Crash-Mahner versus Entertainment-Flut: Realitätswahrnehmung in der Abseitsfalle

von am 18. Juni 2014 in Allgemein

Wir lieben Crash-Prophetien, Untergangsszenarien. Ganz besonders tun wir das, nachdem es im September 2008 zum größten Crash seit 1929 gekommen ist. Aber wir haben inzwischen zunehmend wieder das Interesse daran verloren, weil nichts dergleichen tatsächlich geschehen ist.

Das ist menschlich. Skandale und Chaos sind aufregender als Routine. Gute Nachrichten von den Märkten und der Wirtschaft sind nicht wirklich „sexy“. Die meisten interessieren sich nicht dafür und die, die sich dafür interessieren, finden gute Nachrichten nicht aufregend, sie geben uns keinen Kick – im Gegensatz etwa zur Fußball-WM.

Was uns alle aufregt, ist, wenn wir uns einem roten Bereich nähern, der große Gefahren signalisiert, wenn deswegen erst medial die Alarmglocken zu schrillen beginnen und dann infolgedessen allgemeine Aufregung herrscht. Wir verfolgen dann gebannt, ob und inwieweit Untergangsprognosen in der Realität Bestätigung finden und diskutieren intensiv, ob und unter welchen Umständen sie sich bestätigen könnten.

Crash und Krise werden als Entertainment “konsumiert”

Doch andererseits sind wir auch träge und passiv. Wir lieben unseren Trott und wir glauben tief in unserem Innersten, dass sich im Wesentlichen doch nichts für uns ändern wird – jedenfalls nicht für uns selbst. Irgendwer wird es schon irgendwie richten und wahrscheinlich kommt es sowieso nicht so schlimm. Es ist ja meistens so. Deswegen warten wir ab. Deswegen ändert sich auch nichts oder besser gesagt wir ändern nichts, das heißt, niemand sieht sich selbst zum Handeln, zu verändertem Verhalten veranlasst, um es nicht zum Schlimmsten kommen zu lassen.

Vielleicht ist das eine instinktive Reaktion. Vielleicht hat uns auch unsere heutige TV-Kultur derart stark geprägt, dass wir alles für eine lediglich virtuelle Realität halten, die sich hinter der Mattscheibe abspielt – jedenfalls so lange sie nicht zu uns ins Wohnzimmer kommt, was uns sehr überraschen würde. Wir sind engagierte Zuschauer. Das gilt für die Griechenland-Krise, die Euro-Krise und ebenso etwa auch für die Ukraine-Krise. China und Japan sind schon viel zu weit weg. Ob es da kriselt und wie sehr, das interessiert uns deswegen schon viel weniger.

Wirtschaft interessiert wenige, Politik interessiert niemanden

Und wie steht es mit Politik? Die interessiert uns so wenig wie kaum etwas anderes. Sie dringt durchs TV, durchs Internet und den Hörfunk in unsere Wohnungen, obwohl wir nichts davon hören wollen – und darum hören wir weg und lassen sie machen.

Crash-Prognosen und Skandale geben unserem Leben als selbsterklärtem Zuschauer und Schiedsrichter die Würze. Wir sind engagierte Kritiker und Richter. Und wir sind Weltmeister im Verdrängen jeglichen Änderungsbedarfs, der bei uns selbst und mit eigenem Handeln beginnt. Was draußen, außerhalb unseres engeren Lebensumfeldes geschieht, nehmen wir de facto im günstigsten Fall als Unterhaltung, oft allerdings überhaupt nicht wahr. Wir wollen in unserem Lebensumfeld keine Veränderungen. Vor allem wollen wir uns selbst nicht verändern. Deswegen wehren wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen – und das letzte sowie zugleich scheinbar auch effektivste Mittel ist die Verdrängung.

Krise und Crashgefahren: Was ich nicht sehe, das ist auch nicht da

Im September 2008 gab es den größten Crash an den Finanzmärkten seit 1929 und in den dessen Folge die zweite globale Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise. Jetzt, im Juni 2014, also fast sechs Jahre später, ist davon für viele – abgesehen von vielen in den aktuellen Krisenstaaten – nichts mehr zu spüren. Doch jeder, der die Finanzmärkte und die globale Wirtschaft aufmerksam beobachtet, weiß, dass die Gefahr eines neuerlichen Crashs desselben oder eines noch größeren Kalibers definitiv nicht geringer geworden, die Fallhöhe inzwischen aber beträchtlich gestiegen ist. Mit anderen Worten könnte es bei einem neuerlichen Crash für die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft viel weiter abwärts gehen als nach der Lehman-Pleite im September 2008. Niemand ist darauf wirklich vorbereitet oder weiß, wie ein solcher freier Fall zu stoppen wäre.

Dass es nach der Finanzmarktkrise und auch in der akuten Euro-Krise, die im Sommer 2012 endete, so lange gut und an den Börsen fast ununterbrochen immer weiter aufwärts ging, ist kein Beleg dafür, dass die Crashgefahren gebannt sind oder wirksam kontrolliert werden können. Denn die wichtigen Notenbanken haben einfach so viel billiges Geld in die Finanzmärkte gepumpt – und sie tun es immer noch –, dass es schwierig geworden ist, dafür noch rentierliche Anlagen zu finden. In der Wirtschaft, die eigentlich von der Liquiditätsflut profitieren soll, kommt jedenfalls bis heute kaum etwas von diesem billigen Geld an. Die Folge davon: Kurse und Asset-Preise sind quer durch alle Anlageklassen gestiegen und steigen entweder weiter oder stagnieren auf einem historisch hohen Niveau.

Das Crash-Risiko steigt weil niemand will, dass die Musik zu spielen aufhört

Das ist eine Tatsache. Eine Blasenbildung oder vornehmer ausgedrückt „Übertreibungen der Märkte“ will darin – von wenigen Ausnahmen abgesehen (1) – trotzdem niemand sehen (2). Die Notenbanker nicht, weil sie weiter an den „Erfolg“ ihrer Geldpolitik glauben wollen, die Banker, Investoren und Anleger nicht, weil sie weiter gut verdienen wollen und die Politiker nicht, weil wirksame vorbeugende Maßnahmen sie politisch teurer zu stehen kämen als weiterzumachen wie bisher und im Ernstfall einfach hinterher die Scherben zusammenzukehren.

Niemand will, dass die Musik zu spielen aufhört, zu der sie alle tanzen. Es ist schlicht Business. Klar, es ist ein abgegriffenes Bild, aber die Möglichkeit, dass sich die Flut nur deswegen zurückgezogen hat, weil sich ein Tsunami aufbaut, mag niemand gerne in Betracht ziehen.

Und so verwundert es auch nicht weiter, dass sich die Immobilienmärkte beispielsweise in den Niederlanden (3), Schweden (4) (5), Großbritannien (6) (7) sowie insbesondere auch in China (8) (9) schon länger im „roten Bereich“ befinden – sofern man diesen an den Zahlen und der zunehmenden Zahl der ausgesprochenen Warnungen festmacht. Oder dass der Derivatemarkt, also der Markt für Wettgeschäfte im Finanzsektor, der nur von wenigen großen Banken dominiert wird, wieder ein neues Rekordvolumen von nominal über 710.000 Milliarden Dollar erreicht hat. (10) Das entspricht rein betragsmäßig etwa dem zehnfachen der globalen Wirtschaftsleistung. Und es verwundert deswegen auch nicht, dass trotz allem die Schulden – nicht nur die Staatsschulden – weiter und scheinbar unaufhörlich steigen, während das Wirtschaftswachstum in den Industriestaaten weiter schwach geblieben ist, auch wenn es in Einzelfällen, etwa Großbritannien, ein wenig aufwärts zu gehen scheint.

Die Euro-Krise ist nicht vorbei, sondern in einer Art Sommerpause

Die akute Euro-Krise begann in Griechenland, erfasste dann Portugal sowie anschließend die viert- und die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone, nämlich Spanien und Italien. Eine weitere Ausbreitung – sie war von Politikern und Notenbankern zuvor für unmöglich erklärt und dann hektisch bekämpft worden – wurde im Sommer 2012 letztlich allein durch die EZB gestoppt, genauer gesagt durch das Versprechen der EZB, alles für den Erhalt des Euro zu tun. Die EZB hatte damit alle Wetten gegen den Euro platzen lassen. Der nächste Krisenkandidat wäre damals wahrscheinlich Frankreich gewesen, also die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Allerdings hat die EZB damit die Probleme nicht beheben können, sondern den politischen Akteuren lediglich Zeit verschafft.

Jetzt, zwei Jahre später, sieht es in den Krisenstaaten immer noch nicht wirklich besser aus, weswegen die EZB erneut massiv eingreift. Und Frankreich ist wirtschaftlich, finanziell sowie politisch stärker angeschlagen als je zuvor. Es ist der gefährlichste Wackelkandidat Europas und dort könnte die akute Euro-Krise ihre Fortsetzung finden – vielleicht eingeleitet durch einen politischen Umbruch in Griechenland, eine Immobilienkrise in den Niederlanden oder Großbritannien. Vielleicht sind aber auch soziale Unruhen und eine Krise der Kommunistischen Partei in China der Auslöser. Vielleicht fällt der Dominostein Frankreich auch deswegen, weil die Märkte die Abenomics des japanischen Premiers für gescheitert ansehen oder „plötzlich“ ein Weltkonzern in Schieflage gerät und dies als Zeichen für weitreichende, ungelöste wirtschaftliche Probleme gewertet wird, die wieder hervorbrechen. Wie sehr belastet beispielsweise die nicht enden wollende Serie kostspieliger Rückrufaktionen den US-Automobilhersteller General Motors? Wie krisenanfällig sind überhaupt die global operierenden Konzerne?

Oligopolisierte und vernetzte Weltwirtschaft ist unsere Achillesferse

Keine Frage: Wir leben in einer hochgradig oligopolisierten, vernetzten und interdependenten Wirtschafts- und Finanzwelt. Das ist in wirtschaftlich guten Zeiten von Vorteil, stellt aber in Krisenzeiten wegen der hohen Verwundbarkeit des Gesamtsystems einen gewaltigen Nachteil dar. Genau das erklärt die tiefgreifenden und weitreichenden sowie vor allem sehr rasch eintretenden Konsequenzen der Lehman-Pleite für die globalen Finanzmärkte und die Weltwirtschaft. So hoch, wie die Verwundbarkeit des Gesamtsystems heute gegenüber einzelnen, punktuell eintretenden Ereignissen ist, war sie niemals zuvor. Und vor allen Dingen: Es ist längst an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt. Stellen Sie sich dieses System als einen hochgezüchteten, leistungsstarken Motor vor, der am absoluten Limit gefahren wird. Wie lange hält er das wohl aus?

Interessiert das alles überhaupt jemanden? Nein!?

Für eine Antwort schauen Sie im Internet einmal nach den Einschaltquoten der Spiele der Fußball-WM in Brasilien. Dann wissen Sie auch, warum sich die Bundeskanzlerin und eine Reihe von Abgeordneten in den Flieger setzten, um beim ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft Präsenz zu zeigen.

Für Veränderung gibt es keine Lobby

Eines scheint sicher: Es wird auch künftig niemanden geben, keine Regierung, keine Institution und schon gar keine Einzelperson, die rechtzeitig die Notbremse zieht. Im Gegenteil freuen sich alle und gerade auch die Regierungen darüber, dass Ihnen die Fußballweltmeisterschaft vier Wochen Ruhe an dieser Front beschert.

Und danach?

Danach wird weiter gewurschtelt in der Hoffnung, dass es noch eine Weile weiter gut geht und man irgendwie über die Runden kommt. Die EZB wird’s schon richten.

Gibt es daran etwas zu bedauern?

Nein, denn im Grunde wollen es alle so. Verdrängen, bis es nicht mehr geht und dann Überraschung und Ahnungslosigkeit heucheln.

Wann ändert sich etwas daran?

Wenn es keine Möglichkeit mehr gibt, die bestehende Form des Finanzmarkt- und Wirtschaftssystems zumindest so weit am Leben und funktionstüchtig zu erhalten, dass man damit noch Geld verdienen und politisch erfolgreich sein kann. Niemand, der Profiteur dieses Systems ist, interessiert sich dafür wie sehr dadurch der Schaden vergrößert wird, der am – möglicherweise abrupten – Ende, wenn die Musik zu spielen aufhört, eintritt. Denn mit dem Aufräumen werden sie dann sowieso nichts mehr zu tun haben. Das müssen andere machen.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: info.sle@web.de

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20 KommentareKommentieren

  • Traumschau - 18. Juni 2014

    Lieber SLE, offensichtlich gibt es keine Lösung! Wenn sich schon die links gerichteten Menschen an die Gurgel gehen und sich gegenseitig antisemitische, faschistische oder wahlweise linksextremistische Anwandlungen unterstellen, gibt es keine Hoffnung! Wenn das ehrliche Anliegen einer friedlicheren Welt in die rechte Ecke gestellt wird (z.B. Mahnwachen, auf der auch ich war), dann sehe ich schwarz.
    Also, lehnen wir uns zurück und schauen was kommt. Es ist ohnehin wohl nicht zu ändern.
    Denn eigentlich kann man so wieso nicht für den Frieden kämpfen – man kann nur friedvoll SEIN …
    LG Traumschau

  • thewisemansfear - 18. Juni 2014

    Wunderbar den Spiegel vorgehalten, passt perfekt!
    Mit dem Hintergrundwissen von Naomi Kleins “Shock doctrine” muss man sich allerdings fragen, ob nicht bewusst in eine Krisensituation hinein manövriert wird.
    Das Problem besteht ja nicht nur auf der monetäre Seite der Weltwirtschaft. Durch die Abhängigkeiten ist ja ruckzuck auch die Realwirtschaft betroffen. Was fast keiner so richtig auf dem Schirm zu haben scheint, ist, dass wir alle abhängig sind von billiger (fossiler) Energie. Mobilität als A und O, Anlieferung just in time, usw. Wenn der Ölpreis Kapriolen schlägt, hat das Auswirkungen auf einfach alles.
    Systemische Risiken zu erkennen und zu verringern wäre Aufgabe einer verantwortungsvollen Politik. So zumindest meine naive Vorstellung. Stattdessen kommt es einem so vor, als sähe unser derzeitiges “Wachstum” wie das eines JENGA-Turms aus. (da nimmt man die Steine unten aus der Basis raus, um sie oben draufzusetzen – so wird das Gebilde immer instabiler bis es irgendwann zusammenbricht)
    Die Abhängigkeit einer modernen Industriegesellschaft vom Öl/Gas als Energiequelle zu verringern oder gar ganz abzustellen, stellt uns eigentlich vor fast unlösbare Aufgaben. Der Gewöhnungsfaktor ist einfach zu groß. Man wird sich früher oder später aber eingestehen müssen, dass dies keine nachhaltigen Energieformen darstellt: http://thewisemansfear.wordpress.com/2014/06/18/der-zusammenhang-von-energie-und-wirtschaftswachstum/

  • schotstek - 18. Juni 2014

    Nein, das ist zu resignativ und auch allzu flott mit dem “wir” gemalt. Die Sehnsucht nach dem Griff zur “Notbremse” ist im Grunde auch ein autoritäres Bild. Jede Genossenschaft, fast schon jede Sparkasse ist eine Gegenkraft. Viele Menschen suchen solche Wege. In Italien gibt es zigtausende Genossenschaften. In D leider nicht so viele, denn die Nazis haben hier folgenreich gewütet, später die Gewerkschaftsfunktionäre wie Albert Vietor und dann noch die Herren Kohl und Stoltenberg. Aber es gibt sie immer noch und es werden laufend mehr. Jetzt endlich auch im Energiesektor. Auch in den Gewerkschaften tut sich was. Dort beginnt man zu erkennen, dass man sich nicht nur um die Stammbelegschaften kümmern muss. Es gibt Mitgliederzuwächse. In den Medien gibt es plötzlich “Krautreporter” und Petitionen gegen politische Zumutungen wie Markus Lanz. In Südeuropa hat die Linke bei der Europawahl wichtige Erfolge erzielen können. Alles winzige Pflänzchen, aber die müssen täglich bewässert werden, z.B. durch Querschüsse. Dabei darf der Gärtner ruhig mal fröhlich pfeifen…

  • JL - 19. Juni 2014

    Mit dem Untergang Westroms im Jahre 476 endete auch die Antike. Wenig bekannt ist die Tatsache, daß der römische Cäsaren- Hof erst 554 abgeschafft wurde und bis zum Einfall der Langobarden 568 die wesentlichen antiken römischen Strukturen weiterhin bestanden.

    Ludwig XVI von Frankreich wurde 1792 entmachtet und später hingerichtet, aber nach der Kaiserzeit Napoleons folgte einige Zeit lang Ludwig XVIII, obwohl das absolutistische Zeitalter bereits vorbei war.

    Das britische Empire zerfiel ab 1948 rasant- deren traditionelle Paraden sind trotzdem immer noch sehr Edel und Sehenswert.

    Diese drei Epochen sind natürlich sehr unterschiedlich, der Grund für den Zerfall aber war immer der selbe- die Überschuldung des Staates.

    Den durchschnittlichen Römer hat es sicher nicht interessiert ob Gallien „an den barbarischen Feind“ gefallen war, genauso wenig wie es einem schottischen Bauern interessiert haben dürfte ob Indien sich von England lossagt. Zyprische Sparer dürften die Zustände in Griechenland genauso wenig interessiert haben- bis sie zur Kasse gebeten wurden.
    Und welcher Deutsche interessiert sich für Frankreich, außer zur WM- dabei geht es dort gerade um die EU.

    Ergo: Die Leute reagieren immer erst dann, wenn negative Systemverwerfungen persönlich und auch in der Bevölkerung massenhaft durchschlagen. Dabei wird sicher versucht werden dieses System zu retten, trotzdem muß und wird es scheitern.

    Den finanzwirtschaftlichen Grundstein hierfür legt gegenwärtig- meiner Meinung nach- gerade der eurasische Raum.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Wolli - 19. Juni 2014

    Lieber SLE, Sie sprechen (schreiben) mir aus der Seele, aber gegen Dummheit kämpfen Götter vergebens und dennoch liegen Sie falsch.
    Ist diese Dummheit nicht System in diesem und leider auch in anderen Ländern? Hat der OTTO Normalbürger eigentlich eine Chance sich in Schrift oder Bild in diesem Staat auch einmal eine konträre Position zur Politik- und Wirtschaftspropaganda zu erhalten? Ist der Normalbürger befähigt sich mit diesen Themen Pro und Kontra auseinanderzusetzen, um sich eine eigene Meinung (Demokratie) zu machen?
    Leider gerät die Welt immer stärker aus den Fugen und wird immer komplizierter (mit Absicht, um dem Normalo das Verstehen zu erschweren) und wird noch nicht ein mal im Ansatz von unseren “Qualitätsmedien” erklärt. Wie soll da Interesse am Verstehen aufkommen.
    Es liest nun mal nicht jeder täglich Blogs im Internet um seine Sichtweite auf die Dinge zu erweitern, um eine andere Sicht auf die Dinge zu erhalten.
    Ja, die Krise könnte gelöst werden. Aber, nein die Krise wird nicht gelöst, hier ist Gier und Egoismus mächtiger als der Verstand.
    Auch in diesem Blog sind sicherlich viele Laien unterwegs, aber die haben schon einmal hinter den schönen Vorhang der Wirtschafts- und Politikpropaganda geschaut und sind erschrocken über diesen Anblick und beginnen zu verstehen.

    mfg
    WW

  • Georg Trappe - 19. Juni 2014

    Fuer all diejenigen, die sich weniger fuer Brot und Spiele interessieren und sich lieber an der Faeulnis und dem Zerfall in den Koepfen jener ergoezen, denen wir Aufstieg und Untergang verdanken. Sehenswert:
    http://www.arte.tv/guide/de/048858-000/der-banker-master-of-the-universe?autoplay=1
    -

  • Gast - 19. Juni 2014

    Der Fairness halber sollte man aber schon sagen, dass zumindest China die Probleme mit ihrem Schattenbanksystem und Immobilienmarkt nicht ignoriert. Beide Problemfelder sind offizielle Themen der chinesischen Regierung.
    Ob es den Verantwortlichen in China letztendlich gelingt, die Probleme ohne größere Verwerfungen zu lösen, ist natürlich ungewiss.

  • Andres Müller - 19. Juni 2014

    Manchmal ist es erforderlich Aufrufe um nach Waffen zu greifen besonders aufmerksam zu beobachten. Globale Wirtschaftskrisen enden sehr selten ohne globalisierte Kriege (eigentlich nie, mir ist keine solche Krise bekannt).

    Der Autor spricht von “WIR”, ich nehme mich davon mal aus, da ich schon vor 2007 mit dem “Kapitalismus” abgeschlossen hatte. Aber um mal bei “WIR” zu bleiben, wir sollten uns vor allem um unsere Nächsten kümmern, ihnen Liebe und Wärme schenken, ich meine das auf “professionelle Weise”, also neben den schönen Bauch- Aktivitäten auch geplante und meistens mühsame und langweilige Aktionen um Sicherheit aufzubauen.

    Sicherheit gibt es auf den Finanzmärkten gar keine. Die aufgetürmte Fallhöhe des durch die Notenbanken noch zurück gehaltenen Damokles- Schwertes ist zu gross als dass bei dessen Niedersausen noch irgendwelche Papierwerte übrig bleiben könnten.

    Seit jeher zählen Edelmetalle zu den wenigen Werten mit denen auch in Zukunft der Kauf von Brot und Zucker möglich ist, auch dies steht zweifelsfrei fest (es war schon immer so). Der Staat mag hier zwar versuchen den Handel mit Metallen zu verhindern, aber gerade in Krisenzeiten blühen Schwarzmärkte. Ebenso von enormer Bedeutung ist das eigene und von Hypotheken nicht mehr hoch belastete Haus mit etwas Land. Auch hier gab es in der Vergangenheit Zugriff durch den Staat, aber nur dann wenn man über das Haus in Schulden steckte.

    Das Risiko in Zukunft zu “den neuen Juden” zu gehören darf nicht unterschätzt werden. Sobald die Eliten die in Not kommen nicht mehr gewählt zu werden drohen, werden sie ihre sozial-darwinistische Scham verlieren und dem Mob wirkungsvoll zur Hand gehen. Wie man sich das in der Moderne vorzustellen hat, kann man gegenwärtig etwa in Libyen, Syrien, Irak , Jemen , Haiti, Israel usw. vorstellen. Natürlich haben “wir” es noch mit kleineren Irrationalitäten zu tun, aber das kann sich schnell ausbreiten, wie uns die Geschichte lehrt.

  • Holly01 - 20. Juni 2014

    Hallo,
    ich würde mich unter crashprophet/crash mahner einsortieren.
    Ich habe mir absichtlich etwas Zeit genommen da ein wenig bei mir selbst zu hinter fragen.
    Der Beitrag von SLE und auch einige Antworten haben mir gut gefallen, aber meine Haltung wurde nicht wirklich richtig getroffen.
    Das ist nicht verwunderlich, hat doch jeder seine persönliche Haltung und Gemengelage.
    Ich war bereits vor der Krise, also vor 2006ff relativ kritisch gegenüber vielen Entwicklungen in diesem Land.
    Ansich erfolgte mein erster Bruch mit den christlichen Parteien mit Kohl.
    Die “Wende” die ja ein abtöten jeglicher privater Initiative war und mit GEMA und Rechteverwertung, bzw. Sperrung des öffentlichen Raum einherging war für mich inakzeptabel.
    Dazu kam ein inhaltlicher Bruch mit den “Grünen”, die für mich als ehemaliges Sammelbecken, die Einzelinteressen der absorbierten Gruppen mehr und mehr opferten.
    Das alles setze auf die “Schrecken” der Sozialliberalen Exzesse aus, die im Verbot von “Schweinchen Dick” wegen “Gewalt” und die absurde Schulpolitik und Lehrinhalte an den Schulen ebenso sichtbar wurde, wie beim NATO Doppelbeschluss und RAF Sondergesetzen.

    Für mich waren die etablierten Parteien damit spätestens ab mitte der 80er Jahre verbrannt.
    Mit den 90érn kam dann der Kosovo Krieg und später H4, die Rentenabsenkung und die systematische Zerstörung der Familien.
    Meine persönlichen Bindungen zum System schwanken zwischen öhnmächtiger Wut und unverständniss gegenüber Verrat und Lüge von Wenigen an Vielen.

    Erst das Internet hat mir die Möglichkeit gebracht über Recherche zu erkennen, wie absolut gleichförmig diese Entwicklungen in allen OECD Staaten abliefen.
    Neoliberalismus, die Chikago Boys, die CityofLondon und die WallStreet begannen sich mit Inhalten zu füllen.
    Aber auch die US-Regierungen begannen sich mit Inhalten zu füllen.
    Klar ich hatte Paul Hartcastle mit “19″ als Jugendlicher zu Hause, aber das war abstrakt.
    Das war ein jugendlicher Protest, kein wirklicher Inhalt.

    Heute bin ich überzeugt davon, daß die 80/20 Gesellschaft Programm ist.
    Ich bin fest davon überzeugt das die 80% Abfallmenschen sein sollen und so geplant werden.
    Es mag kein Mordprogramm sein, aber die Verkürzung der statistischen Lebenserwartung wird nicht nur billigend in Kauf genommen, die wird aktiv betrieben.
    Neben vielem anderen kommt es für mich bei der Krise zu einer gewissen Schadenfreude.
    Die da Oben haben keine Chance dem crash zu entgehen.
    Ein Stück weit informiere ich mich auch, um den Todeskampf der 1% besser verstehen zu können.
    Viele werden diesen crash nicht schaffen.
    Die 80% werden nur mittelbar betroffen sein. Die Verluste werden überschaubar sein. Die Zeit der Wirren wird das Hauptproblem sein, aber das ist weder neu noch hervorhebenswert.
    Diese Wirren gab es schon oft und im Ruhrgebiet gab es den Kapp Putsch und andere Hungerrevolten.
    Die 0,1% die die Welt versauen und die 80% am liebsten Tod sähen, die werden ebenfalls finanziell unbeschadet bleiben, aber viele werden dem Mob zum Opfer fallen.
    Nein nein, keine Lünchjustiz, das wird nicht passieren, nicht denen. Nein politische Willkür von Politikpersonal die sich und ihre persönlichen Pfründe retten möchten.
    Ihr eigenes System wird sich gegen sie wenden.

    In Summe bin ich aber froh, daß es keine Revolution braucht, um den cut zu erreichen.
    Dieser Systembruch bekam seine Anlagen schon in den Kriegswirren zwischen WK1 und WK2 in die Wiege gelegt.
    Seit dem steht fest, daß dieser Zyklus endlich ist.
    Wann das MHD abläuft wird spannend.
    Der Genuss liegt aber im Verwinden der Politiker, als Umsetzer der 0,1%.
    Bar aller eigenen Ideale, entzweit mit allen parteilichen Inhalten und ohne jede Bindung zum Volk, haben diese Strategen jeden morgen die Aufgabe, die Mistkugel ein paar Zentimeter weiter zu rollen oder zumindest nicht zurück rollen zu lassen.
    Verräter für das Volk und (austauschbare) Werkzeuge für ihre Herren.
    Das Prallblech ihrer “Globalisierungsbewegung”, die nichts anderes ist als das Etikett der Bankenherrschaft.
    Die unverhüllte Sicht auf die Nöte dieser Helfershelfer und das Wissen, um die Unmöglichkeit ihrer Aufgabe entschädigt mich persönlich für 30 Jahre Politikverdruss, hervorgerufen von einer Kaste, die uns alle betrogen hat.
    Mein “crash Prpphetie” ist also oft nicht viel mehr als der Ruf:
    “Hey ihr Luschen, ihr habt da etwas vergessen und ihr seit noch nicht fertig”.

    just my 5 Cent

      • Holly01 - 20. Juni 2014

        Die bringen gerade hoch radioaktive Graphitkugeln aus Hamm und Jülich in die USA.
        Das ist die technisch beste Möglichkeit Nachschub für die “abgereicherten” Gefechtsmonition.
        Damit versauen wir die Länder, die wir demokratisieren.
        Wir brauchen keine Endlager, wir reduzieren die Fortpflanzung in den betroffenen Staaten drastisch und sind das Zeugs los.
        win – win

        15 Cent :-)

        schönen Tag

  • Holly01 - 20. Juni 2014

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/prorussische-kommentare-im-internet-wo-die-meinung-gemacht-wird-12998800.html

    Ich habew doch tatsächlich die Medien vergessen.
    Diese Speichellecker mit ihrer Abhängigkeit von den 0,1% und ihre kleinkindlichen Versuche zu beweisen, sie seien nicht isoliert.
    Doch Ihr seit isoliert, keiner mag euch und keiner vermisst euch.
    Bezahlschreiber mit Gleichschalungsinhalt braucht keiner.
    Das Gros informiert sich inzwischen gegenseitig und abseits der Lei(d)medien.
    Wir sind es nämlich leid ….

  • Michael Stöcker - 21. Juni 2014

    Volle Zustimmung, Herr Eichner. Aber: Die wahre Problemlage ist eine andere und wird von uns allen nicht erkannt. Gerald Braunberger, einer der ganz wenigen Wirtschaftsjournalisten, der sich mit den Tiefen der Geldpolitik auskennt, hat es vor drei Tagen mit einem Geständnis auf den Punkt gebracht: http://blogs.faz.net/fazit/2014/06/18/die-grosse-ratlosigkeit-sintra-4-4169/

    Es geht ein Gespenst um in Europa, das Gespenst der Deflation.

    Ursache hierfür ist ein nicht verstandenes Geldsystem: http://blog.zeit.de/herdentrieb/2014/06/14/bundesbank-und-ezb-ueberschaetzen-inflation_7467/comment-page-20#comments

    LG Michael Stöcker

    • SLE - 21. Juni 2014

      Hallo Michael Stöcker,

      ich denke, beides – die finanzwirtschaftliche und die realwirtschaftliche Seite des Problems – muss berücksichtig werden, um die Krise verstehen und eine Lösung finden zu können.

      Ich habe mich nie so richtig mit der durchaus populären Erklärung von Richard Koo (Bilanzressision) anfreunden können, weil sie m.E. die realwirtschaftliche Seite der Probleme ausblendet und damit das neoklassische Erklärungsgerüst der Krise unbeschädigt bzw. unangetastet lässt.

      Es ist aber definitiv von ausschlaggebender Bedeutung, dass wir auf gloabler Ebene überwiegend hochkonzentrierte, ausgereifte Märkte vorliegen haben. Das Wachstum ist deswegen seit Jahren nur noch mäßig, präziser ausgedrückt, es ist wegen der (bedingt durch die Wettbewerbsform auf hochkonzentrierten, ausgereiften Märkten) geschwundenen Entwicklungsdynamik nachhaltig gering. Dass erhebliche wirtschaftliche Ungleichgwichte vorliegen und es eine massive Schiefe in der Einkommens- und Vermögensverteilung gibt, ist ebenfalls eine Konsequenz dieser Marktsituation und sie sind der zentrale Grund für die schwache Nachfrage.

      Die weltweit hohe Verschuldung – Basis des Arguments für das Vorliegen einer “Bilanzression” gemäß Koo – kommt zu diesem, von mir angesprochenen fundamentalen Problem nur noch oben drauf.

      Das ist auch insoweit nachvollziehbar, als eine erheblicher Teil der gestiegenen Verschuldung mit Derivategeschäften, also Wetten, die oftmals keinen realwirtschaftlichen Bezug haben, zusammenhängt. Hinzu kommt, dass gerade diese Art von Geschäften seit Jahren massiv von Manipulationen betroffen waren, was natürlich Kurse, Preise und Verschuldung mit in die Höhe getrieben hat.

      Dass vor diesem Hintergrund – reife, wachstumsschwache und von geringer Entwicklungsdynamik gekennzeichnete Märkte inklusive erheblicher Ungleichgewichte einerseits, hohe Bedeutung des von der Realwirtschaft abgekoppelten Derivategeschäfts und umfangreiche Manipulationen andererseits – das Preisniveau insgesamt nicht mehr haltbar ist, sondern es zu einem sukzessiven Preisverfall kommen muss und zwar auf breiter Front, dürfte einleuchten.

      Dass die Notenbanken dies als Deflationsproblem wahrnehmen, zeigt, dass sie völlig die Frage ausblenden, ob die Preise und Preisniveaus, mit denen wir es zu tun haben und die nicht mehr gehalten werden können, überhaupt echte Marktpreise sind. Es wird also stillschweigend vorausgesetzt, dass durch effektiven Wettbewerb zustande gekommene, faire Preise vorliegen. Die Möglichkeit, dass die Gegebenheiten auf globalen Märkten dies überhaupt nicht mehr erlauben und deswegen die Geldpolitik das Problem auch nicht lösen kann, jedenfalls nicht auf der Basis der herkömmlichen theoretischen Grundlage, wird übersehen, weil nur innerhalb des herkömmlichen theoretischen Rahmens nach Erklärungen und Lösungen gesucht wird. Genau das ist es, was auch der Post von Gerald Braunberger zeigt.

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag noch
      SLE

      • Michael Stöcker - 24. Juni 2014

        Hallo Herr Eichner,

        vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Volle Zustimmung in allen Punkten!

        Hervorheben möchte ich Ihren ersten Absatz, in dem Sie auf die Bedeutung der realwirtschaftlichen UND der finanzwirtschaftlichen Probleme hinweisen, die in der Tat sehr stark miteinander verknüpft sind. Wie könnte es auch anders sein (außer in der Neoklassik, die bis heute nicht verstanden hat, was Geld ist). Von daher habe ich einen dualistischen Ansatz gewählt, wie wir halbwegs friedlich aus dieser Misere herauskommen können. Diesen Ansatz hatte ich im Oktober letzten Jahres in einen 10 Punkteplan gepackt, in dessen Zentrum ein zentralbankfinanziertes (niedriges) Bürgergeld steht (nicht zu verwechseln mit einem BGE, das ich, wie Flassbeck übrigens auch, ablehne).

        Die Diskussion hierzu findet – nach mehreren Anlaufversuchen – seit einigen Tagen sowohl im Herdentrieb als auch direkt auf meinem Blog statt, den ich seit August letzten Jahres betreibe. Wenn es Ihre Zeit erlauben sollte, schauen Sie doch mal vorbei: http://zinsfehler.wordpress.com/

        LG Michael Stöcker

        • SLE - 24. Juni 2014

          Hallo Herr Stöcker,

          ich habe den Link zu Ihrem Blog abgespeichert und werde mich dort einmal einlesen – nachdem ich mich dort bereits kurz umgeschaut habe.

          Grundsätzlich finde ich es sehr begrüßenswert, dass Sie die Initiative zu diesem Blog ergriffen haben und zwar nicht nur weil Sie konstruktiv an die Krisenproblematik herangehen. Für sehr wichtig und richtig halte ich vielmehr vor allem auch, dass Sie den schwierigen Versuch unternehmen, sich wirtschaftstheoretisch und argumentativ sowohl vom Lager der Mainstream-Ökonomen (Neoklassik) als auch von dem der Keynesianer abzulösen.

          Wer letzteres wagt, der hat es schwer. Denn er trift auf Verständnisprobleme. Das ist nämlich gerade so, als rede man vor einem Fachpublikum in einer Sprache, die aus mithin durchaus bekannten Worten bisweilen schwer oder sogar un-verständliche Sätze formt. Aber genau das brauchen wir für die Krisenbewältigung. Wir müssen die Diskussion öffnen für andere Ideen und Erklärungsansätze. Im Idealfall führt das zu einer neuen ökonomischen Schule.

          Viele Grüße
          SLE

  • Frank Bell - 24. Juni 2014

    Einzelperson, die rechtzeitig die Notbremse zieht

    So eine Person nennt man Diktator. Jeder versucht, diese Person zu beseitigen.

    keine ReGIERung, (…) die rechtzeitig die Notbremse zieht

    Wozu? Die verdienen daran. Die bekommen Geld und Macht. Was will man mehr?

    Sorry, aber was soll schon passieren? Bislang ist nach jedem Crash ein noch stärkerer Aufschwung gekommen.

    Und in den Ländern der Südperipherie lautet das Motto: Weiter wie bisher. Die alten Rezepte in der Politik werden erneut ausprobiert. Und im Zweifelsfall darf ein korrupter Banker ran.

    Solange nicht 90 % der Politiker im Knast bei Zwangsarbeit landen, ändert sich nichts. Und WER soll das machen? Die Bundeswehr?

  • Marc - 26. Juni 2014

    ist mir hier etwas zu düster gezeichnet. Deutschlands Exporte laufen trotz Krise auf Hochtouren, Chinas Wirtschaft wächst noch immer rasant, obwohl man ihr Wachstum seit Jahrzehnten kaputt schreiben möchte.

    Indien oder Brasilien mögen in der Krise stecken, was aber für Europa sehr unbedeutend ist, da beide Länder in keinster Weise globalisiert sind und ihr internationaler Handel sehr mickrig ist. Und beide Staaten haben für Europa überhaupt keinerlei Bedeutung.

    Auch in den größten Krisen läuft der Absatz von (auch deutschen) Autos in den USA auf Hochtouren und die relativ resistenten Golfstaaten – ausgenommen das verschwenderische Dubai – investieren doch fleißig in deutsche Firmen und kaufen auch fleißig in Deutschland ein.

    Auch ein scheiterndes Japan ist für Deutschland uninteressant, da der Handel zwischen beiden Ländern nicht sooo enorm ist und die Japaner selber ja über enorme Ersparnisse verfügen, so wie die Deutschen auch. 9 Billionen haben die Deutschen auf der hohen Kante und sind damit das drittreichste Volk der Erde. Und hier wird so getan, als wäre das alles nichts wert. Das geht mir etwas zu weit, wenn ich ehrlich sein soll. Was soll diese Panikmache bitteschön bewirken? Self fulfilling Prophecy – wenn man nur lange genug den Crash herbei schreibt, dann kommt er auch?

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