Analyse zum EU-Türkei-Flüchtlingsgipfel: Asylbewerber, Armut, Vermögen und Wirtschaftskraft – ein Blick auf die Relationen

von am 17. März 2016 in Allgemein

Beim zweiten EU-Türkei-Flüchtlingsgipfel wird es um die neuen Forderungen der Türkei gehen und natürlich um Lösungen für die nach wie vor kontrovers diskutierte Flüchtlingsproblematik. Bei der von Kanzlerin Angela Merkel angestrebten Verteilung von Flüchtlingen hakt es ebenso wie unter anderem bei der Frage der Grenzöffnung. Die Balkanländer und Österreich habe die Balkanroute faktisch geschlossen. Aber auch der Deal mit der Türkei ist umstritten, nicht zuletzt weil die Regierung einen Rückbau der Demokratie im eigenen Land betreibt. Angela Merkel ist mit ihren Vorstellungen zur Flüchtlingspolitik zunehmend isoliert. Ob es für sie auf diesem Gipfel eine gesichtswahrende Lösung gibt, das hängt nicht zuletzt wahrscheinlich auch am Geld, um das es dabei geht.

Die Türkei – der große Profiteur vom EU-Flüchtlingsstreit?

Die EU hat der Türkei bereits drei Milliarden Euro für die bessere humanitäre Versorgung von Flüchtlingen zugesagt. Doch die Regierung in Ankara will weitere drei Milliarden. Darüber hinaus fordert sie im Gegenzug für die Rücknahme von Flüchtlingen die Aufhebung der Visumspflicht für türkische Staatsbürger bereits zum Juni 2016 und eine verbesserte Ausgangsbasis für den EU-Beitritt.

Unabhängig davon stellt die EU inzwischen insgesamt 700 Millionen Euro als Nothilfe für die humanitäre Versorgung von Flüchtlingen in besonders betroffenen Mitgliedstaaten zur Verfügung. Besonders betroffen ist aber auch Deutschland.

Seit Monaten hält sich die Flüchtlingskrise hier im Land in den Schlagzeilen und dominiert die Nachrichtensendungen. Auch die Landtagswahlen waren von diesem Thema geprägt. Eskaliert ist die Flüchtlingskrise seit die Bundesregierung am 5. September einseitig die bedingungslose Grenzöffnung für eine unbegrenzte Zahl von Flüchtlingen verfügt hatte. (1) Die unter anderem massenhaften sexuellen Belästigungen in Köln und anderen deutschen Städten in der Silvesternacht haben die Flüchtlingsdebatte in Deutschland und in der EU noch einmal verschärft.

Vor dem Hintergrund der aufgeheizten Debatte und angesichts des gegenwärtigen Standes der Diskussion über mögliche Lösungen und deren Kosten erscheint es sinnvoll, einmal die Relationen in den Blick zu nehmen. Denn erst dann erscheint eine Bewertung der Lösungsvorschläge und der Lastenverteilung auf europäischer Ebene überhaupt möglich. Dabei geht es um humanitäre Not in der EU und zwar nicht nur die der Flüchtlinge und es geht um die wirtschaftlichen und finanziellen Voraussetzungen für die Bewältigung dieser Herausforderungen in den Mitgliedstaaten.

Merkels „Willkommenspolitik“ vergrößerte den Flüchtlingsstrom

Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Zahl der erstmaligen Asylbewerber in der EU und jenen Ländern, in denen besonders viele Anträge gestellt wurden für die Jahre 2008 bis 2015.

SLE 01_Erstmalige Asylbewerber in 6 EU-Staaten und EU28_2008-2015Abbildung 1

Selbstverständlich bildet die Zahl der Asylbewerber die Zahl der in die EU geströmten Flüchtlinge nur unzureichend ab. Das hängt mit illegalen Zugängen, aber unter anderem auch mit der Registrierung von Flüchtlingen zusammen.

Beim Blick auf die Abbildung wird zunächst klar, dass die Asylbewerberzahlen in der EU zwar seit langem steigen, ein verstärkter Anstieg aber erst seit 2014 und mehr noch in 2015 zu beobachten war. Insgesamt zählte die EU 2015 über 1,2 Millionen erstmalige Asylbewerber. Zum Jahreswechsel erwartete die Europäische Kommission bis 2017 den Zustrom weiterer drei Millionen Flüchtlinge. (2) Ob diese Schätzung angesichts der inzwischen faktisch geschlossenen Balkanroute noch haltbar ist, ist allerdings fraglich. In Griechenland ist es deswegen zu einem Flüchtlingsstau gekommen.

Abbildung 2 veranschaulicht die Entwicklung der Asylbewerberzahlen in den letzten beiden Jahren auf monatlicher Basis.

SLE 02_Erstmalige Asylbewerber in 6 EU-Staaten und EU28_Jan 2014-Feb 2016Abbildung 2

Besonders markant ist der Anstieg auf europäischer Ebene ab April/Mai 2015. Nur drei Länder haben in dieser Betrachtung eine besonders auffällige Entwicklung bei den Asylbewerberzahlen, nämlich Deutschland, Ungarn und Schweden. In Österreich, Italien und Frankreich blieben die monatlichen Asylbewerberzahlen indes deutlich unter 15.000.

Die Entwicklung ist genauer zu erkennen, wenn man die Zahlen für die EU insgesamt einmal außer Betracht lässt, was in Abbildung 3 geschehen ist.

SLE 03_Erstmalige Asylbewerber in 10 EU-Staaten Jan 2014-Feb 2016Abbildung 3

In diesem Chart zeigt sich, dass die vom Flüchtlingsstrom am stärksten ansteuerten Zielländer Deutschland, Ungarn, Schweden, Österreich (rot), Italien (hellgrün gestrichelte Linie) und Frankreich (blau) sind.

Die Entscheidung der Bundesregierung von Anfang September, die Grenzen bedingungslos für Flüchtlinge zu öffnen und der dadurch ausgelöste Medienrummel, hat bei den Asylbewerberzahlen deutliche Spuren hinterlassen. In Ungarn brach unmittelbar danach die Zahl der Asylanträge ein, in Schweden und Deutschland schoss sie dagegen in die Höhe.

1 bis 3 Millionen Flüchtlinge versus 122 Millionen verarmte EU-Bürger

Nichtsdestotrotz geht es um die humanitären Bedingungen und die Versorgung von „nur“ etwa ein bis drei Millionen Flüchtlingen. Denn die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffenen Bürger der EU ist zwischen 2009 und 2014 ebenfalls kontinuierlich, aber erheblich stärker gestiegen und zwar von 114,5 Millionen auf 122,3 Millionen. Das heißt, in diesem Zeitraum hat sich die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung Bedrohter um knapp 7,8 Millionen vergrößert. Das entspricht einem Anstieg um 6,8 Prozent.

Mehr noch ist die Armut gerade in jenen EU-Mitgliedstaaten besonders stark gestiegen, die einen austeritätspolitischen Kurs verfolgt haben oder es noch immer tun. Zum Teil wurden sie aufgrund der Notwendigkeit der Inanspruchnahme finanzieller Hilfen von der Euro-Gruppe und dem IWF dazu gezwungen. Millionen Menschen sind infolgedessen in die Armut abgerutscht und leben unter zum Teil katastrophalen humanitären Bedingungen – beispielsweise in dem auch von der Flüchtlingskrise stark betroffenen Griechenland.

Es erscheint auf groteske Weise bizarr, dass die Staats- und Regierungschefs der EU unter anderem die Bevölkerung Griechenlands und Portugals mit ihrer Sanierungspolitik in die Armut zwingen, zugleich aber bereit sind, Finanzhilfen in Milliardenhöhe bereitzustellen, um für eine angemessene humanitäre Versorgung von Flüchtlingen zu sorgen.

Abbildung 4 zeigt die Entwicklung der Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung Bedrohten in ausgewählten EU-Mitgliedsaaten.

SLE 04_Von Armut od soz Ausgrenzung Bedrohte in EU21 2009-2014_bAbbildung 4

EU-Länder, die auf der Balkanroute oder einer benachbarten Flüchtlingsroute liegen, sind in der Abbildung blau unterstrichen. Unschwer zu erkennen ist, dass es sich dabei um Länder mit zum Teil extremer Armut handelt (Rumänien, Bulgarien, Griechenland).

Davon abgesehen zeigen sich im Chart sehr deutlich die Folgen der Austeritätspolitik. So stieg von 2009 bis 2014 die Zahl der von Armen und sozial Ausgrenzten zum Beispiel in:

- Griechenland: +878.000 (Steigerung: +29,2%),

- Irland: +115.000 (Steigerung: +10%)

- Portugal: +215.000 (Steigerung: +8,12%)

- Spanien: +2.066.000 (Steigerung: +18,23%)

- Italien: 2.347.000 (Steigerung: +15,86%

- Zypern: +46.000 (Steigerung: +24,47%)

- Ungarn: +173.000 (Steigerung: +5,92% (bis 2013: +464.000 (Steigerung: +15,87%))

- Slowenien: +71.000 (Steigerung: 20,94%) und in

- Großbritannien: +1.799.000 (Steigerung: +13,44%).

Noch deutlicher tritt die Armutsproblematik in den angesprochenen Ländern hervor, wenn man die Zahlen ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung setzt, was in Abbildung 5 geschehen ist.

SLE 05_Anteil von Armut od soz Ausgrenzung Bedrohter in EU21 2009-2014_bAbbildung 5

Kroatien, Bulgarien, Ungarn Rumänien und Griechenland – also gerade Länder, die aktuell besonders mit dem Flüchtlingsstrom vor allem nach Deutschland zu kämpfen haben – sind eindeutig die europäischen Mitgliedstaaten mit der höchsten Armutsquote. In keinem anderen EU-Mitgliedsland ist diese Quote seit 2009 so stark gestiegen wie in Griechenland.

Unter anderem für die genannten Länder gibt es nun von der EU für Flüchtlinge bereitgestellte Gelder aus dem 700 Millionen Euro schweren Nothilfe-Paket. An der Armutsproblematik ändert sich dadurch jedoch nichts. Sie wird im Gegenteil bedingt durch die Austeritätspolitik sogar noch weiter verschärft. Darin kommt die ganze Absurdität der aktuellen europäischen Krisenpolitik zum Ausdruck.

Freilich muss Flüchtlingen geholfen werden. Aber es kommt darauf an, wie die Lasten verteilt werden und es spielt dabei eine zentrale Rolle, wer den massiven Anstieg der Flüchtlingszahlen in besonderer Weise mit zu verantworten hat.

Es erscheint deswegen angebracht, auch einmal einen Blick auf die Wirtschaftskraft der betroffenen Staaten und auf die dortige Vermögenssituation zu werfen.

Flüchtlingskrise, Vermögensverhältnisse und die Frage der fairen Lastenverteilung

Bei Betrachtung von Abbildung 6 fällt auf, dass die Länder an der Balkanroute – abgesehen von Griechenland und Österreich – auch auf der Vermögensseite die ärmsten der EU sind.

SLE 06_Anteile 21 Mitgliedstaaten am Privatvermögen in der EU 2009-2015_bAbbildung 6

Deutlich zu erkennen ist aber ebenso, dass der Anteil am gesamten Privatvermögen in der EU besonders in Ländern mit austeritätspolitischem Kurs sukzessive stark gesunken ist. Dazu gehören vor allem Italien, Spanien, Griechenland und Portugal. Großbritanniens Anteil am gesamten EU-Privatvermögen ist indes trotz eines – wenn auch eher schwachen – austeritätspolitischen Kurses so stark gestiegen wie in keinem anderen Mitgliedstaat.

Doch das spielt in der auch von der britischen Regierung vehement geführten Debatte über den Umgang mit dem Flüchtlingsproblem und den daraus resultierenden finanziellen Lasten keine Rolle. Abbildung 7 zeigt, um welche Beträge es bei dem auf Länderebene aggregierten Privatvermögen wirklich geht.

SLE 07_Privatvermögen in 21 EU-Mitgliedstaaten 2009-2015_bAbbildung 7

Das ist vor allem deswegen durchaus relevant, weil es sich bei den von der Türkei für die Flüchtlingsproblematik verlangten sechs Milliarden Euro und den von der EU für die betroffenen Mitgliedstaaten bereitgestellten 700 Millionen Euro letztlich um Steuergelder handelt. Eine faire Lastenverteilung spiegelt sich darin eher nicht wieder.

Ähnliches gilt ebenso, wenn man die Wirtschaftskraft der EU-Staaten in die Betrachtung mit einbezieht.

Flüchtlingskrise und Wirtschaftskraft der Mitgliedstaaten

Unzweifelhaft nimmt Deutschland die meisten Flüchtlinge auf. Das ist ein humanitärer Akt und wenn man die Wirtschaftskraft als Grundlage für die Beurteilung heranzieht, dann kann Deutschland sich das eher leisten als irgendein anderer EU-Mitgliedstaat. Denn Deutschland ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) das mit Abstand stärkste Land in der EU, wie Abbildung 8 verdeutlicht.

SLE 08_Eurostat_BIP von 22 EU-Mitgliedstaaten 2008-2015Abbildung 8

Zudem ist die Wirtschaftsleistung Deutschlands in den zurückliegenden Jahren stark gestiegen. Lediglich in Großbritannien war der Anstieg steiler. Trotzdem liegt auch Großbritannien noch immer deutlich hinter der deutschen Volkswirtschaft. Die Mitgliedstaaten an der Balkanroute und in der Nachbarschaft sind hingegen wirtschaftlich gesehen schwach. Das heißt, dass auch die dem Staat daraus zufließenden Einnahmen kaum Spielräume eröffnen, um größere zusätzliche finanzielle Herausforderungen oder zugewiesene Lasten infolge des Flüchtlingsproblems zu stemmen.

Beim Blick auf die jeweiligen Länderanteile am BIP der EU insgesamt (siehe Abbildung 9) fällt zudem auf, dass die Länder an der Balkanroute allesamt jeweils weniger als ein Prozent der Wirtschaftsleistung der EU ausmachen. Griechenland kommt auf knapp 1,3 Prozent, Österreich auf etwa 2,4 Prozent.

SLE 09_Eurostat_Anteile von 22 Mitgliedstaaten am EU28-BIP 2008-2015Abbildung 9

Deutschland kommt indes auf einen Anteil von knapp 21 Prozent. Großbritannien, in dieser Hinsicht die neue Nr.2 Europas, kam 2015 auf einen Anteil gut 17,5 Prozent. Frankreich ist zurückgefallen, Spanien und Italiens Wirtschaft sind regelrecht abgestürzt.

Zusammenfassung und Fazit

In der nachfolgenden Tabelle sind noch einmal zusammenfassend die wichtigsten Fakten aus der vorangegangenen Analyse aufgeführt, was die Relationen der Probleme „Flüchtlingskrise“ und „Armut“ zueinander sowie die wirtschaftlichen und finanziellen Voraussetzungen für einen Lösungsbeitrag zur Flüchtlingskrise noch einmal anschaulich in den Blick rückt.

SLE T01_Asylbewerber, Armut, Vermögen und Wirtschaftskraft in der EU 2009-2015Tabelle 1

Auf allen angesprochenen Ebenen zeigt sich dabei die Schiefe in der Diskussion über eine Lösung der Flüchtlingskrise (und eigentlich generell der humanitären Probleme) auf europäischer Ebene, so wie sie vor allem von der Bundesregierung gefordert wird.

Freilich kann in den Fakten der Tabelle die Frage, inwieweit jeweils wer für das starke Anschwellen des Flüchtlingsstroms Verantwortung trägt, keinen Ausdruck finden. Ohne Zweifel spielt aber gerade auch das im Streit in der EU eine große Rolle – und viele Regierungen sehen in diesem Punkt eine entscheidende Mitschuld bei der Willkommenspolitik der Bundeskanzlerin.

Ungeachtet dessen spielt aber die Absurdität, einerseits Flüchtlingsarmutsfolgen vehement bekämpfen zu wollen, andererseits aber eine im Vergleich viel drastischere Ausweitung der Armut für die gewählte Form der lediglich versuchten Sanierung der Staatsfinanzen von Schuldenstaaten billigend in Kauf zu nehmen, in der gegenwärtigen Diskussion über die Flüchtlingskrise keine Rolle.

Auch das kann man als Zeichen der tiefen Sinnkrise werten, in der sich die Europäische Union befindet. Aber vielleicht sollten die 7,8 Millionen Menschen, die in der EU seit 2009 zu einem nicht unwesentlichen Teil als politischer Kollateralschaden neu in die Armut oder die soziale Ausgrenzung abgerutscht sind, einfach Asyl bei der EU (oder in Deutschland) beantragen. Wir können allerdings sicher sein, dass beim EU-Türkei-Flüchtlingsgipfel darüber nicht verhandelt werden wird. Schade eigentlich.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

 

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25 KommentareKommentieren

  • Hunsrueckbauer - 17. März 2016

    ich hoffe die EU-Chefs treten Merkel in den Arsch

  • Holly01 - 17. März 2016

    Hallo SLE,
    eine saubere und sehr gute Darstellung und Aufarbeitung. Danke !!
    lg Holly

  • Georg Trappe - 18. März 2016

    Bemerkenswert finde ich auch den doch sehr unterschiedliche Umgang der Mainstream Medien mit den Fluechtlingsproblemen und den Armutsproblemen in Europa:
    Bandbreite/Intensitaet und Qualitaet des medialenTrommelfeuers

    http://www.heise.de/tp/artikel/47/47612/1.html

    Und die verschwiegene Herkunft des “Merkel Plans”

    http://www.heise.de/tp/artikel/47/47711/1.html

    • Georg Trappe - 18. März 2016

      https://vimeo.com/112604728

      “Was die Medien mit Politiker und Lobbyisten in den Hinterzimmern absprechen.
      Wer steuert heute die Medien? Das Video wurde auf allen Plattformen gelöscht. Auch in der NDR-Mediathek nicht verfügbar. Das wird Gründe haben.
      Strippenzieher und Hinterzimmer – Meinungsmacher im Berliner Medienzirkus”: x2t.com/333875 Hier noch ein Kritik der TAZ: Kir Brutal: x2t.com/333876″

      • paernu - 21. März 2016

        Top Video, danke Georg !

  • Etwas - 18. März 2016

    Ich kenne nur diese seriöse Quelle zur Flüchtlingspolitik.

    https://www.youtube.com/watch?v=YcrkJrxwKiQ

    2015 kamen gerade mal 600.000 Flüchtlinge.

    Den Deutschen wurde 15 Jahre propagandistisch beigebracht , dass sie über ihren Verhältnissen leben.

    Das wird von den meisten Deutschen heute so geglaubt.

    Da muß der Klassenkampf Arm gegen Geflüchtete in den Ghettos niemanden verwundern.

    Merkel ist eine der schlimmsten intellektuellen Brandstifter gewesen.

    Dir Türkei verletzt jeden Tag die Menschenrechte.

    Erklären sie mal ihren Kindern, warum Russland saktioniert wird aber die Türkei nicht.

    • Holly01 - 18. März 2016

      …. weil wir die Guten sind und die Guten tun nur Gutes, wenn das mal schlimme Folgen hat war es zumindest gut gemeint ….
      Die Russen sind die Bösen, die tun nur Böses, wenn daraus mal etwas Gutes wird, dann war das trotzdem böse gemeint und wurde bestimmt von einem Guten zurecht gerückt …

      Ist doch wirklich einfach ….

  • JL - 18. März 2016

    Die Europäische Union hat- auch ohne das Flüchtlingsthema- die Belastungsgrenze bereits längst erreicht. Ständig gab es neue Negativmeldungen über stagnierende Wirtschaften (Frankreich), marode Banken (Spanien und vor allem Italien) und dem selbstgebauten Schuldenfaß ohne Boden (Griechenland). Neu ist das nicht, schon 2009 hatte man unter „Rettungsschirmen“ schlüpfen müssen, zuerst Banken dann Staaten.

    Das Ergebnis sind hohe Arbeitslosigkeit- zum Teil auch Auswanderung- und nicht vorhandene oder nur bescheidene Zukunftsaussichten für viele im Euroraum. Kredite zu aufgezwungenen Konditionen statt Hilfe und Verweigerung statt Unterstützung von zukunftsträchtigen Wirtschaftsprogrammen (South Stream) zugunsten von anderen (Deutschland) zeigten vielen das diktatorische Grundkonzept Europas auf.

    Genau dieses Konzept versuchte man auch in der Flüchtlingsfrage anzuwenden, die „Totschlagkeule“ war und bleibt dabei die Humanitätsfrage. Wer also gegen diese angestoßene Völkerwanderung ist kann nur ein verbohrter Nazi sein, wer dafür ergo ein toller Typ. Und sowas hört man von Regierungen die entweder direkt (Kriegseinsätze) oder indirekt (Rüstungsexporte) für die Flüchtlingsentstehung im Nahen- und Mittleren Osten verantwortlich sind, so etwas Sagen Regierungen die bewußt die Unterstützung der Hilfen vor Ort erheblich einschränkten…

    http://www.tagesspiegel.de/politik/interview-zur-un-fluechtlingshilfe-europa-hat-eine-besondere-verantwortung/12351596.html

    … und sogar jetzt noch Rüstungsgüter in diese unkontrollierbare Krisen- und Kriegsregion liefern.

    http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/welt/weltpolitik/806286_Deutschland-gibt-gruenes-Licht-fuer-Ruestungsexporte-nach-Nahost.html

    Die Flüchtlingszahlen schwanken von ca. 600.000 bis zu 900.000 in Deutschland. Nichts Genaues weiß man nicht, schließlich wurde der Großteil einfach durchgewunken. Diese Anzahl aber hat bereits zu Krankenkassenanhebungen geführt und bringt Städte und Gemeinden finanziell in zunehmende Bedrängnis. Das dies positive „Impulse“ für die Pharmaindustrie und den heimischen Wohnungsmarkt bring verschweigt man lieber. Wenig beachtet wird, daß diese Zahlen sich durch Familiennachführungen zukünftig erheblich nach oben verschieben können, was weitere zusätzliche Belastungen bedeuten dürfte. Daran darf sich die Bevölkerung dann auch gern abarbeiten. In der Zwischenzeit kann man Freihandelsabkommen (TTIP) schmieden und mittels zukünftiger Schiedsgerichten geltendes Recht aushebeln.
    Einen „Vorgeschmack“ bietet hier schonmal der Umgang mit VW in den USA.

    Und den kolportierten Fachkräftemangel wird man sicher auch nicht beheben können wie ein Beispiel aus einer Wiener Schule aufzeigt:

    http://www.epochtimes.de/politik/europa/unliebsame-schulrealitaet-ausgesprochen-ministerium-erteilt-mutiger-direktorin-maulkorb-a1315197.html

    Das die Flüchtlinge von heute überwiegend die Sozialhilfeempfänger von morgen sind hat eine zunehmende Zahl von EU- Staaten wohl mittlerweile registriert und verweigert den Gehorsam gegenüber Brüssel. Und genau damit hat man in der Schaltzentrale Europas nun zunehmend ein Problem.

    Als Ungarn die Grenzen im Oktober 2015 dicht machte war Orban aus EU- Sicht irgendwas in der rechten Ecke. Jetzt, nachdem alle betroffenen Staaten die Grenzen dicht machten und weitere Kontingente ablehnen ist Merkel plötzlich der Sündenbock für die zunehmende europäische Spaltung.

    Hier geht es aber nicht mehr um Flüchtlinge oder zusätzliche Belastungen europäischer Steuerzahler, hier geht es mittlerweile um Schengen- und den eigenen Job in Brüssel- aber das geht schonmal garnicht. Also braucht man nun Schuldige um ja nicht selbst das Opfer der bisherigen Politik zu werden.

    Aber bis zur Entscheidungsfindung darf man ja noch ein wenig Geld an den Flüchtlingen verdienen während die anderen dauerhaft zahlen dürfen- in einer freigelassenen Marktwirtschaft ist das eben so.

    http://www.neopresse.com/europa/wie-us-konzerne-an-der-fluechtlingskrise-verdienen/

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Basisdemokrat - 19. März 2016

    Währen nach außen hin die “Never change a running system” – Austeritäts- Zitronenpresse für die großen im Export gefahren wird, weiß man in den Hinterzimmern und Hurenhäusern des Kapitals längst, dass dieses EU- Gebilde in höchstem Maße einsturzgefährdet ist. Es wird nur noch versucht nachträglich Sollbruchstellen einzufügen.
    ” Nirgendwo sonst gibt es so globalisierte Unternehmen wie in Deutschland. Einige machen fast ihren kompletten Umsatz jenseits der Grenzen. Und das gilt nicht nur für Großkonzerne.” http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/ranking-welche-deutschen-firmen-ihr-geld-im-ausland-verdienen/7020158.html
    „Merkel hat hinter dem Rücken Frankreichs und der Europäer agiert – das wirft ein wirkliches Problem auf“ lesen wir im konservativen „Le Figaro“. Im Elysee ist von „schlichtem Verrat“ die Rede. In Frankreich mehren sich die Stimmen, der “deutschen Vorherrschaft“ im Bündnis mit anderen westeuropäischen Staaten entgegenzutreten” http://www.nachdenkseiten.de/?p=32265#more-32265
    Der Versuch die skandinavischen Länder in die Nato(t)- Verteidigungsstrategie mit einzubeziehen, die historische Stellvertreterrolle Großbritanniens, das Festhalten an der EU-Mitgliedschaft im Sinne deutscher Wirtschaftsinteressen deutet darauf hin, dass Europa demnächst in zwei Blöcke zerfällt. Einen mediterranen und einen der “Nordländer”. Um auf diesen Schritt vorbereitet zu sein liegen vermutlich die Pläne Harz IV – VIII schon in den Schubladen. Die Hinwendung Chinas nach GB und seinen Dienstleister -Prinzipien ist wohl ein Versuch diese atlantische Blockbildung aufzubrechen.

    Die Flüchtlingsproblematik in den Kontext humanitärer allgemeiner Bedingungen zu stellen und mit Fakten zu untermauern finde ich sehr gelungen. Der Stellenwert bedeutsamer politischer Prozesse wird dadurch wieder sichtbar.

    @ JL Die Möglichkeiten der Integration werden sich vermutlich erst in der Nächsten Generation deutlich verbessern. Es gibt eben auch dort so etwas wie ein “Syrisches Anatolien”, eine sehr deutliche Aufspaltung in den Bildungsniveaus.

    Allgemeine Hysterie ist die Methode einen Intellektuellen Burnout zu erzeugen. Die moderne Form von “Brot und Spiele”.
    Querschüsse ist insofern wie Yoga ein Versuch wieder Boden unter die Füße zu bekommen.
    Gruß BD

    • JL - 19. März 2016

      Hallo Basisdemokrat

      Das Thema Integration ist ein wesentlicher Grundbaustein für das Funktionieren einer Gesellschaft im Ganzen.

      Ihre Vermutungen- schließlich kann keiner in die Zukunft sehen- sollten eher früher als später zutreffen, doch leider haben die bisherigen Ergebnisse deutscher Integrationspolitik teilweise nicht zu diesem Ergebnis geführt und fruchten zunehmend immer weniger.

      Ein kurzer geschichtlicher Rückblick erklärt das warum.

      Ende der der 1950‘ er Jahre kamen die ersten dringend benötigten Einwanderer, damals Gastarbeiter genannt, in die Industriestandorte der Bonner Bundesrepublik. Diese Leute kamen zuerst aus ärmlichen Verhältnissen unterentwickelter italienischer Regionen, später kamen Griechen und andere hinzu.

      Die deutsche Industrie brauchte damals nicht den Bildungsstand dieser Neuankömmlinge, sondern ihre robuste Arbeitskraft im Kohlebergbau, Stahl- und Hüttenwesen. Die Automobilbranche brauchte Beschäftigte die ein Stück Blech auf eine Presse auflegten um zum Beispiel einen Kotflügel zu fertigen- was man brauchte waren einfache Deutschkenntnisse. Diese Gastarbeiter wurden letztlich durch ihre Arbeit anerkannt und konnten sich so langsam in das Gemeinwesen integrieren.

      Diese beispielhaft aufgezeigten Industrien- soweit noch vorhanden- haben aber zwischenzeitlich ihre Produktionen automatisiert. Die Zeiten von Manpower sind vorbei, man braucht heute Hirn statt Muskeln. Und Industrie 4.0 wird das Problem nur verschärfen.

      Die fehlende Qualifikation grenzt die neue Generation an Zuwanderern aus und damit die Bereitschaft sich in die Gesellschaft einzufügen. Ergo entstehen Parallelgesellschaften mit eigen Vorstellungen und eigener Rechtsauffassung.

      Daher befürchte ich eine Verfestigung des gegenwärtigen Trends, gesellschaftlich zugesicherte Leistungen zu beziehen, ohne die Gesellschaft an sich aber akzeptieren zu wollen.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

  • Holly01 - 19. März 2016

    Es tauchen Berichte auf, dass es zu der Flüchtlingsgeschichte doch eine Medienkampagne gibt und gab.
    Wie es scheint ist der Urheber der gleiche Mann der den Ukraine Krieg und den US gesteuerten regime change dort befeuert: George Soros.
    DWN berichtet er “berate” die Kanzlerin bereits seit Monaten.
    Der EU-Türkei deal beinhalte auch einige weniger öffentlich gemachte Anteile, wie zum Beispiel eine Selbstverpflichtung Deutschlands zur Aufnahme von bis zu 500000 Flüchtlingen aus der Türkei pro Jahr.
    Da habe ich bei den Landtagswahlen wohl nicht aufgepaßt, als die CDU das erklärt und politisch vertreten hat.

    Es ist übrigens Vorsicht geboten, die Flüchtlingszahlen beziehen sich immer und überall auf REGISTRIERTE Flüchtlinge.
    Das sind die Flüchtlinge die das Verfahren bereits durchlaufen haben.
    Ins Land gekommen ist eine unbekannte Anzahl.

    Nein nein, die Medien lügen nicht. Sie berichten nur nicht vollständig ……. genau wie die Politik.

    Getrieben durch die USA hat sich im Nordirak eine Kurdenregion von Syrien abgetrennt.

    Mal sehen wie die Berichterstattung Nordirak vs Ostukraine nun so läuft.
    Der Hr. Maas vertritt ja die Meinung eine Abspaltung sei nur in gegenseitigem Einverständniss möglich.
    Das wird die Briten freuen, die haben der Abspaltung der USA ja nie zugestimmt ….

    • Holly01 - 19. März 2016

      Wie nennt man es Personen in Wahlämtern Absprachen zu Lasten ihres Landes treffen und ihrem Land schaden?
      Ich würde diese Frage mit “Verrat” beantworten ……
      Da nach meiner Meinung das GG gebrochen wurde ist das für mich ein gefühlter Hochverrat.

      Was macht die Justiz? Nix …..
      Was macht die Presse? Sie macht mit ….
      DAS ist Querfront …. aber von oben.

  • Klosettsurfer - 19. März 2016

    Ein Zeichen der tiefen Sinnkrise in der sich die Bürger der “entwickelten” Nationen befinden sind auch diese Zahlen (für die BRD, ich gehe davon aus, daß sich dies auf alle Maschinenmenschenstaaten verallgemeinern läßt)

    Kraftfahrzeuge insg. in D 2015 : 53 715 Tausend (~ 53 Mio) ca. 800.000 mehr als 2014
    PKW insg. in D 2015 : 44 403 Tausend (~44 Mio) ca. 500 000 mehr als 2014
    davon stehen ca. 63% in einer Garage (ein eigenes kleines Haus für eine Maschine, die tot ist und die meiste Zeit ihres “Lebens” nur steht.

    Ein Auto hat geschätzt durchschnittlich eine Stellfläche von 10 m², mit Platz für Tür, hinten vorne geschätzt ca. 20 m² (mehr Platz als die meisten Kinder als Kinderzimmer haben oder man z.B. in einer WG zur Verfügung hat)

    44 Mio * 20 m² = 880 000 000 m² = 88 000 Hektar = 880 qkm
    verteilt man diese 880 000 000 m² auf 15m² Wohnfläche (doppelt soviel wie einem Flüchtling zustehen) , dann könnte man 53 Mio Menschen beherbergen.

    Ein Auto hat eine geschätzt durchschnittliche Leistung von 70 – 90 kW.
    EIne Heizung für ein Einfamilienhaus hat ca. 10 kW. Das heißt ein Auto sind je nach Größe 7-9 oftmals sogar noch mehr Einfamilienhäuser um meistens EINE Person zu befördern.
    Die Energiemenge die eine Auto benötigt (mehrer TAUSEND Liter Benzin) entspricht blablabla.
    Kann ja jeder selbst ausrechnen und Nachsuchen und überlegen.

    Maschinenmenschen mit Maschinenherzen

  • Georg Trappe - 19. März 2016

    Krieg ist der beste wirtschaftliche Wachstumsmotor den man sich denken kann. Da muessen die Ungleichgewichte=Bankbilanzen=Basis von Bankstereinkommen wachsen.

    http://www.heise.de/tp/artikel/47/47725/1.html

    Jede Millarde die in Syrien den Menschen in Form von Bomben auf den Kopf geworfen wird hat zig Millarden an “Investitionen” zur Verwaltung und Linderung des Elends zur Folge.
    Krieg=Beschaeftigungs- und Reichtumsmotor mit Turboaufladung=Problemloesung

    Wer “Mehr” will bekommt “Mehr”!

  • Martino - 19. März 2016

    präzise und nüchterne Darstellung der Tatsachen. Wieder mal ein Artikel für mein persönliches Geschichts-Archiv.
    Weiter so!

  • MartinR - 21. März 2016

    Vielen Dank für den Artikel, speziell die Charts zur Armutsentwicklung in der EU.

    Friedensnobelpreisträger Europa gerät immer mehr in Erklärungsnot, die politischen Maßnahmen werden immer absurder.

    Verfassungsrechtler halten die österreichische Obergrenze an Asylanträgen -wenig überraschend- nun für unzulässig.

    Und wie lange kann die Türkei überhaupt noch als sicheres Herkunftsland eingestuft werden?

  • Stepe - 21. März 2016

    Hallo,
    einige Äußerungen kommen mir sehr fragwürdig vor und ich kann nicht sehen was mit dem Artikel deutlich gemacht werden soll. Es kann durchaus an meine Unfähigkeit der Abstraktion liegen. „Alle Wissenschaft wäre überflüssig, wenn die Erscheinungsform und das Wesen der Dinge unmittelbar zusammenfielen … K. Marx, Kapital III, MEW 25, 825.

    Was soll die Behauptung das beim „ EU-Türkei-Flüchtlingsgipfel“ um die „ nach wie vor kontrovers diskutierte Flüchtlingsproblematik“ geht. Zwischen wem denn? Zwischen der Türkei und der EU gibt es in der Frage keinen Dissens, da werden lediglich die Bedingungen festgelegt. Das ist es auch ungenau, zu behaupten es ginge „ Merkel angestrebten Verteilung von Flüchtlingen“ dem ist nicht so, das ist entschieden die in der EU festgelegten “abnahme” Flüchtlingszahlen sind nicht umgesetzt worden. So ist auch eine „Freiwilligkeit“ herausgekommen. Es hakt auch nicht bei den Vorstellungen von Frau Merkel, wie richtig angemerkt haben die Länder ihre Grenzen geschlossen. Das alles wird ja auch durch die Aussage „der Deal mit der Türkei“ bestätigt, auch wenn er umstritten ist. Aber beschlossen.
    Ein wenig verwunderlich scheint es mir in der Frage das “Gesichtswahren“ zu beleuchten. Waren nicht das Elend der Flüchtlinge das wesentliche?
    „Die Türkei – der große Profiteur vom EU-Flüchtlingsstreit?“ Die Frage wäre nur zu beantworten wenn der „Profit“ benannt würde. So gefragt insinuiert es nur, das es so was wie Profit geben könnte. Das die Kosten tatsächlich anfallen sollte unbestritten sein, da reicht als Basis was die eine Million in Deutschland kosten sollen. Welchen „Wert“ es hat das die Türken ohne Visum nach Deutschland bzw. in die EU einreisen können ist mir nicht bekannt. Das Geschacher mit den Flüchtlingen und dem hin und herschieben lässt viel Interpretationen zu. Eventuell will die EU sich Arbeitskraftmäßig die „Rosinen“ herauspicken und die Lohnsenkung voranzutreiben. Wer wäre dann der „Gewinner“? Auf alle Fälle ist es für die Menschen die fliehen unerheblich, sie werden übler wie Vieh behandelt. Somit will die Türkei nur bei denen mitspielen, die Ihnen gezeigt haben wie es geht, mit Ausbeutung und Krieg. Was alle nicht wollen ist:
    http://www.heise.de/tp/artikel/47/47734/1.html

    Leider wird nicht belegt bei wem die Eskalation lag: „Eskaliert ist die Flüchtlingskrise seit die Bundesregierung am 5. September einseitig die bedingungslose Grenzöffnung für eine unbegrenzte Zahl von Flüchtlingen verfügt hatte.“ Es fragt sich überhaupt für wem die Flüchtlinge eine Krise sind? Leider wird die Zeit als Deutschland vorweg mittels EU die Griechen „platt“ gemacht haben indem die Deutsche Banken ihr Risiko auf die Steuerzahler abladen konnten, Griechenland vor Flüchtlinge überquoll, dasselbe in Italien. Da gab es keine „Flüchtlings“ Krise? Zumindest für die Flüchtlinge schon, damals wie heute. Ja, da kann man sagen die b… K… Merkel hätte sie doch nur das M… gehalten, dann wäre der Krug an uns vorbeigegangen.
    Im übrigen gibt es keine Begrenzung bei Asylsuchenden, die ja wohl gemeint sind. Leider wird den Asylanten jetzt das verhalten der Presse und der Politik zur last gelegt bei der Frage „Köln“, geklärt ist es bis heute nicht. Bevor es um eine Kostenermittlung geht sollte es doch erst einmal darum das „wir“ EU, Nato, die Verantwortung für die Kriegshandlungen deutlich machen und übernehmen. Die Frage mit “Flüchtlingen“ ist dynamisch da kann lediglich für ein paar Monate gerechnet werden. Wann dürfen wir die Ukrainerin erwarten, wann schicken die Spanier Libysche Flüchtlinge weiter?
    Was sicher zu debattieren sein wird ist die Verelendung der Europäer, vor allem der Mittelschicht. Das hat sicher Auswirkung auf die Einstellung auf Asylanten, darf aber für den Staat zur Stellung zu Asylanten keinen Einfluss haben, weil Deutschland doch ein Rechtsstaat ist.

    Gruß Stepe

    • SLE - 21. März 2016

      Hallo Stepe,

      Beleidigungen sind hier im Blog nicht o.k. Das müssten Sie wissen. Deswegen habe ich Ihre Aussage in Bezug auf Angela Merkel entsprechend gekürzt.

      Was den Profit angeht, so denke ich, der liegt auf der Hand und wurde im Text auch beziffert: 6 Mrd. Euro für die Türkei die im Gegenzug für die Rücknahme eines jeden illegal nach Europa eingereisten Flüchtlings einen syrischen Flüchtling nach Europa schicken darf.

      Dass die Flüchtlingszahlen nach dem 5. September in die Höhe geschossen sind, belgen im übrigen die Charts zu den erstmaligen Asylbewerbern.

      Viele Grüße
      SLE

      • Stepe - 22. März 2016

        Hallo SLE,
        ich habe mit keinem Wort Frau Merkel beleidigt. Ich habe nirgend eine Direkte Rede an sie geführt. Aber was kann ich da machen, sie haben da den längeren Hebel. Es wundert mich vor allem, weil wirkliche Beleidigung, in direkter rede finden hier (relativ) nicht selten statt und werden nicht “gekürzt”. dennoch von Lesern kritisiert.
        Die zu zahlenden 6 Milliarden sind nach meinem Verständnis kein Profit. Falls es sich aus der Überschrift ableiten sollte und dann wie hier gesagt das es die 6 Milliarden sein sollen verstehe ich das Fragezeichen nicht.
        Mir ging es allerdings nicht um die Ökonomische Frage. Vorweg noch, ich meine das es gut recherchiert ist und gut belegt, mir geht es um die westlichen Werte. Ich bin ein wenig Angefressen wenn die Flüchtlinge im Kontext zur Ökonomie gesehen werden. Es ist alles was sie geschrieben haben ohne Belang zu den Flüchtlingen, im Grunde sind ja Asylanten gemeint, die anderen werden ja gleich wieder weggejagt. Selbst wenn Deutschland am Hungertuch nagte, sind die Asylanten aufzunehmen und gut zu versorgen. Oder es wird aus dem Grundgesetz gestrichen.
        http://www.linkes-oldenburg.de/ueber-illegale-migration/

        Viele Grüße Stepe

        • SLE - 23. März 2016

          Hallo Stepe,

          ich schätze Ihre Kommentare. Aber ich denke, die Attribute, mit denen Sie Frau Merkel in Ihrem Kommentar belegt haben, würden Sie – ausgesprochen beispielsweise gegenüber einem Polizisten im Rahmen einer Verkehrskontrolle – ein ordentliches Bußgeld kosten. Es ist auch nicht zutreffend, dass ich hier im Blog Kommentare häufig redigiere. Im Gegenteil mache ich das sehr, sehr selten und auch nur dann, wenn es sich – für uns als Blogger – um etwas handelt, das persönlich beleidigend oder juristisch angreifbar sein könnte oder überhaupt nicht im Zusammenhang des Aufsatzes und der Diskussion steht.

          Das Fragezeichen steht dort, weil die Frage des Profits zum gegenwärtigen Zeitpunkt sachlich nicht wirklich entschieden werden kann. Aus meiner Sicht erscheint es jedoch so, als habe die Türkei ein eher für sie vorteilhaftes Erbegnis erzielt. So wird das durchaus auch in vielen Kommentaren in Zeitungen gesehen und es gibt auch Experten, die das so sehen. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass die Bundesregierung den Deal als für uns “guten Deal” verkaufen will. Insofern denke ich – gerade auch vor dem ergänzenden Hintergrund der im Aufsatz erläuterten Fakten, dass hier ein Einspruch/Querschuss angebracht ist. Ich erinnere daran, weil von den negativen Folgen der von der Bundesregierung favorisierten und mit durchgesetzten Austeritätspolitik beispielsweise in Griechenland, in öffentlichen Verlautbarungen der Bundesregierung auch praktisch nie die Rede war. Die Rede war aber sehr wohl von den angeblich faulen Griechen, was wohl bedeuten sollte, dass sie selbst Schuld an der Misere sind.

          Für eine Werte-Diskussion, die Sie gerne führen würden, was ich verstehen kann, ist das hier vielleicht nicht ganz das richtige Blog, denke ich. Aber in jedem Fall bin ich dafür nicht der richtige Experte. Ich bin nun mal Ökonom und kein Staatsrechtler.

          Viele Grüße
          SLE

  • Gundermann - 22. März 2016

    “Selbst wenn Deutschland am Hungertuch nagte, sind die Asylanten aufzunehmen und gut zu versorgen. Oder es wird aus dem Grundgesetz gestrichen.”

    Das Grundgesetz wird im Zusammenhang mit der unkontrollierten Einwanderung ja immer wieder gerne bemüht. Gelesen haben es viele wohl nicht. Art. 16a sagt klar “(2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist. ”
    Wir hätten also keinen einzigen aufnehmen müssen, der über Österreich oder irgendein anderes EU-Land einreisen wollte! Diese Regelung besteht seit 1993.
    Das gilt sinngemäß auch für die Genfer Flüchtlingskonvention.

  • GEUR - 26. März 2016

    Vielen Dank für den tollen Artikel.

    Den Deal mit der Türkei halte ich für äußerst fragwürdig.
    Die Menschenrechte mal außen vor.
    Als Details bekannt wurden konnte ich nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
    Welchen Sinn ergibt es, massenhaft Flüchtlinge von der EU in die Türkei zu bringen, um dann die selbe Anzahl an Menschen wieder zurück nach Europa zu karren?
    Ein wahnsinns logistischer Aufwand ohne viel Verstand. Zumindest auf den ersten Blick.
    Eine kleine Betrachtung meinerseits aus verschiedenen Seiten:

    -> Türkei

    Hin und wieder habe ich die Gelegenheit mit Deutsch-Türken zu sprechen. Daher ist mir deren Meinung bekannt, dass es ein Ziel Erdoğans ist ein neues Osmanisches Reich aufzubauen.
    So war mein erster Gedanke nach dem Deal: “Die tauschen hilfesuchende gegen Meinungsträger aus.” An Terroristen habe ich in diesem Moment noch nicht gedacht.
    Brüssel lässt das Abkommen in einem anderen Licht erscheinen. Denn einer der Terroristen soll von der Türkei abgeschoben worden sein. Der Vorwurf Erdoğans an Brüssel, diese hätten den Vorgang nicht gut genug geprüft, halte ich für ein falsches Doppelspiel. Ist es möglich, dass die Folgen der Abschiebung (31 Tote und 300 Verletzte) billigend in Kauf genommen wurden und sich jemand im stillen die Hände reibt?
    Ein Vorteil des Deals soll ja die Registrierung der Flüchtlinge bereits in der Türkei sein.
    Wer kontrolliert jedoch um wen es sich bei den “Registrierten” handelt?
    Nachdem millionen Flüchtlinge die Regierungen zu Grenzkontrollen zwangen rieben sich die Geheimdienste verwundert am Zaun die Augen, als man plötzlich feststellte, in welchem Umfang hier Waffenlieferungen quer durch Europa rollen.
    Da sind die 800 Winchester-Gewehre auf einem LKW, die im November 2015 in Italien aufgegriffen wurden, sicherlich nur die Spitze vom Eisberg. Herkunft – Türkei, Ziel – EU, Empfänger – unbekannt.
    Und die 20.000 Uniformen, die im März diesen Jahres in Spanien entdeckt wurden (waren als Altkleiderspende getarnt), sind sicherlich nicht die einzige Nadel im Heuhaufen.
    Hier werden bewusst materielle, sowie intellektuelle Träger nach Europa geschleust.
    Der König von Jordanien ist der erste, der es öffentlich ausspricht. Ob das für sein Land und seine Karriere von Vorteil war bleibt abzuwarten.
    Die Geheimdienste schätzen, dass es mittlerweile ca. 400 kamfbereite Schläfer in der EU gibt.
    Woher die Zahl kommt und wie sie erhoben wurde erschließt sich mir nicht, klingt aber bei über einer Million Flüchtlinge realistisch.

    -> Deutschland

    Was hat Deutschland von dem Deal?
    In erster Linie wird damit der unkontrollierte Flüchtlingsstrom gestoppt (wobei dies eher ein Verdienst der Länder ist die den Mut dazu hatten “dicht zu machen”) und meiner Meinung nach die Hoffnung der Politiker geweckt den Aufstieg der AfD damit zu bremsen. Erfolg ungewiss.
    Ein nicht zu unterschätzender Punkt dürfte die geschaffene/gewachsene Flüchtlingsindustrie sein. Denn mit Armen kann man richtig Geld verdienen.
    Ein kleines Indiz hierfür bietet der Ministerpräsident aus Thüringen Herr Ramelow, Zitat:
    “Derzeit stünden von zehn Erstaufnahmeunterkünften im Freistaat sieben leer.

    Ich wurde schon von Arbeitgebern angesprochen, die sich Sorgen machen, dass nun keine Flüchtlinge mehr zu uns kommen.”
    Kein Wunder also, dass ein Teil des Deals vorsieht (Punkt 4 – siehe Quelle), sofern der Flüchtlingsstrom vollkommen versiegt, mehrere hunderttausend Menschen direkt von der Türkei hierher zu fliegen. (Die Fluggesellschaften rufen “Bingo!”)
    Jetzt dürften Organisationen wie “ProAsyl” auch gemerkt haben, dass sie von der Regierung hinters Licht geführt wurden. Für Stimmungsmache vor den Karren gespannt, um dann im Stillen den Strick um den Has gelegt zu bekommen.
    Asylrecht? Menschenrecht? Schengen? Dublin III?
    Die Politiker hauen sich auf die Schenkel und fragen lachend: “Wen juckts?”
    Anscheinend versucht man dem Zusammenbruch des Finanzsystems mit einem weiteren Schneeballsystem entgegenzuwirken. Immer mehr Flüchtlinge für mehr Umsatz. Die Kosten der künftigen Empfänger von Sozialleistungen werden vollkommen ausgeblendet.
    Außerdem sind Ereignisse wie in der Kölner Silvesternacht gut für das Binnengeschäft der Rüstungsunternehmen.

    -> EU

    Die EU hofft auf eine abschreckende Wirkung.
    Frei nach dem Motto: “Es lohnt nicht hier her zu kommen, ihr werdet eh in die Türkei deportiert.”
    Da wird es plötzlich logisch, weshalb man 7 Mrd. nach Ankara überweist, anstatt mit dem selben Geld Griechenland unter die Arme zu greifen und für eine bessere humanitäre Lage in den “Hotspots” zu sorgen.
    Im übrigen haben die Hilfsorganisationen dort mittlerweile alle Helfer abgezogen, aus Angst vor Gewaltausbrüchen. (wegen Überfüllung und der aussichtlosen Situation der Flüchtlinge)
    Ja, diese Gefahr ist greifbar, in meinen Augen aber die erste Vorbereitungsmaßnahme um den Deal umzusetzen und die Lager bald zu räumen. Selbstverständlich mit Gewalt, wer will schon freiwillig in die Türkei?

    Fazit:

    Alle haben etwas davon (Türkei, Deutschland, EU, Industrie, Gutmenschenkartelle), finanziell sowie ideologisch, außer die Menschenrechte, die Flüchtlinge und die Länder, die unter dem imensen Zustrom an Menschen leiden müssen.
    Eine Entwicklung (Einfuhr Gewalttätiger – Verarmung – flächendeckende Arbeitslosigkeit – Frustration – Perspektivlosigkeit – wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verfall) die nach meinem Empfinden zu viel Potential für einen Bürgerkrieg enthält.
    Wehe, Wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!…
    Wer Max und wer Moritz ist wissen wir wohl erst in 100 Jahren.

    Quellen:

    - 800 Winchester-Gewehre:

    http://www.ansa.it/english/news/2015/11/26/800-rifles-seized-in-trieste-2_5db8ab72-66cf-4aa8-956b-ed42fffaa01d.html

    - 20.000 Uniformen:

    http://www.berlinjournal.biz/uniformen-islamischer-staat-spanien/

    - Details zum Flüchtlingsdeal:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/eu-asylpolitik-verdaechtiges-schweigen-ueber-die-zweite-haelfte-des-eu-tuerkei-deals-1.2917391

    - Flüchtlingsindustrie:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/03/26/ramelow-will-fluechtlinge-aus-idomeni-nach-thueringen-holen/

    -König von Jordanien beschuldigt die Türkei:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/03/26/koenig-von-jordanien-tuerkei-schickt-terroristen-nach-europa/

    • Georg - 29. März 2016

      Hallo Klosettsurfer,

      ihre Antwort wurde ohne mein zutun gelöscht, bevor ich antworten konnte.
      Ihre Form des Sarkasmus fand ich unangebracht.
      Auch war Ihre Intention nur sehr schwer herauszufiltern.
      Ich hätte es besser gefunden, wenn sie einfach ausgesprochen hätten, dass ihnen mein Kommentar nicht gefallen hat und sachlich greifbare Begründungen angeführt hätten, statt den halben Globus zu beschimpfen.

      Ich hoffe sehr, dass Ihnen das Äußern konstruktiver Kritik beim nächsten Mal besser gelingt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Georg

      • Querschuss - 30. März 2016

        den Klosettsurfer habe ich gelöscht, sein Name scheint Programm zu sein, dies ist ein Wirtschaftsblog und keine Müllabladehalde, selbst wenn Klosettsurfer im Nachhinein seinen Kommentar als Satire gekennzeichnet hat, dies ist kein Satire-Blog, schon gar nicht für Satire dieses Niveaus.

        Gruß Steffen

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