SMP- Programme bei 216,817 Mrd. Euro

von am 16. Januar 2012 in Allgemein

Zu Beginn der 03. Kalenderwoche stieg nach Angaben der Europäische Zentralbank (EZB) das Volumen des Securities Markets Programme (SMP) um relevantere +3,766 Mrd. Euro zur Vorwoche auf 216,817 Mrd. Euro.

Die Entwicklung des aufgekauften Volumens an Staatsanleihen durch Zentralbanken des Eurosystems, seit der 20. Kalenderwoche 2010, dem Beginn des SMP Programms im Weeklychart. Aktuell haben die nationalen Zentralbanken insgesamt ein Staatsanleihenvolumen von 216,817 Mrd. Euro aufgekauft. Der Umfang der Interventionen mittels der SMP-Programme wird vom EZB-Rat bestimmt. Nur in den letzten 23 Wochen betrug der Anstieg +142,817 Mrd. Euro.

Hinter dem SMP-Programm steht der Ankauf von Staatsanleihen aus finanzschwachen Mitgliedsländern der Eurozone (PIIGS), durch die Zentralbanken des Eurosystems, die in der EZB-Bilanz als “Vermögenswert” auf der Aktiva-Seite im Wochenausweis unter 7.1 “Wertpapiere für geldpolitische Zwecke” ausgewiesen werden. Seit Mitte Mai 2010 werden nun bereits potentielle Schrott(Staats)anleihen, insbesondere der Südperipherie der Eurozone aufgekauft und der Trend ist weiter, wenn auch abgeschwächt, aufwärts gerichtet. Zwar betont die EZB, dass als Neutralisierung der Käufe von Staatsanleihen, liquiditätsabsorbierenden Geschäfte im Eurosystem getätigt werden, nur ist diese Sicht ein gutes Stück Vernebelung, wenn unterm Strich seit Monaten die Bilanzsumme weiter ansteigt. Beim SMP haften bei einem Zahlungsausfall alle nationalen Zentralbanken (NZB) der Eurozone, gemäß ihrem Kapitalanteil an der EZB, darunter die Bundesbank und damit Deutschland in Höhe von 27,13%. SMP-Programme sind nur eines von diversen Risiken die mit anteiliger Haftung Deutschlands aufgetürmt werden, um die Schuldenkrise in der Eurozone zu bewältigen und den Status Quo zu erhalten. Alle geldpolitischen Maßnahmen gehen aber am Kern der Probleme, der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften vorbei.

Einen weiteren Interventionsbedarf liefern heute die Staatsanleihen von Portugal, nachdem nun auch die Ratingagentur S&P die Kreditwürdigkeit Portugals, wie bereits Moody’s und Fitch, auf Ramschniveau herabgestuft hat, zogen heute die Renditen für 10-jährige portugiesische Staatsanleihen kräftig an, auf 14,409%, nach 12,457% am letzten Freitag:

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger portugiesischer Staatsanleihen seit Januar 1998 im Dailychart. Heute stieg die Rendite auf 14,409%.

Quelle Daten: Ecb.europa.eu/Ad-Hoc Mitteilung Fine-tuning operation zum 16.01.2012

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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