EZB: Bilanzsumme bei 2,420 Billionen Euro

von am 29. November 2011 in Allgemein

Heute veröffentlichte die EZB ihren konsolidierten Ausweis des Eurosystems zum 25. November 2011. Auch in diesem Wochenausweis wuchs die Bilanzsumme weiter, auf 2,419548 Billionen Euro, ein Anstieg zur Vorwoche von +26,198 Mrd. Euro, nach +49,803 Mrd. Euro in der Woche davor. Dieser Anstieg dokumentiert vor allem den Stress im europäischen Bankensystem. Denn der Großteil des Anstieges ging mit +15,936 Mrd. Euro (+36,247 Mrd. Euro in der Vorwoche) erneut auf das Konto der Forderungen der EZB in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet (Pos. 5,0 im Wochenausweis).

Die Entwicklung der Total Assets der EZB seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW47 2011. In der KW47 stiegen die Total Assets um +26,198 Mrd. Euro zur Vorwoche auf 2,419548 Billionen Euro, ein neues Allzeithoch.

Über Refinanzierungsgeschäfte der EZB können sich die Geschäftsbanken unabhängig von den Kundeneinlagen zusätzliches Zentralbankgeld gegen “notenbankfähige Sicherheiten” beschaffen:

Die Entwicklung der Forderungen in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW47 2011 im Chart. In der KW47 2011 betrugen die Forderungen 641,425 Mrd. Euro, ein Anstieg zur Vorwoche von +15,936 Mrd. Euro.

Unter der Position 5.0 Im Wochenausweis des Eurosystems befinden sich vor allem die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Haupttender) und längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Basistender). Mit dem Hintergrund, dass diese Positionen nicht mehr über den Lehman-Pleite Level gestiegen sind, wird gerne kolportiert, dass deshalb die Risiken aus der Geldschöpfung insgesamt nicht gestiegen sind. Eine klare Fehleinschätzung, denn die EZB hat weitere Instrumente an Bord genommen bzw. bestehende ausgeweitet, die zwar den Refinanzierungsgeschäften nicht gleich sind, aber ähnliche Wirkungen haben:

Die Entwicklung der Position 7.0 im Wochenausweis, Wertpapiere in Euro von Ansässigen im Euro-Währungsgebiet, seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW47 2011 im Chart. In der KW47 stieg das Volumen um +10,352 Mrd. Euro zur Vorwoche auf 600,927 Mrd. Euro, ein neues Allzeithoch.

Unter dem Aktiva-Posten 7.0 verbergen sich unter Unterpunkt 7.1 u.a. die aufgesaugten Milliarden an Staatsanleihen der PIIGS aus dem SMP-Programm:

Die Entwicklung der Wertpapiere die zum geldpolitischer Zwecke (7.1) angekauft wurden von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW47 2011. In der KW47 stieg das Volumen auf 263,337 Mrd. Euro um +8,971 Mrd. Euro zur Vorwoche an und damit auf ein neues Allzeithoch.

Die Entwicklung der Sonstigen Wertpapiere (7.2) von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW47 2011 in Chart. In der 47 KW 2011 stieg das Volumen um +1,381 Mrd. Euro zur Vorwoche auf 337,590 Mrd. Euro.

Sehr stark stiegen in den letzten Wochen unter 6.0 im Wochenausweis, die sonstige Forderungen in Euro an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet:

Die Entwicklung der Sonstigen Forderungen in Euro an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet (6.0) von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW47 2011 in Chart. In der KW47 2011 stieg das Volumen um moderatere +2,541 Mrd. Euro auf  93,197 Mrd. Euro. Leider befindet sich unter den Forderungen aus 6.0 vieles an Möglichkeiten, so dass man den Anstieg von außen nicht näher zuordnen kann. (Zu 6.0 gehören: Girokonten, Termineinlagen, Sichteinlagen, einschließlich Konten für Zahlungsverkehrszwecke und zur Reservehaltung: von anderen Banken, Zentralbanken, internationalen/supranationalen Institutionen, einschließlich der Europäischen Kommission; Girokonten anderer Einleger. Repo-Geschäfte in Verbindung mit gleichzeitigen Reverse-Repo-Geschäften im Rahmen der Verwaltung von Wertpapieren in Euro.)

Jenseits der Forderungen nach einem beherzteren Eingreifen der EZB muss man konstatieren, das die Geldpolitik der EZB bereits expansiv ist. In den letzten 20 Wochen stieg die Bilanzsumme um +500,047 Mrd. Euro bzw. um +26% auf 2,419548 Billionen Euro. Ein messbarer Nutzen aus dieser expansiven Geldpolitik zur Lösung der Staatsschulden- und Bankenkrise in der Eurozone, ist bis dato nicht wirklich erkennbar, außer das ohne die EZB das europäische Bankensystem bereits kollabiert wäre. Die zu Grunde liegenden Probleme können durch eine isolierte Geldpolitik nicht gelöst werden, schon gar nicht, wenn sie von Austeritätsmaßnahmen für Volkswirtschaften mit einer unterentwickelten Leistungsfähigkeit konterkariert werden, die dort in weiter schrumpfender Wertschöpfung und sinkenden Investitionen münden.

Quelle Daten: Ecb.int/Konsolidierter Ausweis des Eurosystems zum 25. November 2011
 

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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17 KommentareKommentieren

  • Bernd Klehn - 29. November 2011

    “Austeritätsmaßnahmen für Volkswirtschaften mit einer unterentwickelten Leistungsfähigkeit konterkariert”

    Aber gibt es noch einen Ausweg? Ich glaube nicht mehr. Bei intensiver Kapitalflucht kombiniert mit Strukturdefiziten kann keiner gegenhalten. Konjunkturprogramme führen dann nur noch schneller und tiefer in den Abgrund. Jetzt kann man sich nur noch darauf vorbereiten die Scherben hinterher zusammenzukehren. Wie sollte das Ergebnis hinterher aussehen? Hier liegen wir auseinander Steffen. Meine Vorstellung: Ein stabiler und erweiteter Euroraum mit beseitigten Strukturdefiziten, (Keynes Bancor Plan) , Kapitalentflechtungen und Schließung der Geldwaschanlage Luxemburg und der Finanzkasinos USA/UK. Für diese Lösung sieht es bei anhaltender Kapitalflucht, die in erster Line ja eine Kapitalentflechtung darstellt, gar nicht so schlecht aus.

    • Thorsten Eckau - 29. November 2011

      Hat sich überschnitten, das geht ja schon in Teilen in die Richtung meiner Frage. Und welche Auswirkungen wird das weiter-so haben? Wann und wo entstehen die Scherben?

    • hallowach - 30. November 2011

      Ich denke, daß der Niedergang alternativlos ist. Denn die Alternative zum sparen ist eine weitere Verschuldung. Nur wenn sich Grundstrukturen in GR ändern (verausgesetzt Medienberichte über die Steuerzahlunwilligkeit mancher Griechen entsprechen der Wahrheit) kann sich überhaupt etwas ändern. Und bis sich da etwas durchsetzt, vergeht sicherlich noch einige Zeit.

  • Thorsten Eckau - 29. November 2011

    Wag sich eigentlich jemand hier, einen Schuss ins Blaue abzugeben und für entweder einen Ablauf der weiteren Krise abzuschätzen (markante Verlaufsereignisse + Zeitrahmen) oder alternativ für die kommenden 3 Monate “Milestones” zu formulieren?

    Mich plagt die Frage: Stürzt das alles in einer Deflation kurzfristig zusammen, oder werden die letzten Versuche einer Systeminflation noch einmal wie-lange-auch-immer das absehbare und scheinbar unaufhaltsame prolongieren?

    Alle Zahlen und Fakten auf querschuesse hier sprechen die Sprache vom Ende der Welt wie wir sie kennen (in verschiedenen Aspekten), auch ist der aktuelle Teil des Weges gut protokolliert und (DANKE an dieser Stelle für die gute Arbeit!) für normale Menschen verständlich aufbereitet. Aber was ist noch möglich und denkbar, was wahrscheinlich? Was ist in 3, 6, 12 Monate? Viele Menschen fragen sich das, und ich weiß dass hier einer Glaskugeln hat, aber in Wahrscheinlichkeiten gesprochen und á la querschuesse mit ein paar Quergedanken unterlegt, könnte jeder sich seine Meinung jenseits von diffusen Ängsten und Verschwörungstheorien machen. Traut sich jemand?

    • Karl - 29. November 2011

      Hallo Thorsten,
      den Zeitpunkt des Kollaps vorherzusagen scheint mir unmöglich. Man kann zwar, dass die Sache instabil ist, aber wann und wie es dann zum Kollaps kommt? Na ja, wir werden’s bald wissen.

      Eine Deflation halte ich für praktisch ausgeschlossen. Ich sehe keinen Anlass für irgendwelche Zweifel am Willen unserer Herrscher, den Kollaps möglichst lange herauszuzögern. Da sich in deflationärer Kollaps durch Gelddrucken verhindern lässt, erwarte ich einen inflationären Kollaps.

      Die Probleme einer massiven Ausweitung der Geldmenge sehen unsere Herrscher aber wohl schon. Ich halte es deshalb für wahrscheinlich, dass einige Euro Länder in den nächsten Monaten erklären werden, ihre aussteheden Staatsanleihen nur noch mit einer Quote zu honorieren. Auf die daraus erwarchsenden Problemen im Bankensektor wird dann mit einer Ausweitung der Geldmenge reagiert, um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern (aufzuschieben). Die dann (real) rasch sinkenden Steuereinnahmen, machen eine herkömmliche Finanzierung der Staatshaushalte dann unmöglich. Die Staaten werden mit Kürzungen, Steuererhöhungen reagieren. Die verbleibende (große) Lücke wird die EZB schließen, jedenfalls eine ganze Weile.

      Kurz gesagt, erwarte ich also einzelne an sich deflationäre Ereignisse (Zahlungsausfälle bei Staatsanleihen), auf die dann aber wieder eine inflationäre Reaktion folgt, die das überkompensiert.

      • M.U. - 29. November 2011

        Kollaps vorherzusagen scheint mir unmöglich
        Der finanzielle Kollaps kann meiner Meinung nach noch Jahre dauern. Durch unsere “All you can eat” Mentalität werden wir noch aberwitzige Summe verheizen, bis es so weit ist. Bis zum letzten Hemd. Bitte bitte bitte nur noch ein kleines Bischen länger! Vielleicht komme ich ja noch unbeschadet durch.

        Zivilisatorisch betrachtet haben wir unsere Hausaufgaben in den vergangen 50 Jahren gründlichst gemacht, wir haben nun die Vorbereitungsphase hinter uns und befinden uns schon mittendrin. Allerdings muss man sich dazu andere Gegenden auf dem Globus anschauen. Im weihnachtlich beleuchteten und fernbeheizten Deutschland ist, davon noch nicht viel zu sehen. M.E. bspw. kann darüber ganz tolle Dinge berichten.

    • Holly01 - 30. November 2011

      Man muss zunächst das ganze aufteilen.
      Es gibt einen Machtpolitischen Teil, einen Realwirtschaftlichen Teil und einen Zeitlichen Ablauf der sich aufbaut.
      Die wirklichen Ziele der Teilnehmer an der ganzen Krise sind widersprüchlich und schwer abzuschätzen, da die Ziele wieder in jeweils die 3 Teilaspekte zerfallen und die konkurrieren.
      Gesamtmotto scheint immer mehr zu sein : alles mitnehmen was geht und verhindern, was zu verhindern ist.
      .
      Die reinen machtpolitischen Aspekte ( also die Finanzkrise ) ist schwer zu isolieren.
      Meilensteine werden aber absehbar sein:
      - Italien wird Hilfen beantragen müssen
      - Frankreich verliert sein AAA
      - Österreich verliert sein AAA wegen Osteuropa und der dortigen stark zunehmenden Krise
      - Frankreich wird Hilfen beantragen müssen
      - Deutschland verliert sein AAA
      - Europa hat kein AAA Land mehr ausser GB
      - die EZB kauft Staatsankleihen im ganz großen Stil
      - die Sparpolitik wird in ganz Europa erzwungen
      - die Frage ob die Abwärtsspirale der Sparpolitik mehr Auswirkungen hat als die Geldexpansion, ist nicht abzuschätzen, es gibt einfach zu viele Variationen
      - Preissteigerungen werden bei allem sehr hoch sein, was ausserhalb “lebensnotwendig” liegt
      - Autofahren wird für Normalbürger in 2-3 Jahren kaum finanzierbar sein
      - Energiekosten werden explodieren (Raten von 10-30% pro Jahr können realistisch werden)
      - es wird erheblich unruhiger in Europa und nationalistische Tendenzen werden massiv Zulauf haben
      .
      Es ist Machtpolitik, damit unberechenbar. Basis meiner Einschätzung, ist ein klarer Gewinn des anglikanischen Blocks gegenüber dem europäischen Block.
      Die Amis holen sich “ihr” Geld das sie für den “Schutz” Europas ausgegeben haben zurück. Sie meinen Sie haben da ein moralisches Rechtdazu.
      China ist ein US-Ableger und wird (wenn überhaupt) nur marginal. kosmetisch helfen.
      Asien hat kein Interesse an einem Konflikt teilzunehmen, bei dem es keinen Gewinn aber viel Ärger zu erwarten gibt.
      Arabien hat selbst so hohe Dollarbestände, das es keine Wahl gibt.
      .
      Die einzige Variation wäre der sofortige Beitritt aller EU-Staaten zum Euro und gleichzeitig eine Freigabe der arabischen Liga, für Ölhandel auf Eurobasis. Das könnte den Ball noch einmal in eine andere Richtung lenken.

  • Querschuss - 29. November 2011

    Hallo Bernd,
    ich habe nichts gegen den Bancor Plan, im Gegenteil, nur wie wahrscheinlich ist es, das dieser bei den heute Handelnden umgesetzt wird? Einen kleinen Widerspruch gibt es, auch bei Bancor müssten Länder um ein dauerhaftes Bancor-Defizit zu vermeiden ihre Wertschöpfung ankurbeln oder eben ihren Konsum drastisch runterfahren (Abwärtsspirale). Aber ganz klar das mögliche Zeitfenster für Konjunkturprogramme, Investitionen und damit das Ankurbeln der Wertschöpfung in den unterentwickelten Ländern ist wohl verfehlt. Allerdings kann ich mir keine Gesundung der Eurozone ohne das Beseitigen der strukturellen wirtschaftlichen Schwächen der PIGSBF vorstellen.

    @Thorsten,
    da fällt mir außer spekulieren nicht viel ein, außer das mittel- bis langfristig der Status Quo unhaltbar ist. Der Verlauf dahin kann “Dank” komplexer Parameter und diverser möglicher Einflußnahmen verschiedene Formen haben. Klar ist nur, dass Geld- und Finanzsystem und unser exzessiver Rohstoffverbrauch hat bereits oder wird demnächst seinen Höhepunkt hinter sich lassen.

    Gruß Steffen

  • M.E. - 29. November 2011

    O.T.
    Das US-Verbrauchervertrauen explodiert!

    Die Hütten werden immer weniger wert, die bei US-Bürgern breit verstreut im Besitz befindlichen Aktien sind seit Jahresmitte im Kurs eingebrochen, die Arbeitslosigkeit und die Privatverschuldung verharren auf hohem Niveau, für viele Arbeitslose sind die Sozialleistungen ausgelaufen…
    Und trotzdem explodiert das Verbrauchervertrauen.

    Klar, ist ja Gottes eigenes Land. Da geht schon mal was, was anderswo nicht geht.

  • klaus - 29. November 2011

    Hallo an Alle.

    Man ist das cool.
    Die EZB kauft eigene Schulden zu 8 Prozent. ( Italienpapiere ).
    Warum sollte noch gleich jemand so einen Tand wie Bundesanleihen
    kaufen?
    Wo doch die Italienpapiere ja nicht schlechter und
    genauso sicher im Endeffekt sind.

    Der Bürge ist und bleibt dafür Deutschland.
    Es lebe der Euro.
    Es lebe TINA’s Geldmaschine.

    Was wird eigentlich exportiert?

    Geld oder Ware?

    Ich wollte nur mal nachfragen.
    Wer weiß eigentlich noch um was es ging?

    Schäffler wird wohl wieder Sprechverbot erteilt.
    Und die pösen Euro-Repellen pferden zu Poden geworfen.
    Beim Jehova.

    Als Geschäftsmann verkaufe ich bald kleine und
    große Steine.

    ;)

  • Thomas - 29. November 2011

    @Thorsten
    Wie die Zukunft hier in Europa, sprich die Entwicklung der Eigentumsverhältnisse, also Machtverhältnisse, aussehen könnte, zeigt diese Meldung auf:
    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/shoppingtour-in-europa-geplant-china-bringt-seine-investoren-in-stellung_aid_688840.html
    Da können wir uns abstrampeln, wie wir wollen: Die uns auferlegte Last der Schulden werden die gelben Männchen gnadenlos für sich ausnutzen, da bin ich mir sicher.
    z.B. Beteiligung an lukrativen Eisenbahnverbindungen, Stromnetzen, Energieversorgung, Wasserquellen, Ackerland (natürlich werden die Erträge auch nach China geliefert….) und vieles mehr und das alles für das Versprechen, dass China in die maroden Infrastruktur-Projekte investiert – in Europa soll schließlich nicht das Licht ausgehen…..und Arbeitsplätze werden dadurch auch geschaffen, also sind alle glücklich!

  • M.U. - 29. November 2011

    OT:
    Pack die Brötchen in den Tank
    Wie verzweifelt wir doch an diesem schwarzen Zeug kleben!

    Schwefelt den Himmel, düngt die Meere
    Ja! Ne ist klar!

    Wir haben kein Problem alles ist cool, schließlich haben wir gigantische Zahlen im Überfluß. ;-)

  • klaus - 29. November 2011

    Hallo an Alle.

    Heute ist ein schöner Tag. Schäuble resigniert über Italien.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/8924462/Wolfgang-Schauble-admits-euro-bail-out-fund-wont-halt-crisis.html

    So und jetzt schau ich mal nach der guten alten D-Mark.

    Hab noch ein bischen von dem Zeugs.

    Die in der Uckermark können ja die Ostmark nehmen.

    SCNR.

  • Sitting-Bull - 30. November 2011

    Mal ne Frage: Werden die “Wertpapiere” eigentlich immer weiter zum nominellen Kaufkurs bewertet oder macht die EZB-Bilanz auch wertmäßige Anpassungen gem. Bilanzrichtlinien?

    • Querschuss - 30. November 2011

      Hallo Sitting Bull,
      die aufgekauften Staatsanleihen werden definitiv unter der Kategorie Held-to-Maturity verbucht, als Wertpapiere die bis zur Endfälligkeit gehalten werden und deshalb werden sie zu Anschaffungspreisen bewertet. Bleibt die Frage wie der Anschaffungspreis aussah, manche behaupten zu Marktpreisen, ich würde davon ausgehen darüber, das sonst die Banken satte Verluste aus den Verkäufen an die EZB in ihren Bilanzen hinnehmen müssten, was die eigentliche Absicht der SMP-Programme konterkarieren würde.

      Würde der Wochenausweis im Eurosystem zum Großteil auf Marktwerten basieren, wäre die EZB als Sammelstelle von Kreditschrott schon lange Pleite.

      Gruß Steffen

  • Bernd Klehn - 30. November 2011

    Gesamtrahmen der Krise:

    Die Eurokrisenländer, von Griechenland bis Frankreich befinden sich in massiven Zahlungsbilanzschwierigkeiten, die fundamental ihre Gerechtfertigung haben, siehe Nettoauslandsschulden weiter bestehende Leistungsbilanzdefizite und damit weitere Erhöhung der Nettoauslandsschulden. Seit August hat eine massive Kapitalflucht aus diesen Ländern eingesetzt. Im Augenblick halten die solventen und liquiden Eurovolkswirtschaften, Holland, Luxemburg, Finnland und Deutschland über Rettungsschirme und EZB gegen und übernehmen zusehends die Nettoauslandsschulden dieser Länder. Noch 3-4Monate diese intensive Kapitalflucht, die sich im Augenblick noch täglich weiter ausbreitet, und die Ressourcen der Geberländer sind erschöpft, d.h. die ersten Krisenländer erhalten im Welthandel keinen neunen Kredit mehr, während alte gleichzeitig fällig werden. Kurzum sie sind dann pleite. Dieses kann durch keine Geldpolitik (exzessives Gelddrucken) verhindert werden, sondern ist eine Folge der Zahlungsbilanz. Insofern sind alle Vorschläge von Eurobonds bis „lender of last resort“ bei anhaltender und leider fundamental gerechtfertigter Kapitalflucht Makulatur

    • Holly01 - 30. November 2011

      @ Bernd Klehn : So negativ sehe ich das nicht. Die Importerlöse sind ja real. Was über Tarp2 läuft hat ja einen realen Gegenwert, der auch wirklich geflossen ist.
      Was stattfindet ist also ein Rückfluss. Das ist in Deutschland nicht anders. Man könnte Regionen in Deutschland (z.B. Berlin) benennen, die seit 60 Jahren nie eine ausgeglichene Zahlungsbilanz hatten.
      Problematisch ist nur das Geld, welches tatsächlich den Euroraum verlässt und noch problematischer ist es wenn ein Währungstransfer erfolgen muss. Da treffen Umtauschzwang und Exportschwäche tatsächlich aufeinander und bereiten Probleme.
      Aber wenn ich das einmal ganz platt sagen darf : so lange Deutschland und andere Exportnationen genug Dollar in den Euroraum spülen, so lange ist alles noch handhabbar.
      Auf der Notenbankebene und auf EZB-Ebene ist das alles nur Papier und Zahlen. Die Politik sorgt nur nicht für einen Handlungsrahmen, der trägt …..
      Andererseits würde ich meinen, dass Italien mit seinem Ausharren und pockern um IWF-Geld zeigt, diese Krise ist nicht existenzbedrohlich. Währe es wirklich 5 vor 12, würde Italien gezwungen, seine reichen hart zu besteuern. Was die Reichen dort ärmer, aber nicht arm machen würde.
      Also nicht übersimplifizieren. Der Euro wankt, aber er stirbt nicht.

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