Griechisches Staatshaushaltsdefizit steigt

von am 10. August 2011 in Allgemein

Wie das griechische Finanzministerium heute mitteilte, sanken die Steuereinnahmen in den ersten 7 Monaten des Jahres 2011 um -6,4% und die Ausgaben kletterten um +7,1%, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Staatshaushaltsdefizit kletterte um beachtliche +24,6% in den ersten 7 Monaten auf 15,513 Mrd. Euro, nach 12,449 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum!

Die Tabelle des griechischen Finanzministeriums mit dem Staatshaushalt in den ersten 7 Monaten 2011. Das Staatshaushaltsdefizit weitete sich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um +24,6% aus, auf 15,513 Mrd. Euro. Damit verfehlt man das anvisierte Ziel beim Defizit deutlich.

Die sinkenden Staatseinnahmen sind vor allem auf ein Schrumpfen der Wirtschaftsaktivität zurückzuführen, im Umkehrschluss die gestiegenen Ausgaben ebenfalls. So auf erhöhte Staatszuschüsse für die Sozialversicherungen (1,691 Mrd. Euro) in Folge reduzierter Einnahmen aus den Sozialbeiträgen, auf die erhöhten Zuschüsse an die Arbeitsämter (301 Millionen Euro), auf erhöhte Zuschüsse an Krankenhäuser in Höhe von 779 Millionen Euro und auf erhöhte Zuschüsse an diverse Fonds der sozialen Sicherheit in Höhe von 1,658 Mrd. Euro. Auch die erhöhten Zinszahlungen schlugen zu Buche mit +1,305 Mrd. Euro auf 10,218 Mrd. Euro. Gespart um kräftige -37,6% bzw. um -1,581 Mrd. Euro wurde hingegen bei den öffentlichen Investitionen, nur dies verschärft die Rezession!

Zieht man noch die geleisteten Verbindlichkeiten für die Anleihen der Sozialversicherungen und die hohen Rückzahlungen für die Verbindlichkeiten der griechischen Krankenhäuser hinzu, kommt ein Desaster zum Vorschein:

Mit den Zahlungen aus den Verbindlichkeiten der Sozialversicherungen und den Krankenhäusern wuchs der gesamte staatliche Kreditbedarf in den ersten 7 Monaten auf 20,308 Mrd. Euro, nach 12,721 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Besonders pikant, für das Gesamtjahr 2011 wurde eine Neuverschuldung von 23,328 Mrd. Euro veranschlagt, dies dürfte bei weitem übertroffen werden, angesichts der Tatsache, dass jetzt bereits 20,308 Mrd. Euro erreicht wurden.

Die Entwicklung des gesamtstaatlichen Defizits seit 2005, jeweils Januar bis Juli, im Chart. Von Januar bis Juli 2011 generiert der griechische Staat den zweithöchsten Kreditbedarf in der Geschichte mit 20,308 Mrd. Euro, nach dem Rekordjahr 2009 mit 25,040 Mrd. Euro!

Ein unfassbares Versagen der Griechenlandstrategie der EU, des IWFs und der EZB implizieren diese Daten, man hat mit den Austeritätsmaßnahmen die Wirtschaft abgewürgt und in eine schwere Rezession getrieben, gleichzeitig gerät der Haushalt weiter außer Kontrolle und entfernt sich rasant vom Ziel einer Haushaltskonsolidierung. Das Versagen in Punkto Griechenland stellt generell die gesamten Maßnahmen zur Rettung der Eurozone und des Euro in Frage und offenbaren Dilettantismus und Unvermögen im Umgang mit der Krise. Die Demokratie versagt, weil sie auf diese Stümperei, die den Lebensstandard von Millionen Menschen in der Eurozone gefährdet, keine adäquate Antwort und gestaltbare Alternativen findet.

Quelle Daten: Minfin.gr/STATE BUDGET EXECUTION 7 MONTHS, Minfin.gr/Portal

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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