Ist Donald Trump der Auslöser eines Bebens, das die EU nicht mehr verkraften kann?

von am 29. November 2016 in Allgemein

Die Europäische Union steckt in der Krise. Das steht außer Frage. Mehr noch hat sich diese aufgrund des Brexit-Votums bedenklich verschärft. Das Referendum der Briten war genau jene Art schweren Treffers, den die EU, die bereits durch die Flüchtlingskrise in Turbulenzen geraten war, in eine ernsthafte Schieflage bringen konnte.

Brexit-Votum: Unklare Auswirkungen, aber schwerer Schlag für das Schiff „EU“

Ende Juni haben die Briten für den Ausstieg aus der EU gestimmt. Seitdem taumelt die EU in einer Mischung aus Benommenheit und Freude darüber, heftigen Finanzmarktturbulenzen noch einmal glücklich entgangen zu sein, dahin. Die Unsicherheit darüber wie es nun weiter geht, hat in gewisser Weise ihre Schrecken verloren, weil sich die britische Wirtschaft bisher unerwartet gut gehalten hat. Ein Abtauchen in die Rezession, wie es viele Experten für möglich gehalten haben, ist bisher nicht eingetreten.

Gleichwohl ist allen Fachleuten und nicht zuletzt der britischen Regierung klar, dass es nicht so bleiben, sondern mit einer zeitlichen Verzögerung letztlich doch abwärts gehen wird. Nur wie schwer die britische Wirtschaft und der dortige Arbeitsmarkt getroffen werden, das ist unklar. Um das Schlimmste abzuwenden, will die Regierung von Theresa May handeln. (1) Schatzkanzler Philip Hammond plant deswegen zusätzliche Schulden in Höhe von 122 Milliarden Pfund über die nächsten fünf Jahre ein. (2)

Aber das ist natürlich lediglich die britische Seite des Problems, das die EU-Verantwortlichen abwartend beobachten, ohne die unabhängig davon bestehenden Ursachen für die Krise der EU zu beseitigen. Nichts, jedenfalls nichts Wirksames, wurde unternommen, um eine weitere Vertiefung der Risse und politischen Frontstellungen in der EU zu verhindern. Politisch betrachtet ist die EU in Aufruhr, auch wenn das im Tagesgeschehen kaum wahrzunehmen ist.

Ausläufer des Trump-Bebens treffen jetzt auf die angeschlagene EU

Und genau in dieser Situation erreichen nun die Ausläufer des politischen Bebens, das Donald Trumps Wahlsieg in den USA ausgelöst hat, das kriselnde Europa. Kein Mensch kann vorhersagen, wie stark der Trump-Effekt bei Wahlen und Referenden in der EU tatsächlich sein wird und wie hart infolgedessen das politische Establishment hier getroffen wird.

Unbestreitbar stützt Trumps Erfolg Anti-Establishment-Parteien und vor allem Protestparteien auf der rechten Seite des politischen Spektrums. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs schaut Europa und vor allem auch die europäische Bevölkerung – und nicht nur die – darauf, was die USA tun. Politisch hat sich die EU, die es erst seit 1993 gibt, niemals von den USA abgekoppelt. Das ist insbesondere in der Ukraine-Krise und in der Politik gegenüber Russland nach der Übernahme der Krim deutlich zum Ausdruck gekommen. Das erklärt auch den Grad der Verunsicherung der Regierungen speziell in den großen EU-Mitgliedstaaten infolge des Wahlsieges von Trump. Denn der hat unter anderem bereits erkennen lassen, dass er den Konfrontationskurs gegenüber Russland beenden und sich für eine Verbesserung der Beziehungen einsetzen will.

Die EU ist auf Trump-Politik nicht vorbereitet und hat kein Mittel gegen wachsende innere Widerstände

Trump stellt für den Westen und geopolitisch eine Zäsur dar. Alte Gewissheiten in Bezug auf die US-Außenpolitik gelten seit der Wahl Trumps nicht mehr. Vieles deutet darauf hin, dass er bei einer ganzen Reihe von Wahlkampfversprechen ernst zu machen gedenkt. So hat er beispielsweise alle Lobbyisten aus seinem Übergangsteam verbannt (3) und angekündigt, alle hochrangigen Regierungsvertreter müssten vor ihrer Berufung eine Erklärung unterzeichnen, nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung fünf Jahre lang keine Lobbytätigkeit auszuüben. (4)

Es gibt weitere konkretere Hinweise, die darauf hindeuten, dass Trump politisch einiges Umkrempeln wird. Der vielleicht wichtigste: Bisher hat er für seine Regierung streitbare, in jedem Fall unbequeme Persönlichkeiten ausgewählt, die sich (bisher) alle nicht scheuen, mit ihren Überzeugungen und Ideen anzuecken – im politischen Establishment, im wirtschaftlichen Establishment und gegebenenfalls auch nicht beim Präsidenten selbst. Das heißt, Trump umgibt sich offenbar nicht – wie es in vielen Regierungen praktiziert wird – mit Ja-Sagern. Das ist bemerkenswert.

Das gilt etwa für Jeff Sessions (69), Senator aus Alabama, der Justizminister werden soll und die Konzerne stärker zur Verantwortung ziehen will. (5) Es gilt ebenso für den ehemaligen Generalleutnant Michael Flynn (57), Trumps Wahl für den Posten des Beraters für Nationale Sicherheit und ein Befürworter der Verbesserung der Beziehungen zu Russland (6). Mit der Auswahl von Nikki Haley (44), Gouverneurin von South Carolina, für den Posten des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen holt Trump sich sogar jemanden in sein Team, der ihn im Wahlkampf scharf angegriffen hatte und der zudem auf dem diplomatischen Parkett unerfahren ist. (7)

Gibt der Trump-Sieg den Protestparteien in Europa Rückenwind?

Noch sind viele Positionen in Trumps Regierung nicht besetzt. Doch seine bisherigen Personalentscheidungen lassen erahnen, dass er beabsichtigt in seiner Amtszeit einiges anders zu machen als seine Vorgänger. Dass er dabei mit Konventionen des politischen Establishments bricht und gegen den Strich bürstet, das ist es, was Protestparteien und insbesondere rechten Protestparteien überall auf der Welt Rückenwind verleiht, selbst wenn abzuwarten bleibt, inwieweit Trump sich damit wirklich durchzusetzen vermag. Denn natürlich müssen die meisten seiner Kandidaten erst vom Senat bestätigt werden und es ist angesichts der knappen Mehrheit und einiger Republikaner im Senat, die drohen, nicht alle Personalien Trumps abzusegnen, unklar, inwieweit dies gelingt.

All das reicht jedoch aus, um Protestparteien nicht zuletzt in Europa in Siegeslaune zu bringen. Was mit Nigel Farage, dem ehemaligen Chef der United Kingdom Independence Party (Ukip) und seinem Kampf gegen das politische Establishment sowie für den Brexit begonnen und in ihren Augen mit dem Wahlsieg Donald Trumps in den USA eine kraftvolle Bestätigung erfahren hat, das wollen sie nun in Europa erfolgreich fortsetzen. Ein erkennbarer Trump-Effekt spiegelt sich in den Umfragen für Protestparteien bisher allerdings nicht wider. (8)

Wie groß ist der Trump-Effekt in Europa: Erster Stresstest für die EU am 4. Dezember

Ihre Karten sind in Anbetracht der schweren, weiterhin ungelösten Krise der EU und der Unzufriedenheit in der Bevölkerung nicht schlecht, die vom politischen Establishment geformten europäischen Fundamente weiter schwer zu beschädigen. Die beiden ersten Tests stehen bereits am 4. Dezember an:

1. Das Verfassungsreferendum in Italien, dass Ministerpräsident Matteo Renzi den Umfragen zufolge verlieren und ihn zum Rücktritt mit anschließenden Neuwahlen zwingen könnte. Rückenwind hat die gegen das Establishment gerichtete, eurokritische „Fünf Sterne Bewegung“ von Beppe Grillo. (9) Aus Neuwahlen könnte sie als stärkste Partei hervor gehen und deswegen wird die Möglichkeit eines „Italexit“ mit verheerenden Folgen für die Währungsunion und die EU spekuliert. Morgan Stanley beispielsweise sieht die Chance Renzis, das notwendige „Ja“ für die Verfassungsreform beim Referendum zu bekommen, lediglich bei 35 Prozent. (10)

2. Die Wiederholung der vom österreichischen Verfassungsgerichtshof im Juli für ungültig erklärten Präsidentenstichwahl, bei der Alexander van der Bellen (ein ehemaliger Grünen-Politiker) Norbert Hofer (FPÖ) nur hauchdünn geschlagen hatte. Die Umfragen sehen nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch niemand vermag die Stimmung in Österreich und einen möglichen Trump-Effekt, der den Rechtspopulisten Hofer stützen könnte, realistisch einzuschätzen. (11)

Für das politische Establishment und die EU ist der 4. Dezember somit ein sehr wichtiger Tag. Sind Protestparteien und Gegner des Euro und/oder der EU in ihrer gegenwärtigen Form im Windschatten von Donald Trump weiter im Aufwind oder nicht? Das ist die Frage, um die es geht.

Mit Trump als US-Präsidenten droht der EU als geopolitischem Akteur eine kräftige Abwertung

Unabhängig davon droht die EU aufgrund der Politik des neuen US-Präsidenten geopolitisch in eine Art tiefes Loch zu fallen. Denn mit Trumps Ankündigung, die Beziehungen zu Russland verbessern zu wollen und einer ersten, in diese Richtung weisenden wichtigen Personalentscheidung, wurden de facto bereits die Weichen für die Wiederherstellung einer bipolaren Weltordnung gestellt.

Die beiden dominierenden Kräfte werden darin die USA auf der einen sowie Russland und China auf der anderen Seite sein, was im Umkehrschluss darauf hinausläuft, dass die EU geopolitisch herabgestuft wird und weiter Einfluss verliert, den sie ohnehin bereits selbst durch ihre Uneinigkeit und Führungsschwäche (Stichworte: Ukraine, Türkei) verspielt hat – jedenfalls aus Sicht der USA, Russlands und Chinas.

Trump hat der bisherigen EU-Außenpolitik, die sich – nicht nur in Bezug auf die Ukraine und Russland – eng an der der Obama-Administration orientierte, mit seiner Haltung gegenüber Russland die Grundlage entzogen. Verstärkend kommt seine Ankündigung hinzu, auch die Rolle und das Wirken der USA in der NATO neu definieren zu wollen, was bedeutet, dass er von den anderen Mitgliedern höhere finanzielle und militärische Beiträge einzufordern beabsichtigt. Die Konfrontationspolitik der NATO gegenüber Russland erfährt somit durch Trump einen doppelten Dämpfer. Trump ist Geschäftsmann. Er wird einen Deal der kostspieligen Konfrontation vorziehen.

So betrachtet hat Trumps Wahlsieg für die EU eine zusätzlich destabilisierende Wirkung, weil sie erstens auf die Abkopplung ihrer bisherigen geopolitischen Lokomotive USA weder vorbereitet noch adäquat dafür aufgestellt ist. Die EU hat die Zugmaschine verloren, die ihr politisches Establishment bisher bequemerweise von schwierigen Entscheidungen befreite und es weitestgehend aus der Verantwortung für Antrieb und Kurs entließ.

Zweitens sind die EU und deren politisches Establishment nicht auf das Ausmaß des – inzwischen durch den Trump-Sieg gestärkten – politischen Widerstandes vorbereitet. Die politisch ohnehin schwer taumelnde EU droht an diesem wachsenden Widerstand als Folge ihrer eigenen Orientierungslosigkeit, die unter einem US-Präsidenten Trump noch stärker als bisher zu erkennen sein dürfte, zu zerbrechen.

Führungsschwäche, Orientierungslosigkeit, Zerfall?

Investoren schätzen das Risiko eines Euro-Exits Italiens gegenwärtig auf 19,3 Prozent, das für den Exit irgendeines Euro-Mitglieds auf 24,1 Prozent. Letzteres Risiko lag gemäß dieses Maßstabes während der Hochphase der Euro-Krise in 2012 bei über 70 Prozent. (12)

Das sieht also noch nicht wirklich nach Alarmstufe „rot“ aus. Doch wie das Brexit-Referendum und auch die Trump-Wahl zeigen, können die Auguren allesamt wieder falsch liegen. Sonntagnacht wissen wir zumindest in Bezug auf die Präsidentenwahl in Österreich und auf das Verfassungsreferendum in Italien ganz genau, was Sache ist. Immerhin trauen sich so kurz vor der Präsidentenwahl in Österreich und dem Referendum in Italien überraschend wenige, den Sieg des politischen Establishments vorherzusagen. Das allein will schon viel heißen.

von Stefan L. Eichner
Konatkt: info.sle@web.de

Print article

25 KommentareKommentieren

  • Marja - 29. November 2016

    Analysen auf der Basis von Vorhersagen, scheinen ein Risiko zu haben. In wichtigen Fragen, zu dem die Wähler befragt werden, scheint es realistischer zu sein, das Gegenteil der Vorhersagen anzunehmen :-)).

    Dass der EU seit der “Osterweiterung” die politische Richtung und insbesondere eine allgemein akzeptierte Vision vollends verloren gegangen ist, steht zweifelsfrei fest. Allerdings sehe ich auch nicht in den europäischen Nationalstaaten politisch zukunftsweisende Ziele. Es ist alles etwas rückwärtsgerichtet oder ziellos.

    Da die EU aber schon immer ein Zweckbündnis war, erwarte ich keinen Zerfall. Bis auf die USA profitieren die meisten noch von der EU.

    • Georg Trappe - 30. November 2016

      Auf die zersetzende Wirkung des Fettaugensyndroms, wenn bei stagnierenden Medianeinkommen die Durchschnittseinkommen davon laufen, ist absoluter Verlass.

    • Aufgewachter - 31. Dezember 2016

      Das erinnert mich alles an das folgende Spiel …

      PC-Game „Staats-Simulator“ / Wir spielen Deutschland schafft sich ab!

      Das Spiel kann von der Realität geringfügig abweichen.

      Spielanleitung
      Ziel des Spieles ist es, so schnell, wie möglich den Deutschen National- und Sozialstaat zu zerstören, damit dieser nicht mehr gefährlich für die satanische Schuldgeld- und Zinses-Zins-Sekte an der US-Ostküste werden kann. Verwandeln Sie mit viel Fingerspitzengefühl den Staat, den es nie gegeben hat, vom militärischen Besatzungskonstrukt ohne Friedensvertrag über eine erlaubte Kriegslist, nach der Haager Landkriegsordnung, Schritt für Schritt in eine Nicht Regierungs Organisation (NGO) und integrieren Sie die gekonnt in die Konzerne des globalen Faschismus, damit endlich der weltweite bargeldlose Zahlungsverkehr mit implantiertem RFID-Chip, die Welt- Religion/Regierung sprich die Neue Welt Ordnung (NWO) der Globalisten umgesetzt werden kann.

      Startbedingungen
      Es ist schon alles vorbereitet. Sie beginnen im Jahre 1989. Deutschland ist schon weitgehend durch die zwei Weltkriege und die Wiedergutmachungsleistungen geschwächt und steht unmittelbar vor der Übernahme durch die Europäische Union, welche später über das inflationäre Copyright-geschützte Zahlungsmittel EURO aber dennoch Schuldgeld möglichst viele National- und Sozialstaaten der EU-Schuldenunion mit in den finanziellen Abgrund reißen soll. Schließen Sie aber vorher unbedingt noch den ESM-Vertrag, den Klimavertrag und die drei US-Konzernschutzabkommen für die Globalisten an der US-Ostküste ab, damit der National- und Sozialstaat nach einem möglichen Austritt aus der Europäischen Währungsunion nicht wieder aufkeimen kann.

      Marketing und Public-Relations
      Schalten Sie die öffentlich-rechtlichen Rundfunk und TV-Sende-Anstalten der Besatzungsmacht möglichst schnell mit den privaten Konzernmedien gleich, um die völlige Kontrolle über die Hirne der Massen zu bekommen. Dieses Mind-Control-Programm können Sie in der letzten Ausbaustufe, noch mit einer TV-Zwangsgebühr durchsetzen, so daß die anti-nationale und anti-soziale Umerziehungs-Propaganda mit der NAZI-Keule auch wirklich jedes Individuum erreicht. Nutzen Sie intensiv die bestehende Quasi-Verbeamtung als Machtinstrument damit Bischöfe, Priester etc. auch schön nach Ihrer Pfeife tanzen. Optional können Sie auch die Lichtanlagen für die Innen- und Außenbeleuchtungen jeder Kirche nach belieben, wie es die jeweilige politische Situation gerade erfordert, an oder abschalten.

      Unternehmensphilosophie
      Bestechen Sie alle Leute, die sich Ihnen für das oben genannte Ziel quer stellen. Der Auftraggeber hat sich von der Golddeckung verabschiedet und kann praktisch „Geld“ per Mausklick generieren. Lassen Sie unliebsame Leute, die Ihrer Agenda nicht folgen wollen, erst einmal ein paar Tage mit erstklassigen Call-Girls in den reichen Industriellen-Villen an der Côte d’Azur entspannen, um sie anschließend durch Indiskretionen über ihre individuell mehr oder weniger perversen Sexualpraktiken gefügig zu machen, damit sie wieder spuren. Auch Betreuungsanträge mit kurzem Aufenthalt in einer Justizvollzugsanstalt oder Psychiatrie können schon helfen, die NWO-Abtrünnigen wieder auf den rechten Weg zu bringen.

      Special Operations
      Unbestechbare Leute können Sie per ferngesteuerter Präzisions-Autobombe, in der Badewanne, durch gezielten Kopfschuß oder per Fallschirm, der sich nicht öffnet, entsorgen. Halten Sie die Scheingerichte sauber. National und/oder sozial denkende Richter sind sofort aus dem Verkehr zu ziehen. Deutsche sind stets schlechter zu behandeln, als Migranten, insbesondere bei der Strafverfolgung. Sie erhalten über die Geheimdienste vollen Zugriff auf Terrormanagement, Social-Engineering, Geo-Engineering und Gender-Mainstreaming. Planen Sie Demos, wie „Nie wieder Deutschland“, mieten Sie notfalls Gegendemonstranten für 25 Euro pro Stunde und lassen Sie sie Luftballons mit deutschenfeindlichen Texten, wie „Bomber Harris do it again“ aufblasen und verteilen, verschärfen Sie den Überwachungsstaat indem Sie mit der Abteilung Agent Provocateur Gewalt in die Demos einfliessen lassen oder machen Sie notfalls von der ANTIFA Gebrauch, um nationale und soziale Strukturen der Deutschen endgültig zu zerstören.

      Personalrekrutierung und Einstellen von Personal
      Stellen Sie die fiesesten, kriminellsten, retardiertesten Korruptlinge und Charaktere als Politiker und getarnte Lobbyisten ein. Doch aufgepaßt! Geben Sie Acht, daß die Zusatzeinkommen unentdeckt bleiben, um Ihre Lobbyisten im Innern solange, wie möglich zu decken, bis Deutschland endgültig abgeschafft worden ist. Lassen Sie Ihre Politiker auch mal dann und wann etwas richtiges sagen, damit das Deutsche Volk auch weiter schön wählen geht und von den Einheits-Parteien an der Nase herumgeführt werden kann. Musik in deutscher Sprache und kulturelle Feste, wie Weihnachten, Ostern, Karneval, Maifeiertag, Oktoberfest und Martinstag sind im übrigen abzuschaffen und durch bunte Luftballons, Hüpfburgen, Bratwurststände und pseudo-national-dekorierte „Fan-Meilen“ in der Stadt zu ersetzen und mit Wirtschaftsflüchtlingen zu fluten, bis kein deutscher Einwohner sich mehr daran erinnern kann, in welchem Land er gerade zugegen ist oder welcher Nationalität er angehört und wie er es überhaupt verschlafen konnte, welche genaue Ursache denn nun zur völligen Bewußtlosigkeit und Auflösung der deutschen Volksseele der einst intelligenten Erfinder, Dichter und Denker geführt hat. Wir schaffen das!

  • Marcito - 29. November 2016

    Hofer gewinnt und das Referendum wird in Italien abgelehnt.

  • Uwe - 29. November 2016

    Wozu das Fragezeichen im letzten Absatz? Eine Führung existiert nicht: Es gibt keine Struktur, die gefestigt ist, schon gar keine demokratisch legitimierte. Das Elitenprojekt ist für mich gescheitert und sollte unter Mitnahme der Bevölkerung neu aufgesetzt werden. Eine offene Gesellschaft ohne
    CIA-Soros-Open Society: Dafür brauchen wir neue Kräfte, die sich gerade aufbauen. Trump gibt
    der EU die Chance. Immer hin haben wir gelernt, wie es nicht geht. Grüße Uwe

  • Eulenspiegel - 29. November 2016

    Eigentlich könnte der Brexit auch eine Chance für die EU sein (“never let a crisis go to waste”)

    Zum einen fällt der “Thatcher-Rabatt” weg, der UK gegen andere große Nettobeitragszahler deutlich begünstigte. Britischer Kronbesitz wie z.B.die Isle of Man und die dortigen Offshore-Finanzplätze sind zukünftig nicht mehr Teil der EU.

    Zum anderen könnten endlich von Großbritannien bisher blockierte Gesetze EU-weit eingeführt werden (wie z.B. die Finanztransaktionssteuer). Eine EU-weite Verteidigungsgemeinschaft mit Schwerpunkt auf der Sicherung der Außengrenzen unter dem französischen Atomschirm könnte Frankreichs Haushalt entlasten und dort Gelder für dringend anstehende Reformen freimachen.

  • Gundermann - 29. November 2016

    “Zum einen fällt der “Thatcher-Rabatt” weg, der UK gegen andere große Nettobeitragszahler deutlich begünstigte.”

    Mit der Folge, dass die bisherigen Nettozahler nun noch mehr zahlen müssten – aber wenigstens werden sie nicht mehr benachteiligt.

    Und die Entlastung des französichen Haushalts bedeutet dann wohl noch mehr Belastung der Nettozahler.

    Na, da danke ich.

  • JL - 29. November 2016

    Die letzten Wahlen in Amerika haben die Stoßrichtung der amerikanischen Außen- und Innenpolitik seit Bill Clinton (Präsident von 1993- 2001) und seinen Nachfolgern vollkommen aufgelöst. Entsprechend müssen sich bisherige Machtstrukturen wohl oder übel auflösen oder zumindest ins zweite Glied zurücktreten. In welcher Art und Weise dies geschieht hängt einerseits von der Gangart des zukünftigen Präsidenten und andererseits von einer möglichen Anklage gegen Hillary Clinton ab. Sollte die Dame auf die Anklagebank müssen wäre es schlagartig sehr still bei Demokraten wie Republikanern.

    Nun kann man schlecht voraussagen was Trump als Präsident bewegen wird, Fakt aber ist das er gegenwärtig nur zwei Jahre Zeit hat um seinen angekündigten Richtungswechsel durchzuboxen. Hinterher könnten mögliche geänderte Senatsmehrheiten ihm das Leben schwer machen.

    Die EU- Führung und die wirtschaftlich größten Nationalstaaten in der Union hängen politisch schwer angeschlagen in den Seilen. Das Amerika an das sie sich so Vasallentreu anlehnten und alles fraglos mittrugen was deren Präsidenten verkündeten stehen vor einem politischen Scherbenhaufen und damit die EU selbst auch. Die Amerikaner setzen sicher voraus das die EU auf die neue Politik einschwenken wird, dies allerdings macht einige politische Köpfe nicht nur überflüssig, sondern zudem verschiedene nationale Parteien unglaubwürdig, sofern man dort eine 180 Grad- Wende versucht. Versucht man dies nicht ist man nicht mehr auf der Höhe der Zeit und auch unglaubwürdig- ein Dilemma für viele europäische Regierungsparteien und eine Art Startschuß verschiedener kritischer Strömungen. Erschwerend kommt hinzu, daß nun offensichtlich Richtungslosigkeit in den politischen Chefetagen vorherrscht. Keiner weiß was er machen soll aber alle machen mit, so offenbar die derzeitige Devise. Mit so einem orientierungslosen Haufen braucht man auf der internationalen Bühne auch nicht zu reden, daß versteht sich von selbst und wäre Zeitverschwendung. Man degradiert sich also zunehmend durch keine erkennbare eigene Politik zum eigenen Schaden. Warum sollte sich international irgendjemand mit seinem Gegenüber (EU) unterhalten, wenn der Gegenüber noch nicht mal selbst weis was er will und richtungslos durch Zeit und Raum schwebt.

    Das ein unmittelbarer Italexit nach den Referendum am 04.12.2016 oder auch mittelfristig (innerhalb 1- 2 Jahre) durchführbar wäre halte ich für unrealistisch. Zu verwoben sind Wirtschaft, Finanzen und Schulden als das man diese mal eben so entflechten könnte. Hier wird es sicher eher weitere fiskalische Zugeständnisse aus Brüssel geben die der Euro auf Dauer nicht gewachsen sein wird und letztlich implodiert. Das ist dann gut für Schulden und schlecht für Guthaben. Erst dann wird es wohl einen Neustart in nationale Währungen geben.

    Das die NATO nach den Äußerungen Trumps zukünftig noch expandieren kann ist wenig vorstellbar. Verlagert sich der finanzielle Schwerpunkt von den USA zur Europäischen Union wird es sicher weniger Geld „regnen“ als vorher und dies umso weniger jemehr man finanziell angeschlagen ist (Thema Staatsverschuldung).

    Sollten Trumps protektionistische Ambitionen nur zur Hälfte Wahr werden haben die exportorientierten Länder wie Japan, China, Südkorea, Deutschland und die Saudis ein Problem. Einerseits würden sich naturgemäß Waren durch Importzölle verteuern, andererseits könnten andere Länder auf dieselbe Idee kommen, also ein verschärfter Wirtschaftskrieg den Welthandel weiter einschränken.

    Die Verlierer wären dann auch wieder die vermeintlichen Gewinner von heute und ein weiteres Szenario für den Verfall der EU.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • SLE - 30. November 2016

      Hallo JL,

      Danke für Ihre Position. Was die Gefahr eines “Italexits” anbelangt, so denke ich, ein Referendum dazu könnte es in Italien nach Neuwahlen recht rasch geben, was natürlich voraussetzt, dass Renzi das Verfassungreferendum verliert. Bepper Grillo steuert ganz klar in diese Richtung und wenn ich mich jetzt nicht irre, tut es die Lega Nord, die Berlusconis Forza Italia in den Umfragen längst überholt hat, auch.

      Was Trump anbelangt, so bin ich mir inzwischen recht sicher, dass er keine scharfe protektionistische Politik betreiben wird. Er ist Geschäftsmann und bewertet die ausgehandelten Handelsabkommen einfach nur für schlechte Deals. In der Tat hat er ja zeitgleich mit seiner Aufkündigung von TPP angekündigt, neue, bilaterale Handelsabkommen aushandeln zu wollen. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass ihm chinesische Experten zustimmen, was das TPP-Abkommen anbelangt, wie kürzlich in der China Daily zu lesen war. Hier die entsprechende Passage des Artikels:

      The China Daily, the official state-run English-language newspaper, said many Chinese commentators were revelling in the demise of the TPP, and called it an “excessively complex” deal that was “doomed from the start”.
      “Encumbering a trade arrangement with too many politics isn’t the right way to do business,” the paper said in an editorial, adding that the TPP was “more of a political weapon than a real business deal”.

      (URL: http://www.reuters.com/article/us-china-economy-tpp-idUSKBN13J082)

      Viele Grüße
      SLE

      • Georg Trappe - 30. November 2016

        Seit wann gehen in einer Demokratie von Referenden Gefahren aus?

        Demokratietheorie, Rosseau, volonte generale:

        “Die volonté générale („allgemeiner Wille“) unterscheidet sich von der volonté de tous („Willen aller“): Erstere repräsentiert das Allgemeinwohl, während letztere nur die Summe der individuellen privaten Einzelinteressen (volonté particulière) bedeutet. Die volonté générale ist im Gegensatz zur volonté de tous unfehlbar, denn sie bezeichnet das, was der politische Körper (die Gemeinschaft der Bürger) tun und entscheiden würde, wenn er allgemeingültige Gesetze beschließen, wählen oder abstimmen könnte, und zwar bei vollständiger Informiertheit, höchster Vernunft und uneingeschränkter, also dogmatisch oder emotional ungetrübter Urteilskraft:

        « Si, quand le peuple suffisamment informé délibère, les citoyens n’avaient aucune communication entre eux, du grand nombre de petites différences résulterait toujours la volonté générale, et la délibération serait toujours bonne. »

        „Wenn die Bürger keinerlei Verbindung untereinander hätten, würde, wenn das Volk wohlunterrichtet entscheidet, aus der großen Zahl der kleinen Unterschiede immer die Volonté générale (Gemeinwille) hervorgehen, und die Entscheidung wäre immer gut.“ ”

        Konjunktive en masse angesichts der vorrevolutionaeren Verhaeltnisse 17xx. Die heute, Dank technologischen Fortschritts ala “Internet”, einer hoch entwickelten vierten und vor allen Dingen fuenften Gewalt ( http://www.zeit.de/2000/18/200018.5._gewalt_.xml ) aber auch wegen enormer Fortschritten in den sog. Wirtschaftswissenschaften ( http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1057521915001477 ) kein Thema mehr sind.

        Oder?

        Diese Absurditaeten sollen ein Donald, ein Renzi, ein Beppo oder gar ein bewusst gegen die Wand gefahrenes Projekt Europa ausraeumen?

        Holy Moly!

        Um Banken zu retten bedarf es keiner Staatsschulden, dafuer ist die Zentralbank alleine zustaendig. Siehe USA. Warum wurde also in Europa eine vollkommen unnoetige “Staatsschuldenkrise” inszeniert? Warum wird die Bewertung der Zahlungsfaehigkeit europaeischer Staaten durch ein Kartell amerikanischer Ratingagenturen betrieben? Warum behauten Transatlantiker wie Roland Berger, die Errichtung europaeischer Ratingagentueren sei zu teuer?

        OK, Donald ist der vorlaeufige politischeHoehepunkt eines Bebens, was der Oberbankster Bernanke ausgeloest hat. Und jetzt? Fundierte Antworten auf obige Fragen? Oder vorrevolutionaere Konjunktive en masse?

        Schoenen Tag noch!

        Georg Trappe

        • SLE - 1. Dezember 2016

          Hallo Herr Trappe,

          Ich verstehe, was Sie meinen, aber das – eine “Gefahr” zu sehen – ist eine Frage der Perspektive, nicht wahr.

          Herzliche Grüße
          SLE

      • JL - 30. November 2016

        Hallo SLE,

        Danke für Ihre Antwort.

        Ich möchte kurz erläutern warum ich nicht an einen baldigen Austritt Italiens aus der EU glaube.

        1. Tritt Italien aus der EU aus braucht Italien auch eine neue (alte) Währung. Wird diese eingeführt muß vorab die ganze Latte von Forderungen (Schulden) in diese neue Währung fixiert oder alternativ in Dollar oder Euro ausgewiesen werden. Das an sich ist schon ein wesentlicher Streitpunkt, da mit Einführung der neuen Währung deren Wert ziemlich sicher und schnell gegenüber anderen Währungen abtauchen würde. Einerseits besteht also die Möglichkeit Schulden zu minimieren, andererseits diese in der neuen Landeswährung zu erhöhen- ein wesentlicher Streitpunkt eben.

        2. Das schwer angeschlagene italienische Bankensystem braucht dringend frisches und vor allem „stabiles“ Geld in Form von international anerkannten Währungen oder im Ergebnis der Aufkaufprogramme seitens der EZB. Beides würde es mit dem Italexit nicht mehr geben was schlußendlich die Italienische Notenbank in Zugzwang bringen würde die Notenpresse anzuwerfen. Dies wiederum wäre ein Garant für Hyperinflation unter Betrachtung von Punkt 1. (Abwertung der Landeswährung).

        3. Die „Rettungsschirme“ mit denen Griechenland seitens der EU ausgestattet wurden haben einen möglichen Bumerang- Effekt für Italien, wenn sich die Union dazu entschließen würde die Schulden den Hellenen zu erlassen, nicht zur Strafe nur zur Übung für Rom sozusagen. Die Ratingagenturen Amerikas würden den Italienern spätestens dann das Fell über die Ohren ziehen und am ausgestreckten Arm verhungern lassen.

        Jetzt rächt sich eben das man seine eigene nationale Souveränität, die Währung, aufgegeben hat.

        Donald Trump hat in seinem Wahlkampf von der Heimholung der amerikanischen Wirtschaft gesprochen und zudem Millionen neue Arbeitsplätze angekündigt. Er wirbt, so er Präsident ist, mit deutlichen Steuererleichterungen und weniger Bürokratie für Unternehmen und Gesellschaften.

        Nun ist es so das viele amerikanische Unternehmen in fast schon himmlischen Wirtschaftsräumen agieren wo es kaum Abgaben oder Regeln/ Vorschriften gibt. Facebook zum Beispiel hat in England 2014 Steuern in Höhe von 5.000 Pfund bezahlt.
        http://www.focus.de/finanzen/news/was-amazon-kann-dorf-in-wales-verlegt-sich-offshore-um-keine-steuern-mehr-zahlen-zu-muessen_id_5086885.html

        Damit kann Trump nicht mithalten und will ergo eine Strafsteuer für Produkte die weitgehend im Ausland hergestellt aber auf dem amerikanischen Markt feilgeboten werden einführen. Neu ist das nicht, gerade die Chinesen praktizieren dies und sind auf Grund der Marktgröße/ Markterwartung sehr erfolgreich mit diesem Konzept. Dieser Protektionismus wird sicher ein zentraler Punkt in Trumps Wirtschaftspolitik, neben dem Ausbau der Infrastruktur. Und genau dies allerdings wird wieder die exportlastigen Nationalwirtschaften zunehmend belasten, unabhängig von möglichen bilateralen Vereinbarungen. Der Streit um den Wechselkurs Dollar/ Yuan wird sicher auch wieder aufköcheln.

        Trump braucht unbedingt Erfolg, ansonsten ist er dieses Mal voraussehbar politisch pleite.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

        • SLE - 1. Dezember 2016

          Hallo JL,

          in Bezug auf Ihre Argumente, die gegen einen “Italexit” sprechen, stimme ich Ihren zu.

          Inzwischen würde ich als vierten Punkt die Kapriolen der britischen Regierung bezüglich des Brexits und die sich langsam abzeichnenden negativen Folgen (nicht zuletzt die im Aufsatz angesprochene zusätzliche Schuldenaufnahme von 122 Mrd. Pfund für die nächsten fünf Jahre) desselben ergänzen. Das hat gewiss eine abschreckende Wirkung in Teilen der italienischen Bevölkerung.

          Das Problem dabei ist lediglich, dass es den Italienern beim Verfassungsreferendum – so wie berichtet wird – im kern gar nicht so sehr um die Reform geht, sondern um ein Votum zur Politik Renzis im Allgemeinen. Auch die Oppositionsparteien stellen seit Wochen in ihren Angriffen auf die Regierung Renzi und ihre Politik ab und nicht so sehr auf die Verfassungsreform. Beispielsweise hat meines Wissens Berlusconi (Forza Italia) die Reform mitgetragen, will aber jetzt beim Referendum erreichen, dass Renzis Regierung scheitert.

          Bei Trump bin ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht bereit, in Bezug auf die Außen-, Wirtschafts-, Handels- und Währungspolitik eine überwiegend negative Einschätzung abzugeben. Der Mann ist nicht dumm, sondern im Gegeteil recht clever und auch einfallsreich.

          So hat sein Kandidat für das Finanzministerium, Steven Mnuchin, beispielsweise nicht nur erklärt, die Steuern für Unternehmen so wie von Trump versprochen von 30 auf 15 Prozent zu halbieren. Vielmehr hat er angekündigt, die amerikanischen Mittelklasse steuerlich deutlich entlasten zu wollen und zudem betont, die Top-inkommensempfänger sprich Reichen in absoluten Zahlen nicht entlasten zu wollen. Hier der Link dazu:

          http://www.cnbc.com/2016/11/30/exclusive-steve-mnuchin-no-absolute-tax-cut-for-the-upper-class.html

          Trump selbst wiederum hat jetzt mit einem Deal mit der US-Firma United Technologies Corp. einen Deal ausgehandelt, nicht wie geplant, rund 2000 Fabrikarbeitsplätze von Indianapolis nach Mexiko zu verlagern, sondern nur etwa 1000.

          http://www.reuters.com/article/us-usa-trump-utc-idUSKBN13P038

          Die Aktion hat einen überaus hohen symbolischen Wert. Trump zeigt seinen Wählern – viele von denen gehören ja zu der Arbeiterklasse (siehe seine Wahlerfolge in den Rust-Belt-Staaten) – und den Amerikanern an einem ganz konkreten Fall, was er mit seiner Politik und auch persönlich für sie tun will. Ich finde das sehr clever. Wenn er das durchzieht, könnte er zudem tatsächlich einiges bewirken. In jedem Fall aber ist das ein vorzeigbarer konkreter Erfolg, den jeder Amerikaner sieht und versteht.

          Was die Steuervorteile für US-Konzerne in anderen Ländern anbelangt, so möchte ich auf die im Aufsatz angesprochene Wahl (siehe dazu auch den unter Ziffer (5) verlinkten Artikel) von Jeff Sessions für den Posten des Justizministers verweisen. Der Mann will erklärtermaßen hart gegen tricksende und betrügende Konzerne vorgehen. Zudem will Tump – wie bereits geschrieben – die Unternehmenssteuern halbieren und beides zusammen könnte die US-Konzerne vielleicht doch bewegen, in die USA zurückzukehren – bilanztechnisch wie auch jobmäßig.

          Gut, es ist viel zu früh für eine Bewertung oder auch nur eine solche Prognose. Immerhin aber besteht diese Möglichkeit.

          Was die Abwertung des Yuan anbelangt gebe ich Ihnen recht.Trump wird das nicht hinnehmen wollen. Aber natürlich hat die chinesische regierung ihre eigenen drängenden Probleme. Dazu gehören mit an erster Stelle die Kapitalflucht und die Yuan-Stabilisierung und wie dieser Bericht erläutert, kommt sie dabei nicht vom Fleck, sondern greift inzwischen zu drakonischen Maßnahmen.

          https://www.welt.de/wirtschaft/article159861721/So-will-China-die-Flucht-des-Geldes-stoppen.html

          Gegenwärtig verabeitet der rest der Welt also die politische Wende, die von Trump ausgeht oder ausgehen könnte und die Kräfte, die dabei freigestezt wurden und werden, wirken offenbar durchaus in unterschiedliche Richtungen. Isofern soriert sich gerade Vieles neu und welches neue Bild daraus entsteht und wie sich die geopolitischen Konstellationen verändern, ist – abegsehen vielleicht von der im Aufsatz oben angesprochenen Schwächung der Rolle der EU und der Rückkehr zu einer bipolaren Weltordnung – schwer vorauszusagen.

          Viele Grüße
          SLE

        • SLE - 1. Dezember 2016

          Hier noch ein Nachtrag zum Verhältnis USA-China unter Trump:

          http://www.foxnews.com/opinion/2016/11/30/incredible-secret-weapon-trump-brings-to-us-china-relations-and-why-matters.html

          Höchst erstaunlich, aber wahr: Trump ist in der chinesischen Bevölkerung beliebt!

          Grüße
          SLE

  • Marja - 30. November 2016

    Das Exportgeschäft läuft zumindest in Asien seit ein paar Monaten nicht mehr, ohne dass es dazu Trump gebraucht hat. China, Korea und Japan haben eine Reduktion des Exports von ca. 10 %. Ich gehe mal davon aus, dass das in diesen Ländern nicht ohne Spuren in der Binnenwirtschaft bleibt. Es könnte ja auch sein, dass nur die Exportpreise fallen, nicht die Exportmenge. Die Reduktion der Importe ist stärker gewesen, als die Reduktion der Exporte, so dass die Handelsbilanzüberschüsse nicht so gelitten haben. Den Rohstofflieferanten geht auch das Geld aus. Heute schreibt Zerohedge über einen Einbruch der Baugenehmigungen in Australien um 25 %, – wie bei der Lehmanpleite. Dann sind in China über Nacht die REPO Zinsen und der Dollarkurs in Hongkong angestiegen. Nur in Schland ist Party mit 9% Exportüberschuss vom BIP. Irgendwie brauchen wir nicht Donald Trump, die Hütte brennt schon jetzt, nur nicht in Europa, sondern im fernen Osten.

    Grüße Marja

  • Jeha - 30. November 2016

    Das China das Scheitern von TPP begrüßt ist klar. Schließlich war es von seiner ganzen Zielrichtung darauf ausgelegt China zu isolieren.

    In diesem Zusammenhang wird es auch interessant wie sich der Konflikt im südchinesischen Meer entwicklen wird, sollte Trump wirklich die Aussenpolitik USA mehr in Richtung Isolation betreiben.

    Ich frage mich was in Trumps Augen ein guter Deal für Amerika wäre. Wenn er wirklich mehr Jobs in die USA holen will muss er irgendwie die Importe von Produkten reduzieren, um seine Aussenhandelsbilanz zu verbessern. Ansonsten wird er die Stimmen in den Wechselstaaten bei der nächsten Wahl wieder verlieren. So wie Maria das schon geschrieben hat wird das die Exportlastigen Länder treffen.

    Die werden auch so schon Probleme bekommen, da nun auch in der EU immer mehr Länder versuchen NettoExporteur zu werden. Irgendwer muss die Waren ja auch abnehmen.

    Was ein Scheitern des Euros angeht, ist es für mich nur noch eine Frage des wann und nicht des ob. Der einzige Staat der das IMHO verhindern könnte ist Deutschland. Es müsste unter den gegeben Umständen mindestens eine Abkehr von der Austerität geben. Um den Euro dauerhaft abzusichern müssten Ausgleichszahlungen geleistet werden, z.B. gemeinsame Sozialkassen oder ein erheblich ausgeweiterter EU-Länderfinanzgleich. Wenn man verhindern will, dass die Arbeitnehmer der verschiedenen Länder EINER Branche gegeneinader ausgespielt werden bräuchte man einen Euroweiten Flächentarifvertrag. Eben all die Dinge, die in der BRD so verschiedene Bundesländer wie Bremen und Bayern in der gemeinsamen Währung gehalten haben.

    Da alle diese Vorschläge als komplette Utopie oder ScienceFiction betrachtet werden müssen, wird der Euro wohl kollabieren. In Deutschlan ist einfach weit und breit keine Regierung in Sicht die das anpacken würde.

    Wobei mich brennend interessiert, was all die Politiker und die Journalisten der Lei(d)medien, die stets posaunen:”Das Problem des Euros ist, das der gemeinsamen Währung nicht die politische Union gefolgt ist!” eigentlich mit politischer Union meinen, wenn nicht den einen oder anderen Vorschlag von oben.

    Aber leere Worthülsen waren für unsere Lei(d)medien ja noch nie postfaktisch. Ich fand das schon immer präbescheuert.

    Gruß Jens

  • Systemfrager - 1. Dezember 2016

    was all die Politiker und die Journalisten der Lei(d)medien, die stets posaunen: ”Das Problem des Euros ist, das der gemeinsamen Währung nicht die politische Union gefolgt ist!” eigentlich mit politischer Union meinen, wenn nicht

    eine totalitäre Plutokratie
    PS
    die man, in der Jahrhunderte langen Tradition der westlichen HEUCHELEI (Doppelstandards) als Demokratie und Menschenrechte verkaufen wird

  • Bubblegum - 1. Dezember 2016

    SLE und andere:
    Möchte mal auf folgendes hinweisen.
    Nur noch 8,5% des BIP der Vereinigten Terror-und Folterstaaten von Nordamerika werden durch das verarbeitende Gewerbe produziert.
    Wenn also die dortige, absolut marode Infrastruktur saniert werden soll, gleichzeitig Industriearbeitsplätze in riesigem Umfang geschaffen werden müssen, dann bedarf es massiver Kapitalimporte. Nach herrschender Lehre müssen dazu die Zinsen steigen, um überhaupt Investoren in dieses hoch verschuldete und praktisch insolvente Land zu locken. Die Folgen für die hochverschuldeten öffentlichen Haushalte und die Lohnempfänger, die sich jetzt mit 2 und mehr Jobs bis zum nächsten Gehaltsscheck hangeln, katastrophal. Gleichzeitig will Trump die Unternehmenssteuern halbieren. Dazu muss der Dollar im Verhältnis zu anderen Währungen niedrig bleiben, denn sonst werden Investitionen für Ausländer in den Folterstaaten zu teuer.
    Die Quadratur des Wirtschaftskreises. Und die marktradikalen Dummschwätzvorschläge, die bisher diskutiert werden, entlarven die ganze intellektuelle Hilflosigkeit dieser Pseudowissenschaft VW L.
    Viele Grüße Bubblegum

    • SLE - 2. Dezember 2016

      Hallo Bubblegum,

      nur zur Ergänzung: Größbritannien hat natürlich dasselbe Problem. Insofern ist klar, was geschieht, wenn die Finanzmärkte einbrechen. Was dort gegenwärtig auch wegen Trump geschieht, erinnert an die inszenierten Jubelparties für den (vorgetäuscten) Verkauf von Ferienappartments an Touristen in Urlaubsgebieten, die andere dazu bewegen sollen, ebenfalls zu kaufen.

      Grüße
      SLE

  • Marja - 1. Dezember 2016

    @Bubblegum

    Es ist so viel Geld im System, dass diesem Geld weder Waren noch Dienstleistungen entgegenstehen…. Zuletzt hat es sich noch mehr gelohnt, das ‘Geld arbeiten’ zu lassen, also die Vorstellung, Geld wird von alleine mehr, – ganz ohne Arbeit.

    Das erinnert an Kinder vor der Daddelkiste, die sich freuen, bei ihrem Spiel zu viele schöne Items zu besitzen. Wenn das BIP eines Landes nur mit 8,5 % durch reale Werte unterlegt ist, dann ist diese Zahl nur noch virtuelle Realität und der Geldwert reine Glaubensangelegenheit.

    Wenn alle Menschen für ihr Geld einen Gegenwert wollen, dann wäre es dasselbe, wenn alle Menschen ihr Geld von ihrer Bank holen wollen.

    Gruß Marja

  • Bubblegum - 1. Dezember 2016

    @Maria,
    Sie sprechen zwei wichtige Dinge an.
    “Der Geldwert ist nur noch reine Glaubensangelegenheit”
    Wobei in diesem Zusammenhang zwischen dem inneren( gemessen am Preisindex der privaten Lebenshaltung) und dem äußeren Geldwert ( gemessen am Devisen/Sortenkurs einer Währung) zu unterscheiden ist.
    In beiden Fällen werden die Lehrsätze der VWL als Irrlehren entlarvt.
    Der Aussenwert einer Währung sollte eigentlich das wirtschaftliche Leistungsvermögen der Volkswirtschaft eines Landes widerspiegeln. Ist im Falle der Vereinigten Terror- und Folterstaaten von Nordamerika mit Sicherheit nicht der Fall. Er bildet nur noch die militärische Stärke und die Fiatspekulationsblase der FED ab.
    Und in Japan flutet die Notenbank seit 1990 die Volkswirtschaft mit Fiat Geld. Der Lehre nach müsste Japan in Inflation versinken. Das Gegenteil ist der Fall, weil die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes seitdem gegen Null geht. Die Sparquote dort extrem hoch ist.
    Auch bleibt der Aussenwert des Yen relativ stabil, obwohl die Konjunkturprogramme Abes das reinste Desaster sind. Eben, weil sie an volkswirtschaftlichen Irrlehren orientiert sind.
    Und Japans Regierung kaum im Ausland verschuldet ist. Die Regierung ist fast nur bei ihren eigenen Bürgern Schuldner. Bildlich: die rechte Tasche ist Schuldnerin der linken.
    Für die USA gilt eben das nicht. Wird interessant sein, zu erfahren wie Trump aus diesem Dilemma heraus kommen will. Läuft wohl weiterhin auf Krieg hinaus.
    Viele Grüße
    Bubblegum

    • SLE - 2. Dezember 2016

      Der Devisenmarkt ist genau so wie die Aktien-, Rohstoff- und Bondmärkte von Spekulationen getrieben und verzerrt. Der Einfluss der Notenbanken ist geringer als der von Spekulanten, die sich selbstverständlich trotzdem freuen, wenn die Geldpolitik ihre Geschäfte immer neue beflügelt.

      Grüße
      SLE

  • Aufgewachter - 31. Dezember 2016

    Heute bei der Sparkasse

    Kundin : „Guten Morgen, Herr Müller.“

    Bankmitarbeiter : „Guten Morgen Frau Krause. Was kann ich für Sie tun?“

    Kundin : „Ich brauche ein Darlehen, Herr Müller.“

    Bankmitarbeiter : „Gern Frau Krause. An wieviel hätten Sie denn gedacht?“

    Kundin : „Ich benötige 1.000.000 Euro.“

    Bankmitarbeiter : „Darf ich wissen was Sie mit dem Geld vorhaben?“

    Kundin : „Klar doch. Ich würde gern Anleihen bei der Deutschen Bank kaufen.“

    Bankmitarbeiter : „Haben Sie denn irgendwelche Sicherheiten?“

    Kundin : „Aber natürlich.“

    Bankmitarbeiter : „Und welche wären das, Frau Krause?“

    Kundin : „Ja, natürlich die Anleihen von der Deutschen Bank.“

    Bankmitarbeiter : „Ein echt guter Witz, Frau Krause – den kannte ich noch nicht.“

    Kundin : „Wieso Witz?“