Trouble ahead: Ben Bernanke erklärt Quantitative Easing zum Auslaufmodell

von am 21. Juni 2013 in Allgemein

Der historische Satz kam am Mittwoch nicht von Präsident Barack Obama bei seiner Rede in Berlin, sondern vom Präsidenten der Federal Reserve (Fed), Ben Bernanke, bei seiner Rede in Washington, in der er die geldpolitischen Entscheidungen des Offenmarktausschusses der Fed bekannt gab und erläuterte. Er lautete wie folgt:

Bestätigen sich unsere Wirtschaftsprognosen, dann halten wir es für angemessen, die Anleihenkäufe zum Ende dieses Jahres zurückzufahren, Mitte 2014 könnten sie dann enden.“ (1)

Im Grunde war das nicht die Ankündigung der geldpolitischen Wende, sondern es war perspektivisch betrachtet bereits die Wende.

Die eigentliche Entscheidung der Fed, den Leitzins unverändert bei Null bis 0,25 Prozent zu belassen und die Ankäufe von Hypothekenpapieren und Staatsanleihen im Wert von monatlich insgesamt 85 Milliarden Dollar weiter fortzusetzen, verblasste neben diesem Satz zur Randnotiz.

Quantitative Easing (QE)

Im März 2009 hatte die Fed mit dem Ankauf von Staatsanleihen und Wertpapieren, der quantitativen geldpolitischen Lockerung bzw. dem „Quantitative Easing“ (kurz: QE), begonnen. Sie beschloss damals innerhalb eines Jahres entsprechende Papiere im Gesamtwert von 1.000 Milliarden Dollar anzukaufen, weil sie den Leitzins nicht mehr weiter absenken konnte, aber eine weitergehende Notwendigkeit für eine geldpolitische Stimulierung der Wirtschaft sah. Darüber hinaus half sie mit dem Erwerb von Staatsanleihen aber auch, die Geldversorgung des Staates zu sichern. Die Fed avancierte infolgedessen später neben China zum größten Halter amerikanischer Staatsanleihen.

Ein zweites Programm zum Ankauf von Staatsanleihen, kurz QE 2 genannt, beschloss die Fed Angang November 2010 mit Blick auf die immer noch schwache US-Wirtschaft. Es lief bis Ende Juni 2011 und sah den Ankauf von US-Staatsanleihen für insgesamt 600 Milliarden Dollar vor (2), dem im September 2011 noch die „Operation Twist“ folgte, bei der aber keine neuen Anleihen erworben, sondern lediglich gehaltene Schuldtitel mit kürzerer gegen solche mit längerer Laufzeit getauscht wurden.

Mit dem Kauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren in Höhe von 40 Milliarden Dollar pro Monat, dem dritten Programm im Rahmen des Quantitative Easing oder kurz QE 3, hatte die Fed im September 2012 begonnen. Damit sollte der schwache US-Häusermarkt gestärkt werden. Der Unterschied zu QE 1 und QE 2 war, dass dieses neue Programm keine Laufzeitbegrenzung mehr hatte, sondern an die Verbesserung der Konjunktur und der Lage auf dem Arbeitsmarkt gekoppelt wurde. (3) Mitte Dezember beschloss die Fed dann zusätzlich auch noch den Ankauf von Staatsanleihen für monatlich 45 Milliarden Dollar und erklärte, so lange Monat für Monat Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere für insgesamt 85 Milliarden Dollar kaufen zu wollen, bis die Arbeitslosigkeit in den USA unter die Schwelle von 6,5 Prozent gefallen sei. (4)

Die Fed rechnet nun damit, dass diese Marke bis Mitte nächsten Jahres erreicht werden wird. Im Mai lag die Arbeitslosenquote bei 7,6 Prozent. Für 2013 prognostiziert die US-Notenbank 2,3 bis 2,6 Prozent Wirtschaftswachstum, 2014 sollen es dann bis zu 3,5 Prozent sein. Die Inflation soll demnach in diesem Jahr bei 0,8 bis 1,1 Prozent liegen. (5)

Die Erfolgsbilanz der quantitativen Lockerung der Fed

Demnach scheint die lockere Geldpolitik der Fed erfolgreich zu sein. Doch tatsächlich ist die Bilanz eher ernüchternd, wie die die folgenden Charts verdeutlichen. (6)

Seit März 2009 pumpte die Fed im Rahmen des Quantitative Easing Billionen in die Märkte. Allerdings war das nicht die einzige Maßnahme der Fed und zudem ergriff auch die US-Regierung milliardenschwere Maßnahmen, um die US-Wirtschaft aus der Rezession zu holen. Die Abbildung „Change in Real GDP“ – Veränderung des realen Wirtschaftswachstums (in Bruttoinlandsprodukt (BIP)) – zeigt, dass das sehr rasch gelang. Schon im dritten Quartal 2009 kehrte das Wachstum wieder in den positiven Bereich zurück. Seit dem ist aber keineswegs eine stetige Aufwärtsentwicklung festzustellen.

SLE_A01_CBPP_Change in Real GDP_20130611

Abgesehen davon, dass es ab Anfang 2011 von Quartal zu Quartal erhebliche Schwankungen gab, ist ab Ende 2011 insgesamt auch eine negative Tendenz zu erkennen. Dabei ist außerdem zu berücksichtigen, dass in der Abbildung jeweils die aufs Jahr hochgerechneten Wachstumsquoten dargestellt sind. Nach deutscher Lesart hätten die Balken also jeweils nur ein Viertel der angegebenen Höhe. Das heißt, im günstigsten Fall, nämlich im 4. Quartal 2011, betrug das Wachstum nach deutscher Lesart gerade einmal gut 1 Prozent. Seit Beginn des Quantitative Easing der Fed im März 2009 lag das Quartalswachstum nie darüber.

Die Arbeitslosenquote ist allerdings tatsächlich gesunken, wie die Abbildung „Unemployment Rate“ zeigt.

SLE_A02_CBPP_US Unemployment Rate_20130611

Allerdings liegt sie historisch gesehen immer noch sehr hoch und es ist ebenso wie beim Wachstum die Frage, welchen Anteil die lockere Geldpolitik an der sinkenden Arbeitslosigkeit tatsächlich hatte.

Das gilt umso mehr wenn man bedenkt, wie sich die Arbeitslosenquote in der Erholungsphase nach der Rezession von 2009 im Vergleich zu Erholungsphasen früherer US-Rezessionen entwickelte, in denen die Fed keine derartige quantitative Lockerung betrieben hat. Das veranschaulicht die Abbildung „Unemployment Rates During Recessions and Recoveries“. Verglichen wird, wie sich die Arbeitslosenquote jeweils in den vier Jahren nach dem Ende der Rezession – November 1982, März 1991, November 2001 und Juni 2009 – entwickelte.

SLE_A03_CBPP_US Unemployment Rates during Recessions and Recoveries_20130611

Den günstigsten Verlauf zeigt die Arbeitslosenquote nach der Rezession von 1982. Etwa vom 16. Monat nach Rezessionsende verläuft die Entwicklung der Arbeitslosenquote nach den Rezessionen von 2009 (rote Linie) und 1991 (grüne Linie) praktisch parallel und annähernd trifft das auch für die von 2001 zu (gelbe Linie).

In keiner der Post-Rezessionsphasen war jedoch die Arbeitslosenquote anhaltend so lange so hoch wie in der, aus der die US-Wirtschaft im Juni 2009 kam.

Das spricht nicht dafür, dass das Quantitative Easing bezüglich der Überwindung der Arbeitslosigkeit besonders effektiv gewesen ist.

Dasselbe lässt sich auch hinsichtlich der Beschäftigungsquote sagen. In der Abbildung „Percent Change in Nonfarm Payroll Employment since Start of Recession“ wird vergleichend für die Rezessionen von 1982, 1991, 2001 und 2009 die Entwicklung des Beschäftigungsaufbaus (in Prozent) betrachtet. Dabei handelt es sich um die Beschäftigten in der US-Wirtschaft ohne den Agrarsektor, den öffentlichen Sektor, private Haushalte und nicht-gewinnerwirtschaftende Organisationen. Sie machen etwa 80 Prozent der Beschäftigten in den USA aus.

SLE_A04_CBPP_Percent Change in NFP Employment since Start of Recession_20130611

Gerade in diesem Segment der Beschäftigung ist es nach der Rezession von 2009 noch nicht gelungen, auf das Vorkrisenniveau zurück zu gelangen und damit in den positiven Bereich.

Es ist darüber hinaus klar zu erkennen, dass der Beschäftigungsaufbau nach jeder Rezession schleppender verlief. Mithin kann das als ein Hinweis darauf gewertet werden, dass es dafür mit der generellen Entwicklung der US-Volkswirtschaft zusammenhängende Gründe geben muss, die geldpolitisch nicht oder nicht effektiv adressiert bzw. entsprechend beeinflusst werden können.

Wie wenig effektiv die lockere Geldpolitik und speziell das Quantitative Easing im Hinblick auf den Beschäftigungsaufbau in der Wirtschaft (ohne die Landwirtschaft) und dem öffentlichen Sektor in den USA in den letzten Jahren war, zeigt sich beim Blick auf die absoluten Zahlen – veranschaulicht in der Abbildung „Monthly Change in Nonfarm Employment

SLE_A05_CBPP_Monthly Change in Nonfarm Employment_20130611

Vorboten und Folgen der Ankündigung

Freilich, das ist natürlich keine erschöpfende Analyse. Gleichwohl reicht sie aus, um mehr als nur vorsichtige Zweifel an der Wirksamkeit des Quantitative Easing in Bezug auf die Kernanliegen der Fed aufkommen zu lassen, nämlich die Wirtschaft anzukurbeln und so Beschäftigung zu fördern. Als Ben Bernanke am Mittwoch ankündigte, die Anleihenkäufe zum Ende diese Jahres zurückzufahren und sie Mitte 2014 zu beenden, hätte er dies ohne weiteres damit begründen können, dass das „Quantiative Easing“ oder anders ausgedrückt das Gelddrucken als Mittel zur Stimulierung der Wirtschaft nicht funktioniert hat.

Dann hätte er freilich weitere unangenehme Dinge erklären müssen, unter anderem ob das im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass die Fed die Entstehung von Preisblasen gefördert hat. Manches, was wie gesundes Wachstum aussah, wäre dann kein gesundes Wachstum gewesen.

Die Märkte haben längst reagiert. Das zuvor massiv in die Schwellenländer gesteckte Kapital fließt jetzt offenbar verstärkt wieder ab. Seit Anfang Juni sind etwa aus dem Aktienmarkt in Südkorea rund eine Milliarde Dollar abgezogen worden, 950 Millionen Dollar aus Taiwan, 750 Millionen Dollar aus Thailand, 650 Millionen Dollar aus Indonesien und etwa 220 Millionen Dollar aus den Philippinen. (7) Ob Lateinamerika oder Asien, die Konsequenzen sind dieselben: fallen Aktienkurse, steigende Zinsen für Staatsanleihen und Kredite und die Währungen betroffener Länder stehen unter Druck. (8)

An den Börsen weltweit hat der oben wiedergegebene Satz des Fed-Chefs eine Welle von Kursverlusten ausgelöst. Von Ost nach West pflanzte sie sich fort. So schloss der Tokioter Nikkei am Donnerstag mit einem Minus von 1,74 Prozent, der Hang Seng in Hongkong schloss 2,88 Prozent niedriger als am Vortag, der deutsche Dax ging am Donnerstag mit einem Verlust von 3,24 Prozent aus dem Handel und in New York folgte Stunden später der Dow Jones mit einem Minus von 2,34 Prozent.

Es ist fraglich, ob es das jetzt schon gewesen ist und wieder Ruhe in die Märkte einkehrt. Denn ob er es nun wollte oder nicht, der Fed-Chef hat mit seiner Aussage auch das Quantitative Easing der Bank of England und der Bank of Japan, die erst im April massiv auf diese Politiklinie eingeschwenkt war, zum Auslaufmodell abgestempelt. Schlimmer hätte es speziell für Japans Premier Shinzo Abe und seine von den Marktakteuren zunehmend nervös und skeptisch bewerteten Abenomics eigentlich nicht kommen können.

Bernanke allein zu Haus

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Signal der Fed am Ende der Dominosteinkette auf andere hoch verschuldete Industriestaaten auswirken wird, nicht zuletzt auch auf die USA selbst und die Renditen ihrer Anleihen. Eine geldpolitische Wende, ist ein Wende und der wichtigste Käufer von US-Staatsanleihen, die Fed, fällt künftig sukzessive aus, wenn sie ihre Ankündigung wahr macht. Andererseits ist fraglich, ob und inwieweit das, was diese Ankündigung an Prozessen bereits ausgelöst hat, beherrschbar und rückholbar ist.

Ben Bernankes Amtszeit endet bald. Er hat die Risiken und Unwägbarkeiten auf sich genommen, die mit der Ankündigung verbunden sind, die Märkte vom billigen Geld in unbegrenzter Verfügbarkeit zu entwöhnen. Sein Nachfolger muss also das Amt nicht mehr mit dieser schweren Hypothek übernehmen. Abgesehen davon gibt es einen wirklich guten Zeitpunkt für die Abkehr davon sowieso nicht mehr, weil dies schon viel zu lange praktiziert wird. Es war praktisch das Krisenkonzept der Notenbanken und die Fed musste etwas tun, weil Washington, das eigentlich hätte handeln müssen, in den letzten beiden Jahren politisch gelähmt oder anders ausgedrückt beinahe ein Totalausfall war.

Doch das ändert nichts daran, dass das Quantitative Easing ein Fehlschlag war, Ben Bernankes´ Fehlschlag. Es hat die Märkte regelmäßig jubeln lassen. Aber was war dieser Jubel wirklich wert? Ob es ein Fehlschlag mit vertretbaren und beherrschbaren Konsequenzen ist, wird sich zeigen.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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45 KommentareKommentieren

  • Fransisco - 21. Juni 2013

    Sagen kann er es wohl, die Taten sprechen derzeit nicht dafür. 85 Mrd Anleiheaufkäufe im Monat läppern sich zu “schlappen” 1020 Milliarden oder 1,02 Billionen im Jahr. Die Bilanz der FED ist jetzt schon auf über 3 Billionen gestiegen…

  • Moritz - 21. Juni 2013

    Bei QE1 hat er gezwinkert, bei QE2 hat er gezwinkert, bei Operation Twist hat er gezwinkert und jetzt haben wir QE4EVER.

    FED Chairman! Great job opportunity! Manage a 3.5 Trillion Dollar Hedge Fund leveraged 70x, unlimited borrowing, not marked-to-market, PhD & beard a must.

    Ist wie mit den Suchtis am Bahnhof. Die wollen auch immer aufhören, aber nicht jetzt, eher nächstes Jahr.

  • Ro - 21. Juni 2013

    Alle Notenbankinterventionen, zu jeder Zeit in der Finanzhistorie haben nicht das gewünschte, versprochene erreicht!

    All diese Interventionen haben Zeit gekauft, immerhin. Diese Zeit hätte genutzt werden können für eine Vorbereitung des resets – welcher 3.000 Jahre lang immer kommen musste. Systemisch bedingt. Wer kann dies bestreiten?! Warum wird dies fast kollektiv so dermaßen verdrängt.

    Im Grunde ist die Notenbankintervention, das aufkaufen von Schulden, über Buchungssätze ein Taschenspielertrick. Es ist ein überrollen der Schulden um ein krankes, nicht rettbares System weiter und weiter am laufen zu erhalten.

    Der einzige Weg um es am laufen zu halten wäre weiter im Wachstumskorridor. Wir alle wissen das. Wir wissen aber auch dass dieses nicht ewig möglich sein kann in einer begrenzten Welt, mit begrenzten Ressourcen, mit begrenzten Umverteilungsschlüsseln. Die Masse hat nichts mehr zum umverteilen. Sehr gut dargestellt in den Autobilanzen der Südschiene. Der Durchschnittsspanier im Einkommen kann sich keinen neuen Seat mehr leisten. Er ist am Rand. Etc.etc. round Südschiene.

    Wenn die FED ihre QE Programme zurücknimmt, wird es einen deflationären Schock geben, der sich gewaschen hat. Oder im Umkehrdenken müsste die Wirtschaft wieder weiter anziehen (dies ja der Wunsch der Herren der Geldschöpfung) um das Rad wieder ins laufen zu bringen.

    Nur, hat uns nicht gerade dies alles erst hier her gebracht!? Ist ein Staatsschuldenproblem gelöst worden. Ist hier ein nennenswerter Betrag zurückbezahlt worden!? Nein, das aufschulden, weiter, höher, schneller soll weiter gehen.

    Fazit: Die FED und ihr Handlanger Bernanke streuen hier weitere Nebelkerzen an die Bürger. Die Botschaft heisst, man hätte noch eine Wahl, man hätte die Kontrolle. Nein, man hat diese nur noch eine Zeit X, bis sich das System abwickelt. Bis eine Neuordnung erzwungen wird, vom System selbst, denn so ist es angelegt. Die Zwischenschritte sind einzig und alleine Schritte um die pyramidiale Gesellschaftsordnung zu erhalten. Das obere Drittel gibt hier nicht einfach zum Wohle der unteren zwei Drittel auf. Die FED ist auf Dauer wie alle Notenbanken schlicht machtlos um diesen Reset zu verhindern. Das nicht wahrhaben wollen dieser Sachlage in uns allen – denn es ist selbstredend einfacher und bequemer – tut sein Übriges. Wir glauben in der Masse, dass es eventuell gut gehen wird.

    Warum nur hatten wir dann davor diese massiven Probleme…. ich erinnere an Voltaire, an Henry Ford, an Einstein, an viele weitere Denker älterer Zeiten. Auch an viele namhafte Ökonomen. Alle wissen sie um das Systemische im Geld. Alle wissen das es ein Verfallsdatum hat. Nie waren die Fallhöhen höher als heute. “Gedankt” der Zentralisierungswut der Globalisierer, Verwalter, obersten Nutzniesser. Bernanke könnte QE zurückfahren. Aber der Preis wäre unkalkulierbar. Man bedenke auch die statistischen Verzerrungen um ja einen positiven Verlauf der Konjunktur und der Arbeitslosenzahlen hinzubekommen. Nein, die Elite, allen voran Bernanke und seine “Mitstreiter” wissen um das kommende. Sie streuen nur Nebelkerzen, könnte, sollte, würde… rein aus Systemerhalt. Mehr ist das nicht.

  • july - 21. Juni 2013

    Eine sehr gute Zusammenfasssung mit vielen Daten:

    http://www.format.at/articles/1325/692/360599/aktienboom-crash

  • Roland - 21. Juni 2013

    Ohne QE wäre der US-Staat, der sich nur noch zu etwas über einem Drittel aus Steuer-Einnahmen finanziert, völlig abgesoffen. Die USA wären in der Rezession verblieben und möglicherweise sogar in eine wirtschaftliche Depression verfallen.
    Insofern war QE selbstverständlich erfolgreich – höchst erfolgreich.

  • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 21. Juni 2013

    “Alle Notenbankinterventionen, zu jeder Zeit in der Finanzhistorie haben nicht das gewünschte, versprochene erreicht! ”

    Notenbanken gehören abgeschafft!

  • SLGramann - 21. Juni 2013

    Sehr geehrter Herr Dr. Eichner,

    ein wichtiger und in vielen Details richtiger Artikel! Aber Ihr generelles Urteil, QE sein ein Fehlschlag gewesen, teile ich nicht, sondern gebe dem User Roland recht.

    Die Zentralbank kann nur IHREN spezifischen Teil tun. Geldpolitik ist bei weitem nicht alles. Sie spielt ein helfende, begleitende Rolle bei der Erholung der Realwirtschaft – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es führt aber ins ultimative Desaster, wenn die Notenbank in einer so schweren Krise nichts oder gar das Falsche tut (siehe 1929 und Folgejahre).
    Insofern hat die FED alles und die EZB zumindest vieles richtig gemacht.
    (Fiskalpolitisch hat die US-Regierung das Meiste und die Eurozone fast gar nichts richtig gemacht.)

    In den USA stimmen viele Strukturen nicht mehr, insbesondere hinsichtlich der öffentlichen Infrastruktur, wozu unter anderem der Bereich Bildung/Berufsausblidung gehört. Das kann die FED aber nicht ändern, dazu bedürfte es eines neuen Bewusstseins, eines neuen Gesellschafts- und Staatsverständnisses dahingehend, dass Reagan und seine neoliberale Revolte mit fast allem komplett danebengelegen hat.

    Aber das ist ein anderes Feld.
    Wie auch immer: Die Ankündigung, das QE einzuschränken kam zu früh. Ein Fehler von Bernanke. Noch ist die Situation viel zu instabil und viel zu fragil – das haben sie ja sehr gut aufgezeigt.

    Gruß
    SLG

    • Traumschau - 21. Juni 2013

      @SLGramann
      Hallo, dazu habe ich eine Anmerkung. Richard Werner hat meines Wissens den Begriff des QE 1994 geprägt. Dieses QE der Zentralbanken ist aber nicht das, was Werner damals unter QE verstand. Werner hat das immer mit Kreditlenkung verbunden, Kreditlenkung in produktive Investitionen. Das ist aber nicht die Politik der FED oder der japanischen Notenbank. Deshalb kann, wie SLE das m.E. sehr schön gezeigt hat, diese Politik keinen Erfolg haben. Ein paar Krümel sind in die Realwirtschaft geflossen, aber der größte Teil versickert im Kasino und muss meiner laienhaften Erkenntnis nach in eine Desaster führen: Die Enteignung der Spareinlagen. Mit Zypern haben wir ja einen Vorgeschmack erhalten. Wie sehen Sie das?
      LG Traumschau

      • Frankenfurter - 21. Juni 2013

        “Enteignung der Spareinlagen”, wie meinen? Etwa, dass es ein Menschenrecht auf Rendite oder Zinsen gibt? Das gibt es meines Wissen nicht.

        Ich meinte, dass die zahlreichen Kritiker der Liquiditätsflutung der FED wohl nicht ohne Grund verstummt sind. Denn die Konsumgüterpreise stiegen in den USA wegen QE nicht rasant an, wie von fast allen Ökonomen vorhergesagt wurde. Laut CPI Calculator des Bureau of Labor Statistics muss man für einen Warenwert, für den man 2008 noch 1000 $ aufbringen musste heute, 5 Jahre später, 1081 USD bezahlen. 8% Steigerung in 5 Jahren bedeuten eine jährliche Inflation bei den Konsumgüterpreisen von unter 2%.
        Wenn man sich die Einzelhandelsumsätze in den Staaten anschaut, sieht man aber auch, dass die Konsumausgaben heute auf dem Vorkrisenniveau von 2007 liegen. Genau genommen stagnieren sie nach dem Einbruch 2008/2009 auf erhöhtem Niveau seitdem wieder. Und muss etwas mit der Anzahl der Beschäftigten, aber auch mit den Löhnen zu tun haben….

        • Holly01 - 21. Juni 2013

          @ Frankfurter :
          Inflation bedeutet einen vergrößerten Bedarf an Kapital, um die gleiche Ware kaufen zu können.
          Es gibt also per Definition -zwei- Wege der Inflation.
          Wenn alle weniger Geld bekommen und die Preise moderat steigen, dann steigt der Bedarf an (verfügbarem) Kapital (des Einzelnen Wirtschaftsindividuums), es handelt sich bei Ihren Angaben also um – Inflation -.
          Herzlichen Dank

          • Frankenfurter - 21. Juni 2013

            verstehe nicht, wofür Sie sich bedanken. Im übrigen: Geld ist nicht gleich Kapital, wenn man dafür Brötchen kaufen will. Und ums Brötchengeld geht’s beim CPI und nicht um das Geld (Kapital) das im Backofen steckt…..

          • Holly01 - 21. Juni 2013

            Werter Frankfurter .. ,Sie schwadronieren.

          • Frankenfurter - 21. Juni 2013

            Wenn ja, dann habe ich mit Ihnen das passende “Wirtschaftsindividuum” als Gegenüber gefunden 🙂

          • Holly01 - 21. Juni 2013

            touche´:-)

        • Traumschau - 21. Juni 2013

          Hallo Frankfurter,
          habe Ihre Replik gelesen und möchte Ihnen antworten:
          Natürlich sind die Konsumgüterpreise nicht gestiegen – das ist genau das was ich geschrieben habe!
          Inflation kann nur dann entstehen, wenn das Geld auch in der Realwirtschaft ankommt. Es ist Unsinn anzunehmen, dass Inflation durch Geld drucken allein entsteht. Nein, Heiner Flassbeck hat m.E. eideutig gezeigt, dass die Inflation hauptsächlich durch die Löhne bestimmt ist. Steigen die Löhne entlang des Produktivitätszuwachses PLUS Inflationsziel, steigt die Inflationstrate eben um das Inflationsziel (meistens 2%) und der Produktivitätszuwachs wird an die Menschen weiter gegeben. Das können höhere Löhne, weniger Arbeitstage ODER ein geringeres Renteneintrittsalter sein.
          Nur sollten Sie nicht dem Märchen aufsitzen, dass die Zinspolitik einer ZB auch nur irgendwas mit dem Wachstum zu tun hat. Richard Werner hat gezeigt, dass die ZInspolitik dem Wachstum FOLGT – und nicht umgekehrt. Also kann die Zinspolitik nicht die Ursache für konjunkturelle Zyklen sein. Deshalb ist empirisch betrachtet meine Aussage – die ich den oben genannten Herren entlehnt habe – absolut richtig! Es gibt kein Wachstum ohne Kreditschöpfung für produktive Investitionen. UND: Dieses Wachstum ist inflationsneutral!! (s. R. Werner auf YT).
          Und richtig: Gerade in den USA haben wir trotz der niedrigsten Lohnquote – die ja angeblich beschäftigungsfördernd sein soll – einen ANSTIEG der Arbeitslosigkeit (vgl. Flassbeck bei YT: http://www.youtube.com/watch?v=q3tp7uS6ezY). Die Politik der FED hat praktisch keinen Effekt auf die Realwirtschaft – aus den Gründen die ich gerade genannt habe. Das Geld kommt nicht in der Realwirtschaft an und kann deshalb auch keine Inflation erzeugen – dafür aber eine Schwächung des Binnenmarktes durch die Lohnzurückhaltung – alles wie zu Hause. Dazu braucht man sich nur die Daten in Europa ansehen um das zu begreifen. Der Knall der ertönt, wenn die Welle dieser Politik zurück schwappt, wird man im ganzen Universum hören. Das alles hat für mich nicht mal was mit Ökonomie zu tun – ich bin kein Ökonom sondern diesbezüglich ein Laie – sondern mit Logik.
          LG Traumschau

          • Vandermonde - 25. Juni 2013

            Ich fand Werner ebenfalls interessant, aber trotzdem muss man die Ergebnisse auf das einschränken, was er untersucht hat. Und das war primär Japan. Man sollte nicht den Fehler machen und daraus allgemein gültige Regeln ableiten. Noch dazu, wo es keinen umfassenden Modellrahmen dafür gibt.

            Das spricht natürlich nicht dagegen, die Empfehlungen von Werner auszuprobieren.

      • Marrei - 21. Juni 2013

        @Traumschau
        Ich bin fest davon überzeugt, dass das Ende der unbegrenzten Geldvermehrung nur mit weltweiten Schuldenschnitten/ Erlassen und Enteignungen bei den Spareinlagen möglich wird. Und dann kommt der Reset des Währungssystems . Der Zusammenbruch wird kommen…..

        • Traumschau - 22. Juni 2013

          Wahrscheinlich ist das so! Allerdings gibt es in meiner durchaus naiven Vorstellung noch eine Option:
          Ein Trennbankensystem nach Glass-Steagall. Das hätte den Charme, dass man die Bilanzen aus Realwirtschaft und Kasino sauber trennen und die aus den Kasinogeschäften entstandenen Renditeansprüche abwickeln könnte. Die Luft raus lassen, sozusagen. Was keinen realwirtschaftlichen Gegenwert hat, hat genau den Wert NULL. Und dann muss natürlich ausgemistet werden: Nach M. Hudson: “Schulden die nicht bezahlt werden können, sind keine!” Ein kluger Mann! Also ein Schuldenschnitt aller Staaten, eine Verpflichtung der Staaten zu ausgeglichenen Handelsbilanzen, die Geldschöpfung in öffentlicher Hand und die Zerschlagung des Wirtschaftskartells, damit endlich wieder innovative Unternehmen eine Chance haben.
          Tja, jetzt brauchen wir nur noch Politiker, die Courage haben und das machen.
          Eine schöne Utopie, oder …?
          LG Traumschau

      • Vandermonde - 25. Juni 2013

        Steve Keen hat dazu in seinem Buch etwas geschrieben. Er zitiert Untersuchungen über die Wirksamkeit solcher Maßnahmen, die zum Schluß kommen, dass die Wirkung sehr schwach ist.

        Eine seiner Interpretationen der Maßnahmen von Bernanke ist dann, dass Bernanke diese Studien möglicherwweise ebenfalls sehr gut kannte und deswegen im Zuge der Finanzkrise eine derart massive Aktion gestartet hat.

        Es ist sicher auch diesen Maßnahmen zu verdanken, dass die Krise vor allem zu Beginn relativ glimpflich ablief.

    • Ro - 21. Juni 2013

      Ich nehme an, Sie sind der Ansicht, dass dieses aktuelle Papiergeldsystem erstmalig in der gesamten Finanzhistorie baldigst – auch durch die Notenbankeninterventionen – wieder funktionieren wird? Ist dies so korrekt? Dies obwohl kein einziges jemals, weltweit betrachtet, je auf Dauer funktioniert hat. Sehe ich dass so richtig und könnten Sie mir bitte genauer erläutern – wenn dem so wäre- wie es funktionieren soll. Besten Dank.

      • Frankenfurter - 21. Juni 2013

        Sie kennen den Satz von Mc Murphy ? Alles was kaputt gehen kann, geht irgendwann auch kaputt. Ich sehe jedenfalls Papiergeld und Giralgeldschöpfung nicht per se als Teufelswerk an, wie Sie. Wenn Sie die gute alte Zeit der Goldwährung zurücksehnen blenden Sie aus, was das Gegenteil von Inflation für eine Volkswirtschaft bedeutet. Sinkende Preise – sinkende Löhne- sinkende Beschäftigung. Depression.

        • Ro - 21. Juni 2013

          Hallo Frankfurter – exakt, es ist ein Teufelswerk. Es nimmt einen Bruchteil der Weltbevölkerung mit (mich eingeschlossen, im größeren Stil, klare Selbsterkenntnis) und den Rest, den großen Rest lässt es außen vor.

          Und nein, ich bin auch nicht für einen Goldstandard, sie täuschen sich. Mir ist nur seit geraumer Zeit klar geworden, dass unser “festhalten”, Runde für Runde, ausschließlich in desolate, katastrophale Zustände führt.

          Den Preis dafür zahlen wir hier alle ante portas. Allen voran unsere Kinder und nachkommenden Generationen. Im günstigsten Fall, im Verlust jeglicher Freiheit. Siehe die bisherigen VT´s der Überwachung. Natürlich nach außen hin als Kampf gegen den Terror deklariert. Dies ist mit Verlaub einfach nur noch lächerlich.

          Vielen mag dieser Verlust von Demokratie und Freiheit egal sein, denn der Staat und seine Verwalter hat per se noch nicht seine vollen Krallen gezeigt. Die Geschichte der Demokratie zeigt uns aber – von links nach rechts – dass er dies unweigerlich aus Selbstschutz und Selbsterhalt auch tun wird.

          Unweigerlich. Dann aber ist es mit dem jammern und der einfachen Gegenwehr unter demokratischen Mitteln erst mal zu spät. Selbstverständlich sehen dies die wahren Nutznießer in der Pyramide (kognitiv gar verständlich) vollkommen anders.

          Was hier weltweit abläuft, ist ein globaler Verschwendungswettbewerb sonders Gleichen. Ein Ellenbogenkampf um Eigentum! Mehr davon. Noch mehr davon. Es kann selten genug sein. Was wir hier sehen ist ein Klassenkampf mit ungleichen Mitteln, denn die Bank und deren Willhelfer, die vielen Trittbrettfahre in den Entscheidungsgremien etc.etc. – die Liste ist lang, sehr lang – diese Bank, gewinnt immer.

          Sie werden so oder so eine Rückabwicklung im System bekommen, werter Frankfurter. Irgendwann, in Bälde, wird das System eben kollabieren. Egal wie lange man es hinauszögert. Der Punkt ist nah. Auch wenn es ein Großteil nicht mehr hören will und kann. Die Argumentationen gegen 3.000 Jahre Papiergeldentwertungen sind schwach, sehr schwach. Im Grunde funden sie auf Hoffnung und „könnte“, „sollte“, „müsste“. Im Grunde fußen die bisherigen Maßnahmen auf Betrug und Selbstbetrug. Die Vita der Papiergeldsysteme dagegen und deren Zerstörungskraft ist 100 % historisch eindeutig und klar.

          So, wie soll es denn ihrer Ansicht nach weiter so funktionieren – Stichwort, endliche Welt, ungleiche Währungsräume in ihren Leistungen, Ressourcenverheizung in Rekordtempo, ungleiche Vermögensverteilungen, aufschulden, weiter und weiter…. Wie soll dies auf Dauer funktionieren!?

          Sie schreiben ja selbst… ” Alles was kaputt gehen kann, geht irgendwann auch kaputt.” Ich vermute SIE sind da fein raus, vielleicht ähnlich ihrem Goldtaler, was immer der im Pic auch andeuten soll. Ich gestehe, ICH bin ebenfalls fein raus, da ich einkommenstechnisch sehr weit oben stehe. Aber der Rest, Frankfurter, der große Rest, was geschieht mit denen?

          Wir diskutieren Inflation und Deflation und bemerken nicht, dass wir immer schon auf einer parallelen Autobahn auf beiden Wegen fahren. Dies mit maximaler Last. Hinten an steht die Wand, sie kommt. Glasklar schon geschichtlich erkennbar. Ich weiß ich wiederhole mich.

          Was dann? Noch mehr Überwachung, Zentralisierung. Noch mehr Verlust der Freiheit, dass ein Gemeinwohl nicht zusammenbricht?! Aus Kontrollsucht. Die Staatsmacht die hier helfen soll…. !?

          Ja ich glaube das wäre einigen Lesern nicht einmal so unrecht. Als vermeintliche Profiteure. Vielleicht ist das so. Jedoch Geld entsteht immer nur in einem Kreditverhältnis, somit einer Schuld. Es baut sich auf wie ein Schneeballsystem. Dank diesem Papiergeldsystem. Soweit sollte Konsens herrschen!

          Die wirklichen Lösungen sind nicht der Goldstandard – er würde die Fallhöhe nur kräftig abmindern (immerhin). Er würde die dreckige Verteilungspolitik einschränken (immerhin). Die eigentliche Lösung wäre eine humane Wirtschaftsordnung aka Plan B oder ähnliche Systeme.
          Auch diese Systeme hätte ein Verfallsdatum. Aber die Fallhöhen wären wesentlich geringer, auch die Einflussnahme der Politik, des Staates UND einzelner Gruppierungen, Menschen, Familien, Vermögenshalter, Großeigentümer (und ab hier beginnt das pyramidiale System) wäre geringer – mir klar dass hier niemand freiwillig abgeben wird.

          Und exakt darum ordnet sich das System per Zwang. Mir konnte volkswirtschaftlich noch niemand einen anderen Weg aufzeigen, außer der Idee von NOCH mehr Wachstum (was eben nicht machbar ist für einen Denker der normal denken kann – außer man wird dafür bezahlt, NICHT so zu denken, man ist Profiteur. Wir betrügen uns doch laufen selbst.

          • Frankenfurter - 21. Juni 2013

            Ro, Sie rühren hier gedanklich ein Gulasch an, von dem ich nicht genau weiß, ob es mir schmeckt. Sie machen das Giralgeldsystem für den Völkerrecht brechenden und selbstverstärkenden “Kampf gegen den Terror” verantwortlich und überhaupt für die “dreckige Verteilungspolitik”. Sie kündigen eine vollkommene Geldentwertung an. Aber damit können Sie die übergroße Mehrheit so gar nicht schockieren. Denn die Majorität verfügt über KEINE nennenswerte Geldmittel, die sie in einer Währungsreform verlieren könnten….

          • Ro - 21. Juni 2013

            Frankfurter – ich spreche von einem Systemreset und eventuellen Zwischenschritten, was ebenfalls in diese Richtung geht. Ich spreche von historischen Fakten, die fortwährend verdrängt werden und trotzdem Fakt sind. Ich spreche nicht von Gulasch und selbstredend schmeckt dies alles niemandem. Ich kündige KEINE vollständige Geldentwertung an, sondern einen redet. Unabwendbar. Nochmals und nochmals, es gab nie einen anderen Ausweg als reset oder Krieg, was beides auf eine Neuordnung des System = reset hinausläuft. Dabei haben ALLE verloren, auch die vorher wenig hatten. Die hatten dann eine Zeitlang gar nichts. So weit muss es nicht kommen den der Gegenpol – der staatliche Eingriff, dem Zwang, von Staats wegen – ist doch in vollem Gange. Sei es durch die EU oder die nationalen Zustimmer. Beide agieren in diese Richtung werter Frankfurter. Einwände? Somit seien Sie versichert, wir werden alle verlieren müssen. Dies materiell und bei einer großen Bandbreite geht dann eine Zeit lang recht wenig. Dies wird wohl vermieden werden. Siehe BCG und DIW. Die Karten sind schon im Spiel, nur noch nicht verteilt. Wie beschrieben, man nehme den Millionären – zum Erhalt des sozialen Friedens – einen Teil X Prozent weg. In Geldeinheiten direkt oder per Anleihen und Zwang und zack ist die Verschuldungslinie im aufschlugen – besser die Verschiebung – im Zeitstrahl eine Einheit X zurückgedreht. Das eigentliche Problem jedoch nicht beseitigt. Nur um ein paar Jahre zurückgestellt. Eine andere Alternative gibt es nicht mehr. Die Mariorität lebt von einer Rente unter 1.000 Euro. Hier im Land ein paar Millionen. Deren Stimme zählt gleich als die eines reicheren Zeitgenossen. Die Wahl für den Staat ist somit klar. Das Giralgeldsystem ist die Umverteilungsmatrix für Energie. Nichts anderes. Jedes Geldsystem ist eine Umverteilungsmatrix. Den Rest habe ich beschrieben. Es ist ein hoher Preis, Eigentum zu bilden, zu erhalten (Gewaltmonopol), es zu erweitern, zu verteidigen. Nur weiter so. Hier geht´s nicht ums schmecken, hier geht´s um Realitäten. Dies ist auch ein Prozess zum loslassen. Dies ist nicht einfach, keine Frage.

      • für meine Kinder - 21. Juni 2013

        Klar muss es einen Reset geben, quasi eine Wertberichtigung des ganzen Pseudo Wahnsinnswachstums bzw. der Aufschuldung der letzten Jahrzehnte . Wachstum = illige Energie.

        Die Babyboomer werden da voll reinschlittern und die Lebensentwürfe der grossen Masse werden sich quasi in Luft auflösen. Nix mit “so what” und einfach mal ausbuchen.
        Wenn man jetzt jung ist kann man vielleicht dagegenhalten, aber je älter man wird geht einem einfach die Zeit aus.
        Gleichzeitig werden alle Grundbedürfnisse teurer, also für die verarmte Masse noch belastender.
        Vor 25 Jahren betrugen unsere Mietnebenkosten(Wasser, Strom, Heizung, Müll, Grundsteuer) für eine 4-köpfige Familie ca. 200 DM.
        Und heute? Das doppelte für Einen! Wenn das überhaupt. reicht.
        Und es wird weiter an der Schraube gedreht, alles privatisiert werden und somit noch teurer, bzw. mit Geldkosten belastet.

        Und das Schlimme ist, die Mehrzahl merkt es nicht mal

    • Marrei - 21. Juni 2013

      @SL Gramann
      Ich meine, dass die Ankündigung der Einschränkung u.a. auch mal die Finanzmärkte ( Banken u. Hedgefonds u.Zocker) und die Blasenbildungen bremsen soll. Vielleicht wird da selbst mal Heli-Ben schwindlig. Im Prinzip ist er ein Gefangener seiner eigenen Geldpolitik, die keinen Zinsanstieg verträgt. Ich vermute mal, dass die Geldschleusen auch weiterhin offen bleiben. So schnell gibt es kein Zurück aus der Geldvermehrung und Entwertung! Gilt auch für die EZB!

  • Freiberufler - 21. Juni 2013

    Wirklich faszinierend, wie es Berufsschwurblern, Meinungshuren und ökonomischen Glücksrittern immer wieder gelingt, Pleiten in Erfolge umzumünzen.

    Ohne einen kompletten Zusammenbruch des Finanz- und Wirtschaftssystems wird NIEMAND offiziell einräumen, dass die Politik gescheitert ist. Es heißt dann halt “Ja, die Wirtschaft läuft schlecht mit QE, aber ohne QE wäre alles noch viel schlimmer.” Japan weist den Weg: Über 20 Jahr lang wurde mit immer gleichen monetären Lockerungsübungen und konjunkturellen Stimuli die Wende zum Besseren beschworen. Das ist so lang her, dass sich die Leute eine andere Politik überhaupt nicht mehr vorstellen können.

    Und auch die USA haben in den vergangenen 5 Jahren eine komplette Ökonomie um unbegrenzt billiges Geld aufgebaut. Die können nicht mehr raus.

    Gute Analyse aber.

  • zykliker - 21. Juni 2013

    Wer nur einen Hammer hat, für den sieht jedes Problem wie ein Nagel aus. Und wer ideologisch verblendet und korrupt genug ist, die BIP-Verteilung so schief zugunsten der eigenen amigos zu ermöglichen (nein, das sind ja gar nicht Uncle Ben´s amigos, sondern seine Paten), der kann nur mit der Geldspritze agieren.

    Die Wirkung der Geldspritzen auf die Volkswirtschaften sind wie pures Wasser für einen Hungernden: sie sättigen nicht, aber sie füllen den Magen.

    Machen wir uns trotzdem nichts vor: QE hat 2008/09 die Welt vor einer depressiven Katastrophe bewahrt, gegen die 1929ff ein fröhlicher Kindergeburtstag gewesen wären, insofern ist es richtig, von einem “Erfolg” zu sprechen; und die Notenbanken werden ad infinitum so weiter machen müssen, weil die Katastrophe sonst trotzdem umgehend eintritt.

    Und mit jedem neuen QE wird sich die Fallhöhe vergrößern; die Notenbanker wissen das und agieren nach dem Prinzip “nach mir die Sintflut.”

    Ben´s jüngstes Mittwochsgeschwurbel hat nur einen einzigen Zweck: Immer wieder zwischendurch etwas Luft aus den Blasen entweichen lassen, die Bubbles sollen mal Pause machen und Luft holen.

    Ich bin wirklich neugierig zu verfolgen, ob auf diesem weiteren Weg irgendwann mal einer die Nerven verliert und ein “Ende mit Schrecken….” herbeiführt. Eigentlich kann ich mir nämlich sehr gut vorstellen, dass irgendwann die Notenbanken fast alle Staatsanleihen halten, die Regierungen der Welt also über die Gewinnausschüttungen der Notenbanken ihren Zinsaufwand an sich selbst zahlen, “und alle freuen sich und leben glücklich und zufr……” Und dann wagt sich sogar das private Finanzkapital in seinem Anlagenotstand wieder zurück in die Anleihen.

    Kann mich mal jemand aufklären, an welcher “Sollbruchstelle” dieser “Süße Suchttraum” zerbricht, wo ist der finale Vertrauensverlust, der das Opium-Schloss pulverisiert?

    • Roland - 21. Juni 2013

      Der von Ihnen so genannte “süße Suchttraum” kann noch eine ganze Weile so weiter gehen.
      Wenn schlussendlich theoretisch die Zentralbanken alle Staatsanleihen halten sollten, gäbe es immer noch den ultimativen “Radiergummi”. Die Forderungen werden einfach “ausradiert”, resp. ausgebucht.
      So what ?

      • Ro - 21. Juni 2013

        Wenn Sie diese Forderungen einfach ausradieren

        – so what –

        dann radieren Sie auch die gegenüberliegeneden Position Vermögen dagegen aus.

        Das müsste dann auch klar sein.

        Anders funktioniert dass eben nicht in unserem Geldsystem.

        Und exakt dieser Cut löst dann mit größter Wahrscheinlichkeit eine Kettenreaktion aus. Einem Vermögen steht immer eine Schuld gegenüber. Geld ist ein Kredit. Von Beginn an. So einfach ist die Ausbuchung eben dann nicht. Wird aber trotzdem zur Systemverlängerung kommen. Die Vorbereitungen medial (Boston Consulting Group, DIW) laufen schon seit 2010. Dieser Cut bringt uns im Aufschuldungsmodus einen Faktor Zeit zurück. Das war´s dann aber auch. Das System an sich ist aber immer noch dasselbe und braucht wieder ein weiteres aufschulden, weiteres wachsen. Ansonsten kollabiert es eben. Es wird kollabieren, so oder so. Die Frage ist nur, zu welchem Preis, wer soll, muss, verlieren.

        • Roland - 21. Juni 2013

          Ja selbstverständlich ist bei einer Ausbuchung sowohl die Aktiv- wie die Passiv-Seite betroffen.
          Na und ?
          Den Zentralbanken kann das doch wurscht sein. Dann machen sie eben neues Geld.
          Das ist die einzig denkbare “Kettenreaktion”. Die ist aber völlig harmlos.

          • Ro - 21. Juni 2013

            JA dann auf. Erklären Sie mal den Arbeitnehmern, dass ihre Renten sich teilweise oder ganz in Luft auflösen. Auch die Ihre.

            Wo setzten Sie an?

            Wer vertraut dann noch einem Geldsystem? Einfach reset und weiter….. wie wenn nichts gewesen wäre… sorry wir haben uns geirrt, vertraut uns mal ganz schnell wieder. Wir machen das wieder gut.

            Nie war die systemische Einheit und die Aufklärung ÜBER das Geldsystem selbst mehr erkannt als heute!

            Meinen Sie Henry Fords Zitat hatte jemand in der breiten Masse vor 50, 90 Jahren auf seinem Radar? Nein, mit Sicherheit nicht. Heute schon.

            Schaun mer mal, wenn wir ausbuchen wie schnell das überwinden der bisher aufrechterhalten kognitiven Dissonanz dann wirkt.

            Wie stellen sie sich den Generationenvertrag weiter vor?

            Einfach ausbuchen und weiter machen wie zuvor?

            Was machen Sie wenn den Menschen klar wird dass ihr Geld nur ein Anspruch auf ihre jeweilige Bank selbst ist?

            Existiert dies nicht mehr, existiert ihr Anspruch auf dieses Geld nicht mehr! Völlig harmlos, Mann Roland. Hier kann man nur den Kopf schütteln.

          • Roland - 22. Juni 2013

            Ihr luftiges Gerede geht völlig am Thema vorbei.
            Es geht um Ausbuchen von Forderungen der Zentralbank.
            Was hat das mit Generationenvertrag u.ä. zu tun ? Sind Sie Anfänger ?

          • zykliker - 22. Juni 2013

            Ganz so einfach ist es aber auch nicht:

            Wenn die Notenbank eine Forderung ausbucht, hat sie einen Verlust, der das Eigenkapital im Extrem in mehrfacher Höhe vernichtet; nach “alter Väter Brauch” müssten die Eigentümer, also meist der Staat (auch bei der FED, dort lassen die Alteigentümer sich das sonst nicht bieten) neues Eigenkapital einschiessen. Woher nehmen, ach so ja, leihen bei der Notenbank, aber was hat der Schuldenschnitt dann gebracht?

            Oder die Notenbank bringt das Eigenkapital durch einen Schöpfungsakt sui generis auf, gehört also hinfort sich selbst, nur: das EK steht auf der Passivseite; welche Aktiva = welche assets stehen dem gegenüber: durch Hoheitsakt enteignetes Gold?? Ausgleichsforderungen gegen wen?

            Oder die Prinzipien der Doppelten Buchführung werden abgeschafft, nein ich habs: es wird ein Immaterieller Vermögensposten gebildet analog etwa dem goodwill in einer Konzernbilanz. Dann muß nur noch ein jährlicher impairment-Test die Werthaltigkeit dieses Schaumgebildes nachweisen, und das dürfte so easy sein wie die Stresstests für die Banken in der Gegenwart.

            What a Brave New World!

            (Ironie richtet sich gegen die Sache, nicht gegen Mitdiskutanten)

            Grüße an Alle

          • Ro - 22. Juni 2013

            Roland – nein ich bin extrem Fortgeschrittener 😉 Sie können nicht einfach ausbuchen und weiter machen. Doch, der Roland kann. Roland, bitte nochmals in die Lernstube. So wird das nichts.

        • Frankenfurter - 21. Juni 2013

          Wenn Sie diese Forderungen einfach ausradieren, dann radieren Sie auch die gegenüberliegeneden Position Vermögen dagegen aus.
          Seien Sie doch bitte einmal genau! Nur das Geldvermögen ist futsch, alles andere steht noch. Auch ihre kapitalgedeckte Rente könnte futsch sein. Wenn die Staatsanleihen wertlos verfallen sind, in die die Versicherer investiert haben. Oder die Betriebe, in denen Ihr Geld als Riestersparer steckt, vom Markt verschwunden sind.
          Merken Sie, warum es keine Alternative zur gesetzlichen und umlagegesicherten Rente geben kann? Übrigens 53% der Rentner in D. beziehen heute eine gesetzl. Rente von unter 750 Euro….

          • Ro - 21. Juni 2013

            Es gibt immer eine Alternative. Ansonsten ein schönes WE.

  • JL - 21. Juni 2013

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner

    Die Rede von Bernanke ist wohl nicht nur der Erkenntnis geschuldet, daß dauerhaft billiges Geld keine Lösung wirtschaftlicher oder staatlicher Probleme an sich sind sondern diese zementieren und letztlich verschärfen. Hier haben sicher auch internationale Halter von amerikanischen Anleihen ordentlich Druck ausgeübt die ultralockere Geldpolitik der FED zumindest zu drosseln (Xi Jinping in Florida).

    Gleichwohl bleibt aber die FED in ihrem Dilemma gefangen. Wer bitte sollte den jährlich ca. 500 Mrd. (Trillionen) US$ amerikanischer Staatsanleihen zusätzlich aufkaufen, bei diesen marginalen Zinssätzen? Ergo müßte sich bei einem Ausstieg der FED der Zins dortiger Staatsanleihen erhöhen um Kapital anzuziehen. Dies wiederum würde aber früher oder später zum Kollaps der amerikanischen Staatsfinanzen führen.

    Die Rede von Bernanke kann somit entsprechend dahingehend ausgelegt werden die Politiker bis Mitte nächsten Jahres zu einer Reform der Staatsfinanzen zu zwingen- also genau das, was man seit spätestens 2009 von den Damen und Herren in Washington bisher erfolglos erwartete.
    Dies wiederum hätte letztlich zur Folge sich mehr oder weniger aus der globalen Militär- Präsenz zu verabschieden und birgt damit wahrscheinlich für erhebliches Konfliktpotential zwischen Demokraten und Republikanern, aber auch parteiintern.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Frank Bell - 21. Juni 2013

    1. QE war erfolgreich.

    Man kann dies den zahlreichen Artikeln der Mainstreampresse entnehmen, die da lauten “Die Reichen (mehr als 1 Mio USD Geldvermögen) sind reicher geworden.”

    Das war das Ziel, da die US-Amerikaner an den “trickle down”-Effekt glauben.

    2. DAX 2009 bei 3695
    DAX 2013 bei 7940

    Dow Jones 2009 bei 6626
    Dow Jones 2013 bei 14758

    Über derartige “Verluste” kann man nur lachen!

    Zum Vergleich der “sichere Hafen” Gold.

    2009 – 1090 USD, 2011 – 1909 USD, 2013 – 1290 USD

    3. Die nicht so schnell sinkende Arbeitslosigkeit würde ich auf Rationalisierung und Globalisierung zurückführen.

    NICHT auf die angebliche schlechte Erholung!

    Bis heute hat KEINE Regierung erklärt, wie sie die Folgen sinkender freier Arbeitsplätze durch Rationalisierung und Globalisierung mindern will.

    Schröder hat dazu Hartz IV – staatlich verordnete Armut – eingeführt.

    4. Die befürchtete (Hyper-)Inflation durch QE ist vollkommen ausgeblieben. Energie ist z.B. heute viel billiger als vor 4-5 Jahren.

  • Alfred Casimir - 21. Juni 2013

    #zykliker vom 21.Juni

    das Zitat mit dem Hammer trifft den Nagel auf den Kopf
    Schöner kann man dieses Geschehen in der FED nicht beschreiben.

    Der Zinsfaktor für eine Verrechnungseinheit liegt aktuell bei 0,45.
    Mit dem verbleibenden Rest kann eine reale Volkswirtschaft nichts mehr anfangen.
    Und damit bricht die ganze Theorie von der stimulierenden Wirkung in sich zusammen.
    Meiner Einschätzung nach wird wirklich nur auf Zeit gespielt, in der Hoffnung es gäbe doch eine Lösung aus diesem Dilemma.

  • Russe - 21. Juni 2013

    „Bestätigen sich unsere Wirtschaftsprognosen, dann halten wir es für angemessen, die Anleihenkäufe zum Ende dieses Jahres zurückzufahren, Mitte 2014 könnten sie dann enden.“ (1)
    __

    Ich kann mir nicht vorstellen dass die Wirtschaftsprognosen sich bestätigen werden. Also es wird gedrückt was das Zeug hält.

  • Holly01 - 28. Juni 2013

    Hallo, kleiner Nachtrag ?

    Die Goldbestände der Londoner Goldbörse sollen ja in den letzten 5 Monaten um 32 % gefallen sein.
    Der Papiergoldpreis ist dank (relativ) kolabiertem Derivatehandel zusammengebrochen und stürzt auf die Marke des physischen Goldes zu.
    Straßenpreis grob 1k € pro Unze. Differenz nur noch 20%.
    Mit dem Zusammenbruch des Derivatemarktes für Gold, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die verschiedenen Vermögenswerte gegenüber der Geldmenge neu bewertet werden.
    Übrigens, Dollar gibt es weltweit wie Dreck.
    Ich würde nicht auf ein positives Signal bei amerikanischen Staatsanleihen setzen. Die FED wird im Gegenteil nicht aussteigen.
    Der saudische König soll seit Monaten im Koma liegen.
    Der Kronprinz ist bei einem Anschlag umgekommen.
    Katar kann sein Erdgas nicht loswerden, weil es keine Anbindung an die Märkte hat (Syrien wird ja immer noch “befreit”, nur das GAZPROM vor der syrischen Küste das Erdgas fördern möchte, das gerade von Israel angezapft wurde.
    Nabuco ist gestorben und damit eine relative Unabhängigkeit der Anreihner von der UDSSR.

    Tempozunahme …….
    Da ist Ecuador nur noch eine (bezeichnende) Randnotiz.

    QE wird nie freiwillig beendet.

    • SLE - 29. Juni 2013

      Hallo Holly01,

      haben Sie Quellenangaben für die Infos bezüglich Saudi-Arabien?

      Was QE anbelangt, so stimme ich Ihnen vollkommen zu. Die jetzt vom Department of Commerce abwärts korrigierten Wachstums-, Konsum- und Exportdaten für´s erste Quartal sowie die Äußerungen mehrerer Fed-Mitglieder sprechen eine klare Sprache. Offensichtlich hatte bei der Fed niemand mit einer so starken negativen Reaktion der Märkte gerechnet und jetzt beeilen sich alle zu betonen, dass QE nicht nur fortgesetzt, sondern ggf. noch verstärkt wird. Realistisch betrachtet bleibt der Fed aber ohnehin nichts anders übrig. QE kann aber niemanden mehr überzeugen und das ist es, was Bernanke´s Aussage hat deutlich werden lassen. Denn mit der Stabilität ist es vorbei ist, sobald er auch nur darüber philosophiert, die Geldpumpe zu stoppen. Für einige steht dabei folglich einiges auf dem Spiel. Ansonsten hätte es keine solche starke Reaktion gegeben.

      Interessant ist in diesem Zusammenhang, was jüngst Thomas Hoenig, Ex-Chef der Kansas City Fed, jetzt Vize der FDIC, bezüglich der Stabilität des Finanzsystems sagte, nämlich dass es im Falle neuer Turbulenzen definitiv neue Banken-Bail-outs würde geben müssen. Begründung:

      … “we have institutions that are every bit as vulnerable as they were before.” Big banks are “woefully undercapitalized,” …

      (Quelle: http://www.moneynews.com/FinanceNews/FDIC-Hoenig-Bank-Bailout/2013/06/26/id/512127)

      Lehmann 2.0 ist nach Hoenig´s Einschätzung nicht ausgeschlossen. Die aktuellen Kurs- und Preisturbulenzen bei insgesamt hohem Abwärtsdruck – nicht zuletzt bei Gold -, produzieren Verluste und die könnten einige Akteure mittelfristig in Schwierigkeiten bringen. Wen es dann unmittelbar oder mittelbar trifft, scheint für Hoenig klar zu sein, wenn ich ihn richtig verstehe.

      Grüße
      SLE

      • Holly01 - 29. Juni 2013

        Hallo SLE,
        “haben Sie Quellenangaben für die Infos bezüglich Saudi-Arabien?”

        Nichts belastbares leider. Fakt ist eine OP vor einigen Monaten.
        Gerücht ist eine show mit veraltetem Material, um medial eine Aktivität des Monachen vorzutäuschen.
        Es geht halt um ……
        Das Gesamtbild ändert sich.
        Die Investmentbanken mit ihrem Zwischenhandel werden zum Ziel. Der Derivatemarkt, der die Kontrolle der Welt ermöglicht wird zum Ziel und dahinter natürlich der Petrodollar.
        Der Dollar als Blase, das habe ich vor Jahren geschrieben, damals als abstraktes Bild.
        Ich hätte ein solches Tempo nie vermutet. Eine solche Macht dahinter schon garnicht.

  • Holly01 - 30. Juni 2013

    @ SLE : Der VDAX hat gedreht. Wenn der über 30-35 geht, dann fange ich auch an die Dusche kälter einzustellen.
    Schönen Sonntag.