BUBA: Bilanzsumme erstmals mit über 1 Billion Euro!

von am 23. April 2012 in Allgemein

Heute veröffentlichte die Deutsche Bundesbank (BUBA) ihren Monatsbericht und damit auch die Daten zur Bilanz für den Monat März und damit den Stand nach der LTRO2 Liquiditätsinjektion des Eurosystems für die europäischen Banken. Die Bilanzsumme der BUBA schoss im März 2012 erstmals über 1 Billion Euro, die ungeheure Bilanzausweitung ist vor allem Produkt der Ausweitung der Target2 Forderungen. Im Gegenzug ertrinkt das deutsche Bankensystem in Liquidität und bunkert diese fleißig in der Einlagefazilität der BUBA. Die BUBA ist mittlerweile ein enormer Nettoschuldner des deutschen Bankensystems, dies änderte auch nicht eine gewisse Liquiditätssaugung bei LTRO2 der deutschen Banken. Zu den Konditionen musste wohl zugeschlagen werden, trotzdem war der Anteil der Kreditgewährung aus LTRO2 an deutschen Banken moderat, vor allem gemessen daran, dass angeblich 800 deutsche Finanzinstitute Liquidität gesaugt haben sollen und vor allem gemessen an der Größe des deutschen Bankensystems und der deutschen Volkswirtschaft. Aber nun zu den Daten im Einzelnen:

Die Entwicklung der Bilanzsumme der Bundesbank im Chart mit den monatlichen Daten seit Januar 2002. Im März 2012 betrug die Bilanzsumme 1002,800 Mrd. Euro, nach 910,881 Mrd. Euro im Vormonat und nach 632,192 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Zum Durchschnitt des Jahres 2002 ist die Bilanzsumme bis März 2012 um das 4,5-fache angestiegen!

Die Entwicklung der Target2 Forderungen als Bestandteil der Aktiva-Seite der Bundesbankbilanz seit Januar 2002 bis März 2012 in Prozent im Chart. Im März 2012 erklomm der Anteil der Target2 Position mit 615,952 Mrd. Euro an den gesamten Vermögenswerten der Bundesbank von 1002,800 Mrd. Euro relevante 61,42% und damit einen neuen Rekord. Im März 2012 war die Forderung aus Target2 beschleunigt angestiegen, um 68,905 Mrd. Euro zum Vormonat, auf ein neues Allzeithoch, mit +615,952 Mrd. Euro.

 Ebenfalls auf der Aktiva-Seite der BUBA stieg die Kreditgewährung an die deutschen Kreditinstitute, LTRO2 lockte:

Die Entwicklung der Forderungen aus geldpolitischen Operationen (Kreditgewährung an deutsche Banken) der BUBA seit Januar 2002 bis März 2012. Im März 2012 stiegen die Forderungen der BUBA an die Banken aus den Refinanzierungsgeschäften gemessen an der Dimension von LTRO2 äußerst moderat um +26,578 Mrd. Euro zum Vormonat auf 74,600 Mrd. Euro.  Zum Hoch im Oktober 2008 betrug die Kreditgewährung 297,149 Mrd. Euro.

Warum sollten alle halbwegs aufgestellten deutschen Finanzinstitute auch Liquidität saugen, sie ertrinken bereits darin, auch im März oder gerade im März 2012, in Folge des LTRO2 wo gerade spanische und italienische Finanzinstitute zuschlugen, rollt die Zentralbankgeldwelle via Target2 grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr über das deutsche Bankensystem. In ihrer “Not” bunkern die deutschen Geschäftsbanken die an sie verbrachte Zentralbankliquidität in der Einlagefazilität und in der Termineinlage der BUBA:

Die Entwicklung der Einlagefazilität der BUBA seit Januar 2002 bis März 2012 in Mrd. Euro im Chart. Im März 2012 bunkerten deutsche Banken Zentralbankgeld in Höhe von 248,200 Mrd. Euro in der Einlagefazilität, nach 166,359 Mrd. Euro im Vormonat und nach 17,100 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Dies ist Überschussliquidität der deutschen Banken, welche derzeit in Ermangelung an adäquater Kreditvergabe an die Realwirtschaft bzw. anderen Aktivitäten (Interbankenmarkt) in der Einlagefazilität zu einem Zinssatz von nur 0,25% im Jahr geparkt wird.

Damit nicht genug, die nationalen Zentralbanken im Eurosystem (NZBs) können zusätzlich auch Termineinlagen anbieten (liquiditätsabsorbierende Operation des Eurosystems), die BUBA macht davon Gebrauch und die deutschen Banken bunkern auch hier zusätzlich zur Einlagefazilität ihre Zentralbankliquidität:

Die Entwicklung der Termineinlagen der Banken bei der BUBA im Chart, diese Möglichkeit gewährt die BUBA erst seit kurzem und sie wird genutzt. Im März 2012 legten deutsche Banken Zentralbankgeld in Höhe von 145,400 Mrd. Euro in den Termineinlagen der BUBA an, nach 146,241 Mrd. Euro im Vormonat und nach 38,919 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Es kam zum Vormonat zu mindestens hier zu keiner weiteren Steigerung.

Trotzdem zeigen Einlagefazilität und Termineinlage auf der Passiva Seite der BUBA-Bilanz die historisch einmalige Situation an, denn parallel zur Traget2 Forderung auf der Aktiva Seite spielte auch die Einlagefazilität bis Ende 2007 keinerlei Rolle und die Termineinlage bis sogar Anfang 2010. Im Zuge dieses Wahnsinns im Eurosystem, der die wirtschaftlichen Ungleichgewichte abbildet, die in einer Zahlungsbilanzkrise der PIIGSBF-Staaten mündete, mutiert die BUBA zum Nettoschuldner des eigenen Bankensystems. Denn bestimmt man die Nettoforderungen/Nettoverbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten, so wie es im konsolidierten Wochenausweis des Eurosystems, aus Aktiva Position 5.0 (Forderungen aus geldpolitischen Operationen gegenüber Banken) abzüglich Passiva Positionen 2.2, 2.3, 2.4, 2.5 und 4.0 getan wird, ist die BUBA eindeutig Nettoschuldner:

Die Entwicklung der Nettoforderungen/Nettoverbindlichkeiten der BUBA gegenüber den deutschen Kreditinstituten in Mrd. Euro seit Januar 2002 bis März 2012 im Chart. Die BUBA mutierte in Turbogeschwindigkeit vom Nettogläubiger zum Nettoschuldner der deutschen Banken (MFIs -Monetary Financial Institutions). Im März 2012 betrug die Nettoverbindlichkeit -319,00 Mrd. Euro, nach -264,578 Mrd. Euro im Vormonat! Die Mindestreserve als Einlage der deutschen Banken bei der BUBA bleibt bei dieser Betrachtung außen vor, da die Mindestreserve eine feste Verpflichtung der Banken ist.

Was zeigen uns diese Daten, das Eurosystem ist nahezu irreparabel degeneriert! Während die BUBA uneinbringbare Forderungen aus Target2 anhäuft und dies in atemberaubender Geschwindigkeit, ertrinken deutsche Banken in Liquidität, die über Target2 zu ihnen transferiert wurde und die sie nun in Ermangelung von Kreditvergabe und funktionstüchtigen Interbankenmarkt bei der BUBA bunkern, während dort wo Kapital eigentlich dringend zum wirtschaftlichen Aufbau gebraucht wird (Südperipherie), die Bankeinlagen mittels der Kreditgewährung von Zentralbankgeld (LTROs) im Auftrag der Kunden von PIIGSBF-Banken über Target2 zu den DNLF-Banken über das Zentralbankensystem verbracht werden.

Die Bilanz der BUBA, die Target2 Forderung und die Einlagefazilität sind ein Teil des Mahnmals für den ökonomischen Aberwitz einer Währungsunion von Volkswirtschaften mit sehr unterschiedlicher Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit, von Unterschieden die sich seit Bestehen des Euro immer weiter ausbauten, statt sich zu schließen und deren ziemlich letzter Kitt noch Zentralbankgeld ist, als Rücklaufsperre vor der Zahlungsunfähigkeit der wirtschaftlichen Verlierer innerhalb der Währungsunion.

Quelle Daten: Bundesbank.de/Monatsbericht April 2012

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52 KommentareKommentieren

  • der Bauer vom Hunsrück - 23. April 2012

    exponentielles Wachstum innerhalb eines “Biotops” (= räumlich und zeitlich begrenzter Lebensraum) führt immer zum Kollaps, immer!

    • georg - 23. April 2012

      ich befürchte dieser biotop heisst erde
      gruss georg

      • peterb - 24. April 2012

        Nicht Erde, Menschheit.

  • HaPennyBacon - 23. April 2012

    Standby, und dann Good-Bye?
    Der Süden nicht koscher und im Norden keine Möglichkeiten der Geldanlage. Was nu, warten bis zum großen Knall oder gelingt es noch mal der großen Politik das viele gebunkerte Geld in Bewegung zu setzen?
    Ist wirklich ein Dilemma das wir derzeit haben. Investieren in was, das ist die große Frage. Wettbewerbsfähig gegenüber wen und wie lange? Was passiert überhaupt in Sachen Inflation wenn sich diese Unsummen tatsächlich in Bewegung setzen sollten?

  • M.E. - 23. April 2012

    Und die Renditen der Bundesanleihen nähern sich langsam der “Geld-in der Matratze-Rendite”.
    Mein Gott sind wir stabil, mit unseren über 2 Billionen Euro Staatsschulden und Null Vorsorge für den kommenden demographisch bedingten Kostenanstieg.
    Es muss schon Anlagenotstand pur herrschen, wenn einem Land mit solchen Verschuldungskennziffern das Geld geradezu aufgedrängt wird, mit negativen Realrenditen über alle Laufzeiten.

  • Erich - 23. April 2012

    Dem Markt ist schon längst klar, das das gegenwärtige Eurosystem so nicht weiter aufrecht erhalten werden kann. Und das sind nicht irgendwelche böse Spekulanten, das sind auch die kleinen Anleger der Defizitstaaten, die ihr Geld vorsorglich in Sicherheit bringen wollen. Deshalb haben diese Staaten im Eurosystem auch keine Chance mehr, aus ihrer Misere herauszukommen. Staatlich gelenkte Investitionsprogramme haben nie die Effizienz wie die Anlagen der dortigen sachkundigen Bewohner.

    Die Gelder werden erst nach einem Austritt und einer entsprechenden Abwertung dieser Länder aus dem Eurosystem wieder zurückfliessen. Für die Fluchtgelder gibt es dann entsprechende Aufwertungsgewinne, die letzten Endes die deutschen Steuerzahler bezahlen.

    • micha - 23. April 2012

      Tja, ich würde ja die Club-Med-Fluchtgelder bei ihrer Rückkehr kräftig besteuern, und dadurch die sonst nicht eintreibbaren Target-Forderungen der Buba begleichen.

      Aber warum hab ich nur das flaue Gefühl, dass es genau so kommen wird, wie du geschrieben hast. Ich freue mich schon auf die Supa-Buba-Sonder-Rettungs-Steuer (selbstverständlich “alternativlos”).

  • schnauzevoll - 23. April 2012

    “Und das sind nicht irgendwelche böse Spekulanten…”

    Nein, auf gar keinen Fall. Das sind die Hartz4 Empfänger, die gerade aus Undankbarkeit ihre Depots weltweit auflösen. *Muahahahaaaaa*

  • Andres Müller - 23. April 2012

    Das Vertrauen in die Papierwährungen ist wohl immer schwieriger zu vermitteln bei solchen Daten. Mir scheint selbst die gebündelte Kraft von IWF und ESM (ca. 1.2 Billionen) wird zusammen nicht mehr ausreichen den Untergang der Euro -Titanic zu verhindern.

  • MagnaBavaria - 23. April 2012

    Ufff, das ist mal wirklich heftig!

  • micha - 23. April 2012

    Die Frage, die sich einem da aufdrängt: Wie lange geht das noch gut? Kann so ein system (künstlich / beliebig lange) aufrecht erhalten werden?

    Ich befürchte nur irgendwie, dass -wenn es dann doch knallt- dann wird es gaaanz schnell gehen…

    • Andres Müller - 23. April 2012

      “Kann so ein system (künstlich / beliebig lange) aufrecht erhalten werden?”

      Theoretisch ja, denn wir haben es hier mit Fiat Money Währungen zu tun. Fiat Money kennt keine bestimmte Schulden-Obergrenzen -wenn sie alle Einig sind. Einziger Grund für den Systemzusammenbruch liefert dann aber der Vertrauensverlust in einen grossen Brocken des Systems. Das kann eine Grossbank sein oder ein grösserer Staat, der Schulden nicht mehr bezahlen kann. Europa ist nicht darauf angelegt jeden beliebigen Staat freizukaufen durch Drucken von Euros zu diesem Zweck. Aus diesem Grund kennt Europa bisher eben doch noch eine Grenze der Schuldenausweitung, nämlich bedingt durch das gegenseitige Misstrauen Schulden nicht mehr zurückzahlen zu können. An diesem Punkt sind wir wohl schon fast angelangt. Einen bestimmten Punkt wann das System zusammenbricht gibt es aber nicht, weil wie gesagt das Fiat Money System theoretisch grenzenlos Liquidität bereitstellen kann. Der Zusammenbruch wird durch die Politik eingeleitet werden (müssen), nicht durch das Finanzsystem. Politisch wird man sich dann einig sein, dass es so nicht mehr weitergehen kann, das ist schon alles -mit allen den fürchterlichen Folgen.

  • wolfgang - 23. April 2012

    Es begann mit einer ideologischen Anmaßung, die vermeindliche strategische Überlegungen über die praktische Vernunft stellte::
    http://www.uni-konstanz.de/FuF/wiwi/laufer/HANS.html

  • wolfgang - 23. April 2012

    Man kann das ganze tragisch nennen. Das was Helmut Schmidt und andere erreichen wollten: Frieden in Europa, werden sie mit Hilfe des Euro zerstören.

    • Hallowach - 24. April 2012

      Frieden in Europa mit Hilfe einer Währung sichern? DAS KANN NICHT die Motivation für die Erschaffung des Euros gewesen sein.

  • M.E. - 23. April 2012

    Ja, micha,
    wenn der erste größere Dominostein fällt, eagl ob Spanien, Italien, Großbritannnien, Japan – oder als initialer Dominostein etwas unwahrscheinlicher die USA – , dann werden die Schockwellen sehr schnell durch alle Regionen und durch alle Sparten (Banken, Versicherungen, Hedgefonds, Pensionsfonds, Börsen) donnern.
    Dann heißt es nur noch: too big to bail!
    Und nach dem Donnern wird eine Weile gespenstische Ruhe sein auf den Weltfinanzmärkten, völlig Erstarrung.
    Für ein solch globales, plötzliches und alle Bereiche der Finanzmärkte erfassendes Großereignis gibt es keine Blaupause, weder vom Ablauf , noch von den Reaktionsmöglichkeiten her.
    Trotrz des (wenngleich meist blutleeren) Aufschwungs der Jahre 2010/2011 hat man die immer weitere Aufschuldung nicht stoppen können. Im Gegenteil – sie ging bei fast allen Staaten deutlich schneller voran, als während des letzten schuldengetrieben Aufschwungs 2003 bis 2007.
    Durch wirtschftliches Wachstum aus “den Schulden herauszuwachsen” ist eine völlig wirlichkeitsfremde Fiktion. Jeder Aufschwung ist nur noch um den Preis immer schnellerer Aufschuldung zu haben.
    Da man keine wirkliche Bereinigung zugelassen hat in den letzten Jahrzehnten, ist das Schuldsystem dermaßen aufgebläht worden, dass kleinere partielle oder regionale Bereinigungen keine Abhilfe mehr schaffen. Der globale und umfassende Crash ist nach dieser fortgeschrittenen Subprimisierung fast des gesamten Finanzsystems unausweichlich.
    Oder man müsste einen sehr weitreichenden Vermögens- und Schuldenschnitt planmäßig durchführen. Aber dazu fehlen sowohl der Mut, als auch die Übereinstimmung in den Absichten der internationalen Akteure.
    Wenn ein Land oder selbst eine Ländergruppe zu dem Schluss kommen würden, dass ein genereller Schulden- und Vermögensschitt unumgänglich geworden ist, dann würden andere (zum Beispiel die Ölexportstaaten, oder die Pensionsfonds) ihr Veto einlegen, weil sie den Status Quo bis zum bitteren Ende durchziehen wollen, aus ihrer Interessenlage heraus.

    Also wird es zur chaotischen Version der großen Schulden- und Vermögensverdampfung kommen.

    Ein spannenes Jahrzehnt, dieses zweite Jahrzehnt des neuen Jahrtausends. Mit Potenz für Geschichtsbuchreife.

    • Andres Müller - 24. April 2012

      Da gehe ich Einig mit ihrer Analyse M.E.

      Damit einher gehend stellt sich wohl nur noch die Frage was geschieht nachdem sich die Potenz zum Geschichtsereignis in die Realität entladen hat und wir uns sämtlichen Vermögens entledigt gegenseitig anstarren. Chaos, Krieg oder velleicht etwas ganz Anderes, ein Leben das sich dem Ballast von Fiat Money entledigt, neue bessere Regeln zum Leben mit sich bringt?
      Zwingend ist es nicht das es nach dem Kollaps noch schlimmer wird.

    • peterb - 24. April 2012

      “Mit Potenz für Geschichtsbuchreife.”

      Das kann man doppelt unterstreichen!

  • titoslavija - 23. April 2012

    ich finde es ist an der Zeit über den ESM zu reden, der das abdriften der europäischen in eine diktatur der schlimmsten form bedeutet.

    • dank - 24. April 2012

      Das Thema ESM blenden wir mal lieber bis zur EM aus – erstens fällt es dann gar nicht auf, wenn der Nachrichtensprecher anstatt EM mal ESM sagt. Dazu lässt sich beim fußballvernarrten Volk schlechthin in genau dieser Zeit die Abstimmung im Bundestag durchdrücken, ohne mit viel Widerstand zu rechnen. ;-)

      War Sarkasmus:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Stabilit%C3%A4tsmechanismus

      http://www.freiewelt.net/blog-3949/der-finale-esm-vertrag—ende-von–demokratie-und-parlamentsvorbehalt-.html

      btw: Finanztechnisch ist der ESM mit seiner realen Grundeinzahlungen ein Blendwerk und wird nur die an den Finanzmärkten täuschen, die dumm sind oder sich zum eigenen Vorteil täuschen lassen wollen.
      Ansonsten ist das Ding einfach frech – ohne Kontrollmöglichkeit und Einflussnahme & schlicht eine Sch*einerei. Damit gibts dann Eurobonds durch die Hintertüre – bis wir in 5 Jahren wieder genauso dastehen.

      Weitergesponnen:
      Gerettet wird da wieder im TBTF-Segment und der Bürger bürgt bis die Knochen brechen und kann dann mit Hosenknöpfen oder Schubkarrenladungen zahlen – oder noch besser: Beides gleichzeitig. Oder es wird das Bargeld komplett abgeschafft und alle bilanztechnischen Zahlen mit einem Top-Secret Vermerk versehen. Dann kann der Gouverneursrat nach Belieben im Rechner die Währungsnullen erzeugen, wie er will. Die EZB wird vom ESM aufgesogen, die Buba samt der anderen nationalen Notenbanken dazu – Target2 & ELAs wären damit auch vom Tisch – praktisch, nicht?

      Unser FinMin ist so dahinter, um in die Geschichtsbücher einzugehen, (Wolfi, der Vereiner; Wolfi der Erretter) und gleichzeitig so selbstherrlich zu glauben, dass so etwas gegen das Volk und ohne dessen Willen samt Zustimmung gemacht werden darf. Dazu darf Klein-Schläuble dann endlich auch mal mit einer Dicken Bertha Wumme auf die bösen, bösen Spekulatius-Jungs schießen. Glaubt er – ganz Politiker eben.

      So ein Europa und europäischen Zwangszusammenschluß will ich nicht.

      • Andres Müller - 24. April 2012

        “So ein Europa und europäischen Zwangszusammenschluß will ich nicht.”

        Es wird wohl kaum zu einer Volksabstimmung kommen.

  • Oliver - 23. April 2012

    …heißt das jetzt insgesamt, daß die deutschen Banken tatsächlich versuchen in einer abstrakten Form zu “sparen”? – also aus Sicht der Bank der “bestmögliche” finanzielle Werterhalt (auch Wertsteigerung) durch die Bundesbank eher gegeben ist, als durch eine beliebige realwirtschaftliche Investition?

    Die (un)wahrscheinliche Rendite einer realwirtschaftlichen Investition ist also geringer als die sehr sichere gleichwertige Bundesbankeinlage minus sicherer Geldmengenausweitung und sonstige sicherer Verluste. Der zur Zeit erwartete realwirtschaftliche Verfall ist also größer als der aktuelle Werteverfall des Geldes. Eine Umkehrung würde erst bei genügend großer Inflation bzw. genügend großen sonstigen Verlusten (Abgaben, Steuern auf Nichtinvestitionen oder “Sparen”) eintreten – ein Szenario, was von vielen mitlerweile erwartet wird…

    Ein zweites Szenario würde den “realwirtschaftlichen Verfall” aufhalten müssen, der aus meiner Sicht darin besteht, daß der Wirkunsgrad all jener Produkte (tatsächlicher Wert durch nomineller Preis) im Vergleich zur tatsächlichen Kaufkraft so weit verringert ist, daß für einen Konsumenten eine Nachfrage keinen Sinn ergibt. Da ein nominell kleinerer Preis die absolute Kaufkraft der Konsumenten (Löhne) schwächt und ein größerer tatsächlicher Wert (Material) die Preise treibt, sehe ich hier nur die Möglichkeit die in den meisten Preisen versteckten Zinszahlungen und Gewinnmargen zu reduzieren. Banken müßten ihre Kredite abschreiben und die Aktienkurse müßten nach unten korrigiert und Ausschüttungen vermieden werden.

    Sind diese Gedankengänge nachvollziehbar?

    • dank - 24. April 2012

      Ja, es sieht danach aus.

      Szenario1: Die Banken bunkern ihr Geld bei der Buba und wollen die LTRO schnellstens wieder loswerden bzw. warten m. E. im Moment darauf, ob die angesprochene Umkehrung eintritt, um aus den Vollen schöpfen zu können oder Kriegskasse zu haben.

      Szenario2: Glaube nicht, dass sich das Kapital so leicht von der Realwirtschaft angreifen lässt, indem zu Gunsten des Wachstums/Konsums auf Zinsen, Margen oder Dividenden verzichtet wird. Selbst wenn sich der Hund damit selbst in den Schwanz beißt. Bei der darauffolgenden Kapitalflucht heißt es dann eher: Den letzten beißen die Hunde.

  • titoslavija - 24. April 2012

    mit der einführung des euro= beschluss der schuldenunion
    mit dem esm-vertrag= beschluss einer europäischen diktatur, bei dem die einzelnen staaten ihr hoheitsrecht auf ihre staatsfinanzen verlieren.

    die am schlechtesten mögliche diktatur, da die nationen ihre selbstständigkeit beraubt werden. und deren regierungen nicht mehr auch nur im ansatz in der lage sind die interessen ihrere völker zu vertreten.

    • Georg Trappe: - 24. April 2012

      Falsch! Die Hoheitsrechte am Geld- und Bankensystem wurden mit dem Grundgesetz Art 88
      und dem Bundesbankengesetz an eine unabhaengige!!!! Zentralbank (inzwischen supranationale EZB) und die Geschaeftsbanken uebertragen. Das ist seit 1949/1952 so.
      http://dejure.org/gesetze/GG/88.html
      http://www.bundesbank.de/download/presse/publikationen/bbkgesetz.pdf
      http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_04.pdf

    • Georg Trappe: - 24. April 2012

      Wichtige historische Stationen finden sich hier:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsbank
      http://de.wikisource.org/wiki/Bankgesetz
      http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_zur_Neuregelung_der_Verh%C3%A4ltnisse_der_Reichsbank_und_der_Deutschen_Reichsbahn
      Nachdem die deutschen 1% mit Hilfe der Harzburgerfront Hitler aufs Schild gehoben hatten, unterstellte dieser 1937 das Bankwesen direkt seiner Regierung. Ohne diese Massnahme waere die fuer die damaligen deutschen Wirtschaftskapitaene hoch profitable Finanzierung der Kriegsvorbereitungen nicht moeglich gewesen. Nachdem das kreditfinanzierte Projekt “Deutschland ueber alles” gruendlich in die Hose gegangen war, wollte man nie wieder einer deutschen Regierung, schon garnicht einer demokratisch gewaehlten, die Macht ueber das Bankensystem geben. In diesem Sinne ist der im April 2000 von der ZEIT veroeffentlichte Aufsatz von Breuer mit dem Titel: “Die fuenfte Gewalt” aeusserst interessant zu lesen.
      Das die gleiche Koalition aus deutscher Industrie und deutschen Banken das Projekt Europa und die Waehrungsunion genutzt hat, um ihre wohl niemals aufgegebene “Vision” von wirtschfatlicher Hegemonie voran zu bringen, belegt Target2.
      Das es wieder schief gehen und in einer Katastrophe enden musste, liegt an der pathologischen Natur dieser Vision.

      • Oliver - 24. April 2012

        In einer “idealen” Welt mit “idealen” Menschen mag diese “ideale” Trennung von “Bankensystem” und “Regierung” ja ideale Wirklichkeit sein…

        Das Problem liegt immer dort, wo die Betroffenen blind für eine Wahrnehmung sind. In diesem Fall ist es so, daß die “nominelle Regierung” und die “wirkliche Regierung” nicht identisch sind (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech). Die “wirkliche Regierung” hat wahrscheinlich besseren Zugriff auf das Bankensystem als die nominelle (vgl. diverse Indizien und Verschwörungstheorien). Auch werden die meisten Gesetze nicht mehr von der nominellen Regierung ausgefertigt, geschweige denn gelesen bzw. verstanden…

        Die Abweichung bzw. der Verfall der faktischen Werte (z.B. geringer Regierungswirkungsgrad, geringer Demokratiewirkungsgrad) bzgl. der Werte des nominellen Modells (Gesetze und “gesetzte” Begriffe, z.B. Regierung regiert durch Gesetze, Volk übt Macht aus durch Wahlen) stellt eine politisch-moralische Wertinflation dar, die man auch als Korruption bezeichnen kann.

        Da die “Wächter” der (politisch-moralischen) Wertstabilität selbst diesem Verfall anheimfallen, stochern sie im Dunkeln und finden zu den richtigen Begriffen nur die falsche Wirklichkeit und zu der richtigen Wirklichkeit falsche oder gar keine Begriffe. Fast alle theoretischen Modelle (finanztechnisch, politisch, ökonomisch, ökologisch, kosmologisch, klimatechnisch) versagen an ihrer eigenen Korruption (interessant ist hier noch die Frage: Ist die Wirklichkeit korrupt, weil sie dem Modell nicht entspricht oder ist das Modell korrupt, weil es der Wirklichkeit nicht entspricht?).

        Eine unschätzbare Korrekturarbeit liefern diverse “Verschwörungstheorien” deren Leistung darin besteht, daß sie die verzogenen Begriffe und Vorstellungen wieder auf die Wirklichkeit ab zu bilden versuchen.

        LG

        • Georg Trappe: - 24. April 2012

          Wie die “Unabhaengigkeit!!!!” der Zentralbank (Art. 88 GG) gemeint war und gestaltet wurde ist offensichtlich.
          Wie die “Sozialpflichtigkeit” des Eigentums (Art14 Abs2 GG) gemeint war und gestaltet wurde auch.
          Bei der “Gleichheit” der Menschen (Art 3 GG) sieht es nicht anders aus. Der Artikel wurde sogar schon von Verfassungsrichtern! herangezogen um wirksame Vermoegenssteuern und Begrenzungen der Kapitalakkumulation unmoeglich zu machen.

          Willkommen in der Plutokratischen Republik Deutschland

        • Georg Trappe: - 24. April 2012

          Meine Interpretation der “Offenbarungen” durch Taget2 sieht so aus;
          http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/04/was-die-entwicklung-der-target2-salden.html

    • Georg Trappe: - 24. April 2012

      Eine wichtige Figur ist Schacht:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Hjalmar_Schacht
      Bruenning hat mindestens zwei Fehler gemacht.
      Austerity und er hatte den deutschen 1% damit gedroht ihre Machenschaffen in der Bankenkrise von1931 oeffentlich zu machen. Darauf waren die nicht gut zu sprechen und der Weg in die kreditfinanzierte Katastrophe war frei:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Harzburger_Front
      http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Bankenkrise

    • Georg Trappe: - 24. April 2012

      Und hier noch die Industrielleneingabe, die Schacht mit unterzeichnet hat und in der Hindenburg Hitler nahegelegt wurde Hitler zum reichskanzler zu ernennen.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Industrielleneingabe

  • Georg Trappe: - 24. April 2012

    Die Vorstellung die Probleme mit Geld- und Zinspolitik alleine kurieren zu koennen ist irrsinnig.
    Dazu Austerity in den am staerksten gebeutelten Staaten ist Irrsinn hoch zwei. Man muss an die wirklichen Ursachen und die liegen viel tiefer als es die neoliberalen Stuemper der Politik- und Wirtschaftselite es wahr haben wollen. Und die sog. Wirtschaftswissenschaften sind ganz nebenbei nicht in der Lage oder nicht willens eine ueberzeugende Analyse dieser tiefer liegenden Ursachen zu liefern. Siehe auch:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/04/wirtschaft-ein-optimierungsproblem.html

  • schnauzevoll - 24. April 2012

    Ich lese ja viel auf den Nachdenkseiten. Aber in letzter Zeit wird dort gerne Paul Krugman präsentiert. Dessen “Erfolgrezept” scheint

    1. Expansive Geldpolitik der EZB
    2. Höhere Inflation von ca. 4% in z.B. Deutschland
    3. Konjunkturprogramme

    Ich kann diesen Mist einfach nicht mehr ertragen, egal, was der für Preise eingeheimst hat. Muss man “Ökonom” sein oder BWLer, um einen ähnlich verwirrten Geist wie bei den Juristen zu begründen?

    Das dem Ami nichts anderes einfällt als die Druckmaschinen anzukurbeln, damit die verf*ckten “Märkte” keine Panik mehr haben, ist ja nichts Neues. Aber das auch die Nachdenkseiten diesen Kokolores unterstützen, ist unbegreiflich!

    Wenn die Banken dem Mittelstand kein Geld zur Verfügung stellen und die Banken untereinander nicht trauen, dann gibt es nur einen Königsweg: Verstaatlichen! Finanztransaktionssteuer, Millionärssteuer, Erhöhung der Kapitalertragssteuer auf min. 70%. Dann gezielt den Mittelstand und Kleinunternehmen mit billigen Krediten helfen. Bürokratieabbau. Weg mit den handelskammern, GEZ und anderen Zwangsgeldeintreibern. Weg mit dem Meisterzwang, absolute und uneingeschränkte Berufsfreiheit. Einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 11,50€, Abschaffen von Leiharbeit oder diese entsprechend “unattraktiv” für die Arbeitgeber machen. Dann kann man von mir aus haufenweise Konjunkturprogramme reißen. Aber wenn die scheiß Inflation von 1,9 auf 4% steigt, dann kann ich einpacken! Es sei denn, man realisiert ein soziales Auffangnetz ohne wenn und Aber, damit nicht der Kleine Mann wieder einmal durch das Raster fällt.

    Es ist doch unglaublich. Da soll eine expansive Geldpolitik die Märkte beruhigen (wieder einmal) und wenn es um den Hartz4 Satz oder um die Pflegeversicherung geht oder Kindergärten oder Bildung oder …oder….. oder…, dann wird gejammert ohne Ende.

    Langsam komme ich in eine gefährliche Stimmung!

    • schnauzevoll - 24. April 2012

      Nachtrag: Für mich stiegen dann die Portokosten, Fahrtkosten und das Material, dass ich benötige, um meine Kunden zu beliefern. Jedoch kann ich keine höheren Preise verwirklichen, weil die Konkurrenz auch zu kämpfen hat und sich sonst ein Unterbietungswettbewerb ausbildet. Da für die nächsten 3 Jahre ein Vollzeitgehalt wegfällt, muss ich das zum Leben erforderliche Kapital erwirtschaften. Vielleicht muss ich dann wirklich irgendwann “aufstocken” und mich der Willkür der Agenturen beugen. Ich finde, dass muss verhindert werden!

  • naivling - 24. April 2012

    Das das Weltfinanzsystem bald zusammenbricht ist das beste, was der Menschheit passieren kann. Weil dann können die Menschen lernen, wie man mit grossen Krisen gemeinschaftlich umgeht. Dieser Lernprozess wird bitter nötig sein, weil sobald die natürlichen Resourcen erschöpft sind, dieses Wissen Basis sein muss, um mit den noch grösseren Problemen fertig zu werden, die irgendwann demnächst anstehen.

  • Erich - 24. April 2012

    Letzen Endes kann das Eurosystem nur aufrecht erhalten werden mit einem gewaltigen Transfer in die Defizitländer. Und damit meine ich Summen in der Grössenordnung vom halben Bundesetat, also so etwa 150 Mrd Euro jährlich. Man muss sich dazu ja nur die Defizite und Target2-Zahlen der letzten Jahre zusammenrechnen.

    Da zu glauben, das könnte man unseren Reichen abknöpfen, ist in dieser Größenordnung natürlich Illusion. Da werden alle verzichten müssen, auch die Harz4-ler, sorry. Vermutlich wird es einen Mix geben zwischen einer erweiterten Reichensteuer, und einer kräftigen MWSt.-Erhöhung.

    Das Drucken von Geld, um es dann nur in den Defizitländern auszugeben, bewirkt den Transfer halt über die Inflation. Das betrifft die Armen aber sogar noch mehr als eine MWSt.-Erhöhung, da deren Ausgaben für Waren mit voller MWSt. nur ein Viertel ihrer Einnahmen ausmachen.

    Die Frage ist ganz klar, sind wir bereit für diesen Verzicht? Wenn nicht, dann haben wir natürlich erst mal das Umstellungsproblem mit erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen. Die damit verbundene Aufwertung kostet natürlich auch etwas. Die aufgelaufenen Kredite an unsere Europartner müssen wir wohl in jedem Fall zum grossen Teil abschreiben.

    • klaus - 24. April 2012

      @Erich

      Lieber Erich, hast du den Driftmann von der IHK gefrühstückt?

      Wie kommst du darauf, das vom Hartz IVler bis zum mittelständischen Betrieb
      mit 50 Mann noch jemand sparen möchte?

      Schon mal was von Liquidieren und Insolvenz gehört?
      Willst du neue Gesetze?

      Die Leute wählen nicht nur anders, wie in Holland, die
      wandern evtl. aus.
      Willst du den Neuen, manchmal kommen auch Alte mit, aus dem Ausland
      die deutsche Sprache beibringen und das BSP zu stärken?

      Die Leute gehen schon lange den etwas direkteren Weg.

      Das würde ich bei jeder Kürzung von Krankenkasse und Rente/Lohn bedenken !

      Oder willst du Deutschland-Fahnen verteilen, die bei der nächsten Fußball EM/WM
      für die Mitternachtsschicht von McDonalds jubeln sollen?

      Das ist GottseiDank vorbei.

      ;)

      • Lothar - 24. April 2012

        Auswandern? Wohin denn? Ja wenn man es noch nie versucht hat, dann sieht .

        Auswandern war schoen in den Jahren 2005-2008 wo es ueberall geboomt hat, aber wandere mal in Zeiten von Rezession aus – viel Spass. Ich habs hinter mir.

        Erich ist durch den Wind wenn er glaubt das alles genauso weiter laufen wird nur mit mehr weniger realem Geldwert. Ne, dann haetten wir nichts als weitere Insolvenzverschleppung. Irgendwann wird auch er es verstehen.

  • M.E. - 24. April 2012

    Ja, Naivling,
    es bestünde tatsächlich die Chance zu einem Lernprozess.
    Allerdings fürchte ich, dass bevor dieser Lernprozess hin zu einer gemeinschaftlichen Krisenbewältigung einsetzt, erst einmal eine Zeit eines verschärften Verteilungskampfes (fast) jeder gegen jeden und jede Gruppe gegen jede andere Gruppe angesagt ist. Mit ziemlich unangenehmen, letztlich krisenverschärfenden Konsequenzen.

  • naivling - 24. April 2012

    Hallo M.E.,

    absolut, da gebe ich Dir recht. Aber die Hoffnung ist, dass sich in einer Krisensituation, die Gruppen als überlegen erweisen, die gemeinschaftlich an den gemeinsamen Problemen arbeiten. Das wäre ein Fortschritt gegenüber des jetzigen Ansatzes, fair, aber egoistisch zu handeln.

  • vom Hunsrückbauern - 24. April 2012

    Es nützt ja nix hier dauerhaft zu debattieren und lamentieren, wir müssen auf die Strasse und “unseren” gewählten Volksvertretern in den Allerwertesten treten wenn sie nicht spuren. Versuche das mal bei den vielen Gutmenschen und dem Füllhorn an Zivilcourage in D, das kannste vergessen!
    Die Jungen und Mutigen werden sich den neuen Wachstumsmärkten anschließen, der Rest bleibt und richtet es sich soweit wie möglich ein.
    Wunschdenken und Stimmung Schnauzevoll´s teile ich – aber s. o. Der deutsche Michel wurde inzwischen 2 Generationen erfolgreich indoktriniert, diffamiert, denunziert. Wer sollte das, wie und warum, ändern, wenn nicht er selber; und widerum s. o.
    Wir sind drittklassig, was unsere politisches Selbstverständnis angeht, wir sind zweitklassig, was unsere Bildung angeht, wir sind erstklassig, was unsere Bequemlichkeit, Behäbigkeit angeht.
    D ist Friedefreudeeierkuchen mit medialem Sahnehäubchen. Wir haben seit 50 Jahren gut gelebt, besser als viele andere und prognostizieren das in die Zukunft und die, die versuchen die Zukunft anhand von Entwicklungen vorauszusehen, Konsequenzen abzuschätzen, etc. sehen schwarz.
    Seit nunmehr einigen Jahren habe ich selber für mich ein politisches Bewußtsein entwickelt und schwanke immer noch zwischen politischer Aktivität in einer Partei und der Frage, für wen?
    Um mich herum herscht Unwissenheit, Dummheit, Ignoranz, Gleichgültigkeit, selten Aufgeschlossenheit, noch seltener Verständnis, also für wen?
    In D herrscht der Seidenraupenkokon, es dringt nix raus und nix hinein und wenn er ins Wasser geworfen wird um ihn aufzufädeln, ist es zu spät.

    • MagnaBavaria - 24. April 2012

      Da fällt mir spontan das Lied ein,trifft bei uns in D leider Gottes zu:

      Die Ärzte -Deine Schuld

      Lass uns diskutieren, denn in unserem schönen Land
      Sind zumindest theoretisch alle furchtbar tolerant
      Worte wollen nichts bewegen, Worte tun niemandem weh
      Darum lass uns drüber reden, Diskussionen sind ok”

      Nein – geh mal wieder auf die Straße, geh mal wieder demonstrieren
      Denn wer nicht mehr versucht zu kämpfen, kann nur verlieren!
      Die dich verarschen, die hast du selbst gewählt
      Darum lass sie deine Stimme hören, weil jede Stimme zählt

      ..

  • kurzdump - 24. April 2012

    Wenn man die Entwicklung der Vermögensverteilung in Deutschland zwischen 2002 und 2007 linear in die Zukunft projiziert besitzen bis zum Ende des Jahrzehnts 20% der Bevölkerung 85% des Vermögens – wir wären dann gleichauf mit der USA von heute. Dort wäre man aber inzwischen bei 20% besitzen 95% angekommen.
    Die den 20% zufließenden Vermögen können den Kaufkraftverlust der restlichen 80% niemals ausgleichen weil diese 20% schon heute aus dem Vollen schöpfen können, mehr Vermögen sich daher nur zu geringem Anteil in zusätzlichem Konsum niederschlagen wird.

    Die Kaufkraft des Mittelstandes kann unmöglich substituiert werden – die oberen Dezilen müssten so unglaublich königlich leben dass eine Revolution unausweichlich wäre.

    Für mich sieht es danach aus, als wäre die Vermögensverteilung an ihre Grenzen gestoßen. Die oberen Dezilen erfahren nur noch fiktive Gelvermögenszuwächse die sich nicht kaum mehr bewegen (Geldumlaufgeschwindigkeit geht gegen Null), während der Mittelstand schleichend dezimiert wird durch den an Fahrt gewinnenden Rückgang des Konsums (kritische Schwelle überschritten).

    Mit dem Anstieg des Vermögensgefälles werden auch Motivation (Ehrgeiz), Bildung und Fortschrittsgeschwindigkeit zurückgehen.

    Es wäre an der Zeit die Bail-Outs und Rettungsschirme für die Großvermögenszuwächse auszumustern.

  • Erich - 24. April 2012

    @klaus

    sicher nichts von alledem, was Du da angeführt hast, ich habe nur von dieser ganzen Eurogeschichte immer mehr die Nase voll. Gigantische Rettungspakete – und wie man am Beispiel Griechenlands klar erkennen kann, nichts davon kommt wirklich bei den Griechen selber an, zumindest nicht bei denen, die es am nötigsten hätten. Statt dessen rettet man nur die Banken, die leichtsinnigerweise zu viel Geld verliehen haben, und man finanziert damit die Kapitalflucht der Reichen aus diesen Ländern, Kapital, das diese Länder weissgott selber brauchen könnten. Vernünftiger wäre es sicher gewesen, diese Banken und Versicherungen mit kräftigen Abschlägen ihrer Kredite zu bestrafen, und anschliessend ala Commerzbank wieder mit neuem Kapital zu versehen. Dann müssten die Kapitalgeber wenigstens selber auch für hre Fehler einstehen, und nicht die Steuerzahler. Bei Griechenland und Irland ist es dafür wohl schon zu spät, bei Spanien im vollen Gange, und bei Italien wirds nimmer lang dauern. Danach kommt wohl noch Frankreich und Belgien.

    Ich sehe nur nicht, wie man das innerhalb dieses Eurosystems lösen könnte, Einschränkungen des Kapitalverkehrs passen wohl schlecht zur Freihandelszone, und Abwertungen sind definitionsgemäß ausgeschlossen.

  • vom Hunsrückbauern - 24. April 2012

    @ Erich
    von den Geldtransfers kommt sicher nichts bei den “normalen” menschen in GR an. Gegen die Kapitalflucht nicht vorzugehen ist ein Unding, absolut indiskutabel und nicht tolerierbar – aber gesetzlich legal, von der EU garantiert. Banken und/oder Versicherungen Abschläge auf Auge zu drücken, drückt auch die Vermögen, bis hin zur Pleite. Möchte nicht wissen, wie die Inhaber der 90 Mio. Kapitallebensversicherungen in D reagieren würden, wenn “ihr” Versicherer plötzlich vor der staatlich verordneten insolvenz stünde. Sie anschließend mit neuem Kapital auszustatten, nun, der Fall Coba zeigt ja, dass die Vertreter des Staates selbst in einem solch einfachen und konkreten Fall zu blöd sind und sich über den Tisch ziehen lassen. Wir werden es ausbaden und die Alternative kann m. E. nur heißen, alles was zwingend lebensnotwendig ist für die Volkswirtschaft, den Staat, die Bevölkerung innerhalb eines Territoriums, ist ausschließlich vom Staat zu erbringen und darf nie in die Hand des Kapitals gelangen. dazu gehören m. E. ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Gesundheitswesen, Daseinssorge, Altersruhegeld, etc. Für diese wesentlichen gesellschaftlichen Sicherungselemente muß auch die Gesellschaft einstehen. Also weg mit den Beitragsbemessungsgrenzen, weg mit Riester, etc. Die Gesellscahft garantiert durch den von ihr gebildeten Staat alle wesentlichen und wichtigen Daseinsicherungsmaßnahmen auf einem Niveau, das leben läßt und motiviert. So lange wir hierüber keine Diskussion und Konsens erzielen, ist alles andere Makulatur, weil jeder gegen jeden kämpft und meint, ich kann das besser. Die Belastung von Arbeit muß runter, die Belastung von Kapital = Maschinen hoch, das ist jedoch nach BWL wenig produktiv, aber nach VWL sinnvoll. Wir müssen uns entscheiden, was wir wollen. Sol lange wir uns vor der Diskussion darüber drücken, bleibt Alles blabla.

  • Marcus - 24. April 2012

    Wir verteilen die Target2 – Forderungen an alle Bürger und machen im Süden während den Schulferien Urlaub… Dann haben wir wenigsten noch was davon …

  • klaus - 24. April 2012

    Sieht aus, als ob Griechenland seine Insolvenzverteiler bereits
    für die Abwahl vorgesehen hat.

    6. Mai ist es soweit.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/verschleppungstaktik-griechenland-stuerzt-noch-tiefer-ab/6548884.html

    Obwohl, ich glaub eher, das fast das gesamte Parlament auf den Nutzwert weiter
    pochen wird.
    Da werden von Regierungsseite vielleicht noch Syrische Methoden
    eingesetzt.
    Dem Dicken trau ich nicht !
    Wir hatten auch mal einen der sein Ehrenwort über
    das GG gestellt hat.

    ;)

  • Frank Bell - 25. April 2012

    Der Baltic Dry Index steigt und steigt. Ich glaube nicht, dass der irgend etwas anzeigt, was einen Schluss auf die wirtschaftliche Lage zulässt. Denn der starke Einbruch hatte keinerlei Folgen in der Realwirtschaft, ganz im Gegensatz zu dem, was man immer meint.

    • Querschuss - 25. April 2012

      Hallo Frank Bell,
      der BDI ist jetzt bei 1116 Indexpunkten, beim Cape Size liegt der Frachtpreis SPOT 4 TCE AVG jetzt bei 6542 Dollar und damit immer noch unter den laufenden Betriebskosten, ganz zu schweigen von den Kosten mit Zinsen und Abschreibungen. Sie dir mal den Langfristchart an und dann sieht man immer noch ein Preisniveau der Frachtraten wie zuletzt vor 10 Jahren, nur das die Preise für die Reedereien seit dem explodiert sind, siehe u.a. Ölpreis. Die Frachtpreise unter den Betriebskosten lassen keine Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Lage zu? Zumindestens gemessen an den geschaffenen Kapazitäten ist sie für die Reedereien zu schwach!

      Gruß Steffen

  • Knut34 - 25. April 2012

    Warum beschwert sich die Buba nur (etwas) statt zu handeln.

    Um die Target 2 forderungen zurück zu fahren müsste sie nur Kapitalexport aus Deutschland verursachen. Wäre das nicht trivial?

    1. Die Buba eröffnet ein Wertpapierdepot in allen PIFGIBS
    2. Die Buba überweist z.B. EUR 300 Mrd nach Italien auf ihr neues Depotkonto
    3. Die Buba kauft Anteile von Unternehmen, die Aktien werden in das Depot eingebucht
    4. Die Buba macht einen Depotübertrag auf ein deutsches Kreditinstitut (sich selbst?)

    Folge der Aktion wäre
    1. Reduzierung der Forderung der Buba an das Eurosystem von EUR 300 Mrd.
    2. Reduzierung der Verbindlichkeit der Banca d´Italia an das Euro System um EUR 300 Mrd.
    3. Sekundäreffekte: (1) Italien wird das Geld wieder aus Target 2 ziehen, was die Buba dann wieder ABER NUR ZUM TEIL bereit stellen muss (2) Geldschöpfung in Italien

    Any thoughs?

    • Michael S. - 26. April 2012

      Hallon Knut,

      “Warum beschwert sich die Buba nur (etwas) statt zu handeln”

      Weil die Bundesbank nicht einfach handeln kann, sie ist Teil der EZB.

      “Um die Target 2 forderungen zurück zu fahren müsste sie nur Kapitalexport aus Deutschland verursachen. Wäre das nicht trivial?”

      Kurzfristig geht das sicher, aber wieso sollte das Kapital später nicht wieder zurück fließen nach DE.

      “1. Die Buba eröffnet ein Wertpapierdepot in allen PIFGIBS
      2. Die Buba überweist z.B. EUR 300 Mrd nach Italien auf ihr neues Depotkonto
      3. Die Buba kauft Anteile von Unternehmen, die Aktien werden in das Depot eingebucht
      4. Die Buba macht einen Depotübertrag auf ein deutsches Kreditinstitut (sich selbst?)”

      Das Beipiel ist utopisch siehe oben. Außerdem trifft es den Punkt nicht. Zielführend wäre nur:
      Die BUBA kauft Aktien welcher z.B. ein Italiener (der ein Konto bzw Depot bei einer italienischen Bank hat!!!) besitzt. Somit fließt Zentralbankgeld bzw der Anspruch darauf nach Italien, was die deutsche Targetforderung reduziert. Ob das besser ist wenn der deutsche Steuerzahler dann für den Wertverlust dieser Aktien zu zahlen hätte, naja….

      Ist alles aber egal da die EZB gar kein Interesse daran hat die deutsche Targetforderungen zu reduzieren.

      Gruß Michael S.