China: HSBC PMI bei 49,7 Indexpunkten

von am 22. Februar 2012 in Allgemein

Die HSBC-Bank berichtete heute Morgen für China zwar einen verbesserten Stimmungsindikator für das Verarbeitende Gewerbe, der sogar auf ein 4-Monatshoch stieg, allerdings notiert der Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) weiter knapp unter 50 Punkte. Ein PMI-Index von über 50 Punkten deutet auf einen Expansionskurs im Verarbeitenden Gewerbe hin. Indexstände von unter 50 Punkten signalisieren dagegen eher eine Schrumpfung im Verarbeitenden Gewerbe.

Die Entwicklung des HSBC-PMI für China seit Januar 2004 im Chart. Im Februar 2011 stieg der vorläufige Stimmungsindex für den Februar 2012 auf 49,7 Indexpunkte, nach 48,8 Punkten im Vormonat und signalisiert damit eine Stimmung, die auf ein leicht nachlassendes Wachstum im chinesischen Verarbeitenden Gewerbe schließen lässt.

Der HSBC-PMI ist ein Stimmungsindikator für das Verarbeitende Gewerbe, der mehr die kleineren Unternehmen im Fokus hat und dieser wird anhand einer Befragung von mehr als 400 Unternehmen in China ermittelt. Die vorläufige Bekanntgabe basiert auf der Auswertung von 85%-90% der bereits erhaltenen schriftlichen Antworten aus der monatlichen Umfrage.

Allerdings darf man die “miese” Stimmung der Befragten chinesischen Einkaufsmanager nicht überbewerten, sie deutete bisher nur auf eine nachlassende Wachstumsdynamik hin, denn diese “miese” Stimmung korreliert bei den belastbaren harten Daten, so zum Output der Industrieproduktion immer noch mit einem Wachstum von über +10,0% zum Vorjahresmonat. Beim bisherigen Tief der gemessenen Stimmung im November 2008 mit nur 40,9 Indexpunkten, korrelierte der PMI noch mit einem Wachstum der Industrie von +5,4% zum Vorjahresmonat. Selbst die HSBC-Bank räumte in einem ihrer früheren Statements ein, dass ein PMI von 48 Indexpunkten einem Wachstum der Industrieproduktion von 12%-13% entspricht. Richtig ist natürlich, dass bereits nur durch ein nachlassendes Wachstum in China, sich die weltweit gegenseitig verstärkenden Abwärtsrisiken erhöhen.

China legte in den letzten zwei Jahrzehnten eine beispiellose Industriealisierung hin, mit enormen Wachstumsraten und geleisteter Wertschöpfung. Die Werkbank der Welt generierte auch im Jahr 2011 mit seinem Verarbeitenden Gewerbe, dem Bergbau und der Energieversorgung eine nominale Bruttowertschöpfung von 39,99% des nominalen BIPs, wie die ebenfalls gerade heute Morgen veröffentlichten detaillierten Daten des National Bureau of Statistics of China zeigen:

Die Entwicklung der nominalen Bruttowertschöpfung nur der breit gefassten Industrie (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) seit 1978 in Billionen Yuan im Chart. Im Jahr 2011 stieg die Bruttowertschöpfung der Industrie um nominal +17,3% an, auf 18,857 Billionen Yuan, dies entsprach 39,99% des nominalen BIPs. Das reale Wachstum der Bruttowertschöpfung gab die Statistikbehörde mit +10,7% zum Vorjahr an.

Zusammen mit dem Baugewerbe das 3,202 Billionen Yuan zur Bruttowertschöpfung 2011 beitrug addierte sich die die nominale Bruttowertschöpfung des gesamten Produzierenden Gewerbes (Secondary Industry) auf 22,059 Billionen Yuan, dies waren 46,78% des nominalen BIPs von 47,564 Billionen Yuan (7,301 Billionen Dollar) im Jahr 2011. Wenn man davon ausgeht, dass die chinesische Statistik nicht in extremen Dimensionen, die Überzeichnung des BIP-Wachstums wie im Westen übertrifft, dokumentieren diese Daten wirtschaftliche Stärke, gerade die beispiellose Bruttowertschöpfung der Industrie, die im Übrigen um das 5,9-fache die Wertschöpfung aus der Bau-Blase übertrifft und somit auch die Risiken der Fehlinvestitionen und Blasenbildung am Immobilienmarkt etwas relativiert.

Noch eines machen die detaillierten Daten aus der chinesischen VGR deutlich, seit 2 Jahrzehnten steigen die Bruttoanlageinvestitionen im hohen zweistelligen Bereich, so 2011 um +23,8% und dies verdeutlicht den entscheidenden Unterschied zum Elend der Südperipherie der Eurozone, wo Investitionen in industrielle Wertschöpfung kräftig rückläufig sind. In China stiegen 2011 nur die Investitionen in das Verarbeitende Gewerbe um +31,8% zum Vorjahr auf 10,259 Billionen Yuan!

Die pure Betrachtung der Daten verdeckt zugegebener Maßen die Risiken, die aus dem rasanten Wachstum selbst resultieren, aus dem nicht nachhaltigen Exportmodell, aus potentiellen Fehlinvestitionen vor allem am Immobilienmarkt und der wachsenden Schere bei Einkommen und Vermögen der Bevölkerung, miesen Arbeitsbedingungen und schlecht bezahlten Jobs und dem Raubbau bei Ressourcen und Umwelt, die mit dem rasanten Wachstum einhergehen. Allerdings für die einseitige Sicht auf die Risiken gilt dasselbe, denn sie verkennt die enorme geleistete Bruttowertschöpfung und die ökonomische Stärke die sich hinter den VGR-Daten verbirgt.

Quelle Daten: Markiteconomics.com/HSBC Flash China Manufacturing PMI Februar 2011, Stats.gov.cn/Statistical Communiqué on the 2011 National Economic and Social Development

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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30 KommentareKommentieren

  • Roland - 22. Februar 2012

    China hat schon noch Pfeile im Köcher, um eine ernsthafte Kriese zu vermeiden.
    1. Infrastruktur. So sollen z.B. in den kommenden 5 Jahren im Westen Chinas 15.000 km neue Einsenbahnstrecken gebaut werden.
    2. Wohnungen. Um das Überangebot abzubauen, hat soeben Shanghai den Residenten erlaubt, eine 2. Wohnung zu kaufen.

    Aber:
    Es könnte sein, dass die Anlageinvestitionen gerade im Hinblick auf nachlassende Exporttätigkeit zu groß dimensioniert sind.
    Das würde ein Einbrechen dieser Investitionen auslösen und eine deutliche gesamt-wirtschaftliche Abwärtsbewegung.

    Wir werden sehen.

  • georg - 22. Februar 2012

    pfeile im köcher…
    vor allem hat china unendlich viel öl….
    gruss georg

    • Roland - 22. Februar 2012

      Zum “Glück” schiesst sich die EU mit dem Ölembargo gegen den Iran gerade selbst ins Knie. China kann die frei werdende Menge hochwertigen Öls (sweet crude) hervorragend gebrauchen.

      p.s.
      Eine veritable Ölkrise übersteht die Weltwirtschaft nicht – auch China wird dann keine Ausnahme machen.

  • M.E. - 22. Februar 2012

    Hallo Georg,
    wie kommst Du zu dieser Erkenntnis? China hat zwar in den vergangenen Jahren seine Ölförderung noch geringfügig steigern können, auf mittlerweile knapp 4 mb/d. Aber nun dürfte China etwa an seinem Förderhöhepunkt angekommen sein. Die neuen und teilweise teritorial umstrittenen Offshore-Vorkommen sind von der Größe her Peanuts im Vergleich mit den alten und zunehmend erschöpften großen Offshore-Feldern, insbesondere den Riesenfeldern von Daqing, die die besten Zeiten klar hinter sich haben.

  • georg - 22. Februar 2012

    m.e
    das war reine ironie
    exponentielles wachstum was china ja wohl zum überleben braucht geht nur mit unendlich viel und sehr billigem öl
    gruss georg

  • titoslavija - 22. Februar 2012

    erlaubt mir kurz was abseits des themas zu sagen: ich hab grad ein paar artikel von mainstream medien durchgelesen, und fast in jedem steht drin, dass die wirtschaft griechenlands um 6,1% im jahr 2011 geschrumpft sei, dabei ist bereits seit tagen bekannt, dass die wirtschaft m 6,8% geschrumpft ist. da fragt man sich wirklich ob die journalisten besoffen sind oder die statistiken absichtlich fälschen!

  • M.E. - 22. Februar 2012

    Hallo Georg,
    da bin ich voll drauf reingefallen. Hätte ich mir eigentlich denken können, dass Du es ironisch meinste.
    Ein sachlicher Fehler war übrigens in meinem Beitrag. Ich meinte natürlich die alten onshore- und nicht offshore-Felder.
    Übrigens: seine Kohlereischweite hat China in knapp 20 Jahren dank verdreifachter Förderung mal eben mehr als gedrittelt. Wurde Anfang der 90er Jahre noch eine Reichweite bei chinesischer Kohle von 180 Jahren gesprochen, so ist die Reichweite schon unter 60 Jahre abgerutscht.
    In etwa 10 Jahren dürfte dann der nationale Peak Coal überschritten sein. Das werden lustige Verhältnisse auf dem Weltsteinkohleexportmarkt werden, von dem wir dann auch zu 100% abhängig sein werden.

    • Roland - 22. Februar 2012

      Wo ist das Problem ?
      In 60 Jahren kann selbst China auf alternativen Energien basieren.

      Europa doch erst recht.

  • M.E. - 22. Februar 2012

    Oh Gott, immer diese Tippfehler in der Eile!

  • Pisa - 22. Februar 2012

    und für den Bedarf, den die alternativen Energien nicht decken, gibt es Braunkohle (fast) ohne Ende

  • M.U. - 23. Februar 2012

    Kohle fördern -> zu Treibstoff verflüssigen um -> Kohle fördern -> zu Treibstoff verflüssigen um -> Kohle fördern -> zu Treibstoff verflüssigen um -> Kohle fördern -> zu Treibstoff verflüssigen um -> Kohle fördern -> … ein modernes Perpetuum Mobile.

  • M.U. - 23. Februar 2012

    Alternative Energien? Das Einzige was daran alternativ ist sind die scheinbar alternativlosen Ansprachen in dieser Richtung. Von was reden diese Leute eigentlich? Tausende Atommeiler, hunderttausende Windrädchen, Milliarden von PV-Panels? Das ist vollkommen utopisch. Da dürften wir uns Tag und Nacht mit nichts anderem mehr beschäftigen. Wo sind die mega großen Projekte die in ca. 20-25 Jahren voll Einsatz bereit sind? Bis jetzt ist da nur ganz viel heiße Luft. Wie heißt es beim Poker? Ich will sehen!

    • aquadraht - 23. Februar 2012

      Was soll die Polemik, M.U.? China hat im letzten Jahr knapp 19GW “Windrädchen” aufgestellt, womit die nationale Kapazität der Windparks auf 62GW gestiegen ist. Weltweit wurden 2011 WEA mit 41GW Leistung aufgestellt, über die Hälfte davon in Asien. China ist darüber hinaus weltweit führend (fast 80% der weltweiten installierten Leistung) bei solarthermischen Anlagen zur Warmwasserbereitung. Weltweit sind das 183GW(th) 2010, davon 25 GW in 2010 neu erstellt. Die erneuerbaren Energien schicken sich an, zum grössten Industriemarkt auf dem Anlagensektor zu werden. Von “nur ganz viel heisse Luft” kann da keine Rede sein.
      Übrigens sind allein in Nordwestchina 12 grosse Windparks im Bau, von denen jeder im Endausbau 16GW Leistung haben wird (gegen 2020). Das ist etwa soviel wie die gesamte weltweite Windenergiekapazität von 2011.

      a^2

      • M.U. - 23. Februar 2012

        Auf das Loblied hab ich schon gewartet. Schön für China!

        Lass mich kurz Nachdenken! 2010 Weltweit über 500 Exajoule = ca. 15000 GW. 20-25 Jahre vorwärts bei derzeitigem Techporno sind dann vielleicht schon 30000 GW (eher noch mehr). Viel Spaß beim basteln! Und ich will immer noch sehen!

        • aquadraht - 23. Februar 2012

          Und was soll der Schwatz? Es ist recht trivial, dass es mit den konventionellen Energieträgern nicht endlos so weitergeht. Und es geht hier nicht um ein “Loblied für China”, sondern darum, was machbar ist und gemacht wird. Die technischen und energetischen Potenziale für einen Umbau der Energiewirtschaft sind vorhanden. Soweit sie unzureichend genutzt werden, liegt das zu einem großen Teil an den Interessen der traditionellen Energiewirtschaft, die sich in vielen Ländern gegen einen Umbau stemmt.

          Dass es nicht auf Dauer mit dem Energieverbrauch so weitergehen kann wie bisher oder in den Zeiten des billigen Öls, ist eine andere Sache.

          a^2

        • aquadraht - 23. Februar 2012

          Nebenbei: Joule in W umzurechnen ist schon etwas dilettantisch. Möglicherweise meinst Du, dass man zur Produktion von 500EJ/Jahr eine Leistung der Energieerzeuger von 15TW braucht.

          Hier zeigt sich die Aporie solcher Brachialvergleiche. Zur Weltenergieproduktion zählen Küchenherde wie Grosskraftwerke oder Fernwärmeerzeuger. Ohne differenzierte Analyse und Bewertung kommt man da nicht weiter.

          Mir kommt das wieder mal so vor, dass sich jemand seine Apokalypse nicht kaputtmachen lassen will.

          a^2

        • dank - 23. Februar 2012

          Vorab: Ich bin für Photovoltaik und Windräder.

          Auch auf das es gleich als Nonsens rausstellt (aber wer nicht fragt…), hab ich trotzdem seit 2 Wochen einige Fragen im Kopf,
          was die großen Mengen in China, Nordsee,… der alternativen Energien betrifft:
          Erhitzt sich die Luft über einer Photovoltaikanlage nicht mehr als über einem normalen Dach/Freifläche?
          Bremsen Windräder den Wind nicht etwas ab?

          Zweimal ja?

          Dann erzeugt praktisch der eine Effekt Wind, wo weniger/keiner wäre (Thermodynamik)
          und der andere bremst den Wind, wo er stärker wäre (Energieerhaltungsgesetzt).

          Sicher nur zwei kleine Faktoren und bei Einzelanwendung lachhaft, aber diese hoch multipliziert mit den
          weltweiten Volumen dieser beiden Anlagenarten sind schon etwas größer. Großflächige Anwendung könnte
          sich da durchaus auswirken, nicht?
          Dazu noch in dem Stil in dem es in den großen Ländern wie China angewendet wird – in so mancher
          Reportage sind da ja Flächen und Planungen zu sehen, die fast den Geist sprengen.

          • aquadraht - 23. Februar 2012

            Was die Abbremsung des Windes angeht, so ist die nicht anders als wenn da ein Baum oder ein Felsen stünde. Das spielt sich ohnehin alles in der untersten Schicht der Windereignisse, der Prandl- bzw. dem untersten Teil der Ekmanschicht ab. Die entnommenen Energien sind winzigste Bruchteile dessen, was die planetaren Luftbewegungen an Energie enthalten, und diese Energie wird durch die Sonneneinstrahlung dauernd regeneriert.
            PV dürfte wie jeder dunklere Körper eher Wärme absorbieren, ein bei hohen Temperaturen lästiger, wenn auch beherrschter Effekt, da die PV-Leistung bei höheren Temperaturen abnimmt.

            Also von der Seite sehe ich keine Probleme. Wenn überhaupt, gibt es welche bei den Ressourcen, vor allem bei Neodym im Falle der WEA. Allerdings ist auch das substituierbar.

            a^2

          • dank - 23. Februar 2012

            Soweit verstanden, danke.

            Wobei große PV oder Windpark-Anlagen ja dann schon viele Bäume oder Felsen wären – ein Wald?
            Über einem weißen Auto wabbert die Luft im Sommer weniger als über einem schwarzen. Das schwarze erhitzt sich schneller und auch extremer und gibt dann auch länger Wäre ab.
            Global unrelevant ok, aber regional bei Riesen-Anlagen wird sich regional das Klima ein wenig ändern (und ist nicht “100.000 mal regional” auch irgendwann “global regional”)?
            Quadratkilometer voller Anlagen muss sich doch dann auswirken?
            Sehe besonders in China immer den Hang zu diesen (notgedrungenen?) Übertreibungen in Größe und Ausdehnung,

            Alles sehr überspitzt geschrieben – ganz klar!

  • jo - 23. Februar 2012

    Das mit den alternativen Energien ist schön und gut, nur muss man ein Mehrfaches an ‘theoretisch möglicher’ Leistung installieren als man später realistisch abgreifen kann.

    Abgesehen von den fehlenden wirtschaftlichen Speichermöglichkeiten.

    Schlussfolgerung, falls nicht ein oder mehrere Genies was erfinden muessen wir uns wohl vom breiten Wohlstand, Massenmobilität, Kredit- und Konsumgetriebenen Wirtschaftsmodell verabschieden.

    Dowongrading ist angesagt, mit möglichst wenig Ressourcen möglichst weit kommen, fängt beim Verzicht auf warmes Badewasser (nur noch Duschen!) an und hört bei ……. auf.

  • Kartoffel - 23. Februar 2012

    Kann mir einer Erklären was VGR bedeutet?
    VR=Volksrepublik
    PRC=Peoples Republic (of) China
    VGR=Volks Griechische Republik?
    In der Chinesischen Sprache gibs diese elenden Abkürzungen so nicht. DDR-Seuche.
    Gruß Kartoffel

  • M.E. - 23. Februar 2012

    “Allein mit dem Einsatz von EE-Gas kann das Speicherproblem relativ kostengünstig gelöst werden.”

    Hallo aquadrat,
    Windgas ist eine extrem teure Speichermöglichkeit. Die reinen Speicherkosten liegen bei 12 bis 24 Cent pro KWh.
    Wenn bis 2020 unter irrsinnigem Aufwand pro Jahr eine Windgaskapazität von 1 Milliarde Kubikmetern pro Jahr zu erreichen wäre, so wäre das sensationell.
    Das wären dann etwas mehr als 1 Prozent des deutschen Gasverbrauchs.
    Da Gas etwa 23% des Gesamtenergiemixes in Deutschland stellt, bedeutet 1 Prozent des Gasverbrauchs einen Anteil von ca. 0,25% von Windgas am Gesamtenergieverbrauch in Deutschland.
    Und selbst diese Milliarde Kubikmeter werden bis 2020 mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% nicht erreicht werden.

    • aquadraht - 24. Februar 2012

      Woher kommt diese Angabe? Die Speicherkosten für EE-Methan sind exakt die selben wie für anderes Erdgas. Und die Erdgasspeicher werden das ganze Jahr über genutzt, sie können Gas für den Energiebedarf von Monaten speichern.

      Wieviel in den nächsten 8 Jahren realisiert werden kann, wird sich zeigen. Neue Technologien setzen sich nicht über Nacht durch, können aber mitunter schnell Durchbrüche erzielen. Ich darf mal darauf hinweisen, dass durchaus seriöse Prognosen der neunziger Jahre den Windenergieanteil an der Stromerzeugung der BRD im 20-Jahreszeitraum bei deutlich unter einem Prozent ansiedelten.

      Der gegenwärtige Markt für Wind-to-Gas dürfte in den derzeit abgeregelten Kapazitäten auf Grund des unzureichenden Netzausbaus liegen. Hier fallen die ohnehin nicht mehr sehr hohen Gestehungskosten des Windstroms von 4-6Ct/KWh nicht als Vollkosten an, da dieser Strom sonst gar nicht verwertet würde. Wie sich das in den nächsten Jahren oder über das Jahrzehnt hinaus entwickelt, muss sich zeigen. Anfang des Jahrtausends hielt man die Offshore-Windenergie für den Hauptwachstumsträger.

      a^2

  • M.U. - 24. Februar 2012

    7 oder gar 12 Milliarden -> MENSCHENWÜRDIG?

    Never!!!

    Mir kommt das wieder mal so vor, dass sich jemand seine Utopie von einer technologischen Gesellschaft nicht kaputtmachen lassen will.

  • M.U. - 24. Februar 2012

    Was bei diesen Rechnungen immer fehlt sind die Abriss und Beseitigungskosten vorhandener Strukturen. Wenn man die vollumfänglich einrechnen würde sind die Kosten wahrscheinlich schon jenseits von gut und böse. Geschickte Taktik -> vererben an die Kinder, Enkelkinder, Ur-Enkel, Ur-Ur-Enkel und Ur-Ur-Ur-Enkel.

    Ein Windrädchen aufstellen ist ja immer nur die halbe Wahrheit.

    • dank - 24. Februar 2012

      Das ist nicht korrekt – aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Kosten für Abriss und Beseitigung bei “Windrädchen” weder den Rahmen noch die Rentabilität sprengen. Wer sich näher dazu informieren will, kann gerne bei einer ortsansässigen Windkraftanlagenbetreiberfirma anfragen, wenn es um das Thema einer Beteiligung/Bau/Betrieb/Rückbau (in Ursprungszustand) geht. Bei seriösen Anlagen mit Bürgerbeteiligung ist dies bereits alles schon vorher einberechnet/gepreist und damit mit jeder KWh stückchenweise bezahlt. Rechnet sich trotzdem.

      Dieses negative Argument trifft bislang alleinig auf die Atomkraft zu, was Abriss, Entsorgung und Beseitigung betrifft.

      Bei Photovoltaik ist diese Problematik noch nicht vom Tisch – aber sollten die Prognosen zutreffen kann es passieren, das es so geht wie mit dem Altmetall/-stahl: Vor nicht vielen Jahren musste für die Abholung durch den Entsorger bezahlt werden; mittlerweile (als begehrter “Rohstoff”) gibts dafür sogar Geld und die Menschen sammeln zuhause im Container – nicht weil sie das Geld dringend brauchen – sondern weil es sich rechnet und es was Gutes für uns und die Umwelt ist. Ebenfalls eigene Erfahrung.

      • M.U. - 24. Februar 2012

        Ich denke nicht! Man darf halt die Beräumung diverser Minen nicht vergessen. Üblicherweise sind die Minengesellschaften immer insolvent wenn es ans große Aufräumen geht. Die Kosten bleiben dann an der Allgemeinheit hängen und die Kosten die wir schon heutzutage dafür aufwenden sind nur ein Teil der Wahrheit. Denn oft sind wir technisch gar nicht in der Lage dazu (s. Wismut mit aber Millionen Kubikmetern Schlamm, oder Montana mit einem Stausee voll mit arsenverseuchten Schlamm). Lediglich kosmetische Sanierungen. -> Erbe an die Nächsten.

  • Holly01 - 24. Februar 2012

    ” Bruttowertschöpfung des gesamten Produzierenden Gewerbes (Secondary Industry) auf 22,059 Billionen Yuan, dies waren 46,78% des nominalen BIPs von 47,564 Billionen Yuan (7,301 Billionen Dollar) im Jahr 2011. ”
    Ich wünschte mir, einen Weg auch in Deutschland zu solchen Zahlen zurück zu kehren. Ansonsten sagt meine Kristallkugel, wir sollen uns weniger Sorgen machen. Sorgen ist destruktiv, was wir brauchen sind Ideen und Kreativität in deren Umsetzung.
    Ob sich etwas Gesamtbilanziell rechnet ist im Momentr nicht der entscheidende Faktor, der Weg zu dezentralen autarken Einheiten ist wichtig.
    Wenn sich Häuser energetisch neutral betreiben lassen, dann ist es vielleicht auch möglich in einem weiteren Schritt einen Gewinn zu erwirtschaften.
    Dämmen für den Winter und lüftensowie be-, entfeuchten für den Sommer ohne Energieverbrauch von aussen wäre schon gut.
    Überschüsse im Solarbereich zu Wasserstoff umwandeln, der dann als Speicher dient ist technisch machbar (auch im kleinen Maßstab).
    Die Chinesen fangen tausende Projekte an, die auf hunderten Konzepten beruhen, die interessieren sich für Machbarkeit. Wirtschaftlichkeit und Serienproduktion kommt da erst später.
    Wir setzen zu sehr auf das “Zuendedenken” und Gesamtkonzept. Wir verlieren uns zu sehr im hätte, könnte, sollte und die Umgebungsvariablen sind zu schwer abschätz bar, also lassen wir es lieber.
    Wir nutzen im Gegensatz zu China unsere noch vorhandene Manövriemasse zu wenig.