KEPOS

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4 Antworten zu “KEPOS”

    1. Hallo Steffen,
      darf ich die Gelegenheit nutzen, hier auf ein Anliegen von mir hinzuweisen. Gegenwärtig bemerken viele kritische Zeitgenossen, wie vom Weltwirtschaftsforum ausgehend eine massive Umformung der gesamten Weltwirtschaft von oben her organisiert wird. Es kommen hier in merkwürdiger Weise drei Impulse zusammen: Aus dem Westen der Impuls, den Menschen in ein Mensch-Maschinenwesen zu verwandeln (Transhumanismus), von Europa der Impuls, ein Führungsmodell im Sinne der Katholischen Soziallehre zu etablieren, und vom Osten der Impuls, die Masse in einem Kollektivbewusstsein zu halten und alle, die sich diesem entziehen wollen, als Gefährder auszusondern.
      Wer die Narrative, die Klaus Schwab in seinem Buch “Covid-19: Der große Umbruch” verwendet, mit denen der Katholischen Soziallehre vergleicht, wird sehr viele Ähnlichkeiten bemerken. Papst Franziskus fährt dazu auch das volle Parallelprogramm, was mittlerweile in heftigster Weise von dem konservativen Strom des katholischen Klerus kritisiert wird. Die Führungslehre der Katholiken geht aber zurück auf das, was in griechischer Zeit in der Platonischen Akademie erdacht wurde, insbesondere aber auf das, was von Aristoteles in der Nikomachischen Ethik entwickelt und dann von Thomas von Aquin mit den christlichen Glaubenswahrheiten verbunden wurde. In den 1870er Jahren wurde das im Neothomismus wieder aufgegriffen und ab 1891 in die Sozialenzykliken eingearbeitet. Es wurden jedoch die mittelalterlichen Denkformen nicht überwunden. Diese wirken in der europäischen Elite weiter und führen zu erschreckenden Verhaltensweisen.
      Heute leben wir in einer Zeit, wo wir jegliches kollektives Zwangsdenken überwinden müssen und auf das bauen müssen, was der Einzelne sich individuell erringt. Es schlägt nur sehr leicht ins Totalitäre um, wenn die Denkformen der Vergangenheit für die Zeitgemäßen erachtet werden. Von daher ist die Einladung in den Garten des Epikur ein schönes Bild.
      Ich habe einmal versucht, die Problematik des Great Reset und seine Beziehung zur Katholischen Soziallehre in diesem Video zu beleuchten:

      Vielleicht interessiert es den ein oder anderen.
      Herzliche Grüße
      Stephan

  1. Danke Steffen für die Einrichtung von ‚Kepos‘. Ja „Versuch macht Klug“….

    Ausgelöst wurde dies ja erst durch den Eintrag von Georg Trappe. Ein kleiner Ausschnitt davon darf hier vorangestellt werden:
    „….Epikur lehrt die Grundlagen von Unabhängigkeit. Das passt denen, die herrschen wollen, nicht. Was mir bei Epikur besonders gut gefällt, ist die Idee des Garten Kepos. Ein Platz des Austausches unter Freunden. Steffens Blog hier ist für mich eine Art Kepos“.

    • Was mich im Moment etwas umtreibt ist der Versuch zu erahnen (nicht mal zu verstehen), warum die Menschen, die ich kritisiere sich so verhalten wie sie es gerade tun.
    • Wie habe ich mich selber in all den vorangegangen Jahrzehnten verhalten?
    • Was kann ich daraus lernen und meinen Kindern weitervermitteln?

    Ich möchte z.B. erahnen, warum etwa 90% (oder mehr?) der Journalisten dieses Spiel mitmachen, mitmachen müssen? Der grösste Teil sieht doch auch was da abläuft.

    Ein Ausschnitt in Indubio 074 (Achgut) hat mir sehr geholfen etwas hinter den Vorhang des Journalismus zu schauen. Ist ein etwas langer Abschnitt, aber lesenswert.

    Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz hat dort gesagt, woher die Journalisten kommen:

    „Meistens kommen sie direkt aus den Universitäten. Die Universitäten sind Treibhäuser der Weltfremdheit, jedenfalls die Geisteswissenschaften, mittlerweile geworden. Und man kann im Grunde ohne Realitätskontakt heute perfekt von der Schule über die Universität bis in die Redaktion einer Zeitung oder Zeitschrift kommen, so wie das leider Gottes auch in der Politik möglich ist. Und diese extreme Form von Weltfremdheit ist Mangel an Lebenserfahrung, der dann aber gepaart ist mit extrem rhetorischen Talenten und auch oft einer hohen Intellektualität.
    Das erzeugt den Typus, der Nassim Nicholas Taleb mal ‘Intellectual Yet Idiot'(IYI) genannt hat, also Intellektuelle, die aber im Grunde Idioten sind. Idioten im Sinne von es fehlt ihnen jede Lebenserfahrung, es fehlt ihnen jeder gesunde Menschenverstand. Sie haben keinerlei politische Urteilskraft. Und diese Leute finden sie dann in den Zeitschriften, in der Zeitung, vor allen Dingen natürlich bei ARD und ZDF oder beim Deutschlandradio. Wie gesagt, das Problem ist es sind keine Dummköpfe. Sie sind meistens sogar hochgebildet, intelligent, wie gesagt rhetorisch sehr befähigt, können also jeden anderen in die Tasche stecken. Aber sie haben keinerlei Bezug zur Wirklichkeit.
    Und es gibt noch ein zweites Moment ausser diesem IYI. Und dafür ist eigentlich, wenn man so will, die Geschichte unserer Bildungsanstalten in den letzten Jahrzehnten verantwortlich. Das zweite Moment ist das, was Soziologen, erschrecken sie nicht über den spröden Ausdruck, Status Inkongruenz nennen. Was damit gemeint ist, die Journalisten sind es gewohnt, ständig mit Leuten zu tun zu haben, die sehr bedeutend sind, wirtschaftlich bedeutend, politisch bedeutend, kulturell bedeutend und die entsprechend auch sehr, sehr viel Geld verdienen und die sehr viel Ansehen und Bedeutung in der Gesellschaft haben. Und all das haben diese Journalisten aber nicht. Das heißt, sie fühlen sich mit ihnen, wenn man so will, Aug in Aug, haben das Gefühl, sie sind Ihnen vielleicht sogar überlegen, intellektuell, rhetorisch überlegen, verdienen aber unendlich viel weniger, sowohl an Geld als auch an Reputation.
    Und das führt zu Frustrationen. Ich glaube, dass beides sehr, sehr wichtig ist und dass die Journalisten in ihrem Größenwahn denken, besser zu wissen, was gut ist für die Welt als die Bürger. Und ich hatte das schon vielfach betont, dass die Journalisten sich selbst zunehmend in einer Art Oberlehrer Verhältnis zum Publikum verstehen, d. h. sie glauben, sie müssten ähnlich wie das auch einige Politiker meinen, man müsste den Bürger an der Hand nehmen um ihn zur Wahrheit zu führen oder zur richtigen Meinung zu führen. Und es ist ja auch kein Zufall, dass mittlerweile gerade die deutschen Journalisten auch sagen: Ach, Schluss mit dem alten Objektivitätsideal, das war alles schon immer Quatsch. Stattdessen geht es jetzt darum, Haltung zu zeigen. Oder wie sagt der Herr Restle so schön, einen werteorientierten Journalismus zu praktizieren, also das heißt auf Deutsch Propaganda zu machen.“

    Wie habe ich mich selber in all den vorangegangen Jahrzehnten verhalten?
    Habe ich das jetzt Sichtbare nicht auch „mitgetragen“? ‚The Wall‘ habe ich ja schon lange, wenn nicht gesehen, so doch erahnt, gespürt. Schleichend, Jahr für Jahr.

    Computerspezialist war doch cool. Habe ich gemacht und mich nicht wohl gefühlt in dieser binären 01010110 01101001-Welt.
    Damals mit 28 Lenzen habe ich die Reissleine gezogen und dann in der Gestaltung von Gärten mehr Lebenssinn gefunden.
    Diese Computer-Welt ist aber auch wunderbar, mit all den unendlichen Möglichkeiten welche diese offenbart, wenn sie zur gedanklichen Erweiterung dient und nicht zur Polarisierung und Spaltung. 0=links, 1=rechts oder umgekehrt…..

    Und als ich dann die ersten Aktien auf Anraten eines Kollegen kaufte? Hat es mich damals interessiert welche Firma diese Ölaktien besitzt und ob diese Ihre Angestellten richtig entlöhnt? Später habe ich das Börsen-Spiel aufgegeben.

    Als die neuen Einkaufszentren im Ort entstanden habe ich mich gewehrt, indem ich nur in das ‚Tante Emma Lädeli‘ einkaufen ging. Dann musste ich aber in vier Lädeli einkaufen gehen um alle Lebensmittel beisammen zu haben. Und mit der Zeit war es wohl einfacher im Einkaufszentrum….
    Oder beim Kleiderkauf: Irgendwann stand da eben mal Vietnam drauf oder China, dann irgendwann nur noch. Handy gekauft, Laptop…. Kinderarbeit? Wanderarbeiter? Davon gelesen ja. Und dann?
    Was würde ich machen, wenn ich Milliardär wäre?
    Bin froh, dass ich da nicht mitmachen muss 🙂

    Hätte ich/wir, jeder einzelne von uns diese jetzige Entwicklung aufhalten können? Zu welchem Zeitpunkt? Wie? Sicher nicht als Politiker. Etwas mildern vielleicht als investigativer Journalist.

    Was kann ich daraus lernen und meinen Kindern vermitteln?
    – Sicher mal achtungsvoll leben, damit wir uns im Spiegel noch mit gutem Gewissen anschauen können.
    – Gemeinschaften, Strukturen + Netzwerke erschaffen, die im Sinne des Epikur funktionieren?
    – mich mit Menschen umgeben auf die ich mich verlassen kann.

    …Gedankensplitter, mehr nicht….
    Vielleicht nimmt sie ja jemand auf….

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