USA: Arbeitsmarktbericht August 2017

von am 2. September 2017 in Allgemein

USA Gestern veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics (BLS) den Arbeitsmarktbericht für den Monat August 2017. Im August 2017 wurden +156’000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payroll Employment) in den USA geschaffen und die Arbeitslosenquote stieg um +0,1 Prozentpunkte, auf niedrige 4,4%. Was oberflächlich betrachtet nach nahezu Vollbeschäftigung aussieht, …aber die Erwerbsquote bleibt auf historisch niedrigen Niveau. Millionen US-Amerikaner (August 2017: 101,781 Millionen Erwerbsfähige) bleiben ohne Erwerbseinkommen!

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Somit offenbart den wahren Zustand am US-Arbeitsmarkt weiter nur die Erwerbsquote (Household Data). Die saisonbereinigte Erwerbsquote lag im August 2017 unverändert zum Vormonat, bei historisch betrachtet niedrigen 62,9%. Die unbereinigte Erwerbsquote sank auf 63,0% und liegt auch nur leicht über dem bisherigen Tief aus September 2015 mit 62,3%:

Die Entwicklung der unbereinigten (blau) und saisonbereinigten (rot) Erwerbsquote (Civilian Participation Rate) aus Civilian Labor Force Level (Erwerbsfähige, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) und dem Civilian Noninstitutional Population Level (erwerbsfähige Gesamtbevölkerung ab 16 Jahre, ohne US-Armee und Inhaftierte in den Gefängnissen) im Chart seit Januar 1975. 

Während die Erwerbsquote also so niedrig bleibt, wie Ende der 70er, wo Millionen Frauen nicht arbeiteten bzw. deren Männer noch einen Lohn erzielten, von dem eine Familie noch leben konnte, mehren Wenige mit Hilfe der FED über Vermögenswertsteigerungen (hier am Bsp. Aktienmarkt) ihre Pfründe, völlig losgelöst vom Geschehen im realen Leben:

Die Entwicklung der Erwerbsquote (rot) und stellvertretend für Vermögenswerte, der breite Aktienindex S&P 500 von Januar 1975 bis August 2017 im Chart.

Die 20 reichsten US-Amerikaner besitzen mehr Vermögen, als die untere Hälfte der US-Bürger (152 Millionen!) und die reichsten 400 in den USA mehr, als die untersten 61%, immerhin 194 Millionen US-Bürger! …Neue Staatsschulden, Konsumentenschulden, Leistungsbilanzdefizite und eine aggressive Geldpolitik, so die Ausweitung der Geldmenge, schaffen zwar auf der anderen Seite Geldvermögen, aber eben extrem ungleich verteilt! So adressiert, als immenses Ungleichgewicht, ersetzt dies keinen nachhaltigen Wirtschaftsprozess, sondern destabilisiert auf lange Sicht ungebrochen die Volkswirtschaft.

Die durchschnittlichen nominalen Stundenlöhne stiegen im August 2017 nur um +3 Cent bzw. um +0,1% zum Vormonat und zum Vorjahresmonat um nominal +2,5%. Aber die Preissteigerungen lagen bei ca. +1,8% zum Vorjahresmonat, so das real weiter fast nichts hängen bleibt. Der Median, also der Punkt, wo 50% der realen Löhne darunter oder darüber liegen sieht noch dürftiger aus.

Hier die medianen, realen Wochenlöhne in der langen Reihe auf Quartalsbasis:

Die Entwicklung der medianen, realen Wochenlöhne in den USA seit Q1 1979 im Chart. In Q2 2017 lag der mediane und reale Wochenlohn bei 354 Dollar (preisbereinigt um den CPI 1982-1984), in Q1 1979 waren es 335 Dollar. Plus 19 Dollar beim medianen und realen Wochenlohn in dreieinhalb Jahrzehnten! Und dies ist der Median bei Vollzeitbeschäftigten (employed full time)!

Zu wenig vor allem industrielle Wertschöpfung und damit zu wenig Einkommen, die Einkommen sind auch noch mies verteilt, die obersten 10% akkumulieren 50,5% der Einkommen, die obersten 1% noch 22,0%! Noch schlimmer ist es bei der Vermögensverteilung, die obersten 10% akkumulieren 77,2% des gesamten Vermögens und das oberste 1% “ordentliche” 41,8%! Kernkritikpunkt an den USA ist und bleibt, man sieht ein Modell einer asset driven economy, auf Basis unbändiger Kredit- und Geldmengenausweitung, nachhaltiger und zielführender, im Sinne einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, wäre ein income driven economy.

Noch die Erwerbsquote anders betrachtet:

Die Entwicklung des Civilian Noninstitutional Population Level (erwerbsfähige Gesamtbevölkerung ab 16 Jahre (blau)) und des saisonbereinigten Civilian Labor Force Level (Erwerbsfähige, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, rot)) in Millionen seit Januar 1990. Schön zu sehen wie im Trend des Charts die Divergenz stetig zunahm. 160,571 Millionen Erwerbsfähige standen im August 2017 dem Arbeitsmarkt zur Verfügung (Beschäftigte + Arbeitslose) bei 255,357 Millionen Erwerbsfähigen ab 16 Jahre, dies entsprach einer saisonbereinigten Erwerbsquote von 62,9%.

Die Betrachtung der Erwerbsquote ist bei der Einschätzung der Arbeitsmarktdaten zentral, denn je niedriger die Erwerbsquote, umso höher die Zahl derer, die als potentielle Erwerbsfähige ab 16 Jahre dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen (Not in Labor Force).

Praktischer Weise spielen aber alle potentiellen Erwerbsfähigen ab 16 Jahren, die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht mehr zur Verfügung stehen, bei der Ermittlung der offiziellen Arbeitslosenzahl und Arbeitslosenquote keine Rolle. Denn relevant für die Ermittlung der Arbeitslosenquote und der Arbeitslosenzahl sind nur die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte (Civilian Labor Force Level) und die Beschäftigungszahlen (Employment Level) aus der Haushaltsbefragung!

Civilian Labor Force Level – Employment Level = Unemployment Level (Anzahl der Arbeitslosen)

Verhältnis aus Unemployment Level und Civilian Labor Force Level = Unemployment Rate (Arbeitslosenquote)

Mittels Not in Labor Force konnte man im Trend die offizielle Arbeitslosenzahl und -quote trimmen, wie die Realität in der Statistik auch offenbart.

Die unbereinigte (blau) und die saisonbereinigte (rot) Zahl der dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zu Verfügung stehenden Erwerbsfähigen, Erwachsene ab 16 Jahre (Not in Labor Force) seit Januar 1975 im Chart! Im August 2017 stieg die saisonbereinigte Anzahl der Erwerbsfähigen in Not in Labor Force um +128’000 zum Vormonat, auf 94,785 Millionen. Unbereinigt lag die Zahl der Erwerbsfähigen, die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen, bei 94,346 Millionen. Das erreichte Niveau und der bisherige Anstieg waren gewaltig und zentral für die offiziell ausgewiesene niedrige Arbeitslosenquote. Da hat sich unter der Trump-Administration nichts geändert, obwohl Trump die Arbeitslosenquote selbst in der Vergangenheit als Fake-News bezeichnet hat, wegen der hohen Zahl in Not in Labor Force. Heute bescheinigen die Fake News zumindest, es ist bisher nicht schlechter geworden unter ihm, aber auch nicht besser.

Keine echten Fortschritte, sondern anhaltendes massenhaftes Erwerbseinkommen-Elend dokumentiert auch dieser Chart:

Im US-“Paradies” ohne Erwerbseinkommen (unbereinigte Originaldaten) tummeln sich weiter 101,781 Millionen Erwerbsfähige ab 16 Jahre im August 2017. Es gälte noch viele Millionen an Arbeitskräftepotenzial auszuschöpfen, mehr als in den letzten 39 Jahren zuvor!

Der Anteil der Erwerbsfähigen ohne Erwerbseinkommen (aus Not in Labor Force + Unemployment Level) an der erwerbsfähigen Bevölkerung betrug 39,9%! Nur 60,1% der Erwerbsfähigen gingen im August 2017 einer Beschäftigung nach.

Auch das insgesamt geleistete Arbeitsvolumen aller Erwerbstätigen in Stunden gemessen, bleibt weit hinter dem nominalen BIP zurück, was die Einflüsse von Preissteigerungen, Hedonik und Produktivitätsfortschritten beim BIP verdeutlicht. Mehr nominales BIP heißt nicht, ein adäquat mehr an geleisteten Arbeitsvolumen:

Die Entwicklung des nominalen BIPs (blau) und aller geleisteten Arbeitsstunden der Erwerbstätigen (rot) als Index Jahr 2000=100 im Chart. Während das nominale BIP von 2000 bis 2016 um +81,1% stieg, zogen die geleisteten Arbeitsstunden nur um +6,9% an, auf 246,461 Mrd. Stunden.

Die Entwicklung der Summe aller geleisteten Arbeitsstunden im privaten Dienstleistungssektor (blau) und im Verarbeitenden Gewerbe (rot) in Mrd. Stunden. Was für eine brachiale Diskrepanz!

Konsistent zum aberwitzigen US-Handelsbilanzdefizit zeigen nicht nur die geleisteten Arbeitsstunden im Verarbeitenden Gewerbe, auch die Beschäftigung nach Sektoren:

Die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in der breit gefassten Industrie (blau) und im privaten und staatlichen Dienstleistungssektor (rot) von Januar 1941 bis August 2017 im Chart. Im August 2017 lagen die Beschäftigtenzahlen in der breit gefassten Industrie (Bergbau, Energieversorung, Verarbeitendes Gewerbe und Bau) bei 20,117 Millionen. Im Dienstleistungssektor zog die Beschäftigtenzahl im August 2017 auf 126,613 Millionen an.

Isoliert das Verarbeitende Gewerbe:

Die Entwicklung der saisonbereinigten Beschäftigtenzahlen im Verarbeitenden Gewerbe von Januar 1939 bis August 2017 im Chart, laut den Establishment Data. Im August 2017 arbeiteten im Manufacturing nur noch 12,480 Millionen Arbeiter, immer noch um -4,785 Millionen bzw. -27,7% unter dem Niveau aus dem Jahr 2000!

Dort wo handelbare Waren und Güter produziert werden geht wenig bis nichts, was eine steigende Beschäftigung angeht, der Anteil der industriellen Jobs, an allen Jobs außerhalb der Landwirtschaft sank demzufolge in der Zeitachse:

Die Entwicklung der saisonbereinigten Beschäftigtenzahlen im Verarbeitenden Gewerbe im Verhältnis zur Gesamtbeschäftigung außerhalb der Landwirtschaft in Prozent seit Januar 1939 im Chart. Im August 2017 lag der Anteil bei nur 8,51%!

Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes im Verhältnis zum nominalen BIP von 1947 bis 2016 im Chart. Zuletzt im Jahr 2016 sank die Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes auf schlappe 11,7% des nominalen BIPs.

Dies bei diesem akkumulierten Handelsbilanzdefizit bei Waren und Güter:

Die Entwicklung der kumulierten Handelsbilanz seit Januar 1987 im Chart. Zuletzt im Juni 2017 zeichnete sich ein akkumuliertes Handelsbilanzdefizit von -13524 Mrd. Dollar!

Eine zu geringe industrielle Wertschöpfung generiert enorme Handelsbilanzdefizite, zuletzt 2016 alleine -734 Mrd. Dollar. Ein Teil des Konsum in den USA basiert nur auf Pump. Während die industrielle Wertschöpfung zu schwach bleibt und damit auch die Beschäftigung dort, boomen einige Dienstleistungssektoren, sie zeichnen stetige Zuwächse. So kennt scheinbar auch der Bedarf an Barkeepern, Kellnern und Zimmermädchen keine Grenzen:

Die Entwicklung der Beschäftigten im Dienstleistungssubsektor “Leisure and Hospitality”, saisonbereinigte Daten, dies sind Kellner, Barkeeper, Hotelboys, Zimmermädchen usw. seit Januar 1939 im Chart. Im August 2017 wurde erneut ein neues Hoch markiert mit 15,996 Millionen.

Deutlich mehr Kellner und Barkeeper als Industriearbeiter im Verarbeitenden Gewerbe (12,480 Millionen)!

Die Entwicklung der Anzahl der Beschäftigten seit Dezember 2007 bis August 2017 im Manufacturing (blau) und im Leisure and Hospitality (rot). Im Verarbeitenden Gewerbe gingen seit Dezember 2007 und damit dem Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise (Rezession in den USA) bis heute -1,263 Millionen Jobs verloren, bei Barkeeper und Kellner kamen +2,446 Millionen dazu.

Die “Massen” an neuen Beschäftigten enstehen also primär bzw. fast ausschließlich im Dienstleistungssektor, viele Jobs davon sind prekär und schlecht bezahlt und auch wenig produktiv.

Grundsätzlich ist die Entwicklung also ungebrochen, weg von Jobs der industriellen Wertschöpfung, hin zum Dienstleistungssektor, primär prekäre Jobs, womit sich ja auch der Zirkelschluss zu dem immensen US-Handelsbilanzdefizit herstellt.

Die US-Wirtschaft läuft nur mit (neuen) Schulden:

Die Entwicklung der Staatsschulden, nur der US-Zentralregierung in Washington seit Q1 1966 im Chart. Zuletzt in Q2 2017 standen 19,845 Billionen Dollar auf der Uhr. Die Schuldenobergrenze dimmt kurzfristig die Verschuldungswut.

Die Entwicklung der Nettoauslandsschulden aller Sektoren der US-Volkswirtschaft von 1976 bis Q1 2017. Zuletzt im 1. Quartal 2017 betrugen die US-Nettoauslandsschulden -8,141 Billionen Dollar!

Die Entwicklung des nominalen BIPs (blau) und die Entwicklung des Volumens aller ausstehenden Kredite und Schuldverschreibungen (rot) in den USA seit Q1 1952 im Chart. Zuletzt in Q1 2017 betrugen die Total Loans + Total Debt Securities 66,422 Billionen Dollar, das nominale BIP 19,058 Billionen Dollar. Der Krediteinsatz aller Sektoren betrug 348,5% des nominalen BIPs.

Auf je mehr Daten und Details man schaut, um so größer die Zweifel an dem ausgewiesenen Aufschwung und dessen Qualität, an Nachhaltigkeit ist gar nicht zu denken. Wir sehen nur ein durch massive Schulden getriebenes Wachstum, primär durch Schulden getriebene Assetpreise und gravierende Fehlentwicklungen, ob bei Handelsbilanz, Beschäftigungsstruktur oder den Massen an Abgehängten. Also ganz anders als es die Headlines der Medien, wie zu einer Arbeitslosenquote von 4,4% suggerieren.

Quelle Daten: Bls.gov/Portal

Kontakt: info@querschuesse.de

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14 KommentareKommentieren

  • Traumschau - 2. September 2017 Antworten

    Sehr gut, vielen Dank! Tja, dann muss wohl unbedingt wieder der eine oder andere Krieg her – es wird ja kräftig daran geschraubt …
    Wenn ich das richtig sehe, dann sind die USA wohl die einzige Nation, die unbegrenzt Geld druckt. Eine feine Sache, so eine Leitwährung. Solange sich die Weltgemeinschaft dieser Hegemonie beugt (mit Ausnahmen, ursprünglich genannt “Die Achse des Bösen” 😉 ), solange wird dieses endlose “Spiel” weiter gehen und möglicherweise in einen großen Krieg münden. Aus meiner Sicht laufen die Vorbereitungen dafür auf Hochtouren. Hoffen wir mal, dass dieser Kelch an der Menschheit vorbei geht! Beste Grüße

    • Uwe - 2. September 2017 Antworten

      Liebe Traum ….frau?, egal ich träume, weil…?
      Es wird uns ein Krieg vorgespiegelt, an dessen Vorbereitung unter der alten Konstellation der westlichen Eliten alle angloamerkikanischfranzösichgermanischen Marionettten bis hinunter
      zu den Gewerkschaften, vorbereitet wurden. Soros mit seinem Rattenschwanz bekam Gegenwind von einer sehr alten Elite, einem neuen Papst. Den Sprung zu Trump könnte uns vielleicht die Geschichte erklären: Wie soll man heute die Verzweiflung der Medien und der etablierten Parteien erklären, die selbstverantwortliches Denken nicht mehr verhindern können?
      Wir dürfen demnächst einen neuen Bundestag wählen. Wählen wir Frieden und Glück:
      Egal, ob AfD, wie ich oder Linke, wie ich früher. Geht wählen, schickt Merkel in die Entlassungsurkunde! Geht bitte wählen. Die Alternative ist Faschismus (AntiFa). Uwe

  • Bubblegum - 2. September 2017 Antworten

    der amerikanische Traum. Ein einziger Albtraum.
    Denke am Ende werden die größten Gläubiger der Vereinigten Terror- und Folterstaaten von Nordamerika einfach nur militärisch niederkartätscht. Sonst wird man die Schulden nicht wieder los.
    Auch Deutschland sollte sich warm anziehen. Der Wirtschaftskrieg gegen uns ist bereits eröffnet.
    Viele Grüße
    Bubblegum

    • Uwe - 2. September 2017 Antworten

      Ja, lieber Gundermann, es fehlt, daran zu erinnern, welche Personen kriegstreiberisch argumentieren, was sie sagen und weshalb. Ich frage mal: Kann mir Jemand sagen, daß John McCain und Lindsay Lohan sich für die Reduzierung der Kriegswaffenproduktion eingesetzt haben? Nun darf man sagen, auch die AfD werbe für die Aufrüstung Deutschlands.
      Richtig: Man will sich von der NATO lösen, die das Völkerrecht permanent mißachtet.
      Nationalismus? Es gibt da vielleicht ein paar Spinner, die sich affenartig die Fäuste auf die Brust schlagen: Diese Art Nationalismus ist für mich nur hilfreich, die EU-Diktatur zu überwinden und anschließend eine friedliche Weltgemeinschaft, der sich die Angloamis anschließen dürfen, zu errichten. Die Welt ist nur für Alle da. Schönes Wochenende! Uwe

  • Gundermann - 2. September 2017 Antworten

    Die USA sind seit ihrem Bestehen ein äußerst agressives Gebilde – ähnlich dem römischen Imperium vor gut 2000 Jahren. Unzählige Länder und Völker wurden seitdem mit Krieg überzogen. Einige hatten Glück – wie die Kanadier, die sich mit britischer Hilfe ihre Unabhängigkeit bewahren konnten. Andere hatten weniger Glück, wie z.B. die Eingeborenen, oder Mexiko, das erhebliche Teile seines Territoriums an die USA abtreten musste, oder Spanien, das Kuba, Puerto Rico, Guam und die Philipinen verlor. Die Liste ist endlos und wird wohl noch weiter gefüllt.

  • JL - 3. September 2017 Antworten

    Die Flut von Houston hat die maroden Infrastrukturen der Amerikaner aufgezeigt, wie New Orleans übrigens vorher schon. Andererseits unterhält man über 1000 Stützpunkte irgendwo in der Welt, spendiert dem Pentagon mal eben 50 Milliarden mehr- also nun über 600 Milliarden Dollar pro jahr- und macht im Schnitt aber auch 600 Milliarden Miese im Außenhandel.

    Das funktionierte bisher doch Super. Die Amerikaner drucken Geld und der Rest der Welt ist froh seine Produkte gegen diese grünen Scheinchen tauschen zu dürfen. Vergessen oder unterschlagen wird da gern, daß reihenweise amerikanische Städte pleitegehen und nun wohl auch der Bundesstaat Illinois in Geldnot ist. Hier sind die statistischen Ausführungen bei Querschüsse nichts anderes als ein weiterer deutlicher Beleg des Niedergangs der USA und die angewandte „Manipulationswut“ dortiger Bürokraten fern jeder Realität.

    Realitätsfremd ist auch anzunehmen, daß Trump eine Regierung führt die frei in ihren Entscheidungen wäre. Wer das glaubt, glaubt auch an die Geschichte mit den Zitronenfaltern. Die amerikanische Regierung muß vor allem den militärischen Komplex befrieden, deshalb die 50 Milliarden extra. Und sie muß die Voraussetzungen schaffen, damit für international agierende Konzerne die USA als Produktionsstandort wieder attraktiv wird. Und was bedeutet dies? Klar, nichts anderes als die Herabsetzung bestehender Standards in Vergabegenehmigungen, Steuern und Löhnen, aber auch der Versuch von Protektionismus. Das ist gegenwärtig das Ergebnis wirtschaftlicher und militärischer Geopolitik dem sich auch ein amerikanischer Präsident nicht entziehen kann.

    Also ein andauerndes Dilemma.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Bubblegum - 3. September 2017 Antworten

    @Uwe

    gebe ihnen da vollkommen Recht. Mein ehemaliger Arbeitskollege macht gerade Wahlkampf für die Freien Wähler im Bundestagswahlkreis 17.
    Sein Bericht von Donnerstag in Güstrow – Südstadt:
    90% der Leute wollen Merkel weg! Und ihre Steigbügelhalterparteien SPD, FDP, Grüne gleich mit.
    Es herrscht eine nur noch mühsam unterdrückte Wut der Menschen. Und das in Meck-Pomm, wo Merkel ihren Wahlkreis hat!
    Die Menschen haben für Politiker nur noch Verachtung übrig. Da mein Kollege aus der TTIP-Bewegung von Frau Grimmenstein kommt, ergeht es ihm nicht ganz so schlimm. Die anderen Direktkandidaten plakatieren nur noch und trauen sich nicht mehr unter das Volk. Die Linke ausgenommen.
    Dort hat aber Bartsch,wie verlautet, auf einer Wahlkampfveranstaltung am Dienstag in Dierhagen – Strand verkündet : “Merkel wird wieder Kanzlerin”.
    Seltsamerweise greift die Parteileitung der Freien Wähler den Vorschlag meines Kollegen nicht auf, eine Rote Karten Kampagne gegen Merkel zu starten. Nutzt die anti-Stimmung gegen Merkel nicht aus!
    Auch die geben sich wie die anderen absolut weichgespült gegenüber dieser gnadenlos unfähigen Merkel!
    Ich muss das nicht und werde in meinem Revers bis zum Wahltag eine symbolische Rote Karte in meiner Brusttasche tragen.
    Die Menschen in meiner Umgebung animieren, Merkel am Wahltag die Rote Karte zu zeigen.
    Protest zu wählen!
    Noch etwas: In Meck Pomm besteht die FDP nur noch aus “Bambi” Lindner. Wer anderes wird nicht mehr plakatiert. Die AfD ist auf dem Rückzug. Haben wohl nicht mehr so viel Geld für Plakate. So sein Bericht. Mit der FDP ist das hier im Rhein Main Gebiet auch so.
    Meine Sonntagsgrüße an alle!
    Bubblegum

  • Jeha - 4. September 2017 Antworten

    Moin,

    kann es sein, dass die Participation Rate so schlecht ist weil auch in den USA die geburtenstarken Jahrgänge in die Rente gehen?

    Ist sie nur definiert als älter als 16 oder 16 bis Rentenalter.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Besch%C3%A4ftigungsquote

    Also “standardisierte Erwerbstätigenquote” oder “Nettoerwerbsquote”?

    Bei wikipedia ist auch der folgende Chart

    Dort ist die Erwersquote (15 bis 54 Jahre) aufgelistet. Endet allerdings 2014. Dort sieht es nicht ganz so schlimm aus. Wobei ich mich frage warum man 54 Jahre nimmt, wenn man erst mit 65 in Rente gehen kann.

    Grüße und Danke für den Artikel

    Jens

    • Querschuesse - 5. September 2017 Antworten

      Hallo Jeha,
      bei Not in Labor Force waren im August 2017 54,321 Millionen im Alter zwischen 16 und 64 Jahre. 40,173 Millionen waren über 65 Jahre. Da auch über 65-jährige die arbeiten gehen, als Beschäftigte gezählt werden, ist es konsistent über 65-jährige als Not in Labor Force zu zählen, denn als arbeitslos werden dann diese nicht mehr gezählt.

      Beschäftige + Arbeitslose + Not in Labor Force (erwerbsfähige Bevölkerung ab 16 Jahre die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen) = gesamte erwerbsfähige Bevölkerung ab 16 Jahre (Civilian Noninstitutional Population)

      Beschäftigte + Arbeitslose = Civilian Labor Force, also erwerbsfähige ab 16 Jahre die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

      Civilian Labor Force (erwerbsfähige ab 16 Jahre die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) in Prozent zur gesamten erwerbsfähigen Bevölkerung (Civilian Noninstitutional Population) = Civilian Participationsrate (Erwerbsquote)

      Gruß Steffen

  • Jeha - 4. September 2017 Antworten

    Sorry,

    der link zum chart hatte gefehlt.

  • Jeha - 4. September 2017 Antworten

    ???

  • Jeha - 4. September 2017 Antworten

    Der Link wird irgendwie nicht übertragen

    xxxs://de.wikipedia.org/wiki/Besch%C3%A4ftigungsquote#/media/File:Hard.png

    Bitte vorne https einsetzen.

  • JL - 4. September 2017 Antworten

    Die USA sind nach wie vor ein Einwanderungsland, auch wenn dies nunmehr nicht mehr gern gesehen wird- die dortige Bevölkerung wächst also. Die Civilian Participation Rate mißt die Zahl der Beschäftigten, also Barkeeper oder Frisöre genauso wie die Leute die, salopp gesagt, an irgendwelchen „Werkbänken“ stehen. Fehlen die „Werkbänke“ fehlen eben auch Jobs. Und genau diese „Werkbänke“ hat man nach sonst wohin ausgelagert. Ob nun China oder Mexiko zum Beispiel ist nebensächlich. Damit entfallen nicht nur Industriejobs, sondern auch Jobs bei den Zulieferern. Und am Ende trifft es den örtlichen Einzelhandel weil Bestellung und Lieferung von irgendwelchen Produkten per Internet schlicht billiger ist und man jeden Dollar dreimal umdrehen muß bevor man ihn ausgibt, einfach weil- wieder mal- der Pleitegeier über einen schwebt. Dieses „Untier“ kreist übrigens auch über dortige Städte und Gemeinen- und neuerdings auch über Bundesstaaten.

    In den USA werden ca. 100 Millionen Arbeitslose nicht in den offiziellen Arbeitslosenstatistiken geführt. Deutlich über 40 Millionen Amerikaner leben von Essensmarken. Grob über den Daumen gepeilt hat man ein Handelsdefizit von über 600 Milliarden zum Rest der Welt- pro Jahr.

    Die Babyboomer haben mit dem Fiasko der amerikanischen Wirtschaft nun rein garnichts zu tun. Es sind Gewinnmaximierungen bei der die amerikanische Wirtschaft outgesourct wurde, Jobs wie auch Zukunftsaussichten von Unternehmen fielen weg. Fast ein Drittel der amerikanischen Regierungseinnahmen entfallen auf das Militär, daß da die Infrastruktur zerbröseln muß ist letztlich nur eine Zeitfrage.

    Im Gegensatz zu den Überschuldeten Staaten von Amerika geht es der Wall Street allerdings noch blendend.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Jeha - 5. September 2017 Antworten

    Danke Steffen!

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