EZB: Woche für Woche mit Bilanzausweitung
Gestern veröffentlichte die EZB ihren konsolidierten Ausweis des Eurosystems zum 28. Oktober 2011. Wie nun schon etliche Wochen zuvor wuchs die Bilanzsumme weiter. Die Total Assets der EZB stiegen auf 2,333373 Billionen Euro, ein Anstieg zur Vorwoche von +20,198 Mrd. Euro. Meist wird jedoch verkürzt auf die Forderungen der EZB in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet gesehen (Pos. 5,0 im Wochenausweis), hinter der sich vor allem die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Haupttender) und längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Basistender) verbergen. Meist mit dem Hintergrund, dass diese Positionen nicht mehr über den Lehman-Pleite Level gestiegen sind und deshalb die Risiken aus der Geldschöpfung insgesamt auch nicht gestiegen sind.
Über die Refinanzierungsgeschäfte der EZB können sich die Geschäftsbanken unabhängig von ihren Kundeneinlagen zusätzliches Zentralbankgeld gegen notenbankfähige Sicherheiten beschaffen, ein Blick auf die Daten:
Die Entwicklung der Forderungen in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW43 2011 im Chart. In der KW43 2011 betrugen die Forderungen 596,442 Mrd. Euro, ein Anstieg zur Vorwoche von +11,202 Mrd. Euro.
Man scheint deutlich unter dem Level der Lehman-Krise zu liegen und der Stress im europäischen Bankensystem könnte sich demzufolge vermeintlich in Grenzen halten. Jedoch weit gefehlt, denn die EZB hat weitere Instrumente an Bord genommen bzw. bestehende ausgeweitet, die zwar den Refinanzierungsgeschäften nicht gleich sind, aber ähnliche Wirkungen erzeugen, so das der obige Status signifikant verklärend ist:
Die Entwicklung der Position 7.0 im Wochenausweis, Wertpapiere in Euro von Ansässigen im Euro-Währungsgebiet, seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW43 2011 im Chart. In der KW43 stieg das Volumen auf 571,339 Mrd. Euro, ein klares Allzeithoch.
Unter dem Aktiva-Posten 7.0 verbergen sich unter Unterpunkt 7.1 u.a. die aufgesaugten Milliarden an Staatsanleihen der PIGS aus dem SMP-Programm:
Die Entwicklung der Wertpapiere die zum geldpolitischer Zwecke (7.1) angekauft wurden von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW43 2011. In der KW43 stieg das Volumen auf 232,706 Mrd. Euro um +4,014 Mrd. Euro zur Vorwoche an.
Angeblich kaufen die nationalen Notenbanken die Wertpapiere für geldpolitische Zwecke, darunter hauptsächlich die Staatsanleihen der PIGS nur am Sekundärmarkt, nur man kann dies nicht nachvollziehen, denn welche Assets zu welchen Preisen gekauft wurden, wird nicht transparent gemacht. Ebenso nicht, welchen Preis man zahlt, wenn es keinen Marktwert gibt, wegen illiquider Märkte. Wahrscheinlich dürften in der Realität etliche Papiere zu einem überhöhten Preis bzw. vielleicht sogar zu Anschaffungskosten hereingenommen werden, ansonsten wäre dieses Programm auch kein Liquiditätsbeschaffer.
Die Entwicklung der Sonstigen Wertpapiere (7.2) von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW43 2011 in Chart. In der 43 KW 2011 stieg das Volumen leicht auf 338,634 Mrd. Euro.
Ein regelrechtes Feuerwerk zündet sich unter 6.0 im Wochenausweis, den Sonstige Forderungen in Euro an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet:
Die Entwicklung der Sonstigen Forderungen in Euro an Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet (6.0) von der Kalenderwoche 27 2009 bis zur KW43 2011 in Chart. In der KW43 2011 stieg das Volumen um +5,251 Mrd. Euro auf 84,998 Mrd. Euro. Leider befindet sich unter den Forderungen aus 6.0 vieles an Möglichkeiten, so dass man den Anstieg von außen nicht näher zuordnen kann. (Zu 6.0 gehören: Girokonten, Termineinlagen, Sichteinlagen, einschließlich Konten für Zahlungsverkehrszwecke und zur Reservehaltung: von anderen Banken, Zentralbanken, internationalen/supranationalen Institutionen, einschließlich der Europäischen Kommission; Girokonten anderer Einleger. Repo-Geschäfte in Verbindung mit gleichzeitigen Reverse-Repo-Geschäften im Rahmen der Verwaltung von Wertpapieren in Euro.)
Wenn man sich also einen wirklichen Überblick machen möchte über die Risiken der EZB-Bilanz und den Grad der Ausweitung der Bilanz, muss man vor allem auf die Total Assets sehen, zumal der Anteil der fragwürdigen Vermögenswerte in der Bilanz der EZB stetig steigt:
Die Entwicklung der Total Assets der EZB seit der Kalenderwoche 53 1998 bis zur KW43 2011. In der KW43 stiegen die Total Assets um +20,198 Mrd. Euro zur Vorwoche auf 2,333373 Billionen Euro.
Die Post-Lehman Periode ist bei der EZB längst eingeläutet, mit einer steigenden Bilanzsumme und den Risiken aus dem geldpolitischen Versuch die Eurozone zu retten, ohne adäquate Flankierung durch eine konstruktive Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Quelle: Ecb.int/Konsolidierter Ausweis des Eurosystems zum 28. Oktober 2011
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de
1 Trackback
- Neuer italienischer EZB-Präsident sorgt gleich für überraschende Leitzinssenkung | Krise-News - [...] sich die Bilanzsumme der EZB von Woche zu Woche weiter aus, wie man den aktuellen Grafiken des Querschüsse-Blog entnehmen ...

McQueen - 2. November 2011
Wüsste gerne wieviele Milliarden an Staatsanleihen die EZB allein gestern und heute von Italien gekauft hat um die Zinsen wenigstens noch bei gut 6% zu halten.
Wunderwuzi - 2. November 2011
Was machen wir uns Sorgen? Bis zu 10 Billionen ist noch genügend Spielraum – das Geld wird doch aus Luft geschöpft und niemandem weggenommen und daher sind alle glücklich – unangenehme Statistiken, wie Inflation werden eben zurecht gebogen!!
Michael - 2. November 2011
Wie sähe das bei der FED aus ??? Wo bleiben die BIP – Daten der USA in der “business cycle clock” der EZB ??? Wer ist nun Koch, wer ist Kellner ? Die Schulden der Eurozone zu denen der USA rechtfertigten einen Wechselkurs über 1,8 !!! Aber die US – Börsen bestimmen, wo der Hase langhoppelt ! Also, wo sind die exakten US -Zahlen, um mein Problem beim Namen zu nennen ? ECRI ist klar, der ist abgestürzt, nicht ohne Grund. Ich lasse mich nicht gerne mit den Ölpreisen in $ für Brent – Öl, an dem Sprit- und Heizölkosten bei uns hängen, verarschen ! Wo der “DAX” steht, interessiert mich so, wie die letzte Wasserstandsmeldung vom Nil, kein bischen.
bauagent - 2. November 2011
10 Billionen war gut! Aber ernsthaft stellt sich die Frage, ob der letzte Ausweg, die ECB, jetzt in´s Spiel kommt.
Der EFSF ist ein Papiertiger und kann nach Abzug der fest eingeplanten Zahlungen für Portugal, Irland und Griechenland noch über 67 Mrd. verfügen. Die auf 1 Bio. zu hebeln, mit einem abgerateten Frankreich?
Also wird wohl in Kürze die letzte Waffe, die Atom EZB eingesetzt.
10 Billionen werden es wohl eher nicht, aber 4-5 Billionen denke ich auch. Italien, Belgien und Spanien stehen ja vor der Tür. Hinzu kommt die auszugleichende Kapitalflucht aus jenen Ländern.
Witzig sind auch die dauernden Statements von sogenannten Oekonomen, die gebetsmühlenartig Restrukturierung und Rückkehr auf den Wachstumspfad fordern.
Man stelle sich vor, das würde überall klappen. Dann hätte ich doch tatsächlich 6 Autos, 5 Kühlschränke und mindestens 20 Notebooks.
Der letzte macht das Licht aus!
peterb - 2. November 2011
“…die dauernden Statements von sogenannten Oekonomen, die gebetsmühlenartig Restrukturierung und Rückkehr auf den Wachstumspfad fordern.
Man stelle sich vor, das würde überall klappen. Dann hätte ich doch tatsächlich 6 Autos, 5 Kühlschränke und mindestens 20 Notebooks.”
Und drei Frauen.
Sarkasmus off.
Joe - 2. November 2011
Keine Sorgen, das 18. oder… äh 19.? Krisentreffen wird’s endlich richten!
georg - 2. November 2011
und dann auch noch das
http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/2011/11/europe-undeniably-in-recession-germany.html
Einbruch der Auftragseingänge in Deutschland ? Das darf es einfach nicht geben. Die hochmanipulativen Arbeitslosenzahlen sehen doch blendend aus , jeden Monat so wenig Arbeitslose wie zuletzt vor 20 Jahren.
Bezeichnend für die gleichgeschalteten, zum großen Teil vom Bertelsmannkonzern gesteuerten Wohfühlmedien und die von der Regierung gesteuerten , unabhängigen, öffenlich rechtlichen Medien ist dass man so gut wie nichts davon hört.
Auf gut DEUTSCH solange die Auftragseingänge steigen wird dies mit riesen Schlagzeilen verkündet , immer mit dem Tenor , WIR SIND BESSER WIE DIE ANDEREN, gehts in die andere Richtung , SCHWEIGEN IM Walde
Gruss georg
Joe - 2. November 2011
georg… “jeden Monat so wenig Arbeitslose wie zuletzt vor 20 Jahren.”
ja, ja… und ich sitze hier 200 km von zuhause in einem gästezimmer und weiss als leiharbeiter nicht, ob ich in zwei wochen noch arbeit habe, ob das vor 20 jahren auch so war?
anon - 2. November 2011
“Wahrscheinlich dürften in der Realität etliche Papiere zu einem überhöhten Preis bzw. vielleicht sogar zu Anschaffungskosten hereingenommen werden, ansonsten wäre dieses Programm auch kein Liquiditätsbeschaffer.”
Liquiditätsbeschaffer? Zu Anschaffungskosten hereingenommen? Bitte verzichte bei aller Kritik nicht auf begriffliche Genauigkeit.
Zumal Liquidität doch die termingerechte und betragsgenaue Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln beschreibt. Würde die EZB mit dem SMP zu einem marktfernen überhöhten Preis kaufen, wäre es in erster Linie ein ‘Solvenzbeschaffer’. Denn um Liquidität bereitzustellen braucht es keine verlust- bzw. erfolgswirksamen Buchungen, sondern nur einen Aktivtausch (vgl. normale Repogeschäfte) in der Bankbilanz.
Querschuss - 2. November 2011
Hallo anon,
nur kurz, sei mal nicht ganz so genau, schließlich ist dies nur ein Blog, ganz ohne öffentlich rechtlichen Informationsauftrag und ohne Rentabilitätserwägungen wie in einem privaten Medienkonzern, sondern im freiwilligen Selbstausbeutungsmodus. Trotzdem oder gerade deshalb kommen hier immer wieder Themen auf die Agenda, die im Mainstream so nicht aufbereitet werden.
Zur Sache, wenn es so einfach ist Liquidität bereitzustellen über normale Repogeschäfte, warum geht die EZB dann auch den Weg über den Ankauf der Wertpapiere? Warum reichen die Banken ihre Schrottpapiere nicht im Repo rein, sondern verkaufen sie angeblich zum schlechten Marktpreis am Sekundärmarkt? Zumal das Volumen aus Pos. 7.0 Wertpapiere in Euro von Ansässigen im Euro-Währungsgebiet, also der Aufkauf von Wertpapieren am Sekundärmarkt enorm gestiegen ist, siehe Chart, auf aktuell insgesamt 571,339 Mrd. Euro und die Pos. 5.0, Forderungen in Euro aus geldpolitischen Operationen an Kreditinstitute, die von dir genannten Repos mit 596,442 Mrd. Euro nur auf einem ähnlichen Niveau liegen aber deutlich unterhalb des alten Hochs.
Unabhängig von Deiner Antwort auf die Frage, stellt sich immer die, ob ich vielleicht zu kritisch bin oder Du vielleicht eher zu unkritisch und deshalb ganz genau auf kleine Details und Formulierungen schaust um meine Glaubwürdigkeit in Punkto Kritik untergraben zu können.
Gruß Steffen
o.ä. - 2. November 2011
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/11/01/the-italien-job-die-ezb-und-ihre-lebensluge/
hunsrückbäuerlein - 2. November 2011
wir müssen zum Klassenkampf aufrufen, wenn wir nicht untergehen wollen. Schöne Worte werden ebenso wenig in das Ohr des Klassenfeides dringen wie Argumente.
…………………..
Querschuss - 2. November 2011
Hallo Hunsrückbäuerlein,
ich bin auch inhaltlich für Kommentare im Zweifel verantwortlich zu machen. Deshalb habe ich den letzten Satz deines Kommentars gelöscht, denn den könnte man mißverstehen, wobei ich befürchte Du hast ihn auch so gemeint. Ich bin grundsätzlich gegen jede Form der Gewalt. Eine bessere Ordnung auf Gewalt und vielen Tote aufzubauen, diskreditiert sich selber.
Gruß Steffen
klaus - 2. November 2011
Hallo an Alle.
Papandreu bereitet die Eurobombs für Brüderle vor.
Eine gute Idee.
Da wird der Rainer begeistert sein, wenn Merkel damit
aus Cannes zurückkommt.
Dann noch der Mindestlohn mit 10,50 Euro dazu und
den Rainer hauts um.
Eigentlich schade, das so wichtige Entscheidungen nicht
zusammen kommen können.
Vielleicht sollte Baroso noch mal nach den Eurobombs fragen?
Jetzt ist der Zeitpunkt für solche schönen Witze.
So ein schöner Witz hält den Blutdruck bei Laune.
Papandreu sollte mal etwas mit Merkozy witzeln.
Sowas lockert ungeheuer!
Grüße Klaus
bauagent - 2. November 2011
Ein wichtiges Statement, weil die Geschichte zeigt, dass Gewalt nur Gewalt erzeugt, aber keine Probleme löst.
Gerade das Internet gibt uns die Möglichkeit Zusammenhänge bessr zu verstehen, die Profiteure der Globalisierung auch intellektuell ohne leere Parolen und Hetze ausfindig zu machen und zu bekämpfen.
Ohne Zweifel ist dieses Geldsystem aus dem Mittelalter und schadet dem Planeten und den Menschen. Daher würde ich mir wünschen, dass ohne Klassenkampf die Interpretation der Statistiken auf dieser Seite etwas mehr die gesellschaftliche bzw. soziologische Relevanz widergibt. Was sind schon nackte Zahlen.
Andererseits muss die Grenze öffentlicher Kritik, z.B. den Aufruf zum Widerstand mittels Gewalt,
sich an gesellschaftlich respektablen Normen festmachen. Gewalt ist das nie und nie gewesen.
Respektabel ist es andere aufzufordern dieses System zu ändern ( Aufklärung und Engagement ), unrespektabel ist es ihn unter Druck zu zwingen oder mit Gewalt zu Taten zu bringen, die er ohne diesen Druck nie durchgeführt hätte.
Immerhin hat das Internet bisher erreicht, dass die Massenpropaganda der öffentl. rechtlichen Sender, die oligopolistische Presse und damit publizierte Umfragen und ” Sonntagsfragen” mit größtem Argwohn begegnet wird.
Dabei helfen auch Sides wie Querschuesse, die Zahlen und Entwicklungen zeitnah ehrlich aufbereiten und (zugegeben etwas kühl statistisch ) verständlich mit Erklärungen unterlegen.
Nach dem 2.Weltkrieg haben die Menschen volle Schaufenster gefeiert. Nach dem 3. Weltkrieg, dem derzeitigen Finanzkrieg, der spätestens aufgrund der Expoentialfunktion und des Pyramidensystem 2015-2018 untergehen muss, feiern die Menschen vielleicht eingerechteres
Verteilsystem. Damit das möglich wird, müssen sie heute aufgeklärt werden.
Ich mache das mit der nötigen Vorsicht täglich und die Menschen, denen meist die erforderliche Ausbildung fehlt werden nachdenklich. Ein erster Schritt der besser ist als keiner.
hunsrückbäuelerin - 3. November 2011
erstaunlich! ich behaupte, dass alle Foristen hier eine klare Meinung haben gegenüber Kriminellen wie Kinderschändern, Mördern, Vergewaltigern, etc. und ich behaupte, dass sie darin besteht, solche Subjekte zu bestrafen und wegzusperren, einige sogar lebenslang.
dieselben foristen kommentieren hier – was ich auch tue – deine fleißige arbeit der aufbereitung von daten, fakten und schließen daraus, “dass die Parolen der ……” oder gar ..” mit größtem Argwohn..”, mit der Maßgabe…”die Grenze der Kritik, sich an resepktablen Normen…” – bravo! Frage mich wer sich von den o. g. Kriminellen an die respektablen Normen hält? wer sich bei den Verordnern von Zwangsarbeit im Rahmen von Hartz4 an respektable Normen hält. Glaubt hier denn tatsächlich jemand noch daran, dass sich Schwerstkriminelle mit Argumenten und guten Worten vielleicht auch noch freiwillig hinter Gitter oder auf den Weg der Tugend bringen lassen? Wenn ja, glaub weiter an den Osterhasen, Nikolaus, Weihnachtsmann, das Christkind, den Wolf und die sieben Geislein….
einzig und allein gesellschaftliche Sanktionen, Sanktionen, die solch kriminelle Handlungen als asozial ächten und unter Strafe stellen, halten das Individuum davon ab kriminell im SInne von die Gemeinschaft schädigen, zu sein.
Nun stellt sich die Frage wer Gemeinschaft ist ja wohl bei den hier beteiligten Foristen nicht (mehr). Wenn das aber so ist, dass die gemeinschaft definiert ist, ist auch definiert, wer sich der gemeinschaft gegenüber im o.g. sinn kriminell verhält. denen hat die gemeinschaft aber nichts engegenzusetzen, weil die gemeinschaft nicht über eine exekutive und judikative verfügt, weil diese im wesenlichen einer legislative unterworfen ist, die nach lesart der kommentare hier und anderswo sich wohl eher kriminell im o. g. sinn gegenüber der gemeinschaft verhält. ein echtes dilemma für die gemeinschaft! glaubt sie an sich selbst, delegiert sie die verantwortung, nimmt sie die verantwortung selbst in die hand, muß sie gegen ihre eigenen prinzipien vestoßen. die prinzipien der gemeinschaft dienen derzeit ausschließlich den kriminellen subjekten, da sie erstens über die für die wahrung der prinzipien der gemeinschaft erforderlich macht und stärke verfügen und zweitens sich diese in erster linie für sich selbst zunutze zu machen wissen ohne Rücksicht auf die Gemeinschaft. Und nun?
um noch mal auf meine eingangs gemachten ausführungen zurückzukommen. die blogs sind voll mit informationen und kommentaren von (so behaupte ich) immer denselben leuten, also sind sie lediglich ein tummelplatz einer gruppe. dass daraus baldigst, wenn überhaupt eine informationsopposition gegen die mainstreampropaganda erwachsen könnte, wie wohl immer noch einge hoffen, halte ich für unwahrscheinlich und ein nettes weil selbstgefälliges Wunschbild.
Querschuss - 3. November 2011
Hallo Hunsrückbäuerlein,
es ist ein Unterschied ob diese Gesellschaft das Handeln der Akteure irgendwann als kriminell und auf einem Status von Verbrechen gegen das Allgemeinwohl erkennt und dementsprechend handelt, unter rechtstaatlichen Normen bzw. zumindestens unter Anerkennung von Mindeststandards für ein faires Verfahren und die entsprechenden “Täter” verurteilt oder man wie Du geschrieben hast mit dem……..zur Sache geht.
Ansonsten bin ich inhaltlich verantwortlich und möchte als Danke für meine Arbeit, wegen einzelner verbaler Entgleisungen im Kommentarbereich, von wem auch immer, keine rechtlichen Probleme bekommen. Dafür müssem ja keine Steilvorlagen geliefert werden!
Das sollten Alle respektieren, ansonsten mache ich den Kommentarbereich dicht.
Gruß Steffen
hunsrückbäuelerin - 3. November 2011
Nachtrag:
m. E. sind wir inmitten eines Verteilungskampfes, wie schon immer in der Geschichte der Menschheit. In der Vergangenheit beschränkte sich die Wahrnehmung der betroffenen Subjekte stets nur auf ihr unmittelbares Umfeld, den Lehnsherren, Fürsten, etc.. Die betroffenen Subjekte, also die Bevölkerung billigte dem Lehnsherren durchaus einige Privilegien zu, so lange er seiner Lehenspflichten auch nachkam. Kam er diesen aus irgentwelchen Gründen nicht mehr nach, und die betroffenen Subjekte hatten das Gefühl allein gelassen, vernachlässigt, übervorteilt oder gar ungerechtfertigt Repressalien unterworfen zu werden, dauerte es nicht lange und der Unmut machte sich Luft was i. d. R. in der Parole Tod dem Tyrannen skandiert wurde. Nicht selten eilten in dieser Situation fremde Herscher der betroffenen Subjekten zur Hilfe und nutzten die Schwäche des Lehensherren um ihren eigenen Machtbereich auszdehnen und das anektierte Territorium zu befrieden, bis es von vorne los ging.
Nun ist in der heutigen Zeit der Globalisierung das Wahrnehmungsfeld etwas größer, aber auch das Herrschaftsgebiet der Tyrannei ist größer, denn in nahezu die gesamten kapitalistische Welt sorgen die Tyrannen für Repressalien gegenüber ihren Untertanen. EIn fremder Herrscher, der die Schwäche der Tyrannen nutzt um sich deren Territorium einzuverleiben und die dort lebende Bevölkerung wenigstens vorrübergehend zu befrieden ist aufgrund der Größe des Territoriums, der Vielzahl der Tyrannen, der Fülle der Fürstentümer (Staaten) nicht in Sicht. Folglich scheidet Hilfe von außen, so wie es die Subjekte der Territorien gewohnt sind und es in der Vergangenheit üblich war, aus. (Anm. Nach dem 2. WK kamen die Amis als Hilfe…., heute sind sie Teil des Problems) Was bleibt als Möglichkeit über? Wohl nur eines!
TvF - 3. November 2011
Zu den Total-Assets:
Nun ja, die Lehman-Spitze scheint allerdings abgearbeitet zu sein – aber nur zum passenden aktuellen Level der zugrundeliegenden Exponentialkurve…
Nimmt man die Kurve von 2003-2008 als Basis und verlängert sie bis heute, so lagen die Total Assets zwischen 2010W26 und 2011W37 sogar unterhalb der Kurve.
peterb - 3. November 2011
“Respektabel ist es andere aufzufordern dieses System zu ändern ( Aufklärung und Engagement ), unrespektabel ist es ihn unter Druck zu zwingen oder mit Gewalt zu Taten zu bringen, die er ohne diesen Druck nie durchgeführt hätte.”
Das alte Problem Gewalt und Gewaltlosigkeit. Man erachtet zwar – in der übergroßen Mehrheit – die Gewaltlosigkeit als einzig moralisch-ethische Möglichkeit zur Durchsetzung des Rechts, z.B. der allgemeinen Menschenrechte, sozialer Anliegen etc.
Das Problem ist nur die Umsetzung in der Realität. Und hier geht es um mehr als kosmetische Änderungen…
Bislang gab es zwei erfolgreiche gewaltlose Umwälzungen: Die durch Ghandi und die in der DDR. Ghandis Aktion wäre beim heutigen Stand der Globalisierung ins Leere gelaufen und die Proteste in der DDR hätten höchsten minimale Änderungen bewirkt, hätte die DDR-Führung Rückendeckung aus Moskau gehabt.
All dies trifft heute nicht zu.
Das große Problem ist, das hat sich zuletzt im Wendland und bei S21 gezeigt, dass unsereiner keine Deutungshoheit über den Begriff “Gewaltlsogkeit” hat. Die letzten 12 Monate in D. haben gezeigt, dass jede, sogar genehmigte Demonstrationen von Minderjährigen, Sitzblokaden und ähnliches kurzerhand als Gewalt, bzw. “Widerstand gegen Vollzugsbeamte” umdefiniert und mit Gewalt beendet wurde. Und selbst, wenn nachträglich (nach welcher Zeit?) oberste Gerichte dies später als ungerechtfertigt brandmarken, so ist es doch folgenlos, wie die jüngste Geschichte gezeigt hat.
Dazu: Was soll was bewirken, wenn selbst Urteile des BVG seit Jahren vom Finazminsterium mit so wörtlich “Nichtbeachtungserlassen” beantwortet werden? Und nicht, aber auch gar nichts passiert? Was soll man noch tun, wenn ein gewaltloser Protest in Form des massenweisen Beschreitens des Rechtsweges und eines eindeutigen Urteils des BVG zur Unrechtmäßigkeit eines Gestzes mit einem neuen, ebenso unrechtmäßigen Gestz beantwortet wird – und nichts geschieht?
Meine Frage ist: Was soll passieren, wenn alle Aufklärung und gewaltlsoer Widerstand deswegen scheitert, weil die entscheidenden Machtgruppen – und hier geht es um eine weltweite Erscheinung – jede Art von Widerstand umdefinieren und über den Hebel des Rechts* und den Entzug finanzieller Grundlagen Menschen in Geiselhaft nehmen? Handlanger für dieses Vorgehen finden sich immer.
Was tut das wehrloseste Tier, wenn es in die Ecke getrieben hinter sich nur noch die Wand weis?
* Beispiele dazu bietet Comsky: in “War against people”
philipp johannes - 3. November 2011
dein beitrag steffen ist wie fast immer optimal.
das soll kein schleim sein.
_________________
@anon
würde die ezb repos abschliessen müßte der wp lender ja u. u. eine margin nachschiessen.
das wird man sich verbeissen wollen – beidseits.
desweiteren würden wie wp’s nach ende der laufzeit des repos an den lender zurückfliessen.
das wird ebenso nicht wirklich gewollt sein.
_______
aktiva pos. 6.0 beinhaltet doch wohl auch die target2 salden ?
Querschuss - 3. November 2011
Hallo philipp johannes,
an Target2 habe ich auch gedacht, allerdings weiß ich es nicht und würde also spekulieren. Vielleicht liest ja hier auch jemand der Detailwissen hat mit und teilt sich uns mit. Nach der Logik der Target2 Nivellierer dürfte Target2 nicht in der EZB Bilanz auftauchen, denn die jeweilige Forderung einer nationalen Notenbank löscht sich ja mit der Traget2 Verbindlichkeit einer anderen nationalen Notenbank aus, oder doch nicht? Auf jeden Fall entsteht so oder so ein höheres Risiko, weil die Verbindlichkeit aus einem negativen Target2 Saldo einer nationalen Notenbank formal zwar gegen die EZB besteht, aber auf der anderen Seite der Bilanz der nationalen Notenbank, die Kreditvergabe an die Banken steht und dies dürfte im Falle von Griechenland und den anderen PIGS die entscheidende Rolle spielen bei der Risikobewertung der aufgeblasenen Bilanzen.
Gruß Steffen
philipp johannes - 3. November 2011
@hunsrückbäuelerin
du machst es dir zu einfach wenn du alle über einen kamm scherst.
geh mal zurück in die geschichte und lies nach unter stichwort “herstatt skandel”.
alle devisenhändler waren ehemals verteufelt.
auch die ehrbaren.
und ich halte mich weiterhin für sehr ehrbar in meinem handeln ehemals.
p.s.:
heute auch, auch wenn ich nicht mehr trader bin.
__________
von den ewig gleichen parolen “klassenkampf” halte ich gar nichts mehr.
das ist ausgebucht bei mir unter jugendsünde.
stamokap, ich war ein großer anhänger dieser theorie, ist out !
peterb - 3. November 2011
“von den ewig gleichen parolen “klassenkampf” halte ich gar nichts mehr.
das ist ausgebucht bei mir unter jugendsünde.
stamokap, ich war ein großer anhänger dieser theorie, ist out !”
Nun ja, ein Herr W. Buffet sieht das wohl anders und redet öffentlich und unwidersprochen von einem, so wörtlich “Klassenkampf reich gegen arm”. Und dass sie diesen Kampf gewinnen werden.
Deine Jugendsünde scheint wohl seine Alterweisheit zu sein….
Philipp Johannes - 3. November 2011
@peterb
ach weißt du …
buffet mit seinen milliarden im rücken, gut verzinst nicht nur durch die anlage bei der boa, kann von sich geben was er will oder mag;
der klassenkampf von dem er redet ist doch bereits vor langer zeit entschieden worden.
das war ein kampf mit ungleichen mitteln.
ich meinte mehr dieses öde ausspielen kleiner menschen untereinander und gegeneinander.
viele derer ein paar euros kapital haben sehen sich erhöht und besser als die die weniger haben.
das ist öde.
anon - 4. November 2011
@Querschuss
“Zur Sache, wenn es so einfach ist Liquidität bereitzustellen über normale Repogeschäfte, warum geht die EZB dann auch den Weg über den Ankauf der Wertpapiere? Warum reichen die Banken ihre Schrottpapiere nicht im Repo rein, sondern verkaufen sie angeblich zum schlechten Marktpreis am Sekundärmarkt?”
Ein vorheriger Kommentar von Philipp Johannes verwies schon auf die entstehenden Margin Calls/Releases bei normalen Repos, wenn die Papiere bei hoher Volatilität ab-/aufwerten. Dazu kommen entsprechende Kosten der Banken die sich aus der Kapitalbindung für die Risikoabsicherung, mit CDS oder entsprechenden Hedges, ergeben. Letztendlich trägt das ESZB bei normalen Repos eben nur das Kontrahentenrisiko. Preisrisiko und Emittentenrisiko sowie die Kosten der Absicherung dieser Risiken trägt weiterhin die Bank.
Wenn dagegen das ESZB die Papiere zum Marktpreis aufkauft, fällt das Kontrahentenrisko weg, das Emittentenrisiko wird übernommen und das Preisrisiko entfällt, da mit Nennwert bilanziert wird (held-to-maturity).
Aber der wohl wichtigste Punkt für das SMP ist, dass damit auch Pensionsfonds, Versicherungen also Nicht-Banken, die kein Zugriff auf Repos haben, noch einen (in dem benötigten Volumen) liquiden Markt vorfinden. Sonst würde auf die Illiquidität der Papiere ein rascher Kursabsturz folgen, der für die mit Markpreis bilanzierenden Investoren sowie im Verlauf dann auch den Emittenten die (ungeordnete) Insolvenz bedeutet.
Querschuss - 4. November 2011
Hallo Anon,
es gibt also, unabhängig zu welchen Preisen die Papiere von der EZB aufgekauft wurden, gute Gründe für beide Seiten dies über das Wertpapier Aufkaufprogramm zu tun und eben nicht über Repo-Geschäfte. Demzufolge, auch wenn die Operationen zur Liquiditätsversorgung der Banken aus Position 5.0 und 7.0 des Wochenausweises der EZB nicht gleich sind, haben sie eine ähnliche Wirkung, sie schaffen Liquidität für die Banken. Wenn Pos. 7.0 so stark ansteigt wie sie es tut, scheint sie insgesamt nicht unaktraktiver zu sein, als sich über Repos bei 5.0 zu refinanzieren bzw. Liquidität zu tanken. Dies wiederum macht es sehr unwahrscheinlich, dass die Abschläge über den Sekundärmarkt sehr hoch sind, sonst würde eine Bank dies nicht tun und seine faulen Eier lieber über die Repos reinreichen, zumal wenn Hoffnung bestünde, dass die Papiere wieder an Wert gewinnen. Dies wiederum macht es wahrscheinlich das unter 7.0 die wirklich faulen Kredite und Schuldtitel abgeladen werden und damit das Risiko für die EZB höher ist, als diese nach Ablauf des Repos wieder der Bank zu überschreiben.
Meine Spekulation das die Masse der aufgekauften Titel am Sekundärmarkt über dem wahren Marktpreis liegt oder gar an ihm vorbei vollzogen werden bzw. dadurch erst Marktpreise für illiquide Wertpapiere enstehen ist genauso gesichert, wie Deine Meinung das die EZB es nicht tut, weil wir es nicht definitiv wissen können.
Letzlich ist Pos. 7.0 im Wochenausweis genau wie 5.0 Teil der expansiven bzw. lockeren Geldpolitik um dem Bankensystem aus der Patsche zu helfen, Moral Hazard pur und ein Malus in Bezug von tatsächlicher Haftung für das Geschäftsgebahren der Banken und ein großer Anreiz einfach so weiter zu machen und Verwerfungen und Verfehlungen eigenen Handels nicht abzubauen, kritisch zu analysieren und gegebenen Falls Verantwortliche verantwortlich zu machen.
So war Dein Kommentar doch Teil der Aufklärung und Kritik zu gleich, auch wenn ich letzteres formuliere.
Gruß Steffen
Kriminologe - 4. November 2011
Zu Target-2 habe ich einige Zitate von bekannten Leuten:
“Has Werner Sinn versteht die Krise des Euroraums als klassische Zahlungsbilanzkrise, die durch exzessive Leistungsbilanzdefizite entstanden ist. Als sich das private Kapital in der Krise aus den Ländern Griechenland, Irland, Portugal und Spanien zurückgezogen habe, habe die EZB den Notenbanken dieser Länder erlaubt, die entstehenden Zahlungsbilanzdefizite zu Lasten der Bundesbank durch den Druck und Verleih neuen Geldes zu schließen. In den Jahren 2008, 2009 und 2010 seien auf diese Weise über 300 Milliarden an Krediten von der Bundesbank an die Notenbanken dieser Länder geflossen. Diese Kredite werden als Target-Salden in den Bilanzen der Notenbanken verbucht. Sinn sieht darin einen Rettungsschirm vor dem Rettungsschirm, der an den Parlamenten vorbei aufgespannt worden sei. Er forderte zudem ein Beenden der Staatsanleihen-Käufe durch die EZB.[24][25][26] Der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag wirft er vor, es versäumt zu haben, eindeutige Kreditbedingungen für die Krisenprozedur ausgehandelt zu haben. Seiner Meinung nach führt der Europäische Stabilitätsmechanismus zur Schwächung des Euros und zur Gefährdung des europäischen Einigungswerkes.”
“Die hohen Forderungen der Bundesbank verwundern mich sehr”, sagt Manfred J.M. Neumann, emeritierter Professor für wirtschaftliche Staatswissenschaften und Wirtschaftspolitik an der Universität Bonn und einer der profiliertesten Geldtheorethiker in Deutschland. Das Target-2-System sei ursprünglich dazu gedacht gewesen, die Abwicklung der Zahlungen durch Tageskredite zu erleichtern, die bis zum Ende des Tages getilgt sind. Neumann: “Größere dauerhafte Salden waren da nicht vorgesehen. Die Europäische Zentralbank und die Bundesbank sollten hier schleunigst einen Riegel vorschieben. Über das Target-2-System haben offenbar eine Reihe von Banken der Euro-Länder einen neuen Refinanzierungskanal gefunden – anstatt sich Kredite im Rahmen der üblichen EZB-Auktionen zu besorgen. Das ist nicht sauber.”
Und noch ein Zitat zum Thema Target-2
“wenn das Geld (die Zentralbankliquidität) wieder zurückgeliehen würde”. Sie wurde!!! via Bundesbank, Target2 und EZB an die notleidenden Euroländer für 1% zurückgeliehen. Es stellt sich nur noch die Frage ob die Bundesbank dieses freiwillig tat, oder unter den augenblicklichen EZB Randbedingungen (so viel Zentralbankliquidität für 1% jeden für von der EZB definierte Sicherheit) automatisch tun musste. Zuerst war ich der Auffassung, dass dieser Automatismus zu Lasten Deutschlands gar nicht sein kann und darf (Absolut verfassungswidrig). Mit Beitritt zum Eurowährungsgebiet hat jeder die Druckhoheit über das Geld abgeben und damit nicht eine Nation zu Lasten der anderen Geld drucken konnte, dafür einen bestimmten genau festgelegten Anteil (Deutschland ca. 28%) an der Gesamtmenge des Geldes erhalten. Jetzt sind aber die Druckpressen in Deutschland stillgelegt worden und in Griechenland, Italien usw. hochgefahren worden. Dieses entspricht einem permanenten bail out und ist absolut verfassungswidrig. Es kann und darf nicht sein, das Irland zu Lasten Deutschlands Geld druckt und die Rechnung zwangläufig von Deutschland beglichen werden muss, sondern die Prozentsätze müssen u n b e d i n g t beachtet werden Es ist im Augenblick aber so, dass das Geldsystem Deutschland benachteiligt und Irland bevorzugt. Ja simpel Irland,Italien,Portugal etc. sich auf Kosten Deutschlands sich selber bedienen (Geld drucken) kann”
philipp johannes - 4. November 2011
ein kleiner satz zu target 2 und seinen salden:
“zitatauszug:
Allein im August zog die italienische Zentralbank Banca d’Italia einen Targetkredit von 40 Milliarden Euro aus dem EZB-System, und im September folgten wahrscheinlich noch einmal rund 50 Milliarden Euro. Der Bestand der Targetkredite der Bundesbank lag noch bis Mitte 2007 bei etwa null, doch nun ist er auf
450 Milliarden Euro gestiegen.
“zitatende
quelle:
http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome/B-politik/10echomitarb/_echomitarb?item_link=ifostimme-hdbl-28-10-11.htm
gefunden in:
http://blog.zeit.de/herdentrieb/
thema Was will uns Hans-Werner Sinn sagen?
( ich weiß nicht ob es erwünscht ist auf andere blogs zu verlinken, ggfs. bitte editieren ),
anon - 5. November 2011
@Querschuss
“[...]sehr unwahrscheinlich, dass die Abschläge über den Sekundärmarkt sehr hoch sind, sonst würde eine Bank dies nicht tun und seine faulen Eier lieber über die Repos reinreichen[...]”
Bewertungsabschläge gibt es bei Repos, am Sekundärmarkt wird zum Marktpreis ge-/verkauft.
“Dies wiederum macht es wahrscheinlich das unter 7.0 die wirklich faulen Kredite und Schuldtitel abgeladen werden und damit das Risiko für die EZB höher ist, als diese nach Ablauf des Repos wieder der Bank zu überschreiben.”
Nur in Pos. 7.1 wird das SMP (173,5 Mrd EUR) ausgewiesen, nur dafür werden mögliche Verluste anteilig von allen NZB (im Gegensatz zum CBPP und den ‘Anderen Wertpapieren’ unter Pos. 7.2) getragen. Vergleich PDF Seite 104:
http://www.centralbank.ie/publications/documents/2010%20annual%20report%20-%20final.pdf
Auch entscheidet das ESZB welche Papiere, wann, wo und bei welchem Preis gekauft werden, ‘abladen’ impliziert etwas anderes. Daneben ist es wahrscheinlicher das eher Nicht-Banken verkaufen, antstatt Banken die auch Repos nutzen können.
“Meine Spekulation das die Masse der aufgekauften Titel am Sekundärmarkt über dem wahren Marktpreis liegt oder gar an ihm vorbei vollzogen werden bzw. dadurch erst Marktpreise für illiquide Wertpapiere enstehen ist genauso gesichert, wie Deine Meinung das die EZB es nicht tut, weil wir es nicht definitiv wissen können.”
Wie schon einmal, in der General Documentation des ESZB wird ausgesagt, dass nur marktfähige Papiere (also jene auch für Repos zugelassen sind), gekauft werden dürfen. Die kannst du selber prüfen:
http://www.ecb.europa.eu/paym/coll/assets/html/index.en.html
Zum Preis (gendoc2011en.pdf, S.22f.):
“In the calculation of prices, the Eurosystem acts in accordance with the most widely accepted market convention for the debt instruments used in the transaction.”
Wenn du daraus ableitest, dass zu überhöhten, marktfernen Preisen gekauft wird, ist das eben reine Spekulation deinerseits und garnichts ist gesichert.
“Letztlich ist Pos. 7.0 im Wochenausweis genau wie 5.0 Teil der expansiven bzw. lockeren Geldpolitik um dem Bankensystem aus der Patsche zu helfen, Moral Hazard pur und ein Malus in Bezug von tatsächlicher Haftung für das Geschäftsgebahren der Banken und ein großer Anreiz einfach so weiter zu machen und Verwerfungen und Verfehlungen eigenen Handels nicht abzubauen, kritisch zu analysieren und gegebenen Falls Verantwortliche verantwortlich zu machen.”
Ansonsten ist es auch nicht Aufgabe des ESZB, sich um Moral Hazard, Haftung oder dem Geschäftsgebaren der Banken zu kümmern, das müssen Bankenaufsicht als Exekutive und andere Institutionen der Judikative und Legislative leisten. Das Hauptziel ist eben die Preisstabilität, dafür braucht es zwangläufig auch ein funktionierendes und recht stabiles Finanz-/Bankensystem.
Verantwortliche ‘für den ganzen Mist’ lassen sich eher in der Legislative finden, die den Mist erst erlaubten (MiFID als Stichwort). Da ist das ESZB nicht weniger Getriebener der Banken, als die Bürger.
Querschuss - 7. November 2011
Hallo Anon,
Du drehst es wie es gerade für die Argumentation passt:
“Bewertungsabschläge gibt es bei Repos, am Sekundärmarkt wird zum Marktpreis ge-/verkauft.”….war deine Antwort auf meinen Einwurf, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Abschläge über den Sekundärmarkt sehr hoch sind, sonst würden Banken ihre faulen Eier lieber über die Repos reinreichen.
Wenig später:
“Daneben ist es wahrscheinlicher das eher Nicht-Banken verkaufen, anstatt Banken die auch Repos nutzen können.”, wirfst Du ein in Bezug das meiner Meinung nach unter Position 7.0 Wochenausweis die wirklich faulen Kredite und Schuldtitel abgeladen werden und damit das Risiko für die EZB höher ist, als dieses wäre wenn nach Ablauf des Repos die Schultitel wieder der Bank überschrieben würde. Oben liest es sich noch so, als ob Banken wegen den Abschlägen bei Repos lieber am Sekundärmarkt zum “Marktpreis” verkaufen, falls die EZB diese Papiere dann “aussucht” laut wichtigen Hinweis von dir, denn abladen geht ja nicht. Wenn es in der Summe für Banken nicht besser wäre, würden sie Wertpapiere nicht über 7.0 reinreichen sondern über 5.0. Wenn Nicht-Banken dort bei 7.0 ihren Schrott abladen, macht es dies auch nicht besser.
Das das SMP-Programm unter 7.1 läuft steht bereits im Artikel, insofern keine neue Erkenntnis die Du mitteilst, deshalb können unter 7.2 trotzdem andere Schuldtitel (Wertpapiere) aufgesaugt werden. Das für potentielle Verluste aus dem SMP die NZB gemäß ihrem Anteil haften, hatte ich in einem vorangegangenen Artikel schon mal geschrieben, wurde da auch in Kommentaren abgestritten.
“Auch entscheidet das ESZB welche Papiere, wann, wo und bei welchem Preis gekauft werden, ‘abladen’ impliziert etwas anderes”, …..lächerlich, zum Aufkauf werthaltiger Papiere bräuchte man die EZB nicht, denn dann könnte man am Markt verkaufen, die EZB greift doch genau deshalb ein, da kein Marktpreis bzw. nur einer erzielt werden könnte, der bei den Banken zu hohen Abschreibungen führt. Dein Glaube an ein Zentralkomitee, das der EZB, welche dort einzelne Papiere und Tranchen auf Werthaltigkeit prüft und dann zu dem Schluss kommt, diese aufzukaufen, ist bei dem getätigten Volumen niedlich. Gar erst die Entscheidung, nicht zu kaufen da die Schuldtitel nicht ausreichend besichert sind. Warum kauft man dann bloß griechische Staatsanleihen?
“Ansonsten ist es auch nicht Aufgabe des ESZB, sich um Moral Hazard, Haftung oder dem Geschäftsgebaren der Banken zu kümmern……Das Hauptziel ist eben die Preisstabilität..”, …. sehr schön, auf die Idee, das eine brachiale Ausweitung der EZB-Bilanz, der Aufkauf von Schrottpapieren, die unlimitierte Ausweitung von Target2 Salden zwischen den einzelnen nationalen Notenbanken zum Gegenteil von Preisstabilität beitragen können, bist Du noch nicht gekommen? Auf die Idee das man den offiziellen Verlautbarungen von Zentralbanken nur bedingt Glauben schenken kann, die versuchen ein unhaltbares System zu stabilisieren, dies auch mit fragwürdigen Mitteln tun müssen, auch nicht. Etliche der öffentlichen Verlautbarungen dürften das Papier nicht wert sein auf dem sie geschrieben sind. Dein permanenter Bezug auf öffentliche Verlautbarungen alle mehr oder weniger zum Nivellieren der Problematik des Aufblasens der EZB-Bilanz und der Target2 Problematik ist deutlich erkennbar, deswegen reagiere ich auch etwas genervt.
Falls Du nicht lesen kannst, ich habe nie etwas anderes behauptet als das es eine Spekulation von mir ist, dass die EZB Wertpapiere über dem Marktpreis aufkauft, kann auch nur spekulieren oder eben wie Du kann man sich auf die offiziellen Verlautbarungen verlassen, die aber wenig Wert haben, da keine Transparenz besteht, welche Papiere zu welchen Preisen aufgekauft wurden.
Gruß Steffen
anon - 8. November 2011
@Querschuss
“Bewertungsabschläge gibt es bei Repos, am Sekundärmarkt wird zum Marktpreis ge-/verkauft.” … ist meine Antwort auf deine “Abschläge über den Sekundärmarkt”, am Sekundärmarkt gibt es keine Abschläge, nur den Marktpreis.
Damit man am Markt verkaufen kann (als Bank oder Investor) brauch man einen Käufer, wer, wenn nicht das ESZB soll dies denn, im Volumen von 183Mrd. (SMP), machen können, wenn gleichzeitig 288Mrd. in der Einlagenfazilität liegen?
Die Liste der Assets die gekauft werden dürfen, findest du im schon genannten Link, ganz ohne Zentralkommitee. Grade im Fall von Griechenland verkaufen die Banken eben nicht, weil es zu hohen Abschreibungen führt, deshalb wird auch für das Anleihentauschprogramm gelobbyt. Damit bekommen sie noch 50 auf 100 Nennwert, statt 20-30 wenn sie am Markt verkaufen.
“auf die Idee, das eine brachiale Ausweitung der EZB-Bilanz, der Aufkauf von Schrottpapieren, die unlimitierte Ausweitung von Target2 Salden zwischen den einzelnen nationalen Notenbanken zum Gegenteil von Preisstabilität beitragen können, bist Du noch nicht gekommen?”
Na, bestimmt keine Inflation siehe USA, Japan, das ein Zusammenbruch von Staaten und Banken zum Gegenteil von Preisstabilität beitragen können, bist Du noch nicht gekommen?
Preisstabilität gilt eben nicht nur in Bezug auf Inflation sondern viel wichtiger auch Deflation.
Wenn du mal über den ökonomischen Tellerrand schauen würdest, würde dir auffallen das, dass Aufblasen einer ZB-Bilanz und Target2-Salden nur für deutsche Ökonomen ein Problem ist. Die gleichen deutschen Ökonomen halten das Überleben einer monetäre Union ohne fiskalische Union für möglich, ein wirtschaftshistorisches Unding. Entschuldige aber der track rekord deutscher Ökonomen ist seit Jahrzehnten miserabel.
Querschuss - 9. November 2011
Hallo anon,
der Glaube das Zentralbanken mit ihrer Politik die Welt retten werden, wird nicht aussterben, aber das Gegenteil ist der Fall. Zwar rettet man damit das Bankensystem, nur damit ist letztlich nichts gerettet, alle Strukturen die zur Krise führten bleiben erhalten. Auch der Weg hin zu den Verwerfungen wurde von den Notenbanken mitbereitet, siehe Immobilienblasen. Gerade die Politik der Notenbanken von Japan und den USA zeigen doch, dass trotz agressiver und expansiver Geldpolitik in der Sache kein Problem gelöst wurde.
Ich würde auch bestreiten das Notenbankpolitik die deflationären Effekte der Austeritätsmaßnahmen in der Südperipherie ausgleichen kann, vielleicht stabilisiert sich über Rohstoffpreise als Folge laxer Geldpolitik die Preisfront, bei Löhnen und Konsum geht trotzdem deflationär zur Sache. Das Problem ist hier primär die falsche Wirtschafts- und Finanzpolizik in Bezug auf die PIGS.
Ansonsten gewichte ich eben auch Gefahren aus der Geldpolitik, vielleicht zu hoch und Du eben deutlich niedriger. Wir werden sehen wie es ausgeht. Nicht unterschätzen darf man, das immer mehr Notenbanken zum expansiven Aufblasen ihrer Bilanzen neigen und dies in der Summe noch nie so da war.
Ansonsten ist meine Lust auf endlose Zwiegespräche nur bedingt vorhanden, mein primäres Anliegen ist es die Daten im Blog zu präsentieren, mit einem Schuß meiner Sichtweise dazu. Ob Du dem folgst oder nicht ist mir eigentlich egal, denn mein Anspruch ist nicht die Wahrheit gepachtet zu haben, noch andere Mitleser mit dezidiert anderen Sichtweisen zu überzeugen. Wäre auch ein sinnloses Unterfangen was mein Zeitbudget nicht hergibt, deshalb mache ich jetzt auch Schluß.
Gruß Steffen