Griechenland: reale Einzelhandelsumsätze weiter mit Dynamik abwärts

von am 30. April 2012 in Allgemein

Heute berichtete das griechische Statistikamt ELSTAT erneut von sinkenden realen Einzelhandelsumsätzen für den Monat Februar 2012. Um weitere -13,0% zum Vorjahresmonat sanken im Februar 2012 die realen (preisbereinigten) Umsätze (Januar: -10,3%, Dezember: -12,6%, November: -8,9%). Selbst nominal ging es noch um kräftige -11,1% zum Vorjahresmonat abwärts.

Die realen Umsätze im Einzelhandel und seiner Subsektoren im Februar 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die gesamten unbereinigten realen Einzelhandelsumsätze sanken um -13,0% zum Vorjahresmonat, darunter die realen Umsätze von Motorkraftstoffen an den Tankstellen um -18,9% und der reale Umsatz bei Lebensmittel, Getränken und Tabak um beschämende -14,1% zum Vorjahresmonat. Diese Daten sind klarer Beleg für eine wirtschaftliche Depression!

Die Entwicklung der unbereinigten realen Einzelhandelsumsätze jeweils im Februar von 2000 bis 2012, laut der Datenreihe des Statistikamtes ELSTAT. Der Februar 2012 war mit 79,0 Indexpunkten der schwächste Februar seit 2000. Zum Hoch im Februar 2008 mit 114,7 Indexpunkten betrug der Einbruch -31,1%.

Die Kontraktion des unbereinigten realen Umsatzes von Motorkraftstoffen, jeweils Februar des Jahres 2000 bis 2012, laut der Datenreihe des Statistikamtes ELSTAT. Im Februar 2012 wurde gegenüber dem Vorjahresmonat um -18,9% weniger Kraftstoff an den Tankstellen umgesetzt, der Februar 2012 war mit 62,6 Indexpunkten der schwächste Februar seit Beginn der Datenreihe!

Weiter eine Schande, der Rückgang beim realen Umsatz von Lebensmitteln, Getränken und Tabak, denn diese Daten liefern einen untrüglichen Hinweis dafür, dass hunderttausende Griechen in Armut und Elend versinken, was sich in einem kräftigen Rückgang beim Umsatz von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabak widerspiegelt:

Der Einbruch des unbereinigten realen Umsatzes von Lebensmittel, Getränken und Tabak, jeweils Februar des Jahres 1996 bis 2012, laut der Datenreihe des Statistikamtes ELSTAT. Im Februar 2012 wurde gegenüber dem Vorjahresmonat um -14,1% weniger umgesetzt, beschämende -32,2% zum Hoch im Februar 2007!

Der Einbruch des unbereinigten realen Umsatzes von Lebensmittel, Getränken und Tabak, in der monatlichen Datenreihe von Januar 1995 bis Februar 2012, laut der Datenreihe des Statistikamtes ELSTAT. Im Februar 2012 notierte der unbereinigte Index bei 64,4 Indexpunkten und damit auf dem zweittiefsten Stand seit Januar 1995, nur der November 2011 war noch etwas mieser!

Ein Blick auf die gesamten unbereinigten realen Einzelhandelsumsätze:

Der Entwicklung des unbereinigten gesamten realen Einzelhandelsumsatzes ohne Kfz-Handel von Januar 1995 bis Februar 2012 im Chart, laut der Datenreihe des Statistikamtes ELSTAT. Zum Vormonat ging es unbereinigt um -0,5% abwärts und zum Vorjahresmonat um -13,0%, auf 79,0 Indexpunkte.

So stellen sich die saisonbereinigten Daten zu den realen Einzelhandelsumsätzen laut Eurostat dar:

Im Chart der Index der realen und saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze ohne Kfz-Handel seit Januar 1995 bis Februar 2012. Im Februar 2012 sank der saisonbereinigte Index um -1,7% zum Vormonat, auf 77,38 Indexpunkte. Zum Allzeithoch im März 2008 mit 118,41 Indexpunkten sind die realen Einzelhandelsumsätze um kräftige -34,7% eingebrochen.

Zur umfangreichen Dokumentation der Entwicklung Griechenlands anhand der offiziellen Wirtschaftsdaten: Querschuesse.de/Griechenland

Quelle Daten:  Statistics.gr/Statistics.gr/INDEX IN RETAIL TRADE February 2012,  Statistics.gr/Portal Daten

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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37 KommentareKommentieren

  • Appaloosa - 30. April 2012

    Lachmann:
    “Wie sehr der politische Wandel inzwischen auch das Denken in Brüssel beeinflusst, belegt eine aktuelle Meldung der spanischen Zeitung “El País”. Demnach plant die Europäische Kommission in radikaler Abkehr von der deutschen Spar-Doktrin einen “Marshall-Plan” zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise.”

    Es scheint doch ein Umdenken in Brüssel zu geben…

    • HaPennyBacon - 30. April 2012

      Achso, ne neue Abwrackprämie für die Klein- und Mittelklassewagen die derzeit auf Halde bei uns in D stehen. Mehr kann ich dieser Meldung nicht abgewinnen zumal man ja noch die Privatwirtschaft( also die Banken) wegen der gehebelten Finanzierung ins Boot holen will. Woher die Banken dann das Geld nehmen, sollte wohl jedem klar sein. Für mich wieder so eine auf Dummenfang gestrickte Bankensubventionierung.
      http://www.n-tv.de/wirtschaft/EU-plant-Wachstumspaket-article6148386.html

    • topperhopper - 30. April 2012

      Woher soll das Geld für den “Marshall-Plan” denn kommen? Wenn es so leicht wäre, Wachstum zu schaffen bzw. aus der Krise zu kommen, dann hätten es alle von Anfang so gemacht.

      Klassische staatliche Wachstumsprogramme und Sparen passen halt nicht zusammen.

      Jetzt rächt sich, dass es Politiker und auch Völker fast nie schaffen, in guten Zeiten Maß zu halten und in schlechten Zeiten dann von mir aus ein paar staatliche Belebungsspritzen zu geben.

      “Nur Sparen” lässt die PIGS-Staaten noch tiefer stürzen. Wachstumsprogramme hatten sie in den letzten Jahren aber wahrscheinlich auch schon genug.

      Auf künstlich erzeugte Booms folgt regelmäßig der Absturz. Das wird kein Marshall-Plan der Welt (der selbst wieder ein künstlich erzeugter Boom ist) verhindern können.Die PIGS werden an Strukturreformen nicht vorbeikommen.

    • NavigatorC - 30. April 2012

      “Es scheint doch ein Umdenken in Brüssel zu geben…”
      Ist das ernst gemeint ? :-)))
      Die Eu Bonzen lassen sich zukünftig imPrivatjet rumfliegen für 10 Millionen zusätzlich.
      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/04/30/10-millionen-vom-steuerzahler-eu-vertreter-reisen-ab-sofort-mit-dem-privat-jet/
      Das ist also Umdenken. Echt beeindruckend. Wirklich :-)))

      NavigatorC

  • titoslavija - 30. April 2012

    haha so ist es, einfach lächerlich.

  • M.E. - 30. April 2012

    Ihr Ungläubigen!
    Wer gegen den Gott des ewigen Wachstums mit blasphemischen Bemerkungen lästert, der wird in der Hölle der Wachstumsverweigerer schmoren!

    Tuet Buße und schießt Euch der einzigen wahren Religion an, der Wachstumsreligion.
    Mit ihren Kathedralen aus Stahl und Glas, mit ihren viele Millionen Kilometer langen Pilgerwegen aus Asphalt und Beton usw.

    • topperhopper - 30. April 2012

      Kapitalismus-Kritik schön und gut. Aber ich glaube, dass es auch in Zukunft weiterhin auf Wachstum ankommt.

      Vielleicht messen wir alle irgendwann unser Wachstum in irgendwelchen “Glückseinheiten”. Aber bis dahin wird es weiterhin ein Wettbewerb der Nationen bzw. Völker um Handel, Rohstoffe etc, geben. Wie auch schon seit Jahrtausenden.

      Und auf Wachstumsphasen folgt der Zusammenbruch und dann geht es wieder von vorne los ;) Auch diesmal…

      • dank - 30. April 2012

        Nicht umsonst hat die OECD vor wenigen Jahren einen Lebenszufriedenheitsfaktor in ihre Rechnungen mit aufgenommen.
        Dazu im Dokument
        http://www.oecd.org/dataoecd/32/28/49655853.pdf
        mehr. Und wer genug Nerven hat, kann sich auch da gleich mal alle Vorschläge im Bezug auf D und Export um jeden Preis / Verteidigt die Stellung mit allen Mitteln / D kennt nur Wachstum / Arbeitsmarktwunder / Klimaschutz als Wachstumsmotor durchlesen.
        Überall nur Wunder und Wachstum; ja und in dem Medien “Überraschungen”.

        Aus dem System Alpha Centauri haben sie gestern angefragt, ob wir nicht den Gerd zu ihnen rüber schicken können – die basteln gerade an der Agenda 7010. Wurde aber von der Bundesregierung verneint, da ansonsten der Gasimport nicht mehr gesichert scheint (so einfach kann Politik sein). Dafür schickt Mutti morgen die Zwillinge im Geiste und sozialsten Menschenfreunde Riester und Rürup los – dann haben wir immerhin als Spezies noch eine Chance ein wenig Ruhe vor den Aliens zu haben, wenn die auch die neuen privaten Zusatzrentenversicherungen einführen; der erzneoliberalen Flügel des Parteieneinheitsbreis CDUCSUSPDFDPGrüne wird im Kühlschlaf heute Nacht ohne sein eigenes Wissen auch gleich noch mit verladen. Das schlägt bestimmt ein im Dreifachsystem der Alpha Centauren – da sehen selbst RaumZeit-Mehrdimensionentorpedos dagegen aus wie alterschwache Musketen… Für unsere Freunde – nur das Beste.
        Ein weiterer Beweis: D exportiert wo es nur geht.
        Moment – wobei, müsste das nicht unter Waffenexporte (Offensivwaffen) verbucht werden und bekommt Mutti da nicht Ärger mit dem Amis wegen dem dem Earth Patriot Act? Aber nur in dem unwahrscheinlichen Fall, dass die Aliens erkennen wie die alle innen ticken und somit wiederum die Erde mit den Waffen angreifen können. Da die sich aber alle dem “besser nicht genau wissen, was wir tun, wollen, wie es funktionieren soll, und eigentlich läuft doch alles nach Plan von dem ich eh nichts weiß” verschrieben haben, droht hier keine ernste Gefahr.

        • langlode44 - 30. April 2012

          Es kommt noch besser, die kleinen Grünen vom Mars haben Bereitschaft signalisiert einen Multibillionen Kredit in intergalaktische Währung aufzunehmen…

          Als Verhandlungspartner akzeptieren sie aber nur Dr. Josef A….

  • Wolf Larsen - 30. April 2012

    Interessant wären heute Einschätzungen zu den Einzelhandelsumsätzen in Relation zum BA-X gewesen.

  • magicmerlin - 30. April 2012

    Es zeigt sich immer mehr, dass Griechenland auf Kredit ein Leben eines Echten Indutrielandes gelebt hat. Jetzt gibt es keine neuen Kredite und der Konsum geht auf das Niveau zurück, das der Leistungsfähigkeit dieses Agrarlandes mit angeschlossener Tourismusabteilung angemessen scheint, natürlich mit Übertreibungen nach unten, genau so wie es vorher, in der guten Zeit (als noch Kredit vorhanden war) viel zu weit nach oben ging. Wir sollten Abstand davon nehmen, anzunehmen, dass ein Land dieser Grösse jemals nennenswerte Industrie im Weltmassstab wird darstellen können. Dazu ist das Land zu klein, kommt viel zu spät und hat nicht die Strukturen. Sorry, die Party ist zu Ende.

    Kapitalismuskritik hilft nicht und wird auch Länder wie Griechenland, Portugal oder sogar Irland nicht retten. Was sich wieder einmal zeigt, ist die klassische Maxime: Nur wer physisch etwas produziert oder ein anderes Alleinstellungsmerkmal hat, kann cashflow generieren, sonst gibt einem keiner auch nur einen Cent.

  • Ausser Rand und Band - 30. April 2012

    Willkomen in der Realität…
    Die Leute glauben lieber an 1000 Lüge und Märchen als nur EINE Wahrheit !
    Also bitte direkt in der wand fahren und nicht dumm noch fragen !

    Wenn die Leute endlich wach werden, werden Sie auch intelligenter und würden einfach verstehen was los ist.
    Bitte Fernseher und Volksverdummung ausschalten und GEHIRNE EINSCHALTEN !
    Die Profiteure zietern bereits um Ihr Jobs !

  • LukeSkywalker - 30. April 2012

    Die Nacht ist am dunkelsten befor die Sonne aufgeht. Wenn man anfaengt ein Problem zu bekaempfen wird es erstmal schiimmer.
    Wenn die Suedeuropaer erstmal ihre Konkurenzfaehigkeit zurueck haben und ihr double-deficit unter Kontolle und damit ihre Kreditwuerdigkeit zurueck dann wirds wieder aufwaerts gehen. Und genau daran arbeiten die Sparpakete – aber da darf man nicht zimperlich sein, beim Schulden machen und Blasen aufblasen waren die Suedeuropaer auch nicht zimperlich.

    • Querschuss - 30. April 2012

      Hallo Luke Skywalker,
      ich kann es kaum glauben, das es immer noch Leute gibt, welche die Entwicklungen in der Südperipherie und die bisherige Strategie für zielführend halten und gerade in Punkto Griechenland meinen die getroffenen Maßnahmen führen in die Wettbewerbsfähigkeit und in die Schuldentragfähigkeit. Du hast mein aufrichtiges Mitleid, du argumentierst bar jeder Datenlage und bist völlig verblendet. Wann geht denn die Sonne auf?

      Gruß Steffen

      • Klaus - 30. April 2012

        Sei nicht so hart zu Luke. Er hat vielleicht etwas zu oft die EU- und regierungsamtlichen Verlautbarungen gelesen und gepaart mit etwas Promille könnte man die dann für die Lösung halten.
        Da kommen jetzt noch etwas Wachstumsbeihilfen dazu. Darunter versteht man einige Solaranlagen um sonnige Griechenland, ein paar Verkehrsprojekte und – der Klassiker der aktuellen herrschenden Politik – Bildungsinvestitionen.
        Es gibt auch welche, die das für den Stein der Weisen halten. Zumindest im öffentlichen Diskurs.

        Kritik an den grundlegenden Widersprüchen des Geld- und Finanzsystems sind tabu.

        • Querschuss - 30. April 2012

          Hallo Klaus,
          seit vielen Monaten weise ich auf die Wirtschaftsdaten hin, auf sinkende Leistungsfähigkeit und sinkende wirtschaftliche Aktivität auf explodíerende Arbeitslosenzahlen und auch auf die wachsende Zahl der Kreditausfälle in Folge dieser Entwicklungen. Wenn mir dann solche Argumentationen kommen, wie: “Die Nacht ist am dunkelsten befor die Sonne aufgeht. Wenn man anfaengt ein Problem zu bekaempfen wird es erstmal schlimmer. Wenn die Suedeuropaer erstmal ihre Konkurenzfaehigkeit zurueck haben und ihr double-deficit unter Kontolle und damit ihre Kreditwuerdigkeit zurueck dann wirds wieder aufwaerts gehen. “, fehlt mir ein wenig das Verständnis.

          Gruß Steffen

          • lottchen - 1. Mai 2012

            Laut Barrosos Zwischenbilanz vor zwei Wochen hat Griechenland bisher 380 Milliarden oder 177 Prozent seines BIP an so genannten “Rettungsgeldern” erhalten.

            Der Gesamtschuldenstand, als die Retterei losging, lag etwa bei 300 Mrd oder 130 Prozent des BIP. Der Gesamtschuldenstand Ende 2011 betrug 375 Mrd oder 162 Prozent des BIP. Heute, nach 380 Milliarden Rettungsgeldern inklusive 110 Milliarden Schuldenerlass, hat sich die Arbeitslosigkeit verdoppelt, das BIP ist um 13 Prozent gesunken, und dank der Ausgestaltung des Haircut/Bailout-Pakets und der Entwicklung in 2012 beträgt der Schuldenstand nach Schätzungen, die ich gelesen habe, immer noch bei 150 Prozent.

            Das ist die Erfolgsbilanz der Spar-/Rettungsprogramme. Es wurden mehr Rettungsgelder investiert als Griechenland überhaupt Schulden hatte oder das BIP beträgt, und das Resultat sind eine doppelte so hohe Arbeitslosigkeit, eine fortdauernde Rezession und ein noch höherer Schuldenstand als zu Beginn.

            Keine Ahnung, wie irgendwer diesen Irrsinn auch noch verteidigen kann.

  • LukeSkywalker - 30. April 2012

    @magicmerlin
    Sie traeumen. GR konsumiert IMMERNOCH mehr als es produziert. Es gibt zwar schon lange niemand mehr freiwillig Kredit an GR aber TARGET2 und Rettunschirme geben unfreiwillig Kredite an GR.
    GRs Schulden sind seit der Pleite 5/2010 noch weiter gewachsen. So isses net…

  • Constantin - 30. April 2012

    Hallo Steffen,

    wie immer erschüttern mich die Daten, Zahlen und die persönlichen – wenn auch nicht genau vorhersehbaren – Prognosen dieser Seite.

    Ich hatte vor einigen Jahren ein Gespräch über die Entwicklung innerhalb Europas und deren Irrwegen; ausgelacht und als VTler beschimpft. Das war mir aber egal.

    Gerade die junge Generation und auch diejenigen, die schnell vergessen wollen/sollen und es anders nicht gelernt haben, die sind Opfer für die Propaganda.

    Nach dem Fall der Mauer hatte ich die Befürchtung, Europa wachse zu schnell und werde ein Ungleichgewicht erleiden – siehe heute. Die Ausweitung der Eurozone, die Einführung des Euro und der strikten Sparmassnahmen waren nie richtig durchdacht und kalkuliert. Der Hochfrequenzehandel besonders um Rohstoffe und Grundversorgungen wie Strom, Gas und Getreide als Beispiel. der hat viele Kosten explodieren lassen. Wie kann es sein, das die Bevölkerung in Europa sich nicht mehrheitlich dagegen stellt? Nicht nur Spanien, auch Deutschland erleidet einen Bruch in der Gesellschaft. Der Keil ist gewollt – nur, so frage ich mich, zu welchem Zweck?

    Was hat eine elitäre Gemeinschaft von einem eventuellen Volksaufstand oder von Unruhen, weil sich viele Bürger nicht mal mehr ( siehe USA ) den Strom leisten können ?

    Die “Verblendeten” lesen lieber die Mainstreams; egal. Die Generationen ab 1980 wurde sehr gut erzogen, systemspezial und linear. Als älterer Bürger kann ich das bestätigen. Werte wie Ehre, Respekt und Moral, Rücksicht und Begriffe wie Abwägung von Risiken sind da fehl.

    Ich hoffe immer noch sehr, das der Rückschritt innerhalb Europas zu mehr Einigkeit erzielt wird. Mit inbegriffen die Souveränität der Ländern und ihrer Bürger.

    • dank - 1. Mai 2012

      Strom leisten können in D, nicht nur in den USA:
      http://www.n-tv.de/ratgeber/Haushalten-wird-Strom-abgedreht-article6147766.html

      Luft, Wasser, Grundnahrungsmittel, Stromversorgung; Energie, Verkehr und Bildung gehören in die Hand des Staates und daran finde ich überhaupt nichts ideologisch Behaftetes.
      Private Preistreiberei ist hier eine Sauerei. Für was zahlen wir denn dieses Politbüro? Schlaue Reden und Entscheidungen zu Gunsten der Upper Class? Nein – wer zahlt schafft an. Und wer zahlt die Steuern, bzw. wer bleibt auf ihnen sitzen und kann sie nicht mehr weiterreichen? –> Seite 21 in http://www.oecd.org/dataoecd/32/28/49655853.pdf
      Diese Denke, das der Zahlende und Wählende hier nichts mehr zu sagen hat, muss sich irgendwie in die kranken Gehirne gefressen haben… Und das egal wohin wir schauen – GR, I , P, D, GB, USA… – und nicht seit gestern, sondern schon viel länger.
      Was wäre da ein “Antrag auf Auskunft über die Verwendung meiner/der gezahlten Steuern” interessant.

      …und in GR, S, P bleibts offiziell weiter ruhig.

  • bauagent - 1. Mai 2012

    ………um einmal auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen. Man glaubt tatsächlich, dass man mit einem minimalen Einsatz noch Dumme über die EIB findet, die bei einem Einsatz von vielleicht 20 Mrd. einen Hebel von 10 mitmachen.

    Das ist doch alles nur noch Aktionismus, weil niemand den Dolch als Königsmörder erheben will.

    Selbst wenn irgendwie 200 Mrd. aufgesattelt werden könnten, wäre dies europaweit ein Tropfen auf dem heißen Stein und würde selbst den Dümmsten, nicht in EIB – Anleihen bringen.

    Reiner Aktionismus, um die laufenden Wahlen zu beeinflussen.

    • dank - 1. Mai 2012

      http://www.querschuesse.de/target2-saldo-bei-495164-mrd-euro/
      ****
      dank – 12. Dezember 2011
      Mir geht eben ein Artikel durch den Kopf, den ich vor längerem gelesen habe – da gings um die Europäische Investitionsbank (kurz EIB – Die Bank der EU)
      http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Investitionsbank
      und die NichtAusweitung des EFSF.
      http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,788666,00.html

      Dann gabs noch einen EIF Europäischer Investitions Fond.

      Kann es sein, das es von der Sorte der EIB noch ein paar andere gibt und sich da einige Zahlen verstecken? Muss ja nich mal was illegales sein – aber die würdens tun, wenn es nur irgendwie geht die Zahlen zu drücken…
      Der Sitz der EIB wäre in Luxemburg – vielleicht ein wenig zu verquer gedacht – find leider da die Bilanzen auf deren Seite nicht (na ja, in so etwas bin ich sicher kein Profi).
      ****

      Sind die 200 Mrd. bei der EIB erstmalig oder läuft da über diese Schiene schon länger etwas?
      Die kratzen jetzt wohl bald den Kalk von den Wänden und wollen den hebeln, oder wie?

  • M.E. - 1. Mai 2012

    Finde ich ja lustig, dasss eine kommende steigende Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands prognostiziert wird, Luke.
    Hier mal ein kurzer Ausflug in das Reich der Fakten:
    -inländisches Kapital flieht in breitem Strom und steht nicht mehr für Inlandsinvestitionen zur Verfügung,
    -ausländisches Kapital macht einen weiten Bogen um Griechenland und investiert ebenfalls nicht in die griechische Realwirtschaft.
    - der Staat und die griechsichen Banken sind pleite und können ebenfalls nicht als Impulsgeber für Investitionen dienen,
    - besonders junge Griechen mit überduchschnittlicher beruflicher Bildung verlassen in breitem Strom das Land wegen völligen Fehlens von beruflichen Perspektiven in Griechenland,
    - die Binnennachfrage stürzt wegen des fortgesetzten Verarmungseffekts viele griechischer Haushalte weiter ab…

    Jetzt schalten wir wieder zurück zur Sendung “wünsch Dir was”.

  • Rückrat - 1. Mai 2012

    In Griechenland wird aktuell vorexerziert, wie man eine Volkswirtschaft führt und dabei kleingeistig betriebswirtschaftlich agiert. Man verkannte und verkennt völlig, dass Staatsausgaben, auch aus Krediten generierte zwar einerseits Ausgabe darstellen, aber andererseits auch Einnahmen generieren. Man vereinnahmt Steuern und senkt Sozialkosten.

    Spart man sich nun im volkswirtschaftlichen Maßstab “gesund”, erreicht man letztlich einfach nur eine Einpendelung auf einem deutlich niedrigeren BIP-Niveau, dass dann im Extremfall der Befriedung der Grundbedürfnisse entspricht und durch einen hohen Eigenerzeugungsanteil noch weiter gesenkt wird. Im Verhältnis dazu steigen dann sogar die Schulden und man steht am Ende arm, mit leeren Händen und Taschen UND leeren Mägen da.

    So etwas kann bei offenen Grenzen nur begrenzt funktionieren. Man wird aus den Südstaaten einen Exodus des wirtschaftlich aktiven Bevölkerungsteils kaum vermeiden können. Dieser Braindrain wird dann die Lage zusätzlich verschärfen.

    Die Ex-DDR hat es vorexerziert. Käme heute jemand in der Oberlausitz auf die Idee eine Softwarefirma zu gründen und groß aufzuziehen, dann wäre gar kein Arbeitskräftepotenzial an Fachkräften mehr vorhanden, da dieses im Westen bzw. im Ausland sitzt. So wird es auch Griechenland und den anderen Südstaaten zwangsläufig ergehen. Die Potenten ergreifen die Flucht, die Siechen verharren. weil sie keine andere Option haben und wissen, dass niemand nirgendwo soziale Trittbrettfahrer wirklich will bzw. schon genügend hat.

  • Nepumuk - 1. Mai 2012

    Hallo allerseits,

    ich wünsche allen einen schönen ersten Mai.

    ich wünsche einen schönen ersten Mai.

    Haben sie das schon gesehen ?

    http://www.welt.de/wirtschaft/article106239988/Deutsche-Arbeitnehmer-sind-die-effizientesten-Europas.html

    Zitat:
    Der Anstieg der Lohnstückkosten fiel unter anderem besonders kräftig in den Euro-Krisenstaaten Griechenland, Italien und Spanien aus, die zweistellige Zuwachsraten aufweisen. Als Mitglieder des gemeinsamen Währungsraumes haben diese Länder jetzt aber nicht mehr die Möglichkeit, ihre Währung abzuwerten, um so ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Handel zu verbessern.
    Zitat ende.

    ENDLICH gesteht es mal jemand. Hier liegt das Hauptproblem des Euros. Und DESWEGEN wird er zerbrechen.

    Nepumuk

  • Nepumuk - 1. Mai 2012

    Ach ja…. der ist auch gut…

    Nach mehr als zweieinhalb Jahren. In denen sie ihre Bevölkerung geschunden, ihre Industrie zerstört und den sozialen Frieden aufgekündigt haben ?

    Ex-Minister Venizelos hält Euro-Austritt für möglich

    http://www.welt.de/politik/ausland/article106240455/Ex-Minister-Venizelos-haelt-Euro-Austritt-fuer-moeglich.html

    • HaPennyBacon - 1. Mai 2012

      Ja die Herrscherkaste in Griechenland hatte schließlich nicht nur ihr eigenes Kapital in Sicherheit zu bringen. Um weiter mit den großen Fischen schwimmen zu dürfen musste man auch dafür sorgen, das den ausländischen Kapitalinjektoren genug Zeit blieb all ihre Anleihen über die EZB zu sozialiesieren.

  • Martin - 1. Mai 2012

    Wer die Welt nur auf Geld reduziert, verliert den Blick für das Wesentlichen. Das passiert leider auch in diesem Blog, der unbestritten seine Verdienste hat. Dennoch: Glück, Wohlstand und Wachstum hängen von der inneren Verfasstheit einer Gesellschaft ab. Geld stellt sich zwangsläufig ein, wenn eine Gesellschaft eine Vision hat, der sie folgt.

    Auch wenn es hier keiner hören mag. Griechenland war und ist eine korrupte Gesellschaft. Auf Platz 87 der korruptesten Nationen auf diesem Globus. Interessanterweise sind korrupte Völker immer arm und nicht korrupte sind in der Regel wohlhabend. Damit korreliert übrigens das Vertrauen, das Angehörige einer Nation untereinander haben. Norwegen z.B. steht beim Vertrauen untereinander, dem Fehlen von Korruption und dem Vertrauen der Menschen untereinander ganz ganz weit oben.

    Anders als viele Völker in Afrika haben die Griechen seit dem Ende des Bürgerkriegs vom Westen Hilfe bekommen. Ziel war es, Griechenland nicht dem Warschauer Pakt preiszugeben. Aus diesen vielen Jahrzehnten der Hilfe haben die Griechen n i c h t s gemacht. Ein klarer Fall von selbst schuld. In der selben Zeit sind Südkorea und Taiwan von armen Schluckern zu großen Industrienationen aufgestiegen, ohne fremde Hilfe bzw. mit Nordkorea an der Backe. Der Unterschied: Die geistige Verfasstheit der jeweiligen Völker.

    2000 war ich in Griechenland. Unser Guide war ein ausgewanderter Deutscher. Der erzählte uns, dass er sich mitangehört hat, wie sein griechischer Freund dessen griechischen Freund übel angelogen hat. Darauf hin angesprochen, meinte der Freund unseres Guides: “Das machen wir doch alle. Wenn mein Freund so blöd ist und es nicht merkt, ist das doch seine Schuld”. An diese Geschichte muss ich immer wieder denken, wenn von der griechischen Krise lese.

    Vor zwei Wochen war ein Bekannter von mir beruflich in Griechenland. Die Behörden, mit denen er etwas zu tun hatte, arbeiten nicht mehr. Man erklärte ihm ganz offen: Ja, wir müssten das und das machen, so steht es im Gesetz, aber wir machen es nicht.”

    Wenn die Griechen ihr Denken nicht änderen – was sie nie und nimmer tun – werden sie wieder das, was sie immer waren. Ein armer Agrarstaat. Europa sollte die Konsequenzen ziehen und Griechenland einen Ausstieg aus dem Euro ermöglichen. Dazu dann Hilfelieferungen wie an andere Länder der Dritten Welt auch. Aber den Gedanken, Griechenland mit EU-Hilfe in die Reihe der Industrienationen zu katapultieren, sollte man endgültig als das erkennen, was es schon immer war. Eine Fata Morgana

    Mein Statement soll nicht heißen, dass ich nicht der Auffassung wäre, dass die aktuelle Sparpolitik die Lage noch verschlimmert.

    Grüße
    Martin

  • schnauzevoll - 1. Mai 2012

    @martin
    Es geht ja auch nicht um die Griechen. Es geht bei den Hilfen um Bankenhofierung und europäische Gläubiger. Auf die Griechen sch++ßen doch alle. In Sachen Korruption dürfte es übrigens mittlerweile bei uns nicht viel anders aussehen. Mit Griechenland hat man eine kleinen unbedeutenden Sündenbock gefunden, um von den eigentlichen Skandalen abzulenken. Es wird aber nicht bei Griechenland bleiben. Italien, Spanien, Irland, Portugal…sind die auch alle korrupt, faul und undankbar? Mit BILD-Wissen kommt man da schnell in Erklärungsnot. ;)

    • titoslavija - 1. Mai 2012

      die bildzeitung ist keine information, sondern eine desinformation.

  • Martin - 1. Mai 2012

    @schnauzevoll

    Nur weil du BILD liest, muss das bei mir nich auch so sein.

    Außerdem genau lesen. Ich habe nur von Griechenland geschrieben, nicht von Spanien, nicht von Portugal und nicht von Irland.

    Wenn du dich mal mit Portugiesen unterhalten hättest, wüsstest du, dass die noch immer in dem Bewusstsein leben, eine Weltmacht gewesen zu sein. Davon kann bei den Griechen keine Rede sein. Außerdem ist mir nichts davon bekannt, dass die Portugiesen korrupt sind.

    Für Spanien gilt ähnliches. Außerdem Hammer, wie die Spanier diese hohe Arbeitslosigkeit verkraften. Da würden in Deutschland doch schon wieder die Nazis maschieren.

    Irland kenne ich nicht näher.

  • Michael - 1. Mai 2012

    Wenn die Griechen sparen sollen, weil sie überschuldet sind, kann man nichts anderes erwarten. Diese neue Mitleidsorgie bedeutet nur, dass die europäische Exportindustrie Fracksausen kriegt.

    Die wollen erreichen, dass deutsche Steuerzahler den Konsum der PIGSIBF “finanzieren”. Das kann nur im Debakel enden. Die Formel muß heißen, alle deutschen “Reformen” von Schröder & Nachf. werden rückgängig gemacht. Damit kommen auch mehr deutsche Urlauber, die die letzten Urlaube auf Balkonien verbringen mußten. Das baut die Spannungen im System viel besser ab, als Fremdfinanzierung durch die Steuerzahler anderer Länder.

    Weniger “Staat”, keine “Ehrenämter”, sondern Direkte Demokratie, so würde ein Schuh daraus.

  • Rückrat - 1. Mai 2012

    @Michael: Ich bin Zar kein Volkswirt und auch kein Betriebswirtschaftler, aber als Unternehmer denke, ich dass die Pferde saufen müssen. Also sollten die nationalen Währungen wieder eingeführt und voneinander entkoppelt werden. So kann dann jeder nach seinen “Bedürfnissen” inflationieren oder eben nicht. GR, PT und ES im Euro zu lassen wird im Fiasko enden, denn diese Staaten haben kein wirtschaftliches Rückgrat außer der Landwirtschaft und dem Tourismus.

    Und von Olivenöl und Tourismus kann man letztlich nicht leben.

    Interessant und lustig finde ich, die die Politik den Euro mit Europa verquickt. Man droht quasi mit einem Zerfall Europas beim Zerfall des Euro. Als ob eine Währung der politische und menschliche Kitt sein könnte, der eine Vielvölkergesellschaft zusammenhält. Dabei ist doch Währung nur Tauschmittel, nicht mehr aber auch nicht weniger.

    Und ob das Ding Euro, Penunze, Markt oder sonswie heißt ist letztlich Wurscht…

    • Thorsten Eckau - 1. Mai 2012

      Für alle, die sich für das Thema des Euros interessieren, habe ich hier mal einen extrem ans Herz gelegten Buchtip. Ich bin das Gegenteil einer Leseratte, aber dieses Buch zu lesen war wie eine Offenbarung für mich.

      David Marsh
      Der Euro
      Erschienen bei Murmann
      ISBN 978-3-86774-045-6

      Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass die Probleme in GENAU dieser Form schon seit mindestens den 70ern, vielleicht sogar den 60ern, bestehen und GENAU die Diskussionen heute schon “intern” zu schwersten Streitereien, Konflikten, Eskalationen und auch Diskussionen geführt haben, wobei es schon damals genug Menschen gab, die ebenfalls wieder GENAU unsere Probleme von heute mit der Einheitswährung vorhergesehen haben (mit Zitaten und Quellenangaben, extrem wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas).

      Wirklich von Herzen, wer sich für die Situation heute interessiert, sollte dieses Buch gelesen haben!

  • HaPennyBacon - 2. Mai 2012

    Bei solch guten Zahlen wie sie Steffen hier zusammenstellt gibt es für Griechenlands Rating nur noch eine Richtung, nämlich steil nach OBEN!
    http://www.n-tv.de/wirtschaft/S-P-stuft-Griechenland-herauf-article6162696.html

    • dank - 2. Mai 2012

      Juhuu, wir sind über den Berg.
      *ernüchternd* Kein Sein, ein Schein….
      S&P liegt richtig – nur eben nicht real.