EZB und EU vor Richtungsentscheid: Sparen, stimulieren, lockern – ein krisenpolitischer Eiertanz

von am 3. Juni 2014 in Allgemein

Italien und Frankreich fordern ein geringeres Tempo bei der Haushaltskonsolidierung und vor allem Maßnahmen zur konjunkturellen Belebung. Spanien hat bereits ein milliardenschweres Konjunkturprogramm angekündigt. (1)

Die EU justiert ihre Krisenpolitik neu …

Der Ausgang der Europawahl hat die Diskussion über den krisenpolitischen Kurs Europas wieder in den Fokus gerückt und es sieht so aus, als würde das Pendel nun wieder in Richtung erhöhter Staatsausgaben zur Stimulierung der Wirtschaft schwingen, nachdem es seit Beginn der Schuldenkrise in die andere Richtung, nämlich Reduktion der Staatsausgaben, geschwungen war.

… und die EZB lockert ihre Geldpolitik weiter

Für die Europäische Zentralbank hat sich durch die Europawahl nichts geändert. Die Sorgen sind dieselben geblieben und das geldpolitische Pendel schwingt bei ihr noch immer in dieselbe Richtung. Sehr wahrscheinlich wird die EZB deswegen bei der Ratssitzung am Donnerstag neue Maßnahmen, das heißt eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschließen, um so der anhaltenden Wirtschaftsschwäche und Deflationsgefahren insbesondere in den südeuropäischen Krisenstaaten entgegen zu wirken.

Es ist denkbar und keineswegs unwahrscheinlich, dass sich die Strategen bei der EZB etwas ausgedacht haben, damit das Geld dieses Mal auch wirklich verstärkt in die Wirtschaft fließt und nicht wieder nur durch den Finanzsektor schwappt – zur Freude der Spekulanten.

Bisher hat das allerdings nicht funktioniert.

Warum die Erfolgsaussichten gering sind

Ob es dieses Mal funktioniert, ist fraglich. Die Begründung dafür hat beispielsweise jetzt gerade erst wieder die Internationale Arbeitsorganisation der UN (ILO) in ihrem neuen Weltbericht gegeben, der der europäischen Politik zur Sanierung der Krisenländer ein schlechtes Zeugnis ausstellt: (2)

Die Kosten der Bewältigung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise hätten viele Staaten an die Bevölkerungen weitergegeben, die seit mehr als fünf Jahren weniger Arbeitsplätze und niedrigere Einkommen verkraften müssen. Die Krise sei damit jedoch nur weiter verlängert worden. Denn niedrige Haushaltseinkommen lassen die Binnennachfrage zurückgehen, was die wirtschaftliche Erholung in den Krisenländern verlangsame.

Der letzte Satz ist ein Euphemismus. Denn infolge der austeritätspolitischen Sanierungsversuche in den Krisenstaaten sind tausende kleine und mittelgroße Firmen (KMU) pleitegegangen. Das ist eines der zentralen und wohl auch folgenschwersten, weil besonders nachhaltigen Resultate der bisherigen europäischen Krisenpolitik, die in den EU-Mitgliedstaaten mit Finanzproblemen entweder auf politischen Druck oder mithilfe der sogenannten Troika, bestehend aus Vertretern der Europäischen Kommission, der EZB und des Internationalen Währungsfonds, durchgesetzt wurde.

Die Nachfrager in diesen Krisenländern warten nicht auf einen weiteren Preisverfall, um günstiger einzukaufen. Diese gerne verwendete veranschaulichende Beschreibung der Deflationsgefahr wird in diesem Fall dem Problem nicht gerecht. Denn die austeritätspolitische „Sanierung“ der Staatsfinanzen und der Wirtschaft bedeutet eine massive, den größten Teil der Bevölkerung betreffende Reduktion der Kaufkraft, was die Binnennachfrage einbrechen lässt und kleine und mittelgroße Firmen, die überwiegend auf heimischen Märkten operieren, massenhaft in die Insolvenz treibt. Infolgedessen steigt wiederum die Arbeitslosigkeit und die Nachfrage bricht weiter ein. Es ist ein Teufelskreis.

Global agierende Konzerne werden, soweit es solche in den südeuropäischen Krisenstaaten überhaupt in signifikantem Umfang gibt, kaum zur Lösung der Beschäftigungsprobleme beitragen, weil der internationale Wettbewerb unter den gegenwärtigen weltwirtschaftlichen Gegebenheiten – überwiegend ausgereifte, von wenigen sehr großen Konzernen dominierte und zudem oft auch stagnierende Märkte – auf Kostensenkung fixiert ist.

Das heißt, in Konzernen wird gegenwärtig i.d.R. nicht Beschäftigung auf-, sondern abgebaut. (3) Einige jüngere Beispiele für massiven Stellenabbau sind Sony (4), Barclays (5), Royal Bank of Scotland (6), HSBC (7), Hewlett Packard (8), RWE (9), Barmer GEK (10), Telekom (11) und Siemens (12).

Kühlt sich zudem die Wirtschaft in China – einem der gegenwärtig wichtigsten und größten globalen Märkte – weiter ab, wird sich die Situation insbesondere für Konzerne, nicht zuletzt in der Automobilindustrie (13), weiter verschärfen.

Stimulierung funktioniert bei markt- und wirtschaftsstrukturellen Problemen nicht

Die Aussichten für einen Nachfrage- und Investitionsschub auf den globalen Märkten sind folglich tendenziell eher bescheiden. Es wird aufgrund des ausgereizten Marktwachstums viel eher einen intensiveren Verdrängungswettbewerb geben und mehr Fusionen und Übernahmen (14), worauf nicht zuletzt gut gefüllte „Kriegskassen“ hindeuten (15), aber kein signifikantes Wirtschaftswachstum und erst recht keinen Beschäftigungsschub.

Das ist ein fundamentales marktstrukturelles Problem, das völlig unabhängig von der Finanzmarkt-, Schulden- und Euro-Krise auf den globalen Märkten existiert und zu einem wesentlichen Teil die latente Instabilität bzw. Krisenanfälligkeit der globalen Wirtschaft (und der Finanzmärkte) begründet.

Dieses Problem betrifft und behindert selbstverständlich auch die europäischen Krisenstaaten massiv, die sich um die Verbesserung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung bemühen, wie z.B. Italien und Frankreich.

Europäische Volkswirtschaften aber, die

  1. nicht auf einen stark ausgeprägten eigenen Großunternehmenssektor bauen können, deren mittelständische Strukturen
  2. durch die Krise und die austeritätspolitische Sanierungspolitik schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden und in denen außerdem noch
  3. grundlegende wirtschaftsstrukturelle Probleme vorliegen, wie z.B. Griechenland und Zypern,

befinden sich indes in einer nicht anders als prekär zu bezeichnenden Lage.

Das ist vereinfacht dargestellt der Stand der Dinge für die Europäische Union: Ein Mix aus markt- und wirtschaftsstrukturellen Problemen, die durch die bisherige austeritätspolitische Krisenpolitik noch erheblich verschärft worden sind.

Nun beginnt sich also abzuzeichnen, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs die Lage verbessern wollen, indem sie auf eine gemäßigtere Sanierungspolitik und Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft bzw. auf Konjunkturprogramme umschwenken, während die EZB voraussichtlich mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik auf eine Verbesserung der Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Belebung in den Krisenstaaten abzielen wird.

Wie die Erfolgsaussichten sind, lässt sich in einem Satz sagen: Konjunkturelle Probleme lassen sich auf diese Weise lösen, markt- und wirtschaftsstrukturelle Probleme aber nicht.

Was die Staats- und Regierungschefs und die EZB jetzt versuchen, ist bildlich gesprochen eine Herde verhungernder Pferd zum Fressen zu bewegen, indem man großzügig Grassamen auf deren Weide ausstreut, die man zuvor abgefackelt hat.

Viel Erfolg!

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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26 KommentareKommentieren

  • thewisemansfear - 3. Juni 2014

    Schönen Dank @SLE
    Treffend auf den Punkt, der Vergleich am Schluss ist köstlich 🙂

    Alle Firmen-“Manager” hängen sozusagen in der einzelwirtschaftlichen Sichtweise fest, d.h. sparen (kürzen) auf Biegen und Brechen, ansonsten Fressen und Gefressen werden. Dass dadurch alles noch schlimmer wird, ist erst denen erst mal zweitrangig, Hauptsache die kurzfristigen Zahlen stimmen. Aus dieser Falle gibt es kein Entkommen, zumindest ohne dass man die Sinnlosigkeit dieses Tuns erkennt und aussteigt.

  • JL - 3. Juni 2014

    Das Problem der Krisenbewältigung seit 2008 ist das Problem an sich- es gibt keine Problemlösung und kann es auch nicht geben.

    Da finanzieren Banken Staaten und müssen staatlicherseits gerettet werden, wenn diese in Schieflage geraten, damit dieselben Banken anschließend wieder Staaten retten können- so etwas nennt man in der Biologie eigentlich Symbiose. Dabei wird staatlicherseits ohne Not „Tafelsilber“ verschleudert oder die heimische Wirtschaft ruiniert.

    Wenn sich jemand wundert warum Banken nicht zerschlagen wurden, ist vor geschriebenes vermutlich der Grund hierfür.

    Jetzt möchte man also die Zügel der geldpolitischen „Straffungsmaßnahmen“ wieder lockern.

    Und für wen bitte?
    In Spanien möchte man zukünftig gern weniger Firmengewinne versteuern um die Konjunktur anzukurbeln. In Frankreich und Italien braucht man eigentlich noch etwas mehr Zeit um staatliche Defizite abzubauen- schließlich möchte man gern die Konjunktur ankurbeln. Das aber nur der Konsument grundsätzlich für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgen kann- scheint gegenwärtig in höheren Sphären unbekannt zu sein.

    Und mit was bitte wird dies finanziert werden?
    Vermutlich wird man sich hoffnungsfroh weiter verschulden.

    Da kann ich mich SLE nur anschließen:
    Viel Erfolg!

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • SLE - 3. Juni 2014

      Hallo JL,

      kleine Ergänzung:

      Spaniens Regierung will nur für Großunternehmen die Steuern senken (Köperschaftschaftssteuer, von 30 auf 25%). Der Steuersatz für kleine und mittelgroße Unternehmen bleibt unverändert.

      Grüße
      SLE

      • JL - 3. Juni 2014

        Hallo SLE

        Danke für die Ergänzung zu Spanien.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

  • Eurelios - 3. Juni 2014

    Die EZB versucht ein funktionsfähiges Perpetuum mobile für das Finanzsystem zu
    basteln und der Oberzauberer Draghi mit seinen Lehrlingen sind der festen
    Überzeugung das klappt.

    Auch ich wünsche viel Erfolg dabei.

    Wenns klappen sollte dann gehe ich wieder zur Schule und lerne das
    Ein mal Eins nochmal neu. 🙂

    • JL - 4. Juni 2014

      Hallo Eurelios

      Um ein Perpetuum mobile in Europa aufzubauen braucht man Koryphäen vom Schlag eines Bernard Lawrence „Bernie“ Madoff. Vielleicht könnte man dessen 150 Jahre Knast zur Bewährung aussetzen- natürlich mit der Auflage, nur lobbyfinanziert für die EZB zu agieren.

      😉

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

  • Gregor - 3. Juni 2014

    Könnte es sein, dass die 800 Milliarden
    (www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/auslandsreserven-us-konzerne-parken-milliarden-im-ausland-a-972455.html )

    dazu dienen sollen sich weltweit “einzukaufen” und bei einer Aushölung des Dollars gegen dessen Wertzerfall Reales im Depot zu haben?

    Kann man so seinen Einfluss ausbauen?

    Ist letzlich ist der Dollar so “hohl”, dass man sich fragen sollte, ob man diese “Bitinformation” von diesem Emitenten überhaupt noch akzeptieren soll oder nicht?

  • Holly01 - 3. Juni 2014

    Hallo,
    wer die 1:30h hat, sollte sie investieren. Starker Vortrag und inhaltlich wirklich erhellend:

    • thewisemansfear - 3. Juni 2014

      Der Mann hat anscheinend Friedrich List gelesen. Die Parallelen in der Argumentation sind zumindest nicht von der Hand zu weisen: “Schwache Staaten brauchen Schutzmaßnahmen um sich zu entwickeln.”
      Das ist aber auch kein AfD-Mainstream, oder irre ich?

      • Holly01 - 3. Juni 2014

        Staatsrechtler, er besteht auf die Gültigkeit deutscher Gesetze auch im Kontext der Eu und des internationalen Rechts.
        Also ganz grob: Deutschland kann international nur machen, was mit deutschem Recht konform ist.
        Da treffen sich natürlich etliche inhaltliche Aspekte mit der AFD, er ist aber nicht bei der AFD.
        Er ist einer der wenigen selbstständigen Köpfe in diesem Bereich und vertritt das auch offensiv und ohne große “Demut”.

  • Basisdemokrat - 4. Juni 2014

    “Die Abbildung zeigt die unglaubliche Dimension der Verringerung der Unternehmensteuern (hier ausgewiesen für Kapitalgesellschaften) zu Anfang des Jahrhunderts. In mehreren Steuerreformen wurde die Belastung aus Körperschaft- und Gewerbesteuer (in Prozent der Gewinne) zusammen fast halbiert. Unmittelbar danach, als das deutsche Lohndumping (die reale Abwertung) gegenüber den europäischen Partnern zu greifen begann, explodierten auch noch die Einkommen der deutschen Unternehmen. Die Gewinne (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts) erhöhten sich bei niedrigen Löhnen und einem ungeahnten Absatzboom auf den Auslandsmärkten in einem nie zuvor gesehenen Tempo.

    Insofern realisierte die Politik exakt das, was die sogenannte Angebotstheorie über Jahre, ja über Jahrzehnte gefordert hatte. Bei den Löhnen und bei den Steuern wurden die Unternehmen in Deutschland „entlastet“. Doch die scheinbare Bürde, die man von ihren Schultern nahm, brachte sie nicht zum Laufen. Wenn in der Angebotstheorie auch nur ein Fünkchen Wahrheit steckte, hätten die Investitionen in Deutschland abheben und die Wirtschaft über viele Jahre tragen müssen. Aber nichts dergleichen geschah. Die Investitionsquote dümpelte bis 2005 um zehn Prozent herum und damit gut 1 ½ Prozentpunkte unter dem Durchschnitt des vorherigen Jahrzehnts. Erst 2006, also sechs Jahre nach der enormen Steuerentlastung, stieg die Investitionsquote ganz leicht wieder von dem extrem niedrigen Niveau, doch nur, um nach der Finanzkrise von 2008 schon wieder auf einen historischen Tiefstand zu sinken und dort nahezu zu verharren.“
    Gruß BD

    • Holly01 - 4. Juni 2014

      Hallo BD,
      wieso macht die blaue Kurve für die Gewinne keinen zeitlgleichen Sprung nach oben?
      Ich meine wenn die Steuern von etwa 20% auf ca. 12% gesenkt werden, muss das doch eine signifikante Erhöhung der Gewinne mit sich bringen und sei es auch nur über die Ausschüttung?
      Wo bleibt das ganze Geld?

      • Rob - 5. Juni 2014

        Hallo Holly01,

        Anfang der 2000’er hatten wir eine Rezession, die einen Sprung der Gewinne nach unten ausgelöst hätte, wenn diese massiven Steuersenkungen nicht erfolgt wären.

      • Basisdemokrat - 6. Juni 2014

        Ich kann nur vermuten:
        A) Die Unternehmen bilden Rücklagen für spätere Einkaufstouren
        B) Sie haben die Managergehälter potenziert
        C) Sie haben die Gewinne an ihre Töchter verschoben
        D) SIe kaufen Lagerhallen und horten Rohstoffe
        E) Sie haben sich von Uli Hoeneß beraten lassen 😉
        Gruß BD

  • Dietmar - 4. Juni 2014

    Sinn:

    „Deutschland ist der größte Kapitalexporteur der Welt. Wir verleihen mehr Ersparnisse als jedes andere Land. Indem die EZB in Südeuropa Billigstkredite aus der Druckerpresse vergibt, verdirbt sie den deutschen Banken und Lebensversicherern das Geschäft. In den letzten sechs Jahren haben wir durch den allgemeinen Zinsverfall bereits mehr als 250 Milliarden Euro verloren. Kein Wunder, dass die Lebensversicherer in Schwierigkeiten gekommen sind.“

    250 MRD ist doch eine Hausnummer.

  • Holly01 - 4. Juni 2014

    Laufen die LOTR aus? (war lotr eigendlich als Abk. gewählt weil man bei guggeln auf lord of the rings stößt? 🙂 )

    Damals :

    EZB: ELAs mit Volldampf

    und alles immer noch richtig …..

    • Querschuss - 4. Juni 2014

      Hallo Holly01,
      wie sich die Zeiten ändern, damals in der Woche zum 25. Mai 2012 bei 246,582 Mrd. Euro die ELAs im Wochenausweis unter 6.0
      http://www.ecb.europa.eu/press/pr/wfs/2012/html/fs120529.de.html

      heute bei 57,409 Mrd. Euro in der Woche zum 30.05.2014, alles ist gut, ganz sicher 🙂
      http://www.ecb.europa.eu/press/pr/wfs/2014/html/fs140603.de.html

      Auch die LTROs und ihre Nachfolgerefinanzierungen siechen, damals 1061,818 Mrd. Euro, heute 505,682 Mrd. Euro. Aber es liegt ja vielleicht auch daran, das bei schrumpfender Kreditvergabe der Banken im Euroraum das Zentralbankgeld aus der Dicken Berta keine Verwendung findet. ….Dicke Kanonen auf kleine Spatzen 🙂

      Wenn schon das Zentralbankgeld aus den Refinanzierungskrediten der NZBs nicht gebraucht wird, dann sollen wenigstens die Banken ihre potentiell faulen ABS-Papiere, bei den NZBs des Eurosystem abliefern können, gegen Zentralbankgeld und damit ihre Bilanzen weiter bereinigen, in der vagen Hoffnung, dass dann die Kreditvergabe steigt. Für diese Hoffnung halsen sich wohl die nationalen Zentralbanken des Eurosystems die Risiken auf. Mal sehen ob es so kommt?

      Dieselbe Annahme steckt wohl auch hinter der verzweifelten Idee eines negativen Einlagezinses für Banken beim Eurosystem. Auf die Idee, das Fiskal- und Wirtschaftspolitik diametral zur Geldpolitik entgegengesetzt stehen und u.a. deshalb die Geldpolitik nicht wirkt – kommt niemand. Dies verwundert aber nicht wirklich. Was will man erwarten von Leuten die einen gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftsraum leiten, wie eine einzelwirtschaftliche Pommesbude, in der nicht mal die Pommes schmecken 🙂

      Gruß Steffen

      • Holly01 - 4. Juni 2014

        Hallo Steffen,
        inhaltlich möchte ich geringfügig widersprechen:

        505 Mrd. werden tatasächlich gebraucht. Die müssen also ersetzt werden.

        Die banken können bei der EZB alles abladen, was die in den Büchern haben. Es gibt kein Risiko.
        Nicht für die EZB oder eine andere Zentralbank.
        Wer “Nichts” aus dem “Nichts” schöpft, der kann auch nur “Nichts” verlieren.
        Eine NB hat die Situation keinen Gläubiger zu kennen.

        Die ganze show ist ein schleifen der Sozialsysteme, der medizinischen Versorgung, der Lebensmittelqualität und der gesellschaftlichen (koknitiven) Fähigkeiten.
        Die Demokratien werden systematisch zerstört, damit sich die Leute abwenden und keinen persönlichen Bezug mehr entwickeln.
        Jeder soll das (durchaus richtige) Empfindenen entwickeln betrogen und ungerecht behandelt zu sein. Amm Besten wäre es wenn sich die Leute gegenseitig an die Gurgel gingen.
        Man treibt die Keile von oben nach unten (EU-Russland, DE-F, Bayern-Bremen, Berlin-München, Deutsche-Migranten, Frauen-Männer, Raucher-Nichtraucher, Fussballanhänger-Fussballverdrossene usw usf).
        Die wollen nicht weniger als die Gesellschaften destabilisieren, damit man Generationenverträge und Grundrechte, wie Besitz, persönliche Unversehrtheit, persönliche Selbstbestimmung und vieles andere schleifen kann.
        Wenn Soros und Buffet sagen sie führen Krieg gegen die Armen ist das kein Jux, die meinen das Ernst.
        Die 80-20 Gesellschaft ist praktisch schon durch.
        Die Lebenserwartung der Abfallmenschen ist nur noch zu hoch. Aber da arbeitet man ja dran.
        Ironie setzt das Gute im Menschen voraus. Zyniker haben die Menschen verstanden.

        • Querschuss - 4. Juni 2014

          Hallo Holly01,
          bei einem sinkenden ausstehenden Kreditvolumen und einer schwachen Kreditvergabe sinkt letztlich auch der Zentralbankgeldbedarf, wie im Eurosystem schön zu sehen.

          “Die banken können bei der EZB alles abladen, was die in den Büchern haben. Es gibt kein Risiko. Nicht für die EZB oder eine andere Zentralbank.” ….Wo ist dann ein Problem, alles dort abladen und von vorne anfangen, Krise ade, Neuverschuldungszyklus ahoi.

          Aber vielleicht ist dies ja doch nicht so einfach, wie du es hier beschreibst 🙂

          Gruß Steffen

          • Holly01 - 4. Juni 2014

            Es ist ja nicht einmal meine Beschreinung, sondern inhaltlich geklaut.

            Und da wird es ganz klar gesagt: es wurde bereits 2 mal gemacht und es gab keine Probleme oder Kosten für die Staaten und Steuerzahler.
            Die Politik ist mit uns aber noch nicht fertig.
            Die setzen erst ihre Argenda um, dann wird das Problem erst gefixt.

            • Querschuss - 4. Juni 2014

              Hallo Holly01,
              habe ich mir angesehen, steht doch aber dort ganz am Anfang, eine theoretische “monetäre Reform Option”. Optionen gibt es viele, aber für diese muss es eben Mehrheiten bei den Handelnden/Verantwortlichen geben. So betrachtet besteht auch die theoretische Option die Ungleichgewichte im Handel abzubauen, die Ungleichgewichte bei Einkommens- und Vermögensverteilung, die Armut auf der Welt abzubauen und in ein Zeitalter des Friedens und des Wohlstandes, am besten im Einklang mit den Ressourcen und der Natur einzutauchen. Nur abseits dieser Wünsche und theoretischen Optionen, zählt leider das, was in der Realität passiert.

              Selbst wenn alle faulen Kredite bei den ZBs landen und die Bankbilanzen damit bereinigt wären, heißt dies im Umkehrschluss ja nicht, dass überschuldete Verbraucher und Unternehmen Kredite nachfragen. Selbst kreditfähige Unternehmen investieren nicht, wenn die Geschäftserwartungen mau sind und die Produktionskapazitäten unterlastet sind.

              Gruß Steffen

      • Holly01 - 4. Juni 2014

        “Was will man erwarten von Leuten die einen gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftsraum leiten, wie eine einzelwirtschaftliche Pommesbude, in der nicht mal die Pommes schmecken”

        Man darf die (Politiker) nicht unterschätzen, die machen einen super Job und liegen immer innerhalb des Zielkorridors.
        Die (Politiker) arbeiten nur nicht für die, von denen die den Titel bekommen. Die Auftraggeber sind 500-1000 Leute weltweit.
        Die (Superreichen) schalten alles gleich.
        Die (Superreichen) setzen alles durch.
        Die (Superreichen) kennen keine Grenzen oder Gesellschaftssysteme, nur Experimente und Studien.
        Die (Superreichen) haben alle Informationen.
        Die (Superreichen) lassen ganze Staaten für sich arbeiten oder sie vernichten die Staaten.
        DIE (Superreichen) sind nicht lustig, das ist quasi der Leibhaftige auf Erden. Das schlimmste Dreckspack welches man sich nur ausmalen kann, ist dagegen immer noch lieb …….

        • Querschuss - 4. Juni 2014

          sehe keinen wirklichen Widerspruch, denn die Sicht der 1000 Superreichen ist eine einzelwirtschaftliche Sicht!

          Gruß Steffen

          • Holly01 - 4. Juni 2014

            Schön auf den Punkt gebracht, eine Einzelsicht (mit globalem, ungehemmten Zugriff).

  • Rolmag - 4. Juni 2014

    “Denn infolge der austeritätspolitischen Sanierungsversuche in den Krisenstaaten sind tausende kleine und mittelgroße Firmen (KMU) pleitegegangen.”

    Das ist ebenso traurig wie zwangsläufig, da viele dieser Unternehmen von der lustigen Schuldenmacherei der Staaten gelebt haben, ganz besonders in Griechenland, jedenfalls kenne ich von dort einige Beispiele. Also die Firmen die kaputt gegangen sind, hätten auf einem freien Markt überwiegend wohl kaum eine Chance gehabt!

    Außerdem sehe ich keine Alternative zum Sparen, denn die Annahme, dass man nur ein paar Milliarden hineinpumpen muss und die Wirtschaft brummt ist geradezu lächerlich. Der Ostblock ist an dem Versuch gescheitert und zwar krachend. Da fände ich es sinnvoller, zunächst die Ausgabenseite unter Kontrolle zu bekommen und danach das Langfristige.

    Man kann es drehen und wenden wie man will, der Euro ist an zu hohen Ansprüchen gescheitert und jede Maßnahmen der Europolitiker verlängert nur das Leid und macht den Neuanfang umso schwieriger.

    Wie gut die Staatspropaganda funktioniert erhellt sich übrigens ganz leicht draus, dass ich nach diesem eher harmlosen Text ein Ultranationalist für die Bureg bin.

    Wir diskutieren also gerade über radikale Fanatiker und das ist sinnlos, Fanatiker sind einer logisch vernünftigen Argumentation nicht zugänglich.

  • Holly01 - 6. Juni 2014

    400Mrd. gelenkte Kreditvergabe an Firmen soll nun den Karren aus dem Dreck ziehen?
    Der Rest ist doch nur das übliche Räucherwerk, um die Leute auf der Blickrichtung der Neolibs und Neokons zu halten.
    Mit 4 Bil. hätte Suppen Mario mich beeindruckt, aber so?

    Lebensversicherungen müssen nun den ganzen Umfang der Misere eingestehen. Das wird für die 93Mio. Bestandsverträge teuer.
    Wer auch immer Riester gemacht hat, der werden sich wundern, da bleibt nicht mal die Hälfte vom Eingezahlten übrig.
    Das wird aber nun schwierig für die Assekuranzen. Wo soll das Geld für die Vorstände herkommen?
    Das wird wohl die nächste Entlassungswelle.

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