewordenen wettbewerbsbeschränkenden sowie teils betrügerischen Verhaltens im großen Stil andererseits noch eine vertretbare und wünschenswerte Praxis?

            Ich möchte deswegen alle Kommentatoren bitten, bei diesem Thema zu bleiben und nicht eine Diksussion zu führen, die den unmittelbar gegebenen Zusamenhang verlässt und die möglichen Intentionen und Gründe eines größeren Zusammenhangs in den Mittelpunkt stellt.

            Gibt es Interessenskonflikte? Ist das Zusammenwirken von Notenbankern und Bankmanagern von Groß- und Investmentbanken zwecks des Entwurfs von Lösungen für die Struktur des globalen Finanzsystems noch vertretbar und vor allen Dingen auch zielführend?

            Das sind die Fragen, die uns angesichts der Untersuchung des Europäischen Bürgerbeauftragten beschäftigen zunächst sollten.

            Persönlicher Kleinkrieg führt uns hier nicht weiter.

            Im Übrigen frage ich persönlich mich, welche der Kommentare zum größeren Ganzen, die explizit oder implizit erhellen wollen, diesem Anspruch tatsächlich auch gerecht werden?

            Gerade bei strategischen Fragen, also bei solchen mit unvollkommener, lückenhafter Informationslage, bei denen “soft facts” eine wichtige Rolle spielen, sind ein enormes Hintergrundwissen, ausgezeichnete Quellen und höchste Sorgfalt notwendig, um zu werthaltigen Schlussfolgerungen und Aussagen zu kommen.

            Wer das in Bezug auf das größere Ganze, das hier von einigen verstärkt thematisiert wird, leisten kann, der mag sich dazu gerne äußern. Alle andere bitte ich um Zurückhaltung und enger am Thema zu bleiben.

            Ich beziehe mich damit auch auf alle nachfolgenden Kommentare/Kommentatoren in diesem Thread!

            Vielen Dank
            SLE

      • Don Juan - 1. August 2012

        Ich versuche mal, in Sachen VT etwas Licht in die Dunkelheit von einigen Lesern und Leserinnen zu bringen. Verschwörungstherorien beginnen schlicht da, wo ein Normalbürger sagt: “Das gibt´s doch gar nicht – das kann doch nicht sein – das können DIE doch nicht mit uns machen!” (Doch sie können…!)

        Selbst wer das Glück hatte unser Schuldgeldsystem jemals zu hinterfragen braucht Stunden und Tage um zu verstehen, daß das, was man uns jahrzehntelang eingetrichtert hat nicht die ganze Wahrheit ist! Oder anders formuliert: “ETWAS ENTSCHEIDENDES” hat man aus unserer Wahrnehmung gestrichen.

        Ich biete hier einen Schnelleinstiegskurs für alle die es wirklich interessiert, wer & was sich hinter dem ganzen VT und Machtkrimi verbirgt. Zum einen ist es der “Goldschmied Fabian”, und ich bitte die Sache Ernst zu nehmen! …es ist auch leichte Kost…;-)

        Als nächstes, und jetzt werden die meisten feststellen wie schlecht ihre Geschichtskenntnisse sind, kommt das “Hallo-Wach-Programm”! Hier gilt es genau zuzuhören! Die Wurzel vielen Übels, die Plan, die “Achse des Bösen” findet man nicht in den Bergen des Hindukusch – vielmehr wenn man verstanden hat, was gewisse Spitzbuben, die mehr durch Weinherstellung bekannt sind so treiben! (Das sind alles Fakten hier im Video – leider etwas dröge vorgetragen)

        Insofern muß ich Zorro recht geben, wenn er Mayer Amschel Rothschild zitiert: “Gib mir die Kontrolle über die Währung eines Landes und es ist mir egal wer die Gesetze macht.”

        Auch eine Kernaussage eines Herrn David Rockefellers: “Alles, was wir brauchen, ist die richtige große Krise und die Nationen werden die New World Order akzeptieren.”

        Wer beide Videos gesehen hat bis zum Schluß hat vermutlich einen neuen Eindruck was hinter unseren sichtbaren Kulissen noch allen so läuft.

        Zum Abschluß eine Tatsache aus Griechenland, wo viele noch vor Monaten gesagt hätten – alles ganz harmlos, riecht nach VT:

        http://zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/848-monti-draghi-papademos-wessen-interesse-vertreten-die-technokraten.html

        …ach Du “liebes lottchen”, was es alles gibt! … 😉

        …soll ich jetzt mit der Mappus-Story weitermachen… 🙂

        Viele Grüße
        Don Juan

  • Nachdenklich - 1. August 2012

    Hallo Ihr, ich bin Laie und hab da mal ein paar Fragen wegen des großen Plans.
    Ich habe gehört der Zweck eine jeden Unternehmens ist Profit zu machen. Ich denke das so simpel das es keiner Diskussion bedarf oder?
    Also den Generalplan; die Rollenverteilung, die Aufgaben, Zeitplan (nicht umsonst werden doch gemeinsame Bilanzregeln und -termin vereinbart) und ein Ziel. Ich würde das als Plan beschreiben. Wenn das also so ist dann gibt es doch die große Weltverschwörung, Informationsverteilung hin oder her?
    Ein Problem bleibt die Anzahl der Mitspieler. Wenn sie zu groß ist dann muß das Spiel halt geteilt werden und wer gewinnt darf eine Runde weiter. (Englische, Spanische, Portugiesische, Armerikanische, Russische Einfluss/Wirtschaftszone).
    Nach eine Studie der ETH Zürich “The network of global corporate control” ist das Feld der relevanten Mitspieler nun auf etwa 130 zusammen geschmolzen und damit ist nun mal das Globale Spiel möglich geworden und darum geht’s. Der Gewinner bekommt alles. Nationalstaaten/Währungen hin oder her.
    Ich bitte um Kritik!

    • Zorro - 1. August 2012

      Keine Kritik – passt. Der Rest regelt Gier nach Macht, Geld und Geltung. Pyramidenartig nach unten. Jeder profitiert vom System. Auch ohne VT Sichtung. Klare Worte einiger sehr gewichtiger Zeitgenossen:

      http://www.videogold.de/rockefellers-message-a-personal-interpretation/

      und genau diese Zitate sind Fakt und mit glasklaren Botschaften und Worten schlicht eindeutig. oder etwa nicht? Dies vorm ersten großen Schritt Namens Euro. Heute Fakt. Und weiter in der Zentralisierungsagenda.

      • Toni - 1. August 2012

        Danke Zorro, und vergiss Lottchen. Für mich ein gekaufter (oder gemieteter) Troll! Hatten wir hier schon öfter mal, der war von der Weinfraktion. Also Brüderle ….

        Servus Toni

        p.s. @Lottchen, spars Dir einfach, ich werde Dir nicht Antworten, andere sollten es ebenso Handhaben. Du passt hier einfach nicht rein. Warum gehst Du nicht einfach?

        • Toni - 1. August 2012

          und lässt uns in Frieden?

  • Basisdemokrat - 1. August 2012

    Die einzige Verschwörung, die für mich erkennbar ist, besteht darin, bevor man aufeinander losgeht, die eigene Bevölkerung soweit auszupressen wie nötig (möglich).

    Über das “Politische Europa” finde ich folgende Gedankengänge aufklährend:

    Auszug aus: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/USA/nach-bush.html

    Die Grundsatzentscheidung darüber, welchen Verlauf die Geschichte im 21. Jahrhundert nehmen wird, dürfte jedoch weder bei den USA noch bei Rußland liegen. Die Interessen beider Staaten sind zu eindeutig und programmatisch zu festgelegt, als daß sie sich ernsthaft zwischen grundsätzlich verschiedenen Alternativen entscheiden können.

    Rußland wird sein Interesse, die ehemaligen Sowjetrepubliken als seine natürliche Einflußzone anzusehen, vermutlich nie fallenlassen. Umgekehrt scheinen die USA wenig gewillt zu sein, ihre Vorherrschaft auf dem eurasischen Kontinent kampflos aufzugeben. Die Entscheidung in diesem »great game« muß deshalb bei einem geopolitischen Akteur liegen, der von verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten profitieren könnte und somit wirklich vor einer Wahl steht. Die einzige geopolitische Macht, auf die diese Beschreibung zutrifft, ist Europa.

    Das von Brzezinski vorgelegte geopolitische Konzept amerikanischer Vorherrschaft im 21. Jahrhundert erweist sich in jeglicher Hinsicht abhängig von europäischer Kooperation. Ohne eine von der EU unterstützte Osterweiterung der NATO erwiese sich der Plan, ein von den USA dominiertes transeurasisches Sicherheitssystem zu schaffen, als unrealistisch. […]

    Europa ist somit für die Vereinigten Staaten ein unverzichtbarer Partner. Europas eigene Interessenlage unterscheidet sich dagegen in wichtigen Punkten von der amerikanischen. Seiner eigenen geopolitischen Lage nach kann Europa sowohl atlantische als auch eurasische Kooperationen eingehen. Seinen eigenen Interessen am nächsten käme eine Politik, die sich sowohl nach Westen als auch nach Osten orientiert. Eine derartige Ost­orientierung der EU versuchen die USA, nicht zuletzt auch durch einen neuen Kalten Krieg zu verhindern – unter Instrumentalisierung der osteuropäischen Staaten. Sollte es Brüssel nicht gelingen, den Regierungen Polens und Tschechiens die Stationierung amerikanischen Radar- und Abschußanlagen auszureden, so stellt sich die Frage, welchen politischen Sinn und Zweck die Europäische Union eigentlich noch hat.

    Brzezinskis geopolitische Analysen besitzen zwar eine Eigenlogik mit hoher Überzeugungskraft. Doch dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß ihre Prämissen falsch sind. Eurasien als Schachbrett zu betrachten ist auf den ersten Blick eine originelle Idee. Doch wie so viele Ideen, die Geschichtsmächtigkeit beansprucht haben, erweist sie sich bei genauerer Betrachtung als geistig leer und politisch verheerend. Die Welt ist im 21. Jahrhundert multilateral eng miteinander verflochten und damit klein und zerbrechlich geworden. Geopolitische Machtspiele, die die Logik eines Schachspiels auf Kontinente übertragen, werden dieser neuen Situation nicht gerecht. Es ist daher erforderlich, die geopolitische Logik an sich zu relativieren und in Zweifel zu ziehen.

    Statt den geopolitischen Machtkampf bis zum Äußersten zu treiben, kommt es heute darauf an, der geopolitischen Logik eine Denkweise entgegenzusetzen, die sich auf die Zivilisation als ganzes bezieht. Viel wichtiger als die Frage, ob das 21. Jahrhundert ein amerikanisches, europäisches oder chinesisches sein wird, ist die Frage, auf welchen Prämissen wir das Leben der menschlichen Gattung begründen wollen. Die USA der Ära ­Bush haben mit Guantánamo und der Grünen Zone in Bagdad ihre Vorschläge bereits eingereicht. Es bleibt zwar abzuwarten, ob sie unter seinem Nachfolger, wer auch immer dies sein wird, zu einer zivilisierenden Korrektur in der Lage sein werden. Sollte jedoch das Streben nach globaler Vorherrschaft von den USA weiter verfolgt werden, muß Europa reagieren. Als unabdingbarer Partner der USA verfügt nur die »alte Welt« über die Möglichkeit, den amerikanischen Plänen die Unterstützung zu entziehen. Und Europa sollte dies im Interesse der Zivilisation auch tun.

  • Zorro - 1. August 2012

    Banking, das schmutzigste Geschäft aller Zeiten

    http://www.theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/4666-banking-das-schmutzigst-geschaeft-aller-zeiten-.html

    @Basisdemokrat: “Und Europa sollte dies im Interesse der Zivilisation auch tun.”

    ==> hoffen wir das beste, bisher sehe ich hier eher nichts bis gar nichts, dahingehend!

    Und wenn Timothy Geithner mal kurz nach Sylt jettet, mit samt seinem Tross, wäre man sicher nur zu gerne mit bei gesessen und hätte diesem Gespräch gelauscht.

    Im Übrigen Geithner, ehemaliger FED Boss des New Yorker FED. Mitglied des Council on Foreign Relations CFR. Ehemaliger Mitarbeiter von Kissinger – 3 Jahre – für seine Unternehmensberatung und Mitglied der G30!

    Was für ein “imposanter” Lebenslauf welcher mit Sicherheit keine Unabhägigkeit garantiert.

    ==> http://de.wikipedia.org/wiki/Timothy_F._Geithner

    Auch Draghis Lebenslauf ist eine “Wonne” in der Betrachtung für einen wirklichen Demokraten und davon gibt es wahrlich wenige, auch wenn sich manch einer damit schmückt:

    ==> http://de.wikipedia.org/wiki/Mario_Draghi

    Gründer der G30 Stiftung, dieses Klubs, eine private Lobbyorganisation der Finanzwirtschaft, ein alter Bekannter, Namens die “Rockefeller Stiftung”:

    ==> http://de.wikipedia.org/wiki/Group_of_Thirty

    das sind doch schon brutalste Interessenverbände, oder wie immer man das bezeichnen darf 😉 und sie wirken und wirken..

  • Zorro - 1. August 2012

    Aus dem obigen Link die Kritik über die G 30 wieder mit einm glasklaren Statement in Worten:

    “Ende Juli 2012 ist Beschwerde gegen EZB-Präsident und G30-Mitglied Mario Draghi von der Brüsseler Anti-Lobby-Gruppe “Corporate Europe Observatory” eingelegt worden. Sie wirft dem EZB-Präsidenten einen Interessenkonflikt vor. Die “Group of Thirty” weise alle Charakteristika einer Lobbyorganisation für Großbanken auf. Durch seine Mitgliedschaft fehle dem EZB-Präsidenten die Unabhängigkeit, argumentiert die Anti-Lobby-Gruppe. [4][5]

    Die Group of Thirty gilt als ein weiteres Instrument von enormer Einflußssnahme der Rockefeller-Stiftung und damit der Familie Rockefeller . Das Familienoberhaupt und der “König der Strippenzieher” David Rockefeller umschreibt seine Handlungsweise folgendermaßen: ”

    “Über ein Jahrhundert lang haben ideologische Extremisten von beiden Seiten des politischen Spektrums gut publizierte Ereignisse zum Anlass genommen, die Rockefeller-Familie für den übermäßigen Einfluss anzugreifen, den wir ihrer Meinung nach auf amerikanische politische und wirtschaftliche Institutionen ausüben. Manche glauben gar, wir seien Teil einer geheimen Kabale, die entgegen der besten Interessen der USA arbeitet, charakterisieren mich und meine Familie als Internationalisten und Verschwörer, die gemeinsam mit anderen weltweit eine integriertere globale politische und wirtschaftliche Struktur schaffen – One World, wenn Sie so wollen. Wenn das die Anklage ist, dann bin ich schuldig, und ich bin stolz darauf.” [6][7]

    Der an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main promovierte Soziologe und Volkswirt Rudolf Stumberger stellt fest, dass zwischen Wirtschaft und Politik alle Schranken verschwunden sind, und dieses auch an Personen festzumachen ist. Stumberger erkennt Tendenzen der Re-Feudalisierung, d. h. dass neben den offiziellen Strukturen, eben den demokratischen Strukturen, die inoffiziellen Strukturen selbsternannter Eliten zunehmend wieder an Gewicht gewinnen.[8]

    ==> klarer geht es wirklich nicht, was das Ziel sein soll.

  • MickFfm - 1. August 2012

    Ich erlaube mir einmal eine Frage zur möglichen Staatenfinanzierung durch die EZB zu stellen. Gesetzt den Fall die EZB steigt da im großen Stil ein (möchte hier nicht über die nicht vorhandene Legitimität diskutieren, dass interessiert die Politclowns eh nicht). Wie weit könnte die EZB gehen? Wie viele Mrd. Aufkäufe wären möglich um noch eine halbwegs ertragbare Inflation zu gewährleisten? Kann man das berechnen?

    Und weiter geht es. Stellen wir uns vor, die EZB könnte so innerhalb einiger Jahre a la Fed die gesamte Staatsfinanzierung der Euro-Länder gewährleisten. Nun melden die Euro-Länder Bankrott an und die EZB ist auch pleite. Was dann? Einfach Mund abputzen, rekapitalisieren und alle Staaten sind schuldenfrei?

    • Zorro - 1. August 2012

      Wenn der FED Weg gegangen wird – juristisch nicht erlaubt, aber interessiert die Politclowns nicht – unbegrenzt. Und Inflation kann es nur geben, wenn die EZB und sonstigen Milliarden und Billionen auch tatsächlich im Wirtschaftskreislauf ankommen, beim Bürger, tun sie aber nicht. Nur dann entsteht reale Inflation. Ansonsten ist und wird diese “Inflation” quasi rückgestaut in Ansprüchen welche hinter den Banken stehen – private Ansprüche, Renten etc. UND wird uns mit größter Wahrscheinlichkeit aka Ketchupflasche und einer Kontraktion der Kreditmöglichkeit = Deflation in einem engen Zeitablauf um die Ohren fliegen.

      Die Gefahr ist dass dieses Rettungsschirm Billionen, schwerlich wieder zurück gezogen werden können – nach meiner Ansicht gar nicht – denn ansonsten wäre das System sofort tot. Einzige Möglichkeit, Wachstum, darum wird dieses fortwährend propagiert. Ist natürlich Nonsens, wo will man denn noch hinwachsen – immer nur auf Schuld- dies in einer endlichen Welt?! Ebenso bleibt ein Punkt dann immer noch vollkommen unberührt – sprich das aktuelle zinsbasierendes und mit Aufschuldungszwang versehene Papiergeldsystem… immer noch außerhalb jeglicher namhaften Diskussion.

      Eben dieses hat uns doch erst an diesen Punkt gebracht. Ganz besonders via Aufhebung des glass steagall act 1999
      http://de.wikipedia.org/wiki/Glass-Steagall_Act und der Einführung des Euros mit dem neuen Schuldturbo via “unnatürlichem” bis dato nicht erreichbarem Zins der Südschiene.

      Fait: Unlösbar – eine Neuverhandlung der Ansprüche aller und der Schulden ist unvermeidbar. Es ist nur die Frage des “wann”. Hinzukommend, unser wahrer Antrieb für den Wohlstand = Energie, Öl, Gas, Kohle, Uran in der leicht erreichbaren Menge, ist eben – grob betrachtet – zur Hälfte heute verbraucht.

    • timon - 1. August 2012

      “Wie weit könnte die EZB gehen? Wie viele Mrd. Aufkäufe wären möglich um noch eine halbwegs ertragbare Inflation zu gewährleisten? Kann man das berechnen?”

      Ich bin der Meinung, dass ohne eine Auslastung der Produktionskapazitäten überhaupt keine Inflation droht.

      http://www.forbes.com/sites/johntharvey/2011/05/14/money-growth-does-not-cause-inflation/

      Die harten Austeritätsmaßnahmen werden und wurden sehr wahrscheinlich genau deshalb eingeführt, um einen entsprechenden Puffer für die Rekapitalisierung über EZB und ESM zu schaffen. Letztendlich dürfte sogar trotz dem massiven Ausstopfen hohler Assets weniger Geld nachfragewirksam auf den Märkten ankommen als durch die von Sparmaßnahmen eingebremste Wirtschaftstätigkeit und der Rückgang von Krediten dem Markt entzieht.

      Ich halte die Gesamttendenz daher nach wie vor für deutlich deflationär. Auch wenn die Medien uns gerne den Inflationspanikwichtel ins Ohr setzen.

    • Don Juan - 1. August 2012

      @mickFfm
      ich gehöre auch zu denjenigen, die monatelang, ja jahrelang auf der Suche nach einem pragmatischen Ausweg des G.O. (Game over) sind/waren.

      Immer der Gedanke voran: Was könnte helfen, was rettet, was reicht aus um dies oder das zu rekapitalisieren, zu stützen und zu schützen! (Bin ein echter guter Deutscher Unternehmer!)

      Im Laufe meiner Ermittlungen, die ich sehr akribisch betreibe, bin ich über so “großartige Dinge” gestoßen, die Belegen das der G.O. nur noch eine Frage der Zeit ist.

      Als Kostprobe empfehle ich Dir/und allen hier folgende Video´s:

      Zum wirklich interessanten posting von “Basisdemokrat” , ich darf ihn kurz zitieren:
      “Über das “Politische Europa” finde ich folgende Gedankengänge aufklährend:”
      …fällt mir nebenbei folgendes ein:

      Einer der Hauptgründe wieso ich dem System kaum noch Überlebenschancen gebe, ist das Schattenbankensystem und der völlig unregulierte Derivatehandel. (Finanzwetten)
      Da vermutlich kaum jemand weiß, wie gehebelte Derivate, HFT Trading, Leerverkäufe, etc. funktionieren, beschränke ich mich auf eine kleine Visualisierung aus der Finacial Times Deutschland:

      http://www.ftd.de/finanzen/derivate/:milliardenschwerer-derivatemarkt-die-finanzsaeulen-der-erde/70027382.html

      Insgesamt zirkulieren über 1 BILLIARDE ( 1.000.000.000.000.000 $) an Derivaten um der Globus herum – ein zigfaches der gesamten Weltwirtschaftsleistung.

      Spätestens jetzt sollten die letzten Systemgläubigen mißtrauig werden was da vor sich geht!
      (Es hilft aber alleine schon aus meinem ersten Posting den Fehler im Geldsystem verstanden zu haben! (siehe oben) …”Goldschmied Fabian” 😉

      hasta la vista
      Don Juan

  • Stefan Wehmeier - 1. August 2012

    Ob nun der Herr “Draghi als Mitglied der Group of 30 seine Ansichten mit großen Investmentbanken abstimmt” oder nicht, macht keinen nennenswerten Unterschied:

    “Die Bemühungen der Notenbanken zur Stabilisierung des Geldumlaufs und damit der Geldkaufkraft ähneln dem Versuch eines Autofahrers, der seinen Wagen auf der Fahrbahnmitte halten möchte, aber wegen schlechter Sicht die Abweichungen erst bemerkt, wenn er mit den Rädern auf den Randstreifen geraten ist.”

    http://www.humane-wirtschaft.de/2011_05/HW_2011_05_S32-39.pdf

    Helmut Creutz würde gar nicht erst versuchen, “EZB-Chef” zu spielen, gerade weil er sehr viel mehr vom Geld versteht als ein “Experte” wie Mario Draghi. Denn bei der Verwendung von Zinsgeld mit Wertaufbewahrungs(un)funktion kann die Kaufkraft des Geldes prinzipiell nicht stabil gehalten werden (selbst wenn man unter “Geldwertstabilität” eine schleichende Inflation von 2% pro Jahr versteht).

    Eine auf unbegrenzte Zeit absolut stabile Währung ist nur mit einer staatlichen Liquiditätsgebühr auf alles Zentralbankgeld (Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) und einer direkten Geldmengensteuerung möglich, bei der das Geld nicht mehr über immer mehr kurzfristige Kredite an die Geschäftsbanken, sondern über öffentliche Investitionen (von relativ geringem Umfang, da nur die Liquiditätsgebühr regelmäßig ersetzt werden muss) in den Kreislauf gelangt. “Ganz nebenbei” ist in Verbindung mit einem allgemeinen Bodennutzungsrecht (Erbpachtrecht) die “Finanzkrise” damit gelöst:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/10/vollinvestition.html

  • Zorro - 1. August 2012

    Herr Wehmeier: “Helmut Creutz würde gar nicht erst versuchen, “EZB-Chef” zu spielen, gerade weil er sehr viel mehr vom Geld versteht als ein “Experte” wie Mario Draghi”

    Warum sollte ein Mario Draghi weniger von diesem Geldsystem verstehen als wir hier im Blog. Ich bin mir 100 % sicher der versteht das haargenau. Aber – und dies zeigt doch seine ganze Vita – ist er reiner Überzeugungstäter. Er sitzt in allen entscheidenden Gremien mit drinn. Der Meinung zu sein er würde dieses System nicht verstehen, kann ich persönlich gar nicht nach vollziehen.

    Anders herum – Herr Creutz – DER darf das öffentlich kundtun und verstsehen, denn er hat eine gänzlich andere payroll wie Herr Draghi.

    Grundsätzlich würde ich mich erweitert über ein MEHR Ihrer Beiträge freuen, denn ich bin nach Jahren schon längstens zur Erkenntnis gekommen, dass nur eine natürliche Wirtschaftsordnung uns nachhaltig wieder Ruhe und Zuversicht geben kann. Dieses aktuelle Geldsystem arbeitet immer für die, welche die Macht an sich reissen. Mehr und mehr. Dieser Zentralismus ist der Untergang jeglicher Demokratie und wird einen hohen Preis beinhalten in naher Zukunft, wenn er so weiter geführt wird. Er wird nie für die Bürger arbeiten. Es ist ein unendlicher Fundus für den Betrug in allen Linien, Wirtschaft, Bankwesen, Politik… Es ist ein System welches nur vordergründig und nur eine kurze Zeit lang, im Schein, für uns Bürger arbeitet. Somit freue ich mich über “ein mehr” Ihrer Beiträge. Gruß

  • Frankenfurter - 1. August 2012

    “Ist die Zusammenarbeit von Notenbankern und Top-Bankern in einem solchen Gremium – im dargelegten Sinne und mit den angegebenen Zielen – angesichts der Dominanz von Großbanken auf den globalen Finanzmärkten einerseits und – wie etwa jüngst im Zuge des Zinsmanipulationsskandals – bekannt gewordenen wettbewerbsbeschränkenden sowie teils betrügerischen Verhaltens im großen Stil andererseits noch eine vertretbare und wünschenswerte Praxis?”

    Auch wenn dies eine rhetorische Frage ist, heißt meine Antwort NEIN. Die künftige Staatsfinanzierung sollte den privaten Banken aus der Hand genommen werden. Aber auch eine öffentlich-rechtlich kontrollierte EUROPABANK benötigt mMn REALES EIGENKAPITAL.

    In der Diskussion wird diesem Punkt viel zu wenig Beachtung geschenkt. Falls die Idee sein sollte der ESM müsse einfach nur mit einer Banklizenz ausgestattet werden, dann wäre diese Bank als Staatenfinanzierer für die EU-27 Länder deutlich unterkapitalisiert. Bei einem Refinanzierungsrahmen der Staaten von etwa 12 Billionen Euro müsste die noch zu schaffende EURABANK über mindestens 1,2 Billionen Euro Eigenkapital verfügen, alleine um die Basel III Kriterien zu erfüllen, richtig?

    • timon - 1. August 2012

      Falsch. Solche Summen wären nur dann nötig, wenn der ESM vollständig alle Staatsschulden aufkaufen wollte. Das ist aber gar nicht nötig. Es lauert genügend liquides Kapital auf geeignete Anlagemöglichkeiten, einzig deren Bonität muss stimmen. Es reicht also, die Anleihezinssätze zu drücken und die Abwertungsspirale der Ratings in eine Aufwertungsspirale zu überführen. Abgesehen davon ist der Stabilitätsmechanismus ja selbst die bankgewordene Stabilität, da werden unsere Volksvertreter im Zweifel bestimmt eine Ausnahme von Basel III erlassen können – etwa so wie sie selbst vor lauter Integrität nicht von der Vorratsdatenspeicherung betroffen sein müssen.

      • JL - 1. August 2012

        Hallo timon,

        Sie schrieben “…lauert genügend liquides Kapital auf geeignete Anlagemöglichkeiten, einzig deren Bonität muss stimmen…”.
        Und wo lauert dieses Kapital deren Bonität stimmt?

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

        • timon - 2. August 2012

          Bonität bezog sich auf die Anlagemöglichkeiten. Und das Kapital drängelt sich zum Beispiel in deutschen Staatsanleihen und auf zum Bersten gefüllten nordeuropäischen Tagesgeldkonten. Als der Leitzins noch etwas höher war, lungerte es über Nacht bei der EZB rum, weil die Banken vollgesogen sind wie ein Schwamm und die Versicherungen wissen auch nicht mehr wohin mit den laufenden Zahlungen der Versicherten. Man munkelt, es würden sogar schon Dollaranleihen gekauft, so verzweifelt ist die Situation…

          • JL - 2. August 2012

            Sehr geehrter timon,

            Diese Anlagemöglichkeiten haben nichts mit Bonität zu tun. Es sind Verpflichtunge des Ausreichenden (Staatsanleihen) gegenüber denen des Geldgebers- also Schuldtittel. Und die Über- Nacht- Einlagen von Banken bei der EZB sind ausschließlich dem zusammengebrochenen Interbankenverkehr geschuldet. Sollten Sie jedoch hierzu jedoch offene Fonds anspechen wollen haben Sie natürlich Recht. Leider sind eine Reihe von Immobilien- und Schifffonds seit geraumer Zeit geschlossen. Grund hierfür ist- fehlende Bonität. Im übrigen ist das angegebene Kapital der Finanzinstitute gnadenlos gehebelt, auch hier fehlt jede Art von- Bonität.
            Bei Versicherngsunternehmen spielt die abnehmende “Auswahl” eine entscheidente Rolle. Beispiel Staatsanleihen: Nur Staatsanleihen von Ländern mit einem AAA oder AAB- Rating dürfen von diesen gekauft werden. Werden diese Ratings darunter gewertet sinkt im Endeffekt die Auszahlung Ihrer persöhnlichen Verdicherungspolice. Und was haben Sie dann auch nicht? Bonität.

            Mit freundlichen Grüßen

            JL
            (Entschuldigung SLE, gehört nicht zum Thema)

  • Frankenfurter - 1. August 2012

    Wie bestellt äußerte sich gerade Dr. med. Rösler zur Banklizens des ESM :”Die Bundesregierung strebt eine Stabilitätsunion an, deren eine Stütze der Fiskalpakt und deren zweite Stütze der ESM ist. Diese beiden Stützen müssten jetzt erst einmal zur Wirkung gebracht werden.” Und Weinkenner Brüderle hat den passenden Vergleich parat: “Das ist, wie wenn sie einem Alkoholiker eine Flasche Schnaps geben, dann hat er noch mal einen schönen Abend. Am nächsten Tag ist er nicht gesund….Mit einer Banklizenz hafte am Ende der deutsche Arbeitnehmer mit seinem Ersparten für Fehlentwicklungen in anderen Ländern. Das dürfe kein Mittel sein, um dort Reformpausen zu finanzieren….”

    • Frankenfurter - 2. August 2012

      Ich frage mich, ob man nicht langsam psychatrische Begriffe verwenden muss, um die gemeingefährliche Logik dieser FDP zu beschreiben. Sie deckt sich 1:1 mit der des IWF. Erst wenn die schwächelden Volkswirtschaften und Demokratien qua “Reformen” völlig am Boden sind, kommt mit dem Ausverkauf die Genesung. .

      • SLE - 2. August 2012

        Eigentlich müsste man die mal fragen, warum sie nicht sagen, was sie uns eigentlich mitteilen wollen, nämlich dass im Zusammenbruch bekanntlich immer auch schon der Anfang eines neuen , fulminanten Aufstiegs liegt. So betrachtet wird der Zusammenbruch wünschenswert und verständlich, warum unser Bundeswirtschaftsminister – im Zusammenhang mit Griechenland – offenbar auch immer gerne davon redet. 😉

        Grüße
        SLE

        • JL - 2. August 2012

          Sehr geehrter SLE,
          Sehr geehrter Frankenfurter,

          Erinnern Sie sich an den Russen Kasparow, dem legendärsten Schachspieler seiner Zeit. Er konnte bei einer Reihe von parallel ausgeführten Schachspielen verschiedener Herausforderer deren Spielzüge gleichzeitig erfassen- und die Spiele bei unterschiedlichen Figurenstellungen alle für sich entscheiden.
          Entsprechend sollte man, bei politischen Betrachtungen, zuerst einmal Schach spielen- meiner Meinung nach.
          Beim Schach sind grundsätzlich drei Dinge gefragt:
          – Verstehen des „gegnerischen“ Zuges
          – Vorausschauende Positionierung der eigentlich wichtigen Schachfiguren (Turm, Pferd, Läufer)- so unauffällig wie nur möglich bis zum Schach Matt, auch wenn die Bauern hierzu geopfert werden müssen.
          – Sicherung von König und Dame
          Dies sind grundlegende Schachregeln- und weil ein „Königsspiel“- wohl auch grundlegende Politikerregeln.
          Würde man vorab einen Zug „Verraten“ hätte man dieses Spiel selbstverschuldet verloren, so wie im richtigen Politleben eben auch.
          Dies bedeutet auch:
          Nur weil persönlich ein „Zug“ falsch erscheint, ist er noch lange nicht falsch- in diesem „Schachspiel“- man verliert dieses “Spiel” halt nur, wenn man diesen “Zug” nicht verstehen kann.
          Die Ereignisse sind gedanklich wirklich ausgesprochen schwer zuzuordnen, ich gebe dies gern zu- nur sind dies eben nicht „Wahnsinnsaktionen“ sondern nur finanzpolitische „Schachzüge“- diese “Spieler” sind möglicherweise alles, nur dumm sind sie nicht.
          Persönlich neige ich aber zu der Annahme, daß dies nicht nur ein geldpolitisches „Schachspiel“ ist sondern parallel ein Duell zwischen Real- und Finanzwirtschaft ausgetragen wird. Sollte dies nicht ganz falsch sein, braucht man eigentlich nur einen wie Kasparow.

          Mit freundlichen Grüßen

          JL

          • SLE - 3. August 2012

            Hallo JL,

            der Vergleich mit dem Schachspiel ist sehr passend und deswegen hatte ich weiter oben die Kommentatoren hier ja auch noch einmal darauf hingewiesen. Denn beim Schach geht es um Strategie und insofern haben Sie völlig Recht, wenn Sie mit Blick auf die reale Situation hervorheben:

            “Nur weil persönlich ein „Zug“ falsch erscheint, ist er noch lange nicht falsch- in diesem „Schachspiel“- man verliert dieses “Spiel” halt nur, wenn man diesen “Zug” nicht verstehen kann.”

            Leider wissen wir aber auch, dass die Entscheider in der westlichen Welt alles andere als exzellente Strategen sind, ganz anders als etwa die Chinesen. In China wird bereits im Kindesalter damit begonnen, systematisch strategisches Denken und Handeln lehren. Wer sich hier einmal einen Einblick verschaffen möchte, dem empfehle ich das Buch von Harro von Senger mit dem Titel “Strategeme” – es gibt deren 36 Stück und jedes Kind in China kennt sie.

            Ich bin mir gerade deswegen keineswegs so sicher, dass die deutschen Politiker in der Euro-Krise durchwegs strategisch handeln oder gar strategisch klug handeln. Gerade heute Morgen habe ich einen Kommentar von Jörg Schönenborn zur deutschen Kritik an der Strategie von Mario Draghi gehört, der – so scheint es mir – völlig zu Recht genau darauf hinweist:

            http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ezb222.html

            Niemand hat die Weisheit gepachtet – und dies immer vor Augen zu haben, ist ebenfalls eine zentrale Voraussetzung, wenn man das “Schachspiel” nicht verlieren will. Doch gerade in Deutschland scheint dieser Aspekt oftmals völlig beiseite gewischt zu werden. Das hat dann aber möglicherweise weniger etwas mit Strategie zu tun, sondern schlicht mit Ignoranz. Und diese schulmeisterliche Ignoranz wird den Deutschen in der Euro-Krise ja auch oft zum Vorwurf gemacht.

            Es ist, wie Jörg Schönenborn es im Kommentar sagt: Es ist zumindest immerhin möglich, dass – alles in allem gesehen – am Ende die Deutschen die krisenpolitischen Geisterfahrer sein könnten. Dass sie, wie Heinrich Brüning, auf einen austeritätspolitischen Kurs für Europa insistieren – die Wachstumskomponente ist allenfalls Makeup – und apodiktisch auf die Richtigkeit der der von ihnen favorisierten Geldpolitik zugrundeliegenden Annahmen, obwohl diese seit 2007 immer wieder infrage gestellt wurden, macht das leider nicht unwahrscheinlich.

            Viele Grüße
            SLE

  • Don Juan - 3. August 2012

    Hallo lieber JL, hallo liebe Leser,

    “Sicherung von König und Dame” …da bin ich aber mal gespannt, wenn wir den Figuren NAMEN geben, welche diese von IHNEN bekommen?

    Wer ist denn bei ihnen König & Dame? …na, bitte jetzt Namen??

    Ich bin durchaus des Schachspiels mächtig, und fürwahr, es ist ein königliches Spiel.
    Jedoch halte ich den Vergleich zwischen Schach – mit sauberen und klaren Regeln – und dem was da draußen in der Politik- und Finanzwirtschaft passiert wird für Krieg!

    LEUTE…! Wacht bitte mal auf…!

    Ich setze jetzt hier drei seriöse Links rein:

    http://edvan.fadeout.ch/ref/?customerId=30&channelId=43&broadcastId=284&wide=

    http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/blob/23402812/2/data.pdf

    Die etwas härtere Gangart für “Physiker und Techniker” gibt es dann hier:

    http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&NR=1&v=cR6dpmSI-NY

    In diesem Krieg gibt es keine Spielregeln die seriös sind und eingehalten werden! Regeln werden gebrochen im 3/4 Takt! Neue Regeln nach Bedarf dann eingeführt, wenn unbequeme Wahrheiten zu stark an die Oberfläche dringen und man Gefahr läuft enttarnt zu werden.
    Im Zweifelsfall muß statt des Finanzkrieg´s ein richtiger Krieg herhalten, der alle Spuren verwischt! Die Medien werden als “Stalin-Orgel” zielsicher eingesetzt. Sollte der Pöbel zu neugierig werden, wird die Sache als “Geheim” eingestuft, Personen bekommen Immunität, Rettungsschirmen wird Lizenzfreiheit erteilt! (fragt sich ob der ESM überhaupt eine Bankenlizenz brauch 😉

    Kurzum, das Spiel heiß: “Auge um Auge – Zahn um Zahn” …und nicht “Schach”…!

    Beste Grüße
    Don Juan

  • jl - 5. August 2012

    Sehr geehrter SLE,

    herzlichen Dank für Ihre Antwort.

    Wenn Sie schreiben: „Leider wissen wir aber auch, dass die Entscheider in der westlichen Welt alles andere als exzellente Strategen sind, ganz anders als etwa die Chinesen…“ haben Sie vermutlich den „Nagel auf den Kopf getroffen“, wie man so sagt. Die Chinesen denken an chinesische Interessen, das ist eigentlich völlig normal. Also sollte man auch denken, deutsche Politiker vertreten deutsche Interessen. Tun dies aber scheinbar nicht. Da werden von politischen Vertretern „Brunnen bohrende Panzer am Hindukusch“ als Schutz der „westlichen Welt“ dargestellt die es zu verteidigen gilt und andererseits wird die Bekämpfung der ausufernden Verschuldung innerhalb der EU als „alternativlos“ eingestuft. Beides ist natürlich nicht rational, da nicht im nationalen Interesse und auch vom Grundgesetz aus sachlich nicht zulässig. Trotzdem tut man es.

    Warum also tut man es trotzdem?

    Um dies- aus meiner Sicht- erklärbar darzustellen ist ein Vergleich mit einer international tätigen Firma möglicherweise hilfreich.
    Diese produziert Autos hat den Hauptsitz in den USA und verschiedene Niederlassungen in anderen Ländern, unter andern in Deutschland. Da werden Forschung und Entwicklung von neuen Automodellen aus Kosten- und Steuergründen nach Deutschland- innerhalb der Firma- ausgelagert und am Jahresende beschwert man sich über die „roten Zahlen“ die diese Niederlassung „eingefahren“ hat. Die Belegschaft der Niederlassung in Deutschland, also Sie und ich, führen den Finger an den Kopf und sagen „die da oben Spinnen doch“.

    Betrachtet man es aus „ diesem Blickwinkel“ werden unsere politischen Entscheidungen eigentlich nachvollziehbar- sie dienen scheinbar fremden Interessen.

    Dies betrifft unter andern auch den Euro. Er wird kaputt geredet, er wird kaputt „geratingt“, aber (noch) nicht kaputt gemacht. Man toleriert wohl eine europäische Einheitswährung, diese darf aber unter keinen Umständen zur alternativen Reservewährung aufsteigen. Und sollte es notwendig erscheinen wird aus der „alternativlosen“ Rettung ein „alternativloser“ Ausschluß- eine Implosion auf Raten sozusagen, welche den Dollar eigentlich nur stärken kann- trotz seiner Schwäche. Die Macht hierzu haben die amerikanischen Ratingargenturen allemal.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Don Juan - 5. August 2012

      Hallo lieber JL, hallo lieber SLE

      da im Augenblick viel von Chinesen gepostet wird, will ich auch hier ein paar Gedankengänge abliefern.

      Ein chinesisches Sprichwort: “Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd!” 😉

      (ich zitiere hier zuerst SLE inkl. JL)
      Wenn Sie schreiben: „Leider wissen wir aber auch, dass die Entscheider in der westlichen Welt alles andere als exzellente Strategen sind, ganz anders als etwa die Chinesen…“ haben Sie vermutlich den „Nagel auf den Kopf getroffen“, wie man so sagt. Die Chinesen denken an chinesische Interessen, das ist eigentlich völlig normal. Also sollte man auch denken, deutsche Politiker vertreten deutsche Interessen.

      Hier stellt sich zunächst die Frage: “Wer sind denn die großen Entscheider?”
      Merkel?, Schäuble? Draghi?, Monti?, Marionetti? hüstl hüstl, okay der war böse! (Asche auf mein Haupt)

      Die wirklichen westlichen “Entscheider”, z.b die “Inhaberfamilien der FED” haben doch seit rund 100 Jahren ihren Laden (die halbe Welt) ganz gut im Griff. Das Haus wird stetig ausgebaut. Man hat sogar eine Außenküche, die “City of London”, dem Herd der ganzen Mischpoke, auf dem tagtäglich leckere Spekulationsrezepte gegen die Euro-Zone ausprobiert werden dürfen!

      Meines erachtens ist unser Geldsystem die lukrativste Erfindung (allerdings nur für die “Entscheider”) seit die katholische Kirche den Ablasshandel erfunden hatte! (…und jetzt wage sich einer Blasphemie zu rufen, dann… 😉

      Vielleicht lesen die ja doch heimlich “Sun Tzu” – „Wenn Du den Feind und dich selbst kennst, brauchst Du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten“ …;-)

      Wer es genauer wissen will was unsere “chinesischen Freunde” so treiben:

      http://www.strategienet.de/kunst.html

      …oder ganz ausfühlich und wirklich erfolgversprechend:

      http://www.schneeraben.de/scriptorium/reales/texte_001/r00006.aspx

      In diesem Sinne
      “Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.”
      Don Juan

      • jl - 5. August 2012

        Sehr geehrter Don Juan ,

        Die älteste erhaltene Inschrift stammt von einem Herrscher namens Enmetena, der den Stadtstaat Lagash in Südmesopotamien regierte (ca. 2400 v.C.) und der mit dieser Inschrift auf das sich per Zinseszins ergebende Überschuldungsproblem hinweisen wollte. Der selbe Herrscher wird auch als Erster gefeiert, der das System der Schuldenstreichung eingeführt hat. Lassen Sie es also bitte sich als unwissend im Blog vorzustellen.

        Im übrigen ist es völlig unüblich Zitate aus verschiedenen Beiträgen zusammenzuführen. Die somit falsch entstehende Darstellung können zu Fehlschlüssen seitens Dritter führen!
        Unterlassen Sie dies bitte zukünftig!

        Im übrigen:
        Die Schule bringt einen bei das geschriebene zu lesen. Das Leben bringt einen bei das geschriebene zu verstehen.

        Sie scheinen noch jung zu sein.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

        • Don Juan - 6. August 2012

          Lieber JL,

          ja, das war etwas “unorthodox” Sammelzitate zu tätigen – aber es ging meines erachtens nicht um Leben und Tod. Trotzdem will ich in Zukunft ihrem Wunsch gerne nachkommen.

          Der von ihnen genannte Herrscher war ein kluger Mann. “Schuldenstreichen” ist eine der Teillösungen, die wir auch heute wieder brauchen – ich hoffe die “Eliten” lesen gerade mit 😉
          (ich rede jetzt nicht von Hausbesitzern in Finanzierungsnot oder Rettung spanischer Banken)

          Ich bin in vielen Dingen absolut Ihrer Meinung, will jedoch anmerken, daß die Pleite der USA, somit der Niedergang des Dollar auch nur eine Frage der Zeit ist.

          Heute schon könnten Chinesische Investoren und “Anleger” die USA mit wenigen Mausklicks in Sachen Staatsanleihen ins AUS schießen.

          Mir geht es hier im Kern der Sache darum, das ewige klein klein mit Schiebereien und Mauscheleien zu beenden, bei denen die Nutznießer am Ende wieder nur die “Eliten” sind.

          Beste Grüße
          Don Juan

  • ZwarAber - 5. August 2012

    Zum Ausgangsthema: Ist es richtig, dass EZB-Präsident Mario Draghi Mitglied der “Group of Thirty” ist?

    Könnte theoretisch sein, dass er dort seit seiner EZB-Präsidentschaft nur noch “als Ohr” zugegen ist. Das wäre dann für seine Präsidentschaft von Vorteil, denn so verfügte er über Informationen, die für sein Amt als EZB-Präsident nützlich sind. Dies halte ich aber für eher unwahrscheinlich. Entweder “bereichert” er den Kreis um eigene Beiträge oder aber im Kreis wird man recht schweigsam sein, wenn es um wichtige Informationen geht. – Wir wissen nicht, wie Mario Draghi seine Rolle wahrnimmt, da der Kreis ja unter Ausschluss der Öffentlichkeit tagt. Die “Group of Thirty” ist in keiner Weise demokratisch legitimiert.

    Ganz unabhängig davon, was die Anfrage des Europäischen Bürgerbeauftragten im Ergebnis bewirkt: Mario Draghi wäre auf jeden Fall gut beraten, wenn er seine Mitgliedschaft in der “Group of Thirty” für die Dauer seiner Amtszeit ruhen lassen würde.

    PS: Den Schönenborn-Kommentar, den Sie zitieren, finde ich sehr gut! Wir Deutschen sollten jede Art von Selbstgerechtigkeit vermeiden. Dafür, dass die Griechen weiß Gott schon genug Opfer bringen, gibt es auf der Webseite dieses Blogs genug Beispiele (“Griechenland” klicken.) Sparen allein kann nicht die Lösung sein. Europa muss sich auf seine Fähigkeiten und Möglichkeiten besinnen! Griechenland gehört zu Europa.

  • Traumschau - 26. August 2012

    Naja, dass die Verflechtungen von Politik und Wirtschaft vielfältig sind, ist hinreichend dokumentiert.
    M.E. gibt es zwei Sichtweisen:
    1. Man beruft einen Experten aus diesem oder jenem Bereich in die Politik, weil man weiß, dass dieser Experte eben versteht, wie z.B. das Finanzwesen funktioniert. Man könnte argumentieren:
    Das ist nur logisch, so jemanden zu verpflichten und an verantwortlicher Stelle entsprechende Aufgaben zu übertragen.
    2. Eine andere Sichtweise ergibt sich aber dann, wenn man sich die AUSWIRKUNGEN dieser oder jener Politik, Handlung, etc. anschaut. Hier bei Querschüsse und auch in anderen kritischen Blogs wird ja des öfteren darüber berichtet, welche Auswirkungen die Politik für die Bevölkerungen haben, z.B. in den USA (Stichworte Lebensmittelmarken, Gesundheitssystem, etc.) oder eben auch bezüglich des Austeritätskurses in der Eurozone.
    Wenn man jetzt das böse Wort “VT” mal beiseite lässt, dann kann man den Prozess vielleicht folgenderweise beschreiben:
    1. Jedes Handeln ist durch das eigene Interesse geleitet.
    2. Jeder versucht, seinen Einfluss zu mehren, um seine Interessen besser durchsetzen zu können.
    3. Jeder Zunahme von Macht, Einfluss in Verbindung mit den notwendigen finanziellen Mitteln, vergrößert die Chance, die eigenen Interessen durchzusetzen.
    4. Wenn eine schon einflussreiche Gruppe ihren Einfluss, ihre Macht oder/und auch das Vermögen mehren möchte, so wird das umso besser gelingen, je mehr einflussreiche Menschen sich daran beteiligen, um diese Interessen für sich und die Gruppe durchzusetzen.
    5. Einfluss, Macht und Kapital sind extrem ungleich verteilt, weshalb eine relativ kleine Gruppe ihre Interessen fast immer durchsetzen kann.
    6. Die Interessen dieser kleinen Gruppe stehen den Interessen der großen Mehrheit der Menschheit – in meinen Augen – diametral entgegen.
    7. Es gibt keine Kooperative Wirtschaft, es gibt nur die Konkurrenz zwischen Wirtschaftsteilnehmern um Macht, Einfluss und Vermögen.
    8. Es gibt für dieses Problem keine Lösung!
    9. Dieser Prozess ist nicht aufzuhalten und wird m.E. in einen totalen Zusammenbruch führen.
    10. Nach dem Zusammenbruch geht das Spiel von vorne los – es sei denn, dass die Menschen, Gruppen, etc. mit eben viel Macht, Einfluss und finanziellen Mitteln VON SICH AUS zu dem Ergebnis kommen, dass dieses System geändert werden muss.
    11. Das wird nur dann passieren, wenn die Menschheit einen Bewusstseinswandel durchläuft und sich auf ein kooperatives Wirtschaftssystem verständigt.
    LG Traumschau