Griechische Arbeitslosenquote schnellt im August auf 18,4%

von am 11. November 2011 in Allgemein

Gestern berichtete das griechische Statistikamt (ELSTAT) für den Monat August 2011 eine offizielle Arbeitslosenquote von 18,4%, nach 16,5% im Vormonat und nach 12,2% im Vorjahresmonat. Zum Vormonat stiegen die Arbeitslosenzahlen im August 2011 um kräftige +87’677 bzw. um +10,7%. Zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen um +294’845 bzw. um +48,1%. Insgesamt waren im August 2011 offiziell 907’953 Griechen ohne Job. Wohlbemerkt diese Daten sind aus August, also mitten aus der Urlaubssaison in Griechenland. Einen noch größeren Sprung nach oben, dürften die Daten für die Herbst- und Wintermonate bringen.

Die Entwicklung der griechischen Arbeitslosenquote seit Januar 2000 im Chart. Im August 2011 (ELSTAT veröffentlicht monatliche Daten vergleichsweise spät) stieg die Arbeitslosenquote auf 18,4%, nach 16,5%.

Die Jugendarbeitslosigkeit stieg im August 2011 auf 43,5%, nach 42,4% im Vormonat und nach 30,8% im Vorjahresmonat. Dies ist weiterhin eine völlig inakzeptable und skandalöse Rate von Jugendlichen ohne Job und damit von Jugendlichen ohne Perspektive:

Die Entwicklung der Jungendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) seit Januar 2005 bis August 2011 im Chart. Im August 2011 wurde eine Quote von 43,5% erzielt.

Bei den Arbeitslosenquoten von ELSTAT handelt es sich um die offiziellen (geschönten) und unbereinigten Arbeitslosenraten, errechnet aus dem Verhältnis der Arbeitsfähigen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und der Zahl der Arbeitslosen.

Die Zahl der Beschäftigten betrug im August 2011 4,034537  Millionen, ein kräftiger Einbruch zum Vormonat von -105’470 und der Einbruch der Beschäftigung zum Vorjahresmonat betrug -364’353.

Immerhin relevante 4,403503 Millionen Arbeitsfähige wurden im August 2011 in der Rubrik Inactive verbucht! Dies bedeutet sie standen dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung und spielten damit bei der Ermittlung der Arbeitslosenzahl und Quote auch keine Rolle! Dies dürfte noch auf  ein kräftiges Schönungspotential, selbst bei den bereits desaströsen Arbeitsmarktdaten hindeuten. Die offizielle Erwerbsquote, der Anteil der Beschäftigten an der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter, betrug im August 2011 nur sehr niedrige 47,81%.

Zusätzlich sind auch in Griechenland die Definitionen was als Beschäftigung gilt sehr weich und schwammig. Als beschäftigt gilt bereits Jeder, der mehr als 1 Stunde die Woche gegen Entgelt gearbeitet hat, auch im elterlichen Haushalt/Betrieb oder einen Arbeitsplatz hat, von dem er vorübergehend abwesend war.

Die Lage in Griechenland ist weiter hoffnungslos, statt Wertschöpfung, Jobs, Einkommen und Steuereinnahmen organisiert man die Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität, Arbeitslosigkeit, sinkende Einkommen, schrumpfenden Konsum und schwindende Steuereinnahmen. Die Strategie der Troika bleibt weiter eine Strategie der Versager! Der kräftige Anstieg der unbereinigten Arbeitslosenquote auf 18,4%, selbst im August, stellt einen schweren Malus für die kommenden Herbst- und Wintermonate dar, wo viele Jobverluste in der Tourismusbranche und im Dienstleistungssektor noch einen deutlichen Schub nach oben bei Arbeitslosenquote und -zahl generieren werden.

Quelle Daten: Statistics.gr/Pressrelease: LABOUR FORCE SURVEY August 2011

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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36 KommentareKommentieren

  • Usedomspotter - 11. November 2011

    Die ganzen Südländer haben die Probleme mit der irrwitzig hohen Jugendarbeitslosigkeit. Man wundert sich, dass diese Generation das so ruhig hinnimmt.

    • titoslavija - 11. November 2011

      erst wenn sie hungern müssen, das heißt: die eltern auch arbeitslos sind und kein geld mehr haben, gibt es eine revolution in südeuropa, aber selbst die muss dann nicht erfolgreich sein, diese letargische junge generation wird es in der zukunft sehr schwer haben, das steht fest, so richtig ideen kommen von ihr nicht. diese ideenlosigkeit und kreativlosigkeit ist für den kontinent ene wahrhaftige katastrophe. das wird eines tages zu einer schweren rückständigkeit führen.

    • FDominicus - 11. November 2011

      Nun ja man fragt sich schon warum einige davon nicht in der Lage sein sollten sich selbständig zu machen. Ich weiß nicht, wie in Griechenland mit Arbeitslosen umgegangen wird. Aber wenn alle versuchen beim Staat angestellt zu werden, dann kann ich bestimmte Bilder nicht vermeiden.

      Offenbar möchte man sich wie in der ehemaligen DDR einrichten. So wenig wie möglich offiziell arbeiten und sich unter der Hand anstrengen. Wäre es nicht denkbar, daß hier so etwas auch vorliegen könnte.

      Wenn man aber alles betrachtet dann ist es wohl eine ziemlich problematische Sache selbst etwas zu machen. Wenn der Staat dort wirklich so groß ist dann kann ich mir deren Verhalten gut vorstellen….

      • Querschuss - 11. November 2011

        Hallo FDomenicus,
        Selbstständige machen gerade massenhaft in Griechenland pleite! Arbeitslose in Griechenland erhalten 450 Euro je Monat, ein Jahr lang, dann fallen sie ins soziale Nichts!

        Der Vergleich zur DDR hinkt gewaltig, die hatte nach 40 Jahren 19,887 Mrd. DM Schulden bei 16 Millionen Einwohnern, Griechenland 700 Mrd. DM bei 11 Millionen Einwohnern. Die DDR hatte in den letzten 10 Jahren ihres Bestehens einen kumulierten Leistungsbilanzüberschuss mit dem Nichtsozialistischen Wirtschaftgebiet von +7,143 Mrd. DM. Griechenland hatte in den letzten 10 Jahren ein kumuliertes Leistungsbilanzdefizit von -197,417 Mrd. Euro, knapp -390 Mrd. DM – alles klar?

        Gegenüber den heutigen Verschuldungsexzessen war die DDR ein Waisenknabe und gemessen an heutigen Verhältnissen, spiegelte der Lebenstandard dort weitgehend nur das ab, was die Volkswirtschaft selber erbrachte, was zugegeben nicht besonders viel war.

        Quelle Daten: Die Zahlungsbilanz der DDR von der Bundesbank
        http://www.bundesbank.de/download/presse/publikationen/zahlungsbilanz_ddr.pdf

        Gruß Steffen

        • langlode44 - 11. November 2011

          Grosse Klasse die Antwort, aber sag das mal, also ich als Ossi mit Durchblick, dem anderen,
          dem struntzdoofdämlichenossi der audofahn und Banane fressen wollte, der bis heute nicht
          begriffen hat wie ihm seinerzeit geschah und heute das Gehirn vollkommen ausgeschaltet wurde.

          Betriebswirtschaftliche GRUNDbildung – Fehlanzeige.

          Gut, sonst krieg ich hier noch die “Gelbe”…

  • Georg Hutter - 11. November 2011

    -

    Als ein Beispiel von vielen:
    ,,Der positive Target2 Saldo der Buba stellt im Kern eine Kreditfinanzierung an die PIIGS-Staaten dar….“

    Lieber Steffen,

    bei aller menschlichen und fachlichen Hochachtung für Dich und Dein Werk empfinde ich gerade in diesem besonderen Blog jedes Mal einen Herzensstich bei diesem penetranten, oberflächlichen und kurzsichtigen PIIGS-Gerede.

    Meine Herren,
    wie passt das Bekenntnis – ein glühender Griechenland- und Italien-Freund zu sein – mit diesem PIIGS-Gerede zusammen.

    ´Aus hohen Bergen´

    Es war und ist die Jahrtausendaufgabe der Neuzeit – insbesondere der Deutschen?-, die lange verschüttete hohe Kultur der Antike zu entdecken und das zerrissene Band neu zu knüpfen und zu einem neuen europäisch-planetaren Höhepunkt zu führen. -

    Das langsam sich erweiternde und irgendwann erdumspannende wunderbare Haus Europa (und nicht ein Schweinestall) bildet die letzte Hoffnung des höheren Lebens auf Erden.
    Wer weiß das schon.

    http://www.wallstreet-online.de/community/posting-drucken.php?posting_id=42247520&post=1800

    Schönes Wochenende,

    Georg.

    PS. Gleichsam als eine musikalisch-kulturelle „Kur“ hier ein zweistündiges Konzert.

    O erotikos Theodorakis

    Interpret: Giannis Parios,
    die letzten 10 Minuten mit dem arroganten Meister Theodorakis im Bunde.

    Youtube-Anbieter:
    ChrisNikolopoulos

    http://1.hidemyass.com/ip-4/encoded/Oi8vd3d3LnlvdXR1YmUuY29tL3dhdGNoP3Y9aW5WRFBzMkNxTmcmbGlzdD1MTF9YMjFTc3M2T1k5OTNyT2NPVVh6cWcmaW5kZXg9MyZmZWF0dXJlPXBscHBfdmlkZW8%3D&f=norefer

    (Leider ist dieses Konzert in Dt. nicht mehr zugänglich, daher dieser technische Umweg.)

    • Querschuss - 11. November 2011

      Lieber Georg,
      wenn das eine Kritik in der Sache sein soll, kann ich nicht folgen. Ok., ich könnte mir das PIGS kneifen und es mit einem GIPS ersetzen. Allerdings steht PIGS für mich nicht für die Völker der Südperipherie, sondern für die Fehlentwicklungen in der Eurozone, die Ungleichgewichte im Handel, die Finanz- und Immobilienblasen, die Kreditexzesse, chronische Leistungs- und Staatshaushaltsdefizite, eine falsche Wirtschafts- und Finanzpolitik und letztlich nun die Kapitalflucht, die nur durch Target2 insbesondere mit Zentralbankgeld der Buba ermöglicht wird. Über die andere Seite der Medaille, unsere Exportüberschüsse, nur möglich durch die Nichtteilhabe der deutschen Arbeitnehmer am Produktivitätsfortschritt, habe ich ebenso kritisch und ausführlich berichtet.

      Ich kritisiere nicht den einzelnen Griechen oder Italiener auch nicht ganze Völker, sondern das kranke System und seine Fehlentwicklungen, die mittlerweile so offensichtlich sind. Mit der Entdeckung der verschütteten Kultur der Antike durch uns Deutsche wird kein Problem gelöst, das Eine hat mit dem Anderen wenig zu tun. Den Deutschen gibt es genauso wenig wie den Griechen. Ich lasse mich von den jahrelangen Profiteuren der Fehlentwicklungen, Banker, Spekulanten, Exporteure, Vermögensbesitzer, Euro- und Bürokraten in Brüssel und Berlin nicht in Haftung nehmen. Was in Punkto Südperipherie, der hier im Blog aufgeführten Daten zur Wirtschaftsentwicklung, ist kurzsichtig und oberflächlich? Seit weit über einem Jahr schreibe ich auf den Punkt genau, wie verherrend die Entwicklung in Griechenland ist und wohin die Strategie der Troika führt, alles nachlesbar. Oberflächlich sind diejenigen, die die Entwicklung der Wirtschaftsdaten einfach ignorieren und meinen, einfach weiter so mit den untauglichen Mitteln verfahren zu können und damit den sicheren Weg ins Desaster ebnen.

      Wenn 465 Mrd. Euro an deutschen Target2 Forderungen, auf der anderen Seite der nationalen Notenbanken der Südperipherie Target2 Verbindlichkeiten, in Kreditgewährung an dortige Kreditinstitute münden, dann ist das was, wenn nicht im Kern eine Kreditfinanzierung durch die Buba? Ob dies nun zur Finanzierung der Leistungsbilanzdefizite oder wie jetzt vor allem zum Ausgleichen der Kapitalflucht verwendet wird, es ist sicher weder im Interesse des deutschen Steuerzahlers, schon gar nicht bei dieser Dimension und auch nicht im Interesse des normalen Griechen, denn bei ihm kommt nichts an. Diese erweiterten Ponzi Finanzierungen sind nahezu ausschließlich dazu geeignet, ein unhaltbares Banken- und Finanzsystem in eine Verlängerung zu bringen. In der Sache bringen sie keine Lösung für die Probleme.

      Gruß Steffen

      • Georg Hutter - 11. November 2011

        _

        Lieber Steffen,

        die inhaltlichen Zusammenhänge werden von Dir exzellent dargestellt.
        Dagegen habe ich nichts einzuwenden.
        Aber das Wort und Akronym PIIGS assoziiert nun mal auch die gezielt von Euro-Gegnern beabsichtigte Bedeutung Schweine und diese Bezeichnung droht nach und nach auf den Inhalt abzufärben und bestimmt auf Dauer den jeweiligen Charakter des behandelten Sachverhaltes oder Objektes.

        Dies zeitigt dann beispielsweise auch solche Resultate:

        ,,Danke, ihr Schweine!“
        SLGramann – 7. November 2011

        Die von Dir richtig diagnostizierten und beschriebenen Ungleichgewichte und „Kinderkrankheiten“ im Euro-Raum sind existent und bedürfen dringend einer tragfähigen und konstruktiven Lösung.
        In den letzten Wochen haben sogar zwei US-Professoren den Europäern aufmunternd sinngemäß zugerufen:
        >Liebe europäischen Freunde, Eure gegenwärtigen Integrationsprobleme sind uns auch nicht fremd gewesen, als bei uns anfänglich 13 unzureichend integrierte Staaten in Neu-England existierten. Wir hatten anfänglich exakt die gleichen Probleme wie Ihr jetzt.
        Erst ab dem Zeitpunkt, als wir die politische, wirtschaftliche, juristische, fiskalische staatliche Einheit vollzogen, gelang uns auch eine adäquate Lösung unsres Staatenproblems!

        Wie wäre es, wenn wir unseren Sachverstand auch zur Entwicklung von zukunftsfähigen europäischen Lösungen einsetzten auf der hier erstellten Grundlage einer angemessenen Analyse des status quo?

        Schönen Gruß,

        Georg.

        _

        • Georg Hutter - 12. November 2011

          Kleiner, aber wichtiger Nachtrag.

          Wahre Liebhaber dieser Musik wollen nicht nur Zaungäste sein.
          Die Sänger können nicht nur von `Luft und Liebe` leben. – -

          http://www.amazon.de/s/ref=sr_nr_seeall_16?rh=k%3AO+erotikos+Theodorakis%2Ci%3Adigital-music&keywords=O+erotikos+Theodorakis&ie=UTF8&qid=1321098179

          @ Titus & Toni

          Dies eben ist in der Tat eine Art von Propaganda.
          Noch kann ich nicht nachvollziehen, dass einem von einer Aussage übel werden kann, die er offenbar nicht versteht.
          Mit meiner in Parenthese gesetzten Frage ziele ich auf die seit rund 250 Jahren erbrachten und künftig zu erwartenden geistigen Leistungen, vor allem von den deutschen Philosophen ab einer „Gipfelhöhe des Geistes von 4500 Metern“.

          • Georg Hutter - 12. November 2011

            Pardon, meinte Tito!

    • titoslavija - 11. November 2011

      das was sie da von sich geben ist propaganda hoch 10!
      wenn ich sowas höre wird mir schlecht.

  • Klaus - 11. November 2011

    Offizielle Zahlen bekannt zu geben ist Propaganda?

    Natürlich schmecken manchen diese Werte nicht. Wahrheiten können eben sehr brutal sein.

    Die Prognosen und Interpretationen dieser Page waren schon vor zwei Jahren sehr treffsicher, da Steffen sich auf möglichst objektive Datenreihen stützt und sie gut zu deuten weiß. Schon über dieses ganze Theater um die “Griechenrettung” vor eineinhalb Jahren konnte ich nur den Kopf schütteln. Heute haben wir das, was sich hier ankündigte: ein Desaster der ganzen Südschiene.

    Auch die Tatsache, dass das Target2-Plünderungsprogramm von keinem Massenmedium wirklich aufgegriffen wird, ist merkwürdig. Das heißt, so merkwürdig auch wieder nicht. Es ist ein Tabu für die Systemmedien, weil zu entlarvend für die politisch Verantwortlichen.

  • M.E. - 11. November 2011

    Wir sollten es kurz und bündig formulieren: das Gesamtsystem ist nicht zu retten. Fast alle OECD-Länder haben einen gesamtgesellschaftlichen EXPLIZITEN (!) Verschuldungsgrad von über 200% des BIP, etliche über 300% und in der Spitze im Falle der Schwergewichte Großbritannien und Japan sogar fast 500%.
    Wer sollte diese Verschuldungsgebirge jemals abtragen? Alleine die Zinszahlungen strangulieren die Wirtschaften und vor allem die Normalbürger der OECD-Länder immer mehr.
    Und letzten Endes ist eben nur der Verschuldungsgrad auf allen gesellschaftlichen Ebenen relevant. Denn jeder “normale” Bürger, der nicht über große Kapitalertragseinkünfte verfügt, muss anteilmäßig eben den Kapitaldienst aller Verschuldungen tragen. Seine eigenen Schulden sowieso, die Staatsschulden als Steuerbürger, die Schulden der Firmen und Banken als Preisbestandteil der Produkte und Dienstleistungen, die er bezahlt.
    Deshalb gibt es immer mehr Menschen, bei denen am Ende des Geldes immer mehr Monat übrig ist. Bisher ist das System nur deswegen nicht kollabiert, weil man sich immer neue und immer abenteuerlichere Aufschuldungsinstrumente einfallen lässt, die aber das Problem nur temporär scheinbar lösen, es aber in Wirklichkeit immer mehr verschärfen.
    Das Mantra, dass Zentralbanken nicht pleite gehen können, ist eben nur bedingt richtig. Auch für die zukünftigen Verluste der Zentralbanken, die aus deren Umwandlung in eine bad Bank resultieren, wird der Steuerbürger des betreffenden Landes in Haftung genommen. Egal ob in Form eines Überwälzens der Zentralbankverluste auf die Staatsfinanzen zu einem späteren Zeitpunkt, oder sei es in Form einer immer schnelleren Geldwertvernichtung durch Schaffung immer gewaltigerer Mengen an frischer Liquidität.
    Die gegenwärtig immer noch laufende Aufschuldung schiebt den Kollaps nur hinaus. Länder wie Griechenland und Portugal zeigen, was passiert, wenn Aufschuldung nicht mehr möglich ist. Insofern geht uns Griechenland nur zeitlich etwas voran. Erst wenn große Teile aller Guthaben und Schulden vernichtet sind – sei es durch politische Entscheidungen (was man als komplett unrealistisch bezeichnen kann) oder sei es durch einen Finanzmarktkollaps (der automatisch einen strukturellen, wirtschaftlichen und sozialen Kollaps nach sich ziehen würde), kann das Aufschuldungssystem KURZFRISTIG noch einmal von wesentlich reduziertem Anfangsniveau aus durchstarten, wenn die schlimmsten Folgen des Kollapses ausgestanden sind. “Kurzfristig” deshalb, weil ja in wenigen Jahren das Zaitalter der Erosion der physischen Wertschöpfungsgrundlagen beginnt (absehbar ab den 20er Jahren, eventuell schon ab 2015). Und diese Erosion würde dann suzessive sogar ein im Vergleich zu heute grundsolides Finanzsystem in eine starke Krise, ja teilweise sogar ad Absurdum führen. Denn mit schrumpfender Wertschöpfung kommt kein komplexes Finanzsystem zurecht – es sei denn, man schrumpft sozusagen planmäßig das Finanzsystem in dem Maße zusammen, wie es die Erosion der Wertschöpfung verlangt.
    Aber solch schmerzliches, geplantes Vorgehen kann man in das Reich der Elfen und Feen verweisen.

    • Georg Hutter - 12. November 2011

      Lieber Michael,

      mein herzliches Dankeschön für alle Deine bisherigen Beiträge und auch Deine erneute vortreffliche Analyse der desolaten Lage.
      Fast alle Deine durchdachten, fundierten und weisen Beiträge habe ich seit mehr als dreieinhalb Jahren mit Genuss, Bewunderung und geistigem Gewinn gelesen und oft in anderen Foren zitiert.

      Aber ach, … es ist ein Jammer und ein wirklich großer Verlust für die Zukunft des Menschen, dass Deine Lösungsvorschläge und – ansätze leider nicht annähernd der Tiefe, Höhe und Umfänglichkeit Deiner Darstellung und Analyse der real existierenden und der zu erwartenden Missstände und Problemen entspricht.
      Wäre dies der Fall, würde es mir nichts ausmachen sogar zu Fuß die 500 bis 600 Kilometer Distanz zu überwinden, die uns trennt, um zu „Füssen Deines Lehrstuhls“ Deinen Worten zu lauschen. -

      Schönen Gruß,

      Georg.

  • sunwalker - 11. November 2011

    Ich frage mich immer wieder: Wer schuldet, denn eigentlich wem was?
    Die Griechen den Banken? Geht doch gar nicht, denn die bailoutet doch der Steuerzahler. Also dem dann Schulden die Griechen dem Steuerzahler das Geld? Ne auch nicht, denn der ist doch bei der Bank verschuldet! Also doch der Bank ? Ne die gehört doch den Aktionären! Ah also bei Privatinvestoren? Ne, das sind doch auch Steuerzahler! Privatinvestoren? Ja!! Wo haben sie denn nun die Schulden? Na sie haben Schulden, einfach Schulden. Manche 200% einige sogar 300%!!
    Wie? auf was denn 300% – soviel ?? Na verstehtste denn nicht – sie haben eben Schulden! Und dann?? Man bist du aber von gestern – 200% manche 300% !! Ah ja doch, ja verstehe Schulden ja oh ja schlimm.
    Ich weiß das klingt etwas wirr vielleicht sogar unagebracht aber das ganze kommt mir immer mehr wie ein einziges Kaspertheater vor, selbst wenn es im Hintergund nur um eine Umverteilung von unten nach obe geht.
    Es ist eigentlich von allem für alle genug da. Es könnte alle auf einem angemessenem und angenehmen Niveau leben. Selbst wenn dann Millionäre und Milliardäre da wären. Aber irgendwie müssen Mensche sich immer wieder anfangen zu prügeln, zu betrügen rumzulügen und einfach nur ihr Ego ausleben zum Schaden aller.
    Meine Beobachtung und These ist ja immer noch: Je besser jeamand in einer Hierachie steigt desto besser muss er an diese angepasst sein, desto mehr muss er eigenen Charakter hinten anstellen oder verlieren. Un genauso kommt mir auch ein Großteil unserer Führungseliten vor: Charakterlose, abgespaltenen Reste menschlicher Seelen! Aber die führen, die Folgen werden gerade immer mehr sichtbar.

  • M.E. - 11. November 2011

    Hallo sunwalker,
    Verschuldungen unterschiedlichster Art (privat, staatlich, Firmenverschuldung) sind in der heutigen kumulierten Höhe schlicht quasi-versklavende Tatbestände. Sie höhlen die Demokratie aus und bringen immer mehr Menschen um ihren gerechten Lohn, bzw. reduzieren diesen Lohn in einer Weise, die immer mehr Menschen in existenzielle Nöte treibt. Sowohl auf nationaler und regionaler Ebene, weitaus mehr und drastischer aber auf globaler Ebene. Und auf globaler Ebene noch verschärft durch neokolonialistische und neomilitaristische Praktiken, die allerdings wiederum Ergebnis der Spaltung der Menschheit in Kapitalakkumulatoren/Kapitalverwerter auf der einen Seite und “Zinsknechte” auf der anderen Seite sind.
    Auf diesen Grundwiederspruch ist der größte Teil aller fehllaufenden Entwicklungen heute zurückzuführen.

  • Michael - 11. November 2011

    Gegenüber den “Südländern” war selbst die ex-DDR sehr “leistungsfähig”. Deshalb wurde den “Deutschen” ja der €uro verordnet. Die deutsche Kapitalbilanz 2000 konnte sich sehen lassen. Nach der € – Einführung aber nicht mehr. Wo sind die Sprüche des Sarkos zu einer “Mittelmeerunion” geblieben ? Lieber nicht mehr ? Na, Wurst. Entweder dieses “Geld” basiert auf Krediten, nämlich verzinsten Schulden, oder es wird implodieren .

    Jeder einzelne sollte sich wirklich überlegen, ob dieses heutige System ein Fortschritt, oder Unfug war. Sich selbst die Konsequenzen aus “Sparen” (mit real wertlosem “Geld”) vor Augen führen. Entweder “Kredit” gleich “Geld”, oder das heutige “Geld” ist wertlos. Egal, in welcher “Währung”. Skandalös ist, dass “Staatsanleihen”, wie bei den Griechen, ausfallen können.

    Unter dem Strich ist es allerdings so, dass das Verhältnis Steuereinnahmen zu Schulden bei der Geldmacht Nr. 1, den USA, kaum besser ist, als bei den “Griechen”.

    Es geht um das weltweite System insgesamt, nicht um den T€uro. Auch CHF, NOK oder DKK sind “nur” verzinste Schulden, die im Falle einer Italienpleite spätestens implodieren würden. Das hysterische “Spielchen” der Finanzmärkte derzeit ist brandgefährlich. Auch “Sachwerte” haben variable Preise ! (Im Prinzip gäbe es außer Gold keine Fluchtmöglichkeit. Auf das Problem “Gold” wies ich sehr bewußt im 2. Abschnitt hin.)

    Also, wann ist endlich Schluß mit dieser erbärmlichen Komödie ?

  • sunwalker - 11. November 2011

    Hallo ME
    das ist mir schon klar, was Du da schreibst. Aber wofür das Ganze??? Nicht mal die Akkumulatoren haben dadurch ihren inneren Frieden!
    Ich kenne keinen der richtig viel Geld oder Besitztümer hat und mit sich im inneren Frieden lebt. Die meisten von denen sind nach wie vor einfach getriebene Persönlichkeiten, die es nicht schaffen ihre eigene inner Spaltung zu überwinden, denn nur in innerer Einheit findet man zum Frieden. Und der ist unabhägig vom Kontostand.
    Die Gesellschaft ist so angelegt, dass Menschen in eine Abspaltung getrieben werden (Bsp: Haus – BMW- Rolex werden als erstrebenswert dargestellt.) und dann kreist der Mensch genau in diesm kleinem Kästchen und glaubt er hat was ganz tolles erreicht – bzw. noch besser – er hält es für die große weite Welt. Und wenn die Menschen genau da angekommen sind, dann kann man sie sehr schön für irgendwelche Zwecke benutzen. Was auch immer das ist. Du musst ihm nur sagen: Wenn Du jetzt nicht Lybien überfällst, dann ist die Rolex weg, dann bist Du kein wertvoller Mensch mehr. Was machen die meisten? Sie überfallen Lybien.
    Der Wert eines Menschen ist unabhägig von Besitz, Status, Image etc. immer gleich und liegt auf einer völlig anderen Ebene ausserhalb jeglicher materieller Welt. Und genau dort liegt auch innere Erfüllung und Frieden mit sich selbst.

  • Toni - 11. November 2011

    @ titoslavija

    Danke, ich wollte ähnliches schreiben, auch mir wurde schlecht, aber nicht von dem Link, der ist erste Sahne! Musik, kann verbinden!

    Gruß an alle, Danke an Steffen und schönes WE
    Toni

  • Toni - 11. November 2011

    @ sunwalker
    “Meine Beobachtung und These ist ja immer noch: Je besser jeamand in einer Hierachie steigt desto besser muss er an diese angepasst sein, desto mehr muss er eigenen Charakter hinten anstellen oder verlieren”

    Stimmt, das erlebe ich jeden Tag aufs neue, und bin schockiert, was da für Zombies auf uns los gelassen werden. Haben selber keinen Plan, aber verkaufen den als den Besten. Wie Du schon schreibst, BMW, Rolex etc. alles nach Plan. Alle Lachen wenn es nichts zu lachen gibt und nebenbei machen die uns einfach Platt! Danach, die Karawane zieht weiter. Zurück bleibt ein Aschehaufen und ein Haufen Elend!

    Servus Toni

  • sunwalker - 11. November 2011

    Hallo Toni,

    Platt machen kann man dich nur wenn Du dich in die Box (Matrix) einsperren läßt. Es liegt an Dir auszusteigen und Verantwortung für Dich selbst zu übernehmen. Es ist ein Weg – aber er lohnt sich. Verantwortung für sich selbst übernehmen ist auch Macht über sich und sein Leben zu haben. Je mehr Verantwortung Du abgibst desto machtloser wirst Du. In einer Hierachie gibt man immer Macht/Verantwortung ab. Deswegen sind Hierachien einer der Geburtsorte von Verantwortungslosigkeit.

  • roman - 12. November 2011

    Ihr bekommt immer eine perfekte Entsprechung dessen, dem Ihr vorherrschend Eure Aufmerksamkeit schenkt. Aber Ihr müsst das Beste daraus machen. Wenn Ihr Euren aktuellen Standpunkt verändern möchtet, müsst Ihr Eure Schwingung ein klein wenig verändern. Ihr könnt nicht Eure Aufmerksamkeit darauf richten, was im Moment in Eurer Beziehung oder Eurem Geschäft oder Eurem Körper geschieht, ohne weiter das zu manifestieren, was ist. Wollt Ihr eine Verbesserung erzielen, so müsst Ihr andere Gedanken denken.

  • Lazarus09 - 12. November 2011

    Der Normalbürger hatte verloren als die Überliquidität der Reichen in einem Stadium angelangt war, wo als Investition gilt, wenn man mehrstellige Milliardenbeträge in derivativen Wetten “anlegt”, statt in Wertschöpfende Arbeit in der Realwirtschaft und Einkommen und Wohlstand für alle daraus..
    Es wäre Aufgabe der Regierungen gewesen mit Blick auf das Wohl der Allgemeinheit die ” Märkte” in ihre Schranken zu weisen statt mitzuwirken das ganze Staaten auf dem Rücken der Bürger ausgeplündert werden …

    Alles andere ist wohlfeile Bullenscheiße !!

    666

  • M.E. - 12. November 2011

    Keine Angst Lazarus,
    das Derivatecasino wird einfach verdampfen. Noch in diesem Jahrzehnt.

    So hat auch eine sehr schmerzliche Krise ihr Gutes.

  • ö.ä. - 12. November 2011

    Haha seit wann ging es denn um Wohlstand für alle? Die Politiker sind doch selbst Teil der Oberschicht.

  • philipp johannes - 12. November 2011

    ich saß am pc und überlegte formuliere ich meine these das nicht das geld als geld das problem ist, sondern der zins das monster ist.
    hieraus abgeleitet diese sucht nach mehr und höheren und alles was daraus zu folgern ist.

    keiner kann ohne geld leben.
    inneren frieden ohne geld kann ich mir nicht vorstellen.
    aber.
    diese sucht nach höheren zinsen und nach diesem mehr, das ist das übel.
    daran scheitert das tauschen von einer ware zur anderen.
    geld ist nur ein ersatzmittel für den tausch einer ware zur anderen.
    nicht mehr und nicht weniger.

    und was will ich sagen.
    in heise ein trefflicher artikel der diese gedanken darlegt:
    http://www.heise.de/tp/artikel/35/35866/1.html

  • ö.ä. - 12. November 2011

    @ Georg Hutter,

    Sie wissen schon, dass die ersten Hochkulturen nicht in Europa entstanden sind oder? Zudem wissen Sie bestimmt auch, dass es lebensunwertes Leben nicht gibt, nicht wahr?

    • Georg Hutter - 12. November 2011

      ? ? ? -

      Bei den vielen Missverständnissen und falschen Unterstellungen, ist es an der Zeit hier meinen Mund zu halten.

      Präzisierung:
      Nachdem der Mensch sich selbst und die Lebensgrundlage für die meisten Säugetiere zerstört hat, wird die Erde ein idealer Ort für Viren, Bakterien und Pilze … sein?

      Nichts für ungut.

      Georg Hutter

      • ö.ä. - 12. November 2011

        Wenn es Ihnen “nur” um den Erhalt der Natur und Arten, sowie den Menschen ging und nicht darum Menschen einen wie auch immer verstandenen “europäischen Lebensstil” aufzuzwingen, entschuldige ich mich bei Ihnen.

        • Georg Hutter - 12. November 2011

          Akzeptiert, Ö.Ä.
          Wenn ich solch eine letzte Zukunfts-Hoffnung des Lebens in Asien oder Afrika sehen würde, wäre ich bereit, umzudisponieren. Aber wir haben die Wahl nicht, nicht mehr, weil „die Zeit drängt“. ( C.F. von Weizsäcker)
          (Und – sehr wichtig: Ohne den übermächtigen Druck der Supermächte hätten die mittleren Mächte nicht die große zur Vereinigung notwendige Kompromissbereitschaft!)

          G.

  • titoslavija - 12. November 2011

    griechenland 2011=deutschland 1931

    in deutschland stieg die arbeitslosigkeit bis ende 1932 auf 30% an, das könnte griechenland auch schaffen!

    http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Mehrheit-der-Griechen-lebt-in-Armut-id15616461.html

    leute dann kriegen wir die reolution, entweder bei der wahl im februar 2012(eher unwahrscheinlich, die großen parteien bescheißen bis zum geht nicht mehr, so viel zur demokratie), oder auf der straße,
    wenn die menschen nichts mehr zu essen, wenn auch die geistlichen einrichtungen nicht mehr ansatzweise genung zu essen geben können, dann gibt es den aufstand und der könnte sich auf ganz südeuropa ausbreiten. dann sind die eu-doktrinen geschichte.

    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/07/20/griechenland-droht-die-massenarmut/

  • stulle - 13. November 2011

    Noch etwas aus berufenem Munde (Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro):

    “Wir gehen vom Ziel aus, dass alle Länder der Euro-Zone in etwa zwei Dekaden bei einem Schuldenstand von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – dem Maastricht-Kriterium – sein sollten.”

    Eindringlich warnt die Wirtschaftsweise angesichts neuer Planspiele der Politik zum Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vor einem Zerfall der Währungsunion. Eine Wiedereinführung der Drachme bedeute, dass alle Schulden, die auf Euro lauteten, um ein Vielfaches höher wären und nicht zurückbezahlt werden könnten.

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2011-11/21923453-wirtschaftsweise-warnt-vor-globaler-eskalation-der-schuldenkrise-003.htm

  • stulle - 14. November 2011

    “Ökonom Walter: Griechenland muss Euro behalten”

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2011-11/21923688-oekonom-walter-griechenland-muss-euro-behalten-003.htm
    _____________________________

    Und noch ein Klassiker:

    “Arbeitgeber-Präsident Hundt mahnt zur Zurückhaltung bei Lohnforderungen”

    “[...] Wir (!) müssen vorsichtig sein. [...] ”

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2011-11/21923665-arbeitgeber-praesident-hundt-mahnt-zur-zurueckhaltung-bei-lohnforderungen-003.htm

  • philipp johannes - 14. November 2011

    bitte nicht diesen hundt posten.
    mir ist doch schon schlecht.

    mögen kann ich solche thesen never !

  • Georg Hutter - 17. November 2011

    Lieber Steffen,

    es stört mich sehr, dass ich mich vor fünf Tagen so unpersönlich hier zurückzog.
    Jetzt, wo die Kommentatoren – Karawane bereits 15 Beitragsoasen weitergezogen ist und kein Hahn mehr danach kräht, was sich hier hinten noch abspielt, kann ich mich bei Dir in Ruhe und auch unserem bisherigen Niveau entsprechender verabschieden.

    Schau, es kann sogar vorkommen, dass eine langjährige Freundschaft an einem einzigen Buchstaben zerbricht, wie es bei Günter Grass und Wolf Biermann an einem kleinen „e“ geschah. Günter Grass bezeichnete die deutsch-deutsche Vereinigung abfällig oft als „Widervereinigung“ und „trat“ damit das bedeutsamste Ereignis im Leben von Wolf Biermann gleichsam mit Füßen…!

    Volker Panzer im Gespräch mit Wolf Biermann im Oktober 2010
    (in den ersten drei Minuten)

    http://www.youtube.com/watch?v=flWD7wZLnOo

    -

    Ist es nicht seltsam, dass ich noch in der Nacht vor dem Tag meines Rückzuges einen so hoffnungsvollen Gedanken zu Deinem Querschüsse-Blog hatte.

    Was ich früher öfters bedauerte und zu dem missglückten Versuch, ein Querschüsse-Forum zu initiieren führte, war die Tatsache, dass keine zusammenhängenden Dialoge, vor allem über einen längeren Zeitraum bisher möglich waren. Bei jedem neuen Artikel setzte eine neue Diskussion ein, die sofort abbrach, wenn ein neuer Querschüsse-Beitrag erschien.
    Aber infolge der neuen Möglichkeiten, auch unmittelbar auf einen bestimmten Beitrag innerhalb eines Themenfadens zu antworten, könnte Dein besonderer Blog um eine neue Dimension ergänzt werden durch die Einführung einer neuen Kategorie – die Symposion heißen könnte – wo übergeordnete Themen diskutiert werden.

    Vorweg könnte wie bisher ein kleiner Aufsatz stehen oder ein kleiner Text mit ein paar prägnanten Thesen:

    Zum Beispiel:

    1. Symposion
    Vom Nutzen und Nachteil Europas für das Leben

    Vortext:

    Eine lebensentscheidende Erwägung und Gewissensfrage:

    Offener Brief zu der überragenden Bedeutung von Europa –

    vor allem den drei von mir geschätzten und oft von mir in den vergangenen drei Jahren zitierten „Krisenerklärern“ (Handelsblatt) – Herrn Max Otte, Herrn Dirk Müller* sowie Herrn Michael Mross – gewidmet:

    Es war und ist die Jahrtausendaufgabe der Neuzeit – beginnend mit der Renaissance – die lange verschüttete hohe Kultur der Antike zu entdecken und das zerrissene Band neu zu knüpfen und zu einem neuen europäisch-planetaren Höhepunkt zu führen. -

    Das langsam sich erweiternde und irgendwann erdumspannende wunderbare Haus Europa bildet die l e t z t e reale Hoffnung des höher entwickelten Lebens auf Erden.
    Scheitert dieser überaus schicksalhafte von Europa ausgehende Einigungsprozess, wird der Mensch sich selbst – sogar ohne einen Weltkrieg – und auch die Lebensgrundlage für die meisten Säugetiere noch vor Ablauf dieses Jahrhunderts vernichten.
    Danach wird die ruinierte und verwüstete Erde nur noch ein idealer Ort für Viren, Bakterien, Moose, Farne und Pilze … sein?

    Wenn solch eine letzte Zukunfts-Hoffnung des Lebens in Asien, Amerika, Afrika oder sonst bestünde, wäre ich bereit umzudisponieren. Aber wir haben die Wahl nicht, nicht mehr, weil „die Zeit drängt“. ( C.F. von Weizsäcker)
    Schon eine Verzögerung dieses von Europa ausgehenden weltweiten Einigungsprozesses von ein oder zwei Jahrzehnten wird millionenfachen Tod zusätzlich verursachen.

    Und – ganz wichtig: Ohne den übermächtigen Druck der Supermächte hätten die mittleren Mächte in Europa nicht die große zur Vereinigung notwendige Kompromissbereitschaft!
    Exakt dieser umfassende politisch-wirtschaftliche Druck zur Vereinigung fehlt bei sonstigen globalen Unternehmungen und Versuchen wie der UNO, G20 etc.

    In großer Sorge,

    G.H.

    Plus einen Brief* an Herrn Müller:
    http://www.wallstreet-online.de/community/posting-drucken.php?posting_id=%2042348581&post=129569

    sowie ergänzende Thesen verbunden mit zwei Zitaten:
    http://www.wallstreet-online.de/community/posting-drucken.php?posting_id=%2042247520&post=1800

    oder 2. Symposion

    Diskussion von Verbesserungsvorschlägen zwecks Schaffung eines neuen tragfähigeren Weltfinanzsystems

    wie es sich hier in beeindruckenderweise vollzieht:

    Das Zinssystem
    http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=b507707eae&tx_t3blog_pi1daxBlogListshowUid=10933

    (Ist der an diesem Dialog teilnehmende Joe „unser Joe“ ?)

    etc.

    Pardon, jetzt bin ich aber ins Quatschen gekommen…

    Wünsche Dir, Steffen, weiterhin viel Erfolg

    und alles Gute,

    Georg.

    _

    • Querschuss - 17. November 2011

      Hallo Georg,
      alles ok. und kein Problem, sollte es an Buchstaben scheitern, ist es ebenso. Du bist eben ein Idealist und ich Realist. Deine schönen Wünsche zu einem wunderbaren Haus Europa haben schon seit der Konstruktion des gemeinsamen Währungsraumes schlechte Karten. Mit einem Sarkozy, Berlusconi, nun eben Technokraten, all den Lobbyisten, Interessengruppen und Bürokraten, war dieses Konstrukt die ganze Zeit ein Schönwetterverein, unfähig drängenste Probleme anzugehen, den die erste Brise umwerfen musste. Seit Jahren, genau genommen von Anfang an, war nicht Konvergenz und Gleichgewicht der Weg sondern das Gegenteil, so das jeder realistische und nüchterne Betrachter nur zu dem Schluß kommen konnte, das dieses Projekt schief gehen wird. Aber ich fange wieder an mit Realitäten, damit erreiche ich keinen Idealisten, wobei auch Idealismus eine Basis haben muss und nicht nur von Wunschdenken geprägt sein sollte. Wo die reale Basis für dein Anliegen eines europäisch-planetaren Höhepunktes liegen soll erkenne ich nicht.

      Ebenfalls alles Gute

      Gruß Steffen

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