Container-Umschlag in den Terminals der U.S. Westküste

von am 21. März 2012 in Allgemein

Gastbeitrag von Hajo

In den beiden Container-Terminals des Großraums Los Angeles, Los Angeles und Long Beach, sowie dem Terminal von Oakland in der San Francisco Area werden fast 75 % aller Container aus dem asiatisch-pazifischen Raum (“Inbound”) bzw. in den asiatisch-pazifischen Raum (“Outbound”) umgeschlagen. Bei den Gesamtumschlägen in den USA haben diese Terminals einen Anteil von rund 50 %. Die Divergenz erklärt sich im Wesentlichen aus dem Sachverhalt, dass Kanada der Haupthandelspartner der USA vor China ist und ein erheblicher Teil der Container zwischen den Terminals an der Ostküste der USA bzw. den U.S. Terminals an den “Großen Seen” und den kanadischen Terminals an den “Großen Seen” transportiert wird.

Dieser Chart basiert auf einem rollierenden 12-Monate-Durchschnitt. Hier deutet sich bei den Importen wie im ersten Halbjahr 2007 seit Mitte 2011 ein Drehen der Kurve an.

Dieser Chart reflektiert die unbereinigten Daten. Hieraus wird deutlich, welch extreme saisonale Schwankungsbreite die Importe aufweisen. Der Chartlieferant merkt hierzu an: “Hauptsächlich wegen des chinesischen Neujahrsfestes brechen die Importe regelmäßig ein.” Im Februar 2012 lagen die Importe deutlich unter denen von 2010 und 2011.

Der Container-Outbound (=Exporte) liegt aktuell wieder auf dem Niveau von Mitte 2009. In Relation zu den Inbound-Daten blieb die diesbezügliche Enwicklung nach dem kurzfristigen “massiven Auftrieb” zwischen Anfang 2009 und Mitte 2009 im Kern sehr schwach.

Ich weise darauf hin, dass in den Übersee-Güterimporten per Containern die relativ höchsten Dollarwerte stecken. Diese liegen deutlich höher als die Dollarwerte von Rohöl- und Schüttgut-Importen.

Datenquelle: Calculatedriskblog.com/la area port traffic declines in

Hier ein Überblick über die global größten Container-Terminals mit Stand 2010:

Wikipedia.org/Containerterminal

U.S. Importe und Exporte in USD

Im Januar 2012 lag das Zahlungsbilanzdefizit aus dem Außenhandel mit Gütern und Dienstleistungen (Goods and Services) rund bei minus 52,6 Mrd. USD.

Dieser Chart zeigt die Entwicklung der Handelsbilanz der USA nur in Bezug auf Handelsartikel (Merchandise), die zum weitaus überwiegenden Teil in Containern transportiert werden. Hier betrug das Defizit in Q4/2011 minus 186,345 Mrd. USD. Nicht unter die Rubrik “Handelsartikel” fallen Ausrüstungsgüter (Capital Goods), z.B. Transportmittel, Baumaschinen, Waffen, industrielle Rohstoffe und Agrarrohstoffe.

Nachfolgend noch die Daten des Austauschs von Gütern und Dienstleistungen mit den beiden größten Handelspartnern im Januar 2012:

Importe aus China: rund 34,4 Mrd. USD – Exporte nach China: 8,4 Mrd. USD
Importe aus Canada: rund 27 Mrd. USD – Exporte nach Canada: rund 22 Mrd. USD

Der einzige Außenhandelssektor, mit dem die Amis noch “glänzen” können, ist der (Finanz-)Dienstleistungsbereich (“Services”). Hier hatten sie nämlich in Q4/2011 eine positive Handelsbilanz von 45 Mrd. USD.

Per Q4/2011 zeigten die saisonal bereinigten Exporte von Services ein Plus von 155 Mrd. USD.

Zum gleichen Zeitpunkt wiesen die saisonal bereinigten Importe von Services ein Minus von 110 Mrd. USD auf.

Quelle der Charts und Daten: Research.stlouisfed.org/Fred2 Datenbank

Kommentar: Insbesondere das sich ausweitende Handelsbilanzdefizit in der Rubrik “Handelsartikel” deutet darauf hin, dass die seitens der Politik gepriesene “deutliche wirtschaftliche Erholung” eine Münchhausen-Geschichte ist.

Gastbeitrag von Hajo

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

Print article

25 KommentareKommentieren

  • hko - 21. März 2012

    hübsch
    mal wieder gut weiter gedacht und eine interessante Betrachtungsweise

    was so wohl alles unter Services sich verbirgt?
    PWC, Ernest & Young, Deloitte oder gleich Standard & Poor’s und Moody’s?
    die finanzakrobatischen Gehirnwaschanlagen.

  • K.O.Tropfen - 21. März 2012

    Vielen Dank für die Erleuchtung des Allgemeinwissens um die Weltwirtschaft, den die gelenkte Presse und Politik zu keinem Zeitpunkt so ausführlich erklären will.

    OT: Gestern n-tv: Herr Fuchs vs Lauterbach und die Wahl in NRW. Fuchs: Den Aufschwung, die stabile Arbeitsmarktlage wie auch die geringen Arbeitslosenzahlen und das Wachstum ( der Export, der Export, der Export…) haben wir alleine Frau Merkel zu verdanken ( ich gebe das mal so aus meinen Gedanken wieder ).

    Ernest & Young haben uns doch gerade die geringen Arbeitslosenzahlen im Jahr 2015 versprochen, natürlich Vollbeschäftigung inkl. Herrje, die ewige Story. Ich bin müde davon.

  • Frank Bell - 21. März 2012

    Danke für den Beitrag!

    Man schaue sich den Harpex an, dann weiss man, wie die Lage wirklich ist – im Gegensatz zu der Propagandamaschinerie, von uns bezahlt mit Zwangsgebühren.

  • Hochmut kommt vor dem Fall: - 22. März 2012

    Die Globalisierung hat den Geldfluß zur Billigarbeit gebracht (Asien) und wird über Rohstoffeinkäufe weltweit (auch Afrika) und Serviceleistungen (zB. Indien) weiterverteilt. Das hätten die USA mit ihrer “ehrlichen” Entwicklungspolitik niemals so hinbekommen. Die 3. Welt floriert auch, endlich.

    Das Entsetzen der Europäer über die Globalisierung war denen damals egal. Die Geiz ist geil Mentalität kam auch zu uns, um asiatische Billigware zu kaufen, anstelle deutscher oder europäischer Qualität.

    Jetzt können sie ihre ungewollte Entwicklungshilfe (Globalisierung) wieder stoppen, bevor es zu spät ist. Die Globalisierung fährt mit ihrem Erfinder (USA) Schlitten.

    Darunter leidet der Euro aber nicht (mehr).

    • Georg Trappe: - 22. März 2012

      “Die Globalisierung fährt mit ihrem Erfinder (USA) Schlitten.”
      Allerdings “nur” mit “99%” der Amerikaner.
      Die 1% sind fein raus und verdienen sich auch an dieser Rodelpartie dumm und daemmlich.

    • Frank Bell - 22. März 2012

      @ Hochmut kommt vor dem Fall:

      “Die 3. Welt floriert auch, endlich”

      Das sehen (Schwarz-)Afrikaner ganz anders.

      • Lothar - 22. März 2012

        Die Asiaten auch, denn die Lebenskosten steigen schneller als der Lohn. So viele wuenschen sich ihr schoenes bequemes Landleben zurueck.

  • Georg Trappe: - 22. März 2012

    @Hajo
    Zuersteinmal vielen Dank fuer diesen Hinweis, der mal wieder in die Richtung weisst, die der Mainstream nicht wahr haben will.
    -
    Wenn ich auf das US Handelsbilanzdefizit und seine dramatische Entwicklung verweise und dabei Vergleiche zwischen den USA und z.B> Spanien anstelle, dann werden mir gelegentlich
    die NIIP (Net International Investment Positions) entgegen gehalten. Wenn man da rein schaut dann sieht man, das die Investitionen von nicht US Residenten in den USA sehr schoen mit dem Handels- bzw. Leistungsbilanzdefizit parallel laufen. Das Geld wird von den Lieferanten wieder in die USA transferiert und dort angelegt. Hoffentlich nicht in tripple A bewerteten Schrott;-). Wo ich bisher ein Verstaendnis Probleme habe und irgendwie keinen Knopf dran bekomme ist, woraus bestehen die gegengerechneten Auslandsinvestitionen der USA und was mir noch wichtiger erscheint, wo kommt das Geld dafuer her?
    Frisch gedruckt? Patriotische Kapitalflucht der amerikanischen 1%?
    Haben Sie Einblicke / Hinweise / Quellen, die mir bei der Beantwortung dieser Fragen weiter helfen koennten?

    Viele Gruesse
    Georg Trappe

  • ergo sum - 22. März 2012

    Ich finde folgende Angaben aufschlussreich in obigem Artikel:

    US-Warenexporte im Januar 2012: nach China 8,4 Mrd USD, nach Kanada 22 Mrd. USD.
    US-Dienstleistungsexporte in Q4 dagegen 45 Mrd USD.

    Schon viele Jahre bevor Deutschland den Titel des Warenexportweltmeisters an China abtreten musste, waren die US stets Dienstleistungsexportweltmeister. Das ist also offenbar trotz Krise auch heute noch so geblieben.

  • HAJO - 22. März 2012

    Ergänzung zu meinem Gastbeitrag:

    http://goldstocksforex.com/2012/03/21/container-shipping-trade-balance/

    In den letzten acht Monaten bis einschließlich Februar 2012 gingen aus dem Terminal von Los Angeles netto 40,2 % der Container leer raus.

    Wow!

    MfG
    Hajo

    • dank - 22. März 2012

      Das heißt in den Inbounds und Outbonds sind Leercontainer enthalten?
      Wenn ja ist das ja eine perfekte Sache für die USA um noch mehr zu
      verschleiern und Zahlen zu schönen.

      Danke für Deinen Beitrag!

  • HAJO - 22. März 2012

    @ergo sum

    Die von mir angeführten Exporte nach Canada und China sind keine “Warenexporte”, sondern Exporte von Waren und Dienstleistungen!

    MfG
    Hajo

  • hunsrückbauer - 22. März 2012

    wenn der $ keine Weltleitwährung mehr sein wird, was passiert dann in Amiland?

  • ergo sum - 23. März 2012

    @ hunsrückbauer

    Keine Sorge, der Renminbi ist ja immer noch fest an den Dollar gekoppelt und gehört damit momentan noch faktisch zum Dollarraum, und der Euro kann natürlich seit dem Schuldenschnitt sowieso nie wieder in Betracht gezogen werden. Vermutlich wird man sich eines Tages auf den chinesischen Vorschlag eines Warenkorbs einigen, wenn auch, wie die Chinesen meinen, frühestens erst in einem Jahrzehnt, denn China ist immer noch ein Entwicklungsland.

  • Georg Trappe: - 23. März 2012

    @ergo sum
    googeln Sie doch mal “China Waehrungs swap” bzw. “China Waehrungsabkommen”, da werden Sie staunen, wie konsequent, in welchem Umfang und mit wem das “Entwicklungsland” den Dollar als Leitwaehrung inzwischen umgeht. Selbst Japan! hat juengst ein Waehrungs Swap mit China abgeschlossen.

    http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,820602-2,00.html

    @hunsrueckbauer
    Die USA haben zwei Achillesfersen. Die Abhaengigkeit vom Oel und die Abhaengigkeit ihres “Geschaeftsmodells” vom Dollar als Leitwaehrung. Wenn dieses Privileg wegfallen wuerde und die USA wie alle anderen auch ihre Importe mit einer synthetischen “Weltwaehrung” bezahlen muessten, ueber die sie nicht die Hoheit haben, dann waere es von heute auf morgen vorbei mit Lustig. Der US$ wuerde massivst abgewertet, die USA wuerden unregierbar, da die Preise in USA durch die Decke schiessen wuerden. Die Weltwirtschaft und dort vor allem die Nationen, deren Wirtschaft an den Exporten nach USA haengt ,wuerde in ein Desaster ungeahnten Ausmasses abgleiten.
    Das letztere ist der Grund, warum das Sch….spiel der USA ueberhaupt so lange laeuft. Keiner hat ein Interesse diesen Kollaps herbei zu fuehren. Allen ist aber klar, dass es so nicht auf Ewig weiter gehen kann. China scheint der einzige zu sein, der den Mut hat sich Schrit fuer Schritt aus dieser blutsaugenden Abhaengigkeit zu loesen. Was daraus entstehen wird, ist meiner Meinung nach vollkommen offen.
    Aber solange in Europa die Transatlantiker und die durch die neoliberale Ideologie Verblendeten mit den USA gemeinsame Sache machen oder im Interesse der USA handeln
    wird Europa keine Chance haben diese Entwicklungen im Interesse der Menschen in Europa
    zu gestalten. So wie es zur Zeit aussieht, werden in Europa Zug um Zug soziale Errungenschaften abgebaut und der Weg dafuer bereitet, dass eine europaeische Plutokratie nach US Vorbild entsteht, in der Alles, aber wirklich alles den Interessen der 1% unterworfen wird. Leider haben die meisten Menschen keine Ahnung, was das fuer sie bedeutet. Wuerden sie hinter die Kulissen schauen und sich in Laendern umschauen, wo dieses programm schon umgesetzt wurde, dann wuerden sie ahnen, wohin die Reise geht und vielleicht den Hintern hoch kriegen und fuer ihre ureigensten Interessen kaempfen.
    So aber, wie die Dinge z.Zt. laufen, lassen sie es, sediert durch das mediale Trommelfeuer, einfach mit sich geschehen. Und in Deutschland ist man noch stolz darauf, dass man dabei “tuechtiger” ist als in Spanien, Italien, Portugal usw. usf..
    In Deutschland wird das boese Erwachen aber spaetestens dann kommen, wenn der z.Zt. ungebremste Zustrom billigen und “Sicherheit ” suchenden Kapitals beginnt zu versiegen.
    Denn dann beginnt diese “Abrissbirne” ihre realwirtschaftlich verheerende Wirkung zu entfalten.

  • hunsrückbauer - 23. März 2012

    was kriegt der ami denn da noch an der westküste?
    holzstäbchen aus china?

  • hunsrückbauer - 23. März 2012

    @ georg trappe
    der $ hat aber in Bezug auf Öl kein Monopol mehr. Insbesondere sog. unabhängige Länder wie, Indien, China, Russland, Brasil handeln und zahlen auch in anderen Währungen als $; z. T. weil sie müssen um an die gewünschten Rohstoffe zu kommen, z. T. weil sie wollen und z. T. weil sie keine $-Devisenreserven haben oder wünschen oder vom offiziellen Zahlungsverkehr ausgeschlossen sind. Deine (ihre) Meinung zum € sehe ich nicht so skeptisch. Amiland hat zwar versucht und versucht noch, den € platt zu machen um sich die größte Konkurenz vom Hals zu schaffen, aber es ist nicht gelungen und es wird m. E. auch nicht gelingen, da die Amiland-Wirtschaft immer noch dümpelt und die ZInsen für Staatsanleihen kräftig anziehen, die FED aber ein QE3 nicht überleben würde, ein echtes und wohltuendes Dilemma. Es kommt hinzu, dass gerade in den vom Ami propagierten Wirtschaftsraum Asien ihm immer mehr der Einfluß mit $ entgleitet augrund bilateraler Abkommen Jap-China, CHina-Korea, China-Ru… Lediglich EU hält noch treu als Vasall zum Ami aber auch das wird sich demnächst entscheiden, wieviel davon zu halten ist. Überfallen die US-Terroristen den IRAN, ist Amiland inkl. $ sofort gewesen, weil dann Alles, worauf der $ aufbaut, nämlich Öl in Schutt und Asche fällt, ein schelchtes FUndament. Wieviele EU-Länder sich daran beteiligen, die Frage würde ich mit EINS beantworten, GB, das hernach ebenfalls pleite ist und sich dann vermutlich ganz schnelle unter den €-Schrim retten wollen wird. Ru wird politischen und wirtshcaftlichen Druck auf die EU ausüben um die Vasallen des US-Imperiums zu befreien (ja zu befreien!) China wird ganz schnell ganz viele $-Reserven auf den Markt werfen, so dass der Krieg für Amiland doppelt teuer werden würde……bei einer anderen Konstellation oder weniger selbstmörderischem Szenario für das $-Imperium, hätte der terrorristische Überfall schon lange stattgefunden. Möglich, dass Israel Amiland den Krieg aufoktroiert, in diesem Fall wird der $-Zerfall noch schneller erfolgen, denn die Politik dieses Landes gebiert nur Feinde, die nur darauf warten.
    Ob das Alles für Eu spricht, wohl kaum, aber so lange wir alle (noch) schön ruhig halten, ist ja auch alles ok. Der treudoofe deutsche Schlafmichel schläft auch auf Stroh.

    • Georg Trappe: - 25. März 2012

      Was man nicht uebersehen darf, ist, dass die USA ein uneingeschraenkt souveraener Staat sind. Das sind die Euro Laender nicht mehr! Warum sage ich das? Nun ein uneingeschraenkt souveraener Staat hat die Hoheit ueber seine Waehrung und kann daher niemals zahlungsunfaehig werden. In den Euro Laendern ist das nicht mehr so, denn die Souveraenitaet ueber die Waehrung = Faehigkeit Geld zu schoepfen liegt alleine bei der EZB (und den Geschaftsbanken). Genau da hat die Wall Street den Keil angesetzt. Da Euro Staaten sich nur noch ueber die Maerkte finanzieren koennen, koennen sie zahlungsunfaehig werden. Dies entwickelt eine negative Rueckkopplung auf das Bankensystem, das traditionell ueber grosse Bilanzpositionen in Form von Forderungen gegenueber Staaten verfuegt. Ehemals als “risikolos” eingestufte und mit triple A bewertete Staatsanleihen koennen von den Rating Agenturen innerhalb kuerzester Zeit in Grund und Boden herabgestuft werden. Damit verlieren diese Bilanzpositionen der Banken an Wert und ein durch US Hypotheken Schrott ins Schlingern gebrachtes Bankensystem wird bis an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.
      Der einzige Ausweg ist, die so entstandenen Loecher mit Zentralbankgeld zu stopfen und zwar sofort und ohne Zoegern um die Wirkung dieser negativen Rueckkoplung moeglicht sofort zu unterbrechen.
      Wenn die Euro Laender und ihre Politiker ein wirkliche Solidargemeinschaft waeren, die ihr Handeln an den Interessen von Mehrheiten orientieren, dann haetten sie das von Anfang an und ohne mit der Wimper zu zucken getan indem sie der EZB ein entsprechendes Mandat erteilt haetten, und der ganze Spuck waere sofort vorbei gewesen. Frau Kanzlerin hat aber europaeische Desintegration aus innenpolitischem Kalkuel heraus riskiert und bekommen. Schlimmer noch. Die per Troika verordnete Austeritaetsmassnahmen in den betroffenen Staaten verschaerfen das Problem noch und spielen den Interessen derer, die dieses Teile und Herrsche Spiel betreiben direkt in die Haende. Ich bin inzwischen, nach langjaehriger aufmerksamer Beobachtung dieses Trauerspiels, sehr pessimistisch ueber den Ausgang fuer Europa. Denn es ist im Grunde realtiv einfach diese Mechanismen und ihre Wirkung zu durchschauen. Allerdings wird alles getan um die Oeffentlichkeit in den Wald zu schicken. Dazu zaehlt z.B. auch die von prominennten “Experten” initiierte Target2 Debatte. Das wirft die Frage auf, warum? Mir draengt sich da ein Verdacht auf. Und wenn der zutreffend ist, dann, Gute Nacht.

  • ergo sum - 24. März 2012

    @ georg trappe:

    Die US-Abhängigkeit vom arabischen Öl ist endgültig überwunden. Im Jahr 2011 haben die USA erstmals wieder mehr Petroleumprodukte (Erdöl, Naturgas, LNG, Benzin) exportiert als importiert. Seit Erschließung gewaltiger Öl- und Gasvorräte im gesamten Mittelwesten ist Peak Oil endgültig vom Tisch. Öl- und Gaspreise wurden daher gesenkt, denn die US sind ja nicht Mitglied des OPEC-Kartells. Allein 2012 werden weitere viertausend Ölbohrungen in zehn Bundesstaaten vorgenommen. Man rechnet damit, dass das US-Festland binnen zehn Jahren weltgrößter Ölproduzent sein wird.

    • Querschuss - 24. März 2012

      Hallo Ergo Sum,
      die USA sind weiter größter Rohölimporteur der Welt, die Nettoexporte von Raffinerieprodukten sind nichts im Vergleich zu den Nettoimporten von Rohöl. “Man rechnet damit, dass das US-Festland binnen zehn Jahren weltgrößter Ölproduzent sein wird.” ….Guter Witz, wer ist man.

      Um genau zu sein, laut den Daten der EIA, beträgt der Nettoimport von Rohöl aktuell als Saldo 8,186 Millionen Barrel täglich! Dem steht ein Nettoexport von 0,867 Millionen Barrel täglich nur bei Petroleumprodukten gegenüber. Daraus ergibt sich in der Summe bei Rohöl und Petroleumprodukten ein Nettoimport von 7,319 Millionen Barrel. Aus diesen Fakten konstruierst du einen völlig abwegigen Kommentar.

      Quelle Daten: http://www.eia.gov/dnav/pet/xls/PET_MOVE_WKLY_DC_NUS-Z00_MBBLPD_W.xls

      Gruß Steffen

    • Georg Trappe: - 25. März 2012

      Hm, wie konnte ich das nur uebersehen;-). Dann brauche ich mir ja keine weiteren Gedanken zu machen. Z.B. ueber die Frage, was das denn fuer weltweit konkurrenzlose Dienstleistungen sind, die in der US Leistungsbilanz fuer ein Surplus bei Services fuehren.

      http://www.esa.doc.gov/sites/default/files/reports/documents/esaissuebriefno1.pdf

      Kurzfassung: Financial services (a la Madoff?) und Lizenzen/Gebuehren Royalties fuer Software, Franchises? (McDonald,KFC, etc.) sind die dominierenden, welteit konkurrenzlosen Dienstleistungen der USA.

      Ein beruhigtes Wochenende wuenscht
      Georg Trappe

  • HAJO - 25. März 2012

    @Georg Trappe
    Danke für die höchst aufschlussreiche Information bzgl. Services! Ist ja nachgerade ein Witz, dass z.B. Aufenthalte von Ausländern in den USA als “Dienstleistungsexporte” definiert werden. Verständlich wäre ja, wenn in diese Rubrik lediglich die Ausfuhr von seitens Ausländern in den USA gekauften Waren einbezogen würde, nicht jedoch deren Konsum in den USA (Flugkosten mit US-Airlines, Unterkunft, Mietwagen, Essen und Trinken, Freizeitaktivitäten …). Aus meiner Sicht dürfte der Wert des Konsumanteils deutlich höher liegen als der Wert exportierter Waren.

    MfG
    Hajo

    • Georg Trappe: - 27. März 2012

      Ja manche Sachen sind schon “witzig”. Tourismus als Dienstleistung ist meiner Meinung nach ok, aber den Amerikanern ist schon sehr bewusst, was sie da treiben. Und damit meine ich die massgeblichen Amerikaner.

      Ein Beleg dafuer ist ist dieser Report fuer den Congress (Datum beachten!):

      fpc.state.gov/documents/organization/99488.pdf

      Die breite Oeffentlichkeit hat meinem Eindruck nach allerdings eine erheblich verzerrte Selbstwahrnehmung und ist sich nicht im klaren darueber, wie es um die reale wirtschaftliche Leistungsfaehigkeit ihres Landes steht.

      Viele Gruesse
      Georg

  • HAJO - 25. März 2012

    @ergo sum

    Ich empfehle dir wärmstens die Lektüre des Artikels unter

    http://www.marketwatch.com/story/bentek-us-midwest-crude-oil-market-will-be-oversupplied-from-plays-like-bakken-utica-over-next-five-years-creating-wide-and-volatile-wti-brent-spreads-2012-02-15

    In 2016 rechnet man im Mittelwesten mit einer Förderung von 808.000 Barrel Rohöl pro Tag. Dies waren noch nicht einmal 10 % der aktuellen durchschnittlichen täglichen Importmenge. von 8,186 Mio. Barrel.

    MfG
    Hajo

  • Matthias Hoffmann - 29. März 2012

    Also mal ehrlich:

    Die einführende Grafik zeigt doch wohl, dass bei der Zahl (!) der eingeführten Container ein Rückgang zu verzeichnen ist, während bei der Zahl der ausgeführten Container sich die Erholung seit der Rezession fortsetzt.

    Setzt man für den Inhalt der Container einen gleichbleibenden Wert an, heißt das doch wohl, dass sich gerade für die per Container transportierten Güter eine Verbesserung der Handelsbilanz abzeichnet.

    Hier interferiert wohl etwas ganz anderes,
    Nämlich, dass durch die scharfe Preissteigerung bei Schiffsdiesel und die damit einhergehende Erhöhung der Containertransportkosten relativ geringwertige Handelsgüter auf dem amerikaniischen Markt einen Wettbewerbsnachteil bzw. einen durch Preissteigerung induzierten Nachfragerückgang zu verzeichnen haben.

    Das dürfte sich insbesondere bei Warenklassen wie Billigtextiliien, Billig-Spielzeug u.ä. bemerkbar machen, bei denen ein Containerinhalt bisweilen noch nicht mal einen Warenwert von 10000$ erreicht.

    Siehe auch:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article13936346/Hoher-Oelpreis-belastet-Boersengang-von-Hapag-Lloyd.html

    Als Aufhänger für die ( immer notwendige ) Betrachtung der Entwicklung der amerikanischen Handelsbilanz halte ich das für wenig geeignet.