Griechische NZB saugt den Kreditschrott

von am 9. November 2011 in Allgemein

Gestern veröffentlichte die griechische Zentralbank (Bank of Greece) ihre Bilanz für den September 2011. Diese Daten beinhalten ein paar festhaltenswerte und äußerst interessante Aspekte! Zunächst schwillt wie erwartet die Bilanzsumme scheinbar endlos an. Im September 2011 stiegen die Total Assets auf 159,368 Mrd. Euro. Nicht nur der Anstieg ist bemerkenswert, auch die absolute Höhe von nun bereits 73,2% des für 2011 zu erwartenden nominalen BIPs!

Die Entwicklung der Total Assets der griechischen Zentralbank seit Januar 1999 im Chart. Im September 2011 quillt die Aktiva-Seite der Bilanz auf 159,368 Mrd. Euro auf.

Für die Sicherstellung der Liquidität für das de facto bankrotte griechische Bankensystem und dessen Refinanzierungsbedarf über die Aktiva-Seite der Notenbankbilanz avanciert auf der anderen Seite der Bilanz Target2. Der Refinanzierungsbedarf der griechischen Banken wurde fast ausschließlich aus Target2 gesichert.

Die Entwicklung des negativen Target2 Saldos als Passiva (Verbindlichkeit) in der Bilanz der Bank of Greece. Im September 2011 stieg der Target2 Saldo auf -100,754 Mrd. Euro.

Der Target2 Saldo als Verbindlichkeit entsprach bis vor kurzem fast 1:1 der Aktiva-Seite der Bilanz unter Pos. 5, dies ist die Kreditgewährung an die Kreditinstitute über Hauptrefinanzierungsgeschäfte und die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte:

Die Entwicklung der Kreditgewährung der griechischen NZB an die Kreditinstitute in Mrd. Euro. Diese Daten sind aus zweierlei Sicht interessant, zum einen dokumentieren sie bis Anfang 2008, dass das griechische Bankensystem fast keinen Finanzierungsbedarf über die Notenbank hatte und zum anderen, nach dem explosionsartigen Anstieg auf 103,108 Mrd. Euro eine erstaunliche Divergenz am Ende, zum Pendant dem negativen Target2 Saldo, vor allem bei den aktuellen Daten im September!

Lässt etwa im krisengeschüttelten griechischen Bankensystem der Refinanzierungsbedarf unerwartet nach? …Weit gefehlt, er wurde sogar über andere Kanäle überkompensiert, den die griechische NZB hat faule Wertpapiere (Schulden) der griechischen Banken aufgekauft und bis zur Endfälligkeit in die Bilanz übernommen. Dem negativen Target2 Saldo der griechischen NZB, letztlich eine Forderung der Deutschen Bundesbank, wenn auch formal über die EZB, steht nun nicht mehr ein temporäres Refinanzierungsgeschäft mit griechischen Banken gegenüber, sondern in die Bilanz der griechischen Notenbank übernommene faule Assets. Die sogenannten Remaining Assets der griechischen NZB wuchsen im September 2011 um +20,159 Mrd. Euro.

Die Entwicklung der Remaining Assets seit Januar 1999 in Mrd. Euro im Chart. Im September 2011 stiegen diese Assets auf 41,904 Mrd. Euro. Remaining Assets sind aufgekaufte Wertpapiere die unter Sonstige Finanzanlagen verbucht werden und nun bis zur Endfälligkeit von der NZB gehalten werden.

Diese Aktion der griechischen NZB könnte damit im Zusammenhang stehen, die griechischen Banken für den Schuldenschnitt überlebensfähig zu halten, da nun die Notenbank Teile der betroffenen Assets hält und der Schuldenschnitt bei den Assets der NZBs und den Forderungen der Troika aus den beiden Griechenrettungspaketen nicht angewendet wird. Sollte dies der Fall sein, hat die NZB mehr als die Hälfte der griechischen Staatsanleihen aus dem griechischen Bankensystem aufgesaugt und nur Narren glauben das sie dies zu Marktpreisen getan hat, denn dann wäre dem griechischen Bankensystem nicht geholfen, sondern es wäre sofort pleite. Fest steht das die griechische NZB im massiven Umfang fragwürdige Assets der griechischen Banken aufkauft und im Gegenzug der Refinanzierungsbedarf der Kreditinstitute logischer Weise sinkt.

Noch ein kurzer Blick auf die Einlagen im griechischen Bankensystem. Im September 2011 sanken die Einlagen von privaten Haushalten und Unternehmen um -5,457 Mrd. Euro auf 183,206 Mrd. Euro.

Die Entwicklung der Einlagen bei den griechischen Banken seit Januar 2009 im Chart. Im September 2011 wurde mit -5,457 Mrd. Euro der größte Kapitalabzug aus dem griechischen Bankensystem in einem Monat vollzogen. Seit dem Hoch bei den Einlagen im September 2009 mit 237,824 Mrd. Euro betrug der Kapitalabzug -54,618 Mrd. Euro. Dies entsprach 22,9% aller Einlagen.

Quellen Daten: Bankofgreece.gr/Datenbank monatliche Bilanz der Zentralbank von Griechenland, Bankofgreece.gr/Datenbank Einlagen

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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34 KommentareKommentieren

  • bauagent - 9. November 2011

    Also jetzt ist es so weit. Die Panik bricht los. Irgendwer aus der Brüsseler Szene dürfte Reuters gesteckt haben, dass Paris und Berlin über einen Kerneuro debattieren.

    Van Rompuy dementiert nicht, sondern teilt mit, dass er für den Verbleib des aktuellen Systems plädiert.

    Es gibt aber Verträge. Ist das jetzt lancierter Aktionismus, will man Druck auf die Südländer machen oder ist es einfach die Überlegung, dass eine ” Kern-Junta “, die m.E. ohne Währungsreform mit Frankreich auch untergehen würde, als Euro-Light ?

    Irgendwie passt die Meldung nicht zur derzeitigen Situation oder jat jemand eine bessere Idee?

    Hier der LINK:

    http://www.reuters.com/article/2011/11/09/us-eurozone-future-sarkozy-idUSTRE7A85VV20111109

    • ö.ä. - 9. November 2011

      Und hier nochmal die ganze Nachricht:

      Wenn die Eurozone auf wenige Mitglieder zusammenschrumpfen würde, könnte die Wirtschaftsleistung Deutschlands um 3% sinken und 1 Mio. Arbeitsplätze verloren gehen, sagt EU-Kommissionspräsident Barroso.

  • ö.ä. - 9. November 2011

    Auf Jandaya hab ich folgendes gelesen:

    “Wenn die Eurozone auf wenige Mitglieder zusammenschrumpfen würde, könnte di… Wenn die Eurozone auf wenige Mitglieder zusammenschrumpfen würde, könnte die Wirtschaftsleistung Deutschlands um 3% sinken und 1 Mio. Arbeitsplätze verloren gehen, sagt EU-Kommissionspräsident Barroso.
    vor 59 Min (21:07) – Echtzeitnachricht”

  • anon - 9. November 2011

    “[...]nur Narren glauben das sie dies zu Marktpreisen getan hat, denn dann wäre dem griechischen Bankensystem nicht geholfen, sondern es wäre sofort pleite.”

    Im Kommentarbereich des anderen Beitrags hast du selbst mit festgestellt, dass es für alle Beteiligten auch ausreichend Vorteile gibt, wenn zum Marktpreis gekauft wird. Das es neben Banken noch andere Halter von Staatsanleihen wie Versicherungen oder Pensionsfonds gibt, scheint dir auch ständig zu entfallen.
    Wie wäre es den mit der These, dass nachdem die Griechen ihre liquiden Bankguthaben ins Sichere transferierten, sie nun damit beginnen sich ihre illiquiden Guthaben bei Fonds, Lebensversicherungen und co. auszahlen zu lassen. Um diese auch ins Sichere zu bringen oder um ihrerseits Steuerforderungen des Staates zu begleichen oder um damit die extreme Senkung des Einkommens zu substituieren. Wie auch immer, es zwingt diese Investoren zum Verkauf ihre Papiere, um die Guthaben ihrer Kunden auszahlen zu können, da sie kein Zugriff auf die Repos der NZB haben.

    • Querschuss - 9. November 2011

      Hallo Anon,
      bitte Anon, Marktpreise bei griechischen Staatsanleihen sind weder für griechische Banken noch für Pensionsfonds eine Option. Hast Du dir die Kurse der Staatsanleihen am Markt mal angesehen. Wenn Banken zu diesen Kursen verkaufen ob am Markt oder an die NZB löscht dies ihr schmales Eigenkapital sofort aus. Wie im Artikel angerissen, seit Juni 2011 sind die Remaining Assets um +39,9 Mrd. gestiegen und die Kreditgewährung an die Banken um -24,9 Mrd. gesunken. Nur die Krisensituation in Griechenland insbesondere bei den Banken hat sich seit Juni weiter zugespitzt, insofern dürfte der Liquiditätsbedarf höher sein. Wenn bei den Remaining Assets der NZB auch Staatsanleihen von Pensionsfonds enthalten sein sollten, macht dies die Sache auch nicht besser. Denn griechische Staatsanleihen sind unwiderruflich Schrott. Nur allein aus der Ausweitung der Bilanzsumme der griechischen EZB geht eine immer größere Gefahr aus, da diese auf der Aktiva-Seite viele fragwürdige Assets abbildet. Dies sollte unstrittig sein oder?
      Bei jedem Artikel zu Notenbanken bist Du zur Stelle, schön so eine Verlässlichkeit in schwierigen Zeiten.

      Gruß Steffen

  • LL - 9. November 2011

    Hallo Steffen,

    in Bezug zum griechischen Bankensystem: Wenn Griechenland aus dem Euro austreten würde, dann wäre das Bankensystem faktisch pleite. Liegt das größere Problem für (Kern-)Europa aber nicht bei den CDS? Bis dato hat man mit einem “freiwilligen” Schuldenschnitt für Griechenland dafür gesorgt, das die CDS rechtlich nicht durchsetzbar sind. Wenn aber Griechenland ganz offiziell pleite ist, dann würden die CDS greifen. Zwar liegen in den Büchern der europäischen und amerikanischen Banken scheinbar wenig CDS-Nettopositionen, doch die Bruttopositionen sind mehrere Hunderte Milliarden hoch. Ein Counterparty-Risk-Präzedenzfall (AIG lässt grüßen) würde das komplette Bankensystem in den Ruin stürzen. Was wiegt also schwerer deiner Meinung nach? Eine Insolvenz und Restrukturierung Griechenlands durch einen Euro-Austritt mit den CDS-Gefahren oder eine dauerhafte Subventionierung Griechenlands durch die Euro-Kernländer (status quo) ?

    Gruß, LL

    • Querschuss - 9. November 2011

      Hallo LL,
      das Netting der Griechen CDS beträgt “nur” 75 Mrd. Euro, wenn ich mich richtig erinnere, leider ist momentan kein Zugriff auf die Datenbank der Depository Trust Clearing Corporation (DTCC) möglich, dies ist beim gesamten bereits angerichteten Schaden nicht die Hausnummer, die dazu führen sollte am Fehlkonstrukt festzuhalten. Nach offizieller Lesart zählt doch nur das Netting oder etwa doch nicht?

      Gruß Steffen

  • bauagent - 9. November 2011

    Hallo Steffen,

    Danke für Deine Einschätzung.

    Was mir Sorgen macht, ist die Tatsache, dass Reuters heute knapp nach Börsenschluss mit einem solchen Knaller heraus kommt.

    Es wirft ja eine Menge Fragen:

    1) Will Frankreich noch schnell auf den Zug eines Nord-Euros aufspringen, bevor ein Rating
    das verhindert?

    2) Kommt diese gezielte Indiskretion, lanciert von der anglo-/ amerikanischen Seite, um die
    derzeit besonders sensible Situation auszunutzen und für Panik zu sorgen?

    3) Wie soll eine Aufteilung der Eurozone in 2 Geschwindigkeiten überhaupt funktionieren?
    Um Dich zu ziitieren: “Leider wurde und wird der Schaden maximiert, da immer mehr faule Assets bei den Zentralbanken landen und gerade die deutschen Forderungen uneinbrinbar sind, ist aber alles nichts Neues”

    Es gibt da ein Karnevalslied, dass meine Frage zusammenfasst:

    Wer soll das bezahlen? Wer hat soviel Geld?

    Ich wüsste im Moment keine andere Antwort als eine Währungsreform, um aus diesem Konstrukt heraus zu kommen.

  • KD - 9. November 2011

    Nachdem “anscheinend” die Probleme in der EuroZone die nächsten 10 Tage endlich in ganzer Größe sichtbar werden (Ausnahme Target 2, das kommt zuletzt), wird das Geld am Markt in GB und US Bonds fließen. Werden die Probleme in der Eurozone nicht gelöst (was mittlerweile einem Wunder nahe kommen würde), liefert das eine Steilvorlage damit GB und USA einen Schuldigen hat, obwohl diese ganz offensichtlich auch das große Loch im Keller nicht mehr stopfen können. Das alleine hätte für die Finanzmärkte in naher Zukunft gereicht. Aber wenn alle in Glashaus sitzen…

    Das heute Nachmittag am ca. 13:30 Uhr die ItalyBonds ein wenig zurück kamen hat die EZB sicherlich einen Batzen gekostet – die Zahlen sind dann aber leider erst in ca. 2 Monaten zu finden; vorher rücken die da nichts raus, oder? Gibts ne andere Möglichkeit, das irgendwo nach zuforschen?

    Hoffe Querschuesse sichert die Artikel samt der Kommentare gut – so zusammenfassend und konzentriert wie hier, gibts das nirgends im Web und für später als Archiv – samt den Datumsangaben wird das sehr interessant, ab wann hier bereits der Fortverlauf geschrieben steht/stand.

    Für meinen Teil steht meine Liste an Gegenständen, die ich die nächsten 4 Wochen kaufen werde (bzw. die auch auf zwei Tage kurzfristig auch zu haben sind) um auf Nummer sicher zu gehen… Die Welt geht ganz sicher nicht unter, wenn das Kartenhaus fällt – aber lustig wirds sicherlich auch nicht.

    btw: Finde auch den neuen härten Stil (samt Wortwahl und Slang) in den Artikel der Situation angemessen – danke, Steffen; es drückt das aus, was in vielen vorgeht und damit schaffts auch ein Ventil… Nur vor dem Bildschirm schreien hilft ja keinem – und bevor hier jemand kommt mit: Dann geh mal auf die Strasse; war ich schon. Ist aber noch zu früh, da der liebe Blödmichl und die Dummliesl in der Masse nicht soweit ist.
    Und ja: Unsere vierte Gewalt ist tot.
    Die fünfte Gewalt in Form von Blogs – diese lebt und erblüht jeden tag besser
    Die sechste Gewalt – die Strasse wird zu gegebener Zeit auch wieder leben. Das ist dann die letzte Instanz. Und nur sehr selten in der Geschichte wurde ohne Schweiß und Blut was Neues aus Altem. Gilt für alle Lebensbereiche; fürs alles gibts “Kosten”. Alles neue ist ne Chance.

    Denn wie sagte ein Freund kürzlich zu mir:
    Weiß gar nicht was da los ist und was Du da erzählst?! Uns gehts doch gut.
    Stimmt, das trifft im Moment noch für viele zu.
    Wobei hier gibts allein in der Bananenrepublik ebenfalls ein Gefälle von Nordost nach Süd (Ballungszentren ausgeschlossen) …

  • LL - 9. November 2011

    Hallo Steffen,

    ich habe nur die Nettopositionen der fünf großen amerikanischen Banken im Kopf, diese sollen weit aus geringer sein, da sie sich anscheinend geschickt gehedged haben (&Ankauf und Verkauf von CDS) und daher “sicher” geschützt seien gegenüber eines Zahlungsausfalls Griechenlands. Das Problem hierbei: AIG hatte sich auch geschützt, leider hatten sie nach geraumer Zeit kein collateral mehr, und es kam zu einem “Counter-Party-Ereignis”, Bei einem Zahlungsausfall Griechenlands sind die Bruttopositionen von enormer Bedeutung (Counter-Party-Risk). Das wissen natürlich die Politiker in Europa, deswegen gab es nur einen “freiwilligen” Schuldenschnitt, und ein CDS-Desaster blieb uns erspart. Im Weiteren wird die Bankenlobby schon dafür sorgen, dass es keine Insolvenz und Euroaustritt Griechenlands geben wird, die Kosten für den Bankensektor sind nicht objektiv errechenbar und viel zu riskant als so einen Schritt tatsächlich zu erwägen. Leider ist der status quo auch nicht gerade toll: Die Wertschöpfung & der Industriesektor Griechenlands sind total am Boden, eine baldige Erholung wird durch das Euro-Korsett nicht so schnell möglich sein.

    Gruß, LL

  • matt_us - 10. November 2011

    @LL
    “ich habe nur die Nettopositionen der fünf großen amerikanischen Banken im Kopf, diese sollen weit aus geringer sein, da sie sich anscheinend geschickt gehedged haben (&Ankauf und Verkauf von CDS) und daher “sicher” geschützt seien gegenüber eines Zahlungsausfalls Griechenlands.”

    Ich meine als ich das letzte Mal geguckt habe waren es 75 Mrd Euro Brutto CDS auf Griechenland und 4 Mrd netto. Insgesamt, nicht nur amerikanische Banken.

    Was die hier sagen, “geschickt gehedged.sicher geschuetzt,” na, Mal abwarten. Wenn einer aus dem CDS Brutto hin und her verkaufen von CDS ausfaellt. kann der Schadensfall naeher an 75 Mrd sein, als an 4 Mrd. Was aber richtig ist, ist dass die Nettosumme kleiner geworden ist. Vor ein paar Monaten war die Nettosumme noch 9 Mrd. Also die Banken haben entweder ihr Risiko verkleinert, mussten Margin Calls (Cash an CDS Kaeufer) zahlen, oder CDS Kontrakte liefen aus.

  • Tourist - 10. November 2011

    “ich habe bisher von niemandem eine realistische Darstellung gesehen, wie eine Auflösung des Euro im Ablauf zu bewerkstelligen wäre, ohne dass ein sofortiges Chaos vorprogrammiert wäre. ”

    Da ist was dran … möchte ich hinzufügen und nicht ohne Grund!

    Gruss Tourist

    • stulle - 10. November 2011

      “[...] und deshalb erwarte ich eine ‘Währungsreform’ und das Euro-Ende erneut erst dann, wenn wir am Boden liegen.”

      Das suggerieren ja an sich auch die Charts, dass es irgendwie immer “zu spät” sein muss(te). Zumindest aus “ökonomische Sicht”. Und wenn man sich die “Geschichte der Ökonomie” der letzten 2/3 Jahrhunderte in dem Aspekt “ökomomisch sachlich und fachlich korrekt” ansieht, mutet das ganze eher wie die “Geschichte der Fehlallokation von Kapital” an.

      Und heute sind wie an einem Punkt, an dem der ganze Planet, bei grundsätzlich wohl noch recht weit geöffneten Zeitfenster, bis in alle Ewigkeit “das selbe” machen möchte – “wirtschaften”. Und diesmal “fachlich korrekt”. Ohne “Fehlallokationen”. Und alternativlos.

      “Spannend” bleibt’s auf jeden Fall. :)

      Gruß und Dank an die Runde.

  • Querschuss - 10. November 2011

    Hallo LL, hallo matt_us,
    matt_us hat sich besser erinnert, der Marktwert der CDS auf Griechenland beträgt 74,338 Mrd. Dollar und das Netting nur 3,530 Mrd. Dollar. Dies sollte nicht das Hauptproblem sein, selbst wenn eine Gegenpartei ausfällt, da wurde schon ganz andere Mitspieler und Summen vom Steuerzahler gerettet.

    Gruß Steffen

  • philipp johannes - 10. November 2011

    ihr sprecht aber nur über die cds auf griechenland;
    nicht auf italien z.b.
    da werden die summen ja deutlich höher sein.

    • Querschuss - 10. November 2011

      Hallo Philipp Johannes,
      Marktwert der CDS auf italienische Staatschulden 309,126 Mrd. Dollar, Netting 20,813 Mrd. Dollar.

      Gruß Steffen

  • ö.ä. - 10. November 2011

    Ein interssanter Artikel des “Standard” zu möglichen weiteren Entwicklungen in der Eurozone wie ich finde:

    http://derstandard.at/1319182429263/Ende-November-Eine-Katastrophe-kommt-selten-allein

    • philipp johannes - 10. November 2011

      die drohende – wohl auch kommende rezession – ist nicht so gewichtig und gewaltig wie die drohende depression.
      das ist das wirkliche desaster.

      ich fürchte das haben legrande und merkel auch mit der dekade der dunkelheit ( meine worte ) wohl gemeint.
      depression und damit einhergehende inflationsraten von 5 – 9 % sind tödlich.
      das halten die menschen – um die geht es !!! – nicht aus.

      das szenario ist nicht auf den euro oder europa beschränkt zu sehen, es gilt für weltweit wenn wir über den teich und nach dem reich der mitte schauen.

      griechenland ist nicht mehr das thema.
      das sollten die medien mal mitbekommen.
      die machen da eine show über die probleme der regierungsbildung das es mir übel wird.
      das ist schnee von gestern.

      • ö.ä. - 10. November 2011

        Danke für das Statement, bin ja keine Ökonomin, daher fällt es mir schwer, das Ganze abzuschätzen.
        Aber wo ich es gerade sehe, die “deutschen Mittelstandsnachrichten” empfinde ich als sehr unseriös, da gibt es ja teilweise kaum Quellenangaben. (Nicht böse gemeint nur mein Eindruck.)

        • philipp johannes - 10. November 2011

          das thema welche medien seriös sind wäre ein sehr ansprechendes thema.
          ich fürchte da werden nicht viele finden die wirklich seriös arbeiten.
          z. b. wenn ich die tagesthemen sehe und dort hinhöre wird mir oft übel von dem kappes den ein öffentlich rechtlicher sender verbreitet.
          das würde ich einsortieren unter verdummungsorgie im auftrag von ……..

          ich versuche keine nachrichten ohne quellenangaben zu verbreiten.
          falls doch – pardon und ich gelobe besserung.

    • ö.ä. - 10. November 2011

      EU-Währungskommissar Olli Rehn: “Das Wachstum in Europa ist zum Stillstand gekommen, und es besteht das Risiko einer erneuten Rezession.”
      vor 3 Min (10:38) – Echtzeitnachricht

      EU-Kommission: Verschuldung Griechenlands dürfte völlig aus dem Ruder laufen und 2012 und 2013 jeweils knapp 200% vom BIP erreichen. 2011 soll die Verschuldung bei 163% vom BIP liegen.
      vor 4 Min (10:37) – Echtzeitnachricht

  • philipp johannes - 10. November 2011

    danke steffen.
    ___________

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/31419/

    Merkel plant angeblich Möglichkeit des Euro-Austritts

    _________________

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/31433/

    Allein die Commerzbank und die Deutsche Bank besitzen Bestände italienischer Staatsanleihen im Wert von fast 19,4 Milliarden Euro. Mit Abstand größter Gläubiger ist die französische Finanzwirtschaft mit satten 290 Milliarden Euro.

    ——
    die italienischen banken – wen wundert es – sind happig dabei.

  • jmg - 10. November 2011

    Schöne Übersicht von Reuters über das Bank Exposure in Europa (Stand Juni 2011).
    Man klicke auf Italien, dann auf Frankreich. Von der Lösung des Italien Problems hängt die Wiederwahl von Sarkozy ab. Deutschland hängt auch mit drin, allerdings mit wesentlich kleinerem Betrag. Bekommt Frankreich ein Problem, dann wird das auch zu einem Problem für die City of London und Deutschland.

    • Bernd Klehn - 10. November 2011

      img

      Danke, tolle Graphik. Den stärkten Kapitalabbau würde ich als deutscher Kapitalanleger allderings in UK (511Mrd. Dollar) und erst dann in Frankreich (223) vornehmen. Dort habe ich in Vergangenheit das Geld verloren und werde es noch stärker in der Zukunft tun.

      • Bernd Klehn - 10. November 2011

        Übrigens tritt auch Luxemburg (162Mrd Dollar) als deutesche Finanzdrehscheibe zu Tage. Man kann gerne die Target2-Zahl von Luxemburg (60 Mrd. Euro) Deutschland zurechnen.

  • vegaman - 10. November 2011

    Hallo Steffen,

    wenn ich das richtig interpretiere ist das mal wieder eine kreative Art unserer Südfreunde auf unsere “Kosten” (besser Risiko, denn theoretisch könnten wir ja die TARGET2-Salden wieder zurück bekommen…mann habe ich nachts tolle Träume;-)) Geld zu “drucken”. Nichts anderes ist es doch.

    Beste Grüße

    vegaman

  • philipp johannes - 10. November 2011

    wo sage ich das ich ein befürworter dieses angeblich not wendigen überproportionalen wachstums wäre ?
    wat für ein kappes.

    ebenso bin ich nicht für hohe zinsen und auch nicht für absurd niedrige zinsen.
    zins muß zahlbar sein.
    d. h. für mich wenigstens innerhalb einer generation von ca. 20 jahren sollte z. b. ein haus finanzierbar sein.

    natürlich muß der mensch vorneweg stehen.
    stichwort agenda 21 und nachhaltigkeit.
    google berät sie im falle von fragen.

    ok ich lebe nicht wie die indianer mit meiner umwelt aber auch nicht wie ein citipirat.
    ich überschaue meine umwelt soweit mir möglich.
    täte das jeder würde es ein wenig besser bestellt sein mit unserem planeten.

    • philipp johannes - 13. November 2011

      es muß immer welche geben die meinen sie wüßten es.
      allgemein nennt man sie besserwisser.
      hier wohl paule…

      grüßlies und sayonara

  • MagnaBavaria - 10. November 2011

    Heftig:
    “Die Zahlen der griechischen Währungsbehörde sprechen eine klare Sprache: Innerhalb eines Monats wurden 5,46 Milliarden Euro abgezogen, auf das ganze Jahre 2011 bezogen sogar 26,4 Milliarden Euro.”

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/31536/

  • Bernd Klehn - 10. November 2011

    Es besteht so oder so kein großer Unterschied zwischen festen und flexiblen Wechselkursen. In beiden Fällen müssen, wenn man das Finanzkasino außer acht lässt, Nettoauslandsschulden und Leistungsbilanzdefizite in Ordnung gebracht werden. Gelingt dieses nicht rechtzeitig kommt es zum Wirtschaftskreislaufstillstand. Im Fall der eigenen Währung verfügt man dann für sehr lange Zeit über kein internationales Zahlungsmittel mehr. Im Verbund einer Währungsunion besteht dieses Zahlungsmittel weiter, ist aber im Allgemeinen nur sehr schwer zu erlangen, nicht aber für solvente Unternehmen im Krisengebiet. Ich würde als betroffener immer den zweiten Weg wählen und die Konsequenzen einer Währungsunion tragen.

  • Bernd Klehn - 10. November 2011

    Jetzt wird Frankreich auf ein “vernüftigeres” Niveau gesetzt. Jetzt fehlen als letzes eigentlich nur noch USA, UK und zum Schluss Deutschland und endlich ist das unvernüftige Niveau, welches man durch gelddrucken herstellen wollte, beendet. Der Schaden des gelddruckens wird allerdings bleiben.

    http://www.pigbonds.info/

  • Bernd Klehn - 10. November 2011

    Deutschlands Target2 hat sich im Oktober um 16Mrd. auf 465.514,789 Mio erhöht.

    http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=&func=row&tr=EU8148

  • khaproperty - 10. November 2011

    Target-Salden dokumentieren, was die Steuerzahler der solventen (also: Deutschland) Länder für all die eigenen Exporte in PIIGS, vornehmlich GR, zu bezahlen haben. Für D sollen es bereits 33% von an die 150 Mrd. Euro sein. Danke sehr.
    Die Gedanken zur Kern-Eurozone sind nur die Vorläufer zur generellen Rückabwicklung in je nationale Währungen – für alle. Nur dann könnte sinnvoll operiert werden, was bisher an Geschwüren überall im Euroraum – nicht der Wirtschaftsunion, soweit sie eben reicht – herangezüchtet wurde.
    Kern- oder Null-Euro ist praktisch dasselbe, nur ist das letzte besser, weil gut für alle, nicht nur die paar Ausgeschiedenen.

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