Deutschland: BuBa: Target2 Saldo Januar 2017

von am 6. Februar 2017 in Allgemein

DeutschlandDie Deutsche Bundesbank (BuBa) berichtete heute für den Monat Januar 2017 von einem Anstieg der Target2 Forderung in Höhe von +41,358 Mrd. Euro zum Vormonat, auf 795,621 Mrd. Euro. Zum Vorjahresmonat stieg der Target2 Saldo um +208,622 Mrd. Euro an. Der Target2 Saldo im Januar 2017 entspricht einem neuen Allzeithoch, dieser reflektiert die schlimmsten wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Eurozone seit ihrem Bestehen.

 

s1642Die Forderungen aus Target2 der Deutschen Bundesbank auf Monatsbasis in Mrd. Euro seit Januar 1999 im Chart. Von 1999 bis 2006, d.h. vor Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise, lagen die Forderungen der Deutschen Bundesbank im Durchschnitt monatlich bei nur +1,6 Mrd. Euro. Im Januar 2017 lag der Target2 Saldo  bei +795,621 Mrd. Euro.

Target2 Salden sind Ausdruck der Zahlungsbilanz, sie entstehen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr innerhalb der Eurozone, via dem Target2 Zahlungssytem und beinhalten Leistungsbilanz (Waren, Güter, Dienstleistungen) und Kapitalbilanz (Finanztransaktionen). Überweisungen mittels dem Target2 Zahlungssystem werden nur über Zentralbankgeld (ZBG) abgewickelt. Fließt einem Bankensystem einer Volkswirtschaft der Eurozone mehr ZBG über das Target2 Zahlungssystem zu als ab, ensteht ein positiver Target2 Saldo, fließt mehr ZBG ab als zu, ein negativer Target2 Saldo.

Noch nie waren die deutschen Forderungen aus Target2 so hoch, in dieser Dimension erklären sie zwar, warum der Euroraum noch funktioniert, die Banken der Südperipherie werden liquide und damit zahlungsfähig gehalten, aber zugleich schaukeln sich die Ungleichgewichte innerhalb der Eurozone immer weiter auf und die Wirtschafts-, Geld- und Finanzpolitik findet keine adäquaten Antworten, sondern überdeckt die Probleme nur mit einer beispiellosen Liquiditätsflut! Die Liquiditätsflut mit Zentralbankgeld durch die EZB, über das Werpapieraufkaufprogramm (PPP) fördert Kapitalflucht bzw. die Verbringung von ZBG, primär nach Deutschland. Die Aufkaufprogramme PSPP und CSPP im Chart:

s1643Die Entwicklung des Volumens an angekauften Staatsanleihen durch die NZBs in Folge des EZB-Beschlusses, seit der Woche zum 13.03.2015, dem Beginn des PSPP-Aufkaufsprogramms bis zur Woche zum 03.02.2017 im Chart. Per 03.02.2017, präsentiert sich ein Volumen von 1337,287 Mrd. Euro, mittels derer die Zentralbankgeldliquidität im Bankensystem ausgeweitet wurde. Ein Anstieg zur Vorwoche von +17,347 Mrd. Euro. 

Im Rahmen des PSPP-Aufkaufprogrammes hat die BuBa, nach Verteilungsschlüssel, bereits bis Ende Januar 2017 für 321,658 Mrd. Euro deutsche Staatsanleihen am Sekundärmarkt aufgekauft. Ein Stimulus den Deutschland nicht braucht (Blasen bei Vermögenswerten fördert), aber eben auch der gemeinsamen Geldpolitik für die schwachen Volkswirtschaften der Südperipherie geschuldet ist.

s1644Die Entwicklung des Volumens an angekauften Unternehmensanleihen durch die NZBs seit dem 10.06.2016, dem Beginn des CSPP-Aufkaufsprogramms bis zur Woche zum 03.02.2017 im Chart. Zuletzt dokumentierten sich 60,980 Mrd. Euro.

s1646Die Position 7.1 in der Bilanz des Eurosystems, alle aufgekauften Wertpapiere aus diversen Proprammen, im Rahmen für geldpolitische Zwecke. Die aufgekauften Wertpapiere für geldpolitische Zwecke stiegen in der KW04 2017 auf 1730,309 Mrd. Euro. 

Die EZB kauft bis Ende März 2017 monatlich Wertpapiere in Höhe von 80 Mrd. Euro auf und ab April 2017 dann etwas verminderte 60 Mrd. Euro.

Völlig irre:

s1645Die Entwicklung der Zentralbankgeldeinlagen (Einlagefazilität + Girokonten, ohne Mindestreserven) der Geschäftsbanken bei den nationalen Zentralbanken im Eurosystem seit Januar 1999 im Dailychart. Per 03.02.2017 notierten die ZBG-Einlagen, ohne Mindestreserven bei 1438,068 Mrd. Euro und mittlerweile massiv über den alten Hoch nach den LTROs (Draghis Dicke Bertas). 

Ein geldpolitischer Amoklauf, denn niemals benötigen die Banken 1438 Mrd. Euro an Zentralbankgeld. Selbst alles über 500 Mrd. Euro wird bereits pure Überschussliquidität bedeuten, eine Liquidität die kein Problem löst, nur die Kapitalmärkte manipuliert, künstlich niedrige Zinsen schafft, Kapitalflucht fördert, Vermögensblasen und Zeit schindet um die Strukturen und Protagonisten im Finanzsystem am Leben zu erhalten.

Mit dem Fokus auf den brutalst möglichen geldpolitischen Stimulus durch die EZB und einem für Deutschland permanent unterbewerteten Euro, relativiert sich das deutsche BIP-Wachstum erheblich, nichts was sich selber trägt, primär Folge eines Exportkrieges gegen die Welt, Dank EZB und Euro:

s1406Die Entwicklung der kumulierten deutschen Leistungsbilanz seit Januar 1956 im Chart. Bis November 2016 kumulierte sich ein Leistungsbilanzüberschuss von +2242 Mrd. Euro! Der Chart macht schön deutlich, wie sich dieses Ungleichgewicht erst nach 2002 dynamisch aufbaute (+2270 Mrd. Euro seit Anfang 2002), einhergehend mit einem für Deutschlands Leistungsfähigkeit permanent unterbewerteten Euro.

Der erzielte akkumulierte Leistungsbilanzüberschuss ist 1:1 der Finanzierungssaldo des Auslands, um diese akkumulierte Summe verschuldet sich das Ausland um deutsche Nettoexporte zu absorbieren.

Quelle: Bundesbank.de/Portal Target2 Saldo

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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24 KommentareKommentieren

  • Georg Trappe - 7. Februar 2017 Antworten

    Am Rande des Wahnsinns stehen keine Gelaender!
    -
    Und noch eine Anmerkung zu einem nicht ganz unwichtigen Detail:

    “Der Target2 Saldo im Januar 2017 entspricht einem neuen Allzeithoch, dieser reflektiert die schlimmsten wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Eurozone seit ihrem Bestehen.”

    Die Target2 Salden, wie hier dargestellt, sind die kumulierten Bestaende aus den Zahlungsverkehrsstroemen des Target2 Systems. Ein konstanter Strom von netto x Mrd. Euro pro Jahr erzeugt einen ueber Zeit linear ansteigenden Bestand. Ein konstanter Leistungsbilanzueberschuss von x Mrd. Euro pro Jahr erzeugt linear ansteigende Forderungsbestaende in den Bankbilanzen (das muss nicht, wie im Fall der Target2 Salden die Bilanz der Zentralbank sein). In der Zeit zwischen der Euroeinfuehrung und dem Abheben der Target2 Salden, bestand ebenfalls ein deutlicher Leistungsbilanzueberschuss mit dem Euro-Ausland. Allerdings wurde der nicht durch die Zentralbank sondern durch deutsche im Inland ansaessige Geschaeftsbanken per Kreditvergabe an Banken im Euro-Ausland finanziert und war damit in den Target2 Salden unauffaellig. Erst als die Finanzierung des deutschen Leistungsbilanzueberschusses mit dem Euro-Ausland durch deutsche im Inland ansaessige Banken wegen der US Subprime Krise stoppte, schossen die Target2 Salden in die Hoehe=wurden die deutschen Leistungsbilanzueberschuesse mit dem Euro-Ausland von der Zentralbank finanziert.
    Solange der deutsche Leistungsbilanzueberschuss mit dem Euro-Ausland fortbesteht und deutsche im Inland ansaessige Banken desssen Finanzierung nicht uebernehmen, wird es steigende Target2 Salden geben. Daher wird es ab jetzt vermutlich jeden Monat zu einem Allzeithoch bei den Target2 Salden kommen.

  • Diederich Heßling - 7. Februar 2017 Antworten

    Deutschland ist Pleite!

  • Bubblegum - 7. Februar 2017 Antworten

    Wie letztes Mal plakativ vereinfacht:

    Wir geben den anderen Geld , damit sie unsere Brocken kaufen.

    Wie von den Amis auf der Londoner Schuldenkonferenz versprochen:

    Deutschland zahlt aus der laufenden Produktion die Reparationen für den WK II

    Wie lange?

    Am besten bis in alle Ewigkeit.

    Reale Sippenhaft für die nun schon dritte Nachkriegsgeneration.

    Zornige Grüsse

    Bubblegum

    • Querschuss - 7. Februar 2017 Antworten

      Hallo Bubblegum,
      ein wenig sollte man differenzieren, die deutsche Target2 Forderung zeigt das Ungleichgewicht nur gegenüber den Partnern in der Eurozone, aus Leistungsbilanz und Kapitalbilanz, soweit es sich über das Target2 Zahlungssystem darstellt. Dort stellt es sich auch nur so da, weil private Nettokapitalexporte (Interbankenkredite in ZBG, Finanzanlagen in die anderen Eurozonenländern) aus Deutschland ausbleiben und die BuBa diesen Part übernimmt, also die grenzüberschreitenden Zahlungen der Anderen, ob für Waren und Gütern oder Vermögenstiteln in ZBG, den deutschen Empfängern gutschreibt, also ZBG schöpft und damit eine Forderung gegen die EZB erwirbt, die dann Teil des deutschen Nettoauslandsvermögens ist.

      Aber unabhängig ob die ZBs finanzieren oder privates Kapital, ob innerhalb der Eurozone oder außerhalb, am besten zeigt der kumulierte deutsche Leistungsbilanzüberschuss, was Deutschland an dementsprechende Forderungen gegenüber der Welt aufgebaut hat (letzter Chart im Artikel). Ob man dies als Exportweltmeister (Erfolg) verklausuliert oder als Tribut bezeichnet ist letztlich fast egal, im Endergebnis wird stehen, dass es für den akkumulierten Strom an deutschen Leistungsbilanzüberschüssen keine adäquate realwirtschaftliche Gegenleistungen geben wird.
      Am Ende drohen Abschreibungen gewaltigen Ausmaßes, am Ende war die Leistung zu signifikanten Teilen verschenkt. Und den “Erfolg” hat Deutschland selbst angestrebt und konsequent umgesetzt, erzielt! Auch an der Ausgestaltung der Eurozone und seinen “Regeln”, wie der Ausgestaltung und Funktionsweise des Target2 Zahlungssystems, wo es keinen Ausgleich für die Salden gibt oder eine Begrenzung, oder eine Übertragung von Sicherheiten usw..
      Deutschland ist dem Euro beigetreten, zusammen mit NICHT-leistungsfähigen Volkswirtschaften, was neben der EZB für einen permanent unterbewerteten Euro sorgte und damit erst die Dimension der deutschen Leistungsbilanzüberschüsse ermöglichte. Auch dem Status, der Stimmenverteilung usw. bei der EZB hat Deutschland ja zugestimmt…. Das was wir sehen hat deutsche Politik aktiv mitgestaltet, wenn man dies wie du, als Reparationen, Tribut oder Versailles X.0 sieht, betrachtet, nüchtern als unendliche Produktion und Lieferungen gegen Forderungen, bedruckte Zettel, dann ist dies so, weil auch deutsche Politik dies so wollte/will und sich um das Stabilitätsgesetz (Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (StabG)) nicht schert, ebenso nicht um die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und nicht um das gesamtwirtschaftliche Wohl. Und zu guter Letzt wurde bei jeder Bundestagswahl, seit dem Bestehen der Eurozone, dieser Kurs vom deutschen Wähler bestätigt. Das die Masse der Wähler gar nicht die Implikationen eines chronischen Nettoexportmodelles versteht, hilft leider nicht weiter, Dummheit und Desinteresse schützt vor Fehlentwicklungen nicht.

      Die deutschen Überschüsse sind die Defizite der anderen Volkswirtschaften und damit deren Auslandsschulden. Bei chronischen Defiziten droht im Zeitstrang die völlige Überschuldung einer Volkswirtschaft, nichts was man nicht wissen könnte, nichts was dauerhaft tragfähig wäre, nichts worüber sich der Gläubiger freuen und dies als Erfolg verbuchen könnte.

      Die Druckerpressen der Zentralbanken, wie auch die niedrigen Zinsen waren der Versuch all diese Fehlentwicklungen zuzudecken, sie und die zu Grunde liegenden Strukturen in die Verlängerung zu bringen, aber am Ende löst die Geldpolitik nicht das Problem, man schindet nur Zeit und die Ungleichgewichte wachsen währenddessen noch schneller.

      Gruß Steffen

      • hunsrueckbauer - 7. Februar 2017 Antworten

        Hallo Steffen,

        Und den “Erfolg” hat Deutschland selbst angestrebt und konsequent umgesetzt, erzielt! Nicht DE hat diesen Erfolg angestrebt und konsequent umgesetzt, erzielt. Es ist eine bestimmte Gruppe, die diesen “Erfolg” angestrebt und konsequent umgesetzt hat. Ich kann mir bei dem – ebenfalls von dir kommentierten Reallohnindex nicht vorstellen, dass dieser Erfolg auch ein Erfolg der arbeitenden Bevölkerung ist. gleichwohl die zu blöd ist, zu kapieren, dass sie es sind, die anderen den Erfolg verschaffen und selber auf der Strecke bleiben. Ich erinnere nur an die IG-Metall-Strategie in den 80er, die 35 Stundenwoche mit Lohnausgleich durchzuführen. Die IG-Metall-Mitglieder haben diese Strategie selbst konterkariert, weil sie ihre heute angefallenen Überstunden schon gelich in die Zukunft verpraßt haben.

        Dem Erfolg der anderen ist nur beizukommen durch Arbeitsverweigerung bzw. ganz strenger Dienst nach Vorschrift – nicht mehr. So lange sich aber selbst Twens mit Studium darum reißen für einen Praktikantenlohn im Hamsterrad zu rennen, wundert mich da nix mehr.

        Würden die alle mal noch 1/2 Jahr bei Hotel Mama sich dem Arbeitsmarkt entziehen, sich sogar absprechen, die nutzen ja alle fratzebuck und twitter, müßte keiner mehr eine 1 jährige Praktikantenstelle antreten.

        Ich bin froh, dass es für mich bald vorbei ist und bis dahin werde ich noch soviel einer sinnlosen Beschäftigung gegen Entgeld nachgehen, wie unbedingt nötig.

        Gruß vom
        Misthaufenverwalter

        ps.
        Du kannst ja mal Ross und Reiter nennen von den Erfolgreichen. Bsp. die Nieten in NAdelstreifen denen die Nähte platzen vor lauter Erfolgsbeiteiligung.

        • Querschuss - 7. Februar 2017 Antworten

          ok. statt Deutschland, Deutschland-AG (Konzerne, Exporteure, Banken und Politik) dann passt es und genaugenommen müsste man auch dort noch differenzieren.

  • asisi1 - 7. Februar 2017 Antworten

    wer glaubt wir sehen einen cent von dem geld wieder, der muss in die klapse!
    auch gibt es die angesprochene Sippenhaftung nur bei den deutschen. spricht man das bei den kriminellen und sozialbetrügerischen Ausländern an, so heißt es von sozio-grüner seite, wir können das nicht verallgemeinern.

  • Duke Van Hudde - 7. Februar 2017 Antworten

    Danke Querschuesse

    Für die gute Stelle “relativiert sich das deutsche BIP-Wachstum erheblich, nichts was sich selber trägt, primär Folge eines Exportkrieges gegen die Welt, Dank EZB und Euro:”

    Man kann über Trump sagen was man will, aber an dieser Stelle hat er absolut recht was Deutschland und China angeht. Beide Länder haben ein Geschäftsmodell was auf Währungskrieg beruht.

    Das schlimmste bei der ganzen Sache ist noch ein anderer Punkt. Wenn Deutschland nicht im Euro wär, dann hätte die DM schon massiv aufgewertet und damit wären die Leistungsbilanzüberschüsse verschwunden. Was schon mal gut wär, aber es wird noch besser die Leistungsträger in den Firmen hätten eine Aufwertungsdividende erhalten für ihre gute Leistung bei gleichzeitiger Lohnzurückhaltung im Vergleich zur Konkurenz in anderen Ländern.

    Nun diese Aufwertungsdividende war halt das Ziel der Wirtschaftlichen Elite und diese haben sie nun einkassiert und den Schaden dieser Poltik dürfen dann wieder die Leistungsträger der Gesellschaft bezahlen.

    Diese Aufwertugnsdeividende fehlt nun den Leistungsträgern und gleichzeitig müssen sie noch ein Teil ihres Einkommen abgeben für die Probleme die durch dieses Geschäftsmodell entstehen.

  • Hans Kolpak - 7. Februar 2017 Antworten

    Wie weit kann Enteignung und Versklavung gehen? Die Verursacher haften für diese Schulden. Meine Staatsangehörigkeit allein begründet keine Haftung.

    Wir brauchen weder Staaten noch Regierungen auf diesem Planeten. Egal, wer ihnen vorsteht – es ist und war stets zu unserem Schaden unabhängig vom System, nämlich eine Tyrannei. Man kann privat alles preiswerter und friedlicher organisieren.

    Ich war 30 Jahre Christ und 6 Jahre Parteigenosse. Erst nach Gründung einer Partei in 2009 habe ich 2010 begriffen, wie der Hase läuft. Ich bin dankbar für die gewonnenen Einsichten.

    http://www.dzig.de/Autoritaetshoerigkeit-und-Staatsglaeubigkeit

  • Bubblegum - 8. Februar 2017 Antworten

    @Duke van Hudde,
    hinsichtlich Währungskriege muss ich Ihnen heftig widersprechen.
    Es sind die Vereinigten Terror- und Folterstaaten von Nordamerika, die Währungskriege führen.
    Jüngstes Beispiel: Die Attacke der Wallstreet gegen den Rubel.
    Vor hundert Jahren: Die Attacke der Wallstreet gegen die Reichsmark. Diese wurde zerstört durch die Hyperinflation. Auslöser für diese Hyperinflation waren eben nicht die Kriegskosten. Sondern die Dollarattacken und die in Dollar zu begleichenden Reparationen. Dazu die Ruhrbesetzung. Erst dann
    waren der Dawes- und Young-Plan durchsetzbar. Seitdem sind wir Deutschen die Wirtschaftssklaven der Wallstreet. Die Chinesen haben ihre Währung zunächst an den Dollar gebunden, dann an einen Währungskob.
    Die DM war nie ein Instrument von Währungskriegen. Das sieht man an den fast jährlich erfolgten Aufwertung gegen den Dollar. Meiner Erinnerung nach verfiel der Dollar von 20 DM (Währungsreform 1948) bis auf 1,32 DM kurz vor der Euroeinführung. Im übrigen bleibt fraglich ob Wechselkurse noch realwirtschaftliche Prozesse abbilden, sprich die wirtschaftliche Stärke der Länder abbilden.
    Bei ca. 6 Billionen Dollar, die täglich an den Devisenbörsen gehandelt werden, bildet der Dollarkurs reine Spekulationsprozesse ab. Insofern entlarvt sich die Äußerung Trump als das, was es ist.
    Da ist ein Immobilienmogul , der das Wesen von Geld und Währung nicht verstanden hat.
    Ihnen eine angenehme N8
    Bubblegum

    • Gundermann - 9. Februar 2017 Antworten

      “Meiner Erinnerung nach verfiel der Dollar von 20 DM (Währungsreform 1948) bis auf 1,32 DM kurz vor der Euroeinführung”

      Ganz weit daneben. Der Kurs lag 1948 bei 4,20 DM – was lustigerweise der gleiche Kurs war wie 1914 als 1 USD = 4,20 Mk. entsprachen (okay, nicht lustig sondern gewollt) – und bis 1971 blieb er fast stabil. Lediglich 1961 gab es eine Abwertung auf 4 DM. Allerdings wurden Handelsbilanzdefizite damals durch den Transfer von Werthaltigem ausgeglichen. Bis das Gold in USA zur Neige ging und Nixon die Notbremse zog. Ab da ging es dann rapide abwärts bis 1995. Und dieses Tief sah der Dollar dann ungefähr 2008 noch einma – da allerdings gegenüber dem Euro.
      Dieser Ausgleich fehlt leider im Target2-System. Sonst wären diese Exzesse gar nicht möglich und das Spiel schon zu Ende.

  • webmax - 8. Februar 2017 Antworten

    @bubblegum Ihre Aussage könnte man zu Recht populistisch nennen, denn obwohl im Ergebnis richtig, sind Reparationen hier. dasselbe wie Kriegsschulden. Und diese in Dollar zu verlangen ist einleuchtend: War doch die Reichsmark durch nichts mehr gedeckt (erst später wieder unter Hitler durch Halmar Schacht und seine Meffowechsel).
    Allerdings unterstützt eine gewisse (edit) Clique unsere Abhängigkeit von der WallStreet (edit) bis heute. Währungskrieg ist daher schon richtig, nur profitieren Andere.

  • Stefan Vogel - 8. Februar 2017 Antworten

    Hallo Steffen,

    es wäre doch mögliche, dass die EZB Wertgegenstände (Häuser, Firmen, Grund und Boden) in den Entsprechenden Ländern erwirbt. Damit würden sich die Zahlungsströme wieder umkehren.

    Dann gehen aber die Preise wieder ab in diesen Ländern aber die haben dann wieder Geld….

    Gruß

    Stefan

    • Querschuss - 8. Februar 2017 Antworten

      Die EZB beschließt nur, ausführen tut es die jeweilige NZB. Wenn also die spanische Zentralbank in Spanien Häuser, Grund und Boden aufkauft tangiert dies die Target2 Salden NULL. Erst wenn der Verkäufer, aus der Einnnahme des Verkaufes, deutsche Waren kauft oder in Deutschland eine Immobilie oder eben seine Bankeinlagen nach Deutschland auf sein neues deutsches Konto transferiert.

      Wenn deutsche Banken, spanischen Banken Interbankenkredite geben, deutsche Versicherungen in Spanien Immobilien, Grund und Boden kaufen, oder deutsche spanische Waren (Netto) kaufen, dann dreht sich der Zahlungsstrom um.

      Gruß Steffen

      • Stefan Vogel - 8. Februar 2017 Antworten

        Sorry, Ich meinte die Bundesbank!

        • Querschuss - 8. Februar 2017 Antworten

          Hallo Stefan,
          in der Theorie, als Gedankenspiel vielleicht, aber nicht in der gelebten Praxis, es ist ja eben kein Ausgleich zwischen den Target2 Salden vorgesehen, auch keine Limitierung, es werden keine Sicherheiten zwischen den NZBs übertragen und die Target2 Forderung der BuBa nur wird mit dem Hauptrefinanzierungssatz verzinst, also aktuell 0,00%. Für die ZBG-Geldversorgung in den einzelnen Ländern der Eurozone sind die jeweiligen heimischen NZBs zuständig, ebenso für die dortigen Aufkäufe von Wertpapieren. Die BuBa könnte gar nicht mit Target2 Forderungen auf Schoppingtour gehen, ich denke auch nicht mit frisch geschöpften BuBa-ZBG in anderen Ländern der Eurozone, dass liegt alles außerhalb des Mandats, der festgezurrten Regeln.

          Gruß Steffen

  • Markus - 8. Februar 2017 Antworten

    Jetzt stellen wir uns doch mal vor, was passiert, wenn die Leitzinsen mal wieder in eine , für die Bevölkerung verträgliche Dimension kämen.

    Erst wären alle Schuldnerländer innerhalb kürzester Zeit wieder beim Tauschhandel und wir bleiben auf unseren BMWs, Daimlers und Audis sitzen.

    Danke Draghi.

    • Querschuss - 8. Februar 2017 Antworten

      Draghi hilft nur das “Spiel” in die Verlängerung zu bringen, den Verkauf unserer BMWs, Daimlers und Audis, aber er löst nicht das Problem, im Gegenteil, die Verschuldung anderer Volkswirtschaften wird nur noch höher.

      Aber die Schuld auf Draghi allein zu schieben greift sicher erheblich zu kurz, Deutschland muss von sich aus ein anderes Geschäftsmodell anstreben, eines was weniger Nettoexporte generiert, die Wirtschaft umbauen zu mehr Binnennachfrage und einem selbsttragenden Wachstum, Stichwort Magisches Viereck, so wie es im Stabilitätsgesetz von 1967 verankert wurde.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Magisches_Viereck

      Also nicht aus den Ungleichgewichten ein Geschäftsmodell machen, sondern aktiv mit dazu beitragen ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht zu erzielen.

      Gruß Steffen

  • Bubblegum - 8. Februar 2017 Antworten

    @Webmax
    Ihrer Ansicht kann ich nur bedingt zustimmen. Bis Ausbruch des WK I war das Pfund Weltleitwährung.
    Danach der Dollar. Schon vor Kriegsausbruch spielte die Deckung einer Währung nur eine untergeordnete Rolle, da Großaufträge zahlungstechnisch in der Regel über Goldwechsel abgewickelt wurden.
    Je mehr ich mich mit den politischen und wirtschaftlichen Hintergründen befasse, desto mehr verdichtet sich bei mir der Verdacht, dass Wallstreet maßgeblich den Ausbruch des WK I befördert hat.
    Clarke tut in seinem “Schlafwandler” den Besuch von Oberst Mandell House in den europäischen Hauptstädten während der Serbienkrise mit 1,5 Sätzen ab. (House war damals sowas wie der Stabschef von Wilson und im Auftrag der Wallstreet sein Aufpasser). Tatsächlich verstärkten sich in dessen Besuchszeit die verbalen Attacken von Politikern und Presse gegen die K.u. K Monarchie.
    Selbe Methode als Mc Caine und Kerry in der Hochphase der Ukrainekrise gegen Russland vom Leder zogen. Jetzt geht das wieder los.Die unsägliche Rolle der Goldman Sachs Leute in Sachen Griechenland – Beitritt und – Krise brauche ich nicht ausführen. Es war von Trump ein schwerer Fehler auf Währungskriege hingewiesen zu haben. Da Amis eh miserabel ausgebildet sind, wird das innenpolitisch verfangen, Russen und Chinesen aber dürften schon die währungsolitischen Fallstricke ausgelegt bzw. ABWEHRMASSNAHMEN GEGEN DOLLARATTACKEN ausgetüftelt haben.
    Der Schaden, den die GS Bande allein in Europa angerichtet hat, dürfte in die Billionen gehen.
    Deutlich erkennbar an den Grafiken für die Ela- Entwicklung und die Target 2 Salden der Südländer.
    Aber welcher europäische Politiker hat genügend Eier in der Hose und klagt von Wallstreet Schadenersatz ein?
    Viele Grüsse Bubblegum

  • Querschuss - 8. Februar 2017 Antworten

    Hallo MatthiasW,
    ich habe die Formulierung von Webmax ein wenig editiert. Aber so ist dies leider nun einmal in einem offenen Kommentarbereich. Greift man ein, ist man ein Zensor, tut man nichts ….

    Gruß Steffen

  • Traumschau - 8. Februar 2017 Antworten

    Vielen Dank für den Super-Artikel!
    Wie lange kann dieses “Spiel” noch werden? Wenn Trump seine Ankündigungen wahr macht, dann dürfte das deutsche “Geschäftsmodell” wohl zu Ende sein, oder? LG

  • Andres Müller - 10. Februar 2017 Antworten

    “Am Ende drohen Abschreibungen gewaltigen Ausmaßes”

    Ich frage mich was geschehen würde wenn man den Euro einfach per Dekret mit allen Schulden und Vermögen liquidiert (zum Beispiel mit “sowas macht man am Wochenende”).
    Am Montag würden die Banken geöffnet wo jeder Bürger 1000.- DM ausgehändigt bekommen würde ( auf Kosten der Goldvorräte).

  • Peter Weiss - 24. Februar 2017 Antworten

    Das ist doch noch gar nichts.
    Wir müssen für 12 BILLIONEN EURO Schulden der Südländer haften-hat Hans Werner Sinn schon 2011 erklärt-aber es int. niemanden.

    Suchen sie auf youtube nach Hans Werner Sinn Eurokrise.

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