USA: höheres Schuldenlimit gesucht

von am 19. März 2017 in Allgemein

USAAm Mittwoch ist in den USA die vorübergehende Aussetzung der Schuldenobergrenze, Bipartisan Budget Act of 2015, ausgelaufen. Beginnend mit dem 16.03.2017 ist nun die ausstehende Schuld die gesetzliche Obergrenze. Statt das gesetzliche Schuldenlimit anzuheben, unterschrieb der damalige Präsident Obama am 02.11.2015 diesen Kompromiss, welcher das Problem nur verschob. Nun fällt dieses Problem Präsident Trump und den Republikanern auf die Füße. Mit Notfallmaßnahmen kann man noch etwas Zeit schinden, aber das Problem könnte auch schnell außer Kontrolle geraten, denn die Bargeldreserven sind schon weitgehend aufgebraucht, wie die Cash Balance des US-Schatzamtes anzeigt.

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s1982Die Entwicklung der U.S. Treasury Operating Cash-Balance von Januar 2014 bis zum 15.03.2017 im Dailychart. Die schnell verfügbaren Cash-Reserven, Einlagen des Staates bei den Banken und der FED schmelzen schnell dahin, auf 23,416 Mrd. Dollar am 15.03.2017. Ende Oktober 2016 betrug die operating cash balance noch knapp 440 Mrd. Dollar.

Eine durchaus knifflige Situation für Trump und die Republikaner. Trump will den Militäretat um +54 Mrd. Dollar anheben, die Unternehmenssteuern senken, investieren in die Infrastruktur, alles unmöglich ohne neue Schulden! Die Republikaner bremsten in der Vergangenheit Obama aus, wo es nur ging, denn Haushaltssanierung ist eines ihrer zentralen Themen, aber eben eines was jetzt Präsident Trump das Kreuz brechen könnte und zügig die USA in eine Rezession führen würde. Auch zeigt die niedrige Cash-Bilanz an, was in den USA alles falsch läuft. Der Staat ist nur mit 23 Mrd. Dollar flüssig, die Akkumulation von Überschüssen trieb die Cash-Position alleine bei Apple auf 246 Mrd. Dollar und bei Google auf 75 Mrd. Euro. Denjenigen die Cash horten und dem Wirtschaftskreislauf entziehen, möchte die Trump-Administration auch noch die Steuern senken, während die eigene Zahlungsfähigkeit des Staates aktuell nicht gesichert ist bzw. von der “Einsicht” der Republikaner abhängt, die dafür gegen ihre Prinzipien, für alle offensichtlich verstoßen müssten, sehr delikat. Letztlich können auch Budgetkürzungen, wie im sozialen Bereich, das Problem nicht lösen. Denn die Defizitnummer ist viel zu riesig, zuletzt im Jahr 2016 betrug das Haushaltsdefizit -579,976 Mrd. Dollar und selbst dies war nur die halbe Wahrheit, denn die Bruttostaatsschulden stiegen 2016 um 1,054648 Billionen Dollar, auf knapp 20 Billionen Dollar! Unter Ex-Präsident Obama wurden 9,3 Billionen Dollar neue Staatsschulden in nur 8 Jahren gemacht, fast so viele Schulden, wie alle Präsidenten zusammen in der Geschichte der USA machten. Wirklich gelöst wurde mit diesen Bergen an Schulden, in den letzten Jahren unter Obama, keines der Probleme.

Nun trifft ein klammer Staat, auf eine FED ohne QE und mit einem höheren Leitzinssatz, dies ist der Stoff für eine Rezession und eines Absturzes der aufgeblähten Vermögenswerte. Dies wird nun richtig spannend, wie und ob es Trump gelingt, solche Klippen zu umschiffen und zu den dringend benötigten Aber-Milliarden Dollar zu kommen, um überhaupt eine Art von Gestaltungsspielraum zu erreichen! Ansonsten wird die Regentschaft Trump zur Offenbarung, zu einer Bereinigung unfassbarer Ungleichgewichte, welche eben nur mit billigen Geld, den Druckerpressen der FED und neuen Staatsschulden ohne Ende, in der Vergangenheit verhindert wurde.

Quelle Daten: Fiscal.treasury.gov/Portal

Kontakt: info@querschuesse.de

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26 KommentareKommentieren

  • Georg Trappe - 20. März 2017

    ***** und man darf gespannt sein.

  • Oliver - 20. März 2017

    … auch dieses Problem wird in Kürze wieder “gelöst”, ich habe keine Zweifel 🙂

    • mitwisser - 20. März 2017

      Mir wärs recht wenn ich dadurch noch eine Zeit lang Krisenvorsorge betreiben kann. Andererseits wird die Fallhöhe immer größer und die hiesigen Politiker drücken sich noch länger um so elementare Fragen wie (un)gesteuerte Migration, innere Sicherheit, Schutz der Grenzen, Verhältnis zum Islam etc.

      • Eurelios - 20. März 2017

        Mir wärs recht wenn ich dadurch noch eine Zeit lang Krisenvorsorge betreiben kann.

        Und wie sieht diese Krisenvorsorge bei Ihnen aus?

        Sachwerte anschaffen, Acker kaufen oder Konserven horten und einen Armbrustschieß-
        lehrgang absolvieren?

        • mitwisser - 20. März 2017

          Kann man im groben so umschreiben. Das mit der Armbrust habe ich aber bisher noch sein lassen, denn ich lebe in einem intakten sozialen Umfeld am Rand einer Metropolregion. Da muss ich mich nicht als Einzelkämpfer versuchen. Die Fähigkeit zu einem gewissen Grad an Autonomie ist mir persönlich allerdings schon wichtig. Mangels Zinsen gönne ich mir dann als persönliche Spielerei ein größeres Guthaben im Weinkeller. Da hat sogar Steffen ab und zu was davon.
          Am wichtigsten finde ich aber, daß man diese Möglichkeit für sich mal durchspielt und sich verschiedene Handlungsoptionen überlegt, so man diese denn hat.

          • Eurelios - 20. März 2017

            gönne ich mir dann als persönliche Spielerei ein größeres Guthaben im Weinkeller.

            Gute Idee. Danke für den Tipp. 🙂

            • mitwisser - 20. März 2017

              Genau genommen verzinst sich der sogar besser als auf dem Festgeld (auch keine Kunst dank EZB) und gute Weine liegen schon länger über der EZB-Zielmarke von 2% p.a.. Vielleicht erträgt sich beim Genuß ja manches Elend auch besser?!

  • Jeha - 20. März 2017

    Zitat: “Denjenigen die Cash horten und dem Wirtschaftskreislauf entziehen..”

    Das ist IMHO nur ein Teil des Problems. Natürlich ist es fatal, wenn Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen wird. Noch schlimmer finde ich, dass die extrem niedrigen Unternehmenssteuern zwangsläufig den Staat oder die Bürger in die Verschuldung zwingen, sofern man unser Wirtschaftsstystem am laufen halten will.

    In unserem Giralgeldsystem MUSS regelmäßig die Geldmenge erhöht werden, da es per Definition NIE genug Geld gibt, um Zins UND Tilgung zu zahlen. Deswegen muss ständig nicht nur die Geldmenge sondern auch die Schuldenmenge erhöht werden. Da unsere (Giral)Geldmenge nur durch neue Schulden erhöht werden kann.

    Wenn die Unternehmen Nettosparer werden, muss dies zwangläufig der Staat oder die Bürger sein, die neue Schulden machen, denn irgendjemand MUSS mehr neue Schulden machen.

    Bürger in allen Staaten müssen aber eigentlich auch Nettosparer sein, da sie i.d.R. für das Alter sparen müssen.

    So bleibt nur der Staat als Schuldner. Deutschland “löst” dieses Problem über das Ausland, dass sich bei Deutschland zunehmend verschuldet, um unsere Exporte zu finanzieren. Defintiv keine Lösung für alle und für Deutschland auch keine Dauerlösung.

    Was ich sagen will. Eine Regierung muss sich entscheiden, ob sie niedrige Unternehmenssteuern will oder einen sparenden Staat, der seine Schulden reduziert (oder auch nur konstant hält!). Beides gleichzeitig ist auf Dauer NICHT möglich.

    Das wird hoffentlich auch hier bald unseren Politikern klar, spätestens wenn die ersten Schuldenschnitte für Griechenland kommen. Dann sollte auch dem letzten klar werden, dass wir für gelieferte Waren nur wertloses (elektonisches) Papier erhalten haben, oder wertlose Zahlenberge im Target2-System.

    Die Überlegung, dass die Geldmenge ständig wachsen muss und damit auch irgendwer ständig mehr neue Schulden machen muss ist IMHO so etwas ein thermodynamischer Hauptsatz in der Phsyik. Es ist völlig scheissegal ob man Keynesianer, ordoliberal oder neoliberal ist. Mit diesem Fakt muss eine seriöse Wirtschaftspolitik konform gehen, dass tut sie leider werder in den USA noch hier in Deutschland oder Europa.

    • Querschuss - 20. März 2017

      Keine Frage, wenn Unternehmen in diesem Maße Überschüsse erzielen, müssen andere Wirtschaftssubjekte oder volkwirtschaftliche Sekoren Schulden machen. Danke für die Ergänzung. Die Artikel können nie vollumfänglich Sachverhalte darstellen, es sind meist nur Teilaspekte. Hier war nur der Hinweis, das Geldhorter, wie Apple auch noch mit Steuersenkungen beglückt werden sollen, was zu noch mehr Überschüssen bei Apple führt und zu höheren Defiziten beim Staat.

      Gruß Steffen

  • Jeha - 20. März 2017

    In der EU kommt noch hinzu, dass es innerhalb eines Währungsraumes total unterschiedliche Steuermodelle für Unternehmen gibt. Die sich trefflich völlig legal für Steuervermeidung aka Steueroptimierung nutzen lassen.

    http://www.firma-ausland.de/steuersenken.htm

    Über Lizenzen, Patentgebühren, Leasing von kompletten Industrieanlagen oder Firmenkäufe auf Kredit bei denen die gekaufte Firma die Schulden aufgebrummt bekommt und die Zinsen dann steuersenkend im Inland ins steuerlich begünstigte Ausland wandern wird auch zukünftig der Steueranteil der Firmen an den gesamten Steuereinahmen des Staates zu gering sein.

    Neben der mittlweile völlig unsozialen Politik der EU ein weiteres riesengroßes Problem für die EU, bei dem keine Lösung in Sicht ist.

    Der Satz von Schäuble, dass es eine Übereinkunft gibt, dass die Steuern da erhoben werden, wo die Wertschöpfung geschah, hilft nicht die Bohne weiter.

    Denn es ist durchaus strittig ob die Wertschöpfung bei dem Leasingnehmer oder Leasinggeber stattfand. Findet sie bei dem statt, der das Recht an der Erfindung hält oder bei dem der die Erfindung produziert etc.

    Auch hier gibt es nur Worthülsen aber es ist keinerlei Lösung am Horizont ersichtlich.

  • Jeha - 20. März 2017

    Hi Steffen,

    es lag mir fern dich irgendwie kritisieren zu wollen. Ich finde du schilderst die Sachverhalte im Allgemeinen sehr umfänglich und gründlich, vor allem, wenn man das mit des sogenannten Qualitätsmedien vergleicht. Du trennst sauber die Fakten und deine persönliche Einschätzung/Meinung. So sollten das die Medien eigentlich auch machen, tun sie IMHO aber nicht.

    Deswegen zahle ich die 5€/Monat anQuerschuesse auch wirklich gerne.

    Dank und Gruß

    Jens

    • Querschuesse - 20. März 2017

      alles gut, hatte ich nicht wirklich als Kritik aufgefasst, deshalb ja auch der Dank für die Ergänzung.

      Gruß Steffen

  • Marja - 20. März 2017

    Da der Absturz der Cash-Reserven schon im Oktober begonnen hat, wird das nichts mit Trump zu tun haben. Er wird die Suppe nur auslöffeln müssen. Spannend ist das Ganze in Verbindung mit den Tic-Data. Offenbar will keiner mehr den USA Geld geben, weder das FED noch die Auslandsinvestoren. Dieses Liquiditätsproblem wird ggf. auch der Grund für die Leitzinserhöhung gewesen sein. Irgendwie muss man das Geld ja in die USA locken.

    Ein Unternehmen mit einer solchen Liquiditätsentwicklung dürfte auf die Zahlungsunfähigkeit zulaufen, – egal ob es eine Schuldenobergrenze gibt oder nicht.

    Grüße Marja

  • Holly01 - 21. März 2017

    ….. schaut ein wenig aus, wie vor der letzten “Krise”, die ja auch nur eine Eskalation des hegemonialen Währungs- und Wirtschaftskriegs war.
    Könnte also sein, dass die USA mal wieder ihre Probleme exportieren wollen.
    ja ja …. “es ist unsere Währung, aber euer Problem” ….

  • MartinR - 21. März 2017

    Hallo Steffen,

    Vielen Dank. Sehr markant…

    Gibt es die Graphik auch für die letzten 10 Jahre, um es mit der letzten Krise zu vergleichen? (Habe sie unter der Datenquelle nicht gefunden)

    Grüße,
    Martin

    • Querschuesse - 21. März 2017

      Hallo Martin,
      die Daten sind hier:
      https://www.fms.treas.gov/dts/index.html
      im Archiv bis 1998:
      https://www.fms.treas.gov/fmsweb/DTSFilesArchiveAction.do

      Die Daten sind leider für jeden Tag einzeln ausgewiesen, nirgends ist eine Datenreihe zu finden, heißt ich habe die Daten für den Chart alle einzeln abgetippt, dass ist bis 1998 nicht leistbar, selbst wenn mir langweilig wäre. Aber die künftigen Cash-Reserven kann man sicher mit noch überschaubaren Aufwand hin und wieder in einem Chart darstellen.

      Gruß Steffen

      • MartinR - 22. März 2017

        Hallo Steffen,

        das erwarte ich dann natürlich auch nicht.

        Danke für den Link, ich habe mal in einige Tagesdaten reingeschaut.
        Mitte bis Ende des letzten Jahrzehnts wurde anders ausgewiesen, sodass man (ich zumindest) ohne weitere Hintergrundinfos keine brauchbaren Schlüsse ziehen kann.
        Der Federal Reserve Account war von 2004 bis 2008 ziemlich konstant bei nur etwa $ 5 Mrd.
        Die Total Operating Balance hingegen schwankte auch teilweise stark aufgrund der Positionen “Tax and Loan Note Accounts” und dem “Supplementary Financing Program Account”, das zwischendurch mal stark anschwoll.

        Bei Betrachtung der älteren Daten frage ich (mich), warum man die Cash Balance in den letzten 2,3 Jahren überhaupt auf mehrere Hundert Milliarden Dollar anwachsen liess.
        Aber da kann man wohl auch nur Vermutungen anstellen.

        Übrigens ist die Operating Cash Balance in den letzten Tagen wieder auf $ 75 Mrd gestiegen.

        Viele Grüße,
        Martin

        • Querschuesse - 22. März 2017

          ja, Stand 20.03. sogar wieder 78,819 Mrd. Dollar, siehe https://www.fms.treas.gov/fmsweb/viewDTSFiles?dir=w&fname=17032000.txt

          Closing balance today/ Total Operating Balance findet sich in jedem Tages-Ausweis, …ich habe mal irgendwo gelesen, dass die US Regierung unter Obama beschlossen hatte höhere Cashreserven zu halten, genau um solche Situationen Schuldenoberlimit, Shutdown besser puffern zu können.

          Demnächst werden die Notfallmaßnahmen und Vermögenswertverkäufe an die Grenzen stoßen und es wird ein Cash-Problem geben, wenn die Schuldenobergrenze nicht zügig angehoben wird.

          Gruß Steffen

  • JL - 21. März 2017

    Die Verschuldung der Amerikaner, aber auch die Geldpolitik der FED ist immer ein Politikum an sich. Auf der einen Seite gibt es den Wunsch des Staates die Geldpolitik stärker beeinflussen zu können und auf der anderen Seite gibt es eben die FED, die vor allem den Interessen ihre privatwirtschaftlichen Eigner nachkommen muß und sich nicht in die Karten schauen lassen will.

    Gegenwärtig sind zwei Direktorenposten im Offenmarktausschuß der FED vakant und müssen demnächst neu besetzt werden. Hier kann Trump gezielt neue Personalien beeinflussen und statt fünf staatliche Vertreter nun eben sieben installieren und hätte dann eine deutliche Mehrheit in dem Gremium (FOMC) mit zwölf Sitzen. Nächstes Jahr endet zudem die Amtszeit von Yellen und es obliegt den Präsidenten dort eine Führungsperson zu belassen oder neu zu berufen. Das Verhältnis zwischen Trump und Yellen gilt jedoch als angespannt.

    Das Ergebnis dürfte ein Machtkampf auf geldpolitischer Ebene sein- die Zinnsanhebung der FED jedenfalls deutet zumindest darauf hin. Deren Aussage, in Amerika herrsche nunmehr Vollbeschäftigung und die letzte Anhebung wäre somit gerechtfertigt, ist vor dem Hintergrund von über 42 Millionen Essensmarkenbeziehern in Amerika ziemlich gewagt, wenn nicht gar grotesk. Dies deutet nunmal auch die statistische Auswertung zur saisonbereinigten Stromproduktion (-5%) im Februar gegenüber dem Vormonat an.

    USA: Industrieproduktion Februar 2017

    Hier dürften noch viele Pfeile gespitzt werden bevor einer von beiden abgeschossen wird.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Nicolas - 21. März 2017

    Danke für eine gute Visualisierung des Trump-Wahns. Das heisst dann ab heute dürfen keine neuen Treasuries aufgelegt werden? Na dann wird diese Schuldenobergrenze in Null komma nix angehoben werden und die Kohle gedruckt werden…man darf gespannt sein.

    • Querschuesse - 21. März 2017

      ja, keine neuen Treasuries, nur Vermögenswerte können flüssig gemacht werden oder aus Sozialversicherungen temporär Summen entnommen werden bzw. andere Notfallmaßnahmen. Ich wäre mir bei der Anhebung der Schuldenobergrenze nicht so sicher, was den Punkt schnell betrifft. Für viele Republikaner sind Staatsschulden ideologische Hemmschwellen, glaube nicht das die diese so einfach abstreifen und wenn dann machen sie sich unglaubwürdig. Wie Trump seine Projekte finanzieren will wird spannend, ich tippe einiges wird in Ermangelung einfach nicht stattfinden, der Präsident wird gelähmt oder ohne Moos nichts los.

      Gruß Steffen

    • JL - 21. März 2017

      Hallo Nicolas

      Die bisher bei Trump erkennbare Politik ist grundsätzlich der Wille eine Verminderung von Schulden in den USA herbeizwingen zu wollen.

      Darauf bauen sich offenbar zwei Erwartungen auf:

      1) Die Schuldenspirale zu kappen.
      2) Die präsidiale Macht wiederherstellen zu können.

      Vor allem das immense Schuldendilemma nimmt den USA zunehmend den finanziellen Rahmen um politisch oder auch (leider) militärisch agieren zu können. Hinzu kommt die immer größere Ablehnung des Dollars als Reservewährung. Die Chinesen haben ihre Dollarbestände- zum Teil trotz vorgenommener starker Kapitalabflüsse (mehr als 500 Milliarden Dollar)- stetig reduziert und bauen ungestört ein neues internationales Währungssystem und Kreditwesen auf. Ein weiter so mit Schuldenmachen wie gehabt ist da wenig aussichtsreich, will man sich nicht in politische Abhängigkeiten manövrieren.

      Der Irakkrieg hat gezeigt, daß amerikanische Interessen zum Beispiel von den eigenen Geheimdiensten erfolgreich sabotiert werden können. Es war/ ist ja nicht unüblich, daß Söldner der CIA gegen Truppen des Pentagon geschickt wurden um eigene Ziele zu verfolgen. Mit der Eindampfung der Budgets von Geheimdiensten und Außenministerium verliert man weitgehend die Fähigkeit gegen die eigenen offiziellen Interessen seitens Washingtons zu handeln.

      Und hier kommt nun Ihr angedeutetes Szenario der Schuldenobergrenze ins Spiel. Kommt die Anhebung der Schuldenobergrenze hat Trump keine Rechtfertigung um das Außenministerium und die Geheimdienste zu beschneiden. Kommt die Anhebung hingegen nicht (oder nur marginal) kann Trump unter Hinweis auf die angespannte Haushaltslage deren Finanzmittel drastisch zusammenstreichen und seine ärgsten Gegner damit empfindlich schwächen. Ergo wird er alles tun was die Anhebung der Schuldenobergrenze (vorerst) unmöglich macht um seine Feinde nicht auch noch zu füttern. Dies würde ihm dann auch ermöglichen die angedachten Einschnitte bei der FED durchzusetzen, schließlich ginge es um die Zukunft des Landes und ist damit ein wesentlicher Faktor für die nationale Sicherheit- ein Totschlagargument sozusagen. Ein abgelehnter Übergangshaushalt wäre also zum Beispiel eine tolle Sache um mehrere Fliegen mit einer Klappe zu treffen.

      Lassen wir uns aber einfach mal überraschen.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

      • Nicolas - 22. März 2017

        Punkt 2 bin ich definitv einverstanden aber zu Punkt 1 habe zumindest ich von Trump andere Signale wahrgenommen.

        Mexiko Wand, Krankenversicherung für alle zu weniger Kosten (da hat er sogar gesagt dass wird die Regierung bezahlen), Steuersenkungen, Veteranen, Militärausgaben uvm…ich meine mich erinnern zu können dass er sogar gesagt hat das kann man alles drucken.

        Alles nicht sehr “small government” das war ja aus meiner Sicht sein Erfolgsrezept : republikanisches “mia san mia” aber ohne diese herzlosen Einsparungen das kommt bei den “rednecks” an.

        Klar dass es sich jetzt bald “spiessen” wird. Ich tippe jedoch auf Erhöhung mit dem Zusatz “wir mussten ja weil Obama vorher soviele Schulden gemacht hat”.

        Dass Trump noch vor einigen Jahren dagegen getwittert hat ist wohl kaum ein Anhaltspunkt 😉

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