Griechenland: Jugendarbeitslosigkeit steigt auf 53,8%

von am 10. Mai 2012 in Allgemein

Wie das griechische Statistikamt (ELSTAT) heute berichtete, stieg die unbereinigte offizielle Arbeitslosenquote im Februar 2012 in Griechenland auf 22,6%, nach 21,9% im Vormonat und nach 15,9% im Vorjahresmonat. Zum Vorjahresmonat stiegen die Arbeitslosenzahlen im Februar 2012 um kräftige +322’100 bzw. um +40,91%. Insgesamt waren im Februar 2012 offiziell, laut den unbereinigten Daten 1,1093 Millionen Griechen ohne Job, wieder ein neuer Rekord!

Die Entwicklung der griechischen unbereinigten Arbeitslosenquote seit Januar 1999 im Chart. Im Februar 2012 (ELSTAT veröffentlicht monatliche Daten vergleichsweise spät) stieg die Arbeitslosenquote auf 22,6%.

ELSTAT liefert auch eine saisonbereinigte Arbeitslosenquote, im Februar 2012 stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote auf 21,7%, nach 21,3% im Vormonat und nach 15,2% im Vorjahresmonat.

Die saisonbereinigte Jugendarbeitslosigkeit explodierte im Februar 2012 auf skandalöse und völlig inakzeptable 53,8%, nach 51,2% im Vormonat und nach 39,9% im Vorjahresmonat. Diese enorme Quote von Jugendlichen ohne Perspektive generiert weiter jede Menge Unzufriedenheit und revolutionäres Potential:

Die Entwicklung der saisonbereinigten Jungendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) seit Januar 2000 bis Februar 2012 im Chart. Im Februar 2012 wurde eine Quote von 53,8% erzielt.

Auch bei den Arbeitslosenquoten von ELSTAT handelt es sich um die offiziellen (geschönten) und Arbeitslosenraten, errechnet aus dem Verhältnis der Erwerbsfähigen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und der Zahl der Arbeitslosen.

Die Zahl der unbereinigten gesamten Zahl der Beschäftigten sank im Februar 2012 auf 3,8042 Millionen, ein kräftiger Einbruch zum Vorjahresmonat von -374’100. Die Zahl der Erwerbsfähigen in der Rubrik Inactive betrug bei den unbereinigten Daten 3,3962 Millionen, ein Anstieg zum Vorjahresmonat von 35’500 und zum Vormonat von sogar kräftigen 67’400. Praktischer Weise spielen alle Erwerbsfähigen ab 16 Jahr in der Rubrik Inactive, Erwerbsfähige die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung standen, bei der Ermittlung von Arbeitslosequote und -zahl keine Rolle. Die Erwerbsquote, der Anteil der Erwerbsfähigen (Erwerbstätige plus Arbeitslose) an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ab 16 Jahre betrug im Februar 2012 nur sehr niedrige unbereinigte 59,13%. Auch der Anteil der Beschäftigten an der gesamten Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter betrug im Februar 2012 nur unbereinigte 45,78%.

Auch in Griechenland sind die Definitionen was als Beschäftigung gilt grundsätzlich sehr weich und schwammig. Als beschäftigt gilt bereits Jeder, der mehr als 1 Stunde die Woche gegen Entgelt gearbeitet hat, auch im elterlichen Haushalt/Betrieb oder einen Arbeitsplatz hat, von dem er vorübergehend abwesend war.

Mit den letzten Sparbeschlüssen in Griechenland beziehen alle Arbeitslosen nur 12 Monate Arbeitslosengeld in Höhe von armseligen 359 Euro je Monat und danach fallen die Betroffenen ins soziale Nichts. Jugendliche beutelt nicht nur die hohe Jugendarbeitslosigkeit von saisonbereinigten 53,8%, sondern auch die Jugendlichen mit einem Job werden skandalösen Zumutungen ausgesetzt, mittels der beschlossenen Außerkraftsetzung aller Branchentarifverträge und kollektiven Tarifvereinbarungen für Arbeitnehmer unter 25 Jahren. Damit können Arbeitgeber direkt die Löhne für Jugendliche auf den Mindestlohn für Jugendliche von nur noch 511 Euro Brutto im Monat absenken. Da stellt sich die berechtigte Frage, warum sollten Jugendliche die bisher verantwortlichen Parteien wählen, die für so eine asoziale Politik stehen. Weimarer Verhältnisse sind die logische Folge der bisherigen Politik.

Quelle Daten: Statistics.gr/Pressrelease: LABOUR FORCE SURVEY February 2012, Statistics.gr/XLS-Datei mit Daten zum griechischen Arbeitsmarkt

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30 KommentareKommentieren

  • Roland - 10. Mai 2012

    Dimar scheint umzufallen.
    Wenn dem so wäre, und eine Regierung aus ND, PASOK und Dimar gebildet würde, bricht eine Übergangszeit an, die revolutionäre Strömungen erst recht stärken würde.

    • Roland - 10. Mai 2012

      Nachtrag:
      Aktuelle Wahlumfrage zeigt, Syriza würde weiter zulegen auf 23,8 % und könnte damit stärkste Partei werden. (Diese erhält nach dem undemokratischen griechischen Wahlystem zusätzlich 50 Bonus-Sitze geschenkt)
      ND, PASOK, Dimar verlieren nach dieser Erhebung.

      Wäre also nicht verwunderlich, wenn diese drei erstmal gemeinsame Sache machten.

      • SteffenB - 10. Mai 2012

        Syriza ist keine Partei sondern ein Zusammenschluss von Parteien und bekommt damit keine 50 Sitze Bonus. Den bekommt nur die stärkste Partei.

      • Frank Bell - 10. Mai 2012

        Regierung aus ND, PASOK

        Da hätte die Korruption mal wieder gesiegt… Ich verstehe es einfach nicht, dass diese Typen IMMER wieder zu den Gewinnern gehören, IMMER, IMMER, auch im Berufsleben. :-(

        Und das Volk schaut in die Röhre.

        • dank - 10. Mai 2012

          Abwarten – wenn das Volk bei dieser dieser Stimmabgabe in die Röhre schaut, bleibt früher oder später kein Auge trocken und keine Straße leer, denn 53,8 % Jugendarbeitslosigkeit hat noch gehörig Luft nach oben. Und NEIN, dass wünsch ich mir nicht und auch nicht den jungen Griechen – aber das letzte Wunder ist schon eine Weile her und dazu gibts keine Anzeichen für ein solches.

          Das Kapital treibt den Rest der Welt früher oder später sowieso in den Wahnsinn. GR ist nur ein Anfang. Zins² killt – auch sich selbst.
          Woher soll sie den kommen, die unendliche Rendite™???

  • Eric B. - 10. Mai 2012

    Tja, aber es gibt ja keine Alternative zum “Anpassungsprogramm”, hat Merkel heute nochmal im Bundestag gesagt. Mir scheint, sie profitiert vom griechischen “Chaos”, um beim BILD-Stammtisch zu punkten, Italien und Spanien zu disziplinieren und Frankreichs Hollande klein zuhalten. So ähnlich hat sie es schon letzten Herbst mit Sarkozy gemacht. Da stellt sich die Frage: wo sitzen eigentlcih die schlimmsten Chaoten? http://lostineurope.posterous.com/wo-sitzen-die-chaoten

    • Hallowach - 11. Mai 2012

      >>>>Frankreichs Hollande klein zuhalten.

      zwei drei Jahre noch , oder auch etwas länger?! dann ist auch Holland(e) in Not. Das Wortspiel sei mir gestattet :)

  • Martin N. - 10. Mai 2012

    Der Euro bringt Frieden und Wohstand in Europa!

    • topperhopper - 11. Mai 2012

      Genau! Man muss es nur ganz feste wollen! :)

    • Thorsten Eckau - 11. Mai 2012

      Unfrieden und Notstand, würde ich mal eher sagen,… :/

  • bauagent - 10. Mai 2012

    Ich schau gerade Maybrit Illnerl. Unglaublich wie hier argumentiert wird. Selbst Gustav Horn unterläßt es deutlich zu machen, dass nicht ” Die Griechen ” sich in den Euro betrogen haben, sondern eine Clique von griechischen Betrügern, die schon mit der Drachme seine Bürger ausgepresst hat.

    Wenn man solche Leute wie Martin Schulz, aber auch Kubicki und Steuber argumentieren und scih beweihräuchern hört, einfach nur grausam.

    Die GEZ Gebühren sind wirklich um 100 % zu teuer.

  • Presto - 10. Mai 2012

    Derzeit spielt die deutsche Presse die EU-Bürger gegeneinander aus – zum “Wohle des Euro und Europas” oder wie ?

    Ich finde es abartig, wie wir innerhalb der Eurozone gegeneinander ausgehebelt werden und jeden beschissenen Tag diese Wachtumspropaganda durchs Dorf getrieben wird, nur um dem Volke ein Märchen nach dem anderen zu erzählen. Das macht mich stinkig.

    Ich habe Respekt und traue den Griechen weit mehr zu, als die versch**sene Presse deutscher Journalismus-Naturburschen. Das Interesse gilt den Menschen, nicht nur alleine dem Kapital. Zusammenhalt, Würde und Gemeinschaft sind dem Kapital ein Dorn. Dieser Irrweg muss korrigiert werden, schnell und zum Wohle des Volkes – egal ob Grieche, Spanier oder Italiener.

    Ich solidarisiere mich gerne mit den Griechen, den Spaniern und anderen Bankster-Geplagten Bürgern der Eurozone. Geld kann man nicht essen.

    • dank - 11. Mai 2012

      Hallo Presto,
      Du hast Recht – wenn Du so etwas schreibt!
      Ich will ebenfalls für ein Europa, dass sich den Anforderungen der neuen globalen Welt stellen kann und wird. Ein gemeinsames Europa in dem ich mit anderen Menschen, egal welcher Hautfarbe, Religion und Geschlecht online oder auch sehr gerne real verständigen kann und alle dadurch einen Mehrwert an Lebensqualität, an Wissen und nicht zuletzt an Lebensfreude erhalten – alle in Europa und wenn die Menschen dazu bereit sind – weltweit.

      Den Griechen selbst – dem kleinen Manne (oder Frau) traue ich ebenfalls viel zu – nicht zuletzt, da ich einige besser kennenlernen dürfte. Der (aktuellen, sprich vor Wahl) Politik in GR traue ich aber nichts zu. Ganz üble Sorte. Rausfegen und neu bestücken wäre hier angebracht.
      Völkerverständigung ist ohne Politik einfacher & und die Waffen dazu trägt jeder auf seiner Tastatur.
      Grüße&
      dank

    • Heiner Hannappel - 11. Mai 2012

      Ich möchte mal in einer ganz anderen Form antworten und es ist keine Kritik,sondern hat etwas mit dem Umgang in Europa untereinander zu tun,denn dieser schöne Kontinent hat besseres
      vor dem Hintergrund seiner Geschichte verdient,als jetzt wieder zu scheitern.

      In Reim Form eine kurze Reise durch europäische Geschichte.
      Am Ende steht das Euro Problem

      10.5.2012
      Ach Europa.
      Du wunderschöner Kontinent,
      christlich geprägter Okzident,
      wohl dem der deine Schönheit kennt,
      deine Berge Täler Höhen Strände
      füllen unzählige Bücherbände
      deine Flüsse deine Auen,
      satt kann sich das Auge wohl nie schauen.
      Nur der Natur schöpferische Kraft,
      in ihrer Einheit so viel Schönheit schafft.
      Ach Europa
      Der Homo Sapiens, einem anderen Kontinent entstammt
      nahm dieses Juwel,als er es fand.
      Der Mensch zog bald Grenzen unbedacht,
      deine Natur verwischte sie bei Tag wie Nacht.
      Wo diese doch noch unnütz stehen,
      Jahrhunderte zeigen,dass sie verwehen.
      So zeigt die Natur dem Menschen vor,
      was er nur ist— ein winziger Thor.
      Ach Europa,
      würden sich die Menschen nur,
      ein Beispiel nehmen an deiner Natur,
      steht´s auf Ausgleich nur bedacht
      sie nie der Menschen Fehler macht.
      Sie kennt keine Gier Geld und Reich.
      bei ihr sind Wesen auch Menschen gleich.
      Kulturen entstanden
      Kulturen entschwanden.
      Ihre Zeugnisse kann man noch überall sehen,
      steinern, auch in Schriften sie stehen.
      Doch an Kultur der Menschlichkeit
      fehlte es allerorten aller Zeit.
      Ach Europa,
      obwohl du genug für alle hast,
      Frieden nicht zu allen passt.
      Streiten gepaart mit grenzenloser Gier,
      verbrannte dein Antlitz mal dort mal hier.
      War Frieden mal an einem Ort,
      verflog er anderswo sofort,
      hatte man in dort wieder eingefangen,
      musste man anderswo um ihn wieder bangen.
      Jahrtausende wärte so das traurige Ringen,
      ohne Freud wie Freunde je zu bringen,
      Freunde wurden schnell zum Feind
      weil religiös man nicht vereint.
      Mancher Vertrag zu schlecht durchdacht,
      deinem Kontinent nur Elend gebracht.
      In der ZeitenVerblendung schlugen viele Herzen allzu heiß,
      doch nur Zerstörung des Anderen war der Preis.
      In der Kriege rauem Ton
      war ein Meer aus Tränen der Menschen Lohn.
      Ach Europa,
      So war Jahrhunderte,nein Jahrtausende lang,
      der Menschen Herzen durch Unfrieden bang.
      Nie konnten sie sich zusammen raffen
      um beständigen Frieden richtig zu schaffen.
      Letztes Jahrhundert Verstand wie Vernunft verleugnend,
      es hatte sich der Mensch zum Unmenschen gehäutet.
      So hast du ihn noch nie gekannt,
      fürchterlich war zweimal dein Antlitz verbrannt.
      Zerstückelt geteilt war der Schuldigen Land.
      Ein kalter Friede auf deinen Kontinent weilte,
      während ein eiserner Zaun dein Antlitz teilte.
      Der Menschen größtes Gut die Intelligenz
      beleidigte sich selbst durch nukleare Overkill- Präsenz.
      Ach Europa,
      Veränderungen hatten sich angekündigt
      ein geteiltes Land wurde nun erst richtig mündig,
      plötzlich, der trennende Zaun verschwand,
      verwandt und sich doch nie gekannt,
      deine Menschen Tränen der Freude vergossen,
      ein Traum, wie haben sie diese Zeit genossen.
      Lange vorher man Wirtschaftsräume erdacht,
      welche in Gemeinsinn Wohlstand gebracht.
      So brauchte man nur noch auf deinem Kontinent,
      ein gemeinsames Haus, welches ein jeder kennt.
      Das jeder vertrauensvoll das Haus begeht,
      so zu den in Europas Vielfalt geprägten Fundamenten steht.
      Ach Europa,
      es ist ein Graus mit diesem europäischen Haus,
      bei den Erbauern gingen Mahner ein und aus.
      trotzdem ,bevor Keller und Wände fertiggemacht,
      lieferte man nach Planung zuerst mal das Euro Dach.
      Da die Wände nicht einheitlich hochgezogen
      wurde die Statik passend gelogen.
      Gefahren entstanden nun durch des Daches Gewicht,
      doch Bauherren wie Planer dieses nicht anficht.
      Da man die Schieflage partout wollte ignorieren,
      heute die Stützmaßnahmen zu sehr pressieren.
      Ach Europa,
      so das Dach wohl nimmer hält
      geht seine Stützung zu kräftig ins Geld
      da aber keiner davon ausreichend hat,
      macht das vermaledeite Dach alles bald platt.
      Immer schneller brechen mangels Statik nun die Wände,
      das Dach wird zu schnell schiefer,es fehlen Geld wie Hände.
      So wird bald diese Fehlkonstruktion mitsamt dem Dach
      zusammenstürzen mit lautem Krach.
      Oh hätte man doch nur Anfangs gefragt den kleinen Mann,
      der hätte mit Lebens Erfahrung gezeigt sodann
      wie man´s richtig machen kann.
      Ach Europa,
      wie soll es nun nur weitergehen,
      rundherum wir nur noch Schulden sehen.
      Der Fehl Bau steht unfertig wacklig noch vor der Tür,
      für einen Neubau fehlt das Geld doch hier.
      Selbst für eine neue Planung
      fehlt den Planern jede Ahnung.
      wie soll es denn nun weitergehen,
      rundherum wir nur noch Schulden sehen.
      Ach Europa.
      Schulden der Menschen Gedanken bedrohen.
      Schulden lassen wieder die Sprache verrohen.
      Schon wieder schaut man all zu vehement,
      nur auf das,was wieder trennt.
      Ohne Bedacht,was man so zerstört,
      obwohl man doch letztlich zusammen gehört.
      Schon Geschaffenes stellt man wieder in Frage,
      bedenkt,was wollt ihr euren Kindern sagen!!!
      Ach Europa
      von
      Heiner Hannappel
      Raiffeisenstrasse 63
      56072 Koblenz
      Tel:0261 22287
      E-Mail: Heiner.Hannappel@gmx.de

  • klaus - 11. Mai 2012

    Ich möchte was fragen.
    Nach dem deutschen Morgentau-Plan für Griechenland.

    Warum verlangt jeder Depp vom Griechen Arbeit?
    Die ist doch nix wert.
    Sonst würde man ihm normalen Lohn zugestehen.

    Und sparen?
    Wie lange kann man eine Geiß melken,
    wenn sie nix zu futtern kriegt?

    Ich bin mir sicher, das wir jede Menge elegante Politiker in
    Deutschland haben, die die Proportionalität
    von wenig Futter und viel Milch bereits erklären können.
    Aber nicht, warum die Geiß tot ist.

    In NRW sind auch die großen Sparer los.
    Wirkliche Vollblut-Politiker, die ihr verbales Handwerk
    bis auf das Feinste verstehen.

    ;)

    • dank - 11. Mai 2012

      Zu NRW:
      http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nderfinanzausgleich#Finanzvolumen

      Und hier für die Kapital-Fetischisten vs. Goas:
      http://www.youtube.com/watch?v=FnUeVv46wIE
      Und damit ists um die Melkerei (ohne Futter) geschehen und mir kommen die Krokodilstränen.

      Free Greece from capital oppression! (Lautsprecher auf 50%, please – Stereoanlage aus)
      Be aware – new style: Über Musik und Geschmack lässt sich streiten über den Inhalt nicht. Für ältere Semester die immer glaubten, dass die Spassgesellschaft nicht kritisch war und ist…
      We who are oppressed love those who fight against oppression and the oppressors:
      http://www.youtube.com/watch?v=v-9O3NNZIJ0
      Stand up for your rights:
      http://www.youtube.com/watch?v=q7iXcKKpdx0
      Welche Flucht außer die ins Nachleben und die Ablenkung bleibt der Jugend denn noch? “Wenn jeder zweite meiner Freunde in GR ohne Arbeit ist …” Traurige Welt.

      Wie der Bauer vom Hunsrück schon des öfteren schrieb, die Jugend wird trotz der Übermacht der Alten die Zukunft bestimmen – und auch bestimmen dürfen müssen, Ich betone hierbei den neuen Gedanken: Wenn die Älteren noch evtl. 15 oder 20 (30?) Jahre vor sich haben und die Jungen im Verdienst stehenden 40 Jahre – dann sollte hier versucht werden ein intelligentes Maß gefunden zu werden. Mag sich für viele ältere Bürger sehr schlimm anhören, aber die Jüngeren werden definitiv hier länger sein als wir… Gebt den Jungen endlich die Macht und lasst das Gequatsche über: “Wir waren damals…” und “Bei uns war…” Die wissen ganz gut, was sie wollen und wohin. Gegenbeispiele gern erlaubt – aber wer ist in 40 Jahren noch hier?!
      Und wer von den Älteren hat bitte auf die eigenen Eltern ernsthaft gehört und hatte damit Erfolg?!
      Die Welt wird deswegen nicht untergehen – nicht wegen der Kinder. Sie wird wegen der Kinder weitergehen.

    • Hallowach - 11. Mai 2012

      >>>die ihr verbales Handwerk bis auf das Feinste verstehen.
      genau das ist das Problem, bzw. der Grund, warum sie mit allem durchkommen. Sie können alles vollkommen erklären. Sie sind in der Lage, die Reibungshitze die dabei entsteht, wenn das Volk über den Tisch gezogen wird, als Nestwärme zu verkaufen. Mann/Frau sieht es ihnen nicht an, wenn Sie lügen. Sie werden nicht rot und eine lange Nase wächst ihnen auch nicht.

  • Paernu - 11. Mai 2012

    @ “alle, mit dem Motto, der Kapitalismus ist schuld”

    Also mal ehrlich Leute, einige sollten hier mal aufwachen. Klar haben wir eine Krise, klar gibt es Probleme, sicherlich sind die gigantisch. Aber kommt doch bitte mal in der Realität an. Diese Verwerfungen sind doch nichts gegen den Schrott der unterschiedlichen “Sozialismen” die es gegeben hat.

    Es gibt immer noch in Europa (auch in Griechenland) einen beispiellosen Wohlstand, sowohl global als auch historisch gesehen. Der Kapitalismus hat es eher geschafft Lösungen für den Hunger dieser Welt zu finden als jeder Sozialismus. Mal abgesehen, dass der Sozialismus/Kommunimus gerne den Hunger als Waffe eingesetzt hat (Mao, Stalin, etc).

    Weite Teile der Wirtschaft sind doch durch staatliche (quasistaatliche) Preisfestsetzung geprägt, die falsche d.h. marktunkoforme Anreize setzten. Der Zins und die Geldpolitik, wie sie durch die “staatlichen” Zentralbanken betrieben werden, haben den Mist doch erst möglich gemacht.

    Natürlich finde ich es auch zum Kotzen, das die Goldmänner, die Gewinne privatisieren und die Verluste sozialisieren. Aber das hat doch nix mit Kapitalismus zu tun, wem das nicht klar ist, der sollte mal in die “Österreichische Schule” sehen. In einer marktwirtschaflichen Geldordnung würde es das nicht geben.

    Die Zentralbanken und die damit verbundene unbegrenzte Geldschöpfung für alle Wohltaten und Massnahmen, die ein besseres Leben und einen besseren Menschen schaffen sollen, sind der Kern.

    Was wir brauchen ist Unternehmertum, dass Risiken trägt, das Kapital effizient und vernünftig einsetzt. Wir brauchen Menschen, die nicht nur konsumieren, sondern auch Sparen, um Investitionen zu ermöglichen. Alle ein bisschen bewußter und nicht nur auf Pump.

    Ich teile einfach nicht die Ansicht von Volkswirten, hier ein bisschen Drehen, da ein bisschen Drehen und dann wir alles wieder gut. Ich bin Unternehmer und Betriebswirt, ich glaube an dezentrale Systeme und den Markt. Es wird schon wieder alles gut, aber es wird dauern und je weniger der Staat mitmischt, um so eher wird es besser.

    Bis denne und ich freue mich auf die Diskussion.
    Paernu

    • topperhopper - 11. Mai 2012

      Ich gebe Dir grundsätzlich Recht.

      Die Frage ist doch auch, ob wir wirklich bisher in einer Marktwirtschaft oder im Kapitalismus gelebt haben. Dem Banksystem würde ich zumindest ersteres absprechen. Unsere Geldinstitute sind dermaßen eng mit dem Staat verbunden…wen wundert´s, er braucht sie ja zur Geldschöpfung.

      Gleiches gilt auch für die Konzentration hin zu immer größeren Konzernen. Je größer der Konzern, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Risiken auf die Bürger abgewälzt werden können in Form von staatlichen Garantien und staatlichen Übernahmen.

      Der Staat hat es versäumt, glasklare und von mir aus auch knallharte Regeln aufzustellen. Anstatt den schwierigen Weg zu gehen und Banken und deren Geschäft stärker zu regulieren, will er jetzt aber lieber eine Finanztransaktionssteuer erheben und an dem ganzen Kasino noch mitverdienen. Das ist mindestens scheinheilig…

      VG

    • alt-shift-x - 11. Mai 2012

      Sie sagten sie freuen sich auf die Diskussion, na dann, auf ins Gefecht.
      Man weiss bei ihrer Argumentationskette gar nicht wo man anfangen soll.
      Aber ich will es mal versuchen.
      “einige sollten hier mal aufwachen” ein Klassiker, schon klar, man selbst hat immer alles begriffen und alle anderen schlafen und sind fern jeder Realität. Haben sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, dass es mehr als eine Realität gibt, nicht nur ihre? Googeln sie doch mal nach dem Stichwort Major Consensus Narrative.
      “Der Schrott der unterschiedlichen Sozialismen”, wissen sie, das ist etwas was mir in Diskussionen immer wieder mal passiert, wenn ich den Kapitalismus in seiner derzeitigen Form kritisiere, dann fallen binnen 0,738 Sekunden die Stichworte Kommunismus/Sozialismus/Links/Linksradikal. Ich halte sie nicht für so verbohrt, dass sie nur schwarz weiss denken können, tun sie das bitte auch nicht von anderen. Nicht jeder, der hier Kritik am Kapitalismus äussert ist unbedingt ein Fan der Sozialismen, wenn sie das nicht unterstellt haben, dann entschuldige ich mich hier gleich mal. Aber vielleicht kann mir mal einer erklären wieso das fast immer so gesehen wird?

      “Es gibt immer noch in Europa (auch in Griechenland) einen beispiellosen Wohlstand, sowohl global als auch historisch gesehen”
      Ja sicher, aber momentan sieht es doch danach aus, als ob hier zu Lande alles getan wird, das zu ändern Wir schreiben hier unterhalb eines Artikels, der eine 53% tige Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland zum Thema hat, das ist auch historisch und zwar vermutlich historisch hoch.
      Und global betrachtet basiert unser Wohlstand nur auf der Armut der dritten Welt, wir sind die globalen 1%, ob das jetzt ein Verdienst des Kapitalismus ist, darüber lässt sich vortrefflich streiten und auch darüber ob der Kapitalismus letzten Endes mehr Lösungen für den Hunger in der Welt geschaffen hat als der Sozialismus oder irgend was anderes. Das kommt, denke ich, sehr auf die Perspektive an.
      Fragen Sie doch mal eine Frau in Burkina Faso, die für 50cents am Tag 14 Stunden lang Baumwolle pflückt, weil westliche Banken ihr Land so sehr erpressen, dass dieses die Rohstoffe für fast nichts an an “westliche” (kapitalistische) Konzerne verhöckert. So sehr die Segnungen des Kapitalismus auch einige Teile der Welt getroffen haben, halte ich die These, dass diese Segnungen globaler Art sind wohl doch für sehr gewagt, aber gut, in der Diskussion werden wir vermutlich letzten Endes zu keinem Ergebnis kommen.

      ” Mal abgesehen, dass der Sozialismus/Kommunimus gerne den Hunger als Waffe eingesetzt hat (Mao, Stalin, etc). ”

      Also sowas würden natürlich Kapitalisten nieeeee machen, also den Hunger als Waffe zu missbrauchen oder vielleicht um niedere Ziele wie Macht oder Geld zu erlangen … das macht in in unserem überlegenen Wertesystem niemand niemals nicht.

      http://www.theecologist.org/News/news_analysis/1045180/how_goldman_sachs_started_the_food_speculation_frenzy.html

      http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.spekulationen-mit-lebensmitteln-kritik-an-der-allianz-wegen-spekulationen.73340464-e8cd-461a-ac3b-a62ed76a0cac.html

      dazu können sie sich auch gerne mal was von Greg Palast reinziehen, wenn sie´s gerne noch ein bisschen drastischer haben … Stichwort Vulture Companies.

      http://www.democracynow.org/2007/2/15/vulture_fund_company_seeks_40_million

      “Weite Teile der Wirtschaft sind doch durch staatliche (quasistaatliche) Preisfestsetzung geprägt, die falsche d.h. marktunkoforme Anreize setzten. Der Zins und die Geldpolitik, wie sie durch die “staatlichen” Zentralbanken betrieben werden, haben den Mist doch erst möglich gemacht”

      Das stimmt schon streckenweise, aber was wären denn die Alternativen? Ausserdem sind auch weite Teile der Wirtschaft durch Monopolstellungen einzelner Konzerne mit marktunkonformen Anreizen verseucht, ja was machen wir denn da? Darüber sollten wir mal nachdenken. Ich meine aus ihrem Kommentar auch streckenweise raus zu lesen, dass sie eher so die zerohedge Position vertreten, kann das sein? So mit einer Staatsquote die niedriger ist als die von Somalia und völlig deregulierten Märkten?

      Meiner Meinung nach hat gerade das erst zu dem geführt, was sie im weiteren so zum Kotzen finden, nämlich zu der Tatsache, “dass die Goldmänner, die Gewinne privatisieren und die Verluste sozialisieren”, aber das hat natürlich nichts mit Kapitalismus zu tun, sondern mit was?

      Als Lösung bieten sie dann an “Österreicher to the rescue” die Diskussion hatten wir hier schon so oft, bitte verzeihen sie wenn ich da nicht mehr näher drauf eingehe, ja? Nur kurz, ich persönlich denke ja, es nicht besonders schlau eine Wrtschaftsreligion durch eine andere zu ersetzten. Die sind beide alt und haben ihre Fehler. Sollten wir uns nicht um etwas Besseres bemühen?

      “Was wir brauchen ist Unternehmertum, dass Risiken trägt, das Kapital effizient und vernünftig einsetzt …. nicht nur auf Pump.”

      Da bin ich völlig einer Meinung mit ihnen, aber wir leben nun mal in einem Schuldgeldsystem, vielleicht sollten wir den Begriff Kapital auch mal ausweiten und auch das Humankapital (ich finde das Wort zwar hässlich aber leider treffend) mit ein beziehen. Oder vielleicht mal damit beginnen uns klare Rahmenbedingungen zu überlegen, innerhalb derer es einen Vorteil bringt, wenn man genau das tut (vernünftig und effizient handeln). Momentan gewinnen immer nur die verantwortunglosesten Zocker und auch das ist durchaus Systembedingt.

      “Ich teile einfach nicht die Ansicht von Volkswirten, hier ein bisschen Drehen, da ein bisschen Drehen und dann wir alles wieder gut” ich denke das tun die wenigsten Leser hier.

      Zum Schluß noch … schön, dass sie an den Markt Glauben, ich glaube an Kant aber sicher nicht daran, dass die unsichtbare Hand des Marktes alles wieder gut werden lässt, wenn sich nur der Staat schön raushält und man den Dingen einfach ihren Lauf lässt. Ich finde es auch schön, dass sie schon das richtige Wort gebrauchen … Glauben. Mein Vater sagte immer, Glauben heisst nichts wissen.

      So und jetzt dürfen Sie meinen Post in der Luft zerreissen ;)

  • T.o.J. - 11. Mai 2012

    hier wird gerne vergessen wer Griechenland in Wirklichkeit seit dem 2 Weltkrieg regiert schaut euch dieses Video vorallem ab de 10 min

    http://youtu.be/chaBszmgfVU

    KenFM im Gespräch mitDr. Daniele Ganser

    Und vergesst bitte nicht die Öl und Gasvorkommen im Mittelmeer….die Türkei stänkert schon…einige Eu Staaten oder besser gesagt ihre “Eliten” wollen einen grossen Anteil daran haben….was liegt also näher als Griechenland untergehen zu lassen um dann als Retter in der Not alles an sich zu reissen???

  • T.o.J. - 11. Mai 2012

    @Paernu Ich kann dir in vielem folgen aber mit “je weniger der Staat mitmischt, um so eher wird es besser” hab ich so meine Probleme und es gibt sehr viele Beispiele und Analysen wo eher das gegenteil beweisen (sehr bekanntes Beispiel die Bahn privatisierung in den 80`ern in England siehe auch die Verstaatlichungen in Südamerika) !!!

    Ich bin eher der Meinung was der Allgemeinheit dient und “wirklich” lebensnotwendig ist sollte vom Staat geleitet werden da gibt es genug was übrigbleibt für die Privatwirtschaft….und alle Theorien gelten wenn überhaupt solange bis sie widerlegt werden ob österreichusche Schule oder Chicago Schule oder sonst woher!!! Die Gesetzgebung dient der Unterstützung der Ungerechtigkeit den die Gerechtigkeit steht von alleine!!!

    • topperhopper - 11. Mai 2012

      Wo keine Konkurrenz entstehen kann (Wasser, Strom etc.), da muss der Staat eingreifen. Ein privater Monopolist würde sich da austoben. Die Frage ist jetzt immer nur, ob der Staat es selbst macht oder ob er stark reguliert.

      Ich persönlich bin da eher für eine starke Regulation. Wenn es doch staatlich gemacht wird, dann besteht immer die Gefahr, dass die Politiker ihr wahl- und wiederwahlgeleitetes Verhalten auf diese Staatsunternehmen übertragen und im Zweifel eingreifen.

  • klaus - 11. Mai 2012

    @Paernu

    Ja, deswegen am besten erst mal den Soli weg.
    Dazu die staatl. Förderung achso toller Zukunfstechnologie,
    die nur auf das Abschöpfen der Subventionen gerichtet ist.
    Dazu die Abschöpfung der Förderung des Ländlichen Raumes.
    Denn exakt diese Förderung ist es, die Kommunen beanspruchen,
    wenn sie sozialschwache des Profites wegen in die Stadt treiben,
    um sich selbst zu bereichern.

    Wer braucht schon Amphitheater für eine 2500 Mann Gemeinde.

    Warum Billigarbeitskräfte mit Hartz IV – Zulagen fördern.
    Wer Arbeit anbietet soll diese auch ordentlich zahlen.
    Mit Sozialkosten. Alles andere ist keine Arbeit !

    Hier ist der Ansatzpunkt.
    Hier sollten die Subventionen wegfallen.

    ;)

  • Freiberufler - 11. Mai 2012

    EUROpa ist ein planwirtschaftliches Projekt, der ultimative Triumph über die Märkte.
    Planwirtschaft definiert politisch unerwünschte Mechanismen (z.B. Wechselkursschwankungen, Kapitalflucht etc.) als “Marktversagen.” Um dies zu korrigieren, wollen die Zentralplaner die Marktrealitäten ändern und den Homo oeconomicus umerziehen.

    Das Primat der Politik über die Preisfindung (!) der Märkte ist Realitätsverweigerung. Womöglich glauben die Zentralplaner aber wirklich, dass sie Griechenland retten können.

  • M.E. - 11. Mai 2012

    Das war vorauszusehen: die Koalitionsverhandlungen in Athen stehen vor dem Scheitern:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/griechenland-nd-chef-antonis-samaras-will-koalition-mit-pasok-a-832614.html

    Wird also, wie zu erwarten, auf Neuwahlen hinauslaufen. Mit vermutlich noch weiterer Stärkung der Sparkursgegener.

  • Emjott - 11. Mai 2012

    Wie hoch ist eigentlich die nicht vom Bundesministerium für Propaganda und Agitation (BA) geschönte Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland? Ich finde dazu nirgendwo Quellen.
    Aber was sich in Griechenland anbahnt, hat ein großes Bürgerkriegspotential. Insbesondere unglückliche, nicht ausgelastete Jugendliche ohne Perspektive sind eine Bedrohung für die Demokratie.
    Ich denke, es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann wird das wohl ein Flächenbrand in Europa geben. Ausgehend vom Süden, über Frankreich nach Deutschland.

  • Andreas - 11. Mai 2012

    Naja, in Deutschland werden Jugendliche durch Dauerpraktikas und Zeitarbeit sowie ähnlich schlecht bezahlte Arbeitsplätze ausgepresst. Die wenigsten haben einen Job, der einem ,,Altvertrag” von der Bezahlung her ähnelt… das wird europaweit eine Revolution der Jugend geben, die alles über den Haufen werfen wird in den nächsten 10 Jahren… Bei der Demografie wird auch die Bereitschaft, für andere Renten als die der eigenen Großeltern zu zahlen, gegen Null sinken.

  • paernu - 14. Mai 2012

    @alt-shift-x
    Sorry das ich mich erst jetzt zu Ihnen melde, aber war halt Wochenende und da gehen andere Sachen vor.
    Ich versuche mal so in Ihrer Reihenfolge zu antworten.
    Klar gibt es unterschiedliche Realitäten und Meinungen, allerdings muss man in einer Kontroverse Standpunkt beziehen und dass bedeutet schon auch, dass man es selber meint für sich begriffen zu haben. Natürlich ist das keine Herabsetzung Ihrer Meinung und Realität, davor habe ich Respekt. Manchmal kommt im Internet, der Respekt und der gute Ton etwas unter, dass ist mir auch schon aufgefallen. Versuche ich aber zu vermeiden.
    Ich denke schon, dass es in der Politik und Wirtschaftsgeschichte einen grossen Konflikt zwischen Kapitalismus und Sozialismen gibt. Wobei der Begriff Kapitalismus für viele (nicht für mich) negativ besetzt ist. Sicherlich trifft der Vergleich Freiheit versus Sozialismen es besser, auch wenn ich glaube, dass dieses jetzt für weitere Diskussion sorgt. Der Kern des Kapitalismus ist der Freiheit- und Eigentumsbegriff, diese stehen in diametralen Gegensatz zu den Auffassungen im Sozialismus. Ist mir schon klar, dass das Sozialisten anders sehen, insbesondere was die Freiheit betrifft. Die Diskussion zum Thema Freiheit wäre sicherlich sehr umfangreich. Ich habe nicht unterstellt dass Kritik am Kapitalismus gleichbedeutend mit Sozialist ist. Sagen wir doch einfach statt Kapitalismus, dass ich ein bedingungsloser Anhänger der freien Marktwirtschaft bin.
    Richtig ist das eine 53%ig Arbeitslosigkeit eine Schande ist, aber das ist natürlich ein Problem, was meiner Meinung nicht mit der Marktwirtschaft sondern mit der beispiellosen staatlichen Beeinflussung und den unterschiedlichen europäischen Maßnahmen zu tun hat.
    Also unser Wohlstand basiert nicht auf der Armut der dritten Welt. Das ist definitiver Quatsch (sorry, aber hier wird es emotional). Viele Länder wären doch ohne den Westen (und sein kapitalistisches Modell) schlechter dran. Klar beherrscht der Westen die Welt (s. Niall Fergusson) in den letzten 500 Jahren und gibt z.T. Preise Bedingungen vor. Er hat allerdings auch technische Neuerungen und Bildung in diese Länder geschafft, die es sonst dort nicht gebe. Mal ganz abgesehen von der medizinischen Entwicklung und dem medizinschen Fortschritt, der ohne die Innovationsfähigkeit des Kapitalismus bestimmt nicht so weit wäre. Es gibt die Frau in Burkina Faso, es gibt aber auch den indischen, chinesischen und den mexikanischen Unternehmer, der Arbeitsplätze geschaffen hat und nachfolgenden Generationen Perspektiven bietet.

    Zum Thema Hunger, ist es allerdings wirklich so, dass mir kein Fall bekannt ist, bei dem ein kapitalistisches System, flächendeckend und systematisch Menschen hat verhungern lassen. Ihr gewagter Vergleich Stalin/Mao/Nordkorea mit Goldman ist wirklich falsch und naiv. Die systematische Vernichtung von Menschen durch die Verknappung von Nahrungsmittel, bei Stalin, Kim Jong und Mao sollte Systemgegner beseitigen und Platz für einen neuen Menschen schaffen. Je nach Zählweise jeweils 30 bis 50 Mio. Das hat es durch welche Art von Spekulation nicht gegeben. Daher ist ihr Argument falsch und auch unredlich den Opfern gegenüber. Im übrigen haben diese Spekulationen mehr mit der falschen Zentralbankpolitik zu tun, als man auf den ersten Blick denkt. Dazu gerne bei Bedarf mehr.
    Natürlich wende ich mich gegen private Monopolstellungen. Die Monopolstellungen entstehen doch im Wesentlichen durch staatliche Eingriffe, Subventionen und Regulierungen. Ich denke schon, dass wir hier einer Meinung sind, dass hier der Staat eine Aufgabe hätte, Monopole aufzulösen.
    Fällt mir immer noch schwer, es als kapitalistisch oder marktwirtschaftlich anzusehen, dass eine Zentralbank einem Oligopol praktisch zinslos unbegrenzt Geld gibt. Das ist doch eher vergleichbar einer Geldpolitik im Sozialismus.
    Zum Thema „Österreicher“ nicht alles was alt und schon mal funktioniert hat, ist deswegen Religion oder falsch. Aber ich höre mir gerne Ihre Ideen für etwas Besseres an.
    Zum Thema Kapital/Humankapital stimme ich mit Ihnen überein. Klare Rahmenbedingungen bedeuten doch wieder das jemand etwas besser weiss, als der Markt oder Preis. Schwierig für mich, meine Meinung ist da eine andere. Es gewinnen nicht nur die Zocker, die Zocker könnten auch verlieren, wenn der Staat denen nicht immer unter die Arme greifen würde.
    Ihr Zitat mit Glauben ist nicht Wissen, hat mir gefallen, sage ich meinen Kinder auch immer so. Dann korrigiere ich mich mal, ich weiss dass der Markt die besseren Lösungen hat. Und ich glaube, dass auch Sie das eines Tages einsehen werden. ;) ;)