Einlagefazilität: 827,534 Mrd. Euro

von am 6. März 2012 in Allgemein

Wie die EZB heute Morgen berichtete, stieg die Einlagefazilität (Übernachtanlage) zum 05.03.2012 auf ein neues Rekordhoch mit 827,534 Mrd. Euro. Seit dem LTRO2 ist damit die Einlagefazilität um +352,315 Mrd. Euro gestiegen. Dies deutet daraufhin, dass die geschaffene Nettoliquidität mit der LTRO-Injektion von 529,531 Mrd. Euro (Brutto) recht hoch war oder das die Banken sogar über dieses Maß der geschaffenen Nettoliquidität hinaus zusätzlich Liquidität bei der EZB bunkern.

Die Entwicklung der Einlagefazilität der Geschäftsbanken bei den nationalen Notenbanken im Eurosystem seit Januar 1999 bis gestern im Dailychart. Die Übernachtanlage stieg zum 05.03.2012 auf 827,534Mrd. Euro. Der Langfristchart mit den täglichen Daten zur Einlagefazilität zeigt, dass in normalen Zeiten die Einlagefazilität kaum eine Rolle spielte.

Wenn eine Bank am Tagesende Habensalden auf den ESZB-Konten hat, werden diese automatisch zu Einlagefazilitäten. Die Einlagefazilität wird mit einem Zinssatz von aktuell 0,25% versehen. Die Einlagefazilität wird ständig und in einem unbegrenzten Volumen angeboten.

Quelle Daten: Ecb.int/Daten Einlagefazilität

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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5 KommentareKommentieren

  • juergen - 6. März 2012

    Beruhigt doch irgendwie, dass die Banken noch nicht wissen, wohin damit….

  • Kalle - 6. März 2012

    Da muss die Dicke Berta nochmal nachschießen.
    Es kann doch nicht sein, dass die das Geld nicht wollen?

  • Andres Müller - 6. März 2012

    Die Einlagefazilität täuscht darüber hinweg, was die klassische Ökonomie nicht so gerne versteht -der Geldberg erscheint Spekulanten wie Dagobert Ducks Geldspeicher. Aus diesem Grund interpretieren Sie die Einlagen als Sicherheit und invesieren an den Börsen. Das wirkt wie ein gigantischer Hebel auf die verwalteten Vermögen von Superrich. Im gleichen Ausmass entsteht auf der anderen Seite natürlich Schulden, Millionen von Menschen müssen den Vermögensanstieg der Reichen nachträglich erarbeiten!

    Die Liquidität der Notenbank(en) bewirkte seit dem Beginn der Euro -Swap -Geschäfte ( dessen Erfolg man hier bewundern kann: http://fingfx.thomsonreuters.com/2011/11/21/09451597d2.htm )
    im November 2011 einen Vermögensanstieg bei den Superreichen, vor allem solche von Ländern wie Brasilien.

    Eike Fuhrken Batista konnte seit Januar 2012 das Vermögen gar um über 30% auf nun 29 Milliarden US$ steigern. Ursache dafür ist neben den Börsengewinnen der steigende Brasilianische Real welcher gemäss Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff das Land wie ein Tsunami zu ersticken droht. Zulegen konnten aber auch die Superreichen im darnieder liegenden Spanien, so konnte Amancio Ortega Gaona sein Vermögen auf 38 Milliarden US$ ausbauen, was seit Anfang 2012 einem Plus von 11% entspricht.
    Sollte die Griechen-Rettung wie geplant mit dem frewlligen cutting durchkommen, so ist mit einer Verdoppelung der Gewinnprozente der Superreichen bis Mitte dieses Jahr zu rechnen.

  • SLGramann - 6. März 2012

    @Andreas Müller, vielleicht haben die Spekulanten gar nicht so unrecht. Wenn es offenkundig die neue Geschäftsgrundlage für die Eurozone ist, dass sich bei den Staatsbanken (also den Zentralbanken) in Zukunft die schlechten Assets sammeln und die Geschäftsbanken nur die guten Assets behalten, bedient das genau die Interessen des Finanzmarktes.
    Denn anders als eine Geschäftsbank, kann eine Zentralbank an ihren schlechten Assets ja nicht einmal zu Grunde gehen.
    Was das langfristig für den Geldwert bedeutet, steht sicher noch auf einem anderen Blatt, aber das ist das Problem des Kleinsparers und der ist gewiss nicht systemrelevant. Die Anderen sichern sich schon ab.

    Um es auf den Punkt zu bringen: Die EZB steht nunmehr endgültig in erster Linie für die Interessen der privaten Finanzoligarchie ein. Das ist für “die Märkte” keine so schlechte Nachricht.

    Gruß

    • Andres Müller - 6. März 2012

      @ SLGramann
      Die Spekulanten riskieren -und meistens werden nur jene bekannt welche auf das richtige Pferd gesetzt haben. Diese werden dann vom Markt hofiert. Da sich in den letzten Jahren Spekulanten mit spektakulären Wetten auf crash-Ereignisse an Aufmerksamkeit zugenommen haben, dürften die Leminge nun in Scharen Währungswetten eingegangen sein, griechische CDS gekauft haben und dergleichen. Da die Finanzmärkte von den Eliten mit allen Mitteln am laufen gehalten werden sollen, so wird es eine Menge an Spekulanten geben die richtig liegen. Aus diesem Grund hoffe ich dass dieses Spiel misslingt -die Finanzologarchen gestürzt werden. Doch bis das soweit kommt fliessen wohl noch Billionen in deren offenen Münder. Nach dem 9. März dürften sich die Börsen vom Griechenschock erholen -denn die Eliten werden alles tun damit ihr System ihnen weiterhin zum Reichtum verhilft auf Kosten der Allgemeinheit.