BUBA: Bilanz des Wahnsinns

von am 23. Mai 2012 in Allgemein

Heute veröffentlichte die Deutsche Bundesbank (BUBA) ihren Monatsbericht und damit auch die Daten zur Bilanz für den Monat April und diese Daten sind wieder ein Highlight für jeden kritischen Beobachter. Die Bilanzsumme der BUBA stieg im April 2012 auf 1,0313 Billionen Euro, eine seit Monaten ungeheure Bilanzausweitung, vor allem als Produkt der Ausweitung der Target2 Forderungen. Im Gegenzug ertrinkt das deutsche Bankensystem in Liquidität und bunkert diese fleißig in der Einlagefazilität der BUBA. Die BUBA wird immer größerer Nettoschuldner des deutschen Bankensystems, während auf der anderen Seite der Bilanz der BUBA die Vermögenswerte (Aktiva) immer fragwürdiger werden.

 

Die Entwicklung der Bilanzsumme der Bundesbank im Chart mit den monatlichen Daten seit Januar 2002. Im April 2012 betrug die Bilanzsumme 1031,3 Mrd. Euro, nach 1002,8 Mrd. Euro im Vormonat und nach 610,1 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Zum Durchschnitt des Jahres 2002 ist die Bilanzsumme bis April 2012 um das 4,62-fache angestiegen!

Die Entwicklung der Target2 Forderungen als Bestandteil der Aktiva-Seite der Bundesbankbilanz seit Januar 2002 bis April 2012 in Prozent im Chart. Im April 2012 erklomm der Anteil der Target2 Position mit 644,182 Mrd. Euro an den gesamten Vermögenswerten der Bundesbank von 1031,3 Mrd. Euro relevante 62,46% und damit erneut einen neuen Rekord.

Der Target2 Saldo der Deutschen Bundesbank, eine Nettoforderung auf der Aktiva-Seite der Bilanz in Mrd. Euro seit Januar 1999 im Chart. Im April 2012 stieg die Forderung (positiver Target2 Saldo) um 28,230 Mrd. Euro zum Vormonat, auf +644,182 Mrd. Euro.

Marginal stieg auf der Aktiva-Seite der BUBA die Kreditgewährung an die deutschen Kreditinstitute im April:

Die Entwicklung der Forderungen aus geldpolitischen Operationen (Kreditgewährung an deutsche Banken) der BUBA seit Januar 2002 bis April 2012. Im April 2012 stiegen die Forderungen der BUBA an die Banken aus den Refinanzierungsgeschäften marginal, um +0,294 Mrd. Euro zum Vormonat auf 74,900 Mrd. Euro. Zum Hoch im Oktober 2008 betrug die Kreditgewährung 297,149 Mrd. Euro.

Warum sollten auch alle halbwegs aufgestellten deutschen Finanzinstitute Liquidität saugen, sie ertrinken bereits darin, auch im April rollte die Zentralbankgeldwelle via Target2 grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr über das deutsche Bankensystem hinein. In ihrer “Not” bunkern die deutschen Geschäftsbanken die an sie verbrachte Zentralbankliquidität in der Einlagefazilität und in der Termineinlage der BUBA:

Die Entwicklung der Einlagefazilität der BUBA seit Januar 2002 bis April 2012 in Mrd. Euro im Chart. Im April 2012 bunkerten deutsche Banken Zentralbankgeld in Höhe von 276,900 Mrd. Euro in der Einlagefazilität, nach 248,200 Mrd. Euro im Vormonat und nach 11,698 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Dies ist Überschussliquidität in Zentralbankgeld der deutschen Banken, welche derzeit in Ermangelung eines funktionstüchtigen Interbankenmarkts (Kreditvergabe der Banken untereinander) in der Einlagefazilität zu einem Zinssatz von nur 0,25% im Jahr geparkt wird.

Auch im April 2012 floss ein adäquate Anstieg der Target2 Forderung, also der Zufluss aus dem grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr an deutsche Banken in Zentralbankgeld in Höhe von +28,231 Mrd. Euro in die Einlagefazilität der BUBA mit +28,700 Mrd. Euro.

Damit nicht genug, die nationalen Zentralbanken im Eurosystem (NZBs) können zusätzlich auch Termineinlagen anbieten (liquiditätsabsorbierende Operation des Eurosystems), die BUBA macht davon Gebrauch und die deutschen Banken bunkern auch hier zusätzlich zur Einlagefazilität ihre Zentralbankliquidität:

Die Entwicklung der Termineinlagen der Banken bei der BUBA im Chart, diese Möglichkeit gewährt die BUBA erst seit kurzem und sie wird genutzt. Im April 2012 legten deutsche Banken Zentralbankgeld in Höhe von 142,400 Mrd. Euro in den Termineinlagen der BUBA an, nach 145,394 Mrd. Euro im Vormonat und nach 36,329 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.

Einlagefazilität und Termineinlage zeigen auf der Passiva Seite der BUBA-Bilanz die historisch einmalige Situation an, denn parallel zur Traget2 Forderung auf der Aktiva Seite spielte auch die Einlagefazilität bis Ende 2007 keinerlei Rolle und die Termineinlage bis sogar Anfang 2010. Im Zuge dieses Wahnsinns im Eurosystem, der die wirtschaftlichen Ungleichgewichte abbildet, die in einer Zahlungsbilanzkrise der PIIGSBF-Staaten mündete und nur mit Zentralbankgeld kaschiert wird, mutiert die BUBA zum Nettoschuldner des eigenen Bankensystems. Denn bestimmt man die Nettoforderungen/Nettoverbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten, so wie es im konsolidierten Wochenausweis des Eurosystems, aus Aktiva Position 5.0 (Forderungen aus geldpolitischen Operationen gegenüber Banken) abzüglich Passiva Positionen 2.2, 2.3, 2.4, 2.5 und 4.0 getan wird, ist die BUBA massiver Nettoschuldner:

Die Entwicklung der Nettoforderungen/Nettoverbindlichkeiten der BUBA gegenüber den deutschen Kreditinstituten in Mrd. Euro seit Januar 2002 bis April 2012 im Chart. Die BUBA mutierte in Turbogeschwindigkeit vom Nettogläubiger zum Nettoschuldner der deutschen Banken (MFIs -Monetary Financial Institutions). Im April 2012 betrug die Nettoverbindlichkeit -344,400 Mrd. Euro, nach -319,014 Mrd. Euro im Vormonat und nach +16,795 Mrd. Euro als noch Nettogläubiger im Vorjahresmonat! Die Mindestreserve als Einlage der deutschen Banken bei der BUBA bleibt bei dieser Betrachtung außen vor, da die Mindestreserve eine feste Verpflichtung der Banken ist.

Der ganze geldpolitische Wahnsinn zeigt sich auch im Anschwellen der Auslandsposition der BUBA, dem Anhäufen von immer mehr uneinbringbaren Forderungen, denn die BUBA, als de facto öffentliche Hand kumuliert immer mehr Forderungen, die letztlich die Verwerfungen der Eurozone abbilden:

Die Entwicklung der Brutto-Auslandsposition der BUBA seit Januar 1999 bis April 2012. Im April 2012 stieg die Brutto-Auslandsposition der BUBA, also die Forderungen auf der Aktiva-Seite der Bilanz gegenüber dem Ausland auf +909,192 Mrd. Euro, nach +875,780 Mrd. Euro im Vormonat und nach +502,690 Mrd. Euro im Vorjahresmonat.

Nach Abzug der Auslandsverbindlichkeiten ist die BUBA mit +893,879 Mrd. Euro Nettoauslandsgläubiger, noch im Januar 1999 waren es nur +87,146 Mrd. Euro! Den Hauptanteil an dieser Nettoauslandsposition der BUBA tragen die Target2 Forderungen. Dadurch das die Banken nicht mehr die Südperipherie der Eurozone finanzieren und diese auch ihre bestehenden Positionen zurückgefahren haben und das Eurosystem und damit vor allem die BUBA in die Bresche sprang, springen musste, liegen nun nahezu alle Risiken aus den Verwerfungen und Fehlentwicklungen in der Eurozone in der öffentlichen Hand, damit wurde im Nachhinein betrachtet auch der deutsche XXL-Exportboom von der öffentlichen Hand finanziert. Während jedoch Exporteure ihre Schäflein ins Trockene bringen konnten, deutsche Banken sogar Nettogläubiger des Eurosystems wurden, werden in der Endkonsequenz eines Tages die deutschen Steuerzahler den Turmbau zu Babel, ein Ponzi Scheme, tragen müssen.

Mittlerweile besteht fast das gesamte Nettoauslandsvermögen der Deutschen, in Forderungen der BUBA gegenüber dem Ausland und die Qualität dieser Forderungen ist äußerst zweifelhaft. Die Target2 Forderungen gehören dazu, sie sind nicht nur Forderungen (Vermögenswert) der BUBA, auch der mit Abstand größte Posten in der Auslandsposition der BUBA, sondern sie fließen auch in den Vermögenstatus der Bundesrepublik Deutschland ein, dem NIIP (Net international Investment Position). Das NIIP ist die Saldierung aller Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeiten, der Vermögensstatus eines Landes und spiegelt die Nettoauslandsverschuldung oder eben das Nettoauslandsvermögen einer Volkswirtschaft wider. Zuletzt in Q4 2011 betrug das NIIP Deutschlands +933,670 Mrd. Euro. Es dürfte in Q1 2012 weiter gewachsen sein, vor allem der darin enthaltene Anteil der BUBA-Auslandsforderungen (Target2).

Die Bilanz der BUBA und die darin enthaltene Target2 Forderung sind Bestandteil des Mahnmals für den ökonomischen Aberwitz einer Währungsunion von Volkswirtschaften mit sehr unterschiedlicher Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit, von Unterschieden die sich seit Bestehen des Euro immer weiter ausbauten, statt sich zu schließen und deren ziemlich letzter Kitt noch Zentralbankgeld ist, als Rücklaufsperre vor der Zahlungsunfähigkeit der wirtschaftlichen Verlierer innerhalb der Währungsunion. Auch die letzten Narren werden irgendwann schmerzhaft erfahren müssen, dass wenn die Forderungen nicht mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit der Schuldner unterlegt werden, diese schlicht ausfallen werden, mit all den Konsequenzen auch für die Gläubiger!

Quelle Daten: Bundesbank.de/Monatsbericht Mai 2012, Bundesbank.de/Statistik/Zeitreihen

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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50 KommentareKommentieren

  • Raini - 23. Mai 2012

    Danke für den Bericht, sehr informativ für mich.
    Hier noch eine andere Sichtweise der Dinge.

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=12251

    • Michael S. - 24. Mai 2012

      Zu ihrem Link:

      Der Autor glaubt es gibt eine Möglichkeit das Verluste einfach verschwinden können. Irgendjemand muss IMMER die Verluste tragen! Es gibt keinen “Free Lunch”. Und wenn man die Ezb-Verluste nicht aus Steuermitteln sondern mit “Gelddrucken” deckt dann ist der Verlust höhere INFLATION für alle Bürger.

      Außerdem liegt er falsch mit (Zitat):

      “Bei den geldpolitischen Maßnahmen einer Zentralbank, wie beispielsweise der Liquiditätsversorgung der Geschäftsbanken, fällt immer Gewinn an – dies ist unumgänglich”

      Wie Sie aus obigen Artikel sehen können ist die Bundesbank NettoSCHULDNER im Inland. Sie macht damit im Inland Verlust und keinen Gewinn. Mit was soll die Bundesbank dann die Auslandverluste (Austritt der Südstaaten) decken wenn sie im Inland auch Verluste macht?

      Gruß Michael S.

      • MFK - 24. Mai 2012

        Was passiert denn, wenn die Bundesbank nach einem möglichen Zerfall der EUROzone ihre Target2 Forderung abschreiben muss? In diesem Fall wird die Bundesbank durch die Bundesregierung “per Knopfdruck” rekapitalisiert, das heißt das Eigenkapital wird wieder hergestellt. Die entsprechende Gegenforderung geht gegen einen neu geschaffenen Sonderfonds EURO-Erblastentilgung. Der Kredit an die Bundesbank ist unverzinslich und erst in 30 Jahren zu tilgen.
        Entsteht dadurch Inflation? Nein, die Assetinflation z.B. in Spanien ist bereits vollzogen, das Geld bereits ausgegeben. Muss Deutschland dadurch höhere Schuldzinsen zahlen? Ich denke auch das wird nicht der Fall sein, jedenfalls nicht durch die Sanierung der Bundesbank. Die o.g. Konstruktion verschlechtert nicht die Haushaltslage. Höhere Schuldzinsen könnten durch einen Einbruch der Exportwirtschaft ausgelöst werden, weil dieser auch die Haushaltslage verschlechtert. Das hat aber erst einmal nichts mit der Sanierung der Bundesbank zu tun.

        • Michael S. - 24. Mai 2012

          Man kann das drehen und wenden wie man will: Die Kosten aus der Sonderabschreibung “Euroaustieg von XYZ” müssen von irgendjemand getragen werden! Wenn die BUBA diesen Verlust mit ZUKÜNFTIGEN Gewinnen verrechnet dann werden die Kosten auch vom Steuerzahler getragen, weil die Bundesbank dann zukünftig keinen Gewinn mehr an Herrn Schäuble ausschütten kann!

          Und Außerdem würde mich interessieren wie sie gerade auf 30 Jahre Tilgung kommen?

          Die Bundesbank hat 2011 nicht einmal 1 Milliarde Gewinn gemacht!!! Target ist jetzt schon bei 644 Milliarden und die Auslandsposition bei 909 Milliarden. Das wird in Zukunft auch nicht weniger!

          Da wird dann Tausend Jahre getilgt!!!!

          Es gibt keinen “Free Lunch” denn wenn die nächsten Tausend Jahre kein BUBA Gewinn ausgeschüttet wird dann verschlechtert das sehr wohl die Haushaltslage…

          Michael S.

      • Vandermonde - 24. Mai 2012

        Also man sollte schon alles wesentliche zitieren:

        “Bei den geldpolitischen Maßnahmen einer Zentralbank, wie beispielsweise der Liquiditätsversorgung der Geschäftsbanken, fällt immer Gewinn an – dies ist unumgänglich. Freilich kann eine Zentralbank auch Verluste machen, wenn sie beispielsweise ihre Aktiva neu bewerten muss.”

        und

        “Auch die typisch deutsche Angst vor Inflation wäre in diesem Falle unberechtigt, da kein einziger Cent frischen Geldes geschöpft würde, da die Bilanzkorrekturen sich außerhalb der kursierenden Geldmenge abspielen würden.”

        und ebenfalls wichtig:

        “Anders als eine Geschäftsbank muss sie diesen Verlust jedoch nicht ausgleichen. Sie könnte den Verlust bis zum Sankt Nimmerleinstag in den Büchern behalten; “

    • Roland - 24. Mai 2012

      @ Raini

      Jens Berger sieht schon im Februar voraus, was die EZB über kurz oder lang machen wird.
      Europäische Politiker schauen aufmerksam in die USA und sehen, dass die Staatsfinanzierung durch die FED im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld unterausgelasteter Kapazitäten (und damit Konkurrenz- und Preisdruck) gar keine Inflation erzeugen kann.

      Also wird es genau so kommen:
      Die EZB wird FED-Politik machen.

      • Freiberufler - 24. Mai 2012

        “Europäische Politiker schauen aufmerksam in die USA und sehen, dass die Staatsfinanzierung durch die FED im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld unterausgelasteter Kapazitäten (und damit Konkurrenz- und Preisdruck) gar keine Inflation erzeugen kann.”

        Während gleichzeitig behauptet wird, dass man Geld drucken müsse, um die Schulden weg zu inflationieren. Wenn die Inflation tatsächlich ausbleibt (womit ich aus verschiedenen Gründen rechne), endet das Aufschuldungsspiel in der Katastrophe mit dem deflationären Zusammenbruch.

        Hier doktern Zauberlehrlinge und Goldmacher am Evangelium herum.

      • Arjuna - 25. Mai 2012

        “Europäische Politiker schauen aufmerksam in die USA und sehen, dass die Staatsfinanzierung durch die FED im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld unterausgelasteter Kapazitäten (und damit Konkurrenz- und Preisdruck) gar keine Inflation erzeugen kann.”

        An dieser Aussage, die ja von vielen der führenden sogenannten Ökonomen geteilt wird, sieht man deren Blindheit, die wenn sie nicht noch oft mit einer himmelschreienden Arroganz daher käme, nur mitleidiges Lächeln hervorrufen würde. Die Inflation ist längst da in Form von aufgeblasenen Bankbilanzen, Derivatevolumina, Assetpreisen zum Teil über den nachhaltig benötigten Bedarf hinaus gehender realwirtschaftliche Güterproduktion usw. Das ist auch Inflation und die durch die ganze heiße Luft ungedeckten Geldes (=Misskredit) erzeugte Destabilisierung hat in der Geldbörse der normal arbeitenden und verdienenden Bevölkerung die selben Folgen wie der Anstieg der Brotpreise (s. “Bankenrettung”).

  • alfie - 23. Mai 2012

    Warum soll es Deutschland besser gehen als China? China hält eben amerikanische Papiere.

    • Michael S. - 24. Mai 2012

      Ich glaube China ist da besser dran mit den US-Bonds als wir mit Target…

    • Bernd Klehn - 24. Mai 2012

      Wer sagt Ihnen dieses? Waren und Finanzungsströme gehen nicht den selben Weg. Wir erzielen gegenüber Griechenland einen Leistungsbilanzüberschuss von ca. 2 Mrd. per anno. Aber alleine die Deutsche öffentliche Hand hat Griechenland mittlerweile mit ca. 150Mrd. finanziert. Wer Waren an die USA liefert, ist noch lange nicht dessen Finanzier.

  • Skydiver - 24. Mai 2012

    Es ist schon richtig, die Verluste eines GRexit würden dem deutschen Steuerzahler wohl nicht unmittelbar fakturiert werden. Dies würde erst nach dem unvermeidlichen Totalkollaps der Eurozone passieren. Die Märkte wissen es und kaufen lieber deutsche Zero-Bonds statt Schrottpapiere. Daher wäre es sinnvoll, möglichst schnell den DExit vorzubereiten statt sich noch mit sinnlosen “Rettungsmassnahmen” zu beschäftigen. Wenn der 20. “Rettungsgipfel” noch immer keine Lösung gebracht hat, wird auch der 100. nichts bringen.

  • Marcito - 24. Mai 2012

    Klasse Steffen. Danke

  • Roland - 24. Mai 2012

    Nachtrag:

    Der spanische Ministerpräsident Rajoy hat gestern ein Eingreifen der EZB gefordert, um die spanischen Zinsen nach unten zu bringen.
    So ist es: Der Zug fährt in die von Jens Berger vorhergesagte Richtung.

  • klaus - 24. Mai 2012

    Mal noch mal ein schöner Kommentar
    auf die Einflußnahme unserer Bundesbank.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/9286309/Debt-crisis-Germany-holds-a-gun-to-Greeces-head.html

    Bei nicht wunschgemäßem Wahlausgang
    könnte dies wohl die Option sein.

    Sieht nicht wie Samthandschuhe aus.

    Wobei,
    wie sieht man das rechtmäßig.

    Wenn ich eine Schenkung ablehne, die mir meine Gläubiger
    sofort pfänden/abnehmen, bin ich dann böse?
    Oder mache ich mich sogar strafbar?

    Griechenland hat ja nix davon, warum sollten Sie
    Geld annehmen? Der kleine Mann arbeitet ja bereits
    jetzt drüben unter 1000 Person mit Ersatzzahlungsmittel.

    Da werden richtige Zugeständnisse fällig.
    80 Prozent der Leute, werden sich nicht an eine Regierung
    der Austerität halten, die von 20 Prozent gewählt wurde.

    Politik, das ist wie in Deutschland sozusagen ein
    Parteikonglomerat von 1 Mio Mitglieder halten 83 Mio.
    Bürger zum Deppen.

    Wirklich fraglich wie blöd man sein muß, schon
    allein wahltechnisch die Grundlage hierzu zu liefern.

    Und zu dulden, das mit eigenem Rentenkassengeld,
    Lebensversicherungsgeld und anderen nicht sofort
    benötigten langfristigen Geldern, andere EU-Staaten
    finanziell an die Wand gedrückt werden.
    Schlicht, durch irgendwelche Kassenhüter/Verschleuderer
    die beispielsweise die Zinssätze in der Lebensversicherung
    mit 10 und mehr Prozent durchsetzen wollen.

    Hier sind die Bosse zu belangen und
    nicht die angeblich vorgeschobenen bösen
    Griechen.

    Das ist halt unternehmerisches Risiko.
    Warum werden solche Leute entlastet in der
    HV?

  • SLGramann - 24. Mai 2012

    “damit wurde im Nachhinein betrachtet auch der deutsche XXL-Exportboom von der öffentlichen Hand finanziert. Während jedoch Exporteure ihre Schäflein ins Trockene bringen konnten, deutsche Banken sogar Nettogläubiger des Eurosystems wurden, werden in der Endkonsequenz eines Tages die deutschen Steuerzahler den Turmbau zu Babel, ein Ponzi Scheme, tragen müssen.”

    Steffen, das war ein ganz wichtiger Satz! Danke dafür!

    Ich verwende ja selbst oft undifferenziert das Wort “Wir”, wenn ich von Deutschland spreche. Aber es gibt kein “Wir”. Es gibt Profiteure – nämlich die Kapitaleigner der Exportindustrie – und alle anderen, die am Ende die Zeche zahlen müssen.
    Keineswegs haben “wir” vom Euro profitiert. Profitiert haben, wenn am Ende die Endabrechnung kommt, allein private Kapitaleigner unserer Exportindustrie. Die wurden mit richtigem Geld bezahlt. Die uneinbringlichen Schuldscheine, mit denen dieses Geld in die Welt gesetzt wurde, liegen beim deutschen Steuerzahler und bilden sein sogenanntes “Vermögen”. Dieses ganze System ist so etwas von pervers und verkommen. Es ist unglaublich.

  • bauagent - 24. Mai 2012

    Zitat:

    “Kwasniewski rechnet auch die „Forderungen“ aus dem Target-2-System zu den Lasten, die der Steuerzahler schlussendlich zu begleichen hätte. Diese Argumentation, die auf Hans Werner Sinns Thesen fußt, ist von vorne bis hinten unsinnig.”

    Der Artikel auf nachdenkseiten.de hat das Problem, dass er vergisst, dass am Wirtschaftskreislauf Menschen teilnehmen, deren Entscheidungen nicht immer rational begründbar sind und die politisch beeinflusst werden.

    Politische Ideen werden dann schnell einmal vermengt mit volkswirtschaftlichen Notwenigkeiten und zu einem Argumentationsbrei verarbeitet, der dazu verleitet, solch unsinnige Thesen zu proklamieren, wie dies Jens Berger macht.

    Über welche Schiene dem Geldkreislauf Liquidität zugeführt oder entnommen wird, ist mit Zusammenbruch der Eurozone völlig irrelevant.

    Platt ausgedrückt vergisst er, dass für die Position Target2 eine bewertbare Gegenposition da sein muss. Wie auch immer der Ausgleich passiert, irgendwer muss bezahlen: Über Steuern oder Inflation.

    Jens Berger ist besser als alle JPM und GS zusammen. Er kann Geld ohne jede Wirkung verschwinden und auftauchen lassen.

  • Eurelios - 24. Mai 2012

    @ SLGramann

    Dieses ganze System ist so etwas von pervers und verkommen. Es ist unglaublich.

    Und es ist auch unglaublich wie der deutsche Michel brav weiter in seinem Hamsterad
    sich abkeucht und nach je nach Bedarf, wenn unsere Politikkasper meinen das Rad
    muß schneller sich drehen er dann ohne zu murren sofort die Schlagzahl erhöht.
    Selbst auf die Gefahr hin aus diesem Hamsterad zu fliegen und in H4 zu landen oder
    gesundheitlichen Schaden zu bekommen.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6895681/Arbeit-macht-immer-mehr-Menschen-krank.html

    Einfach unglaublich aber doch wahr.

  • paernu - 24. Mai 2012

    @SlGramann, Eurelios

    Ich finde die Sichtweise zu einseitig.

    Auch der deutsche Arbeitnehmer hat davon profitiert, die Arbeitslosenzahlen sind massiv gefallen, der Sozialstaat konnte noch eine Weile länger finanziert werden, die Sozialkassen haben sich deutlich verbessert, die Steuereinnahmen sind auf Rekordwerte gestiegen etc.

    Hat alles immer zwei Seiten. Ich bin mir nicht so sicher, wo Deutschland stehen würde, wenn es einige Reformen von Schröder nicht gegeben hätte. Und ob die Altlasten der Wiedervereinigung uns nicht vorher erdrückt hätten.

    Nur damit das deutlich ist, ich finde die jetztige Situation auch scheisse und sehe auch viele Fehler im System. Aber das einfache Weltbild, die armen Arbeiter sind ausgebeutet worden und der reiche Kapitalist hat profitiert, kommt der Situation nicht recht.

    In der Geschichte läuft das Spiel doch immer so ab, die Starken erobern die Schwachen.

    Ist sicherlich meine fatalistische Sicht der Dinge, ich glaube nicht das die Menschen sich ändern werden und das eine andere (bessere) Welt möglich ist. Man kann die Geschichte zur Kenntnis nehmen für die Gegenwart daraus seine Schlüsse ziehen und für seine Familie bzw. nahestehenden Personen darauf zu reagieren und sich entsprechend absichern/profitieren.

    Meine Kraft reicht nicht dafür, gegen so etwas anzukämpfen, ich kämpfe für meine Familie, das reicht.

    • SLGramann - 24. Mai 2012

      Hallo paernu,

      der Einwand ist nicht unberechtigt. Deshalb habe ich auch versucht, meine Steile These etwas einzuschränken:

      “Profitiert haben, wenn am Ende die Endabrechnung kommt, allein private Kapitaleigner unserer Exportindustrie.”

      Es geht mir um die Endabrechnung – also den Zeitpunkt, an dem die Eurokrise auf die eine oder andere Art bereinigt ist.
      Es ist wirklich sehr problematisch, dass “unsere” Exportüberschüsse gegen Schuldscheine getauscht werden. Im ersten Moment fließt natürlich Cash und diesen CASH haben die Exporteure (und auch deren Beschäftigte) in der Tasche.
      ABER: Die Gesellschaft als Ganzes ist inzwischen Gläubiger unserer Abnehmer geworden – und die werden am Ende eben nicht zahlen. Insofern hat die Gesellschaft als Ganzes diese Waren und Dienste verschenkt – und das wird man in Deutschland in den der weiteren Zukunft merken.

    • Eurelios - 24. Mai 2012

      Hallo paernu

      Meine Kraft reicht nicht dafür, gegen so etwas anzukämpfen, ich kämpfe für meine Familie, das reicht

      Habe dafür volles Verständnis das machen die meisten, es ist ja auch menschlich.

      Das blöde daran ist nur genau so soll es ja sein für die ganz wenigen Geldeliten.
      Wenn jeder nur für sich und seiner Familie kämpft haben die ein leichtes Spiel.

      Es ist so wie mit dem Beispiel von Streichhölzern.

      Eines kann man ganz leicht zerbrechen. aber sehr viele dann geht dies nicht mehr.

      Und je mehr man im Hamsterad seine Kraft hergeben muß wird natürlich die Kraft
      ausserhalb vom Rad weniger. Das wissen diese Geldbonzen ganz genau.

    • Petra Zitzl-Dumont - 24. Mai 2012

      “ich glaube nicht das die Menschen sich ändern werden ”

      Auch verallgemeinert. Nicht alle Menschen sind so durchgeknallt wie derzeit leider der Großteil der Weltbevölkerung. Es gab und gibt noch andere Lebensweisen und Einstellungen, die nicht unsere menschen- und naturverachtende Lebensweise gut finden oder sie ausleben.

      “Die Starken erobern die Schwachen”

      Warum gibt es die Ameise, die Biene, Vögel, Fische etc. schon länger als den Menschen oder andere “stärkere” Konkurrenten?
      Warum gibt es noch Tierarten, die in gleicher Form schon seit Jahrmillionen existieren?

      Dagegen halte ich die weisen Worte von Laudse:

      43.
      das härteste in der welt
      bezwungen wird es vom geschmeidigsten
      das lückenlos undurchdringliche
      durchdrungen wird es vom gestaltlosen

      so weiß ich denn:
      nicht wider die natur handeln
      fördert der dinge gedeihen

      78.

      nichts in der welt ist weicher und schwächer als wasser
      und doch gibt es nichts, das wie wasser
      starres und hartes bezwingt
      unabänderlich strömt es nach seiner art

      daß schwaches über starkes siegt
      starres geschmeidigem unterliegt
      wer wüßte das nicht?
      doch wer handelt danach!

    • MARKT - 29. Mai 2012

      Du hast nicht verstanden, das Dein Kampf aussichtslos sein wird.
      Genau weil es aber (nahezu) jeder wie du macht kann sich ein System so pervertieren wie es gerade der Fall ist. Mann schaut immer nur nach unten und meint mit 500.000 ode 1Mio oder gar 2Mio. etc. – 100 Mio. würde man zu den Systemgewinnern gehören.
      Die Zeit wird zeigen wo man sich einzuornen hat.
      Kämpfe weiter an der falschen Front. Deine Herren werden die Sieger sein. Du dürftest leider auch nur Mittel zum Zweck sein.
      Aber zumindest kannst du Dir nicht vorwerfen nicht alles gegeben und die Fallhöhe entsprechend justiert zu haben.
      Sollte dem nicht so sein werde ich mich in 5 Jahren bei dir demütig entschuldigen. Dann werden wir sehen wohin unser Egoismus uns treibt.
      Gruß Markt

      nicht persönlich gemeint nur eine andere/meine Meinung.

  • der hunsrückbauer fragt - 24. Mai 2012

    gehören uns Deutschen jetzt schon GR, S, I?
    dann will ich auch ein Stück Andalusien!

  • Steffen - 24. Mai 2012

    Aus dem dunklen Sklavenschlaf der Gegenwart durch opfervollen, blutigen Kampf
    erringen wir eine neue, eine goldene Zukunft!

    Mögen uns die höheren Mächte helfen, das was auf uns zukommt als das zu akzeptieren, was notwendig ist, um eine schönere Welt zu gestalten. Mögen wir die Kraft behalten, weiter auf unserem Weg zu gehen, mit Verantwortung für uns und die Anderen. Und mögen wir den Mut und das Durchhaltevermögen behalten, uns nicht einschüchtern zu lassen oder in die Resignation zu verfallen.

    http://kaltaquise.blogspot.de/2012/05/hat-der-westen-eine-zukunft.html

  • Arjuna - 24. Mai 2012

    @SLGramann
    Ich möchte widersprechen: Unglaublich ist das alles nicht. Es muss ZWINGEND so kommen, immer und immer wieder. Weil unser Bildungssystem es immer noch versäumt, die Grundlagen zu legen für ein vernünftiges Leben. Die Grundlagen wären, unbestreitbar, unabwendbar, weil einfach nur logisch:

    • Zuallererst müssten Heranwachsende darüber aufgeklärt werden, WER SIE SIND (Theorie).
    • Sodann müssten Heranwachsende ERKENNEN, via direkter Erfahrung (Praxis), wer sie sind.
    • Nur UND NUR auf solch einer Grundlage ist es möglich und sinnvoll, substantiell darüber nachzudenken, wie eine Gesellschaft aufgebaut sein sollte: die uns nachhaltig fördert und uns weiterentwickeln lässt.

    Stattdessen wird nirgends gelehrt – sorry, klingt pathetisch –, wer oder was der Mensch sei. Stattdessen allenthalben nur Vermutungen, “Glauben”, Dafürhalten, Meinungen.

    Und also betreibt, in vollkommener Unwissenheit, jedermann sein eigenes Geschäft, grad so, wie es ihm beliebt.

    Und also ist es logisch und eben nicht “unglaublich”, dass schlussendlich immer wieder die Cleveren, die Schlauen, die Skrupellosen, die Gerissenen das Heft an sich reißen und die Welt genau so formen, wie das ihren (meist kriminellen, gänzlich gewissenlosen) Sichtweisen und Energien am ehesten entspricht.

    Im Schlepptau die Politiker.
    Im Schlepptau die Journalisten.
    Im erzeugten, tödlichen Mahlstrom, wie eh und je, der “einfache” Mensch.

    Und irgendwo dazwischen “wir”: die wenigen, die das System durchschauen, aber viel, viel zu machtlos sind, um erstens (a) das eiskalte Gesindel zu stoppen und (b) die betroffenen Opfer, diese riesige Anzahl unterschiedlichster Menschen, zu warnen und aufzuklären.

    Woraus eine ganze Menge folgt, was die Strategie eines hypothetischen Rollbacks anlangt: aber das führt hier jetzt zu weit.

    @Steffen: Ich habe Dein Blog erst jetzt entdeckt, ich ahne nicht, woher Du kommst, was Dein Geschäft ist, was Deine Motiviation: Aber die Arbeit, die ich hier vorfinde, scheint mir beispiellos. Danke.

  • FESTAN - 24. Mai 2012

    Was passiert, wenn Du bei einer Bank einen Kredit aufnimmst, sie den Betrag auf Deinem Girokonto gutschreibt und die Summe gleichzeitig pfändet, so dass Du nicht über sie verfügen kannst?

    Nix, außer dass die Bank den Spread zwischen Soll- und Habenzins verdient.

    So ist das bei der Buba auch, garantiert!

  • Sören Seidel - 24. Mai 2012

    Also ich sehe einen Widerspruch zwischen der Seite, die behauptet die Rettung Griechenlands kommt dem deutschen Steuerzahler teuer zu stehen und der anderen Seite, die sagt Geldmengenausweitung ungedeckt ist in unserem Wirtschaftssystem normal.
    Ich denke Geldmengenausweitung ist nicht unbegrenzt möglich aber nötig.
    Ich stelle allerdings infrage, ob es uns Deutschen mit unserem Exporterfolg wirklich besser geht oder ob wir nicht einen aktiv investierenden Staat bräuchten der Schulen saniert, Straßen baut und die Energiewende voranbringt, eben mit dem Geld was er nicht hat sondern schöpfen sollte.
    Ich fände das konsequenter und wenn wir mit freien Kapazitäten,dann noch Hochtechnologie exportieren dann perfekt oder?

  • onepiece - 24. Mai 2012

    Hallo,
    die Zahlen der BuBa sorgen ja schon länger für Aufschreie bei denen, die sie sich wenigstens anschauen. Dass die BuBa jetzt aber Nettoschuldner des Inlands ist (was ja praktisch Folge des “billigen EZB-Geldes” ist, das die Banken bei der Bundesbank hinterlegt haben) schockt mich dann doch ein wenig.

    Erstaunt war ich über die Äußerungen einiger Kommentatoren, dass sie ein Ausbleiben der Inflation/Teuerung erwarten. Zwar rechne auch ich mittelfristig noch mit einem deflationären Schock, weil unsere Politclowns wahrlich unbelehrbar sind, aber langfristig kann doch gar kein Weg am “Weginflationieren” vorbeiführen (oder anders die Schulden streichen, aber Inflationieren scheint mir der einfachste Weg). Ich würde gerne wissen, warum ihr eine dauerhafte Deflation erwartet. Besten Dank dafür

    • MFK - 24. Mai 2012

      Die klassische Inflation entsteht immer über Lohnsteigerungen (Keynes). Das wird aber aufgrund des hohen Wettbewerbsdruck auch in Deutschland schwierig. Die Assetinflation, die wir bereits seit Jahren haben, ist eine andere Sache.

    • MFK - 24. Mai 2012

      @paernu:
      Keynes: Vollbeschäftigung -> Nachfrageüberhang -> höhere Preise -> steigende Löhne u.s.w. (Preis-Lohn Spirale). An dieser Kausalkette fehlt es derzeit, deshalb Deflation.

      Geldmengenwachstum ist nur Symptom einer steigenden Kreditfinanzierung. Weiterhin ist Geldmengewachstum ohne Anstieg der Geldumlaufgeschwindigkeit nicht inflationstreibend.

      Assetpreisinflation ist eine andere Sache, hatte ich aber bereits geschrieben.

    • Freiberufler - 24. Mai 2012

      “Ich würde gerne wissen, warum ihr eine dauerhafte Deflation erwartet.”

      Ich denke, dass von einem insolventen Bankensystem ein permanenter Liquidationsdruck ausgeht. Das Geld gelangt nicht mehr von den Banken in die Wirtschaft, sondern von der Wirtschaft in die Banken. Und auch die gedruckten Bilionen versickern in Bankbilanzen.
      Helikopter Ben hat uns nämlich veschwiegen, dass man Schuldgeld am Schluss zurück zahlen muss.

  • paernu - 24. Mai 2012

    @mfk
    Inflation ist immer ein Geldmengenproblem. Mit Lohnsteigerungen hat das erstmal nichts zu tun. Wir haben doch Inflation längst. Schau Dir bitte die Steigerung von Häuserpreisen in Deutschland, Energiekosten, Aktienkursen, Rohstoffenpreisen, Anleihen etc an.

    Ein weit verbreiteter Irrtum, das Inflation nur beim “Brotpreis” ist.
    MAssive Wirtschaftskrisen sind nur von unterschiedlichen Phasen Inflation und Deflation geprägt..

    Lohnsteigerungen können das alles anheizen, aber sie sind nicht notwendig um Inflation zu initieren.

    • Michael S. - 24. Mai 2012

      Absolut Richtig!

  • paernu - 24. Mai 2012

    @mfk
    Das mit der Geldumlaufgeschwindigkeit stimmt.

    Wir haben vielleicht Deflation in den letzten Monaten, ansonsten können wir seit 2008 nicht von Deflation reden.

    Die Kausalkette ist ausreichend kritisiert worden. Mag in der Theorie auf Fälle zutreffen, in der Realität gibt es genügend Beispiele in der es Inflation ohne höhere Löhne gegeben hat.

    Assetpreisinflation ist keine andere Sache, zumal die Assets auch Teile der Grundbedürfnisse sein können. steiegende Hauspreise -> steigende Mieten

  • Michael - 24. Mai 2012

    Für eine Zentralbank sieht das ziemlich gewöhnungsbedürftig aus. In der Mittelmeerunion scheint blankes Entsetzen die Gehirne zu vernebeln. Ich dachte immer das Spiel heißt “german angst” ? Die Zahlen vom Mai werden neue “Rekorde” liefern. Für den Juni ist noch nichts zu prognostizieren, aber es könnte “mediterranien panic” werden, wenn die Griechen weiter den falschen Göttern huldigen. :-)

  • RealTerm - 24. Mai 2012

    Jens Bergers “Kritik an der Zinskritik” zeigte schon, dass er grundsätzliche Zusammenhänge falsch darstellt bzw. nicht verstanden hat. Sie z.B: hier:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=10530

    Aber wie ist das mit Target2, hat er auch dort wieder mal keine Ahnung?
    Machern wir mal ein ganz einfaches Gedankenexperiment:

    Herr Papadopoulus (P.) kauft ein Haus und nimmt hierzu einen Kredit bei der D-Bank auf, 500.000 Euro, mit der Herr P. das Haus kauft (und damit die Geldmenge erhöht) Das Haus stellt sich jedoch als wertlos heraus, weil es vom Schimmel zerfressen ist. Sei Herr Papadopoulus in der Folge nun pleite. Nun hält die D-Bank eine uneinbringbare Forderung von 500.000 Euro in den Händen, nennen wir diese Forderung Target-Forderung.

    Was nun?

    1. Möglichkeit: Man hält sich an die (Bilanz-)Regeln:
    Dann muss die D-Bank die 500.000 Euro abschreiben, einen Verlust verbuchen, damit sinkt die durch den Kredit erhöhte Geldmenge wieder auf Ihren ursprüngliche Höhe zurück, die durch den Kauf des wertlosen Hausen erzeugte Inflation der Geldmenge wird wieder zurückgeführt.

    2. Möglichkeit: Man schert sich einen Sch..ß um die (Bilanz-)Regeln
    Nehmen wir einfach an, die D-Bank lässt das Haus und die Forderung einfach stehen bis zum Sankt-Nimmerleinstag, oder alternativ: die D-Bank füllt das Bilanzloch mit frisch gedrucktem Geld, das sind ja nur ein paar Bits-und Bytes. Dann wird die Geldmenge schlicht nicht zurückgeführt, die beim Hauskauf erzeugte Inflation der Geldmenge bleibt bestehen.

    Der Witz ist m.E., dass die Inflation bereits beim Hauskauf erfolgt ist, die anschließende Monetisierung der uneinbringbaren Forderung tatsächlich keine zusätzliche, weitere (!) Inflation mehr erzeugt, aber eben die bereits erzeugte Inflation auch nicht zurückführt, wie es sein sollte. Dieser Zusammenhang erzeugt hier den vermeintlichen Widerspruch. Jens Berger liegt natürlich wieder mal falsch! Aber hat er nicht in dem Sinne recht, dass eine Monetisierung der Target-Forderung keine zusätzliche, weitere Inflation mehr auslöst, sondern nur die bereits erzeugte endgültig zementiert? …

    Kommentare erwünscht!

    • integral - 25. Mai 2012

      Ziemlich genau so habe ich Jens Berger auch verstanden, wo ist der Widerspruch??

    • Alex Hummel - 26. Mai 2012

      Ich glaube Sie verstehen die grundsätzlichen Zusammenhänge nicht. Bei einer Kreditvergabe entstehen sowohl eine Forderung der Bank an Herrn P. als auch eine Verbindlichkeit der Bank gegenüber Herrn P.. Diese Verbindlichkeit IST Geld. Wenn Herr P. das Haus kauft, überweist er dieses Geld an den Besitzer, nennen wir ihn Herrn Q. Jetzt hat die Bank eine Forderung an Herrn P. und eine Verbindlichkeit gegenüber Herrn Q. Wenn jetzt Herr P. pleite geht, erlischt die Forderung, die Verbindlichkeit bleibt aber selbsverständlich bestehen. Damit bleibt auch die Geldmenge in diesem Fall natürlich bestehen. Bilanzloch “mit frisch gedrucktem Geld” füllen geht prinzipiell nicht, denn Geld ist Passiva, also vergrößert das Bilanzloch.

      • RealTerm - 28. Mai 2012

        Ich werde glaube ich missverstanden.
        Wenn wir uns an die Bilanzregeln halten, dann muss die Bank die uneinbringbare Forderung (irgendwann) abschreiben, dabei reduziert sich der Gewinn (oder das Eigenkapital) der D-Bank, die Bilanz wird verkürzt und die Geldmenge auf den Wert vor dem Hauskauf reduziert. Die Tatsache, dass Herr Q das Geld noch besitzt, ist schon richtig, aber Euro-Noten sind ja austauschbar, die D-Bank reduziert die Geldmenge an “anderer Stelle”:
        Wer sich jetzt fragt, wie durch die Bilanzverkürzung von 500.000 Euro die Geldmenge reduziert wird, der stelle sich einfach vor, dass der Gewinn der D-Bank an die Akionäre ausgeschüttet wird. Der Gewinn reduziert sich nun aber um 500.000 Euro und somit auch die Ausschüttung an die Aktionäre. In Summe hat also Herr Q den Aktionären 500.000 Euro “geklaut”, die ursprüngliche Geldmengenerhöhung durch den Hauskauf ist wieder rückgangig gemacht.

        Bei der zweiten Variante habe ich ausdrücklich dazu gesagt, dass wir die (Bilanz)Regeln aushebeln und einfach durcken (ohne Regeln, ohne Sicherheiten, ohne Verschuldung), sprich der reduzierte Gewinn der D-Bank wir durch frisch gedruckte, vom Himmel fallende Euros ersetzt. Das geht natürlich nicht im gegenwärtigen System, aber im Grunde ist es natürlich möglich und es wird in der einen oder anderen verkappten Form bei Krisenfortschritt dazu kommen. ;-)))

      • RealTerm - 28. Mai 2012

        Klar hat Herr Q in Ihrem Beispiel das Geld noch! Wenn aber die Bank die uneinbringbare Forderung in Höhe von 500.000 Euro abschreibt, reduziert sich ihr Gewinn (Eigenkapital) um diesen Betrag, und das reduziert die Geldmenge (beispielsweise in Form einer reduzierten Dividenenausschüttung an die Aktionäre.) Summa summarum hat Herr Q den Aktionären der D-Bank 500.000 Euro geklaut, die GEldmenge ist wieder auf dem Stand von vor dem Hauskauf.

        Bei Variante zwei sollen ausdrücklich alle (Bilanz)Regeln außer Kraft gesetzt sein, es fällt sozusagen Geld vom Zentralbankhimmel (ohne Verschuldung/Sicherheit/etc.), mit dem das der Gewinn der Bank wieder aufgestockt wird. Ok, hierzu ist viel Phantasie erforderlich, dennoch in der ein oder anderen verkappten Form wird es im Verlauf der KRise genau dazu kommen …;-)))

      • RealTerm - 28. Mai 2012

        Warum funktioniert hier das Antwort-Systenm nicht? (Test)

      • RealTerm - 28. Mai 2012

        Natürlich hat Herr Q in Ihrem Beispiel das Geld noch. Wenn aber die D-Bank die uneinbringbare Forderung abschreibt, dann reduziert sich ihr Gewinn (Eigenkapital) und damit die Geldmenge, z.B. dadurch, dass sich die Dividendenausschüttung (Gewinn) an die Aktionäre reduziert. So reduziert sich also die Geldmenge exakt auf den Wert vor dem Hauskauf. Summa summarum hat Herr Q den Aktionären einfach 500.000 Euro „geklaut“. Mehr ist nicht passiert.
        In der zweiten Variante sage ich ausdrücklich dazu, dass keine (Bilanz)Regel gelten soll. Es fällt schlicht Zentralbankgeld vom Himmel (ohne Deckung/Verschuldung/Zins). Ok, ich gebe zu, hierzu ist viel Phantasie erforderlich, aber im Verlauf der Krise wird genau dies in der einen oder anderen verkappten Form geschehen ;-))

    • Andreas - 27. Mai 2012

      Da passt hinten und vorne nichts. Wenn das Haus einen Wert von 0,- € hat, hat das erst mal gar nichts zu sagen. Deswegen hat Herr P. immer noch Geld bekommen und (in seiner persönlichen Bilanz ) Schulden in gleicher Höhe. Was er mit dem Geld macht hat damit nichts zu tun, er braucht nicht mal ein Haus zu kaufen, er könnte das Geld in die Spielhalle bringen und verzocken.

      Fakt ist: Es ist jetzt mehr Geld in Umlauf, aber Herr P. hat deswegen auch noch Schulden!
      (Und die Bank eben die Forderung!)

      Normalerweise erwirtschaftet er ja jetzt Werte (geht arbeiten) und bringt dieses Geld, was er erwirtschaftet hat zur Bank, um zu tilgen! Soweit, so klar!

      Wenn er das eben nicht kann, nimmt die Bank das Haus – der vorherige Hausbesitzer kann nämlich das Geld, was er von Herrn P. bekam zu derselben Bank bringen. Der hätte dann Guthaben und die Bank das Haus als Gegenwert.

      Ist das Haus aber nichts wert, schreibt die Bank es ab und auf der anderen Seite aus dem EK.

      Wenn die Bank irgendeine Forderung in ihrer Bilanz stehen hat, die eigentlich abgeschrieben werden müßte, das aber nicht tut, dann ist das halt eine Art “Blase”, das hat mit der Inflation aber rein gar nichts zu tun. Denn, ob irgendwelche Vermögenswerte aufgeblasen sind, hat nichts damit zu tun, ob die Preise beim Bäcker steigen, weil die Löhne zu hoch wären.

      • RealTerm - 28. Mai 2012

        Ich bin völlig einverstanden. Der Widerspruch entsteht nur dadurch dass ich unter Inflation eine Geldmengenausweitung verstehe, Sie eine Preissteigerung. Und schon sind wir einer Meinung!

        Denn klar ist, wenn ich den Gewinn der Bank durch Abschreibung schmälere senke ich die Geldmenge (meinetwegen z.B. durch eine geringere Dividendenzahlung an die Aktionäre.)

        • Alex Hummel - 28. Mai 2012

          Also die Definition der Geldmenge M1 lautet: Bargeldumlauf + Sichteinlagen der Kunden bei den Banken. Sichteinlagen sind Forderungen der Kunden gegen die Bank, oder anders rum Verbindlichkeiten der Kunden gegenüber der Bank. Dadurch, dass die D-Bank eine Forderung abschreibt, reduziert sich die aktive Seite ihrer Bilanz (und damit auch der Eigenkapital), die Aktiva der Banken gehören aber nicht zur Geldmenge. Daher hat die Abschreibung ein Bankforderung keinem Einfluß auf die Geldmenge.
          Die Dividendenusschüttung an die Aktionäre kann selbstverständlich die Geldmenge verändern, deren Größe steht aber in keinem festen Zusammenhang zur Veränderung des Eigenkapitals und zum Gewinn.

          Grundsätzlich gilt für ein Jahr:
          Veränderung des Eigenkapitals = Gewinn – Dividendenausschüttung

          Das sind drei Zahlen die grundsätzlich in beliebiger Kombination auftreten können. Man kann also sowohl wenn man Verlust hat, Dividendenausschüttung vergrößern, als auch umgekehrt,

  • Einstein sagte: - 25. Mai 2012

    “Probleme kann man nicht mit der Denkweise lösen durch die sie entstanden sind.”

    Wenn man die Schulden einfach streicht, würden die Armen reicher und Reichen ärmer.

  • Heimwerker-Ass - 25. Mai 2012

    Hallo miteinander,

    ich verfolge Euren Blog schon seit laengerem,mit grossem interesse

    In einem der Beitraege zu diesem Artikel steht:

    “Profitiert haben, wenn am Ende die Endabrechnung kommt, allein private Kapitaleigner unserer Exportindustrie”

    Das bringt mich endlich dazu,hier eine Frage zu stellen,die ich mir selbst schon seit langem stelle: Wem gehoert eigentlich die deutsche (?) Exportindustrie?

    Ich habe uebrigens mal gehoert, dass “der Londoner City” ungefaehr 30% der deutschen Exportindustrie gehoeren wuerden.Nicht,dass ich diese Zahl ohne weiteres fuer zutreffend halten wuerde,aber sie zeigt,worum es mir geht.

    Wenn man naemlich von dieser Zahl ausginge,koennte man sich sogar fragen:Wozu braucht Grossbritannien selbst eine Industrie,wenn es woanders quasi eine hat? …

  • Andreas - 26. Mai 2012

    “Auch die letzten Narren werden irgendwann schmerzhaft erfahren müssen, dass wenn die Forderungen nicht mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit der Schuldner unterlegt werden, diese schlicht ausfallen werden, mit all den Konsequenzen auch für die Gläubiger!”

    Oder anders: Warenschulden müssen mit Waren bezahlt werden. Wenn die Südländer ihre Auslandsschulden abbauen sollen, müssen unsere Überschüsse abgebaut werden.