Daten der europäischen Schande

von am 30. November 2011 in Allgemein

Heute veröffentlichte Eurostat die saisonbereinigten Arbeitslosenquoten für die EU17 und die EU27. In der Eurozone und in der EU27 stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Oktober 2011 um jeweils 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat auf 10,3% bzw. auf 9,8%. Immer gravierender stellen sich die hohen Arbeitslosenquoten in den Staaten der Südperipherie der Eurozone  dar. So stieg die offizielle saisonbereinigte Arbeitslosenquote in Portugal im Oktober auf 12,9% (+0,1 Prozentpunkte), in Italien auf 8,5 (+0,2 Prozentpunkte) und in Griechenland, die mit ihrer monatlichen Datenerhebung immer hinterherhinken, stieg die Quote für August auf 18,3% (+0,6 Prozentpunkte, jeweils im Vergleich zum Vormonat)! Die höchste Quote in der gesamten EU erzielte Spanien mit 22,8% im Oktober 2011, ein nochmaliger Anstieg von 0,3 Prozentpunkten zum Vormonat.


Die hohen Arbeitslosenquoten in der Südperipherie sind Zeichen der beschleunigten Abwärtsbewegung der wirtschaftlichen Aktivität. Noch schlimmer stellen sich die Daten zur Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) dar. Die durch die Jugendarbeitslosigkeit generierte Perspektivlosigkeit für die Jugend der Südperipherie delegitimiert das ganze Wirtschaftssystem und den gemeinsamen Währungsraum. Die Einigung Europas dürfte sich nicht in einer Perspektivlosigkeit der Jugend dokumentieren, sondern müsste in neuen Chancen münden. Das aufgesetzte Fehlkonstrukt der Währungsunion stranguliert aber die schwachen Volkswirtschaften und dies führt weiter zu einer sich selbstverstärkenden Abwärtsspirale.

Die Daten der SCHANDE im Einzelnen:

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Portugal von Januar 2000 bis Oktober 2011 im Chart. Im Oktober 2011 lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 30,4%.

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Italien von Januar 2000 bis Oktober 2011 im Chart. Im Oktober 2011 lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 29,2%.

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland von Januar 2000 bis August 2011 im Chart. Im August 2011 lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 45,1%. Dies markiert ein Allzeithoch.

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien von Januar 2000 bis Oktober 2011 im Chart. Im Oktober 2011 lag die Jugendarbeitslosigkeit bei 48,9%. Diese inakzeptable und desaströse Quote markiert ebenfalls ein Allzeithoch.

Eine offizielle Jugendarbeitslosigkeit von über 30% wie in Portugal, nahe 30% in Italien, von über 45% in Griechenland und von nahe 50% wie in Spanien sind eine Schande für Demokratien und Beleg, dass ein Weiter so in Punkto Wirtschafts- und Finanzpolitik und beim Status Quo keine Perspektiven bietet. Da tröstet auch die vergleichsweise geringe offizielle Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland von 8,5% wenig, denn auch sie ist zuallererst Beleg für die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Eurozone und ist erkauft mit befristeten Verträgen und mies bezahlten Jobs für Jugendliche in Deutschland.

Quelle Daten: Eurostat.ec.europa.eu/PDF Pressemitteilung Arbeitslosenquoten im Euroraum Oktober 2011, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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32 KommentareKommentieren

  • philipp johannes - 30. November 2011

    es wird teuer so oder so.

    paßt der artikel zu:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,800800,00.html

  • Querschuss - 30. November 2011

    Hallo Philipp Johannes,
    so ist es, die aufgelaufenen Forderungen Deutschlands sind mittlerweile so hoch, dass das Zeitfenster vorbei ist, wo es noch was zu retten gab, aktueller Status irreparabel: “ob Merkel als Retterin oder als Totengräberin des Euro in die Geschichte eingehen wird. So oder so wird sie uns ruinieren.” ….Nun stehts Dank Münchau sogar schon bei Spiegel-Online, wobei ich die zeitliche Festlegung das es ohne Eurobonds bereits in 1 bis 2 Monaten mit dem Euro vorbei ist, hervorheben würde, wobei diese Festlegung seriöser Weise gewagt ist. Aber ganz klar es ist nur eine Frage der Zeit und der deutsche Michel wird Erwachen, bei der dann anstehenden Rasur, ob er will oder nicht!

    Gruß Steffen

  • M.E. - 30. November 2011

    Na, mal sehen, ob es sich die europäische Jugend gefallen lässt, um ihre Chancen im Leben betrogen zu werden.
    Das wird wohl nicht mehr lange ohne soziale Explosionen abgehen. Zumal ja die Rezession erst beginnt – von Griechenland mal abgesehen, das schon mittendrin ist.

    2012 – das Jahr der europäischen Tarhir-Plätze.

    • philipp johannes - 30. November 2011

      ich hatte gestern mittag gelegenheit mit einigen jugendlichen ( 18 – 24 ca. 8 leute, vorwiegend junge männer ) drüber zu sprechen.
      ehrlich ?
      gähnende langweile.
      es hat sie nicht interessiert.
      ok, vielleicht hab ich das thema falsch angepackt.
      ok, vielleicht war der raum zu trocken oder die partymusik hat gefehlt.
      diverse andere ausreden würden mir einfallen.

      aber.
      es ist ihre zukunft.
      meine ist mehr als die hälfte des lebens vorbei.
      den “rest” überlebe ich irgendwie.

      und es waren keine doofen jugendlichen, einfach nur nicht interessierte.

  • FFriend - 30. November 2011

    Schande? Na ja, Fakt ist: Wie die Charts sehr gut zeigen, war die jeweilige Arbeitslosigkeit auch vor der Einführung des Euros sehr hoch. Die Einführung des Euros oder sein mögliches Ende sind also nicht die alleinige, oder auch nur hauptsächliche Ursache. Zynisch könnte man sagen, das die Euro-Party diese strukturellen Defizite doch wengstens eine Dekade verdrängt hat, nun brummt eben eine Weile der Schädel …

  • Lazarus09 - 30. November 2011

    dafür ..weiterhin selbst bezahlter Exportüberschuss..Hurra wir bleiben Exportweltmeister !!

    Deutschland rechnet damit 2011 Waren für ca 230 Milliarden Euro zu exportieren ein plus von ca.7%
    die welche den Exportüberschuss erarbeitet haben gehen leer oder mit Kleingeld nach Hause während sich die Profiteure die Taschen füllen ..der abgehängte Bürger darf zudem die Exportleistung gegen Kredite noch mit Rettungen und Bürgschaften bezahlen.

    Grandios …

  • alt-shift-x - 30. November 2011

    “Eine offizielle Jugendarbeitslosigkeit von über 30% wie in Portugal, nahe 30% in Italien, von über 45% in Griechenland und von nahe 50% wie in Spanien sind eine Schande für Demokratien” Das unterschreibe ich sofort so allerdings mit der kleinen Anmerkung, dass man sich langsam mal fragen sollte ob gerade im Fall von Griechenland oder Italien wo ungewählte GS Mündel an die Regierungspitzen geputscht worden sind überhaupt noch von Demokratien gesprochen werden kann? Man fragt sich ausserdem was mit dieser Generation los ist die müssen doch nur mal nach links und rechts gucken, um fest zu stellen, dass sie alle verarscht worden sind und trotzdem halten die noch alle brav still?

  • anomalische Animalie - 30. November 2011

    Bei 8,5 % Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland stellt sich immernoch die Frage, wie diese sich ohne elterliche Subventionierung gestalten würde. Die steigenden Studentenzahlen gehen eben nicht auf Kosten der Jobcenter, sondern der Eltern. Diese sind in Deutschland noch wohlhabend. Wie lange noch können sie sich das leisten? Und wie hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit dann?

    • Querschuss - 30. November 2011

      Hallo anomalische Animalie,
      eingeschriebene Studenten zählen nicht als arbeitslos. Nur wenn sie ihr Studium abbrechen und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
      Gruß Steffen

      • TvF - 1. Dezember 2011

        … und das auch in Italien, Griechenland, Spanien, Portugal.
        Gibt es in Spanien überhaupt noch Jugendliche MIT Arbeit (also nicht arbeitslos und nicht studierend)?

  • Joe - 30. November 2011

    … und dabei leidet Europa unter Überalterung und Bevölkerungsschwund!

  • stulle - 30. November 2011

    Die Chinesen versuchen ihr Glück mal mit “kluger Geldpolitik” …

    “China überrascht die Märkte mit billigeren Krediten”

    http://www.welt.de/finanzen/article13743260/China-ueberrascht-die-Maerkte-mit-billigeren-Krediten.html

    Die Konjunktur droht zu erlahmen, und vor der dann anstehenden Konjunkturphase hat man anscheinend ein wenig Bammel. Die Profianleger sind global außer sich. Weihnachten ist (vielleicht) “gerettet”.

    http://www.zerohedge.com/news/china-begins-loosening-cycle-gold-crude-futures-spike

    http://www.zerohedge.com/news/here-comes-global-liquidity-bail-out

    Nicht’s ist spannender als Wirtschaft … :)

    • Joe - 30. November 2011

      Tja, da müsste selbst a^2 langsam bange werden. :)

      • Querschuss - 30. November 2011

        Hallo Joe,
        es wird eben fast täglich eine neue Sau durch das spekulative Dorf getrieben, nun sind es wieder Mal die Chinesen, welche die Weltwirtschaft retten. Das China die Mindestreservesätze senkt war klar, hatte ich in einem Beitrag schon vor Wochen vermutet, zusätzlich zur “inflationären Rettung” der Assets durch die westlichen Zentralbanken – schön für Dax, Dow, Öl und Gold?!

        Gruß Steffen

      • Querschuss - 30. November 2011

        Ach Joe,
        im Gegensatz zur FED und zur EZB hat die PBoC noch alle Pfeile im Köcher, der Bogen steht noch auf der Seite.

        Gruß Steffen

      • stulle - 30. November 2011

        Ist nicht das eigentlich ernüchternde, dass “trotz” der hohen Mindestresereven in China, der Rest der Welt in “Schutt und Asche” liegt bzw. auf dem besten Wege dahin ist. Der Rest der “globalisierten Welt”.

        http://www.federalreserve.gov/newsevents/press/monetary/20111130a.htm

        Im Kern reflektieren die gegenwärtigen Maßnahmen doch nicht mehr, als die grundsätzliche Unmöglichkeit, so weiter zu “wirtschaften”. Von den Geisterstädten abgesehen. Der Kreis hat sich eben geschlossen.

      • aquadraht - 1. Dezember 2011

        Ein ziemlich klarer Fall von keine Ahnung und trotzdem ideologisch losgeifern. Die chinesische Regierung hat gerade kürzlich festgestellt, dass an den Bremsmassnahmen auf dem Immobiliensektor festgehalten wird. Immerhin sind im letzten Monat in 34 von 70 grösseren Städten die Wohnimmobilienpreise gefallen, gegenüber 17 im Vormonat, in 16 (Vormonat 24) gestiegen und im Rest gleichgeblieben. In Shanghai, Beijing und Guangzhou sanken die Wohnimmobilienpreise um 0,1-0,3%, nach Stagnation im letzten Vierteljahr. Es platzt also keine Blase, sondern es geht die Hitze aus einem überspekulierten Marktsegment. Damit ist es auch sinnvoll, die scharf restriktive Zentralbankpolitik etwas zu lockern, die vor allem KMUs arg zusetzt.

        Es werden auch nicht “neue Geisterstädte” gebaut – in Ordos-Kangbashi sind die Immobilienpreise um 70% gefallen, die Besitzer können das aushalten und vermieten nun lieber. Der Sozialwohnungsbau wird nach wie vor forciert.Interessant auch, dass die chinesische Regierung gerade die Aufstockung der Einkommen der Haushalte, die unter der Armutsgrenze (1274 Yuan/Monat) leben, auf ein neues nationales Minimum von 2.300 Yuan aus Staatsmitteln aufzustocken. Damit dürften unter der UN-Armutsgrenze von 2 US-$/Tag lebende Menschen in China der Geschichte angehören. Fiese Staatsterroristen, denen nichts heilig ist.

        Man kann natürlich einwenden, dass das auch nicht unwesentlich eine konjunkturpolitische Massnahme ist. Stimmt, solche Einkommen werden unmittelbar konsumtiv verausgabt und damit nachfragewirksam. Die chinesische Regierung hatte auch Ende 2008 an die ärmsten Bevölkerungsteile Konsumgutscheine in Höhe von 10Mrd. Yuan als Hongbao zum Frühlingsfest ausgereicht und die Renten um 10% erhöht. Das ist eine etwas andere Wirtschaftspolitik als Kaputtsparen.

        a^2

  • Vorsicht - 30. November 2011

    Wer eins und eins zusammen zählen kann, sollte feststellen, dass in diesen Ländern ja quasi nur noch die “Jugend” arbeitslos sein kann, wenn die Quote in der Eurozone 10,3% beträgt.

    Kein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    • dank - 30. November 2011

      Das war auch mein erster Eindruck, als ich die Zahlen sah:

      Hast Du eine Erklärung, Steffen?
      Wo (in welchen Statistiken) verstecken sich (die Regierungen) denn die neuen und alten “nicht jugendlichen Arbeitlosen”?
      Wenn in den “Südstaaten” im Schnitt jeder vierte unter 25jährige arbeitslos ist und insgesamt in den EU17 10,3% – da fang ich an zu vermuten, dass etwas nicht zusammenpasst.
      U25: In D 8,5 % – in F 9,8% für die EU27 im Schnitt 20%
      insgesamte Abreitslosikkeit in Europa EU27 Schnitt 9,8%
      Gut, die Bevölkerungspyramide steht auf dem Kopf – aber würde es auch bedeuten, dass von den Ü25 nach Statistik viel viel zu wenige arbeitslos sind, dazu heißt es ständig das Ü50 eh nicht mehr zu vermitteln ist?!
      Aber stimmt, die werden dann zu Maßnamen geschickt oder einfach Hartz4 und sind auch raus.
      Halten andere EU-Staaten ähnliche Auffanglager ähm -becken wie Hartz4 bereit, durch die die Statistiken durch eventuelle schnelle Herabstufungen der Bezugsdauer von ALG I schnell geschönt werden können?
      Also, dann wäre jeder dritte (zweikommairgendwas) Arbeitslose in den E27 ist ein U25 – aber das kann doch fast nicht sein, da zum Rentenalter noch 40 Jahre bleiben und darin nur 2 Arbeitslose pro U25 wären, obwohl U25 doch nur max. 10 Jahre Arbeitsleben beinhalten.
      Melden die sich alle nicht arbeitslos oder wird hier von Staatswegen denn wirklich so beschönigend auf die Statistiken eingewirkt?

  • dank - 30. November 2011

    “Gen”ug von der Anti-Hetze. So.

    Na da tuts mir aber mehr als leid, dass ich unter “Vorsicht” gepostet habe:

    Dann lieber das Ganze nochmals.

    Wo (in welchen Statistiken) verstecken sich (die Regierungen) denn die neuen und alten “nicht jugendlichen Arbeitlosen”?
    Wenn in den “Südstaaten” im Schnitt jeder vierte unter 25jährige arbeitslos ist und insgesamt in den EU17 10,3% – da fang ich an zu vermuten, dass etwas nicht zusammenpasst.
    U25: In D 8,5 % – in F 9,8% für die EU27 im Schnitt 20%
    insgesamte Abreitslosikkeit in Europa EU27 Schnitt 9,8%
    Gut, die Bevölkerungspyramide steht auf dem Kopf – aber würde es auch bedeuten, dass von den Ü25 nach Statistik viel viel zu wenige arbeitslos sind, dazu heißt es ständig das Ü50 eh nicht mehr zu vermitteln ist?!
    Aber stimmt, die werden dann zu Maßnamen geschickt oder einfach Hartz4 und sind auch raus.
    Halten andere EU-Staaten ähnliche Auffanglager ähm -becken wie Hartz4 bereit, durch die die Statistiken durch eventuelle schnelle Herabstufungen der Bezugsdauer von ALG I schnell geschönt werden können?
    Also, dann wäre jeder dritte (zweikommairgendwas) Arbeitslose in den E27 ist ein U25 – aber das kann doch fast nicht sein, da zum Rentenalter noch 40 Jahre bleiben und darin nur 2 Arbeitslose pro U25 wären, obwohl U25 doch nur max. 10 Jahre Arbeitsleben beinhalten.
    Melden die sich alle nicht arbeitslos oder wird hier von Staatswegen denn wirklich so beschönigend auf die Statistiken eingewirkt?
    Hast Du eine Erklärung, Steffen?

    • Querschuss - 1. Dezember 2011

      Hallo Dank,
      darauf habe ich keine schnelle Antwort, dafür müsste man sicher Stunden recherchieren, denn jedes Land wird so seine liebgewonnenen statistischen Spielchen haben um die Zahlen zu schönen, aber die Entwicklung, wenn man die Datenreihen gerade zu den Jugendarbeitslosigkeitsraten betrachtet spricht trotz potentieller Beschönigungen für sich.

      Den Kommentar von Vorsicht habe ich wegen der inhaltlichen Armseligkeit gelöscht und auch die Kommentare die darauf reagiert haben, da sie sonst ohne Zusammenhang hier stehen würden.

      Ich hoffe Alle außer Vorsicht haben Verständnis.

      Gruß Steffen

  • Bubblegum - 30. November 2011

    @Stulle

    Die Chinesen versuchen ihr Glück mal mit “kluger Geldpolitik” …

    “China überrascht die Märkte mit billigeren Krediten”

    Ich glaube das ist eher dem Problem des grauen, von Regierung nicht kontrollierbaren Kreditmarktes geschuldet!

    Viele Grüße

    Bubblegum

    • stulle - 30. November 2011

      Hi Bubblegum, danke für den Einwurf.

      Das würde dem ganzen dann ja komplett jegliche Seriösität nehmen. Interessant, dass “überraschend” so viele weitere Notenbanken mit Entspannungsmaßnahmen Gewehr bei Fuß stehen. Unter diesen Umständen.

      Öl und Co. feiern die Party auch mit:

      http://www.barchart.com/commodityfutures/Energies

      Wir werden sehen :) Gruß!

  • dank - 30. November 2011

    Was die letzten drei Tage an den Börsen (besonders in FFM) passierte:
    (eine Vermutung)

    1. Letzte Woche wurden die Kurse am DO und FR nochmals kräftig gedrückt (Innerhalb der letzten 10 Tage haben mehr als eine große Bank nach oben [Zentralbanken] bekannt gegeben, dass noch 10 Tage bleiben bis zum ShutDown dieser Banken)
    2. Die ersten MoneyJunkies begannen MO und DI entgegen aller Meldungen auf strong buy zu gehen (Es war bereits teilweise durchgesickert, was heute gegen Mittag weltweit durch die Zentralbanken durchgeführt wurde)
    3. Die Aktion der Zentralbanken startete um diese Banken unter dem Deckmantel der globalen Aktion zu versorgen (China kam dazu noch eben recht – auch wenn vielleicht nur deren Schattenbanken zur Zinsreduktion führte)
    4. Heute geht es richtig zur Sache – die MoneyJunkies werden gestillt (Die Probleme sind wie weggefegt – die Banken haben wieder Geld Geld Geld – weiter unten kommt davon nichts an)
    5. Die Ausblicke werden fern der Realwirtschaft und geschönten Berichte nach oben revidiert – strong buy (netter Nebeneffekt: Die Boni werden dieses Jahr trotz aller negativen und realen Zahlen [wie z.B. auf querschuesse] wieder richtig fett – Endrally angesagt)

    Kann bitte jetzt jemand schreiben, dass ich total falsch liege und einfach nur schlecht träume.

    • alt-shift-x - 30. November 2011

      Den Gefallen kann ich dir nicht tun, das sieht tatsächlich danach aus. Es würde mich echt interessieren, wer da die Bank oder die Banken waren, die an der Reissleine gezogen haben. Irgendwer ne Idee? Oder warten wirs ab, bis jetzt konnte man ja solche Sachen doch nie dauerhaft unter der Decke halten.

  • Tourist - 30. November 2011

    Mal kurz und knapp FESTE druff:

    Eigentlich muesste es ja nicht Schande heissen, sondern: “Ist ja super! Denn wenn die Arbeit erledigt ist, dann ist man froh und lehnt sich zurück und geniesst die Früchte des Werks. Arbeitslosigkeit heisst, alles ist erledigt! Mann oder Frau IST die Arbeit LOS! Es gibt nix zu tun! Also eigentlich ist Arbeitslosigkeit super!

    Nur in der Marktwirtschaft ist genau dieser Sachverhalt etwas schlechtes!

    In der Marktwirtschaft bedeutet eine steigende Arbeitslosigkeit Armut , Verzweiflung, Depression, im schlimmsten Fall Gewalt UND eine gesündere Umwelt!

    In der Marktwirtschaft bedeutet eine abnehmende Abreitslosigkeit weniger Armut, weniger Verzweiflung, mehr Wachstum UND eine kaputtere Umwelt!

    Was stimmt also nicht mit der Marktwirtschaft??

    Ich sag: Ihre Zwecke!

    Was muss passieren? Sie muss weg und Gehirnschmalz verbraten werden, um was komplett neues zu machen, damit der erste Absatz wieder gilt!

  • M.E. - 1. Dezember 2011

    Hallo Tourist,
    das Problem ist ja, dass durch unsere Milliarden virtueller Energiesklaven (in erster Linie in Form von Öl) menschliche Arbeit zu teuer und damit in Teilen obsolet wird.
    Nach der Vertreibung aus dem Ölenergieparadies (und etwas später dem Gasenergieparadies) wird es immerhin wieder vom Kopf auf die Füße gestellt: viel menschliche Arbeit (sogar gewöhnungsbedürftig viel für die heutigen Bewohner des Energieparadieses) und zumindest nicht mehr ganz so kaputte Umwelt.

    Wobei die angerichteten kumulierten Umweltschäden des Ölzeitalters nicht so leicht aus der Welt zu schaffen sind.
    Hoffentlich ergießen sich dann nach dem weitgehenden Ende der Importölverfügbarkeit nicht Millionenmassen in die Wälder, um voller Verzweifelung die darin gespeicherten Energiemengen nutzbar zu machen. Dann wird das selbst mit der weniger kaputten Umwelt nichts.

    Das Problem ist also weniger die Marktwirtschaft an sich (sehr wohl aber die in der heutigen Ausprägung – es ginge auch anders), sondern das nur auf kurzfristigen Nutzen orientierte menschliche Denken und Handeln bei Ignorierung der langfristigen negativen Konsequenzen.
    Diesen Satz kann man sich als Leitsatz eingerahmt übers Bett hängen (wer es mag), weil sich an diesem Satz alles eklären lässt, was falsch läuft.

  • Tourist - 1. Dezember 2011

    “Das Problem ist also weniger die Marktwirtschaft an sich (sehr wohl aber die in der heutigen Ausprägung – es ginge auch anders”

    Ne, leider nicht, werter M.E! Da irrst du!

    Der Ölverbauch entsteht aus den Bedinungen der Marktwirtschaft! Solange Geld das oberste Lebensprinzip ist, wird es Konkurrenz und Kämpfe darum geben, M.E. und die einzigen Möglichkeinte aus einem künstliche beknappten Mittel zur Lebenssicherung ranzukommen ist sich durchzusetzen! Ein Markt auf schwebenden Niveau und Sättigung ist nicht möglich! Das liegt daran, dass in einer MArktwirtschaft nunmal das einzige gültige Lebensmittel GELD der primat von allem ist! Wenn das so ist, dann ist klar, dass sich jeder, egal von welcher Position zum Markt hin, Arbeitgeber gegenüber seinen direkten und indirekten Konkurrenten, Arbeitnehmer gegebüber seine Mitstreiter, Staaten gegenüber den Steuerzahlern und andern Staaten usw. nur durchsetzen kann, durchzusetzen hat!

    Auch die nettesten Arbeitgeber können sich dem schädlichen Prinzip grundsätlzich nicht entziehen, auch wenn bspw. sie auf Kuschelkurs mit der eigene Branche sind, so wird doch die Branche in ihrer morlaschen Güte beschränkt über die Kaufkraftverädnerungen in anderen Branchen! Kaufkraft steht nicht unendlich zur Verügung! Aber auch andere volkswirtschaftliche Bewegungen beeinflussen die Konkurrenz, somit das Existenzverhalten der Marktteilnehmer! Es gibt keine nette Marktwirtschaft! Sie selbst ist das Problem und ihre üblen Götzen, die sie zur Existenzbedinung setzt!

    Weg mit ihr!

  • M.E. - 1. Dezember 2011

    Doch Tourist,
    eine Marktwirtschaft, die alle jetzigen und zukünftigen ökologischen und sozialen Kosten sowie Gesichtspunkte wie z.B. absehbare zukünftige Verknappungen von Ressourcen mit in die Preisbildung einbeziehen würde, würde eben diese soziale, ökologische und zukunftsbezogene Subvention heutiger Güter vermeiden.

    Und nur das wäre auch eine MARKTWIRTSCHAFT, die in meinen Augen diesen Namen verdient.
    Die heutige sogenannte Marktwirtschaft ist eine Riesensubventionsveranstaltung durch “Menschenverbrauch”, Ressourcenverbrauch, Naturverbrauch und Zukunftsverbrauch, welche nicht in die Kosten eingerechnet werden .

    • Tourist - 1. Dezember 2011

      “Verknappungen von Ressourcen mit in die Preisbildung einbeziehen würde”

      Ach M.E. ! Das ist doch genau der neoliberale Traum der Neoklassik! Preisbildungstörungen liegen doch nicht am Markt ansich , sondern kommen sonst irgendwo her!
      Bedenke:
      Allein durch die Tatsache, dass die Geldmenge schwankt, meint Inflation bzw. Deflation, ist dein gerechter Preis schon eine Illusion! Davon abgesehen, dass der Preis für die Ware Geld durchaus auch von der Vermögensbildung, der Spekulation oder auch nur vom Sparen abhängt und somit die Preisbildung beeinflusst wird!

      Der Mythos vom echten Preis ist ein Märchen!!!!!!!!

      Selbst wenn du die Geldmenge konstant halten würdest und es dir gelingen würde die Geldmenge exakt hundertprozent zu den Märkten zu halten, ist allein die Tatsache, dass es Produktivitätfortschirtt gibt und dadurch die Möglichkeit gegeben ist, die Umlaufgeschindigkeit der Geldmenge zu erhöhen ,die Beeinflssung der Preise vorhanden. Allein schon (!) durch diese Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit ist der Preis verzerrt!

      Vom Rest garnicht zu schweigen!
      Es gibt keinen gerechten Preis: Allein dass man für Preise Gewinn machen muss, was ja nichts weiter ist als die Folge von Preisen, ist schon falsch und schädlich!
      UNd vor alllem : Wieso sollte eigentlich der Produktivitätsfortschritt und der Wachstumszwang aufhören durch gerechte Preise?

      Marktwirtschaft gehört auf die Müllhalde der Geschichte!

      • Tourist - 1. Dezember 2011

        “Allein schon (!) durch diese Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit ist der Preis verzerrt!”

        Ergänzend auch die Abnahme der Umlaufgeschwindikgeit verzerrt die Preise! Willst du den Leuten sagen wie schnell sie konsumieren sollen oder wie langsam? Willst du folglich den Unternehmern sagen wie schnell sie produzieren sollen oder wie langsam? Nur nützt das nix, denn entscheiden tun die Konsumenten oder willst du mit der Pistole daneben stehen und dem Konsumenten zwingen jetzt brav auch 10 Joghurts zu essen, da wenn er sein Konsumverhalten ändert eben auch die Umlaufgeschwindikgiet des Geldes beeinflusst? Die kriegst allein nur die Umlaufgeschwindigkeit nicht unter Kontrolle!

        Dass Problem hast du übrigens auch beim Regiogeld!

        Folglich gibt es allein aus dieser Perspektive keinen gerechten Preis! Von der Arbetiszeitentwicklung und dem daraus folgenden Problem der wachtusmorientierten Massenproduktion mal ganz zu schweigen!

        Weg mit dem Drecksgeld und dem kack Markt!

  • hunsrückbäuerlein - 1. Dezember 2011

    die jugendarbeitslosigkeit mag eine Schande sein für die Staaten, für die Eliten ist sie ein Genuß! Denn mit den Alten, die noch nahe am letzten Krieg waren, das langsame Werden der EWG wahrnahmen, den kalten Krieg und den freidlichen Zerfall des Ostblocks mitkriegten, ist kein Krieg mehr zu machen. Der Jugend lassen sich umso leichter Feindbilder einpflanzen, je schlechter es ihr geht und schuld sind natürlich die anderen, niemals die eigenen eliten, die das land plünderten und ihr vermögen im ausland in sicherheit brachten. Es liegt ein seltsam stinkender Geruch in der Luft, ganz so als röche es nach Schwefel, Phosphor und Schiesspulver, überlagert von einem Geruch von verwesendem Fleisch und einem leisen wimmern……die Eliten scheuen vor nichts zurück, auch nicht davor, die europäischen Völker wieder aufeinander zu hetzen. Merkels Propagandachef Kauder hat es doch erst vorgemacht….es sind keine guten Strömungen die da entstehen und es ist allemal besser den EIferern, den Monetaristen, Paroli zu bieten und für den EURO einzustehen. Teurer als Krieg in Europa kann es nicht werden!

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