Die Ruhe vor dem Sturm

von am 28. September 2013 in Allgemein

Gastbeitrag von Matthias Elbers

Wieso der Rückgang der TARGET2-Salden und der Zinsspreads innerhalb der Eurozone uns allen große Sorgen machen sollte

Im Sommer 2012 hatte sich die europäische Zahlungsbilanzkrise  bedrohlich zugespitzt. Die Kapitalflucht insbesondere aus Spanien erreichte immer neue Höchststände. Die Währungsunion stand kurz vor dem Kollaps. Da signalisierte EZB-Chef Mario Draghi mit Einwilligung von Bundeskanzlerin Merkel den Finanzmärkten, dass die EZB alles tun werde, um die Integrität der Währungsunion zu wahren. Am 6. September kündigte Draghi  schließlich ein neues, diesmal unbegrenztes Anleihenkaufprogramm an. Die offizielle Bezeichnung des neuen Kaufprogramms lautet „Outright Monetary Transactions“ (OMT). Draghi nannte es flappsig „Bazooka“.

Tatsächlich gelang es Draghi mit dem OMT-Programm, den Todesstrudel aufzulösen, der in jenen Tagen vor allem Spanien in den Abgrund zu ziehen drohte: Der spanische Staat hatte das Vertrauen der Anleger verloren. Das trieb die Zinsen, die Spanien bei der Emission neuer Staatsanleihen gewähren musste, auf immer neue Höhen und drückte die Kurse älterer Staatsanleihen auf immer neue Tiefststände. Damit aber gerieten die maroden spanischen Banken in eine immer größere Schieflage, denn ein erheblicher Teil ihrer Aktiva bestand aus Anleihen des spanischen Staates. Mit der zunehmenden Schieflage der Banken wuchsen aber wiederum die Zweifel an der Schuldentragfähigkeit des spanischen Staates, der daraufhin noch höhere Zinsen gewähren musste.

Mit seiner „Bazooka“, also der Ankündigung, beim Erreichen eines gewissen Schwellenwertes notfalls unbegrenzt Staatsanleihen eines Landes auf dem Sekundärmarkt zu kaufen, durchbrach Draghi diesen Teufelskreis. Letztlich sprach Draghi damit eine Preisgarantie für die Staatsanleihen der Krisenstaaten aus. Damit waren insbesondere die spanischen Banken vor weiteren Kursverlusten bei den von ihnen gehaltenen Staatsanleihen erst einmal geschützt und das Risiko eines schnellen Kollaps fürs erste gebannt. De facto bedeutete Draghis Schritt den Einstieg in die vollständige Vergemeinschaftung der Staatsschulden innerhalb der Eurozone über die Bilanz der EZB. In den darauffolgenden Wochen und Monaten entspannte sich die Situation. Die Kapitalflucht aus den Peripherieländern ebbte ab – ja die Kapitalströme kehrten sich sogar um. Ein Teil des gegen schlechte Sicherheiten geschöpften Geldes, das zuvor in die sicheren Häfen der Kernstaaten abgeströmt war, schwappte nun über das TARGET2-System wieder in die Peripheriestaaten zurück. Dadurch sind die TARGET2-Salden seit August 2012 insgesamt wieder zurückgegangen. Auch die Risikoaufschläge auf die Staatsanleihen der Krisenstaaten sind seitdem rückläufig.

Der Einstieg in die vollständige Vergemeinschaftung sämtlicher Staatsschulden über das OMT-Programm der EZB hätte allein jedoch nicht ausgereicht, um die Kapitalflucht aus den Krisenstaaten zu stoppen und einen Teil des geflohenen Kapitals wieder dorthin zurück zu lenken. Die Investoren wussten inzwischen um den zerrütteten Zustand sowohl der Realwirtschaft als auch des Finanzsektors in diesen Ländern. Sie wären nicht bereit gewesen, den gebeutelten Unternehmen und maroden Banken noch länger Kredit zu gewähren. Das OMT-Programm hatte zwar verhindert, dass die Kursverluste der Staatsanleihen immer größere Löcher in die Bankbilanzen reißen konnten, aber zugleich destabilisierte auch die wachsende Zahl von Kreditausfällen im Zuge der Wirtschaftskrise den Banksektor in den Krisenstaaten immer mehr. Dass es dennoch gelang, die Kapitalflucht zu stoppen, ist der Tatsache geschuldet, dass im Sommer 2012 auch die  Vergemeinschaftung aller faulen Bankkredite innerhalb der Eurozone auf den Weg gebracht wurde. Und nur weil die Finanzinvestoren und Banken aus aller Welt inzwischen fest damit rechnen, dass die deutschen, niederländischen, österreichischen und finnischen Sparer und Steuerzahler von ihren Regierungen gezwungen werden, die maroden Banken in den Krisenstaaten zu sanieren, sind sie wieder bereit, den dortigen Kreditinstituten Geld zu leihen. Das ist der Grund für die rückläufigen TARGET2-Salden seit Herbst 2012! Und deshalb ist dieser Rückgang für die deutschen Steuerzahler und Sparer auch kein gutes Signal, sondern ein Zeichen höchster Gefahr!

Das erforderliche Volumen für die eurozonale Bankenrettung stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Die Bankschulden betragen ein Vielfaches der Staatsschulden.  Die Verbindlichkeiten der griechischen, portugiesischen, spanischen, irischen, italienischen, zypriotischen und französischen Banken zusammen belaufen sich auf knapp 18 Billionen Euro. Die Ausleihungen der Banken dieser Länder allein an Unternehmen und Privathaushalte beliefen sich im Juli 2013  auf  über 6 Billionen Euro. Viele dieser Kredite sind notleidend. In Spanien galten im Juni 2013 beispielsweise Darlehen im Volumen von 176 Milliarden Euro (11,6 %) offiziell als „Non Performing Loans“.  In Italien waren es Kredite im Volumen von 138 Milliarden Euro (8,2 %) und in Griechenland Darlehen in Höhe von 66 Milliarden Euro (29,0 %). Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Überall haben die Banken faule Kredite an überschuldete Unternehmen und Privathaushalte verlängert, um diese Kredite nicht als Verluste ausweisen zu müssen.  Außerdem stehen viele Vermögenswerte – etwa Immobilienportfolios – noch mit  völlig überhöhten Preisen aus der Vorkrisenzeit in den Büchern der Banken. Wie hoch der Wertberichtigungsbedarf auf der Aktivseite der Bankbilanzen ist, weiß niemand genau. Vorsichtige Schätzungen gehen von einem Rekapitalisierungsbedarf von mindestens 500 Milliarden Euro aus. Zahlreiche Experten rechnen mit 1 Billionen Euro und mehr.

Bereits Ende Juni 2012 war auf dem EU-Gipfel in Brüssel beschlossen worden, Mittel der EFSF bzw. des ESM in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro für die Rekapitalisierung des spanischen Bankensektors bereitzustellen. Im Dezember 2012 wurde die erste Rate in Höhe von 39,5 Milliarden Euro aus ESM-Mitteln ausbezahlt. Dabei wird es nicht bleiben. Vor allem der spanische Bankensektor ist ein einziger Trümmerhaufen. Derweil lassen immer neue Kreditausfälle im Zuge des wirtschaftlichen Niedergangs den Schaden von Tag zu Tag noch größer werden. Die Krisenstaaten einschließlich Italiens und Frankreichs drängen deshalb auf die ganz große Lösung. Die Bundesregierung ist dazu inzwischen auch bereit. Im Herbst 2012 willigte Bundeskanzlerin Merkel in die Pläne für den umfassenden eurozonalen Banken-Bail-Out aus ESM-Mitteln endgültig ein – allerdings unter der Bedingung, dass dieser Bail-Out erst nach der Bundestagswahl 2013 realisiert wird. Merkel hat dies in verklausulierten Form  auch den Akteuren an den Finanzmärkten zu verstehen gegeben. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel Mitte Oktober 2012 sagte sie, dass Deutschland die direkte Bankenrettung aus ESM-Mitteln mittragen werde. Allerdings müsse dafür zuerst die gemeinsame Bankenaufsicht stehen. Kurz darauf schob Merkel dann nach, dass sie nicht glaube, dass diese Aufsicht vor Jahresende 2013 ihren Dienst aufnehmen könne. Dieser Wink mit dem Zaunpfahl wurde verstanden. Seither steht für die internationale Finanzindustrie fest, dass die zerrütteten Kreditinstitute in den Krisenstaaten nach der Bundestagswahl am 22. September 2013 auf Kosten der Steuerzahler saniert werden.  Und nur deshalb können sich die spanischen, griechischen und portugiesischen Banken wieder am Markt günstig Refinanzieren. Der Realwirtschaft in den Krisenländern nutzt das allerdings nichts. Sie leidet weiterhin unter Kreditversagung.  Aufgrund der katastrophalen Wirtschaftslage sind die Banken nämlich nicht bereit, mit dem frischen Geld die Finanzierung von Investitionen durch den Unternehmenssektor zu finanzieren. Stattdessen kaufen sie in erster Linie neue Staatsanleihen ihrer Heimatländer – ein bombensicheres Geschäft, denn für die bürgen ja jetzt via EZB-Bilanz die Steuerzahler und Sparer aus den Kernstaaten.

Aus Sicht des Euro-Establishments ist die vollständige Vergemeinschaftung aller faulen Bankkredite alternativlos. Wäre diese Maßnahme nicht glaubhaft von Bundeskanzlerin Merkel in Aussicht gestellt worden, wäre die Währungsunion schon längst zerfallen. Dafür hätten die unterschiedlich hohen Ausfallprämien gesorgt, die Banken aus den Peripheriestaaten und Banken aus den Kernstaaten für ihre Refinanzierung hätten aufwenden müssen. Würde die Bundesregierung heute sagen, dass sie nicht bereit ist, mit dem Geld deutscher Steuerzahler die Banken in anderen Ländern zu sanieren, wäre die Währungsunion in ihrer jetzigen Gestalt binnen weniger Tage Geschichte! Am Geld- und Kapitalmarkt würden sich die Banken aus  Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, Zypern, Slowenien und ggf. auch Italien und Frankreich nur noch gegen hohe bzw. sehr hohe Risikoaufschläge refinanzieren können. Das Zinsniveau für Kredite an Unternehmen und Privathaushalte würde in diesen Volkswirtschaften rasant steigen und die Konjunktur abwürgen. Die betroffenen Staaten würden unter diesen Umständen die Währungsunion aus eigenen Stücken verlassen, um Ihrer Volkswirtschaft wieder Luft zum Atmen zu verschaffen.

Umgekehrt gilt: Die  ganzen vermeintlichen Anzeichen für eine  „Beruhigung“ der Euro-Krise, die rückläufigen TARGET2-Salden, die sinkenden Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus den Krisenstaaten und die zurückgehende EZB-Bilanzsumme sind in Wahrheit nur das Vorspiel für den großen Knall! Das dicke Ende für die Sparer und Steuerzahler kommt erst noch – und zwar schon bald, wenn man das Euro-Establishment weiter gewähren lässt.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus 2., aktualisierten und erweiterten Ausgabe der Analysepapiers „Das Euro-Desaster: Wie verblendete Politiker Europa ruinieren und unsere Demokratie zerstören“ von Matthias Elbers.

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Das Euro Desaster – Wie verblendete Politiker Europa ruinieren und unsere Demokratie zerstören

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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70 KommentareKommentieren

  • Systemfrager - 28. September 2013

    Drei Jahrzente nach Keynes, der Deregulierung, der Privatisierung und der Globalisierug, also nach nur drei Jahrzehnten des echten Kapitalismus, kann man nur noch einmal dasselbe sagen:

    „Es ist der falsche Sozialismus, der gescheitert ist, nicht die Verwirklichung des echten Sozialismus. Hingegen ist der Kapitalismus, der gescheitert ist, der echte Kapitalismus, und nicht der falsche Kapitalismus. Der Sozialismus scheiterte, weil er nicht verwirklicht wurde. Der Kapitalismus scheiterte, weil er verwirklicht wurde.“

    Ernesto Cardenal, Befreiungstheologe und Priester, Poet und Politiker

    • meisterkk - 30. September 2013

      Es ist der falsche Kapitalismus, der hier scheitert. Es wird zwar immer auf den Kapitalismus geschimpft, aber mit Kapitalismus hat das alles nichts mehr zu tun. Da gäbe es keine Bailouts und keine Insolvenzverschleppung. Da wäre schon im Juli 2007 die IKB nicht gerettet worden, geschweige denn der Rest. Was momentan läuft ist Erhaltung des Systems um des Systems willen. Und wie der System-Begriff dafür heisst werden Sie selbst wissen.

    • Russe - 1. Oktober 2013

      Der Volksmund sagt: der Kapitalismus wurde erfunden, um parasitieren zu können, der Sozialismus, um sich beim Parasitieren nicht mal anstrengen zu müssen.

  • Systemfrager - 28. September 2013

    Aus dem pdf-Text:
    >>> Dass!die!Zahlungsbilanzkrise!mit!einer!Bankenkrise!einhergeht,!ist!nur!logisch.!Die!
    gesamtwirtschaftliche!Überschuldung!schlägt!sich!natürlich!zuerst!und!vor!
    allem!im!Geschäftsbankensektor!einer!Volkswirtschaft!nieder.!
    BINGO!
    Während des Aufschwungs, brauchen die Firmen nur wenig Liquidität. Dann bricht die freie Marktwirtschaft zusammen, Nachfrageproblem, Absatzrückgang, die Firmen sitzen auf ihren Gütern, dann brauchen sie viel viel viel Geld. Deshlab beginnt jede Krise des Kapitalismus im Finanzsektor

    Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, dass sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.

    Marx
    PS
    Als ob Marx ahnte, dass Mises und Hayek kommen werden und den Unsinn erzählen werden

  • Roland - 28. September 2013

    Es gibt für das “Euro-Establishments” (Zitat) einen eleganteren Weg, als die politisch hochriskante Vergemeinschaftung der faulen Bankkredite.
    Die EZB kann ihre Bilanz unendlich verlängern – und am St.-Nimmerleinstag ausbuchen.
    Aktion “Radiergummi”.

    Dann wäre der von M.Elbers prognostizierte “Sturm” höchstens einer im “Wasserglas”.

    • Systemfrager - 28. September 2013

      genau!
      Dass es geht, hat uns Adolf gezeigt (Wäre er nicht verrückt, ein total-liberaler Sozialdarwinist, und allen & der ganzen Welt den Krieg erklärt, wäre er der beste praktische Ökonom aller Zeiten gewesen.)
      Und auch Amis verlängern ihre Schulden schon seit Jahrzehnten
      Die Japaner haben das auch begriffen
      Nur das alte Kontinent mit Demenz und Sklerose kann nichts begreifen
      Da werden nur die alten Trottel Mises und Hyek zelebriert

      PS
      Ich habe nicht gesagt, dass ich dies für die beste Lösung halte !!!!!
      Etwa: Kleineres Übel.

      • Querschuss - 28. September 2013

        Hallo Systemfrager,
        nichts gegen deine Meinung oder deine Argumente, wo du sie vor bringst. Aber bitte andere Meinungen oder Vertreter anderer Schulden nicht so abfällig beschreiben. Tut deiner Sache kein Gefallen.

        Wenn einige wenige Kommentatoren so dominieren und primär für sich vereinnahmen kommt eine Diskussion zu dem eigentlichen Inhalt im obigen Artikel nicht mehr zustande. Ich empfinde dies als einen gewissen Missbrauch des Kommentarbereiches, vielleicht mal darüber nachdenken.

        Danke!

        Gruß Steffen

    • Systemfrager - 28. September 2013

      Mit Blick auf die praktische Rolle, welche die Wirtschaftswissenschaftler während der Großen Depression spielten, stellt der Historiker Hobsbawm fest: „Österreich war vor 1938, wo es eine Fülle solcher Theoretiker gab, die einen Namen hatten und von den Regierungen konsultiert wurden, keine Reklame für wirtschaftlichen Erfolg – bis in die Jahre nach 1945, als es zufälligerweise alle seine renommierten früheren Theoretiker verloren hatte, ohne dafür einen angemessenen Ersatz zu finden.“ Genauer gesagt haben Österreich und Deutschland damals ihre namhaften Theoretiker und ausgewiesenen Experten nicht „verloren“, sondern Hitler hat sie aus den Ämtern gejagt, oder sie haben sich schon vorher still und heimlich davon gemacht, als offensichtlich wurde, dass Hitler ökonomisch erfolgreich war, indem er ausgerechnet das durchsetzte, wovor sie davor im Namen der höchsten wissenschaftlichen Vernunft am lautesten gewarnt hatten. Erinnern wir uns noch einmal daran, dass Hitler unter anderem eine Wirtschaft „hinter der kein Gramm Gold steht“ aufzubauen beabsichtigte, dass er die Auffassung vom großen (komparativen) Nutzen des damals wachsenden Welthandels (der Globalisierung) entschieden zurückwies, nichts von einem ausgeglichenen Haushalt hielt und sogar das Schlimmste, was sich ein Neoliberaler überhaupt vorstellen kann, steigende Löhne (Effizienzlöhne) befürwortet hat. Nach der einhelligen Überzeugung aller damaligen Wirtschaftsexperten hätte die deutsche Wirtschaft schon nach kurzer Zeit bankrott sein müssen, die Währung hätte in einer wilden Inflation untergehen müssen und dem Staat hätte die Finanzierung seiner zahlreichen Unternehmungen nicht möglich sein dürfen. Nichts davon hat sich bewahrheitet, genauer gesagt: das Gegenteil hat sich als richtig erwiesen.

      .„Ich habe mich in diesen Jahren nicht mit den Finanzleuten geärgert“, sagt Hitler in seinen Monologen. „Ich habe niemals mit Schacht mich unterhalten darüber, welche Mittel nun endgültig bewilligt werden. Ich habe ihm gesagt: Diese Mittel sind notwendig. Hat die deutsche Mark bisher gelitten? … Von fünf Milliarden sind wir auf 24 Milliarden gekommen, ohne Preisänderungen und ohne Geldentwertung.“ Es war allerdings keine durchdachte und schlüssige Wirtschaftspolitik, nach der Hitler damals handelte, heben wir unverzüglich noch einmal hervor, um Missverständnissen vorzubeugen. Vielmehr lag dieser Praxis der atavistische Gedanke zu Grunde, dass kein Volk je an Defiziten im Staatshaushalt zu Grunde gegangen ist, sondern eher an fehlenden Waffen, wie Goebbels zu sagen pflegte. In der Tat brauchen wir keine Rüstungsförderungen bei der Schaffung von Nachfrage nach Produktionsgütern. Auch dafür liefert uns die Naziwirtschaft klare Beweise, über die sich die Wirtschaftswissenschaft leider mit unfassbarer Ahnungslosigkeit hinwegsetzt. „Nicht durch die Kriegsindustrie habe ich das Problem [der Arbeitslosigkeit] gelöst. Jahrelang konnte ich in der Richtung überhaupt kaum etwas tun“, erinnert sich Hitler in seinem Monolog am 12. November 1941. „Private Waffenproduzenten, wie die Fried. Krupp AG in Essen, partizipierten sogar erst ab 1935 an entsprechenden Staatsausgaben.“ Und diese sind zu ihren Gunsten nur langsam gestiegen. In der Tat „wurden in den Jahren 1935 bis 1938 von den gesamten öffentlichen Ausgaben in Höhe von 34 Milliarden RM nur 18 Milliarden für Rüstungszwecke verwendet.“ Sogar noch im Jahre „1939 waren die Militärausgaben im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt kaum höher als in Großbritannien“. Das Geld kann also auch bei zivilen Investitionen Wunder bewirken.

      Der Ökonom mit dem Hammer

      PS
      Wetten! Jetzt kommt ein neoliberaler Realitätsverdreher, um mir welche faschistische Motive zu vorwerfen. Naj! Was bleibt diesen Realitätsverdrezher noch übrig.

      • Holly01 - 28. September 2013

        Werter Systemfrager,
        Hitler hat Keynes betrieben. Expansion des Kreditvolumens, bei gleichzeitiger staatlicher Investition und Lohnausdehnung.
        Arbeitslosigkeit weg.
        Konsumgüter vorhanden.
        Geld wird benutzt und hat eine gute Umlaufgeschwindigkeit.
        Im bust ist das auch alles Klasse.
        Der Zinseszins hat sich in dieser Zeit auch kaum aufgebaut.
        Man hatte quasi Vollgeld und hat die Einschränkungen der Goldbasis vs. Güterbasis fallen gelassen.
        Die Amis machen seit 40 Jahren nichts anderes und die Briten sind damit schon länger zu gange.
        Der Grofaz musste nur keine 40 Jahre durchhalten.
        Als die Substanz groß genug hat wurde weiter expandiert (Krieg).

        Der war kein Ökonom. Das ist als wenn Sie bei einem Rennen die Heliumeinspritzung aufdrehen.
        Der Motor läuft bei 120%-180% kann gut gehen. Aber bei der Wirtschaft gibt es nun einmal Nebenwirkungen.
        Im bust ist Geld schnell investiert und rentiert praktisch immer.
        Hat der Normalhaushalt sich primär versorgt, kommt es zu Sicherungsverhalten, die Leute legen Geld zur Seite, um Reserven zu haben.
        Die Firmen investieren in den bust und expandieren. Die Chinesen stellen gerade fest : man kann ja schön wachsen, man muss aber auch genug Kunden haben.
        Die Abnahme funzt aber nur per Lohnsteigerung. / Produktivitätssteigerung.
        Der Konsum ist aber endlich. Will sagen, die Warengruppen haben verschiedene Zeitschienen und unterschiedliche Sättigungsverhalten, aber die Sättigung ist nun einmal Systembestandteil.
        Selbst die Handys kommen an die Grenze wenn jeder 2 hat.
        Sie müssen also ein Produktwechsel hinbekommen.
        Und das ist Lotto. Kann gut gehen, muss aber nicht.

        Das Ende ist immer das gleiche :
        hohe Investitionen rentieren mit höheren Gewinnen. Höhere Gewinne bleiben iwann aus.
        Hohe Investitionen werden abgeschrieben ….. Krise.

        Ihr Beispiel ist ja schön. Die VWLer damals haben genauso gekniffen wie die heute und nicht zugegeben, daß es keinen Allzeitaufschwung gibt.

        Der Grofaz hatte noch den Plan B :
        Jede Generation braucht ihren großen Krieg, damit die Nachfolgegeneration neu aufbauen kann.
        So hat der Starökonom Hitler die westliche Welt bis in die 70er gepusht.
        Na graaaaatz.

    • Holly01 - 28. September 2013

      Hallo Roland,
      warum finanziert jemand der Geld hat, via B einen Staat?
      Er vertraut darauf, das er mehr zurück bekommt, als er gegeben hat.
      Gemeint ist mit zurückbekommen der Zahltag, nicht Sankt Nimmerlein.
      Schulden werden prolongiert (also gerollt, bzw, immer wieder neu aufgenommen und nie getilgt), weil die Geldgeber das Geld garnicht haben wollen.
      Es ist totes Kapital, welches man nicht sinnvoll investieren kann.
      Genaugenommen verzichtet der Geldgeber auf sein Geld und gibt es dem Staat, mit der Massgabe einer Geldmiete, also Zins.
      Bis an diese Stelle ist das alles rund.

  • Ert - 28. September 2013

    Danke an Herr Elbers für diese kurze, umfassende und schlüssig nachvollziehbare Analyse.

    Die Frage die ich mir stelle: Welche Alternative gibt es im Sinne des herrschenden Wirtschafts- und Finanzdogmas und der Konkurrenz zu anderen Wirtschafts- und Währungsblocken in der Welt zu dieser Alternative?

    Herr Elbers deutet ja in seiner Analyse an, das sonst die Zinsen / Refinanzierung der Peripherie deren Bankensektor bereits ‘geschreddert hätte. Mir fehlt da ein bisschen die Übersicht was das in letzter Konsequenz bedeuten würde. Sicher auch nichts schönes…. also wird das ganze Spiel, wie überall, prolongiert.

    Absurd ist natürlich, das alle bezahlen dürfen, während einige weiter Ihre Super-Party feiern und sich scheinbar nichts daran ändert.

  • Moritz - 28. September 2013

    Mein Tagesgeld bleibt trotzdem bei einer deutschen Filialbank.

    Persönlich glaube ich auf mittlere Sicht ja an den Versuch der Anwendung des homöopathischen Mittelchens “Nominal GDP targeting”, wie es die Notenbanken so fein ausdrücken.

    Auch Merkel dürfte ja durchaus bewusst sein, dass man mit dem ESM etc. nur den Ist-Zustand stabilisiert, aber Europa nicht voran bringt. Ich glaube, sie hat da noch ein paar Schoten auf Lager.

  • Bergmeister - 28. September 2013

    Sehr geehrter Herr Elbers,
    vielen Dank für die sehr lesbare Erläuterung der Target-2-Thematik..

  • Voltaire - 28. September 2013

    “Und nur weil die Finanzinvestoren und Banken aus aller Welt inzwischen fest damit rechnen, dass die deutschen, niederländischen, österreichischen und finnischen Sparer und Steuerzahler von ihren Regierungen gezwungen werden, die maroden Banken in den Krisenstaaten zu sanieren, sind sie wieder bereit, den dortigen Kreditinstituten Geld zu leihen. ”

    Was hat sich denn seit der Pleite von Lehman Brothers im Herbst 2008 im Bankensektor grundsätzliches geändert? Antwort: NICHTS!

    Es ist für mich erstaunlich, dass die Politik in Verbandelung mit den s. g. systemrelevanten Banken es überhaupt bis zum heutigen Tag geschafft haben das korrupte Investmentbanking vor dem Kollaps zu bewahren.

    Weder die zuerst praktizierte Variante “bail-out” (z. B. in Griechenland) als auch die derzeitig angedachten “bail-ins” (erstmalig erprobt in Zypern) werden verpuffen solange nicht die strukturellen Probleme im Bankensektor angegangen werden.

    Noch hat jeder die Möglichkeit, sein Vermögen vor der unabwendbaren Währungsreform (WR) in Sicherheit zu bringen… Es ist an der Zeit sich nicht nur Gedanken darüber zu machen wie man seine KAUFKRAFT über eine WR rettet, sondern die strategischen Maßnahmen kurzfristig auch konsequent umsetzt – hier ist jeder selbst seines Glückes Schmied!

    Die von Voltaire (meinem Vordenker) aufgestellte Behauptung:

    “Papiergeld kehrt früher oder später stets zu seinem inneren Wert zurück – Null”

    ist bis zum heutigen Tag nicht ein einziges Mal widerlegt worden.

    • Holly01 - 28. September 2013

      Hallo Voltaire,

      es gibt zu ““Papiergeld kehrt früher oder später stets zu seinem inneren Wert zurück – Null””

      noch eine Variante.
      Vor den Reliogionskriegen in DE gab es ein kirchliches System ohne Zinsen und mit Warenbasis.
      Das war auch relativ stabil.
      Die Religionskriege könnte man aus ökonimischer Sicht, dann aber auch als Versuch kennzeichnen die Stagnation dieser Zeit zu durchbrechen.

      Eines ist nämlich auf jeden Fall war :

      stabiles Geld = stabile Wirtschaft = fehlende Inovation.

      Britanien ist um die CoL aufgebaut und war Versuchskaninchen bei der industriellen Revolution.
      Die Übernahme des Geldsystems von der City ist auch nichts anderes, als das Eingeständniss, dass der bust am Anfang des Geldes jedem anderen System überlegen ist.
      Auch das ist leider bisher unwidersprochen und nicht es gibt auch kein Gegenbeispiel das funktioniert hätte.
      Die Amis haben weltweit immer wieder experimentiert. Die pennen nicht auf dem Baum.

    • feba - 29. September 2013

      papiergeld behält so lange sein wert, so lange es mit wertvollen sicherungen hinterlegt ist.
      geld hatte immer nur den wert der sicherheiten (wirtschaftskraft, immobilien, land,….).
      geldschöpfung muss verstanden werden.
      creatio ex nihilo ->
      ist nicht möglich, sonst hätte es nicht eine zeitlang funktioniert.
      jetzt sind wir durch falsche sicherheiten (verfaulte kredite oder leitwährung) am ende der fahnenstange angelangt.

  • RedMoe - 28. September 2013

    Warum nur hatte ich dauernd Hans-Werner Sinns Stimme im Kopf, als ich diesen Beitrag gelesen habe? :D

    Na ja, ich bin inhaltlich wie so oft ganz bei Roland.

    @Systemfrager:
    Wie machen Sie die Textformatierung, insb. die grau hinterlegten Zitate?

    • Systemfrager - 28. September 2013

      <blockquote> dies vorne … TEXT … das hnten </blockquote>

      • RedMoe - 29. September 2013

        Test

        [/blockquote]Test[/blockquote]

  • Systemfrager - 28. September 2013

    @Holly01
    “We are all Keynesians now” | Milton Friedman
    Es war eine glatte LÜGE.
    Genau. Ein Monetarist und ein Keynesianer sagen, dass es auf das Geld ankommt. Das knappe (FED-)Geld hat die Große Depression verusacht – so Friedman, kaufte sich ein Flugticket und holte sich den Nobelpreis ab.
    Hätte auch von Keynes kommen können.
    Aber mit einem klenen aber feinen Unterscheid.
    Wer bekommt das fehlende Geld?
    FREIDMAN: Die privaten Banken, die geben der realen Wirtschaft Kredite – ist klar, die Firmen investieren, schaffen Arbeitsplätze
    KEYNES: Keine Banken (die verzocken alles), sondern der Staat finanziert reale Projekte (die privaten Firmen bekommen Aufträge und realisieren sie)
    Hose wie Jacke?
    NATÜRLICH NICHT!

    • Holly01 - 28. September 2013

      Sie müssen nur eine Frage stellen :
      Warum leiht der Staat das Geld bei den Banken und schöpft es nicht direkt selbst?
      Antwort : Der Staat ist nicht kreditwürdig, weil es nicht wirtschaftet. Der Staat finanziert sich aus seinem Volksvermögen.
      Das Volksvermögen verwalten die Banken.
      Viola, man hat die Richtuung definiert.

    • Holly01 - 28. September 2013

      “FREIDMAN: Die privaten Banken, die geben der realen Wirtschaft Kredite – ist klar, die Firmen investieren, schaffen Arbeitsplätze
      KEYNES: Keine Banken (die verzocken alles), sondern der Staat finanziert reale Projekte (die privaten Firmen bekommen Aufträge und realisieren sie)”

      Es ist beides falsch.
      Die Banken im Kundengeschäft geben die Kredite und nehmen das Geld der (lokalen) Wirtschaft ein.
      Die Einlagen der Sparer werden regional gesammelt und verteilt.
      In vielen Regionen kommt mehr Geld zusammen, als dort investiert werden kann, dann wird über Dachverbände umverteilt.
      Das Geld geht dorthin, wo Zinsen gezahlt werden (können).

      Der Staat investiert mit dem Geld aus Steuern und Schulden. Ein Staat — nimmt kein Geld per wirtschaftlichem Handeln — ein.
      Ein Staat ist ein passives Gebilde. Es ist ein Apperat, eine Deligierung, eine Verwaltung des Gemeinwesens.
      Alles ausserhalb dieser Tätigkeit ist nichts anderes als eine Deligierung von Tätigkeiten, die man nicht privat leisten will (Schulwesen, Militär usw usf).

      Investmentbanken sammeln Geld, das regional nicht unterzubringen ist und verteilen es auf der Welt. Je mehr Geld regional nicht zu investieren ist, desto größer der Investmentbereich.
      Dumm ist nur, wenn auf der ganzen Welt mehr Geld ist als gebraucht wird.
      Das nennt man dann Krise oder Anlagenotstand.

      • Systemfrager - 28. September 2013

        >>> Die Einlagen der Sparer werden regional gesammelt und verteilt.
        Das ist nicht falsch.
        Aber, sagen wir es so: Das erste Semester

  • Holly01 - 28. September 2013

    Hallo @ll,

    das Problem mit der Auflösung der “Krise” ist ansich recht einfach. Man entwertet das Geld.
    Man geht hin und macht nichts anderes, als bei der Euroeinführung. Ein Wechselkurs zu dem das neue Geld das alte ersetzt.
    Ökonomisch ist das auch kein Problem. Das wurde dutzende Male gemacht, auch in Europa.
    Das Problem liegt in der Gleichsetzung :
    Geld = Macht
    Das Treiben der Investmentbanken ist logische Marktmechanik.
    Es ist aber ethisch und moralisch völlig daneben.
    Geld ist zweigeteilt.
    Das eine Teil nutzt man zum täglichen Leben. Man erwirtschaftet es und gibt es aus. Man kann eine Leistung belegen und man kann einen Gegenwert verlangen.
    Der andere Teil ist die Geldschöpfung und das “arbeiten” mit Geld.
    Der Zins kommt bei uns im normalen Geschäftsumgang selten vor. Wir nutzen Geld nicht mit dieser Langfristigkeit.
    Die Ausnahmen (Annuitäten, Ratenkredit) werden auch immer “mit langen Fingern” genutzt.
    Als die Amis die beiden Welten (Investmentbanken und Kundengeschäft) zusammen gebracht haben, war die Grundlage klar :
    Man benötigt immer eine Kapitalbasis, um Investmentbanking betreiben zu können. Das Investmentbanking war durch die zu kleine Kapitalbasis limitiert.
    Also hat man das Geld der “Normalbürger” in das Feuer geworfen. Hauptgrund :
    Die Normalbürger hätten dieses Geld ohne den Investmentbereich garnicht.
    Da ist wieder die Machtkomponente:
    Die Militärausgaben der USA wären ohne die Währung Dollar und ihre vielen Funktionen unmöglich.
    Keine Dollarleitwährung, kein Investmentbanking der großen WS, keine Weltmacht USA.
    Die Amis werden gegen jeden Krieg führen, der an den Dollar rangeht.
    Die EU wurde nur vom Haken gelassen, weil man sich angepaßt hat und macht, was die USA wollen.
    China wird Kriegsziel, ist es wahrscheinlich schon, denn der Yuan ist viel zu groß geworden und das Dollarvolumen wird spürbar eingeschränkt.
    Japan wird ebenfalls Probleme bekommen, denn die asiatische Rivalität China-Japan wird dazu führen, dass Japan sich nicht mehr FED kompatibel verhält.

    Die Musik spielt nicht in Europa. DE ist als Exporteur überall betroffen (ein weiterer Grund gegen ausgedehnten Export), aber DE spielt weltpolitisch gar keine Rolle. Das ist auch gut so und sollte auch tunlichst so bleiben.

    Die Euroentwicklung ist eindeutig und nicht umkehrbar.
    Es sind 18 Eurostaaten? Die EU-Verträge sind eindeutig, bis auf 3 müssen alle beitreten.
    Die Schulden werden in einen großen Topf wandern.
    Der Euro wird massiv abwerten nach aussen. DE wird sein AAA verlieren, ganz klar.
    DE wird über kurz (wenn man so halsstarrig bleibt) oder lang (wenn man etws weicher auf die Partner eingeht) damit leben müssen, daß Geld seinen Wert über das Jahr verliert und das die Währung regelmässig nach aussen abwertet.
    Das bedeutet unser Exportmodell kann nicht lange gut gehen.
    Die anderen werden sich nicht ändern und uns überstimmen.
    Die werden uns ändern.

    • Eurelios - 28. September 2013

      Die werden uns ändern.

      Leider.

      Man kann es drehen und wenden wie man will. Wenn unsere Göttliche fast 42% bekommt.
      kommt mir das Grausen.
      Der Michel verhält sich wie ein Lemming er trottelt halt brav dem Leittier hinterher auch wenns
      zum Abgrund geht.

      http://ivaneblog.files.wordpress.com/2010/08/lemminge.jpg

      Wobei das Leittier an der Abrisskante der Klippe dezent bei seite tritt und die Vordersten
      von den Hintersten in den Abgrund getrieben werden weil diese Hinteren ihre Göttliche
      ganz nahe sein wollen.

  • Moritz - 28. September 2013

    Holly01, vollste Zustimmung, genauso sehe ich es auch.
    Sobald die Inflation nominal 5% erreicht, werden aber alle ins Gold rennen.
    You can’t buck the market…

    • Querschuss - 28. September 2013

      Hallo Moritz,
      solange in der Eurozone das ausstehende Kreditvolumen an den Privatsektor schrumpft, das Wachstum schwach bleibt, die Masseneinkommen eher schrumpfen wird es keine 5% Inflation geben. Dies strahlt auch auf andere Wirtschaftsräume aus.

      Der Blick auf Japan ist ein ähnlicher, Japan betreibt zwar eine aktive Geldmengenausweitung und Staatsfinanzierung durch die BoJ und trotzdem entsteht keine beachtenswerte Inflation, warum, weil auch da Kreditvergabe und die Lohnentwicklung äußerst schwach bleibt.

      Gruß Steffen

  • Beobachter - 28. September 2013

    Vielen Dank, lieber Systemfrager, dass Sie die großen Ökonomen Cardenal und Marx zitieren.
    Aber wenn Sie Ihre Experimente mit dem “wahren Sozialismus” in die Tat umzusetzen gedenken, würde ich darum bitten, meine Wenigkeit davon auszunehmen. Ich weiß, wie´s ausgeht.
    Es gibt so viele Länder, die nur auf den wirklich einzig wahren Sozialismus warten. Fangen Sie an, am besten in Somalia, Kongo, Pakistan …
    Abgemacht?

  • Elbe - 28. September 2013

    Zitat Roland: Es gibt für das “Euro-Establishments” (Zitat) einen eleganteren Weg, als die politisch hochriskante Vergemeinschaftung der faulen Bankkredite.
    Die EZB kann ihre Bilanz unendlich verlängern – und am St.-Nimmerleinstag ausbuchen.
    Aktion “Radiergummi”.

    Dann wäre der von M.Elbers prognostizierte “Sturm” höchstens einer im “Wasserglas”.

    Falsch gedacht: Eine solche “Bilanzverlängerung” ist nichts anderes als die Vergemeinschaftung der Haftungsrisiken für faule Bankkredite über die Bilanz der EZB.
    Und das “Ausbuchen” käme einem Jahrhundertorkan gleich. Eine solche Aktion “Radiergummi” wäre ganz gewiss mehr als ein Sturm im Wasserglas .

    Die Vorstellung, dass die sich auflösende Eigentumsbesicherung des Geldes kein Problem darstellt und die EZB auch mit einem stark negativen Eigenkapital einfach wieder zur Tagesordnung übergehen kann, ist ein gefährlicher Trugschluss (diese irrige Meinung ist im Zusammenhang mit TARGET2 immer wieder zu vernehmen, etwa im Umfeld der “Nachdenkseiten”)

    Tatsächlich wird die Abschreibung fauler Assets in der EZB-Bilanz zu einer massiven Abwertung des Euros führen mit konsekutiver Inflation infolge steigender Importgüterpreise bei Nullwachstum – ähnlich der Stagflation Mitte 70er Jahre nach dem ersten Ölpreisschock.

    Ich habe diese Mechanismen in der aktualisierten Langfassung des Euro-Desasters im Zusammenhang mit den drohenden Belastungen aus TARGET2 auf Seite 16 ff. skizziert.

    Hauptleidtragende großer Abschreibungen in der EZB-Bilanz werden neben den Geldvermögensbesitzern (also auch alle die Lebensversicherungen halten oder in eine betriebliche Altersvorsorge einbezahlt haben) vor allem die sein, die bei den folgenden Lohn-Preis-Steigerungen immer ganz hinten sitzen, also Arbeitnehmer, Rentner, ALG-II-Empfänger.

    Natürlich kann man theoretisch die EZB auch mit Steuergeldern rekapitalisieren um der Abwertung und der damit einhergehenden Inflation vorzubeugen. Das dürfte angesichts der Summe, die hier notwendig sind, freilich nur zu einem geringen Teil erfolgen da dies tatsächlich für die Politiker der gefährlichere Weg ist.

    Die grundlegende Alternative dazu wäre die Restrukturierung des europäischen Bankensystems im Sinne einer umfassenden Beteiligung der Kapitaleigentümer und Anleihengläubiger der Banken. Das Euro-Establishment tut so, als ob mit den Beschlüssen zur Bankenunion eine solche Bail-In-Lösung künftig auch realisiert werden soll. Aber ich halte dass für reine Rosstäuscherei.
    Nicht zuletzt auch deshalb, weil Bail-Ins in den Staaten Südeuropas bei gleichzeitigem Verbleib dieser Länder im Euro langfristige Kapitalverkehrskontrollen erforderlich machen würden, die den EU-Binnenmarkt sprengen. Das wird deshalb nicht gemacht werden. Siehe Langfassung S. 36 ff.
    Nur bei einem Ausscheiden der Krisenstaaten könnte der Bail-In ohne längere Kapitalverkehrskontrollen durchgeführt werden, denn nur in diesem Fall würde der Wechselkurs das Verlustrisiko des Bail-Ins einpreisen und damit ausgleichend wirken.

    • zykliker - 29. September 2013

      Ich denke schon, dass sich die drei großen Notenbanken FED, EZB & BoJ zu einer abgestimmten “Aktion Radiergummi” verständigen könnten: Gründe & Vorgehen:

      - keine Regierung will ihren Gläubigern durch einen offenen = brutalen Schuldenschnitt wehtun; der Finanzindustrie als eigentlichem Machthaber nicht, weil die ohnehin schon auf Jahrzehnte hinaus damit zu tun hat, nach und nach ihre sonstigen faulen assets in Billionenhöhe gegen laufende Spekulationsgewinne aufzurechnen und somit ordnungsgemäß abzuschreiben, und den kleinen Lebensversicherungs- / Riestensparern nicht, um das revolutionäre Potential klein zu halten.
      - es geht einfacher und eleganter auf indirektem Weg über Inflation, so dass keine direkten Verantwortlichkeiten im politischen Bewußtsein von Otto Normalwähler aufkeimen können.
      - der Schuldenschnitt erfolgt bei den drei großen Notenbanken, die Rekapitalisierung erfolgt über die Wiedererhöhung des Eigenkapitals auf der Passivseite, und im Gegenzug die Bildung eines Immateriellen Vermögensposten auf der Aktivseite
      - dieser Immaterielle Vermögensposten könnte etwa “Volkswirtschaftliche Leistungskraft” heissen und wird – vorerst – auf die Höhe des BIP begrenzt; der entsprechende impairment-Test wird jedes Jahr als Prüfungsaufgabe in der Mittelstufe der Realschulen durchgeführt (natürlich nicht in Bayern, wo nur das HGB unterrichtet wird); In meiner Schulzeit schon wurde uns erklärt, “Unser Geld ist nicht mehr durch Gold gedeckt wie früher, sondern durch die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft.” Nun also…
      - wenn alle drei großen Notenbanken abgestimmt so vorgehen, dann wird eine schockartige Abwertung der Währungen innerhalb dieses Raumes vermieden, denn alle drei verhalten sich ja gleich “unsolide,” es gibt aber natürlich eine Abwertung gegenüber “solideren” Währungsräumen und gegenüber Sachwerten, z.B. Rohstoffe incl. Edelmetalle; hier bekommen wir also die “notwendige Inflation” im “cost push”-Verfahren, denn natürlich muss das ganze bezahlt werden. Dass dies – wie immer auf dieser Welt – von Unter- und Mittelschicht getragen wird, ist keine neue Erkenntnis; alles andere wäre eine Riesenüberraschung, und ich würde mich sehr gerne positiv überraschen lassen.
      - wenn die Kapitalsammelstellen und Otto Kleinanleger sehen, dass sie beim Schuldenschnitt ungeschoren bleiben, kehren sie in ihrem Anlagenotstand trotz negativer Realzinsen auch wieder in die Staatsanleihen zurück; auch dieser Effekt ist beabsichtigt und sollte nicht unterschätzt werden.

      Nun habe ich bestimmt wichtige Aspekte übersehen und lasse mich diesbezüglich gerne aufklären; was ich aber stets zu vermeiden versuche, ist das Zurückscheuen vor tatsächlichen oder vermeintlichen Tabu-Mauern wie z.B. “Die Schulden können doch nie zurückgezahlt werden” oder “Die Notenbanken dürfen keine Staatsfinanzierung” leisten. Das sind alles “gestrige Imperative,” deren Durchsetzung heute – leider – sofort in schlimmere Katastrophen führen würde, als die Menschheit bisher erleben mußte.

  • Querschuss - 28. September 2013

    Hallo Elbe (Matthias),
    erst einmal Danke für deinen Beitrag! Querschuesse bietet gerne eine Plattform für diejenigen die sich kritisch mit dieser Thematik befassen. Letztlich gibt es die absolute Wahrheit eh nicht, eher dürfte ein Gemisch aus Sichtweisen und deren Quintessenz sich einer möglichen Entwicklung annähern. Ich liege irgendwo mit meiner Meinung zur Thematik in der Mitte, denn der Radiergummi-Lösung kann ich auch nicht folgen. Man kann die Bilanz vielleicht länger verlängern und vor allem höher treiben als die meisten sich dies vorstellen können (siehe FED), aber ein schlussendliches Ausbuchen ohne Rückkopplungen (Radiergummi) halte ich für nicht möglich.

    Der Radiergummi nur auf einer Seite der Bilanz (Aktiva) ist in dieser Dimension unwahrscheinlich gar unmöglich (endgültiger Vertrauensverlust in die ZB und die entsprechende Währung).

    Andererseits besteht bei entsprechender Energie der handelnden Akteure auch immer Gestaltungsspielraum, selbst Dinge die wir uns heute nicht vorstellen können, um die Nummer zu verlängern.

    Gruß Steffen

  • Moritz - 28. September 2013

    Die Inflation kommt meiner Ansicht nach dann auch nicht demand-pull, sondern beinhart cost-push aufgrund der Euro-Abwertung. Stagflation eben.
    Naja, wir werden sehen. Natuerlich nicht Montag frueh, sondern ganz allmaehlich binnen der Dekade.

  • Bubblegum - 28. September 2013

    @Holy1

    “Eines ist nämlich auf jeden Fall war :

    stabiles Geld = stabile Wirtschaft = fehlende Inovation.”

    Ich halte diese Aussage für absoluten Unsinn und durch die geschichtlichen Fakten widerlegt!
    Schauen Sie sich doch die Zeit zwischen dem 11. und 14.Jahrhundert in Europa an!
    Die Hochzeit des Sakralbaus. Wir haben eine ständige Zunahme an Innovationen im Zusammenhang mit dem Kirchenbau. Von der Holz-Metall- und Steinbearbeitung bis hin zu statischen Gesetzmäßigkeiten, die wiederentdeckt werden, nachdem die Sekte der Christen durch ihren Fanatismus dafür sorgte, dass das Wissen der Griechen und Römer weitgehend in Mitteleuropa in Vergessenheit geriet. Die Zunahme dieser Innovationen geschieht, obwohl wir nur eine rudimentäre Geldwirtschaft haben. Steuern werden in Form von Naturalabgaben entrichtet (Zehnte).
    Eine stabile wirtschaftliche Entwicklung ist schon wegen der Vielzahl von kriegerischen Konflikten
    in Mitteleuropa gar nicht möglich (100 jähriger Krieg zwischen England und Frankreich, Kreuzzüge etc.) Trotzdem finden sich riesige Konjunkturprogramme in Form dieser Kirchenbauten mit massiven Investitionen im Bereich der handwerlichen Zulieferer. Vom Bäcker bis zum Bierbrauer,
    den Schmieden, den Zimmerleuten etc. (Zunftwesen als Stichwort).
    Viele Grüße Bubblegum

    • Holly01 - 28. September 2013

      Hallo Bubblegum,
      ich geh einmal auf Lesetour, das Thema finde ich zu interessant zum drüberwegschauen.
      Danke für den Hinweis.

  • Bubblegum - 28. September 2013

    @ Steffen,

    “Der Radiergummi nur auf einer Seite der Bilanz (Aktiva) ist in dieser Dimension unwahrscheinlich gar unmöglich (endgültiger Vertrauensverlust in die ZB und die entsprechende Währung).

    Andererseits besteht bei entsprechender Energie der handelnden Akteure auch immer Gestaltungsspielraum, selbst Dinge die wir uns heute nicht vorstellen können, um die Nummer zu verlängern.”

    Warum wird von ihnen so kompliziert argumentiert, wenn doch die folgenden simplen Bilanzregeln
    seit dem 13. Jahrhundert gelten:

    1. Das Waageprinzip:
    AV+ UV=EK+FK

    2. Das EK hat immer nur die Ausgleichsfunktion, sprich: sorgt dafür, dass das Waageprinzip
    überhaupt möglich wird.

    Wenn die EZB im UV Forderungen wertlos ausbuchen muss(=Radiergummi), dann müssen
    sich die FK- Anteile um denselben Wert verringern, damit das Waageprinzip erhalten bleibt.
    Ist dies nicht möglich muss sich das EK um den auszubuchenden Betrag reduzieren, notfalls
    auf Null. EZB wäre insovent, wenn nicht die Eigentümer der EZB EK nachschießen bzw. ihr zu neuen Forderungen verhelfen.
    Wie soll das bei bei den Haupteigentümern der EZB wie Italien, Spanien, Frankreich möglich sein?
    Noch gilt die Aussage: Pack mal nem nackten Mann in die Tasche!
    Gegen Bilanzierungsregeln können die Tricksereien der Bankster auf Dauer nichts ausrichten.
    Auch nicht der Bad Bank-Trick!
    Viele Grüße Bubblegum

    • Querschuss - 28. September 2013

      Hallo Bubblegum,
      die Bilanzregeln sind mir auch klar, nur eine Zentralbank ist keine Geschäftsbank und sie kann theoretisch auch negatives Eigenkapital haben, ohne Pleite zu sein/zu gehen. Nur das Vertrauen in die ZB, ihre Geldpolitik und ihre Währung ist relevant und dieses wird natürlich durch die Dimension eines potentiellen negativen Eigenkapitals beeinflusst/getrübt.

      Gruß Steffen

      • Systemfrager - 30. September 2013

        >>> eine Zentralbank ist keine Geschäftsbank und sie kann theoretisch auch negatives Eigenkapital haben – Querschuss
        Es ist fast unvorstellbar, wie viele Menschen dies nicht verstehen können
        Ihre Augen sehen die Welt wie eine Scheibe und dann muss sie eine Scheibe sein
        Unglaublich
        Unglaublich

  • Bubblegum - 28. September 2013

    @Holy1

    Tip:
    Arte brachte vor ca. einem Jahr eine zweiteilige Sendung über die Entstehung der großen Kirchen
    und ihre Entstehung in Frankreich.
    Viele Grüße Bubblegum

    • JL - 29. September 2013

      Hallo Bubblegum

      Die Kathetralen in Frankreich sind letztendlich das Ergebis der Enteignung der Templer. Und die Dome im frühmittelalterlichen “Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation” sind nur dort anzutreffen, wo eine prosperierende Wirtschaft durch den sogenannten “Hohlpfennig” vorhanden war.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

  • JL - 29. September 2013

    Hallo Matthias Elbers

    Ihren Ausfürungen folgend darf es also demnächt nur eine große Koalition in Deutschland geben.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Bubblegum - 29. September 2013

    @JL

    “Brakteaten waren von Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands, Westfalens und des Mittelrheingebiets) die vorherrschende regionale Münzsorte. Der Begriff Brakteat ist keine zeitgenössische Bezeichnung und wurde erstmals im 17. Jahrhundert für diesen Münztypus verwendet. In einigen Regionen wurden die Brakteaten in regelmäßigen Abständen verrufen (in Magdeburg im 12. Jh. zweimal jährlich), mussten also gegen neues Brakteatengeld eingetauscht werden. Dabei waren z. B. drei neue gegen vier alte Münzen zu wechseln. Die einbehaltene 4. Münze wurde als Schlaggeld bezeichnet und war oft die einzige Steuereinnahme des Münzherrn (Renovatio Monetae).”
    (Quelle: Wikipedia)

    Danke für den Hinweis auf die Brakteaten! Aber wie dieser Wiki-Beitrag zeigt wird die umlaufende
    Geldmenge noch weiter verringert!
    Die Sakralbauten aber werden im wesentlichen von den Bürgern finanziert! Während das Münzregal
    nur dem Hochadel vorbehalten bleibt!
    Sie erklären den Bau der Kathedralen in Frankreich mit der Enteignung und Auslöschung der Templer.
    Der Dombau zu Speyer, die großen engl. Kathdralen sind Beispiele dafür, dass dieses Argument
    Enteignung der Templer nur bedingt als Erklärung taugt.
    Viele Grüße Bubblegum

    • JL - 29. September 2013

      Hallo Bubblegum

      Der Hauptsitz der Templer lag in Frankreich, eine sehr Starke “Niederlassung” in Spanien. Die Pleite Phillips des ersten (Frankreich) war der eigentliche Grund deren Unterganges.

      Die Templer waren in Egland aber nur vereinzelt präsent. Die dortigen Kirchenbauten resultieren aus der Lossagung Heinrich des zweiten ( miit seinen sechs Weibern) von der katholischen Kirche. Ergo haben Sie Recht, wenn das eine mit dem anderen nicht zusammenhängen kann.

      Und nur mal zur Info: Die Santa Maria hatte das typische Templerzeichen auf ihren Segeln, obwohl die Karavelle etwa 200 Jahre später in Richtung Amerika aufbrach.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

  • Bubblegum - 29. September 2013

    @Steffen,
    “die Bilanzregeln sind mir auch klar, nur eine Zentralbank ist keine Geschäftsbank und sie kann theoretisch auch negatives Eigenkapital haben, ohne Pleite zu sein/zu gehen. Nur das Vertrauen in die ZB, ihre Geldpolitik und ihre Währung ist relevant und dieses wird natürlich durch die Dimension eines potentiellen negativen Eigenkapitals beeinflusst/getrübt.”

    Dieses Bsp. habe ich gewählt, weil ich nicht zu korinthenkakerisch erscheinen wollte!
    Mich haben nämlich die folgenden Dinge an Elbes Gastbeitrag gestört:

    1. Es ist in Elbes Beitrag von großem Knall die Rede. Ein Knall ensteht aber nur, wenn etwas
    übermäßig aufgeblasen (=inflare) ist.

    2. In einer der Antworten an einen der Kommentatoren ist von Bilanzverlängerung die Rede.

    Beides suggeriert, den Lesern, die mit wirtschaftlichen Dingen nicht so vertraut sind, das
    inflationäre Gefahren drohen. Während genau das Gegenteil der Fall sein wird!

    Denn zu einer Bilanzverlängerung der EZB kommt es doch nur, weil die zu Mondpreisen auf dem
    Sekundärmarkt angekauften Anleihen, weiterhin zu diesen Preisen in der EZB-Bilanz stehen
    bleiben, während sie in Wahrheit am Tag des Kaufes auf einen Euro Erinnerungswert
    abzuschreiben wären, was zwangsläufig zu einer Bilanzverkürzung führen würde. Und das
    bedeutet Implosion. Darauf haben Sie ja auch zurecht hingewiesen. In meinen Augen ist dieses Verhalten der EZB von strafrechtlicher Relevanz. Werden doch alle Marktteilnehmer systematisch,
    willens-und wissentlich getäuscht! In diesem Zusammenhang fällt mir jetzt, erst jetzt auf, dass wir Deutschen vor Jahren sprachlich auf solche Tricksereien vorbereitet wurden.
    Früher sprach man von Überschuldung und Konkursrecht. Heute spricht man von Insolvenz und
    Insolvenzrecht. Aber Zahlungsunfähigkeit muss nicht Überschuldung bedeuten. Insofern störe ich
    mich an ihrem Begriff negatives EK. Denn das bedeutet Überschuldung, während EK suggeriert
    es ist noch etwas Positives da. Bitte nicht als persönliche Kritik verstehen!
    Allen eine gute n8t.
    Bubblegum

    • Ert - 29. September 2013

      @Bubblegum

      Komisch an dem ganzen Inflagetöse ist auch folgendes:

      1. Wenn eine ZB von 3ten die Staatsanleiten, Papiere, etc. “rein nimmt” – dann versorgt es doch nur die vorherigen Besitzer dieser Papiere ‘vor Fälligkeit dieser Papiere’ mit Liquidität.

      2. Wenn z.B. dann die Anleihe abläuft gibt die ZB diese wieder an den Emitenten bzw. den ehemaligen Verkäufer zurück und bekommt die Kohle – Bilanz- und auch Zahlungstechnisch ist wieder alles o.k.

      3. Letztendlich sehen wir nur eine temporäre Verschiebung um temporär Marktteilnehmer mit Liqui zu versorgen – so sehe ich das zumindest.

      4. Denn selbst wenn die ZB alls aufkaufen würden – Sie können nur das aufkaufen das vorher in den Markt gegeben wurde. Dann aber hätten die Banken etc. ganz viel Liquidität – was aber haben Sie davon, wenn Sie es nicht irgendwo sinnvoll investieren können?

      Deswegen ist QE etc. schlussendlich für mich eine riesige bilanztechnische Nullnummer. Das ganze macht nur Anleihen “vor Fälligkeit” bei den Banken, etc. Liquide. Natürlich schafft man dadurch insbesondere einen Nachfrager für die Staatsanleihen – die sonst keiner mehr aufsaugen könnte/wollte… zumindest für die aktuellen Zinsen.

      Aber die Zinsen sind ja nicht wegen den Staatsanleihen so niedrig, sondern weil keiner mehr Geld leihen will – also Schuldner sein möchte (O-Ton Flassbeck). Denn Schulden bedeuten ja auch Guthaben über die keiner spricht. Und es geht ja letztendlich um die ‘optische’ Guthabensicherung, insb. der oberen 10% und der ganzen (Ver-)sicherungs-Systeme.

      Liege ich mit meiner Einschätzung/Analyse irgendwie daneben?

  • Martino - 29. September 2013

    @bubblegum: schwarz-weiss-Denken hilft hier nicht weiter. Es gibt beides: Inflation und Deflation gleichzeitig. Waerend überflüssige Konsumprodukte und austauschbare Markenartikel dank Überkapazitäten auf Angebotsseite und leeren Hosentaschen auf Nachfrageseite einem enormen Deflationsdruck unterliegen, werden strategische und lebenswichtige Assets und Produkte immer teurer. Einfach mal die Immobilienpreise anschauen (dort wo es Arbeit gibt, nicht in Hinterkuckucksdorf), Energiepreise, Transport, Aktien (kommt noch irgendwann zurück in den Wirtschaftskreislauf), usw…

  • Holly01 - 29. September 2013

    “In diesem Zusammenhang fällt mir jetzt, erst jetzt auf, dass wir Deutschen vor Jahren sprachlich auf solche Tricksereien vorbereitet wurden.”

    Das Drehbuch ist natürlich fertig, bevor die Filmerei losgeht. Das hat Berliniwood mit den Vorbildern des showbiz gemeinsam ……..
    In Berliniwood ist das Drehbuch der nächsten Staffel meist auch bereits fertig, bevor die aktuelle abgedreht wird.
    Man kann die Authoren und die Regie gelegendlich von weitem sehen. Bilderberger und Notenbanken Vertreter. Die Politik orientiert sich über Jahrzehnte, nicht über “zwölf bis mittags”.

  • Erich - 29. September 2013

    wenn die EZB ähnlich wie die FED ein QE betreiben würde, und Staatspapiere im gewichteten Anteil der Wirtschaftskraft der beteiligten Staaten aufkaufen würde, dann hätte ich damit nur begrenzt Probleme. Aber auch die FED “rettet” nicht etwa Kalifornien, indem sie deren Schuldpapiere aufkauft. So etwas hat sie schon lange nicht mehr getan, zumindest nicht im großen Maßstab und im wesentlichen anteilmäßig.

    Die EZB kann Staatsanleihen nur mit neu gedrucktem Geld kaufen, und eigentlich sollte neu gedrucktes Geld entsprechend anteilmäßig verteilt werden. Wenn die EZB etwa für 100 Mrd Euro italienische Staatsbonds kauft, dann entspricht dies einem Transfer von Deutschland nach Italien in Höhe von 27 Mrd Euro, was dem Anteil Deutschlands an der Eurozone entspricht (eigentlich sind es ja mittlerweise 30%, aber ok).

    Auf diesem Weg sind im Prinzip Transfers in beliebiger Höhe möglich, und das ohne jegliche demokratische Kontrolle. Deshalb gehe ich davon aus, dass unsere Bundeskanzlerin (vermutlich wäre die SPD da nicht anders) dies auch genehmigt hat. Es ist einfach unpopulär, so grosse Summen direkt und öffentlich an andere Länder zu verteilen, und es ist einfacher, wenn dies über einen so versteckten Mechanismus passiert, den das Wahlvolk nicht so leicht durchschaut.

  • VWLer - 29. September 2013

    DAS GELDSYSTEM – DIE URSACHE ALLEN ÜBELS.

    EIN SYSTEM, WELCHES MANGEL ORGANISIERT:
    Als wir von der D-Mark, respektive den nationalen Währungen, zum Euro gewechselt sind hat man die Bestände der Altwährungen zu fixen Wechselkursen in Euro umgetauscht. Bei uns in Deutschland war das damals laut Wikipedia: 1 DEM = 0,51129 EUR.
    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Mark

    Zu Beginn der Währungsunion war also eine gewisse Geldmenge vorab fertig im Umlauf. Seitdem ist diese Geldmenge kontinuierlich gestiegen.
    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge

    Wir leben in einem Schuldgeldsystem. Das bedeutet Geld entsteht ausschließlich als Kredit, also als Schuld. Jede neue Geldeinheit Guthaben ist also gleichzeitig eine neue Geldeinheit Schuld, inklusive damit verbundener zusätzlicher Zinskosten.
    Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Geld#Geldsch.C3.B6pfung

    Die Medien reden immer von einer „Schuldenkrise“. Und hier kommt der entscheidende Punkt:

    Wenn man alle Schulden tilgen würde, dann wäre alles Geld, was seit 1999 zusätzlich hinzugekommen ist, vernichtet. Wir hätten also wieder die anfängliche Geldmenge die 1999 am Anfang durch Umtausch der D-Mark entstanden ist.

    Dann haben wir aber noch keine Zinskosten zurückgezahlt.

    Woher nehmen wir die Zinskosten? Aus der Geldmenge, welche ganz am Anfang da war? Dann hätten wir, sofern diese anfängliche Geldmenge überhaupt reichen würde für alle Zinskosten, am Ende gar kein Geld mehr.

    Alles vorhandene Geld (ob Bar, als Zahl auf einem Bankcomputer oder in irgendwelchen Wertpapieren) reicht also niemals aus um alle Schulden inklusive Zinskosten abzutragen. Also sind wir gezwungen, selbst wenn wir alles Tilgen wollen würden, neue Kredite aufzunehmen, ergo uns neu zu Verschulden. Ein endloser Kreislauf, ein Ponzi-Schema. Dabei ist es auch vollkommen egal ob Zinseinnahmen, respektive Gewinne der Zentralbank, wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgegeben werden, da die vorhandene Anzahl an Geldeinheiten insgesamt zu keiner Zeit ausreicht. Niemals.

    Fazit 1: Alles vorhandene Geld reicht niemals aus um alle Verbindlichkeiten, also Schulden inklusive Zinskosten, zu begleichen.

    Schulden tilgen ist also in diesem System ausgeschlossen, da es gar nicht möglich ist. Wenn man aber seine Schulden niemals tilgen kann, werden diese Schulden immer größer und man muss endlos Zinsraten bezahlen. Also ist man gezwungen ständig wachsende Zinskosten zu tragen, welche man selbstverständlich erstmal erwirtschaften muss. Also ist es richtig wenn man sagt man ist als Teilnehmer in diesem System zu endlosem Wachstum gezwungen. Endloses Wachstum ist unmöglich, darüber brauchen wir nicht diskutieren.

    In diesem System ist zwangsläufig jeder verschuldet, Verschuldung ist systembedingt.
    Was bedeutet das für den einzelnen Wirtschaftsteilnehmer?

    DIE GLEICHUNG UNSERES GELDSYSTEMS:

    Wenn es Geldvermögen gibt, die verzinst werden sollen, so müssen auf der anderen Seite Schulden in der gleichen Höhe existieren, deren Schuldner Zinsen zahlen müssen. Das hier ist die simple Gleichung unseres Geldsystems:

    Guthaben + Zinsertrag = Schuld + Zinskosten

    Zinsen führen über den Zinseszins-Effekt zu exponentiellem Wachstum von Vermögen: Bei 4% Zinsen verdoppelt sich jedes
    Vermögen nach 17,5 Jahren. Aus 1000 Euro werden nach 17,5 Jahren also 2000, nach 35 sind es 4000, nach 52,5 sind es 8000,
    nach 70 Jahren sind es 16.000. Und so weiter. Dank exponentiellen Wachstum ist man nach gar nicht allzu langer Zeit bei zig-Trillionen Euro.
    Nach der simplen Gleichung von oben wachsen in diesem System auch Zwangsläufig die Schulden in gleichem Maße, also auch exponentiell, denn irgendwoher müssen die Zinserträge der Guthaben finanziert werden.

    Fazit 2: Zinseszins führt zu immer schnellerer Verschuldung.

    Fazit 3: Immer größer werdende Vermögen auf der einen Seite machen Reiche noch reicher. Immer größere Schulden auf der anderen Seite machen Arme noch ärmer.

    Die Reichen kriegen immer mehr, die Armen müssen immer mehr zahlen – dieses Problem läßt sich natürlich auch auf die Unternehmen übertragen. Es kommt deshalb zu einer immer stärkeren Auslese von Unternehmen, bei denen die Kleinen verlieren und die Großen gewinnen. Langfristig bewegen wir uns also auf eine Monopolisierung unserer Wirtschaft zu, da die Großen die Kleinen schlucken. Bereits heute lässt sich die Gesamte Wirtschaft dieses Planeten auf einige wenige Großkonzerne reduzieren.

    DER DRANG NACH WACHSTUM:

    Das, was unsere Volkswirtschaft produziert ist wie ein Kuchen zu betrachten, der aufgeteilt wird. Das eine Stück erhalten die, die ihre Arbeitskraft bereitstellen, das andere die, die ihr Geld für Investitionen bereitgestellt haben und darauf Zinsen erwarten. So weit ist dieser Vorgang völlig normal und auch in Ordnung, Volkswirtschaftler nennen diese zwei Einkommensarten “Arbeitseinkommen” und “Kapitaleinkommen”. Menschen sparen aber ständig Geld, vor allem jene, die so wohlhabend sind, daß sie ihre Einkommen gar nicht verkonsumieren können. Wenn immer mehr Geld gespart wird, auf das man Zinsen erwartet, so werden die Kapitaleinkommen immer größer. Deshalb schreien unsere Politiker nach mehr Wachstum: Denn nur wenn der Kuchen im Ganzen wächst, den man verteilen kann, so wird niemand schlechter gestellt als zuvor. Es gibt in der Natur keinen einzigen Prozeß, der langfristig exponentiell wächst, ohne irgendwann an seinem Wachstum zugrunde zu gehen oder in ein Gleichgewicht mit seiner Umgebung überzugehen. Aber in der Wirtschaft soll es möglich sein? Ist die Wirtschaft losgelöst von der Natur? Oder ist Wirtschaft nur eingebettet in die Natur und muß sich eigentlich an die Regeln der Natur halten?

    Endloses Wachstum ist auf einem endlichen Planeten, mit endlichen Ressourcen natürlich nicht möglich. Deshalb ist die wirtschaftliche Situation so, daß der Kuchen nicht mehr wächst. Aber die Kapitaleinkommen wachsen weiter. Was passiert, wenn ein Kind ein immer größeres Stück vom Kuchen abhaben will? Das andere Kind bekommt weniger Kuchen. Im Fall der Wirtschaft heißt das: die Arbeitseinkommen müssen zurückgehen, damit die Kapitaleinkommen steigen können. Arbeitseinkommen sind vor allem Löhne.

    Fazit 4: Der Zins erzwingt ein Sinken der Löhne oder er rationalisiert Arbeitsplätze weg. Denn jeder Arbeitnehmer, der nicht mehr
    bezahlt werden muss, verkleinert natürlich die Arbeitseinkommen und lässt somit mehr Kuchen für die Kapitaleinkommen.

    Fazit 5: Da endloses Wachstum nicht möglich ist, führt dieses Geldsystem zwangläufig zu Zinskosten, die nicht erwirtschaftet
    werden können.

    EIN SYSTEM UM SICH REAL UND SACHWERTE EINZUVERLEIBEN:

    Wenn Zinskosten nicht erwirtschaftet werden können, werden von den Gläubigern alternativ als Entschädigung Real- und
    Sachwerte eingezogen. Das passiert gerade z.B. in Griechenland, Spanien, Portugal – alles muss auf Druck der EZB und des IWF privatisiert, sprich verkauft/abgegeben werden. Diese Praxis wird schon länger bei Verschuldeten, armen Ländern z.B. in Afrika vollzogen. Auch Deutschland wird sich, Systembedingt, nicht davor schützen können. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch wir die unausweichlichen Folgen dieses Geldsystems zu spüren bekommen. Alles was jetzt in Pleiteländern passiert wird auch bei uns so passieren. Die europäischen Südstaaten sind gerade als erster dran weil sie die exponentiell steigenden Zinskosten als erste nicht mehr tragen können. Das bedeutet im Umkehrschluss aber das auch wirtschaftlich stärkere Staaten früher oder später in der exakt gleichen Lage sein werden.

    Fazit 6: Der Wahnsinn wird mit Staatsgewalt durchgesetzt.

    Wer nicht zahlt wird von der EZB, dem IWF und der EU-Kommission sanktioniert.

    ZINSKOSTEN SIND FÜR ALLE SPÜRBAR / INFLATION:

    Zinsen belasten die Volkswirtschaft. Ein Unternehmen, welches sich Geld leiht, legt die Kosten für diesen Kredit auf die Preise um. Das heißt, jeder Käufer zahlt über den Preis Zinsen mit. Der Zinsanteil in den Preisen beträgt inzwischen ca. 30%, Tendenz steigend. In den Steuern beträgt der Zinsanteil derzeit bereits über 20%, weil der Staat über 20% seiner Steuereinnahmen als Zinsen wieder ausgibt. Natürlich wachsen diese Zinskosten ebenfalls immer mehr, je mehr Schulden der Staat macht.

    Fazit 7: Der Zins/Dieses Geldsystem führt mit fortlaufender Zeit zwangsläufig zu einer allgemeinen, fortlaufenden Verteuerung
    von Waren/Gütern/Dienstleistungen, also Inflation, sowie zwangläufig zu immer höheren Steuern.

    Auch ein Kollaps, gerne auch als „Reset“ bezeichnet, der zwangsläufig aufgrund der Natur der Exponentialfunktion nach einiger Zeit stattfinden muss ändert nichts an der Kernproblematik, der Umverteilung. In einem Crash, z.B. einer Hyperinflation werden alle Geldvermögen vernichtet. Den Profiteuren kann das aber herzlich egal sein. Wer 50-60 Jahre lang Kapitalerträge kassiert hat konnte Jahrzehntelang in Sach- und Realwerte investieren. Wer Reich ist, ist vor und nach einem Crash, sofern man sich nicht dumm anstellt, der König. Solange man nach einem Crash nicht ein anderes System einführt, und die systembedingt einverleibten Realwerte zurückführt, ändert sich an der Umverteilung und dem Umverteilungsmechanismus gar nichts.

    WEITERFÜHRENDE GEDANKEN:

    Dieses System ist kein Zufall, Unfall, Unwissenheit der Politik – sondern Absicht. Es basiert auf einfacher Grundschulmathematik und funktioniert banal einfach.

    Wer verschuldet ist, ist abhängig. Was wir hier haben ist eine neue Form des Feudalismus. Nur subtiler und versteckter. Ich würde sogar so weit gehen, dieses System und seine operative Durchsetzung (Zwangsabgaben von Geld- und Sach-/Realwerten) als eiskalten Raubüberfall zu bezeichnen.

    Die jetzige Konstruktion, daß ein Staat sich zur Geldschöpfung leihen muss, ist eine Perversion. Sie ist nur dadurch erklärbar, daß die Politiker mit den Banken zusammenarbeiten und darum kein Interesse daran haben, etwas am System zu ändern.

    Die Medien sprechen immer von einer „Krise“. Haben wir wirklich eine Krise? Es werden genauso so viele oder
    mehr Güter produziert wie früher. Wir produzieren immer noch mehr Nahrungsmittel als wir verbrauchen können. Es gibt, vereinfach gesagt, immer noch genauso viele Kühe, Hühner, Kornfelder wie früher. Die Sonne scheint immer noch, das Gras wächst immer noch, die Erde dreht sich immer noch. Jetzt kommt ein Zusammenschluss aus Zentralbanken, IWF und internationalen Finanzkonzernen, der Zinskosten bezahlt haben will und auf einmal haben wir eine „Krise“? Man zwingt auf einmal Länder alles von Wert zu privatisieren/abzutreten, zu verarmen und zu verelenden? Menschen werden um ihre Existenz gebracht, eine ganze Generation die geopfert wird?

    Können wir eine Krise nicht mehr von einem Raub unterscheiden?

    Dieses Geldsystem zu ändern wird verdammt Schwierig. Seit der Einführung dieses Systems haben die Profiteure kontinuierlich Real- und Sachwerte eingesammelt. Alle bedeutenden Unternehmen (besonders Nahrung, Wasser, Energie, Medien) weltweit lassen sich auf einige wenige Großkonzerne reduzieren. Diese sind in der Hand eines kleinen Promille-Anteils der Weltbevölkerung. Es sind die gleichen Kräfte, die auch jetzt für den Erhalt dieses Wahnsinns kämpfen. Und sie verfügen dabei auch über Staatsgewalt mit der sie Ihre Interessen verteidigen und Ziele global umsetzen.

    Viele Lösungen die kursieren sind wirklich banal einfach und naheliegend. Allerdings nur Umsetzbar unter der Voraussetzung,
    daß es zu größeren Revolutionären Umwälzungen kommt. Das ist der Punkt an dem es vermutlich scheitern wird.

    • Rolmag - 30. September 2013

      “DAS GELDSYSTEM – DIE URSACHE ALLEN ÜBELS.” vom VWler

      Manches Mal hätt ich gern Ihr einfaches Weltbid, aber nicht wirklich.

      Für mich sind machtgeile und inkompetente Politiker und Monarchen die Ursache allen Übels.
      Das ist genau so “wahr”.

      • VWLer - 30. September 2013

        Bitte – widerlegen Sie die Thesen. Gehen Sie zur Uni und reden Sie mit einem VWL Prof darüber. Sie werden sehen.

        Manchmal wünschte ich mir ich könnte einfach mal so verblendet sein wie die Masse – dann würde mich gar nichts mehr stören.

    • Voltaire - 30. September 2013

      Wer verschuldet ist, ist abhängig. Was wir hier haben ist eine neue Form des Feudalismus. Nur subtiler und versteckter. Ich würde sogar so weit gehen, dieses System und seine operative Durchsetzung (Zwangsabgaben von Geld- und Sach-/Realwerten) als eiskalten Raubüberfall zu bezeichnen.

      Zwangsabgaben sind einem Raubüberfall gleichzusetzen! Spätestens wenn der Euro als Währung kollabiert wird bei den “Besitzern” von Vermögen mittels Zwangsabgaben, wie bereits in der Vergangenheit des Öfteren erfolgreich praktiziert, abkassiert; Hauszinssteuer und Lastenausgleich lassen grüßen. Selbst wer in Grund- und Boden investiert hat um sein Vermögen über die anstehende Währungsreform zu bringen, wird eines Besseren belehrt werden – GG Artikel 15 ist ein Grundrecht des Staates seine Bürger zur Kasse zu bitten.

      In Geldfragen sind nur wenige Bürger aufgeklärt. D. h. 99 Prozent glauben noch immer, dass ein Staat nicht pleite gehen kann. Für mich ist es einfach nicht nachvollziehbar wie bescheuert man sein muss, dem Staat über die Steuern hinaus sein Erspartes direkt (z. B. Bundesanleihen aller Art) oder indirekt über s. g. Finanzprodukte (Lebensversicherungen, Riester-Rente, etc.) anzuvertrauen. Außer dem Versprechen auf magere Zinsen auf das eingesetzte Kapital, welche zudem überwiegend unter der Inflationsrate liegen, hat man keinerlei Garantien bei einem Staatsbankrott sein Geld wieder zurückzubekommen. Ganz im Gegenteil: wer Geld mit Zinsen unter der Inflationsrate anlegt vernichtet kontinuierlich sein Vermögen ganz zu schweigen von einer oftmals nachgelagerten Besteuerung am Tag der Fälligkeit!!! Das Eigenkapital vom Staat ist nahezu NULL (s. eBundesanzeiger der Bundesfinanzagentur) und darüber hinaus lassen sich die Gläubiger nicht einmal eine Grundschuld auf ihren Kredit eintragen – einfach UNFASSBAR!

      Vor dem Reset des Geldsystems bitte noch schnell eine echte Schuldenbremse in das Grundgesetz oder in eine neue Verfassung aufnehmen. Hierzu mein Vorschlag am Beispiel vom GG Art. 115 unter Beachtung der Historie:

      A r t i k e l 115 (Ursprungstext vom 23. Mai 1949)

      Im Wege des Kredites dürfen Geldmittel nur bei außerordentlichem Bedarf und in der Regel nur für Ausgaben zu werbenden Zwecken und nur auf Grund eines Bundesgesetzes beschafft werden. Kreditgewährungen und Sicherheitsleistungen zu Lasten des Bundes, deren Wirkung über eine Rechnungsjahr hinausgeht, dürfen nur auf Grund eines Bundesgesetzes erfolgen. In dem Gesetze muß die Höhe des Kredites oder der Umfang der Verpflichtung, für die der Bund die Haftung übernimmt, bestimmt sein.

      Grundgesetz aktuell (mit der s. g. Schuldengrenze)

      Artikel 115

      (1) Die Aufnahme von Krediten sowie die Übernahme von Bürgschaften, Garantien oder sonstigen Gewährleistungen, die zu Ausgaben in künftigen Rechnungsjahren führen können, bedürfen einer der Höhe nach bestimmten oder bestimmbaren Ermächtigung durch Bundesgesetz.

      (2) Einnahmen und Ausgaben sind grundsätzlich ohne Einnahmen aus Krediten auszugleichen. Diesem Grundsatz ist entsprochen, wenn die Einnahmen aus Krediten 0,35 vom Hundert im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt nicht überschreiten. Zusätzlich sind bei einer von der Normallage abweichenden konjunkturellen Entwicklung die Auswirkungen auf den Haushalt im Auf- und Abschwung symmetrisch zu berücksichtigen. Abweichungen der tatsächlichen Kreditaufnahme von der nach den Sätzen 1 bis 3 zulässigen Kreditobergrenze werden auf einem Kontrollkonto erfasst; Belastungen, die den Schwellenwert von 1,5 vom Hundert im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt überschreiten, sind konjunkturgerecht zurückzuführen. Näheres, insbesondere die Bereinigung der Einnahmen und Ausgaben um finanzielle Transaktionen und das Verfahren zur Berechnung der Obergrenze der jährlichen Nettokreditaufnahme unter Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung auf der Grundlage eines Konjunkturbereinigungsverfahrens sowie die Kontrolle und den Ausgleich von Abweichungen der tatsächlichen Kreditaufnahme von der Regelgrenze, regelt ein Bundesgesetz. Im Falle von Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigen, können diese Kreditobergrenzen auf Grund eines Beschlusses der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages überschritten werden. Der Beschluss ist mit einem Tilgungsplan zu verbinden. Die Rückführung der nach Satz 6 aufgenommenen Kredite hat binnen eines angemessenen Zeitraumes zu erfolgen.

      Mein Änderungsvorschlag für GG Artikel 115 mit einer echter Schuldengrenze

      (1) Die Ausgaben der öffentlichen Hand dürfen die Einnahmen aus Steuern und Abgaben nicht übersteigen.

      (2) Schuldverschreibungen, (Zwangs)Anleihen, Aufnahme von Krediten, die Emission von (Bundes)Wertpapieren oder anderer Finanzierungsinstrumente und deren Handel seitens der öffentlichen Hand sind verboten.

      (3) Die Steuerbelastung der Bürger aus allen zu erzielenden Einkünften und dem EBIT nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) mit Stand „Datum“ (optional: nach HGB) bei Selbstständigen, juristischen Personen und Personengesellschaften ist gleich hoch und beträgt maximal 15 Prozent im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember eines jeden Jahres.

      (4) Auf alle Waren und Dienstleistungen wird eine einheitliche Umsatzsteuer erhoben, die maximal 15 Prozent beträgt. Eine darüber hinausgehende Besteuerung von Waren und Dienstleistungen ist verboten.

      (5) Öffentlich-rechtliche Abgaben an Bund, Länder und Gemeinden sind zweckgebunden zu erheben und dürfen den Grenzabgabensatz von 10 Prozent vom Jahreseinkommen gem. Satz (3) nicht übersteigen. Bei Übeschreitung vom Grenzabgabensatz ist der darüber hinausgehende Betrag im ersten Quartal des Folgesjahres von der öffentlichen Hand (zzgl. 3 Prozent über dem Basiszinssatz nach BGB) zurück zu zahlen. Auf Rechnungen sind Steuern und Abgaben getrennt auszuweisen.

      (6) Zwangsabgaben und -steuern auf bereits versteuertes Privatvermögen sind verboten (Doppelbesteuerung, Entfall der Erbschafts- und Schenkungssteuer, Hauszinssteuer, Lastenausgleich, Zwangsanleihen, etc.). Weiterhin darf Privatvermögen nicht vergemeinschaftet werden (Art. 15 Grundgesetz wird ersatzlos gestrichen).

      (7) Die Legislative und Exekutive haften vollumfänglich bei Verletzung der Sätze (1) bis (6). Die Immunität der Abgeordneten ist bei Gesetzen zum Bundeshaushalt aufgehoben. Des Weiteren haben alle Abstimmungen zu Gesetzen betreffend des Bundeshaushaltes stets in namentlicher Abstimmung zu erfolgen.

      (8) Eine Änderung (Ergänzung, Wegfall oder im Inhalt) der Sätze (1) bis (7) bedarf einer 2/3 Zustimmung von mindestens 50 Prozent der wahlberechtigten deutschen Staatsbürger.

  • VWLer - 29. September 2013

    Wodurch wird der Wert einer Währung bestimmt?

    Durch uns.

    Von daher lache ich immer über die Leute, die jammern, daß das Gold der Bundesbank in Amerika geklaut wurde.

    Na und?

    Esst ihr Gold? Trinkt ihr Gold? Wenn ihr in den Supermarkt geht, fragt ihr euch, wieviel Gold die Bundesbank hat? Wenn die Pflanzen auf dem Feld wachsen, wenn Schweine etwas fressen, wenn Kühe Milch geben, überlegen sie vorher, wieviel Gold die Bundesbank hat?

    Nehmen wir als Beweis für meine These 2 Länder:

    Beide haben dieselbe Anzahl Bürger in ihrem Reich, dieselbe Menge Gold in ihrer Bank, dasselbe Klima, dieselben Rohstoffe und dieselbe Menge Geld in ihrem Kreislauf, sagen wir 1 Billion.

    Der Unterschied soll nun ausschließlich in den Bürgern liegen. In Land A sind die Bauern fleißig, die Metzger fleißig, die Fischer fleißig, die Ärzte fleißig und alle erzeugen durch ihre Arbeit Werte.

    In Land B sind die Menschen faul, sie bauen kaum etwas an, es werden keine Ärzte ausgebildet, etc.

    So, nun nehmt an, daß ihr mit 100 Geldstücken der Währung von Land A in Land A einkaufen geht.

    Die Währung ist etwas wert, die Märkte sind voll, die Regale sind voll, wenn ihr einen Arzt braucht, wird euch geholfen.

    .

    So, nun geht ihr mit 100 Geldstücken der Währung von Land B in Land B einkaufen.

    Die Märkte sind leer, die Regale sind leer, es gibt keine Ärzte, keiner kann euer Auto reparieren, etc.

    Was ist die Währung von Land B wert?

    Nichts. Weil man für die 100 Geldstücke einfach nichts bekommen kann.

    .

    Wie ist das möglich? Beide haben dieselbe Geldmenge, beide haben gleichviel Gold in ihrer Bank, dieselbe Einwohnerzahl, da muss doch das Geld gleichviel wert sein?

    Falsch.

    Das entscheidende ist die Waren-/Dienstleistungsmenge

    Und über die Warenmenge entscheiden WIR, über unsere Fähigkeit zu arbeiten!

    Wieviel Gold irgendwo rumliegt, ist irrelevant.

    Die Banken verbreiten ununterbrochen die Lüge, der Staat dürfe kein Geld drucken, weil es sonst Inflation gäbe.

    Der größte Schwachsinn überhaupt!

    Nehmen wir als Beispiel eine Stadt, die ein Schwimmbad für 10 Millionen bauen will.

    .

    1) Die Stadt LEIHT sich das Geld zur Bezahlung von einer privaten Bank (die es ihrerseits von der EZB leiht), die Bank will 10% Zinsen.

    Nach dieser Leihaktion ist das Geldvolumen im Land um 10 Millionen angestiegen und die Stadt hat 10 Millionen Schulden bei der Bank.

    Das Schwimmbad wird gebaut, die Stadt führt die Eintrittspreise an die Bank ab und die Bank bekommt ihre 11 Millionen, so daß die Stadt schuldenfrei ist.

    Woher kommt die 11. Million?

    Aus dem bestehenden Geldkreislauf.

    Da die Bank sich das Geld selber von der EZB leihen musste, zahlt sie die 10 Millionen zurück an die EZB, wo sie vernichtet werden und ihr selber bleibt bloß die 11. Million, die sie als Zinsen verlangt hat.

    Nehmen wir nun an, die Banker kaufen sich von der 11. Million Häuser, Möbel etc, so ist alles gut und die 11. Million ist wieder zurück im Kreislauf.

    Ihr seht, nach der Rückzahlung des Kredites ist die Geldmenge wieder auf ihrem Ausgangsniveau, sie ist also konstant geblieben.

    .

    2) Die Stadt DRUCKT sich das Geld zur Bezahlung der Arbeiter selber, die Geldmenge steigt auch in diesem Fall um 10 Millionen.

    Das Schwimmbad wird gebaut und die Stadt nimmt über die Eintrittspreise das Geld ein, was sie zu Beginn erschaffen hat.

    Sobald 10 Millionen zusammen sind, werden die Scheine gesammelt und verbrannt, wodurch die Geldmenge wieder auf ihr Anfangsniveau gebracht wird.

    .

    Was ist der Unterschied zwischen dem Fall, wo sich der Staat das Geld leiht und dem Fall, wo der Staat das Geld selber schafft?

    Das Schwimmbad ist dasselbe.

    In beiden Fällen wird zu Beginn gleichviel Geld erschaffen.

    In beiden Fällen wird am Ende gleichviel Geld vernichtet.

    in beiden Fällen ist die Geldmenge am Ende wieder auf dem Anfangsniveau.

    Warum soll es in einem Fall “Inflation” geben und im anderen nicht?

    Was ist der wirkliche Unterschied zwischen “Geld leihen” und “Geld selber drucken”?

    .

    Der einzige Unterschied besteht darin, daß im ersten Fall die Bänker 10% der verliehenen Summe als Bezahlung für ihre “Leistung” aus dem bestehenden Geldkreislauf entnehmen dürfen, während im 2. Fall niemand einen Gewinn macht.

    Sprich:

    Wir sind so dermaßen durch die Lügen und Propaganda indoktriniert, daß wir glauben, Inflation würde dadurch verhindert, daß wir den Bänkern einen Prozentsatz des von ihnen erschaffenen Geldes aus dem Geldkreislauf zur Verfügung stellen.

  • Rolmag - 30. September 2013

    Nun, hier geschieht nichts anderes, als dass ein sterbenskranker, vergifteter Körper mit einem gesunden zusammengeschlossen wird, damit das Herz des gesunden beide versorge und den kranken Körper heile.

    Eine Weile lang geht es dem kranken Körper dann auch auf Kosten des gesunden besser, bis sie alsbald beide so krank sind, wie der eine zuvor alleine und dann beide verrecken.

    Beim Kranken war das nie zu verhindern, bei dem gesunden politischer Mord.

    Entweder hier fliegen bald die Fetzen oder wir gehen einfach so zugrunde, zu Tode ausgeplündert, von radikalen, unvergleichlich inkompetenten Solidar-Fanatikern.

    Fanatiker sind immer Menschenfresser, ob rot oder braun oder vom Vorhautsammler geschickt oder sozial oder solidarisch, immer Mist!

  • Frankenfurter - 1. Oktober 2013

    Einspruch, purer Alarmismus, mit dem der Autor vielleicht den Ignoranten& Michmädchen hier Eindruck machen kann :-)

    Den Schulden werden nicht die Vermögenswerte oder die laufenden Einnahmen der Schuldner gegenüber gestellt. Den Schulden müssen doch irgendwelche Werte gegenüberstehen, wo sind die hier aufgeführt? Nehmen wir mal an, dass von den 18 Billionen € Krediten, die in den Randstaaten vergeben wurden 11% in voller Höhe gefährdet sind, weil die Länder in einer tiefen Rezession stecken. Dann wären 2 Billionen des Eurozonen-BIP (jährlich etwa 8,5 Bio €) abschreibungsbedürftig. Rechnet man das Sozialprodukt der Eurostaaten auf die gesamte Laufzeit der Währung zusammen, komme ich auf eine Wertsumme von fast 100 Billionen € in 13 Jahren. Darauf bezogen beträgt der in dieser Zeit aufgelaufene private Kreditschaden 2% vom Gesamtumsatz. Rechnen wir zu diesen privaten Kreditausfällen noch 2 Billionen vorerst nicht tilgbare Staatsschulden aller Eurozonen-Länder hinzu – Deutschland ist mit seinen öffentlichen Bad Banks ganz vorne mit dabei – dann beziffere ich den Kreditausfall auf ein Volumen von 4% des kummulierten BIPs der Eurozone seit 2000. Das ist eine Größe, die absolut beherrschbar ist, wenn es ein rational agierendes´Schuldenmangement geben würde. (Von einem angemessenen Krisenmangement wage ich noch nicht einmal zu träumen)

    Ein weitsichtiges Schuldenmangement könnte zum Beispiel so aussehen, dass die Bilanzsummen des Eurosystems bei der EZB und der betroffenen nationalen BUBAs um ein oder zwei Stellen nach links verschoben werden. Die Schulden sind dann nicht weg, aber beherrschbar gemacht, weil die Laufzeiten der Kredite einfach verlängert werden. Dafür wäre kein Cent eines Steuerzahlers nötig, erst recht nicht, wenn die Leute wieder in Arbeit kämen. Zum Beispiel an einer europaweiten Energiewende von A wie Auto bis W wie Windenergie und Wasserstoff-Antriebe (auch für Flugzeuge,Schiffe). Das wäre ein innovatives & nachhaltigeres Konzept, als das derzeitige, das nur gewisse Immoblilien- oder Aktienmärkte künstlich mit Krediten quasi zum Nulltarif aufbläst.

    Und noch etwas. Was ist denn die reale Quelle der nationalen Schulden aus Sicht der Gläubiger? Exportüberschuesse=ins Ausland verlagertes Vermögen= Auslandskredite. Ein nicht mehr in die Zeit passendes deutsches Wirtschaftsmodell, das meint, sich einen Kapitalexport in Form von Exportüberschüssen von jährlich 100 Mrd. Euro – entspricht ziemlich genau der privaten Sparleistung der Deutschen – leisten zu können, schreit geradzu nach einem heilsamen Dämpfer. Je früher, desto besser.

    • Querschuss - 1. Oktober 2013

      Hallo Frankenfurter,
      mal vom Stil deines Kommentars abgesehen, dem kann ich in diesem Satz zustimmen: “Ein nicht mehr in die Zeit passendes deutsches Wirtschaftsmodell, das meint, sich einen Kapitalexport in Form von Exportüberschüssen von jährlich 100 Mrd. Euro – entspricht ziemlich genau der privaten Sparleistung der Deutschen – leisten zu können….”

      Allerdings genau dies herauszuarbeiten, da hat dieser Blog in seiner Gesamtheit enormes geleistet, mit stetig aktualisierten Beiträgen, die genau diesen Zusammenhang beleuchten. Nur solche Artikel, selbst im freien Bereich, locken nicht Mal einen Kommentar, was sollen “wir” daraus für Rückschlüsse ziehen?

      http://www.querschuesse.de/deutschland-nettoauslandsvermogen-bei-1202-mrd-euro/

      PS: 100 Mrd. Euro Exportüberschuss ist eine gravierende Verniedlichung :)

      Ein Blick auf die Finanzierungsrechnung der VGR 2012 bringt erhellendes. Alle volkswirtschaftlichen Sektoren Deutschland sparen, erzielen also mehr Einnahmen als sie Ausgaben vornehmen. Nur das Ausland (Übrige Welt) fährt Defizite.

      FR der VGR 2012:
      private Haushalte: +141,4 Mrd. Euro
      nichtfinanzielle Unternehmen: +25,9 Mrd. Euro
      finanzielle Unternehmen: +13,1 Mrd. Euro
      Staat: +2,4 Mrd. Euro
      Übrige Welt: -182,6 Mrd. Euro

      Das Einnahmeüberschuss-Wunderland in allen volkswirtschaftlichen Sektoren auf Droge der Ausgabenüberschüsse der Übrigen Welt! Naja, wenn das nicht nachhaltig ist und ein vorbildliches Geschäftsmodell für die Welt, jeder erzielt Überschüsse gegenüber Jeden :)

      Wie – das geht nicht, ….gibt es nicht, …ist schließlich ALTERNATIVLOS!
      2+2=5, egal, wen interessiert es?

      Gruß Steffen

      • Russe - 1. Oktober 2013

        Irgendwie verstehe ich nicht was ihr alle habt. Eigene Produkte auf Kredite, die man selbst gegeben hat, zu verkaufen ist doch echt cool.

  • Stefan Wehmeier - 1. Oktober 2013

    Das liebe Geld

    Geldvermögen und Schulden sowie “Giralgeld” sind kein Geld (Zentralbankgeld = Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken), sondern Ansprüche bzw. Forderungen auf Geld mit zudem unterschiedlicher Fristigkeit. Wer nicht einmal das differenzieren kann, versteht gar nichts; und wer dann noch von einer “Geldschöpfung der Geschäftsbanken” phantasiert, die mittlerweile an staatlichen Verdummungsanstalten gelehrt wird, damit etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld NICHT verstanden wird, versteht weniger als nichts.

    Ja, liebe Kinder, es gibt nicht nur positives – d. h. richtiges -, sondern auch negatives Wissen, d. h. Vorurteile und Denkfehler oder auch Schwachsinn. Letzterer unterscheidet sich vom Unsinn dadurch, dass er nicht nur im Widerspruch zu etwas Richtigem steht, sondern einen Zustand geistiger Verwirrung ausdrückt, in dem das Richtige von demjenigen, der an den Schwachsinn glaubt, aus eigener Kraft nie mehr erkannt wird.

    Alle “Wissenschaften”, die sich im weitesten Sinne mit dem menschlichen Zusammenleben befassen (VWL, Theologie, Politologie, Soziologie, Philosophie, etc.), sind keine Wissenschaften, sondern Schwachsinn, weil die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung, das Geld, seit jeher fehlerhaft ist. Wer sich also in eine staatliche Verdummungsanstalt einweisen lässt, um Schwachsinn zu studieren, erwirbt damit die Lizenz, das “liebe Geld” bis zum Jüngsten Tag nicht mehr zu verstehen.

    Wer den elementaren Fehler im “Geld, wie es (noch) ist” nicht kennt, kennt nicht die Ursache für Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg sowie für alle anderen Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen; und wer das “Geld, wie es sein soll” nicht einmal anzudenken wagt, kann über “diese Welt” nicht hinausdenken:

    http://www.deweles.de/intro.html

    Zu Target-2:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/der-unsinn-antwortet.html

    • Russe - 1. Oktober 2013

      Geld ist Gold “falsch” geschrieben. Und “fehlerhaft” ist das Geld nur ca. 6000 Jahren.

      • Stefan Wehmeier - 1. Oktober 2013

        “Geld ist Gold…”

        Goldbug? Auch diese Krankheit ist heilbar:

        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/10/geld.html

        • Russe - 1. Oktober 2013

          Kein Bug, Gold ist Geld (zumindest im Westen). Der Rest sind langweilige Nebelkerzen. Ob man die Krankheit gegen den Willen des “Vaters” heilen kann, denn sein Wille geschehe… :-)

    • Querschuss - 2. Oktober 2013

      Hallo Herr Wehmeier,
      “Geldvermögen und Schulden sowie “Giralgeld” sind kein Geld (Zentralbankgeld = Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken), sondern Ansprüche bzw. Forderungen auf Geld mit zudem unterschiedlicher Fristigkeit.”

      Das ist im Prinzip so korrekt, aber ihre Häme gerade in ihrem Target2 Link gegen Sinn ist etwas unangebracht, wenn sie nicht mal wissen, dass die Banken bei ihrer nationalen Zentralbank (NZB) des Eurosystems ihren Zentralbankgeldbedarf decken und eben nicht bei der EZB, die nur Organ ist. Wenn es nicht ausdrücklich der EZB-Rat mit zwei Drittel-Mehrheit verbietet, kann eine NZB sogar ohne die Hinterlegung der vorgeschriebenen Sicherheiten Zentralbankgeld via ELAs Emergency Liquidity Assistance in ihre heimischen Banken pumpen.

      “Der Unsinn behauptet also, dass z. B. in Griechenland, Spanien und Italien Geld (Zentralbankgeld) „zusätzlich geschaffen“ wurde, was gar nicht möglich ist, weil ausschließlich die EZB dazu befugt und in der Lage ist, die Zentralbank-Geldmenge in der EU zu erhöhen.” …Sorry sie schreiben selbst Unsinn!

      “Es sind (Stand: August 2012) 751 Mrd. € von der Deutschen Bundesbank an die EZB (die gegenüber der Deutschen Bundesbank mit diesem Betrag verschuldet ist) geflossen…” Zwischen der Buba und der EZB fließt gar nichts, die Buba hält eine Forderung gegenüber der EZB als Bestandsgröße aus dem Target2 Zahlungssystem, uns zwar in der Höhe des Saldos, wie über dem Target2 Zahlungssystem von Banken der Eurozone Zentralbankgeld zu Banken nach Deutschland im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr mehr zufloss, als vom deutschen Bankensystem in andere abfloss.

      Zentralbankgeld ist Grundlage von grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, muss also eine Geschäftsbank die grenzüberschreitenden Zahlung eines ihrer Kunden ausführen, braucht sie ein Zentralbankgeldguthaben bei der heimischen Zentralbank, aus dem heraus via dem Target2 Zahlungssystem die Zahlung an die Empfängerbank und deren heimische Zentralbank ausgeführt wird. Allerdings steht hier ausgeführt für einen anderen Vorgang, als sie ihn im Sinn haben.

      Hat die ausführende Bank nicht genügend Zentralbankgeldguthaben muss sie sich bei ihrer heimischen NZB Zentralbankgeld leihen, führt sie den Zahlungsvorgang aus, zieht die heimische Zentralbank die Summe von den Zentralbankgeldguthaben der Bank ab und die Zentralbank der Empfängerbank schreibt der Empfängerbank die Summe auf deren Zentralbankkonto gut. Zwischen den beiden beteiligten Zentralbanken z.B. Bank of Greece und Buba fließt nichts, sondern die Bank of Grecce bekommt eine Verbindlichkeit in Höhe der Zahlung formal gegenüber der EZB und die Buba ein Forderung aus der Gutschrift die sie bei der Empfängerbank leistet, ebenfalls formal gegenüber der EZB. Die EZB fungiert nur wie eine Art Clearingstelle.

      Also hin und wieder mal weniger austeilen, auch Opium des Volkes (Stefan Wehmeier) weiß nicht alles, kann man auch nicht.

      Gruß Steffen

      • Russe - 2. Oktober 2013

        Opium hat zu viel Bibel gelesen. Die Kirche übrigens ein perfektes Bsp. wie man sich “alternativlos” macht. Sage und schreibe man erzeugt ein völlig unnötiges Bindeglied zwischen Mensch und Gott, macht es zu Monopol und fertig ist der Lack. Ist das bei dem Geld etwa anderes? :-)

        • Stefan Wehmeier - 2. Oktober 2013

          “…viel Bibel gelesen.”

          Das Geld zu verstehen, ist einfach. Die Religion muss man nur deshalb erklären und damit wegerklären, um außerdem verständlich zu machen, warum z. B. Sie das Geld nicht verstehen und auch gar nicht erst verstehen wollen.

          Klar so weit?

          • Russe - 7. Oktober 2013

            Nicht “…viel Bibel gelesen” , sondern zu viel. Sind Sie sicher, dass Sie die Bibel, die Religion und das Geld verstanden haben?

      • Stefan Wehmeier - 2. Oktober 2013

        Sorry, war etwas zu schnell getippt. Also hier nochmal ohne Tippfehler:

        “Zwischen den beiden beteiligten Zentralbanken z.B. Bank of Greece und Buba fließt nichts,…”

        Das habe ich auch nicht behauptet.

        “…sondern die Bank of Grecce bekommt eine Verbindlichkeit in Höhe der Zahlung formal gegenüber der EZB und die Buba ein Forderung aus der Gutschrift die sie bei der Empfängerbank leistet, ebenfalls formal gegenüber der EZB. Die EZB fungiert nur wie eine Art Clearingstelle.”

        Eben. Und genau daraus entstehen die einzelnen Target-2-Salden, wenn die effektive Umlauffrequenz des Euros in den einzelnen Staaten der “Währungsunion” unterschiedlich ist.

        Ansonsten:

        “Wenn es nicht ausdrücklich der EZB-Rat mit zwei Drittel-Mehrheit verbietet, kann eine NZB sogar ohne die Hinterlegung der vorgeschriebenen Sicherheiten Zentralbankgeld via ELAs Emergency Liquidity Assistance in ihre heimischen Banken pumpen.
        Noch Fragen?”

        Das spielt keine Rolle, denn die NZB emittieren Euro und keine DM, Drachme, etc.; und der EZB-Rat kann eine Erhöhung der Euro-Menge ausdrücklich verbieten – sonst wäre es ja keine “Währungsunion”. Und solange das so ist, emittieren die NZB das Zentralbankgeld “im Auftrag der EZB”, auch wenn es nicht bei jeder Emission der ausdrücklichen Zustimmung bedarf.

        Und jetzt kann man sich natürlich endlos darüber streiten, welche Blitzbirnen im so genannten EZB-Rat sitzen dürfen und mit welcher Stimmenmehrheit sie welche Maßnahmen zum Währungspfusch zu genehmigen haben oder nicht.

        Das spielt aber auch alles keine Rolle, denn es geht einzig und allein darum, den Währungspfusch ein für allemal abzustellen und das Geld mit einer konstruktiven Umlaufsicherung zu versehen, damit es überhaupt eine Währung sein kann, deren Kaufkraft auf unbegrenzte Zeit stabil bleibt:

        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

        Dazu ist es zweckmäßig, die “Währungsunion” zunächt wieder aufzulösen:

        http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/04/krieg-oder-frieden.html

        • Russe - 7. Oktober 2013

          Ich hab mal eine Frage wie wolltet ihr alle am System, was euch gar nicht gehört die Änderungen vornehmen?

  • Russe - 1. Oktober 2013

    Yepp clever, denn von ausgelaugten Schuldnern ist nicht mehr viel zu holen. Mal drohen die das gesamte Vermögen von deutschen Unternehmen zu beschlagnahmen wie in GR, mal wollen die “ihr” Gold zurück. Aber die private Armee von Vatikan die so “unabhängige” Schweiz weiß schon Bescheid und übt rechtzeitig
    “Swiss war game envisages invasion by bankrupt French”
    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/switzerland/10344029/Swiss-war-game-envisages-invasion-by-bankrupt-French.html

    Und ich rege mich schon lange gar nicht mehr auf, hole einfach Beer & Chips und beobachte das ganze Theater.

  • Andres Müller - 1. Oktober 2013

    “Die ganzen vermeintlichen Anzeichen für eine „Beruhigung“ der Euro-Krise, die rückläufigen TARGET2-Salden, die sinkenden Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus den Krisenstaaten und die zurückgehende EZB-Bilanzsumme sind in Wahrheit nur das Vorspiel für den großen Knall!”

    So ist es, und es kommen noch viele Details aus den aktuellen Statistiken hinzu welche die Realität scheinbar besser hinstellen als vor einem Jahr. Zum Beispiel sind die Angaben über die in Betrieb genommenen neuen PKW trügerisch.

    Tatsächlich findet derzeit in Europa eine Art Notverkauf von Fahrzeugen statt, mit Preisreduktionen bis 30%. Diese Rabatte vernebelt die Statistik und darüber hinaus fressen die Rabatte auch noch am Restwert der Occasionen. Man kann sagen, auf dem Markt für Personenkraftwagen ist eine hohe Deflation im Gange welche den Inhabern das Altwagen Milliarden kalt hinwegspült. Hier geht eine Menge erarbeiteten Geldes verloren und löst sich in Luft auf, die zum Teil mit Verlust verkauften PKW bringen die Automobilindustrie mit Zulieferern in arge Bedrängnis.