Griechische reale Einzelhandelsumsätze mit -8,9%
Gestern berichtete das griechische Statistikamt ELSTAT die Daten zu den realen griechischen Einzelhandelsumsätzen für November 2011. Um weitere -8,9% zum Vorjahresmonat schmierten im November die realen (preisbereinigten) Umsätze ab (Oktober: -10,8%, September -6,5%). Selbst nominal ging es um immer noch kräftige -6,3% abwärts. Damit bleibt der Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität in Griechenland weiterhin getragen von einem kräftigen Rückgang der Konsumausgaben der privaten Haushalte, darunter die im Einzelhandel, in Folge der Einkommensrückgänge bei den breiten Masseneinkommen.
Die realen Umsätze im Einzelhandel und seiner Subsektoren im November 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die griechischen Daten zu den Einzelhandelsumsätzen hängen im Vergleich zu den anderen Ländern der Eurozone immer um einen Monat hinterher.
Saisonbereinigt sanken die realen Einzelhandelsumsätze um eine verminderte Rate von nur -0,14% zum Vormonat und so stellen sich die saisonbereinigten Daten zu den realen Einzelhandelsumsätzen laut Eurostat dar:
Im Chart der Index der realen und saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze ohne Kfz-Handel seit Januar 2000. Der November 2011 generiert ein neues Tief mit 81,11 Indexpunkten und der Index befindet sich auf dem tiefsten Stand seit März 2001. Zum Hoch im März 2008 sind die realen Einzelhandelsumsätze um kräftige -30,9% eingebrochen.
Diese Daten fügen sich weiterhin nahtlos in die bisherige Entwicklung ein, statt Wachstum, Wertschöpfung, Jobs und Einkommen organisiert man Schrumpfung, Arbeitslosigkeit, sinkende Realeinkommen und in Folge sinkenden Konsum.
Quelle Daten: Statistics.gr/INDEX IN RETAIL TRADE November 2011, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank
Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

der Bauer vom Hunsrück - 1. Februar 2012
nein, das ist keine Depression, nein, das ist der Ruin und man möge bitte darauf achten, was aktuell mit GR exerziert wird, wächtst und gedeiht dank der Unerbitlichkeit des Klassenfeindes auch in P, S, I, demnächst in F und wenn alle Schwachstellen während dieser Pilotprojektphase ausgemerzt wurden, auch D.
Die Rente is´sischä, so Kohl´s Blüm, jaja, so sischä, wie dass die Erde eine Scheibe ist.
marc - 1. Februar 2012
ohne kommentar :
http://www.welt.de/wirtschaft/article13845436/IWF-fordert-Athen-zu-drastischen-Lohnkuerzungen-auf.html
Lazarus09 - 1. Februar 2012
Ein untruegerisches Zeichen .. das muss der Aufschwung sein !!
Sarkasmus aus..
Lazarus09 - 1. Februar 2012
Zurück zum Manchester Capitalism’s …
Appaloosa - 1. Februar 2012
@Lazarus: Da sind wir schon sehr lange. Ich habe das Gefühl, dass M. Thatcher immer noch an der Macht ist bzw. im Hintergrund die Fäden zieht.
mitwisser - 1. Februar 2012
Es ist allerdings auch nicht normal, wenn in einer Bevölkerung die nicht wächst und keiner grösseren Inflation ausgesetzt war, diese Umsätze in 8 Jahren um 50% wachsen.
Dass hier einige Jahre auf Pump Konsumparty gefeiert wurde, müssen sich die Griechen dann doch vorhalten lassen. Möglich hats aber nur der Euro gemacht, denn die Drachme hätte entsprechend abgewertet und ihre dämpfende Wirkung gehabt.
Knut34 - 1. Februar 2012
Wenn man sagt, dass GR durch den EUR eine Konsum Blase/Party hatte, dann muss man auch sagen, dass die Einzelhandelsumsätze nun wieder eher auf normelen Niveau liegen als noch in 200-2010!
Bedenklich ist nur, dass die Griechen immer noch mehr verpulvern als sie verdienen….
Michael - 1. Februar 2012
Bekannt ist aber, dass man in Deutschland mit 67 in Rente geht, in den “geplagten” Südländern weitaus früher. Ihre Pleite ist zweifelsfrei selbst verschuldet, wenn sie 5% BIP in die Rüstung pulvern ist es allein ihr Verschulden. Wenn sie einen öffentlichen Sektor haben, der 60% aller Beschäftigten umfasst, rundet das das Bild ab. Von wegen haircut. Die sollen die Drachme wieder einführen. Dann merkeln sie, was sie sich wirklich leisten können. Die Griechen haben jedes einzelne Jahr 8 Mrd. € Subventionen gekriegt. Jetzt die “Rettungspakete” und den “haircut”. Erfolg ? Null komma null. Drachme zurück und Schluß. Lieber ein Ende in Schrecken, als diese Parasiten länger im europäischen Pelz. Ich bin bei anderen notleidenden Völkern nicht der Meinung, obwohl auch die ihre Probleme auch selbst verursachten, mit den Griechen hilft nur tabula rasa. Das haben sie seit 3 Jahren bewiesen. Raus aus dem Euro mit diesem Volk !
Kistrof - 1. Februar 2012
Bei dem Wort “Parasiten” hast Du Dich ordentlich im Ton vergriffen. Das hat in einem seriösen Blog nichts zu suchen.
Es macht in meinen Augen auch wenig Sinn den Griechen die alleinige Schuld an der Misere zuzuschreiben. Unbestritten haben die Griechen bzw. deren Elite fahrlässig, unverantwortlich und äußerst blauäugig gewirtschaftet. Die Geschichten über Korruption, Schlampigkeit und Ineffizienz füllen ganze Bücher.
Wahr ist aber auch, dass die anderen Länder GR in die Eurozone aufgenommen haben wohlwissend, dass deren Wirtschaft dem Euro nicht gewachsen ist. Die Banken haben nicht hingeguckt, die Ratingagenturen nicht, Brüssel nicht etc. Es ist schon reichlich naiv einen Alkoholiker zu heiraten und dann ganz empört zu reagieren wenn die Haushaltskasse in der Kneipe landet.
Es geht noch weiter: Es war eine explizites Ziel der Währungsunion den Exportnationen “Märkte zu erschließen”. Deutschland hat von den niedrigen realen Wechselkursen und der Marktliberalisierung profitiert. Es gibt durchaus Stimmen (z.B. W. Münchau) die Deutschland(!) ein “parasitäres Verhältnis” zu seinen Nachbarn bescheinigen. Den Standpunkt muss man nicht teilen, aber dass die Euro-Krise auch und vor allem durch die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der Länder bedingt ist, steht wohl außer Zweifel.
Simple Schuldzuweisungen und monokausale Erklärungen geben den Wählern vielleicht das schöne Gefühl auf der “richtigen” Seite zu sein. Zu einer Lösung trägt das nicht bei und einen Lerneffekt bewirkt das ebenfalls nicht.
boris - 1. Februar 2012
@Michael
Finde deinen Kommentar ebenfalls schwach – weil er nur eine Seite darstellt. Wie bereits erwähnt, die EU hat Griechenland zu Unrecht aufgenommen, da hat Deutschland wohl auch zugestimmt. Dazu sind die Massnahmen, welche die EU gegenüber Griechenland fordert, nicht wirklich intelligent. Ausser dass sich das Land zu Tode sparen soll (und das Defizit grösser wird) – kommt nichts.
Schuld hat für mich jeder, der die EU zu dem gemacht hat, was sie heute ist – und da waren nicht nur Griechen dabei…
sunwalker - 1. Februar 2012
mit den Griechen hilft nur tabula rasa. Das haben sie seit 3 Jahren bewiesen.
Ich glaube so einfach geht das nicht, daran besteht noch kein ernsthaftes Interesse Seitens diverser politischer und wirtschaftlicher Kreise, die Umverteilung der Vermögen ist noch nicht zu Ende und Griechenland und Co. sind nur Mittel zum Zweck.
Papandreou wollte eine Volksabstimmung über den Austritt Griechenlands, Ruck zuck war er weg vom Steuer. Das wäre aber mal echte gelebte Demokratie gewesen, dann wäre Klarheit über die Meinung in Griechenland zur EU.
Aber das hat man verhindert, denn es könnte ja etwas unbequemes zu Tage kommen.
– vielleicht wollen die Griechen schon lange nicht mehr EU Mitglied sein
- vielleicht wollte der normale einfache Büger nie in die EU
.. wer weiß, wer weiß…
Roland - 1. Februar 2012
Auffällig ist, dass es ordentliche Einschnitte im Nahrungsmittel- und Getränkebereich git.
Baut der ärmere Teil Griechenlands jetzt wieder seine Tomaten auf dem Balkon an ?
Kistrof - 1. Februar 2012
ja, stimmt tatsächlich:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1466586/
der Bauer vom Hunsrück - 1. Februar 2012
ich lese hier immer nur die Griechen, wenn die, und die, und dann die, und die Parasiten….wird der Blog hier langsam unterwandert von Asozialen?
1. sind es nicht die Griechen, die auf Pump gelebt haben, sondern der Staat GR
2. sind es nicht die GR die auf Pump Autos aus D gekauft haben, sondern wohl eher die besser betuchten
3. sind es nicht die GR die für einen Rüstungetat von 5% die Hand aufhalten
4. sind es nicht die GR, die einer hier in einem Anfall von Entgleisung asl Parasiten titelt
Gerade, für euch ihr Schlauköpfe hier die Aufgabe:
Wennn eure Kinder, so ihr denn welche habt, euch in 20 oder 30 jahren, während sie immer noch mangels adäquadter Entlohnung oder horrender Studiengebührenkredite im Hotel Mama & Papa wohnen, euch fragen, wie war das vor 30 Jahren? Wie habt ihr damals gelebt? War das Leben damals auch schon so trist und schwer für die meisten? Wo ist der ganze Wohlstand hin? War das Wasser aus der Leitung schon immer von so mieser Qualität? Wie konntet ihr es euch damals leisten 20 km auf die Arbeit zu fahren im eigenen Auto? Was werdet ihr dann antworten?
Ja, wir haben es nicht kommen sehen oder werdet ihr die Wahrheit sagen, wir haben es kommen sehen, wußten aber nicht wie wir uns dagegen wehren sollten; ja wir haben es kommen sehen, aber es ging uns ja so gut, dass wir nix dagegen machen wollten, ja wir haben es kommen sehen, aber wir waren zu feige, dagegen vorzugehen, wir sind halt wählen gegangen, mehr war nicht drin…….
was werdet ihr dann antworten? Wir waren Parasiten?
Freiheit herrscht nicht, Freiheit muß man sich erkämpfen um die Herrschaft los zu werden.
So und jetzt sollten die, ja genau die, die die Griechen meinen und sich möglicherweise nicht einmal differenzoerter auszudrücken vermögen, mal drüber nachdenken über die, die Eltern von damals, die sie in 20 oder 30 Jahren sein werden.
Armin - 6. Februar 2012
@ der Bauer vom Hunsrück:
Erst einmal gebe ich Dir recht, wenn Du eine Differenzierung zwischen dem Volk (“den Griechen”) und der politischen Klasse (das sind in Griechenland im wesentlichen zwei Familien-Clans) forderst.
Dennoch ist die Steuerhinterziehung in Griechenland, so lange ich das Land bereise (und das sind ca. 25 Jahre) ein völlig normaler Bestandteil des Alltags. Jeder macht das.
Z.B.: Das ganze Land ist voller Häuser die offiziell nie fertig gebaut wurden (Eisenstangen schauen aus den Beton-Säulen und -Wänden). Warum: weil es weniger bzw. keine Steuer auf`s Eigenheim kostet.
Und so könnte man hunderte Beispiele nennen, die in Griechenland völlig normal sind. Und so von ganz normalen einfachen Bürgern begangen werden.
Ist das schlimm?
Na klar, für den Staat schon, aber für die Bürger doch völlig normal. Wir alle würden es doch ganz genauso machen, wenn es der Staat uns so einfach machen würde ihn zu bescheißen!
Dennoch sind die Griechen ein ganz nettes liebenswertes Völkchen, das eben seit Jahrzehnten mies regiert wird, von einigen wenigen Clans die sich daran gesund stoßen.
ABER:
Deine Vergleiche mit der achso schlimmen Umwelt und den Kindern die Ihre Eltern später mal fragen…, hinken allerdings extrem.
Und das Märchen von den exorbitant hohen Studiengebühren ist nur ein weiteres Beispiel für eine ideologisch verblendete Weltsicht.
So lange ein Kindergartenplatz noch mehr als ein Studienplatz kostet kann das eigentlich nicht einmal ein durchschnittlich gebildeter Deutscher ernsthaft von sich geben.
Wer dann mal im Ausland studiert hat, der kann über solche Aussagen nur milde lächeln!
Nachfrager - 1. Februar 2012
Jetzt kommt mal wieder runter. Die Griechen haben 2011 genausoviel für Konsumartikel ausgegeben wie 2001. Haben die Griechen in 2001 etwa schlecht gelebt?
dank - 1. Februar 2012
Schlecht gelebt haben die Griechen 2001 allgemein gesprochen nicht.
Aber haben die Griechen an Konsumartikel 2011 auch das gleiche für ihr Geld erhalten wie 2001?
Sehr wahrscheinlich nicht.
Nachfrager - 1. Februar 2012
Zustimmung, dann sind sie jetzt vielleicht teuerungsangepasst auf dem Niveau von 1990. Auch hier sehe ich kein Problem.
dank - 1. Februar 2012
Bin mir da nicht so sicher, ob wir uns das so einfach machen dürfen.
Beispiel: Angenommen eine Familie erhielt damals mit dem monatlichen Einkommen jeden Tag ein Brot. Mit dem jetztigen Einkommen (als nach Eingriff der EU-Sheriffs) ist das nun vielleicht nicht mehr so. Dem Weltmarkt für Getreide ist es leider herzlich egal, ob die Gehälter gekürzt wurden oder einer mehr arbeitslos ist, wel die Wirschaft grad nicht so will.
Überspitzt gesagt:
Die Tonne Weizen ein paar Euro teuerer und schon verhungern weitere Menschen, die sich eben noch 3 wöchentliche Mahlzeiten leisten konnten, während sich einer, der sowieso genug auf dem Konto hat, die paar jämmerlich asozial verdienten Dollars in sein eh schon dickes Portemonnaie steckt.
der Bauer vom Hunsrück - 1. Februar 2012
@ Nachfrager;
ich war noch garnicht oben!
geh doch mal auf dasgelbeforum.de dort kannst du lesen, wie teilnehmer aus GR ihre Situation schildern…schön und hoffnungsvoll ist anders.
hunsrückbauer - 2. Februar 2012
GR das Land mit der Geschichte, auf die sich die ganze westliche und damit die halbe Welt bezieht, GR, das Land, das nach Italien von “uns” Deutschen als nächstes Urlaubsland entdeckt wurde; GR das Land aus dem die ersten Gastarbeiter kamen um am deutschen Wirtschaftswunder mitzuwirken; GR, das Land, das sich angeblich in die €-Zone gemogelt hat (eher wohl gemogelt wurde und werden mußte); GR das über seine Verhältnisse lebte (wie alle anderen €-Land-Staaten auch); GR das Pilotprojekt es Kapitalismus und seiner Vasallen zur marktwirtschaftlichen Konditionierung eines ganzen Volkes.
Marktwirtschaft = f(Kapitalismus) und Volk/Staat/friedliches Zusammenleben = f(relativer Wohlstandsgleichheit) das kann nicht funktionieren. Der Beweis sollte inzwischen ausreichend geführt worden, das Ergebnis klar sein. Was jetzt noch folgt ist für die Beantwortung der Fragestellung nicht mehr relevant und die Gestaltung einer friedlichen Zukunft nicht dienlich. Es ist pure Machtdemonstration und Willkür und wird entsprechend geahndet werden. Die Zeit wird kommen.