Unfreiwilliger Selbsttest? Wenn Politiker die Folgen ihrer Austeritätspolitik „erleben“

von am 4. April 2013 in Allgemein

Die liberal-konservative britische Regierung von Premier David Cameron verfolgt ebenso wie auch die Krisenstaaten in Südeuropa einen harten austeritätspolitischen Kurs. In Großbritannien ist jetzt eine ganze Reihe von Maßnahmen in Kraft getreten. Die Vergabe von Sozialhilfe wurde grundsätzlich neu geregelt, was mit tiefen Einschnitten verbunden ist. Dabei geht es unter anderem um Folgendes: (1)

  • Die Sozialhilfe wird – ausgenommen sind Behinderte – künftig nicht mehr entsprechend der Inflationsrate steigen, sondern um nur noch 1 Prozent.
    Betroffen sind: 9,5 Millionen Familien
    Geschätzte Ersparnis für den Staatshaushalt: ca. 2,3 Milliarden Pfund in den nächsten drei Jahren
  • Bewohner von Sozialwohnungen müssen künftig Einbußen bei der Sozialhilfe hinnehmen, wenn sie über ein freies Schlafzimmer verfügen.
    Betroffen sind: ca. 1 Million Haushalte (in Zweidritteln davon leben Behinderte)
    Geschätzte Ersparnis für den Staatshaushalt: 465 Millionen Pfund p.a.
  • Kürzung bzw. Streichung (bei mehr als 32.000 Pfund (ca. 38.000 Euro) Haushaltseinkommen p.a.) der Rechtsbeihilfe.
    Geschätzte Ersparnis für den Staatshaushalt: 350 Millionen Pfund p.a.
  • Die Entscheidung über Ausnahmen von der üblichen Gemeindesteuer für Familien mit geringem Einkommen wird nicht mehr vom Arbeitsministerium, sondern von den Kommunen selbst gefällt, was darauf hinausläuft, dass mehr Familien diese zumindest zum Teil selbst bezahlen müssen.
    Betroffen sind: ca. 6 Millionen Familien
    Geschätzte Ersparnis für den Staatshaushalt: bis zu 480 Millionen Pfund p.a.
  • Daneben sind andererseits Haushalte, deren Jahreseinkommen unter 10.000 Pfund liegt, von der Einkommensteuer befreit. Am oberen Ende des Einkommensspektrums wird allerdings auch der Spitzensteuersatz von 50 auf 45 Prozent gesenkt.

Finanzminister George Osborne meint, die Maßnahmen würden besonders die arbeitenden Familien belohnen. Das ist entspricht auch der neuen Losung, mit der seine konservative Partei die Austeritätspolitik dem Volk jetzt verkaufen will: „Für hart arbeitende Menschen“. (2)

Die Labour-Partei hingegen verurteilt die Maßnahmen als ungerecht, weil sie nach deren Auffassung die ärmsten zehn Prozent der britischen Bevölkerung besonders hart treffen, während sich zugleich die hohen Einkommen entlastet werden.

Die BBC hat diese Kontroverse in einer Radiosendung auf BBC Radio 4 am Montag aufgegriffen und interviewte dazu den konservativen britischen Arbeitsminister Ian Duncan Smith. (3) Dieser verteidigte die Maßnahmen mit der Aussage, auch er könne mit 53 Pfund (ca. 63 Euro) pro Woche auskommen, wenn es sein müsse. Diesen Betrag hatte ein zuvor von der BBC befragter Geringverdiener, der Markthändler David Bennet, genannt. (4)

Smith ahnte nicht, was er damit auslösen würde.

Der Musiker Dom Aversano initiierte daraufhin nämlich eine Online-Petition, in der Arbeitsminister aufgefordert wird, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Für wenigstens 1 Jahr soll Smith auf 97 Prozent seiner Minister-Bezüge in Höhe von 1.581,02 Pfund pro Woche verzichten und so beweisen, dass er mit wöchentlich 53 Pfund auskommen kann. (5)

So etwas hat es bisher wohl noch nicht gegeben.

Die Petition wurde inzwischen von über 412.000 Menschen unterzeichnet. (6) 500.000 Unterstützer sind nötig. Aversano hat ins Schwarze getroffen.

In allen europäischen Krisenstaaten wird durchexerziert, was auch Ian Duncan Smith stellvertretend für die gesamte britische Regierung als Krisenkonzept gutheißt. Smith ist kein Einzelfall. So wie er reden und beschönigen viele andere Regierungspolitiker in Europa. Es ist ihnen allen bisher nicht schwergefallen, die soziale Realität und die volkswirtschaftlichen Fakten auszublenden, die diese Art von Krisenkonzept geschaffen hat. Denn von einer Beendigung der Schuldenmisere kann in Europa kaum die Rede sein, von Krisenbewältigung schon gar nicht.

Der Fall Ian Duncan Smith zeigt deswegen vielleicht stellvertretend für ganz Europa, zu welcher Erkenntnis die Bürger inzwischen gekommen sind:

So lange Regierungspolitiker und Abgeordnete nicht selbst die unmittelbaren Konsequenzen ihrer Krisenpolitik erleben und ertragen lernen müssen, haben sie keinen Anreiz, eine in gesellschaftlicher und gesamtwirtschaftlicher Hinsicht vernünftige Krisenpolitik zu betreiben.

Die Kluft zwischen den Lebensrealitäten von Politikern und Bürgern ist offensichtlich viel zu groß geworden. Es müssen Wege gefunden werden, sie zu schließen.

Die Online-Petition könnte ein Beitrag dazu sein. Wer sich dafür interessiert und das Experiment gerne verfolgen möchte, der kann das hier tun:

Petition: Ian Duncan Smith to live on £53 a week

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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75 KommentareKommentieren

  • Rolmag - 4. April 2013

    Die Petition ist geistlos. Natürlich kann man mit 53 Pfund die Woche auskommen, wenn man nichts hat. Es soll Länder geben, da haben die Menschen keine 30$ im Monat.

    Dumm ist die Petition, weil der Minister wenn er von 53 Pfund die Woche lebt bald kein anständiger Repräsentant seines Landes mehr ist und weiterhin etwas für sein Gehalt leistet.

    Mir ist klar, dass wir auf eine leistungslose Gesellschaft zusteuern, denn die Leistungslosen haben tausend Stimmen, die von denen sie leben keine einzige.

    Was die Politik und die ganzen Sozialfanatiker aber nicht begreifen ist, dass ein Staat wo vollbeschäftigter Ingenieur und Arbeitslosenfamilie Tür an Tür leben, weil sie sich beide nichts besseres leisten können, im Arsch ist, weil der Ing. ein Vollidiot sein muss sich so ausnehmen zu lassen und dann ist es kein guter Ing. und wenn das den Linken tausendmal nicht passt, dann ist die Gesellschaft 1001 mal so im Eimer. Das ganz fiese an der Geschichte ist, dass es der Masse erst dann auffällt, wenn es viel zu spät ist, die Politiker opfern ihre Leistungsträger kalt lächelnd (wie zu allen Zeiten, damals halt in der Armee), offenbar pfeifen die auch auf die Zukunft ihrer Kinder und Familien.

    In einem Löwenrudel gibt es Renner und Esser. Wenn die Renner wie die Esser behandelt werden, dann hat das Rudel bald einen brutalen Mangel an Rennern, weil die dann nicht nur fit und mutig (Büffeljagd) sondern auch grenzdebil sein müssen und das passt eben nicht.
    Alles hat seine Grenzen, auch die Nächstenliebe und vor allem, wenn man sieht wie die in den Tag hineinleben (ich beziehe mich dabei ausschließlich auf reichhaltige persönliche Wahrnehmungen, könnte ein Buch von wenigstens 300 Seiten davon schreiben).

    Es ist für das Land und auch die Stützeempfänger eine Katastrophe in Richtung GAU, dass die ihr Geld ohne Gegenleistung einstreichen! Das Land verarmt, die Empfänger verblöden dabei und die Moral geht vor die Hunde.

    • Skandinavienfan - 4. April 2013

      @ Rolmag

      Und was wird für diese Art von leistungslosen Einkommen erbracht ? Noch dazu in dieser Dimension ? Und mit welchem moralischen Anspruch ? Ist derartiges “vorbildhaft” für eine Gesellschaft (von Menschen wohlgemerkt, nicht von Raubtieren) ? Schon mal drüber nachgedacht, wer in unserem zinseszinsbasierten Geld- und Wirtschaftssystem stets die wirklichen und konsequent verantwortungslosen Absahner sind, in welcher Ecke der Welt auch immer ?

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/laxe-gesetze-in-steueroasen-kriminelle-willkommen-1.1640081

    • flurdab - 4. April 2013

      In welchem neoliberalen Einmachglas leben Sie?

      “Mir ist klar, dass wir auf eine leistungslose Gesellschaft zusteuern, denn die Leistungslosen haben tausend Stimmen, die von denen sie leben keine einzige”

      Ist das ihr Ernst?

    • peterb - 4. April 2013

      Wie recht du hast.
      Millionen und Abermillionen in Europa, immer mehr, drängen in die soziale Hängematte, die größte, schönste und komfortabelste der Welt, wo sie nur noch abchillen wollen, in spätrömischen Dekandenz sich voll fressen, von Party zu Party eilen, Sekt schlürfend sich in Sexorgien aufgeilen und ihren ganzen pompösen Reichtum von den wenigen Leistungsträgern im Schweiße deren Angesichts, sklavengleich erschuften lassen – und sich darüber tot lachen, dass sich diese dabei noch Gesundheit und Zukunft ruinieren. Und das Ganze noch für wenig, am besten gar kein Geld.
      Wirklich widerlich, dieses Pack.

    • Holly01 - 4. April 2013

      @ Rolmag : Ich kann das nicht so, abba ich kenne da einen Fachmann für eine Antwort, geniessen Sie die ersten 5 min. :

    • Chotschen - 4. April 2013

      Nochmal ein paar Fakten, die Ihnen offenbar nicht bewusst sind.

      “Ein Lieblingsargument der einfachen Leute ist das der „sozialen Hängematte“. Die Menschen arbeiten angeblich deswegen nicht, weil sie im sozialen System ja viel besser aufgehoben sind. Das wird auf der Basis der Zahlen der Bundesagentur für Arbeit schon dadurch unglaubwürdig, dass jedes Jahr mehrere Millionen Beschäftigungs-Verhältnisse in Deutschland aufgekündigt werden und fast genau so viele hinzukommen. Es gibt eine gewaltige Rotation auf dem Markt, so dass viele verschiedene Personen mal kürzer und mal länger von Arbeitslosigkeit betroffen sind. 75% der heutigen Arbeitslosen werden in einem Jahr nicht mehr arbeitslos sein oder zwischenzeitig gearbeitet haben. Vor den Hartz-Reformen war dies nicht anders. So sollte man die Zahl der Arbeitslosen also nicht als eine Menge von immer gleichen „Faulpelzen“, sondern als Gruppe von ständig wechselnden Personen betrachten, die nur kurzfristig keine Beschäftigung haben und es nicht schaffen, sich mit anderen gleichzeitig ins Arbeitsleben zu integrieren. Die Rotation ergibt sich daraus, dass Unternehmen untereinander konkurrieren und sich, natürlich auch unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Lage, gegenseitig Arbeit streitig machen. Wenn Unternehmen A gerade eine Person wegen einer schlechten Auftragslage entlässt, dann konnte Unternehmen B direkt oder indirekt die Aufträge von A ergattern und sucht jetzt eine neue Arbeitskraft.
      Die oft angesprochene Tatsache der offenen Stellenangebote ist daher irreführend. In der neoklassischen Theorie geht man teilweise davon aus, dass bei fallenden Reallöhnen mehr offene Stellenangebote auftreten, die die Arbeiter aufgrund der geringeren Löhne nicht besetzen wollen. Also glaubte man, man müsse nur die Löhne senken und den Druck erhöhen. Das ist Unsinn. Natürlich lassen sich offene Stellen mit der angesprochenen Rotation erklären, da es eine gewisse Zeit bedarf, bis eine als offen gemeldete Stelle endgültig als besetzt gemeldet wird. Gerade im Abbau befindliche Stellen können natürlich nicht gemeldet werden. Deswegen kann man offene Stellen nicht als „netto“ verfügbare Arbeitsplätze betrachten.
      Sich über die wenigen aufzuregen, die die soziale Absicherung wirklich ausnutzen, ist ebenfalls sinnlos. Die meisten dieser Menschen haben geringe Qualifikationen und kaum Arbeitsmarktchancen. Sie müssten sich mit Arbeitswilligen um Jobs streiten, wobei sie wahrscheinlich den Kürzeren ziehen würden. Wenn es nicht ausreichend viele Arbeitsplätze gibt, dann bewirkt der steigende Druck durch radikale Maßnahmen nur einen höheren Wettbewerb um bestehende Arbeitsplätze, wodurch der Lohn in diesen Bereichen sinkt. Solange wir genug Arbeitswillige haben und sich keine Menschen mit dringlich gefragten Qualifikationen vor der Arbeit drücken, stellt der Punkt der Faulpelze kein Problem dar.

      Das wohl jedoch deutlichste Argument gegen die These der Faulheit ist der Fakt, dass die Arbeitslosigkeit schon immer starken Schwankungen in Abhängigkeit von der Konjunktur unterlegen hat. Diese Schwankungen sind immer sehr stark an die Investitionen und die Auftragslage der Unternehmen gekoppelt. Die Investitionen steigen immer wenige Monate vor einem Beschäftigungsanstieg. Sinken die Investitionen, dann dauert es ein wenig, bis Arbeitsplätze verloren gehen. Diese zeitlichen Unterschiede können relativ gut ausschließen, dass eine freiwillige Arbeitslosigkeit die Ausgangsbasis für eine verringerte wirtschaftliche Tätigkeit ist. Ein Beispiel dafür ist der Fall Deutschland. Trotz eines stark erhöhten Druckes auf Arbeitslose ab 2005 hat der Beschäftigungsumfang in Stunden erst 2007 ernsthaft zugenommen, als die Exportraten den Bedarf nach Arbeit steigerten. Zuvor stieg die Zahl der Beschäftigten nur als Folge von statistischen Tricks wie versteckter Teilarbeitslosigkeit und den berühmten 1-Euro-Jobbern.
      Es gibt auch zahlreiche Beispiele von plötzlicher Massenarbeitslosigkeit aus der Vergangenheit. Nach der ersten Finanzkrise der 30er Jahre gab es Arbeitslosenquoten von fast 30% in Deutschland und Amerika, die sich im Laufe der Zeit aber wieder mäßigten. Die jetzige Finanzkrise zeigt das gleiche Phänomen ebenfalls nur zu gut. Auch der überwiegende Anteil der Arbeitslosigkeit zwischen 1960 und 1990 in Westdeutschland wurde fast ausschließlich in einer Zeitspanne von 5 Jahren während der beiden Ölkrisen zusammengetragen. 1973-75 stieg die Quote von ungefähr 1% auf 5% und 1981-84 von 4% auf 9%. Sogar das Ausland in allen Teilen der Welt hatte in diesen Zeiten schwere Schwächephasen. Man muss schon ein wirklich kreatives Argument vorweisen, um den Menschen zu unterstellen, dass sie ausgerechnet in den 5 Jahren der Ölkrisen dramatisch fauler geworden sind. Das Problem hauptsächlich bei Qualifikationen, der Verlagerung ins Ausland, zu vielen Ausländern, zu hohen Löhnen oder sogar dem technologischen Fortschritt und Rationalisierung zu suchen, wäre unter diesen Umständen auch keineswegs angemessen, aber zu diesen Themen kommen wir noch.”

    • SLE - 4. April 2013

      Hallo Rolmag,

      ich befürchte, Sie haben da etwas missverstanden. Der Mann, der mit 53 Pfund auskommen muss, hat einen Job, er arbeitet hart. Und dass ihm nur 53 Pfund übrigbleiben, liegt an der hohen Abgabenlast und genau darum geht es: Um die zusätzliche Belastung derjenigen, die geringe Einkommen haben und für die britische Schuldenkrise, verursacht insbesondere durch die Rettung der heimischen Banken, nichts können, während die Top-Verdiener von den Kürzungen nicht betroffen sind und zudem auch noch steuerlich entlastet werden.

      Grüße
      SLE

    • Georg Trappe - 5. April 2013

      Warum die Aufregung. Ist doch alles in bester Ordnung. Und Vollbeschaeftigung ist keine Utopie.
      Zumindest, wenn man diesen “geistreichen” Ausfuehrungen folgt:
      http://www.insm-oekonomenblog.de/10055-zehn-jahre-agenda-2010-vollbeschaftigung-ist-keine-utopie/
      Inzwischen sind ja die Erfolge dieser Strategie, insbesondere wenn sie ueber Jahre flaechendeckend zur Anwendung gebracht werden, nicht mehr zu leugnen.
      http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1436492

    • Moritz - 5. April 2013

      Rolmag, Sie sprechen mir aus der Seele.

    • Dietmar - 5. April 2013

      In einer freien Marktwirtschaft hättest du vollkommen Recht. Nur befinden wir uns in einer, durch Einzelinteressen (kleine Gruppen), manipulierten (zb Zins, Gesetzgebung (Lobbying) etc.) Marktwirtschaft. Diese wird kollabieren, wenn nicht wieder Gleichheit hergestellt wird. Ich empfehle Schumpeter.

  • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 4. April 2013

    Das sind doch alles sinnvolle Maßnahmen! Je weniger Staat desto mehr Wohlstand. Das macht ein dummer Kommentar eines Politikers nicht schlechter.

    • SLE - 4. April 2013

      Hallo Euro? Nein Danke! – Aufkleber,

      lesen Sie eigentlich die ganzen Analysen von Steffen hier im Blog zu den Folgen dieser Maßnahmen (in all den Staaten, in denen diese und ähnliche angewendet werden), so wie sie sich in den Fakten widerspiegeln? Erklären Sie doch bitte einmal überzeugend, wie Sie zu Ihrer Bewertung kommen.

      Grüße
      SLE

    • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 4. April 2013

      Alle genannten Maßnahmen bedeuten weniger Staat. Weniger Staat bedeutet effizientere Allokation von Geld/Kapital, das wiederum mehr Wohlstand für die Bevölkerung. Very simple.

      Man könnte auch andersherum argumentieren und die Ausgaben für die betroffenen Leistungen ver x-fachen. Ergebnis wäre Sozialismus.

      • Till - 5. April 2013

        > Weniger Staat bedeutet effizientere Allokation von Geld/Kapital, das wiederum mehr Wohlstand > für die Bevölkerung. Very simple.

        Haben Sie schon einmal dieses Blog gelesen?
        Das bedeutet in unserem Kapitalismus nur mehr Geld für ein paar % und die Großbanken. Und von dieser Adresse kommt das Geld nicht mehr in den Umlauf (und würde für Wohlstand sorgen), sondern wird in Hedgefunds & Co verwendet um sinnlose Spekulationen durchzuführen, deren Kollateralschäden dann wieder mit den hier beschriebenen Sparmaßnamen der Bevölkerung aufgedrückt werden.

        Nennen Sie mir einen Staat, der wenig Staat und viel allgemeinen Wohlstand hat.

        An alle neoliberalen Trolle:
        In Spanien sind die Arbeitslosen sogar so faul, das sie nicht arbeiten gehen obwohl sie überhaupt kein Geld bekommen. Trotzdem gibt es dort 25% Arbeitslose. Schlimm das, so eine Faulheit. Vielleicht muß man dann sogar Steuern erheben, 1 Euro für jede nicht gearbeitete Stunde wie in Griechenland (dort müssen Obdachlose Steuern zahlen).

        • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 7. April 2013

          >>>Nennen Sie mir einen Staat, der wenig Staat und viel allgemeinen Wohlstand hat

          Schweiz, Singapore, Hongkong,…

  • topperhopper - 4. April 2013

    Die Aussage des Ministers war dumm und unüberlegt, keine Frage. Aber die Petition als Reaktion darauf ist nicht viel besser. Populismus trifft auf Populismus.

    VG

  • Erik - 4. April 2013

    Nur als Hinweis:
    der Link zur Petition scheint nicht zu stimmen (auch auf dem stefanleichnersblog.blogspot.com Blog)…

    Gruß, Erik

    • SLE - 4. April 2013

      Hallo Erik,

      ich habe den Link nochmals getestet. Bei mir klappt er. Hat sonst noch jemand ein Problem damit?

      Grüße
      SLE

      • Holly01 - 5. April 2013

        Unter Firefox mit rechts daraufgeklickt und in neuem Tab problemlos geöffnet bekommen.
        05.04.2013 // 06:39
        firefox 19.0.2 // 7 windows 7 ultimate 6.1.7601 // aus dem deutschen Adressraum

  • MFK - 4. April 2013

    Mick Philpott ist gerade in UK in allen Zeitungen und wird als abschreckendes Beispiel für Sozialschmarotzertum hochgekocht. Auch Osborne greift den Fall dankend auf.
    http://www.guardian.co.uk/society/2013/apr/04/mick-philpott-benefits-lifestyle-questioned

  • für meine Kinder - 4. April 2013

    Wirklich leistungslose Einkommen sind doch die Einkünfte aus Vermögen!
    Für mich ist das Hartz 4 für Reiche.

    Der Anteil der Arbeitnehmereinkommen am Gesamtkuchen ist doch die letzten 15, 20 Jahre erheblich geschrumpft.
    Da liegt der Hund begraben.

  • Holly01 - 4. April 2013

    Nun brauchen wir nur noch die gesamte Gesellschaft zu bewaffnen und schon haben wir stabile Verhältnisse.
    Manchmal macht lesen mir Angst ……..

  • Klaus - 4. April 2013

    Noch sind 38.000 Pfund nicht 38.000 Euro. Nächstes Jahr vielleicht 😉

    • SLE - 4. April 2013

      Ein dummer Flüchtigkeitsfehler. Habe ihn korrigiert. Danke.

      Gruß
      SLE

  • Holly01 - 4. April 2013

    Beim Ambro soll es (lt. einigen Blogs) keine Rückgabe der eingelagerten Goldbestände von Privatkunden mehr geben.
    Statt dessen wird der Tageswert von Gold in Giralgeld auf das entsprechende Konto überwiesen.
    Das soll Sicherheit und Verfügbarkeit garantieren.
    Merkt eigendlich keiner, wie die EU herumrennt und an allen Ecken schreit “raus das dem Euro, raus aus der Eu Wirtschaft”?
    Es ist ein Krieg auf medialer und höchst persönlicher Basis.
    Das sogenannte “Armenrecht”, also die kostenlose Möglichkeit für Geringstverdiener wurde ja in DE auch sdtark eingeschränkt.
    Ganz leise und ohne Theater in den Medien.
    Steueroasen sind wieder in den Medien. Wie überraschend ….. aber immer nur die in der karibik, über die Kanalinseln schweigen alle.
    Kapitalflucht nach Singapur …. der PM von Singapur ist gerade in den USA und bedankt sich für die hervorragenden Sonderbeziehungen.
    Die Stellen das gatter auf und dann geht die Hatz los …… und alle machen weiter “määähhhh” und rennen im Kreis durch das Gatter.
    Am besten sind die Anfeindungen und Unterstellungen die sich die Opfer gegenseitig machen.
    Die einen : “faule SA*”.
    Die anderen : “asozialer Krisengewinnler”.
    Keine Sorge, wir werden alle veralbert …..

  • Hermann Keske - 4. April 2013

    Gell, die Briten verstehen etwas von Wirtschaft, von der angelsächsischen, die doch auch in den USA außerordentlich erfolgreich ist (jeder siebte US-Bürger kauft seine Lebensmittel mit einer Lebensmittelkarte).

    Nehmen wir die herrschende Lehre, die neoklassische Ökonomik, und arbeiten wir die Maßnahmen einfach der Reihe nach ab. Dann werden wir sehen, daß die britische Regierung sich richtig wissenschaftlich verhalten hat.

    Dazu muß man natürlich wissen, daß Arbeitslosigkeit immer und grundsätzlich freiwillig ist. Das ist leicht zu begründen: Schauen Sie sich einfach in der Welt um, dann werden Sie sehen, daß es überall reichlich zu tun gibt. Wenn es trotzdem Arbeitslose gibt, dann liegt das an falschen Anreizen, die der Staat gesetzt hat. Gäbe es keine staatlichen Hilfen, dann bekämen die Arbeitslosen nichts mehr zu essen. Der Hunger aber ist der stärkste Anreiz zur Aufnahme von Arbeit. Das weiß man seit Jahrhunderten. Auch ein paar deutsche Wirtschaftsweise haben in ihrem Gutachten zum Kombilohn angedeutet, daß man auf den Hunger als Arbeitsanreiz nicht gut verzichten kann.

    Wenn die Briten nun die Hilfeempfänger dadurch langsam an den Hunger gewöhnen, indem es keinen Ausgleich für die inflationäre Preisentwicklung gibt, muß man das fast schon als Barmherzigkeits-Wirtschaftspolitik bezeichnen. Ob das vernünftig ist? Eigentlich wird dadurch der Anpassungsprozeß nur verlängert – aber vielleicht hat man auch an die nächsten Wahlen gedacht.

    Alle weiteren Kürzungen der Zuwendungen folgen dieser alten Erkenntnis von den Anreizen zur Arbeitsaufnahme – und wohnen müssen die Hilfeempfänger auch nicht unbedingt, wenn in GB gerade großes Interesse an Wohnimmobilien herrscht und die Eigentümer gute Verkaufserlöse erzielen könnten.

    Auf der anderen Seite wird der Spitzensteuersatz gesenkt. Den zahlen in der Hauptsache Unternehmer und Vermögenseigner – und was geschieht, wenn ein Unternehmer mehr Mittel zur Verfügung hat? Richtig, er investiert. Das war vor ein paar Jahren noch gesicherte Erkenntnis. Der bedeutende Denker Prof. H.W.Sinn aus München hat mit der Mitteilung seiner Forschungsergebnisse insoweit z.B. im “Herdentrieb” bei der ZEIT einen großen Publikumserfolg gelandet.

    Sieht man, wie gut die Maßnahmen der britischen Regierung wissenschaftlich abgesichert sind? Der Einsatz altbewährter Mittel an der Basis wird deren Arbeitswilligkeit deutlich anheben, und die Steuererleichterungen für die Besserverdienenden werden Investitionen und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen bewirken. So ergänzen sich die Maßnahmen trefflich

    Gell, neoklassiche Ökonomie hat was. Großbritannien wird nun wieder aufblühen und der Wohlstand wird wachsen. Nicht bei jedem natürlich.

    Es könnte natürlich auch ganz anders kommen. Ärgerlicherweise verhält sich die Realität immer mal wieder ohne Rücksicht auf die Wissenschaft. Aber das macht nichts – das kann man dann auch wieder erklären.

    • Holly01 - 4. April 2013

      Ja ja, alle haben sich an den Plan gehalten, aber der Plan war Schei***.
      http://www.rottmeyer.de/harakiri-japans-zerstort-seine-wahrung/

      • Euro? Nein danke! - Aufkleber - 4. April 2013

        Shit, wir brauchen mehr Planer und bessere Pläne!

    • willi - 4. April 2013

      Schöner Kommentar, kann dem nur zustimmen.
      Sehr wahr leider auch diese Erkenntnis: “Ärgerlicherweise verhält sich die Realität immer mal wieder ohne Rücksicht auf die Wissenschaft.”
      “Um so schlimmer für die Tatsachen!” sagte da mal einer.

      Alles deutet darauf hin, dass die Eliten es darauf anlegen, das Spiel soweit zu treiben, bis wieder die ersten von ihnen vom Mob an die Laternen gehängt werden, was zu bedauern, ob der Dummheit und Bösartigkeit der Oberklasse, schon fast schwer fällt.

    • Georg Trappe - 5. April 2013

      Dazu passt dann noch dieser “kurze Abriss der Nationaloekonomie”.
      http://www.zeit.de/1987/02/kurzer-abriss-der-nationaloekonomie

      Und das mit dem “Erklaeren” wird in Zeiten, in denen sich die Realitaet so unwissenschaftlich verhaelt, natuerlich etwas schwieriger. Daher meinte Kandidat Steinbrueck ja wohl auch schon, dass die Kanzlerin unterbezahlt sei. Soll wohl heissen, wenn man dieser Frau mehr Geld geben wuerde, koennte sie uns besser erklaeren warum die Realitaeten sich z.Zt. so unwissenschaftlich verhalten. Das deckt sich mit der Aussage von Herrn v. Brauchitsch in einem Interview zur Flickaffaere (Arte Doumentation). Da sagte er sinngemaess:”Die Politiker haben uns klar gemacht, das sie Geld brauchen um zu funktionieren. Das haben wir ihnen gegeben.” In braunen Tueten wohlgemerkt.

      Viele Gruesse
      Georg Trappe

      • Holly01 - 5. April 2013

        Ich habe da eine spannende Frage :
        Wenn eine Bank ihre Bilanz verlängert schafft Sie Giralgeld, das ist nicht verboten.
        Wenn diese Bank zuläßt, dass dieses Geld innerhalb der bank und vielleicht auch mit anderen Banken genutzt wird ist das ebenfalls nicht verboten.
        Aber wenn ich zu einer Bank Bargeld bringe handelt es sich um ein gültiges Zahlungsmittel.
        Dieses Bargeld hat einen anderen Rechtsstatus. Ich bin zwar kein Besitzer aber ich bin Nutzer.
        Gebe ich das Bargeld ab, so wird daraus Giralgeld. Es ändert seinen rechtlichen Status, denn es ist nun kein Zahlungsmittel mehr.
        Ist das vor dem Hintergrund, dass es weit aus weniger Bargeld als Giralgeld gibt zulässig, dass die Bank das Risiko auf mich überträgt, dieses bargeld nicht mehr zurück zu bekommen?
        Mindestens genauso interessant :
        Wenn mein Arbeitgeber mir Geld überweist ist das zumindest prozentual bereits Zinsgeld und damit -kein- Giralgeld. Muss die Bank für diesen Teil garantieren oder darf sie die ganze Summe pauschal wie Giralgeld behandeln?
        Das ist unter EU-Recht ( also wie es scheint unser aller gültiges Recht) sehr spannend.

        • Vandermonde - 8. April 2013

          Ob die Quelle der Geldschöpfung die Nationalbank oder die Geschäftsbank ist, ist ja prinzipiell irrelevant (zumindest solange die Zentralbank als politisch “unabhängige” und damit eigentlich undemokratische Institution agiert).

          Giralgeld in Ihrer Notation IST ebenfalls gesetzlich gültiges Zahlungsmittel – hier gibt es keinen Unterschied im “rechtlichen Status”. Das merken sie z.B. schon an den diversen Staatsgarantien für Spareinlagen und an den Garantien und Unterstüzungen für ganze Banken (was im Zuge der Krise deutlich wurde).

          Natürlich sind Krisensituationen vorstellbar, wo das Bargeld eine außergewöhnliche Rolle einnimmt, aber meist ist von einer krisenhaften Entwicklung das gesamte Geld betroffen und die Leute konzentrieren sich auf Gütertausch, Zigaretten oder Schmuck. Da nützt das Bargeld dann oft genauso wenig wie ein Bankkonto. (vielleicht stellt Zypern eiune Ausnahme dar – man wird sehen)

          • Holly01 - 8. April 2013

            @ Vandermonde :
            Diese Antwort ist nach meiner Kenntniss falsch.
            “Giralgeld in Ihrer Notation IST ebenfalls gesetzlich gültiges Zahlungsmittel – hier gibt es keinen Unterschied im “rechtlichen Status”.”
            Nach den Gesetztexten die ich gefunden habe ist Giralgeld – kein – gesetzliches Zahlungsmittel.
            Es steht dort sinngemäß : Zahlungsmittel ist ausschliesslich der Euro. Ausgegeben werden Euro ausschliesslich von der EZB und von der EZB beauftragte Notenbanken.
            Das bezieht sich für mich eindeutig auf Euro in Papier- und Münzform.
            An anderer Stelle steht, die EZB hat das Recht Euroscheine für ungültig zu erklären (anhand der Nummerierung). Wieder eindeutiger Bezug auf händisches Geld.
            Die Bankenbilanzen lauten auf Euro und werden in verlängert Euro. Aber das ist das Geld der Geschäftsbanken.
            Das ist ein ganz anderer Kreislauf (geldtechnisch). Was Sie und ich mit der Bank schaffen oder nicht das ist der Notenbank und der EZB egal.
            Ich habe bisher auch keine ausdrückliche Erlaubniss (Gesetz) gefunden, anhand die Geldschöpfung und die Regeln dazu ausdrücklich beschrieben wären.
            Nur Texte die sich mit dem Verfahren ansich beschäftigen (Lombartsatz, Mindestreserve usw).
            Das ist wie die EZB, die ist auch einfach vorhanden und wird in ihren Aufgaben beschrieben.
            Vielleicht schau ich auf die falschen Seiten …..

      • JL - 6. April 2013

        Hallo Georg Trappe,

        Englands Niedergang ist sachlich betrachtet nur die Blaupause zum Römischen Reich.

        Auch damals schon waren Reichtum und Elend immer Ergebnisse von politischen Entscheidungen mit nachfolgenden steuerlichen Belastungen für die breite Masse. Das Ergebnis dessen war letztendlich „spätrömische Dekadenz“.

        Und was bitte ist eigentlich „spätrömisch Dekadenz“?

        Bildlich ausgedrückt:
        Die Betrachtung der Welt anhand des Kontoauszuges- aus Sicht des einen, wie auch aus Sicht des anderen.

        Mit freundlichen Grüßen

        JL

  • klaus - 4. April 2013

    Draghi will Zinsen senken.

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Draghi-oeffnet-Tuer-fuer-Zinssenkung-article10414626.html

    Nachdem Diesel-Boom ja alles angekündigt hat,
    kommt mit der Zinssenkung dann der Griff in die Kleinkonten.

    Für die Zukunft der arbeitslosen Jugend.

    Da “Kinder” und “Jugend” nur Platzhalter für
    unterfinanzierte Bankenkolosse und halbwertige Großbau-Unternehmer
    meistens sind, sollen jetzt also junge Familien in (sanierte) Häuser und
    bekommen die Gelder zur Billig-Finanzierung.

    Klar das Rente mit 80, die Alleinstehenden ( ab 35 ) und Omas Sparbuch
    das ausgemachte Ziel für diesen Kunstgriff in das Kontor wohl sein
    könnten. Selbst Krankenkassen-Überschüsse in 2030 könnte man
    einplanen. Oder ein paar CDS von P2P Politiker to Politiker abnicken lassen.
    Bis 2050 hat man da schon den Break-Even-Point, falls keiner verhaftet wird.
    Und PunktX simma dann raus. Gen se ma noch en Weinche hör
    ich schon jemanden sagen.

    Die Debt/Loan Ratio der Banken ist wohl derart unter aller Kanone, das alles
    IRGENDWIE finanziert werden muß.
    Kommt also der Diesel-Griff ins Konto vor oder nach der Wahl ?

    Alternativlos.
    Wann ist das nächste abendliche Treffen im luxemburger Wald ?

    Sagte doch einst Juncker, das wenn die Politiker den Euro retten,
    Sie Angst hätten nicht mehr gewählt zu werden.

    Oder machen wirs noch vor der Wahl mit

    Outrageous Money Transaction ( Kontenpfändung ),
    bzw. Elevated Liquidity Admittance.

    Und das Alles nur zu unserem Besten.

    😉

  • Hunsrückbauer - 4. April 2013

    endlich mal eine kontroverse Diskussion – schön, vielen Dank, zu der ich meinen Senf ebenfalls beitragen will.

    Also, wenn Leistungsbereite oben unterm Topfdeckel kleben, weil da einer drauf sitzt (Lohnzurückhaltung, etc.), weniger Leistungsbereite es sich am Topfgrund bequem machen können, dann gibt das irgendwann Unmut – nachvollziehbar?

    Wenn also der Unterschied zwischen Leistungsbereitschaft und Leistungsverweigerung in einer Gesellschaft schrumpft, ist das in etwas so, als wenn der Preis für ein nachweislich gutes Produkt, sich dem Preis eines nachweislich schlechten Produktes annähert. Wer würde denn das nachweislich schlechte Produkt noch kaufen, wenn er dafür auch ein anchweislich gutes Produkt erhielte?

    Das nachweislich schlechte Produkt soll (kann) aber nicht vom MArkt verschwinden, der Hersteller des nachweislich guten Produktes auch nicht, was passiert? Nun, der Hersteller des guten Produktes wird zu der Überzeugung gelangen, sein Produkt ebenso schleecht zu machen wie das Konkurenzprodukt, das auch nicht weniger kostet als seines oder er wird die Produktion ganz einstellen.

    Wer vom Ing. oder Facharbeiter mit Familie und Alleinverdiener erwartet, dass er für das gliche Geld arbeiten geht, wie jemand, der Zuhause tageintagaus die soziale Hängematte pflegt, träumt, ist fatalistisch oder altruistisch.

    Ich weiß wovon ich rede, denn ich kenne einige Familien, die es sich in der sozialen Hängematte sehr bequem gemacht haben. Da muß ich dann sagen, dass es finanziell attraktiver ist, Stütze zu beantragen und sich um die Familie zu kümmern, als täglich im Hamsterrad aufs neue zu rotieren.
    Leider kriegen viele dieser Familien nicht einmal die rudimentärsten Familienverhältnisse geregelt. Da fehlt es am Elemtarsten, bspw. wie kaufe ich gezielt ein, was kann ich mir leisten, etc.?
    Diesen Familien wäre / ist nur zu helfen, in dem man ihnen einen Vormund (neuhochdeutsch Nanny) vorsetzt, der sie durchs Leben führt. Oh ja, ich höre schon den Aufschrei der Gutmenschen: das kann man doch nicht machen, das geht doch nicht, wo bleibt denn da die Selbstbestimmungen, usw.. Da muß ich ganz ehrlich und ziemlich naiv erwidern: Selbstbestimmung, für wen? Wer bezahlt, schafft an und da diese Fa. nicht in der Lage sind sich selbst zu helfen, von mir aber Stütze kriegen, kreigen die von mir auch gesagt, wo´s lang geht.

    Das hat nix mit sozialer Kälte zu tun, auch nix mit Austerität, das hat einfach was mit Verantwortungsbewußtsein und zwar auf beiden Seiten zu tun.

    Ums noch klarer zu machen, ein weiteres Bsp.
    Ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung der BRD besteht inzwischen aus Ausländern, sog. Migranten. Warum sind die hier? Um deutsche zu beschimpfen als Kartoffelfresser, das deutsche Sozialsystem auszubeuten, etc.? Wer nach D kommt, hat sich entsprechend den regeln, die hier herrschen zu verhalten, was die meisten Migranten ja auch tun, wer nicht bereit ist das zu tun, sollte sich verabschieden. Toleranz heißt immer auch Grenzen zu setzen und zu akzeptieren, Toleranz ist beileibe nicht Gleichgültigkeit, wer beides in einen Topf wirft, hat´s nicht kappiert.
    Das gilt auch für den Aufenthalt in der sozialen Hängematte.

    Ich wünsche einen schönen Abend.

    • Traumschau - 4. April 2013

      Hallo,
      schon mal den Begriff “Lohnabstandsgebot” gehört?
      Wenn ich die Menschen so schlecht bezahle, dass sie sich besser stehen, wenn sie zu Hause bleiben und Sozialleistungen in Anspruch nehmen, dann hat das natürlich Konsequenzen.
      Und viele sagen zu recht: “Ich bin doch nicht blöd!” Ich gehe doch nicht für 5 Euro arbeiten. Auch Arbeitslose haben einen Stolz, der ihnen geradezu verbietet, sich so ausbeuten zu lassen.
      Aber, “Leistung muss sich lohnen”, oder? Die größte Pointe der Neoliberalen. Das Gegenteil ist der Fall: Leistung lohnt sich in den unteren Berufsgruppen eben nicht mehr. Ich kenne über einen Bekannten einen Assistenzarzt, der in einem Krankenhaus nun schon 10 mal in Folge einen Jahresvertrag bekommen hat. Der verdient 1400,- Euro netto. So sieht es aus. Wir sollten froh sein, dass unter diesen Bedingungen überhaupt noch jemand arbeiten geht. Das betrifft insbesondere die Menschen bzw. soziale Berufe, auf die wir alle mal angewiesen sind, z.B. Krankenschwestern, Pflegekräfte, etc.
      Was lässt sich daran ändern? Nun, vielleicht sollte man die Leute wieder anständig bezahlen? Und zwar so gut, dass ein Einkommen ausreicht, um eine kleine Familie über die Runden zu bringen. Das ist das Mindeste!
      Hier bei Querschüsse ist dargelegt worden, wie sich die Löhne entwickelt haben. Wir haben seit 15 Jahren keinen nennenswerten Reallohnzuwachs mehr zu verzeichnen.
      Und – dass sich Menschen aus anderen Ländern hier ansiedeln, weil sie sich ein besseres Leben erhoffen ist natürlich. Ich würde das genauso machen. Man hat diese Einwanderung gewollt, weil man u.a. auch billigere Arbeitskräfte haben wollte.
      Das ist die Folge der neoliberalen Agenda, die jetzt auch Europa zerstört!
      LG Traumschau

      • Hunsrückbauer - 4. April 2013

        @ Traumschau;
        eben nicht, wir sollten eben nicht froh sein, dass es Menschen gibt, die dermaßen indoktriniert sind, dass sie ihre Selbstverwirklichung in der würdelosen Bezahlung einer ausgesprochen sozialen Tätigkeit, sehen.

        Diese Menschen sollten besser zu Hause bleiben, denn sie unterstützen das System der Ausbeutung. Bis vor 100 Jahren arbeitete der Mensch um zu leben, zu überleben. Die Idee, sich über die Arbeit zu definieren wurde uns eingehaucht um uns als willfährisge Werkzeuge zu mißbrauchen.

        Man denke das mal zu Ende!
        Ich bewundere Frauen, die einem Job “nachgehen” und Haushalt und Familie geregelt, gemanaged kriegen, alle Hochachtung.

        Bleiben Frauen (oder auch Männer) Zuhause, kümmerten sich noch besser um Familie, Haus, soziale Beziehungen, herschte Arbeitskräftemangel und die Preise gingen schlagartig nach oben.

        Diese Werbung der Sparkasse hatte es mal schön auf den Punkt gebracht, was Frauen mit Mann, Familie, etc. leisten, sie managen ein kleines Familienunternehmen. Wenn wir uns die endlich mal wieder vergegenwärtigen, können wir auch zufelde ziehen.

        Respekt und Hochachtung vor allen Frauen, die diese Leistung erbringen.
        Und um auch hier vorzubeugen: nein, ich bin Patriarch, nein, ich bin kein Erzkonservativer, nein, ich bin weder ein Frauenversteher noch ein Frauenunterdrücker…..

        • Traumschau - 4. April 2013

          Dann sind wir uns ja einig! Nur, wenn wie derzeit in Griechenland Ärzte, Personal, etc. zu Hause bleiben MÜSSEN, weil sie entlassen wurden, dann führt das zu eben zu den katastrophalen Zuständen, wie man sie in unabhängigen Blogs berichtet. In Griechenland von einer humanitären Katastrophe zu sprechen, ist wohl nicht zu hoch gegriffen. Zumindest trifft das auf Teile der gr. Bevölkerung zu.
          Wir bräuchten einen Generalstreik! Nur leider ist der in D. verboten …
          LG Traumschau

          • Hunsrückbauer - 4. April 2013

            in GR wird gesetzliches Zahlungsmittel limitiert, und dadurch die Leistungsmöglichkeiten, nicht -fähigkeiten des Systems eingeschränkt.

            Was ich meine ist, so lange noch Arbeitskräftenachfrage gegeben ist, diese Nachfrage zu nutzen um durch Enthaltung, Verweigerung, etc. einen höheren Preis für die Arbei zu erzielen.

            Das geht natürlich nur so lange Nachfrage nach AK besteht. Wenn die, wie im Fall GR genrell eingeschränkt wird, funktioniert das nicht mehr.

            Irgendwann wird es auch bei uns soweit sein, dann sollten wir darüber nachdenken die Arbeitszeit/Arbeitskraft zu reduzieren und den EInsatz des Produktionsfaktors Kapital ähnlich zu reglementieren wie den des Produktionsfaktors Arbeit.

            das Argument, dass das Kapital sich dann verflüchtigen würde halte ich für fadenscheinig, denn es wird – zumindest in den nächsten Dekaden – eine Menge Staaten geben, deren Bevölkerung altert, schrumpft und wo trotzdem ein lukrativer Absatzmarkt für Güter besteht. Wer hier was verkaufen will, muß hier produzieren, das funktioniert in CHI, USA, warum nicht auch in D.

      • Basisdemokrat - 4. April 2013

        Seit geraumer Zeit beschäftigen mich folgende Fragen:
        Nehmen wir einmal an die Politik würde dafür sorgen, dass die unteren Lohngruppen verstärkt am Produktivitätsfortschritt partizipieren. Das hätte vermutlich zur Folge, dass der durch Lohndumping erzeugte Wettbewerbsvorteil bezüglich der Lohnstückkosten schrumpfen würde. Die deutsche Wirtschaft würde Anteile am Weltmarkt und innerhalb der EU verlieren. Dafür würde die Binnennachfrage angeregt.

        1. In welchem Umfang kann die Binnennachfrage den Exportrückgang kompensieren?
        Es werden ja vermutlich auch ausländische Produkte gekauft.

        2. In den unteren Lohngruppen z.B. des Einzelhandels sind vor allem die Kleinst- und Kleinunternehmen sehr personalintensiv. Sie können in der Konkurrenz mit den größeren Betrieben eben oft nur durch etwas niedrigere Löhne bestehen (Skalenerträge, Subventionen etc.).
        Ich habe große Zweifel ob der erhöhte Konsum die den Kleinunternehmen entstehenden Kosten ausgleichen könnte. Was zu einer verstärkten Unternehmenskonzentration mit entsprechenden Arbeitsplatzverlusten führen würde. Also insgesamt kontraproduktiv wäre.
        Sehe ich das richtig?

        Ich möchte noch betonen, dass ich großes Interesse an einem besseren Einkommen des unteren Lohnspektrums habe. Die Frage geht nach dem richtigen Weg.

        Gruß BD

        • Holly01 - 5. April 2013

          @ Basisdemokrat :
          ich denke Sie kommen leichter zu einer Antwort, wenn Sie das Pferd von der anderen Seite aufzäumen.
          Das Kapital (von mir aus Sie und ich) hat 2 Wünsche :
          – maximalen Profit
          – minimalen Einsatz.
          Preise werden immer an der Maxime gemacht : nehmen was immer man am Markt noch gerade erreichen kann, ohne auf der Ware in zu großem Umfang sitzen zu bleiben.
          Wenn man das koodinieren kann mit Rechtssicherheit des Kapitals und Rechtelosigkeit des Kunden, hat man den optimalen Fall erreicht.
          Wenn ein Rechtsstaat eine solche Unternehmenspolitik zuläßt, dann entstehen Verhältnisse, wie wir sie zur Zeit überall sehen.
          Jeder konkurriert immer mit dem billigsten Anbieter.
          Es ist keine ökonomische Frage die Sie stellen, es ist eine ethische.
          Genau das ist auch das Problem.
          Man kann erklären, wie die Zerstörung des Massenmarktes die indiustrielle Basis zerstört.
          Man kann erklären, das Überangebot künstlich erzeugt wird, weil Menschen aus dem Konsum ausscheiden.
          Man kann auch erklären, wie das Kapital (also wir beide) sich rechtssicherheit verschafft, indem die Waren auf dem Weg vom Rohstoff bis zum Konsumentenbereits mit Zinsen und Zinseszinsen belastet werden, um jeden Regress auszuschliessen.
          Man kann sogar erklären warum unsere Politiker das zulassen.
          .
          Man kann nicht erklären, was man am System ändern muss. Das ist Ethik und Moral. Man muss das Recht achten und durchsetzen um die Welt zu ändern.
          Wenn alle Betrüger sind, dann gibt es keine Gewinner.
          Ein einzelner Staat kann nicht gegen alle anderen das Recht durchsetzen. Es gab Versuche, aber alle sind gescheitert.
          Gerade zur Zeit setzt der Hegemon wieder zur Durchsetzung seiner Interessen alle Instrumente ein, die er hat (das sind eine Menge).
          Dagegen gibt es keine vernünftige Politik durch Einzelne.
          Die Eu war schon zu stark, um so bestehen zu dürfen und die EU war US konform. So wie der EU ergeht es den Freunden und Verbündeten …… also sind wir quasi gut weggekommen (bisher).
          Die Amis wollen nicht sparen und quetschen ihr Defizit aus der Welt heraus. Sie sehen nur die Spuren der Verwüstung sichtbar werden für Europa.
          Das geht aber schon seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt.

          • Basisdemokrat - 6. April 2013

            @Holly01
            Danke für die Rückmeldung
            Ein großer Rundumschlag für eine “kleine” Frage.
            Ich hätte eher eine Antwort erwartet wie: Eine durch Lohnerhöhungen ausgelöste Steigerung der Stücklohnkosten ( 2% Produktivitätszuwachs, 2% Inflationsziel 10% reale Bruttolohnsteigerung) um 14% würde ein eine Reduzierung des Exportüberschusses um soundsoviele Mrd.bei gleichzeitigem Wachstum der Binnennachfrage um XY bedeuten.
            Die Marktkonzentration ist Teil der Bereinigung und Innovation innerhalb einer funktionierenden Marktwirtschaft und sollte (wohlwollend) den Verbrauchern zugute kommen.
            “Man kann nicht erklären, was man am System ändern muss. Das ist Ethik und Moral. Man muss das Recht achten und durchsetzen um die Welt zu ändern.”
            Das würde die These stützen, dass das kapitalistische System nicht reformierbar ist, folglich nur gestürzt werden kann. Ob man das Recht (welches?) achten , scheint mir weniger wichtig, als dass man es durchsetzen muss. Daraus ergibt sich die Frage nach den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen. So war die Rekrutierung der Anhänger der NSDAP aus der unteren, verarmenden Mittelschicht (“Lumpenproletariat”) besonders erfolgreich. Wobei wir wieder bei meiner Frage s.O. wären.

            “Wie die Revolution wirft auch der Krieg das ganze Leben, von oben bis unten, aus dem Geleise. Aber die Revolution richtet ihre Schläge gegen die bestehende Macht. Der Krieg dagegen festigt in der ersten Zeit die Staatsmacht, die in dem durch den Krieg entstandenen Chaos als die einzige sichere Stütze erscheint … bis derselbe Krieg sie untergräbt Die Hoffnungen auf stürmische soziale und internationale Bewegungen sind in Prag wie in Triest, in Warschau wie in Tiflis zu Beginn eines Krieges völlig unbegründet. Im September 1914 schrieb ich nach Rußland: „Mobilisierung und Kriegserklärung haben alle nationalen und sozialen Gegensätze im Lande gleichsam ausgewischt. Aber das ist nur eine historische Vertagung, sozusagen ein politisches Moratorium. Die Wechsel sind auf eine neue Frist umgeschrieben worden, aber man wird sie einlösen müssen.“
            (Aus L.Trotzki “Mein Leben ISBN 3-320-01574-5 Seite 212)
            Düstere Schatten legen sich auch über Europa!
            Gruß BD

          • Holly01 - 6. April 2013

            @ Basisdemokrat :
            In GB können Sie das Problem sehr schön betrachten.
            Es ist absolut egal, wie Sie wirtschaften. Wenn vorfinanziertes Wachstum geschaffen wird, ist das ein Wettlauf. Je schneller die Investitionen umgesetzt werden, desto schneller werden die Zinsen bedient.
            Die Lücke aus vorgezogenen Geldern ( die erst in der Zukunft verdient werden – müssen -) und dem Umsatz wird aber vom Zinseszins gefüllt.
            Es ergibt sich eine relativ schnell steigende Kurve, die langsam abflacht und dann (bedingt durch die Last der viel zu hohen weil überdimensionierten Zinseszinsen) abflacht.
            Die Kurve wird durch die Last der Zinsbelastungen dann den Nullwert (also den Startpunkt) nach unten durchbrechen.
            Wenn Sie während dieser Entwicklung exportorientiert sind, dann exportieren sie mit den Waren die Probleme aus dem Zinseszins. Der Fehler liegt natürlich ursächlich beim Importeur, der muss schliesslich seine Bilanz und seine Kosten im Auge behalten.
            Wir haben den Scheitelpunkt überschritten. Die Zinseszinsen zerstören die Konsumfähigkeit und höhlen die Investitionsmöglichkeiten aus.
            Das Wettrennen aus Investition – Produktion – Gewinn – Gewinn+ Kredit – Investition … kann nicht mehr gewonnen werden.
            Wenn hier steht, der Konsum der Deutschen ist heute so hoch wie mitte der 80er, dann ist das bereinigt ok.
            Der Zinseszins war aber in den 80ern sehr viel geringen als Anteil der Preise. Heute soll der bei über 40% im Schnitt liegen.
            Sie können also davon aus gehen, daß der reale Konsum heute bereinigt von Inflation etwa 15% – 30% (ich kenne den genauen Wert auch nicht, ist aber für die funktionale Betrachtung auch Wuscht) niedriger liegt als mitte der 80er Jahre.
            Der Zinseszins ist von der Geldmenge und vom Zinssatz abhängig, sowie von der Geldumlaufgeschwindigkeit.
            Eine Stärkung der Binnennachfrage, um den wegbrechenden Export zu kompensieren, bringt immer die 40% Bürde mit.
            Sie müssten also Exportvolumen multipliziert mit 1,96 ( 1,4 für den Ausgleich und im Lohn ist ja ebenfalls ein Zinsanteil von 1,4 also 1,4 ²) an Lohnsteigerung einbringen, um voll zu kompensieren.
            Bei 100 Mrd. Exportüberschuss pro Monat müssten Sie als wirksame 196 Mrd. Konsumvolumen aufbauen, um das zu ersetzen.
            So stelle ich mir das zumindest vor.
            .
            Ich halte von Revolutionen überhaupt nichts. Ich sehe das wie bei Hamlet. Am Ende sind nur die Kleinen übrig und räumen auf.

          • Basisdemokrat - 6. April 2013

            @Holly01
            Ihre Gedanken regen mich zum weiterdenken an es klingt alles recht schlüssig.

            einen vielleicht nicht unwichtigen, interessanten Aspekt kann man dem neusten Artikel von Heiner Flassbeck entnehmen, der im Mindestlohn eine Deckelung nach unten sieht, die eine Spreizung nach oben, vor allem im unter Drittel bewirkt.

            http://www.flassbeck-economics.de/kampagne-gegen-den-mindestlohn/

            Damit würde vermutlich doch ein stärkerer Binnenkonsum ausgelöst werden.

            “Ich halte von Revolutionen überhaupt nichts. Ich sehe das wie bei Hamlet. Am Ende sind nur die Kleinen übrig und räumen auf.”

            Kriege, Stellvertreterkriege und Revolutionen entspringen normalerweise ökonomischen Bedingungen. Leider kenne ich keinen “Moralischen Zeigefinger” der groß genug wäre, diese in Zukunft zu verhindern. Die Haltung die ich dazu einnehme, ist die der Vorbereitung. Ich sehe darin ein Stück meiner Verantwortung. Bei Hamlet ging es um eine Rachegeschichte, hier geht es um eine lebenswerte Zukunft aller Menschen.
            Mit freundlichemGruß BD

        • Ert - 5. April 2013

          @BD

          Alles was “binnen” wirtschaftet (der Supermark, dier Friseur, etc,) hat keine KOnkurenz durch die Globalisierung sondern nur durch lokale Mitbewerber die Ihn beim Lohndumping unterbieten. Ein Mindestlohn schafft hier eher Stabilität und gleiche Voraussetzungen!

          Im Exportsektor und dafür qualifizierter Arbeit hat man Probleme mit dem ganzen Zeitarbeitskrams und Lohndumping – nicht aber auf Level des Mindestlohns. Das richtig billige Zeug ist sowieso schon lange weg und kommt nicht wieder bzw. wird direkt in Zielmärkten produziert – weil es eben grundsätzlich ökonomisch Sinn macht (u.a. lokales Rohstoffsourcing).

          • Basisdemokrat - 6. April 2013

            @ Ert
            thx for feedback
            Gruß BD

        • Vandermonde - 8. April 2013

          Ich würde meinen, dass das eine politische Frage ist. Die Vorteile von großen Firmen sind ja nicht nur auf Skalenerträge zurückzuführen sondern auch auf “steueroptimierendes” Verhalten. Es hat ja einen Grund warum Amzon in Luxemburg sitzt, Google in Irland und IKEA auch irgendwo. Im Prinzip handelt es sich dabei um grobe Wettbewerbsverzerrungen, die aber politisch zugelassen werden. Dasselbe gilt für Importrestriktionen: Niemand zwingt die EU alle Produkte ohne Hürden ins Land zu lassen. Es ist ja klar, dass europäische Firmen nur schwer mit den arbeitsrechtlichen und umweltbezogenen Vorschriften von z.B. China “mithalten” können. Aber auch das ist politisch so gewollt.

          Der richtige Weg wären also die richtigen politischen Entscheidungen. Damit sie diese aber erreichen brauchen sie eine völlig neu aufgestellte ökonomische Forschung. Eine ökonomische Forschung, die sich der empirischen, wissenschaftlichen Methode verschreibt.

    • Vandermonde - 8. April 2013

      Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Die Unfähigkeit Dinge geregelt zu bekommen ist meist eine Konsequenz der Arbeitslosigkeit. Genauso gibt es unterschiedliche Strategien damit umzugehen. Das kann von der Ablehnung sozialer Unterstützung bis zu “wenn ihr mich nicht braucht, ist mir auch alles wurscht” gehen. Irgendwie versuchen die Menschen ja ihr bisschen Würde in so einer Situation aufrecht zu erhalten.

      Wenn sie schon von Verantwortung sprechen, dann sollten sie die gesellschaftliche Verantwortung einfordern, ein wirtschaftliches Umfeld zu schaffen, dass einer ausreichende Menge an Arbeitsplätzen mit genügend Lohn zum Leben bietet.

      Der Mythos von der sozialen Hängematte, dient nur dazu Sozialausgaben zu reduzieren und vor allem die Schuld an der Entwicklung den Betroffenen selbst zuzuschreiben anstatt vielleicht die herrschende ökonomische Ideologie zu hinterfragen.

      Sie plappern einfach die Platitüden der Konzerne, Medien und Politiker nach. Man könnte auch sagen, dass Sie ein Beispiel für die erfolgreiche Gehirnwäsche der vergangenen 30 Jahre darstellen. Aber da Sie bei den Querschüssen gelandet sind, besteht vielleicht noch Hoffnung 😉 Sie sollten auch mal einen Blick auf die Nachdenkseiten riskieren (z-B.
      Warum und wie der Sozialstaat ins Gerede kam – http://www.nachdenkseiten.de/?p=14462)

  • Traumschau - 4. April 2013

    Oh, sorry, Korrektur!!!
    Der Bekannte ist nicht Assistenzarzt (das war ein anderer) sondern wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Uni, der auch reichlich Vorlesungen hält und Seminare durchführt.
    LG Traumschau

    PS.: Das ganze Desaster kommentiert heute H. Flassbeck:
    http://www.flassbeck-economics.de/der-europaische-traum-und-ein-schlimmes-erwachen/

  • klaus - 4. April 2013

    Spanien ein Ponzi-Sheme ?

    Auf Draghi’s Anraten hat man deutsche,niederländische,…
    Bonds abgestoßen und eigene gekauft.
    Mit Erfolg.
    Spanische Anleihen hat man zu 97 Prozent mit Spanischen Rentenbeiträgen
    gekauft. Und was nun?

    http://www.zerohedge.com/news/2013-04-04/97-spanish-social-security-pension-fund-domestic-bonds

    Was tun wir jetzt in Spanien?
    Werfen wir denen Faulheit vor?
    Was ist Lohnabstandsgebot?
    Vor allem gibt es Lohn-Anstands-Gebot?
    Wir überhaupt noch Sozialversicherung vom
    neoliberalen Arbeitgeber übernommen?

    Was soll in einer Situation wie jetzt geschehen?
    Den Faktor Arbeit abwerten bis ins Bodenlose und
    den Arbeitsdienst einführen?
    Steinbruch für nicht Vorbestrafte?

    Die ganzen Großprojekte basieren darauf,
    das der Faktor Arbeit nix kostet.
    Was soll folgen?
    1-Euro Jobber für Stuttgart21 und wenn Sie
    kaputt sind, dürfen sie Organe spenden für
    unsere alten und versoffenen Leistungsträger?
    Ich entschuldige mich, es gibt auch sehr ordentliche
    Leistungsträger.
    Aber machen wir uns doch nix vor.
    Alles wird getan um marode Banken zu rekapitalisieren
    und irgendwelche Fehlinvestitionen in Rentnerparadiesen
    wie Malle usw. , Großprojekte der Solarindustrie wie
    Desert Mania und klimatechnische Großveränderungen
    durchzuführen, die uns schließlich komplett an die Wand drücken.

    Spart der Kleine, kommt der Schäuble, greift ins Kontor und
    gibt das Geld in die öffentliche Hand, um irgendwelche
    örtlichen Bauunternehmer aufzufangen, die leider
    im Moment schlecht an Ihr Schweizer Geld kommen.

    Dazu ein Insolvenzgesetz für Vorstände von Unternehmen,
    mit 100 verschiedenen GmbH’s,
    damit deren inkompenten, größenwahnsinnige Vorstände nach
    3 Monaten sauber raus sind, so dass die munter ihren Unfug weiter
    betreiben können.
    Ein Satz Rechtsanwälte verdienen dazu im selben Haus als
    Insolvenzverwalter und der Steuerzahler übernimmt den
    Masseausgleich.

    Super. Nur noch Geld absacken und in Key West mit dem
    Speed-Boat rumdüsen.
    Dazu ein Abstecher nach Paradise Island ins Spiel-Casino
    und im trunkenen Kopf billigste Uralt-Witze über angebliche
    Proleten machen.
    Ist das unsere Achso-Oberschicht der Leistungsträger
    von Rolmag?

    Es wird Zeit, das Politiker mal sehen, was sie anrichten..
    Es soll sogar HartzIV-Proleten geben, die die Familien
    im Stich lassen, was der Staat natürlich mit doppeltem
    Geld dann tragen muß.

    Ausgerecht neoliberale Leute wie beispielsweise
    Insolvenzler Christian Lindner von der FDP, die
    1,2 Mio von der KFW für Avatare mit der Fa. Moomax
    verbrannt haben, wollen hier noch Sparkommentare
    an gestandene Ministerpräsidenten wie Fr. Kraft
    in NRW richten.
    Sind wir in der Republik der Deppen?
    Wo Insolvenz ein Grundmuster für Erfolg ist?

    Sachen ändern sich nicht, wenn man wie Spanien,
    Geld aus der linken Tasche in die rechte steckt.

    Es ist bereits sehr seltsam,unsere Politiker als
    Insolvenz-Verwalter durch ganz Europa ziehen
    zu sehen.

    Und wenn jemand, wie Edmund Stoiber noch von
    der europäischen Idee schwärmt und dazu mit
    der Hypo Alpe Adria soviel Geld versemmelt hat,
    hält er besser den Mund.
    Die BayernLB sollte lieber mal nachrechnen
    und abschätzen, wann das Downgrade von Moody’s kommt.
    Da hat die CSU bestens Kompetenz durchblicken lassen.
    Schad, das der Haider nix mehr sagen kann.

    Das sich Politiker mit Ihren weltfremden Gesetzen
    mal auseinandersetzen müssen, ist da nur gerecht.
    Selbst Bild und Arbeitsamt haben bereits das Abschneiden
    der Ehre durch HartzIV durch.
    Mit Heinrich Alt im Studio.

    Es ist doch schön, das 15 Mio Deutsche kaum noch
    Versicherungen zahlen.
    Endlich geht das kaputt, was man 2005 so gut durchgedacht hat.
    Blöd nur, das die Kasse jetzt komplett leer ist.
    Wie in Spanien.

    😉

  • Eurelios - 4. April 2013

    Also da will ich auch noch meine Gedanken an Euch mitteilen.

    Man oh Man bei den Reaktionen auf das Posting von Rolmag und die dann folgende
    Kommentare kann ich nur folgendes von mir geben.

    Merkt den hier eigentlich keiner wie das “Spiel“ Arm gegen Reich gespielt wird?

    Hat einer je beriffen wie die Spielregeln sind?

    Es ist mE doch so das die Geldeliten mit Ihren Reichtum den noch vorhandenen
    Mittelstand mit gezinkten Karten eine heile Welt vorgauckeln damit sie meinen
    gegenüber den Armen die am Spielstisch gegenübersitzen einen Vorteil zu haben
    und denken nach einiger Zeit mit einem gutem Gewinn nach Hause zu fahren können.

    Falsch gedacht.

    Es ist so wie im Casino. Die Bank (Geldeliten) gewinnt immer, egal wer am Spieltisch
    sitzt Mittelstand oder ein Harz4 Empfänger. Alle beide haben zum Schluss alles verloren
    und haben dann die Arschlochkarte gezogen.

    • klaus - 5. April 2013

      @ Eurelios

      Korrekt.

      Der gesunde Menschenverstand ist die Summe aller Vorurteile,
      die sich bis zum 18. Lebensjahr im menschlichen Geiste manifestiert
      haben.
      A.Einstein.

      Ja, alles basiert darauf, Klassenunterschiede in möglichst kleinen
      Eurobeträgen sichtbar zu machen.
      Daher ist der Ingenieur über seinen 1 Euro mehr verärgert und
      meint immer noch dem Mittelstand anzugehören.

      Fakt ist, der Mittelstand ist spätestens mit der Banken-Union Geschichte.
      Das einzige Mittel, was Ihm bleibt, ist die Verweigerung seiner Kenntnisse,
      da es im jetzigen System ohne Geld, keine Möglichkeit der Weiterbildung
      gibt.

      Dieses Wissen ist es auch, was das Großkapital zum Wachstum braucht.
      Ein Homo Oeconomicus jedoch wendet ganz einfach das ökonomische
      Prinzip an und leistet für gegebene Euro entsprechend Leistung.

      Völlig korrekt. Nur wird das den neuen Aufbau von Kapital unzureichend
      fördern.
      Alle Versuche, das Zusammenpferchen von Jung und Alt ( Kostenreduktion ,
      für Miete, Betreuung),
      die Kitas
      ( um Arbeitskraft freizusetzen,auch Bauförderung, sonst nix ),
      die sinnlosen Kurse für Arbeitslose
      auf Steuerzahlerkosten ( Hauptsache, sinnlose Ausgaben erzeugen bei
      den Beteiligten) zielen doch eigentlich nur darauf ab,
      den Wirtschaftskreislauf zu beschleunigen und um Liquidität abzuschöpfen.

      Es ist einfach schwer, das zu erklären, wenn kaum einer
      sich hier Gedanken um exakt sowas macht.

      Was sollen Kredit an Arbeitslose, die sonst keine mehr bekommen?
      Was nicht zurückgezahlt wird, zahlt wer?
      Selbst die ganze Insolvenzmaschinerie dazu saugt davon.
      100 Euro Schulden ziehen Kosten für 500 Euro nach sich.
      Man greift Nackten in die Tasche.
      Ein Ponzi-Schema.
      Und das Blondchen Mittelständiger Unternehmer glaubt
      ernsthaft die Lage begriffen zu haben.
      Der Mittelstand läuft in Arroganz in Dispokredite und
      Waren-/Dienstleistungkredit-Ausfälle.
      Das kleine Target des Mittelstandes.
      Dazu kommt die erhöhte Konkurrenz durch Großunternehmen
      mit Arbeitsplatzförderung, Kleinlöhnertum und Dumpingpreisen.

      Wie lange noch?
      Der größte Verräter des Mittelstandes ist seine FDP.
      Gerade die Globalisierung ist für den hiesigen Mittelstand
      in 90 Prozent der Fälle schlicht das Todesurteil.
      Da ist der wohlverdiente Urlaub, selbst wenn er dadurch
      billiger wird, Nebensache.

      Es wird kein Bewahren mehr geben nach der Banken-Union.
      Dann gibt es eine große Koalition und ein Abstimmen
      für Groß-Europa gemischt mit einer großen
      Re-Kapitalisierung der Banken.

      Es wäre schön, wenn der restliche Mittelstand bei sowas
      mal in der Lage wäre über den Tellerrand zu schauen.

      Das Ganze Systemchen hängt.
      Es ist auch für Betroffene egal, ob Uschis 10 Euro Bildungsbeihilfe ( Verein,…)
      abgerufen werden.
      Nur leider nicht für die Vereine.
      Die kommen Ihrem Sozialauftrag nicht mehr nach,
      weil Sie personell ausbluten.
      Kirchen-, VDK und Gewerkschaftsaustritte helfen ebenso
      das Ganze schneller beenden zu lassen.
      Alles kassiert und die Dummen sind evtl. im Ehrenamt noch
      nicht einmal versichert, weil die Kommunen pleite sind.

      Und selbst die Logik Alt,Pflegeheim,Zwangsversteigerung wird
      nicht mehr genug Geld für die europäische Bailout-Industrie bringen.
      Das ist doch der Grund für den Catch 22 ins Bankkontor.
      Und die nehmen auch von den kleinen Einlagen.
      Sie nehmen ja auch aus der Krankenkasse, die Trinkwasserversorgung
      steht in Frage, die gesamte versprochene Konjunktur basiert auf
      dem Zugriff auf das Sparkonto.
      Sicher ist nur, das die Rente so gut wie weg ist.
      Daher redet man nur noch über Fairness gegen die Jungen.
      Betonung auf “redet”.

      Die Anzahl Insolvenzen sind zurückgegangen heißt es.
      Fakt ist, die Gesamtabschreibungen durch Insolvenz haben sich fast verdoppelt.
      Da ist die Anzahl wurscht.

      Das Lesen zwischen den Zeilen, war noch nie so wichtig wie heute.

      Und es sollte keiner um Hilfe bitten, – es kostet evtl. den Kopf.
      Das gilt im Kleinen, wie im Großen.
      Die Südländer kommen billiger weg mit einem richtigen Bankrott,
      als mit einem Kleinkredit.

      Denn Mutti spricht mit einem Herzinfarkt-Patienten lieber über seine
      Lebensweise, als das Sie die notwendige sofortige OP einleitet.

      So sieht meine Meinung dazu aus.
      Schnelles Geld geht so ->
      Krankenkassen haben Überschuß -> Schäuble hat schon 2 Mrd,
      statistisches Lebensalter ist erhöht -> Rente 3 Jahre hoch,
      dt. Lohnstückkosten sind hoch -> Fachkräftezuwanderung ist dringend,

      Ich habs schon mal gesagt.
      Jeder Baum wird geschüttelt, wahllos.
      Hauptsache ein Apfel fällt zur Erhaltung
      des Ponz-Scheme.

      Dumm nur, wenn Probleme schon vor der Wahl da sind.

      😉

      P.S. Das ist meine jetzige Sichtweise, wie dieses System
      des Euro sich über Wasser hält.
      Vielleicht bin ich auch zu pessimistisch.

      • Ert - 5. April 2013

        Pessimistisch?

        Nein, richtige Zustandsbeschreibung. Ich sehe es doch in meinem Umfeld – der Mittelstand, der sich noch Reisen und Leasing-SUV gönnt meckert nach unten und sieht oben bzw. das Spiel nicht. Divide et impera funktioniert und Cui bono? fragt sich keiner…..

        Wenn Mailk recht hat, dann wirds jetzt nochmal extra spannend: https://blog.malik-management.com/2013/04/stimmungsumschwung-und-deflation/. Der will zwar auch verkaufen, ist aber nicht dumm.

        Die heutigen Bewegungen an den Finanzmärkten, vor allem bei Aktien und Edelmetallen, signalisieren das Ende der Aufwärtserholung und gleichzeitig auch das Ende des exzessiven Optimismus der letzten Monate sowie einen grundlegenden globalen Stimmungsumschwung.

        Die Epoche der alten Denkweisen und Methoden geht nun rasch zu Ende, obwohl das viele nicht zu sehen vermögen und dagegen ankämpfen werden. Das hat aber keinen Sinn mehr. Die Grosse Transformation kommt in ihre kritischeste und schwierigste Phase. Die nun beginnende 3. Krisenphase bringt auch das Ende der herkömmlichen Ökonomie und des bisherigen finanzgetriebenen Managements in der internationalen Wirtschaft.

        Egal. Die meisten verstehen das übergeordnete Spiel nicht: http://ourfiniteworld.com/2013/03/29/how-resource-limits-lead-to-financial-collapse/

        Gruß
        Ert

        • Frank Bell - 5. April 2013

          Malik ist Optimist.

          Die Finanzelite hat noch viele Pfeile im Köcher.

          Und wenn die Not der Menschen immer grösser wird, tun die ALLES, was von oben kommt.

          • klaus - 5. April 2013

            @Frank Bell

            Meinst du den Einsatz von Drohnen im Innern?
            Mit angeworbenen Gamern aus Deutschland?
            Cyberkrieg ala Misere.

            Gruß klaus

  • JL - 4. April 2013

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner,

    Duncan Smith wird eine mögliche Reduzierung seiner Ministerbezüge wohl überleben. Sollten dessen Einnahmen ausschließlich 53 Pfund die Woche betragen gibt es sicher bald eine „Lohnerhöhung“ der dortigen Abgeordneten, diese müßten dann- wegen ihm- notgedrungen selbst über ihre Diätenerhöhungen abstimmen, schlimm aber machbar.

    Ausnahmsweise ist aber in solch einem Falle sicher nichts alternativlos. Ein klärendes Gespräch, möglicherweise beim EX- Kanzler Schröder, würde sicher helfen um einen Halbtagsjob vermittelt zu bekommen- ohne tariflich zugesicherten Mindestlohn sicher- aber immerhin.

    Duncan Smith muß wohl erst noch lernen, daß es stetig bergab geht im Empire. Dies betrifft offensichtlich gleichermaßen die Leistungen (Lohn) gegenüber den Arbeitnehmer(n) und gleichermaßen die Steuerlast gegenüber den Reichsten.

    Wenn das nicht gerecht ist!

    Oder anders gefragt: Warum geht jemand 8 bis 10 Stunden arbeitstäglich auf Arbeit um am Ende des Monats “Stütze” erbitten zu müssen, weil der Lohn für die grundlegendsten Bedürfnisse nicht reicht und wohl zum Teil unter dem Existenzminimum liegt?

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • Georg Trappe - 5. April 2013

      Das UK ist schon ein interessanter Fall. Die haben ja alles von dem man hierzulande, als Alternative fuer Deutschland oder als Loesung fuer die sog. PIGS traeumt.
      z.B. keinen Euro. D.h. das Pfund konnte nach aussen beliebig abwerten. Hat es ja auch grosszuegig getan. Gleichzeitig wurde wohl in keinem anderen europaeischen Land so konsequent und ausgiebig TINA praktiziert wie im UK (Thatcher, Major und Blair). Trotzdem ist das UK weiter von paradiesischen Zustaenden entfernt als jemals zuvor in seiner Geschichte, wenn man die City of London mal ausklammert. Vielmehr hat man den Eindruck als haette die seit 1979 anhaltende Serie von wirtschaftlichen “Befreiungsschlaegen” nur eines bewirkt.
      Die Verschaerfung eines unaufhaltsamen Niedergangs. Ich finde, das sollte man bedenken, bevor man, aus welchen Motiven auch immer, einen sehr aehnlichen Weg einschlaegt bzw. fortsetzt.

      • Querschuss - 5. April 2013

        Hallo Georg Trappe,
        es ist doch klar, dass eine nationale Währung alleine kein Garant für eine positive wirtschaftliche Entwicklung ist, erst recht wenn der Fokus der Wirtschaft nur auf den Finanzsektor gerichtet wird und jegliche Form von realer (industrieller) Wertschöpfung fast regelrecht verachtet und verpönt ist. So ein degenriertes Modell wie in UK verreckt irgendwann auch mit einer nationalen Währung. Nur für Portugal, Griechenland und Spanien, vielleicht sogar auch für Italien und Frankreich steht, die gemeinsame Währung mit Deutschland ist der Garant für den realwirtschaftlichen Niedergang der Südperipherie, da sie eine viel zu teure Währung haben um außerhalb der Eurozone Erfolge (Export) zu erzielen und intern im Währungsverbund gegen Deutschland auch nur verlieren können.

        Der Südperipherie bleibt unter den gegebenen Verhältnissen nur die Abwertung nach innen und deren Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit, Armut, Konsum und Kreditausfälle sind ungleich negativer als selbst im hoffnungslosen UK.

        Gruß Steffen

        • Holly01 - 6. April 2013

          @ Querschuss :
          Nur als Frage gemeint, denn Sie sind ja der Fachmann.
          Eine zu starke Währung für ein Land mit negativer handelsbilanz und negativem haushalt, bedeutet einen verbilligten Einkauf und senkt das Zwillingsdefizit über den Aussenhandel.
          Der allergrößte Teil der Exporte erfolgt in den Euroraum, dort ist die überbewertete Währung aber überhaupt kein Problem, man kauft aber “verbilligt” ein.
          Die nationalen Werte sind ebenfalls eher über- als unterbewertet, da die Währung nach aussen ja zu stark dasteht.
          Gleichzeitig hat es die EU gerade erst (ich denke 4.Q/2012) geschafft im Aussenhandel eine schwarze Null hinzubekommen, nach Jahren des Zwillingsdefizites.
          Die EU und die Einzelländer brauchen zumindest für den reinen Konsum keine gelder mehr von aussen.
          Die Schulden der Problemländer wurden in einem hohen Maß sozialisiert, das ist richtig.
          Deutschalnd hat seit 2008 etwa 187 Mrd. real bezahlt, bzw. nicht eingenommen, auch richtig.
          Aber auf die EU bezogen wurden Aussenschulden zu Innenschulden umgewandelt.
          Wir schulden uns das Geld weitgehend innerhalb der EU gegenseitig.
          Also so von der vernichtenden sozialen Bilanz abgesehen, kann ich die Gesamtkatastrophe nicht erkennen.
          Auf der sozialen Seite gibt es akuten und dringenden Handlungsbedarf, überhaupt garkeine Frage.
          Die Enteignung von Bankeinlagen als ersten Schritt zu vollziehen war absolut daneben.
          Man muss aber klar sehen, wir sind im Krieg.
          Die CoL und die WS fahren auf, was die im Köcher haben, um die EU im Ganzen zu kippen. Als Beispiel nenne ich gerne Japan oder die ehemaligen Tigerstaaten, Argentinien, Russland, Afrika oder auch Island.
          Fast alle betroffenen Bereiche waren keine Feinde der USA, sondern oft Verbündete vielleicht sogar vorher als “Freunde” geführt.
          Die Möglichkeiten angesichts der enormen Einflußnahme (Goldmann S.) sind, waren und werden sein : begrenzt.
          Ich kann beim besten Willen nicht dem Argument folgen : die Gemeinschaftswährung war falsch.
          Im Gegenteil denke ich, mit Einzelwährungen würden die großen 5 Investmentbanken wie gehabt 2 Bill. $ schöpfen, für Währungsmanipulationen brachial einsetzen und dann wieder streichen, aber die Mrd. Zugewinn lachend als Quartalsgewinn ausweisen.
          Nur die schiere Größe des Euro (Menge) hat das eingeschränkt.

        • Frankenfurter - 6. April 2013

          Abwertung nach innen über Absenkung des Lohns funktioniert offenbar nicht, denn die Preise, vor allem für den Konsum kommen nicht runter, sie steigen sogar munter weiter, oder habe ich die entsprechenden Zahlen hier zu Griechenland falsch gelesen? Die Steuern dann noch massiv anzuheben verschärft die Krise.

          Kommt IWF kommt Rezession (Höhler). Eine brutale Strategie.

          An dieser Stelle möchte ich auf das “Wunder von Wörgl” hinweisen. In der großen Depression der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts hatte die kleine Tiroler Gemeinde die Steuerschulden der Bürger monetarisiert. Dh. im Volumen der (nicht einbringbaren) Steuerschulden ein lokales Gemeindegeld gedruckt und damit Arbeiter bezahlt, die eine Brücke, eine Schischanze bauten und das Rathaus renovierten. Die Arbeiter kauften mit dem neuen Geld Essen und Dienstleistungen vom Bäcker, Schreiner, Arzt.usw. Die bezahlten damit wiederum die Bauern, Apotheker usw. Die Arbeitslosigkeit nahm in Wörgl spürbar ab, bis die Zentralregierung dem lokalen Aufschwung ein Ende bereitete und die Lokalwährung verbot. Die Ansteckungsgefahr, dass andere Gemeinden dem Vorbild Wörgls folgten, war zu groß geworden…..

          Ich überlege wie es wäre, wenn zb. der griechische Staat analog zu dem historischen Beispiel die Steuerschulden seiner Bürger temporär storniert und einen lokalen Euro einführt, mit dem alle Staatsbediensteten bezahlt und private Unternehmen entlohnt werden. Welche Folgen hätte das für die Konjunktur und die Preise in Griechenland? Könnten sich die Eurohüter und Gläubiger auf einen Komplementär-Euro in den schwachen Volkswirtschaften einlassen und auch kreditieren?

          • Holly01 - 6. April 2013

            @ Frankfurter : Wenn Sie von allem zu viel haben und alles ist vorfinanziert, dann ist es egal, ob man an den Lohnkosten als Faktor spart.
            Das ist so, als ob jemand in Erwartung einer großen Zukunft ein viel zu großes Haus kauft und vom Unterhalt der Immobilie erdrückt wird.
            Da hilft es auch nicht die Putzfrau raus zu schmeissen. Das Grundproblem sind die fixen Kosten, die gedeckt werden müssen. Von daher steigen die Preise hüben und überschulden die Schwachen drüben.
            Die Deflation ist damit zwingend, bis alle Werte weitgehend abgeschrieben sind, weil die Firmen von den Kosten zerstört werden und die Arbeitslosigkeit den Konsum zusammenbrechen läßt.
            Dann wird die Szene wahrscheinlich in das Gegenteil umschlagen.

        • Georg Trappe - 7. April 2013

          Hallo Steffen,

          hier noch ein interessanter Artikel, der in eine aehnliche Richtung deutet.
          http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/8670/das-%C2%ABdirty-little-secret%C2%BB-der-eurokrise/

          Da sind wir uns einig. Ein Finanzsektor kann keine gut funktionierende Realwirtschaft ersetzen. Es sei denn, es handelt sich um einen Zwergstaat. Genausowenig kann man mit Geld- und Zinspolitik eine fehlende oder schlechte Wirtschaftspolitik ersetzen/kompensieren. Wenn also zur Waehrung nicht die Einsicht hinzukommt, dass sich ausgeglichene Handelsbilanzen nicht von selber einstellen, dann kommt es unweigerlich zu diesen Ungleichgewichten. Dann entsteht auf der einen Seite eine realwirtschaftliche Ueberkapazitaet und auf der anderen Seite eine finanzwirtschaftliche Ueberakapzitaet, und beide Seiten werden tief abhaengig von einander.

          • Frankenfurter - 7. April 2013

            @Trappe,
            in dem Tageszanzeiger-Artikel werden die Steigerungen bei den Konsumpreisen und den Löhnen indexiert (2000=100) dargestellt und miteinander verglichen. Ich meine, das gibt die realen Verhältnisse nicht wirklich wider.

            1) Weil die Steigerungen bei den Immoblilienpreisen ausgeklammert werden. Aber genau in diesen Sektor ist doch seit 2000 der meiste Kredit in die Südschiene hinein geflossen.

            2) Die indexierte Darstellung bei den Löhnen suggeriert, dass die Löhne zb. in Spanien deutlich über denen von Deutschland liegen, oder dass die Italiener 10% mehr Lohn als deutsche Beschäftigte erhalten. Das ist nicht richtig, genau wie die dahinter stehende These, dass das Lohnniveau zb. in Portugal oder Irland zu hoch sei und im Sinne von mehr Wettbewerbsfähigkeit abgesenkt werden müsse.

            3) Vergleicht man nur die Bruttolöhne in der EU geht die Schere zwischen Nord und Süd deutlich auseinander. Schwedische Unternehmen müssten demnach ihre Maschinen in der Tschechei oder Bulgarien aufstellen und dort produzieren, denn die Bruttolöhne in diesen Ländern machen nur ein Bruchteil von den einheimischen Bruttolohnkosten aus. Nokia / Bochum hat es ja seinerzeit tatsächlich gebracht und die Produktion von Deutschland nach Rumänien verlegt.

            4) Der Vergleich der Bruttolöhne zeigt nur eine Seite der Medaille. Es fehlt dabei der Anteil für die sog. Lohnnebenkosten (besser Anteil Sozialbeitrag) den man natürlich hinzuaddieren muss. Dann stellt sich heraus, dass die Produktion in Deutschland immer noch einen Tick teuerer ist als in Italien ( um etwa 0,9 Euro pro gleisteter Abeitsstunde).

            Fazit: Nachdem ich die Lohntabelle von Destatis gesehen habe verstehe ich besser, worauf der Fiskalpakt und der Zwang zu Arbeitsmarktreformen innerhalb der EU hinausläuft. Im Kern auf Absenkung der Sozialleistungen, die über den Arbeitslohn finanziert werden. Also auf Lohnabsenkung. Genau wie es die Schröderschen “Reformen” vorgemacht haben. Denn der Sozialanteil beim dt. Lohn ist seitdem deutlich niedriger als im europäischen Durchschnitt.

            https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/04/PD12_144_624.html

          • Georg Trappe - 8. April 2013

            @Frankfurter
            Vielen Dank. Da bringen Sie einen wirklich guten Punkt an. Die Tabelle von Destatis hilft sehr gut, die Index Darstellung besser einzuordnen.
            Viele Gruesse
            GT

          • Huthmann - 8. April 2013

            Sehr geehrter Herr Trappe,

            der Artikel im Tagesanzeiger ist interessant hinsichtlich der Hinweise auf Bilanzrezession in Deutschland zu Beginn des neuen Jahrtausends.

            Trotzdem glaube ich nicht, daß es bedeutsam weiter hilft, nachfrageorientiert die verschiedenen Finanzierungssalden der Sektoren zu analysieren (auch Saldenmechanisch). Das ist mir zu statisch und zuwenig entwicklungsorientiert.

            Nachhaltiges Wachstum in einer Gesellschaft erachte ich nicht aus diesen Überlegungen kommend. Da geht es um etwas anderes, das wir offensichtlich noch nicht herausgefunden haben gemeinsam, nämlich die Frage: wie entsteht nachhaltiges Wachstum in einer Gesellschaft?

            MfG

            • SLE - 8. April 2013

              Das sehe ich auch so.

              Viele grüße
              SLE

  • Frankenfurter - 6. April 2013

    Wovon hat die Südschiene zu viel? Doch wohl zuviel Zins- und Tildungsverpflichtungen und mittlerweile auch zu große Steuerlasten für Unternehmen und Beschäftigte. Und ganz eindeutig zu wenig Investitionen.

    Mein Vorschlag in diesen Ländern zeitweise einen Komplementär-Euro einzuführen baut auf partielle Steuerstundung und massive Investitionen zur Belebung der Binnennachfrage auf. Ich meine ein Komplementär-Euro bringt neben einem möglichst starken Arbeitsplatzaufbau endlich auch eine Verbilligung aller national erzeugten Produkte und Dienstleistungen mit sich.

    In harten Zeiten muss man sich auf seine eigenen (regionalen) Kräfte besinnen. Übrigens nach dem letzten Krieg entstanden auch bei uns in Deutschland viele Regionalwährungen. Warum wohl?

    • Holly01 - 6. April 2013

      Eine Ersatzwährung kann nur regional erfolgreich sein.
      Der Erfolg resultiert aus der Ausblendung der Zinseszinsen. Die Ersatzwährung stellt (zumindest zuerst) eine Vollwährung da.
      Gerade der Umstand des regionalen, begrenzten bedingt den Erfolg, weil ja eine direkte Korrektur des Gesamtsystems unterdrückt (umgangen) wird.
      Ja die Südschiene hat zu viele finanzielle Lasten.
      Lasten die sich Verantwortliche bewusst und ohne äusseren Zwang ausgesucht haben.
      Verantwortliche die von den Bürgern ohne Zwang ausgesucht und gewählt wurden.
      Trotzdem ist das was in der Südschiene passiert in einem Umfang asozial, der in keiner Weise akzeptiert werden kann.

  • klaus - 6. April 2013

    @Holly01
    Du hast völlig Recht.
    Die Südschiene kriegt keinen Fuß auf den Boden,
    solange die Arbeitskraft noch abgewertet wird.
    Blöderweise steigt dazu die Inflation.
    Man wird irgendwann zu einer neuen Bewertung
    des Faktors Arbeit kommen müssen.

    Da der Verdienst proportional mit der Technisierung
    des Landes in den Bereichen Luftfahrt,Millitärtechnik und
    Kfz-Technik steigt, haben die Südländer keine Chance
    auch nur auf ein Drittel des Lohns zu kommen.
    Gleichzeitig gehen die Lebensmittel hoch.
    Sie bekommen für Ihr drittel des Lohns noch weniger
    zu kaufen und verschulden sich im Konsumfall.
    Besonders, wenn Sie wie Griechenland versuchen
    noch im Nato-Bündnis mitzuhalten und waffentechnisch
    den Stand zu halten.
    Sowas kostet.
    Es sollte zuerst verboten werden, Waffentechnik an
    Länder zu verkaufen, die den Defizitregeln nicht nachkommen.
    Aber dann wäre die Hölle los.
    Ebenso ist der Bereich Forschung in der Zusammenarbeit
    beim Euro-Fighter und ähnlichen Projekten zu sehen.
    Da fehlt auch bald das Geld zum Mitmachen im Club.
    Wer das Geld nicht hat, spart am Bürger.
    Daher hilft nur, den Faktor Arbeit in Europa neu zu bewerten.
    So das der landw. Hilfsarbeiter zumindest den halben
    Lohn unseres Fließbandarbeiters hat.
    Aber dann ist der Aufschrei ebenso groß.
    Wir gehen den anderen Weg und fördern die
    Fachkräfte bis Sie passen.
    Stecken also die Differenz in die Ausbildung
    der Zuwanderer auf Kosten des Steuerzahlers.
    Dadurch läuft auf kurz oder lang ganz Europa hier
    zusammen.
    Armen Ländern wie Portugal,Spanien läuft damit
    die Jugend davon und die Alten sind frustriert.
    Es passiert nix mehr ausser Verweigerung und
    bösen Demos.
    Die Ärzte verdienen unterschiedlich, also findet man Sie
    nur wo gezahlt wird.
    Es ist alles den Weg des Geldes gegangen.
    Der ländliche Raum blutet aus mit Groß-Europa.
    Oma und Opa bleiben auf dem Land zurück, nachdem
    man Ihnen das Häuschen erfolgreich versteigert hat
    für die Pflege. Die Kinder haben Sie verlassen oder
    können Sie finanziell nicht mehr auffangen.
    So werden Sie abgeschoben in polnische Altersheime.
    Sonst landen Sie in deutschen Altersheimen, wo
    Sie billigst verwahrt werden.

    Alles um den Euro zu retten.
    Nein, warum sollte es irgendwo anders aussehen.
    Austerität ( Morgentau-Plan ) für Europa ist nix anderes
    als Liquidität abgreifen.

    Der Bund stiehlt sich grundsätzlich aus der Verantwortung,
    die Neoliberalen plündern mit PublicPrivatePartnership die
    Investments der Kommunen und ernten, nachdem die
    Kommune pleite ist, den Gewinn.
    Eingreifen vom Bund ist Fehlanzeige.
    Warum noch Kommunen eine PPP machen, ist
    mir ein Rätsel.
    Es wird auch in Stuttgart21 so kommen.
    Die Bahn kriegt Bundeszuschuß, BW wird nicht mehr können,
    dann gehts an die Börse und dann kommt die Kapitalaufstockung
    und die Privaten lachen sich kaputt über uns.
    Und geht es nicht so, geht halt ein tricksender Privatinvestor
    in die Insolvenz und es geht trotzdem so.
    An sich sollte PPP verboten werden.

    Genauso ist es mit CDS.
    Oder glaubt jemand, die CDS-Verträge schließt man unter
    fremden Leuten ab?
    Nö, ich glaube eher, das man sich bestens kennt.
    Sonst hätte man es nicht so oft gemacht in Europa.

    Nur eine Wahl kann uns aus diese Verträgen retten.
    Es darf nicht zu einer 2/3tel Mehrheit kommen.

    Prof. Lucke wirft man schon einiges vor,
    aber selbst er wird zugeben müssen,
    das fast ein komplett neuer Anfang bevor steht,
    wenn Europa nicht in Zivilkrieg oder Sklaverei will.

    Selbst die Rentner machen dicht.
    Die wollen gar nix mehr wissen.
    Aber an einem Esel, den man für nix
    mehr begeistern kann, ist auch nix zu verdienen.

    Wie gesagt, Mindestlohn wird über Zukunft oder
    nicht Zukunft entscheiden.

    Sonst kehren Passivität und unterlassene Hilfeleistung
    genauso ein, wie Agressivität und Neos.

    Es werden sich in den einzelnen Ländern Gruppen und
    Banden bilden, die Auswärtige kaum dulden.
    Ein türkisches Stadtteil, ein Rumänisches, ein Polnisches,…
    Die Polizei wird Leute brauchen.
    Und die dürfen nix kosten.

    Das wird spannend.

    Nein, ich glaube nicht an eine Ersatzwährung(Abwerten).
    Die Leute vergleichen sich.
    Ein Spanier wird für gleiche Arbeit, den gleichen Lohn fordern.
    Und er wird nicht auf HartzIV-Niveau runtergehen wollen,
    wenn er etwas gelernt hat.
    Sagte doch bereits das Handelsblatt, das die meisten bereits
    innerlich gekündigt haben.

    So kann man es nennen.
    Niedriglöhner und Rentner haben sicherlich Alle nix mehr
    für Europa übrig.
    Die Zahl wird steigen.
    Wie lange werden 2 Parteien mit 1 Million Mitglieder noch
    82 Mio. Mitbürger was vormachen können?
    Und sie für Ehrenämter ohne Bezahlung begeistern können?

    Ich glaube, das dieses Problem noch vor der Wahl
    verschärft wird.
    Und schon jetzt wird ein neuer Bailout in Portugal abzusehen.
    Das wird man nicht bis hinter die Wahl verstecken können.

    *** Und bricht der Euro brech auch ich. ***

    😉

    P.S. Ich glaube auch nicht mehr an volkswirtschaftliche Pläne.
    Ich schätze, die Bildung in Deutschland ist so gut und
    so heftig verteilt unter den über 30 jährigen, das es tausende
    Ausnahmen benötigen würde, ein Modell durchzusetzen.

    • Holly01 - 7. April 2013

      @ klaus :
      Der Staat ist verarmt, weil man ihn ganz bewußt und ganz gezielt arm gemacht hat.
      Eine Grundlage der ganzen Öffentlichkeitsarbeit ist ja gerade das permanente Gejammer und gezerre um ein paar Euro.
      Haushaltsplanung der Politik ist neoliberale Öffentlichkeitsveralberung.
      Es ist Geld vorhanden wie Dreck.
      Es ist nur an den falschen Stellen.
      Der Staat muss ansich nur 2 Dinge tun :
      Arbeit von Abgaben frei stellen. Lohn wird – nicht – besteuert. Generell nicht.
      Das Geld für den Staat dort holen wo es ist und verdient wird.
      Ein Zahlungsziel von 6 Monaten ist tükisch. Die Verzinsung über 6 Monate ist real, wird aber nicht berechnet. Dort wird das Geld verdient. Dort muss das Geld geholt werden.
      Die Geldschöpfung ist föllig unkontrolliert.
      Es gibt weder eine gesetzliche Grundlage, die demokratisch legitimiert wäre, noch eine Kontrolle die demokratisch Kontrolliert würde.
      Da wird Geld verdient, da muss man es abholen.
      Beitragsbemessungsgrenzen sind asozial und höhlen jedes Sozialsystem aus, die müssen weg.
      Rentenvorsorge kann und soll jeder machen wie er mag, aber in die öffendliche Rentenkasse haben alle einzuzahlen.
      Beschäftigte des öffendlichen Dienstes und auch Wahlbeamte sollten schon aus Buchhaltungsgründen auch einzahlen, bzw. ihr Arbeitgeber sollte dies tun müssen.
      Unser soziales system kann nie Pleite gehen, es ist ein Umlagesystem.
      Es wird zerstört, weil man die Umlage zerstört. Das ist kein Zufall.
      Die Umlage muss wieder hergestellt werden, das ist ein nationaler Akt.
      Den Bürgern kann niemand abnehmen ihren Bürgerwillen zu formulieren und ihn durchzusetzen.
      Hier sind ja einige die wählen gehen, das ist auch gut so.
      Wenn die also 2013 zur Wahl gehen dann kann man ja ein paar Gedanken vorher formulieren.
      Ich habe schon ein paar “Wahlkämpfer” von unserem kleinen Marktplatz verscheucht, weil die nur Quark erzählt haben.
      Fragen Sie ihren Bürgermeister doch einmal wann der seine schulden tilgen will oder warum er seine Schulden nicht bei der örtlichen Sparkasse rollt, wo er sich die Zinsen selbst machen kann.

      Fragen Sie die Merkel doch einmal, was unsere Soldaten in den Irankrieg sollen. Ein zionistisches System unterstützen, das seit 80 Jahren das jüdische Recht mit Füßen Tritt? Ein zionistisches System das die Shoah vor sich herträgt und vor, während und nach dem WKII einen Dreck für die Juden in Europa getan hat und es gut fand die Schäden zu maximieren, eben damit man ein starkes Argumet für diese zionistische Politik bekommt.
      Gehört alles nicht hierher.
      Fakt ist aber, dieser Staat verteilt völlig falsch und besteuert ebenso falsch.
      Fakt ist, die Masse der Leute wählt ohne zu hinterfragen wen sie für was haben wollen.

      • Eurelios - 7. April 2013

        Fakt ist aber, dieser Staat verteilt völlig falsch und besteuert ebenso falsch.
        Fakt ist, die Masse der Leute wählt ohne zu hinterfragen wen sie für was haben wollen.

        Völlig Richtig!!!!!!!!!!!!!!!

        Warum ist das so?

        Darum:

        Fakt ist auch das die Masse der Menschen in Deutschland bewusst durch die Medien
        (gesteuert von den Geldeliten) dumm gehalten werden.

  • tarzun - 6. April 2013

    Spalte und Herrsche,

    hetzte Minijober gegen Angestellte auf,
    Nord gegen Süd,
    Schwarz gegen Weiß,
    Jung gegen Alt,
    Dumme gegen Deppen…..

    Interessant finde ich, dass bis auf vielleicht einige tausend Milliardäre in den letzten
    10 Jahre weltweit, eigentlich alle Anderen REAL nichts gewonnen haben.

    Dh. in der letzten Dekade haben monitär gesehen 0,001% der Menscheit gewonnen,
    während die Anderen sich weniger real kaufen können, als vorher.

    Warum wird der Pfad der “Tugend”, alle drucken sich gleichzeit in den Wohlstand,
    aufgegeben?

    Wer ist es, der den Geldhahn vorsätzlich da abdreht oder zumindest den Durchfluss
    zu reduzieren versucht? (Und sei es nur durch Verbalattacken) Was er davon?

    Wem nützt denn das? Soros, Gates, Slim, Kim???

    Das kann doch nicht sein. Oder bedarf es dieser ominösen Zerstörung des Erwirtschafteten,
    damit wieder alles von vorne beginnen kann?

    Dann wären die Menscheit weniger mächtig als gedacht. Nix ist es mit über den
    Naturgesetzen stehen. Affen, die meinen, etwas besseres zu sein.

    Wie Schade,

    tarzun

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