Griechenland in der finalen Phase

von am 29. Januar 2012 in Allgemein

Bereits vor zwei Jahren wurde hier im Blog die desaströse Entwicklung Griechenlands vorgezeichnet und aufgezeigt, dass die fundamentalen strukturellen Probleme der griechischen Wirtschaft unter dem Korsett des Euro nicht zu lösen sind. Langsam aber sicher wird die finale Runde des Desasters eingeläutet, nachdem die Troika mit ihren Sparmaßnahmen die griechische Wirtschaft in die Depression katapultiert hat, die Schäden unverantwortlich maximiert wurden und die Schuldenkrise sich in Folge trotz Rettungspaket und Aufblähen der Bilanz der griechischen Zentralbank nicht entschärft.

Im Gegenteil, die Schere zwischen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und aufgetürmten Schulden wächst munter weiter und weist auf ein unglaubliches Versagen der Eurokraten und ihrer verwendeten Strategie hin bzw. auf ein  Festhalten mit Vorsatz daran. Für das zweite Rettungspaket bis 2014 schnellt nun das avisierte Volumen auf 145 Mrd. Euro und Deutschland federführend beim in die Hölle sparen Griechenlands fordert nun sogar den Budget-Kommisar, die Übertragung der souveränen Haushaltshoheit an Brüssel, mit einer implementierten Priorität auf den Schuldendienst.

Aus dem “Friedensbringer” Euro wird in Folge einer verfehlten Wirtschafts- und Finanzpolitik der Spaltpilz-Euro, der Zwietracht zwischen den Völkern fördert und in einem unvergleichbaren wirtschaftlichen Niedergang der Südperipherie der Eurozone mündet. In Griechenland schrumpfte in Folge der Krise und der Maßnahmen der Troika die Summe aller realen Arbeitnehmerentgelte zuletzt in Q3 2011 um -22,9% im Vergleich zu Q3 2009! Ein beispiellose Rosskur, die auch eine Kontraktion beim Konsum, den Investitionen und der Wertschöpfung nach sich zieht.

Selbst die nominalen  Arbeitnehmerentgelte sanken um -16,74% zu Q3 2009, auf schlappe 18,188 Mrd. Euro in Q3 2011 und der Anteil der nominalen Arbeitnehmerentgelte am nominalen BIP sank auf vergleichsweise armselige 31,7% (zum Vergleich Deutschland 49,3%)! Dieses unglaublich mieses Verhältnis weist u.a. auch darauf hin, warum die Maßnahmen der Troika und die beschämende Rolle Deutschlands auf wenig Gegenliebe in der normalen Bevölkerung in Griechenland stößt, denn die Lasten der Krise wurden einseitig auf Arbeitnehmer, Rentner und sozial Schwache abgewälzt. Während die Summe der nominalen Arbeitnehmerentgelte also um -16,74% zu Q3 2009 abschmierte, laut Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung des griechischen Statistikamtes (ELSTAT), sanken die Unternehmens- und Vermögenseinkommen nur um -1,24% im Vergleich zu Q3 2009. Eine gewaltige Schieflage offenbart sich hier! Während die nominalen Arbeitnehmerentgelte auf 31,7% des nominalen BIPs (18,188 Mrd. Euro) abstürzten betrugen in Q3 2011 die nominalen Unternehmens- und Vermögenseinkommen 56,73% des nominalen BIP (32,543 Mrd. Euro). Zum Vergleich in Deutschland betrug der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen am nominalen BIP 27,74%! Perverser als aktuell in Griechenland gehts also kaum!

Die Entwicklung der realen Summe aller Arbeitnehmerentgelte im Vergleich zum Vorjahresquartal seit Q1 2001 im Chart. In Q3 2011 geht es zum sechsten Mal in Folge zweistellig abwärts, diesmal -10,9% zum Vorjahresquartal, nach -12,6% in Q2 2011.

Die Entwicklung des realen BIPs in Prozent zum Vorjahresquartal seit Q1 2000 bis Q3 2011 im Chart. In Q3 2011 sank das reale BIP um -5,0% zum Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr 2011 dürfte das reale BIP um ca. -6,0% schrumpfen im Vergleich zu 2010.

Die Entwicklung des Bruttostaatsschuldenstandes des gesamten Staates in Prozent zum nominalen BIP seit Q1 2001 bis Q4 2011 (* geschätzt) auf 163,7%, gemäß Maastrichtdefinition.

Schön verdeutlicht auch folgender Chart die beschleunigt auseinanderklaffende Schere zwischen wirtschaftlicher Leitungsfähigkeit und den Staatsschulden:

Die Entwicklung des nominalen BIP (laut ELSTAT, 2011* geschätzt) und des Bruttoschuldenstandes der Zentralregierung in Athen laut den Daten des griechischen Finanzministeriums (Gesamtjahr 2011* geschätzt). Einem geschrumpften BIP von ca. 218 Mrd. Euro stehen nun 2011 voraussichtlich 368 Mrd. Euro Schulden der Zentralregierung gegenüber. Seit 2008 öffnet sich die Schere zwischen Leistungsfähigkeit und Schuldenwachstum brachial.

Auch beim Sparen verfehlt die den Griechen diktierte Strategie der Troika klar ihr Ziel. Für das Jahr 2011 dürfte das zu finanzierende Zwillingsdefizit aus Staatshaushalt und Leistungsbilanz gute -47 Mrd. Euro betragen. Bei einem zu erwartenden nominalen BIP Griechenlands 2011 von bestenfalls 218 Mrd. Euro, beträgt der Finanzierungsbedarf immer noch 21,6% des nominalen BIPs! Und dies sind nur die neu aufgelaufenen Defizite aus 2011!

Nicht nur Arbeitnehmerentgelte und Konsum schrumpfen, sondern auch die industrielle Wertschöpfung und die Bruttoanlageinvestitionen:

Der saisonbereinigte Output der breit gefassten griechischen Industrie von Januar 1995 bis November 2011 im Chart, laut den Daten von Eurostat. Der saisonbereinigte Industrieproduktionsindex der breit gefassten griechischen Industrie(Bergbau, Energie- und Wasserversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) lag im November 2011 unter dem Niveau von 1995 (um -9,4%). Seit dem letzten Hoch im Januar 2007 brach der Industrieproduktionsindex um -29,2% ein.

Die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen seit Q1 2001 bis Q3 2011. In Q3 2011 sanken die Bruttoanlageinvestitionen um weitere -15,2% zum Vorjahresquartal. Seit nun 16 Quartalen in Folge, im Vergleich zum Vorjahresquartal, sinken die Bruttoanlageinvestitionen in Griechenland! Seit dem Hoch im 2. Quartal 2007 sind die Bruttoanlageinvestitionen um unverantwortliche und beispiellose -50,38% gesunken!

Die Situation in Griechenland hat sich seit dem 1. Rettungspaket in Höhe von 110 Mrd. Euro von Anfang Mai 2010 und die daran gekoppelten Austeritätsmaßnahmen systematisch verschlechtert, hier im Blog umfangreich dokumentiert, umso nicht nachvollziehbarer, dass an der nachgewiesener Maßen kontraproduktiven Strategie bis heute festgehalten wurde. Nach einer Strategie mit sinkender wirtschaftlicher Aktivität, die in einem brachialen Niedergang mündete, nun auch noch einen EU-Statthalter zu fordern ist mehr als bezeichnend. Die Eurozone maximiert immer weiter die angerichteten Schäden aus den vorausgegangenen Kreditexzessen, den Ungleichgewichten im Handel und der unterschiedlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und offenbart die Gefahr, die aus dieser Versagerstrategie für den Lebensstandard von Millionen Menschen auch außerhalb der Südperipherie entsteht.

Quelle Daten: Statistics.gr/Daten zur Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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49 KommentareKommentieren

  • Lazarus09 - 29. Januar 2012

    Athen wird einen EU Stadthalter bekommen..die gewählte Regierung entmachtet,das Volk den Austeritätsmaßnahmen unterworfen …

    Wir erleben den Angesang der Demokratie und Freiheit für die welche sie nicht bezahlen können !

    Übt schon mal an einer Erklärung für eure Enkel … ” Opa wieso konnte das mit dem Hitler passieren ” ? hat Generation 50′-60-”70′ gefragt …. Uns wird man fragen wie konnten ..Schröder Fischer Merkel ..

  • SLGramann - 29. Januar 2012

    Danke Steffen! Das ist genau die Art von knallharter und faktenbasierter Analyse, für die ich die Querschüsse liebe und weshalb ich sie mit einer zwar kleinen, aber regelmäßigen monatlichen Überweisung unterstütze. (Das ist durchaus als Anregung für andere Leser gemeint.)

    Ein echter Lichtblick in der fast durchgehend deprimierend dummschwätzenden deutschen Presselandschaft, die wirklich fast durchgängig entweder durch systemanbiedernde und Merkel-verliebte Euro-Besoffenheit (bspw. Herr Jörges vom Stern) oder auf der anderen Seite durch chauvinistisches Gekeife – in jedem Falle aber durch ökonomische Inkompetenz – gekennzeichnet ist!

    Besonders wichtig an diesem Artikel hier ist aus meiner Sicht, dass herausgearbeitet wurde, dass das ganze zu Tode sparen ausschließlich auf dem Rücken der griechischen Arbeitnehmer stattfindet, während die, die von Kapitalerträgen leben, weitgehend heil durchkommen.

    Mindestens insofern handelt es sich beim dem Desaster der “Griechen-Rettung” um Vorsatz. Hauptzweck der Sache war von Anfang an die Rettung von Banken und großen Vermögen. Nebenzweck war, die Wahnvorstellungen von Brüssler Funktionären vor der Realität zu retten. Man hatte gehofft, den Schuldenschnitt vermeiden zu können, indem man aus dem Volk das Geld für Zins und Tilgung herauspresst. Das hat nicht funktioniert. Der Schuldenschnitt kommt nun doch . Er wird eines Tages auch in Portugal kommen und dann in Spanien. Da wird durch die EZB noch viel zu retten und zu rekapitalisieren sein… An die Zukunft dieser Völker und ihrer realwirtschaftlichen Lebensgrundlagen kann man da nicht auch noch denken. Denn was wäre dafür erforderlich? 1.) echte Schuldenschnitte (Schulden auf 20 oder 30% vom BIP senken), 2.) Austritt aus dem Euro und zwangsweise Umwandlung der verbleibenden Schulden in die neuen Landeswährungen – alternativ deren völlige Streichung, 3.) Abwertung der neuen Währungen auf ein wettbewerbsfähiges Niveau, also um 30% bis 60% – je nach Land, 4.) Restrukturierungen und Reformen nach Troika-Muster sind wahrscheinlich notwendig, müssen aber von 1.) bis 3.) getragen werden. Sonst fehlt einfach die Basis für einen wirklichen Erfolg und eine Perspektive für die Zukunft.

  • Lazarus09 - 29. Januar 2012

    Mach dir erst mal einen Doppelten du Traumtänzer !

    Wer sind die Griechen ..? Die welche die Rüstungsgüter in Teutschland gekauft haben .. die welche Ihre Mio’s gerade in die Schweiz transferieren ..?

    Traurig solch geistigen Dünnschiss auf einen kritischen Blog zu lesen wo sich der Hausherr noch große Mühe gibt die Lage allgemeinverständlich zu erklären….

  • M.E. - 29. Januar 2012

    Die Krise Griechenlands ist nicht nur eine monetäre, sondern eine tiefe gesellschaftliche Krise.

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/01/37094/

    Alles befindet sich in einem selbstverstärkenden Abwärtsstrudel. Der Schuldenschnittbedarf dürfte gegenüber allen Gläubigern (!) mittlerweile 80% erreicht haben.
    2011 sollten 5 Milliarden Euro aus Staatsbesitzverkäufen erlöst werden, tatsächlich wurden es nur 1,7 Milliarden. Die Kalkulationsgrundlage der Troika ist reine Makulatur, nicht nur in dieser Hinsicht.

    Aber Griechenland ist nur ein extremes und zeitlich vorgezogenes Beispiel dessen, was auf deutlich größere Länder wie z.B. Großbritannien und Japan in den nächsten Jahren zukommt. Die daraus erwachsende Verelendung eines nich unbeträchtlichen Teils der Bevölkerung wird die politische und gesellschaftliche Situation vollkommen verändern.

  • Hayek2 - 29. Januar 2012

    GR default > CDS von US Banken…liegen aktuelle Zahlen vor, in welchem Ausmass die Banken ‘getroffen’ werden (koennten)?

    Die Amerikaner werden nicht klein beigeben. Siehe aktuell Schweizer Privatbanken.

  • Tourist - 29. Januar 2012

    Erklär ma bitte ausführlich wieso?

  • SLGramann - 29. Januar 2012

    M.E., Du hast sehr recht damit, dass das Niveau des jetzt diskutierten Schuldenschnitts hinten und vorne nicht ausreicht!

    Das passt aber in die “Rettungs”logik, die eben darin besteht, alles zu vermeiden oder herauszuschieben, was wirklich retten könnte. Dazu gehört neben dem Austritt aus dem Euro ein Schuldenschnitt, der die Verschuldung auf 20 bis 30% des BIP – und zwar gerechnet in der neuen Währung – bringt.

    Die Banken feilschen derzeit um die Nachkommastellen für die neuen Anleihen, die sie von den Griechen bekommen sollen und die EZB vergießt Krokodilstränen, weil sie zugeben soll, dass ihre halbe Aktivbilanz aus Schuldscheinen besteht, für welche die Schuldner nicht einstehen können(!)

    Bei diesen Geisterdebatten des Systemschranzen geht vollkommen unter, dass es sich dabei immer nur um Bestandsgrößen dreht. Aber was ist mit den Stromgrößen?

    Natürlich muss ein Schuldenschnitt her. Aber er muss groß genug sein – siehe oben! Gleichzeitig muss Griechenland (und die anderen Problemländer auch) aber so aufgestellt werden, dass sich nicht binnen weniger Jahre erneut halsbrecherische Schulden auftürmen. Dem Land immer neue öffentliche Kredite zu geben, in einer Hartwährung, die dieses Land systematisch überfordert, und mit diesen immer weiteren Krediten die Belastung immer weiter zu steigern – oder nach dem Schuldenschnitt die Belastung in Hartwährung neu aufzutürmen, ist komplett wahnsinnig.

    Leider erkennt das griechische Volk nicht, wie es durch den Euro in den Abgrund gerissen wird. Man kann das sogar subjektiv verstehen. Wer will schon statt einer harten Devisenwährung Drachmen im Beutel?
    Die DDR-Bürger haben bis heute nicht verstanden, dass es unter anderem der Umtausch der DDR-Mark mit 1:1 bzw. 1:2 war, der ihre Wirtschaft ausradiert hat. Ich weiß es aber, denn ich war dabei. Manche Dinge will man eben nicht wahr haben…

    • Ert - 29. Januar 2012

      @SLE

      “Natürlich muss ein Schuldenschnitt her. Aber er muss groß genug sein – siehe oben! Gleichzeitig muss Griechenland (und die anderen Problemländer auch) aber so aufgestellt werden, dass sich nicht binnen weniger Jahre erneut halsbrecherische Schulden auftürmen”

      Ich stelle mal die These in den Raum das man das gar nicht will. Zuerst müssen die griechischen Assets verteilt werden – die Griechen oder Griechenland selber interessiert keine der Spielmacher.

      Die DDR-Bürger haben bis heute nicht verstanden, dass es unter anderem der Umtausch der DDR-Mark mit 1:1 bzw. 1:2 war, der ihre Wirtschaft ausradiert hat.

      Um das zu erreichen – sowie den Ausverkauf der DDR unter Breul – musste ja die “RAF” herhalten um Ihr den Tod (Rohwedder, Herrhausen). ich denke der geneigte Leser weiß was ich damit andeuten möchte.

      Aber im Rahmen des Debitismus musste das so sein – andernfalls hätten die existierenden westdeutschen Konzerne Konkurrenz bekommen – und der Konsumboom (auf Staatsschulden) wäre ausgeblieben. Wiedervereinigung, Neuer Markt & Dotocom – alles debitistische Spielverlängerungen.

  • Achim Hase - 29. Januar 2012

    Stimmt alles was Steffen zusammenträgt und ist wirklich ein Jammer.

    Fragt sich jedoch was die Alternativen sind. Ausstieg aus dem Euro ist nach Umfragen mit das Letzte was die griechische Bevölkerungsmehrheit will. Möchte sie dabeibleiben, dann sehe ich keine großen Alternativen zu einer harten Sanierung. Steigt sie aus, wird es doch mindestens genauso hart. Abgewertet wird in beiden Fällen.

    Die Lust am Untergang in Griechenland macht die Sache nicht einfacher. Dass ein so ethnisch und geschichtlich homogenes Volk seine Reihen nicht schließen kann, ist mir unverständlich. Der Polit- und Gewerkschaftszirkus ist extrem hinderlich. Da ist sich doch niemand in überhaupt irgendetwas einig. Man schaue dagegen nach Italien, wo ein Mario Monti mit Autorität Ergebnisse erzielen kann und sein Land glaubhaft gegenüber Merkozy vertritt.

    Ich denke die Strategie der schrittweisen Eskalation ist vernünftig. Die Finanzmarktakteure hatten jetzt viele Monate Zeit herauszufinden, was die Konsequenzen aus einer Griechenlandpleite sind. Jetzt muss nicht mehr alles zusammenbrechen, wenn es zur Pleite kommt.

    Nächster Schritt: Insolvenz und Marshall-Plan. Danach Portugal aber dann sind wir durch.

  • Russe - 29. Januar 2012

    Griechenland in der finalen Phase
    __

    Ist doch perfekt, dann brauchen die auch kein iranisches Öl mehr.

  • Ert - 29. Januar 2012

    Ggf. kann es anfang Märt noch einmal spannend werden.

    - Am 29. Februar gibt es den nächsten Tender der EZB.. 3 Jahre, 1%, wo viel wie die banken saugen können.
    - Am 1. März treffen sich die EU Finanzminister

    Gibt es dann die finale Lösung? Wird deswegen der Druck aufgebaut? Also alle froh wenn es endlich vorüber ist – anstatt Angst das es geschieht? Dann würde auch Felix Zulauf recht behalten – der Vorhergesagt hat das mindestens ein Land in 2012 auf der Eurozone Austritt (Zulauf ist jetzt nicht irgend ein Spinner…).

    In diesem Kontext empfehle ich auch den Thread: http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=246538

  • Zukunft - 29. Januar 2012

    Vielleicht DER tröstende Rettungsanker?
    http://zukunftsvorsorge.blogspot.com

    Alles Gute!

  • Amtak - 29. Januar 2012

    Die Krise, egal ob man sie Wirtschaftskrise oder Bankenkrise nennen will, ist ein wirklich großes Problem, bei deren Ende ich vermute, das wir eine Zentralregierung nach deutsch-französischem Konzept bekommen könnten. Es ist nur eine Vermutung, die hoffentlich nie eintreten wird.

    Schon das Spardiktat aus Deutschland, mit einem Kommissar an der Spitze, der de nGriechen in die Politik redet, finde ich antisouverän.

    Das Griechenland Militärgüter erwirbt, egal ob gebraucht oder nicht, ist nicht Schuld der Steuerzahler dort. Leider wird jede negative Meldung, die aus Griechenland kommt, zerrissen, und die Bevölkerungen gegeneinander ausgespielt. Dahinter steckt wohl das Ziel, das der Unfrieden innerhalb der EU erhalten bleibt, als auch eine Ablenkung von den wahren Schuldigen, den Casinozockern, den Hedgefonds, welche gezielt auf den Bankrott schwacher Länder zielen.

    Mir tun die Menschen leid, die sich nach Arbeitslosigkeit und Hausverkauf auf der Strasse wiederfinden und dem frechen Grinsen der Elitären gegenüberstehen.

    Das Deutschland so “gut” dasteht, liegt allein daran, das sich hier mithilfe der Gewerkschaften, Politiker und Systemtreuen Arbeitnehmern und zu guter letzt der mächtigen Presse ein Klima der Angst, des Billiglohns und der Entmutigung eingestellt hat, wo auch Gesetze durchgewunken, oder nicht veröffentlicht werden ( indirekt ) und stetige Lügen dem Volke eingeblubbert werden.

    Ich denke, der Kessel hat in Zukunft Höchsttemperatur und kocht über. Aber nicht erst in Deutschland, dafür verhält sich der Großteil der Bürger zu verängstigt von Staatsgewalt und der Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes – auch wenn er dafür sein eigenes Geld einwerfen darf. Als Belohnung gibt am Ende des Arbeitsleben eine Niedrigrente, die einem den Gang zum Sozialamt nicht ersparen wird. Aber das wissen viele Bürger noch nicht, das sie sich sehr sicher fühlen. Anders als in Griechenland, wo einem der Hunger und die Zukunftsangst bereits den Schlaf stiehlt. Dasselbe gilt auch für die vielen jungen Menschen in Spanien, die trotz hervorragender Ausbildung keine Aussicht auf Arbeit haben. Eine echte Schande, was derzeit in Europa abgeht.

    Aber unsere Eurokacker haben nur noch IHRE Währung vor Augen, den Profit, die Gier und ihre Sparmassnahmen. Egal, meine Rente ist ja sicher, wie es dem Volke geht, scheint ein anderes Thema zu sein. Neoliberale Gedanken, kurz gefasst, eingleisig und nicht nachhaltig zukunftsorientiert.

  • jo - 29. Januar 2012

    Ich würde dem griechischen Volk empfehlen erstmal die Fluchtgelder aus der Schweiz und sonstwo zurückzuholen und damit die Schulden der korrupten Politikerkaste zu bezahlen.

    Wenn es der EU wirklich daran liegen würde, aber da dieser Schritt nichtmal angedacht wird so muss man davonausgehen dass der EU und den griechischen Eliten eine Rasur der einfachen Steuerschafe sehr gelegen kommt. Erst Griechenland, dann Portugal, .. am Schluss auch Deutschland, wir sind schliesslich auch überschuldet und letzlich soll der Schuldenturm die Regel für den Steuerknecht werden. Mir scheint dass die Politiker und Volksvertreter alle mehr oder weniger gekauft sind von den Gläubigern und dass der Geldadel dabei ist den Feudalismus, unter Beschneidung der Bürgerrechte, wiederherzustellen.

  • marcito - 29. Januar 2012

    und dafür danke ich dir von ganzem herzen lieber steffen!

    mal schauen was morgen passiert.

  • Klaus - 29. Januar 2012

    Spiegel bringt gerade das Märchen mit den 50 Mrd. Privatisierungserlösen aus GR. Das war doch auch hier mal ein Thema, wobei man sich schnell einig war, dass das absolute Traumtänzerzahlen waren.

    Wird D mal wieder zahlen? Über irgendwelche EU-Fonds? Ich fürchte ja. Dafür hat Merkel ihr Schicksal zu sehr an den Euro gebunden als dass sie da noch raus kann.

    ich kenne viele, die vor einigen Jahren gegenüber der EU und Euro positiv bis indifferent waren. Das sind mittlerweile kallharte Euro-Gegner. Wenn die EU ihr Ansehen weiter ruinieren will, muss sie nur so weiter machen.

  • der Bauer aus dem Hunsrück - 29. Januar 2012

    von einer Strategie der Versager zu sprechen ist m. E. unangebracht, dafür sind die sog. Versager zu intelligent, von zu vielen Beratern, Lobbyisten, etc. umgeben. Ich würde den Begriff Verschwörer vorziehen, denn noch offenbart sich mir nicht das Ziel der gesamten Tragweite deren Handelns. Soll es nur die zwangsweise Schaffung einer EUdSSR sein? Ist das Handeln gerade der deutschen FRegierung unlogisch, wenn ja dann bitte unter welchen Prämissen bzw. auf Basis welcher Ausgangslage und welchen Zieles? Vielleicht wäre es sinnvoll auf Basis des aktuellen Handelns der Aktuere nach dem oden den möglichen Ziel/en zu suchen, die daraus resultieren könnten. Ein Land nach dem anderen platt zu machen ist ja möglicherweise zielführend, nur für welches Ziel. Spielt möglicherweise die vertragliche Verpflichtung Deutschlands bis 2099 als Vasall des US-Imperiums zu agieren, eine Rolle?
    Ich halte es für sinnvoll, die aktuelen Handlungen erstmal dahingehend zu analysieren, welchem Zweck sie dienen könnten und welches Ziel damit erreicht werden könnte. Das derzeitige Handeln der Akteure als Versagestrategien abzutun, wird deren Intellekt und Zielstrebigkeit sicher nicht gerecht. Selbst dann nicht, wenn diverse Lobbygruppen mit unterschiedlichen Zielen den Antrieb für die handelnden Akteure sein sollten.

    • Russe - 29. Januar 2012

      Muss man wirklich alles aufschreiben?

    • Querschuss - 29. Januar 2012

      Hallo Hunsrückbauer,
      ich messe ausschließlich am Ergebnis, in Punkto Wirtschaftskraft und Defizitreduktion handelt es sich eindeutig um eine Versagerstrategie. Was dahinter steckt ist spekulatives Gefilde, im Falle von Griechenland vielleicht das Land freiwillig aus dem Euro zu drängen, da intern als unrettbar eingestuft, vielleicht auch nur neoliberales Dogma, oder die Dominanz der Gläubigerinteressen in der Politik, ausblendend, das man mit den bisherigen Maßnahmen erst Recht den Zahlungsausfall produziert. Sehr unwahrscheinlich dürfte sich hinter dem Ziel eine Strategie für mehr Wählerstimmen für die KKE (Kommunisten) und für die Syrizia (Linksbündnis) verbergen, die in der letzten Umfrage aus Dezember 2011 durch das griechische Meinungsforschungsinstitut Public Issue mit 13,5% bzw. 14% der Wählerstimmen drauf und dran sind an der Pasok 15,5% vorbeizuziehen. 2012 dürfte dies gelingen, EU-Statthalter und weiter explodierende Arbeitslosenzahlen machen es möglich. Ist dies nun aber ein Beleg das die Troika und seine Protagonisten vor Intelligenz strotzen bzw. tolle Verschwörer sind?

      Etwas verwirrte Grüße
      Steffen

  • jo - 29. Januar 2012

    http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2011/06/hat-griechenland-280-mrd-schwarzgeld-in.html

    Es ist wohl ein ungeschriebenes Gesetz das fehlende Geld in der Masse der Bevölkerung rauszupressen (erst die Griechen, Portugiesen,.. Deutchland) als es dort zu holen wo man was finden könnte ohne das jemand frieren oder hungern muesste. Da sind höhere Kräfte am walten.

  • Kistrof - 29. Januar 2012

    SLGramann schreibt: “Hauptzweck der Sache war von Anfang an die Rettung von Banken und großen Vermögen. Nebenzweck war, die Wahnvorstellungen von Brüssler Funktionären vor der Realität zu retten.”
    Schöne Formulierung. Es geht nicht darum Griechenland zu retten und auch nicht um irgendwelche griechischen Assets. Es geht ausschließlich darum das jetzige System zu retten. Mit “System” meine ich die Symbiose zwischen Staaten und Banken sowie den Euro als politsche Klammer für Europa. Für solch hehre Ziele nimmt man gern in Kauf, dass Griechenland zu einem Entwicklungsland regrediert.
    Besonders ekelhaft finde ich, wie Frau Merkel und die deutsche Presse mit dem moralischen Zeigefinger auf Griechenland zeigen. Der schöne Zweck dieses Zeigefingers ist sich der eigenen moralische Überlegenheit zu versichern. Es ist durchaus richtig, dass Griechenland auch ohne den Euro ein schlecht regiertes und abgewirtschaftetes Land wäre. Es ist die griechische Steuergesetzgebung und Vollzug, der nicht funktioniert. Da kann Brüssel nichts dafür.
    Aber ebenso wahr ist, dass bei faulen Schulden immer zwei Seiten beteiligt sind: Die Seite, die die Kredite nimmt, und die Seite, die die Kredite gibt. Beide haben versagt und genau das wird nicht gesehen. Es waren doch deutsche, französiche, belgische Banken, die nicht hingeguckt haben.
    Man muss sich schon entscheiden was man will: Entweder stehen alle für alle ein – dann muss man einen Wohlstandstransfer nach Süden organisieren. So ähnlich wie von West- nach Ostdeutschland. Oder man regelt das marktwirtschaftlich dann muss Griechenland pleite gehen und die Großbanken die Kredite abschreiben. Sozialismus für die Gläubiger und Kapitalismus für die Schuldner wird nicht klappen – Gott sei Dank ist man fast versucht zu sagen.

  • Alex - 29. Januar 2012

    Hat eigentlich schon mal jemand durchgerechnet, welche Höhe an Ansprüchen an die Versicherer der CDS-Papiere herangeführt werden? AIG war nach dem Kollaps von Lehman doch auch von der Pleite bedroht und konnte nur durch die USA gerettet werden, womit dann unsere Deutsche Bank (Die ja vollkommen ohne Steuergeld^^) durch die Krise gekommen ist.

    Wenn Griechenland pleite geht und die Versicherer und Banken mit runter zieht, dann müsste die Krise doch bedeutend schneller in Deutschland einschlagen als bisher gedacht oder habe ich da einen Denkfehler?

  • Knut34 - 29. Januar 2012

    Immerhin geht es bei den AN Entgelten in die richtige Richtung. -35% bis -50% werden die wohl brauchen um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Wahrscheinlich wurden in der Privatwirtschaft aber keine Löhne gekürzt, sondern einfach mehr Leute arbeitslos. Das zieht den Schnitt runter..

    Der Euro bringt Frieden und Wohlstand in Europa…

    • Querschuss - 30. Januar 2012

      Hallo Knut34,
      die Abwertung nach innen, die sich de facto auf sinkende Löhne reduziert, andere Kosten sind bedingt durch den Euro nicht senkbar, wird nicht funktionieren. Die Senkung der Arbeitnehmerentgelte führt unmittelbar zur erzwungenen Kontraktion beim Konsum und als kontraproduktive Nebenwirkung auch zur Schrumpfung bei Investitionen und Wertschöpfung. Nur die Argumentation das die Löhne nur weit genug schrumpfen müssen bis Investitionen fliessen ist eine neoliberales Dogma, welches innerhalb der Währungsunion bei einer unterentwickelten Volkswirtschaft nicht funktioniert. Ein paar Überstunden mehr in hochproduktiven Werken Deutschlands reichen aus, um jegliche Mehr-Nachfrage, falls es sie überhaupt dann gibt, von wo auch immer, zu befriedigen.

      Gruß Steffen

  • piwi - 30. Januar 2012

    Leider haben auch hier die Allerwenigsten begriffen, dass Staatsschulden im EU System vorprogrammiert sind. Der einzelne Staat darf nach den Regeln der EU seinen Bürgern nicht verbieten die Waren aus anderen Ländern zu beziehen. Das Ergebnis sind so genannte Staatsschulden – kapiert?

    Das untere Drittel der Deutschen hat seit 2000 mindestens 20 Prozent Kaufkraft eingebüßt. Und das Ende ist noch lange nicht erreicht.

    Der Sinn des Ganzen ist recht einfach – Merkel und die anderen Handlanger erfüllen lediglich ihren Auftrag. Die Reichen noch reicher zu machen.

    Das Geschwätz von EuDSSR ist genau so dumm und einfältig wie die Bezeichnung Kommunist für den Handlanger und Schauspieler Obama.

    Dass der Grieche keine Drachme will, ist das Ergebnis medialer Verblödung. Griechenland könnte mit seinen Ölschätzen eines der reichsten Länder der EU sein und der Jemen wäre das reichste Land überhaupt.

    Mit Hilfe der NGOs, der US Handlanger in allen Regierungen und des US Militärs wird man dies jedoch zu verhindern wissen. Und auf die Blogger in aller Welt ist auch verlaß – notfalls in dem man bezahlte Auftragsschreiber darauf ansetzt!

  • Holger Breit - 30. Januar 2012

    Es ist schon alles ein Elend, aber die Wenigsten begreifen
    1. nicht, dass die Griechen daran nicht Schuld sind
    2. dass wir auch bald dran sind.
    Das Ganze gehört zum perversen Spiel welches durch die ausführenden Organe realisiert wird. Alle Politiker sind dabei nur willige Erfüllungsgehilfen, da Marionetten und Schauspieler.
    Deshalb suche ich immer nach Artikeln, die das offenlegen, aber man wird da nur fündig, wenn man viele Jahre zurückgeht.
    http://notgroschen.blogspot.com/2012/01/internationaler-wahrungsfonds-iwf-und.html
    http://notgroschen.blogspot.com/2012/01/iwf-und-weltbank-mehr-vom-finanzterror.html

    seit wachsam!

    • WB - 30. Januar 2012

      @ Werner

      zur Verantwortung der Wähler für das Handeln der gewählten Politiker möchte ich nur mal eine Facette der Bundestagswahl 2005 in Erinnerung rufen:

      SPD-Wahlversprechen: Mit uns wird es keine Erhöhung der Mehrwertsteuer geben!
      CDU/CSU-Wahlversprechen: Zur Finanzierung des Haushaltes sind wir für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 2 %-Punkt!

      Nach der Wahl: Die Koalition aus den o. g. Parteien beschließen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 3 %-Punke.

      Also überdenke bitte mal dein Demokratieverständnis.

      • Werner - 30. Januar 2012

        Naja, wer auch nur einen Cent auf Wahlversprechen gibt ist selber schuld.
        mfg. Werner

        • WB - 30. Januar 2012

          @ Werner
          Der Wähler ist also selbst schuld für das Handeln der gewählten Politiker und ist gleichzeitig selbst schuld, wenn er an das glaubt, was ihm die Politiker vor der Wahl versprechen? Wofür ist er denn nicht schuld?

    • Lazarus09 - 30. Januar 2012

      Klar du Hirn .. alle selbst Schuld..

      Ohne Vermögen geboren = Selbst Schuld
      Musst dein ganzen Leben den Lebenszins Miete zahlen = Selbst Schuld
      Musst als Lohnabhängiger Arbeiten weil es dein Geld nicht tut = Selbst Schuld
      Nach 20 Jahren bei Manroland Job verloren = Selbst Schuld
      Falsche Einheitspartei gewählt = Selbst Schuld
      etc..

      und solche Vögel wie du dürfen wählen …. = Selbst Schuld ;-)

      • Michael S. - 30. Januar 2012

        Richtig

        Du hast noch vergessen…

        Als Grieche geboren = Selbst Schuld

    • SLE - 30. Januar 2012

      Hier noch ein Stück für die Sammlung!

      http://www.rottmeyer.de/rettungsaktionen-herabstufungen-einsparungen-und-schmerz/

      Gruß
      SLE

      • Michael S. - 30. Januar 2012

        Sehr guter Artikel! Danke! Sehr treffend

  • Duke van Hudde - 30. Januar 2012

    @ Werner

    Bei der Entstehung von Geld quasi aus dne nichts werdnedie Zinsen nicht mitgeschaffen und das bedeutet das wenn alle ihre Schulden zurückzahlen an die Banken kein Geld mehr fürdie Zinsen da ist.

    Es muss in diesen System daher dazu kommen das Leute ihre Schulden nicht zurückzahlen können.Ich rate dir sich mal mit der Giralgeldschöpfung zu befassen.Dazu kommt das Problem das immer mehr Geld aus den Kreis gezogen ist wird wo es die Schuldner sich es raus besorgen können.(extremer Reichtum einzelner)

    Wir leben für mich im Endspiel und es wird bald nach Jahrzenten zur umdrehung der Umverteilung kommen.

  • Eric B. - 30. Januar 2012

    Berlin fordert nun einen Sparkommissar, der die Kontrolle über das griechische Budget übernehmen soll. Athen ist strikt dagegen – genau wie viele Beobachter und Blogger, die von einer versuchten “Annektierung” des Landes sprechen. Verärgert ist aber auch die EU-Kommission. Sie hatte von Deutschland und den anderen Euro-Ländern einen höheren Beitrag zur Rettung Griechenlands gefordert, und sich dafür sofort einen Rüffel aus Berlin eingehandelt. http://lostineurope.posterous.com/allein-gegen-alles So oder so: Die Strategie von Merkel und ihrer “Troika” ist gescheitert, da stimme ich zu!

  • der Bauer vom Hunsrück - 30. Januar 2012

    hallo Steffen,
    Deine Antwort liest sich, als habe meine Fragestellung Dich ein wenig pikiert. Das war ganz und garnicht meine Absicht. Meine Absicht besteht darin, logische Gründe und eine Kausalität zu finden für die Handlungen der Akteure. Da die aktuellen ZDF aus “deiner” Sicht nicht kongruent sind im Sinne von “vorteilhaft” für die jeweiligen Völker. Wenn dem aber so ist, könnte es ja daran liegen, dass andere Motive hinter den Handlungen der AKteure stecken. Die Frage ist welche?

    und @ Werner: schon mal was von Kanzlerakte gehört? EIn Dokument das es anscheinend weder gibt noch nicht gibt, vorstellbar hingegen ist der Inhalt.

  • bronko - 30. Januar 2012

    Dazu fällt mir immer wieder G. Polt ein: “Für den Borkenkäfer war es ein hervorragendes Jahr!”

  • der Mahner - 30. Januar 2012

    Einen hab ich noch. Wenns nicht so traurig wäre.

    Lösung der griechischen Schuldenblase. So oder so ähnlich

    Kommt ein deutscher Unternehmer nach Griechenland und möchte sich ein Zimmer im Hotel “Schuldenfrei” nehmen. Er geht zum Empfang und sagt. Ich würde mir gerne mal die Zimmer ansehen. Kein Problem sagt der Hotelier. Kostet aber vorab 100€ Kaution. Ok. sagt der Deutsche und überreicht dem Chef die 100€ und geht nach oben.
    Der Hotelier nimmt flux die 100€, rennt über die Strasse zum Handwerksmeister und gibt Ihm die 100€ für bisher erbrachte Reparaturen. Der Handwerksmeister ist hoch erfreut, hat er doch nicht mehr damit gerechnet je sein Geld zu erhalten. Der Handwerksmeister selbst rennt schnurstracks mit den 100€ um die Ecke zum Metzger und gibt Ihm die 100€ zur Begleichung seiner Schulden für das Mittagessen seiner Mannschaft. Der Metzger ebenfalls völlig aus dem Häuschen dass er seine 100€ wieder sieht. Voll des Glücks geht er nebenan zur Liebesdame und bezahlt damit seine letzten beiden Schäferstündchen. Auch die Dame kann es fast nicht glauben dass sie für Ihre beiden letzten Gefälligkeiten tatsächlich noch bezahlt wird. Damit hatte Sie eigentlich schon längst nicht mehr gerechnet. Sie selbst bot Ihre Dienste immer im Hotel “Schuldenfrei” an. Da Sie nun im Besitz von 100€ ist, rennt Sie schnell zum Hotelier und bezahlt Ihre Schulden für die Benutzung der Zimmer. Der Hotelier ist nun wiederum ebenfalls heilfroh und freut sich dass er endlich auch seine Kosten fürs Zimmer erstattet bekommt.
    Wenige Miuten später kommt der Deutsche wieder an die Rezeption und sagt dem Hotelier das es im leid täte, jedoch die Zimmer aufgrund der Baustelle gegenüber etwas zu laut sind und er lieber dieses mal ein anders Hotel nehmen möchte. Kein Problem sagt der Hotelier und gibt Ihm seine 100€ Kaution zurück. Vielleicht klappts ja beim nächsten mal wenn die Baustelle fertig ist.

  • Michael - 30. Januar 2012

    Hier geht es nicht um Weltanschauungen. Der Sozialismus ist nachweislich gescheitert, weil die Idee Müll war.

    Fakten sind der Bankrott bereits VOR dem Eurobeitritt, ein Rüstungshaushalt der nicht zur Wirtschaftskraft passt, pausenlose Subventionierung insbesondere durch Deutschland seit dem Eurobeitritt und der Verlust von Märkten an die Chinesen. Die Griechen hatten nie Produkte des deutschen Sortimentes, mit denen sie konkurriert hätten. Raus aus der Eurozone mit diesem Land. Nicht haircut auf 120% BIP um ein paar Jahre später wieder auf jetzigem Niveau zu stehen. Alle Anleihen würden zum Kurs von meinetwegen 30 in 100%-Drachmen-Papiere gewandelt. Wir müssen diese Lügner und Betrüger nicht ewig stützen. Unser eigenes Sozialsystem ist inzwischen mieserabler, als das von Staaten, die wir “stützen”.

    Was in der Eurozone veranstaltet wurde, nennt man einfach Konkursverschleppung. Die Griechen haben nicht “gespart”, sondern immer mehr ausgegeben (Das zeigen die Schulden im Diagramm.), obwohl sie aus dem Rettungsfonds unglaubliche Beträge bekamen. Erfolg in 3 Jahren: NULL. 60% Angestellte im Öffentlichen Dienst werden NIE irgendwelches BIP oder Wachstum schaffen. Es ist ein geeigneter Zeitpunkt zu sagen, es gibt nicht mehr einen cent. Druckt eure Drachme, werdet damit glücklich. Alle Gläubiger kriegen die Wechselkursabwertung als Bezahlung dafür, dass so dumm waren Griechen zu vertrauen. Das wäre auch die passende Lektion für Merkel, damit sie versteht, was gerade auf der Iberischen Halbinsel abgeht. Oder welchen Sinn es macht in das Gekläffe gegen Iran einzustimmen.

  • Armin - 1. Februar 2012

    Aber was fehlt, ist eine Beschreibung der Strukturprobleme des Landes. Die fehlende Verwaltung (ganz offensichtlich ist es gar nicht so einfach möglich, dort Steuern einzutreiben oder Verwaltungsreformen umzusetzen, weil das Know how fehlt), die fehlende Kooperation vieler Firmen (Stichwort IHK oder ähnliche Interessensverbände) und die sachorientierte Arbeit von Gewerkschaften. Gewerkschaften scheinen in Griechenland nur die Revolution oder den kommunistischen Umsturz vor Augen zu haben. Arbeitgeber und Politik wiederum nehmen Gewerkschafter als Verhandlungspartner nicht ernst…

    Also wo sieht der Autor des Artikels eine bessere Alternative?

    Wie kann die EU von außen helfen, wenn von Innen keine Initiative zur Änderung erfolgt?

    Ich verstehe daher die Forderung nach einer Haushaltsüberwachung von außen. Wenn Schlecker insolvent ist, muss es ertragen dass ein Insolvenzverwalter bestellt wird und die Geschäfte erst einmal übernimmt. Prüft was noch tatsächlich da ist und dann entscheidet, wie man das Unternehmen oder Teile retten kann.

    Als wir nach dem Mauerfall die DDR übernahmen, war es eine der ersten Maßnahmen, dass wir jede Menge Verwaltungsangestellte Richtung Osten verschifften. Nur Gelder über diesen Gebieten ausgegossen hätte nichts gebracht!

    Klar ist aber auch, wenn wir in den Ostländern nur gespart hätten, und nicht hunderte Milliarden transferiert hätten (und noch immer transferierten), wenn wir nicht subventioniert und gestützt hätten, dann hätten wir auch dort weiterhin eine desaströse Lage. Fordern und Fördern, das ist auch bei Griechenland notwendig! Bisher wird nur gefordert!

    • Querschuss - 1. Februar 2012

      Hallo Armin,
      “fehlende Verwaltung”, fehlen tut sie nicht, sie funktioniert nur in Teilen nicht, dies ist aber nicht neu und hätte den Eurokraten schon vor der Euro-Einführung auffallen können, mangelnde verwaltungstechnische Strukturen und nicht vorhandene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit galt es spätestens seit 2002 mit voller Pulle zu beackern und nicht erst 2010/2011 als Problem zu erkennen und mit Sparen zu bekämpfen.

      Ungeachtet dieser Tatsachen, niemals kann eine Wirtschaft wachsen, bei sinkenden Einkommen, sinkenden Konsum, sinkenkenden Investitionen und sinkender Wertschöpfung. Niemals kann man mit sinkenden Investitionen und sinkender Wertschöpfung eine unterentwickelte Volkswirtschaft wettbewerbsfähig machen.

      Gruß Steffen

      • Armin - 1. Februar 2012

        Hallo Steffen,
        mit “fehlend” meinte ich eben genau das Fehlen einer funktionierenden Verwaltung.

        Und natürlich hätte man Griechenland wie auch manch anderes Land nicht in die Währungsunion lassen dürfen. Auch nach den damals geltenden Regeln und Kennzahlen.
        Aus politischer Träumerei und mit Hilfe von amerikanischen Investmentbankern (die geholfen haben die Kennzahlen zu “frisieren”) hat man es dann aber doch.
        Nun müssen wir uns aber den Problemen stellen und diskutieren über den seit 2010 eingeschlagenen Weg.

        Hierbei muss man dann aber eben auch über die Verwaltung, die Politiker, die Wirtschaftsgesellschaft und auch die Zivilgesellschaft Griechenlands reden. Denn sie alle tragen zu der Misere noch weiter hinzu.

        Und so kann man über den eingeschlagenen Weg völlig zu Recht klagen und wie von Dir getan wirtschaftliche Kennzahlen entgegen setzen die zeigen, dass es so nicht geht!

        Aber was ist der große Gegenentwurf?

        Sowohl der Marshalplan als auch der Aufbau-Ost fand und findet (aus Sicht der Betroffenen) unter fremder Aufsicht und Kontrolle statt.
        Nach dem Krieg waren es die Alliierten, die den Aufbau der Verwaltung und der sozialen Marktwirtschaft überwachten, und nach dem Mauerfall war es Westdeutschland das Ostdeutschland “übernahm”.
        Trotz allem Widerstand und verletzten Stolz der Betroffenen, war dies auf Dauer nicht zum Nachteil der Empfänger. Weil eben nicht nur Geld sondern vor allem auch Kno How transferiert wurde.

        Ich bin der festen Überzeugung, dass in diesem Sinne, ein vorübergehender Verlust der Souveränität Griechenlands zwar den bisherigen Politiker-Dynastien schaden würde, aber nicht der Bevölkerung!

        • Querschuss - 1. Februar 2012

          Hallo Armin,
          “Aber was ist der große Gegenentwurf?” …Ich sehe mich als Blogger nicht in der Pflicht Gegenentwürfe zu entwickeln, die fordert niemand bei mir ab und wenn ich sie erstellen würde wären wir an der selben Stelle wie jetzt.

          Ich glaube du bist auf dem Holzweg mit Griechenland die Souveränität zu entziehen, wenn die Griechen es nicht alleine schaffen, schaffen sie es auch nicht als Protektorat von Brüssel.

          Gruß Steffen

  • Silvana - 3. Februar 2012

    Mal ganz unberücksichtigt von der Fragestellung, wo denn eigentlich wirklich Griechenlands Vermögen zum Versickern hin geschickt wird. Ist es nicht so: man möchte jemand Geld aus der Tasche ziehen, also muss man dafür nur eine gute Begründung finden.

    Heißt: man schickt ein Land – wie auch immer – in eine vorzeigbare (!) Pleite und schürt gleichzeitig dazu die Angst: “Fällt Griechenland – fallen wir mit!”

    Notgezwungen, beinahe sogar schon verständnisvoll macht man den Geldbeutel auf und lässt die Penunzen springen.

    Da spielt doch der ganze Kleinkram drum herum kaum noch eine Rolle

    LG, Silvana

  • Wolfgang - 9. Februar 2012

    Die Pleite Griechenlands an sich wäre kein Problem. Griechenland hat insgesamt etwa 360 Mrd. Schulden. Die Frage ist eher: Was passiert mit den credit default swaps auf Griechenland. Vermutlich wurden die Forderungen an Griechenland mehrfach abgesichert.

    Wenn Griechenland pleite geht, dann auch die fünf amerikanischen Großbanken, die 97 % der CDS emittiert haben. Also ist eine offizielle Pleite nicht drin. Die Folge ist: Es gibt keine Pleite, sondern nur einen “freiwilligen” Verlust von 70 bis 80 % (keine Pleite :-)

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