Einkommensungleichheit

United States of Disaster: Mit Zwangssparen und Fracking-getriebenem Wirtschaftsboom aus der Krise?

von am 28. Februar 2013

Monat für Monat und Jahr für Jahr werden von den ideologisch festgefahrenen und scheinbar hoffnungslos im Lobby-Netz der Wall Street und des Big Business gefangenen großen Parteien in den USA Schritte zur Bewältigung der Staatsschuldenkrise vertagt.

Jetzt, zum 1. März 2013, treten die für den Fall, dass sich Demokraten und Republikaner auch nach weiteren zwei Monaten Aufschub nicht auf ein Konzept zur Konsolidierung des Haushalts einigen können, automatische Haushaltskürzungen in Kraft. Das heißt, die Obama-Administration muss im US-Haushalt pro Jahr 85 Milliarden Dollar einsparen – wie und wo, das wollen die Republikaner, der US-Regierung überlassen. Damit erreichen schieben sie Präsident Obama den schwarzen Peter damit verbundener, unpopulärer Entscheidungen zu. (1)

Doch was sind schon 85 Milliarden Dollar, wenn man sie einmal in Relation zu den Haushalts- und Schuldenproblemen der US-Regierung setzt?

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Einkommens- und Vermögenskonzentration – Teil 6: Das brüchige Fundament – Neuordnung des Erklärungszusammenhangs der Krise und Implikationen

von am 19. September 2012

Fünf Folgerungen und ein offener Punkt

Bezüglich der Ausführungen zu Teil 5.1 und Teil 5.2 der Aufsatzreihe, die sich im Wesentlichen auf Daten und Studien zur Entwicklung in den USA bezogen, ist es wichtig, diese im Kontext der vorangegangenen Ausführungen zur Vermögenskonzentration in Teil 1 und Teil 2 sowie zur Einkommenskonzentration in Teil 3 und Teil 4 zu sehen.

Es ist insofern erstens zu konstatieren, dass bezüglich der Entwicklung und des Niveaus der Einkommens- und Vermögenskonzentration – auch wenn man sich der vielen, exemplarisch angesprochenen und der hinzukommenden, nicht explizit angesprochenen Ungenauigkeiten und Lücken bei den Daten und Analysen bewusst ist – ein deutlicher Unterschied besteht zwischen den USA und Großbritannien auf der einen und den übrigen Industriestaaten auf der anderen Seite.

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Einkommens- und Vermögenskonzentration – Teil 5.1: Wer sind die Top 1 Prozent der Einkommenspyramide und was öffnet die Einkommensschere?

von am 11. September 2012

Es gibt unterschiedliche Erklärungsversuche dafür, warum es seit den späten 70er-80er Jahren zu einer verstärkten Einkommenskonzentration gekommen ist, speziell in den USA (siehe dazu Bakija et al. (2012) (1), S. 2-12, 24-27). Oft wird dies mit der Globalisierung und dem technologischen Fortschritt begründet. Die technologische Entwicklung habe die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften generell steigen und die nach gering qualifizierten sinken lassen, während die Globalisierung zu einer Verstärkung der Konkurrenz um die knappen hochqualifizierten Arbeitskräfte einerseits und zu einem verstärkten Wettbewerb der gering Qualifizierten um die für sie global insgesamt knapper werdenden Arbeitsplätze führte.

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Einkommens- und Vermögenskonzentration – Teil 4: Die Welt der Einkommenskonzentration

von am 6. September 2012

Es ist durchaus verlockend, die „Welt der Einkommenskonzentration“ einmal in einem einzigen Bild zu erfassen, um all jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die darin kein Problem erblicken können. Die folgende Weltkarte der Einkommensungleichheit (Abbildung 17) stammt aus einem Artikel von Max Fisher in „The Atlantic“. (1)

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Einkommens- und Vermögenskonzentration – Teil 3: Einkommenskonzentration in den USA, Großbritannien und Deutschland im Vergleich

von am 4. September 2012

Die nachfolgende Analyse der Entwicklung des Anteils der Top-Einkommen am gesamten Einkommen im Ländervergleich basiert vor allem auf Daten und Charts von „The World Top Income Database“. (1) Die Verfasser der zugehörigen Studien und zugleich Betreiber der Datenbank, Facundo Alvaredo, Anthony B. Atkinson, Thomas Piketty und Emmanuel Saez (The Paris School of Economics), weisen explizit darauf hin, dass es sich bei den Daten im Wesentlichen um Steuerdaten bzw. Einkommensteuerdaten handelt und zwar solche vor Besteuerung. Insofern gilt für diese Daten auch dasselbe wie schon für die Vermögensdaten, die in Teil 1 und Teil 2 behandelt wurden: Durch das tatsächliche Ausmaß der Ausnutzung von Steuerschlupflöchern und Steuerflucht in „Offshore“-Strukturen verändert sich das im Folgenden gezeichnete Bild nochmals. Weil dies vor allem die Top-Einkommen betrifft, wird das Ausmaß der Einkommenskonzentration bzw. Einkommensungleichheit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unterschätzt. (2)

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