Griechische Arbeitslosenquote schnellt im August auf 18,4%

von am 11. November 2011 in Allgemein

Gestern berichtete das griechische Statistikamt (ELSTAT) für den Monat August 2011 eine offizielle Arbeitslosenquote von 18,4%, nach 16,5% im Vormonat und nach 12,2% im Vorjahresmonat. Zum Vormonat stiegen die Arbeitslosenzahlen im August 2011 um kräftige +87’677 bzw. um +10,7%. Zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen um +294’845 bzw. um +48,1%. Insgesamt waren im August 2011 offiziell 907’953 Griechen ohne Job. Wohlbemerkt diese Daten sind aus August, also mitten aus der Urlaubssaison in Griechenland. Einen noch größeren Sprung nach oben, dürften die Daten für die Herbst- und Wintermonate bringen.

Die Entwicklung der griechischen Arbeitslosenquote seit Januar 2000 im Chart. Im August 2011 (ELSTAT veröffentlicht monatliche Daten vergleichsweise spät) stieg die Arbeitslosenquote auf 18,4%, nach 16,5%.

Die Jugendarbeitslosigkeit stieg im August 2011 auf 43,5%, nach 42,4% im Vormonat und nach 30,8% im Vorjahresmonat. Dies ist weiterhin eine völlig inakzeptable und skandalöse Rate von Jugendlichen ohne Job und damit von Jugendlichen ohne Perspektive:

Die Entwicklung der Jungendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) seit Januar 2005 bis August 2011 im Chart. Im August 2011 wurde eine Quote von 43,5% erzielt.

Bei den Arbeitslosenquoten von ELSTAT handelt es sich um die offiziellen (geschönten) und unbereinigten Arbeitslosenraten, errechnet aus dem Verhältnis der Arbeitsfähigen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und der Zahl der Arbeitslosen.

Die Zahl der Beschäftigten betrug im August 2011 4,034537  Millionen, ein kräftiger Einbruch zum Vormonat von -105’470 und der Einbruch der Beschäftigung zum Vorjahresmonat betrug -364’353.

Immerhin relevante 4,403503 Millionen Arbeitsfähige wurden im August 2011 in der Rubrik Inactive verbucht! Dies bedeutet sie standen dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung und spielten damit bei der Ermittlung der Arbeitslosenzahl und Quote auch keine Rolle! Dies dürfte noch auf  ein kräftiges Schönungspotential, selbst bei den bereits desaströsen Arbeitsmarktdaten hindeuten. Die offizielle Erwerbsquote, der Anteil der Beschäftigten an der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter, betrug im August 2011 nur sehr niedrige 47,81%.

Zusätzlich sind auch in Griechenland die Definitionen was als Beschäftigung gilt sehr weich und schwammig. Als beschäftigt gilt bereits Jeder, der mehr als 1 Stunde die Woche gegen Entgelt gearbeitet hat, auch im elterlichen Haushalt/Betrieb oder einen Arbeitsplatz hat, von dem er vorübergehend abwesend war.

Die Lage in Griechenland ist weiter hoffnungslos, statt Wertschöpfung, Jobs, Einkommen und Steuereinnahmen organisiert man die Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität, Arbeitslosigkeit, sinkende Einkommen, schrumpfenden Konsum und schwindende Steuereinnahmen. Die Strategie der Troika bleibt weiter eine Strategie der Versager! Der kräftige Anstieg der unbereinigten Arbeitslosenquote auf 18,4%, selbst im August, stellt einen schweren Malus für die kommenden Herbst- und Wintermonate dar, wo viele Jobverluste in der Tourismusbranche und im Dienstleistungssektor noch einen deutlichen Schub nach oben bei Arbeitslosenquote und -zahl generieren werden.

Quelle Daten: Statistics.gr/Pressrelease: LABOUR FORCE SURVEY August 2011

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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2 KommentareKommentieren

  • Georg Hutter - 17. November 2011

    Lieber Steffen,

    es stört mich sehr, dass ich mich vor fünf Tagen so unpersönlich hier zurückzog.
    Jetzt, wo die Kommentatoren – Karawane bereits 15 Beitragsoasen weitergezogen ist und kein Hahn mehr danach kräht, was sich hier hinten noch abspielt, kann ich mich bei Dir in Ruhe und auch unserem bisherigen Niveau entsprechender verabschieden.

    Schau, es kann sogar vorkommen, dass eine langjährige Freundschaft an einem einzigen Buchstaben zerbricht, wie es bei Günter Grass und Wolf Biermann an einem kleinen „e“ geschah. Günter Grass bezeichnete die deutsch-deutsche Vereinigung abfällig oft als „Widervereinigung“ und „trat“ damit das bedeutsamste Ereignis im Leben von Wolf Biermann gleichsam mit Füßen…!

    Volker Panzer im Gespräch mit Wolf Biermann im Oktober 2010
    (in den ersten drei Minuten)

    http://www.youtube.com/watch?v=flWD7wZLnOo

    Ist es nicht seltsam, dass ich noch in der Nacht vor dem Tag meines Rückzuges einen so hoffnungsvollen Gedanken zu Deinem Querschüsse-Blog hatte.

    Was ich früher öfters bedauerte und zu dem missglückten Versuch, ein Querschüsse-Forum zu initiieren führte, war die Tatsache, dass keine zusammenhängenden Dialoge, vor allem über einen längeren Zeitraum bisher möglich waren. Bei jedem neuen Artikel setzte eine neue Diskussion ein, die sofort abbrach, wenn ein neuer Querschüsse-Beitrag erschien.
    Aber infolge der neuen Möglichkeiten, auch unmittelbar auf einen bestimmten Beitrag innerhalb eines Themenfadens zu antworten, könnte Dein besonderer Blog um eine neue Dimension ergänzt werden durch die Einführung einer neuen Kategorie – die Symposion heißen könnte – wo übergeordnete Themen diskutiert werden.

    Vorweg könnte wie bisher ein kleiner Aufsatz stehen oder ein kleiner Text mit ein paar prägnanten Thesen:

    Zum Beispiel:

    1. Symposion
    Vom Nutzen und Nachteil Europas für das Leben

    Vortext:

    Eine lebensentscheidende Erwägung und Gewissensfrage:

    Offener Brief zu der überragenden Bedeutung von Europa –

    vor allem den drei von mir geschätzten und oft von mir in den vergangenen drei Jahren zitierten „Krisenerklärern“ (Handelsblatt) – Herrn Max Otte, Herrn Dirk Müller* sowie Herrn Michael Mross – gewidmet:

    Es war und ist die Jahrtausendaufgabe der Neuzeit – beginnend mit der Renaissance – die lange verschüttete hohe Kultur der Antike zu entdecken und das zerrissene Band neu zu knüpfen und zu einem neuen europäisch-planetaren Höhepunkt zu führen. –

    Das langsam sich erweiternde und irgendwann erdumspannende wunderbare Haus Europa bildet die l e t z t e reale Hoffnung des höher entwickelten Lebens auf Erden.
    Scheitert dieser überaus schicksalhafte von Europa ausgehende Einigungsprozess, wird der Mensch sich selbst – sogar ohne einen Weltkrieg – und auch die Lebensgrundlage für die meisten Säugetiere noch vor Ablauf dieses Jahrhunderts vernichten.
    Danach wird die ruinierte und verwüstete Erde nur noch ein idealer Ort für Viren, Bakterien, Moose, Farne und Pilze … sein?

    Wenn solch eine letzte Zukunfts-Hoffnung des Lebens in Asien, Amerika, Afrika oder sonst bestünde, wäre ich bereit umzudisponieren. Aber wir haben die Wahl nicht, nicht mehr, weil „die Zeit drängt“. ( C.F. von Weizsäcker)
    Schon eine Verzögerung dieses von Europa ausgehenden weltweiten Einigungsprozesses von ein oder zwei Jahrzehnten wird millionenfachen Tod zusätzlich verursachen.

    Und – ganz wichtig: Ohne den übermächtigen Druck der Supermächte hätten die mittleren Mächte in Europa nicht die große zur Vereinigung notwendige Kompromissbereitschaft!
    Exakt dieser umfassende politisch-wirtschaftliche Druck zur Vereinigung fehlt bei sonstigen globalen Unternehmungen und Versuchen wie der UNO, G20 etc.

    In großer Sorge,

    G.H.

    Plus einen Brief* an Herrn Müller:
    http://www.wallstreet-online.de/community/posting-drucken.php?posting_id=%2042348581&post=129569

    sowie ergänzende Thesen verbunden mit zwei Zitaten:
    http://www.wallstreet-online.de/community/posting-drucken.php?posting_id=%2042247520&post=1800

    oder 2. Symposion

    Diskussion von Verbesserungsvorschlägen zwecks Schaffung eines neuen tragfähigeren Weltfinanzsystems

    wie es sich hier in beeindruckenderweise vollzieht:

    Das Zinssystem
    http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=b507707eae&tx_t3blog_pi1%5BdaxBlogList%5D%5BshowUid%5D=10933

    (Ist der an diesem Dialog teilnehmende Joe „unser Joe“ ?)

    etc.

    Pardon, jetzt bin ich aber ins Quatschen gekommen…

    Wünsche Dir, Steffen, weiterhin viel Erfolg

    und alles Gute,

    Georg.

    _

    • Querschuss - 17. November 2011

      Hallo Georg,
      alles ok. und kein Problem, sollte es an Buchstaben scheitern, ist es ebenso. Du bist eben ein Idealist und ich Realist. Deine schönen Wünsche zu einem wunderbaren Haus Europa haben schon seit der Konstruktion des gemeinsamen Währungsraumes schlechte Karten. Mit einem Sarkozy, Berlusconi, nun eben Technokraten, all den Lobbyisten, Interessengruppen und Bürokraten, war dieses Konstrukt die ganze Zeit ein Schönwetterverein, unfähig drängenste Probleme anzugehen, den die erste Brise umwerfen musste. Seit Jahren, genau genommen von Anfang an, war nicht Konvergenz und Gleichgewicht der Weg sondern das Gegenteil, so das jeder realistische und nüchterne Betrachter nur zu dem Schluß kommen konnte, das dieses Projekt schief gehen wird. Aber ich fange wieder an mit Realitäten, damit erreiche ich keinen Idealisten, wobei auch Idealismus eine Basis haben muss und nicht nur von Wunschdenken geprägt sein sollte. Wo die reale Basis für dein Anliegen eines europäisch-planetaren Höhepunktes liegen soll erkenne ich nicht.

      Ebenfalls alles Gute

      Gruß Steffen

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