Griechische Steuereinnahmen brechen weg!

von am 9. Februar 2012 in Allgemein

Bereits am Dienstag berichtete die griechische Tageszeitung Ekathimerini, dass nach den aktuellen Daten des griechischen Finanzministeriums die Steuereinnahmen im Januar 2012 dramatisch eingebrochen sind. Bis heute ist das Dokument zum Budget Execution Bulletins für Januar noch nicht auf der Webseite des griechischen Finanzministeriums verfügbar. Die Einnahmen des Staatshaushaltes sanken laut Ekathimerini im Januar 2012 um -7% zum Vorjahresmonat. Budgetiert ist für 2012 aber ein Anstieg von +8,9%. Besonders dramatisch brachen die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer ein, um -18,7% zum Vorjahresmonat, auf nur noch 1,85 Mrd. Euro, nach 2,29 Mrd. Euro im Januar 2011. Dieser Einbruch steht für die beispiellose Kontraktion des privaten Konsums, in Folge der Einkommenssenkungen, als Folge der Sparmaßnahmen der Troika.

Die alte Budgetplanung für 2012 basiert noch auf einem realen BIP-Einbruch von “nur” -2,8%, nun scheint sich eine Revision dieser Annahme anzubahnen auf -3,5% bis -4,0% für 2012. Im abgelaufenen Jahr 2011 dürfte sich voraussichtlich eine reale BIP-Schrumpfung von satten -6,0% ergeben haben, offizielle Daten liegen noch nicht vor, der reale Konsum der privaten Haushalte könnte sogar um -6,2% zum Vorjahr geschrumpft sein. Dies sind absolute Desasterdaten und die rapide Abschmelzung, gerade der Mehrwertsteuereinnahmen im Januar 2012, deutet auf eine weiter beschleunigte Abwärtsspirale hin, zumal in diesen Daten die Auswirkungen der erneuten Sparanforderungen für Griechenland, im Gegenzug für die nächste Tranche aus dem zweite “Rettungspaket”, noch nicht mal enthalten sind. Weitere Staatsausgabenkürzungen von -1,9% des realen BIPs, die 20%-ige Kürzung der griechischen Mindestlöhne von 750 Euro und die Entlassung von 150’000 Staatsbediensteten bis Ende 2015 stehen an. Aktuell berichten griechische Medien detaillierter von den Maßgaben der Troika, von nun -22% beim Mindestlohn, dies würde dann 586 Euro Brutto und 470 Euro Netto entsprechen. Für Jugendliche bis 25 Jahre soll es beim Brutto-Mindestlohn um -32% abwärts gehen, auf 350 Euro Netto im Monat. Weiterhin fordert die Troika die Aussetzung aller Gehaltserhöhungen in Griechenland bis die Arbeitslosigkeit wieder unter die 10%-Marke fällt, zuletzt im November 2011 bei einer Quote von 20,9%, Tendenz steigend! Arbeitslose sollen statt 12 Monate 460 Euro Arbeitslosengeld nur noch 360 Euro erhalten. Nach Ablauf der 12 Monate fallen breits jetzt die Arbeitslosen in soziale Nichts! Das Lohnniveau im privaten Sektor soll um 20% reduziert werden, in dem auslaufende Branchentarifverträge nicht erneuert und Tarife auf Unternehmensebene neu ausgehandelt werden. Weiterhin sollen die Gesundheitsausgaben um 1,1 Milliarden Euro reduziert werden und dies obwohl bereits heute kräftige Bremspuren in der medizinischen Versorgung zu beobachten sind.

Die Troika und ihre Akteure agieren weiter als Ökonomie-Hasardeure und man kann die avisierten Maßnahmen nur noch unter Vorsatz verbuchen, um Griechenland freiwillig aus dem Euroraum zu drängen.

Die Kontraktion der Mehrwertsteuer im Januar 2012 könnte eine Mischung aus weiter schrumpfenden Konsum sein und von immer mehr Einzelhändlern die in Konkurs gehen und der Mehrwertsteuer schuldig bleiben. Der griechische Handelskammerverband, National Confederation of Greek Commerce (ESEE) rechnet für 2012 erneut mit einem Massensterben an Jobs im Einzelhandel, weitere 160’000 Jobs sollen verloren gehen, davon 60’000 Ladenbesitzer und 100’000 Angestellte. Angesichts dieser Aussichten warnt selbst die ESEE vor dem Zustand absoluter Armut in Griechenland!

Bereits bis November 2011 waren die realen Einzelhandelsumsätze um -31,7% zum Hoch im März 2008 gesunken, die ESEE ließ bereits über griechischen Medien kolportieren, dass die Weihnachtsumsätze im griechsichen Einzelhandel 2011 um -30% zum Vorjahr einbrachen, nun im Januar 2012, als Fakt noch die Mehrwertsteuereinnahmen des Staates mit -18,7%. Leider berichtet das Statische Amt Griechenlands (ELSTAT) viele Wirtschaftsdaten nicht besonders zeitnah, deshalb liegen die realen Einzelhandelsumsätze nur bis November 2011 vor.

Im Chart der Index der realen und saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze ohne Kfz-Handel seit Januar 2000. Der November 2011 generiert ein neues Tief mit 80,75 Indexpunkten und der Index befindet sich auf dem tiefsten Stand seit August 2000. Zum Hoch im März 2008 sind die realen Einzelhandelsumsätze um kräftige -31,7% eingebrochen. Im Januar 2012 dürften die realen Einzelhandelsumsätze bei noch maximal 75 Indexpunkten notieren, schwarze Linie im Chart.

Die Entwicklung der realen Summe aller Arbeitnehmerentgelte im Vergleich zum Vorjahresquartal seit Q1 2001 im Chart. In Q3 2011 geht es zum sechsten Mal in Folge zweistellig abwärts, um -10,9% zum Vorjahresquartal, nach -12,6% in Q2 2011. Zu Q3 2009 brach die Summe aller realen Arbeitnehmerentgelte bereits um -22,9% ein. Nominal betrugen in Q3 2011 die Arbeitnehmerentgelte insgesamt armselige 18,188 Mrd. Euro und der Anteil am nominalen BIP aller Arbeitnehmer schrumpfte auf beschämende 31,7% (zum Vergleich Deutschland 49,3%)!

Nicht nur Arbeitnehmerentgelte und Konsum schrumpften bisher, sondern auch die Bruttoanlageinvestitionen und die industrielle Wertschöpfung:

Die Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen seit Q1 2001 bis Q3 2011. In Q3 2011 sanken die Bruttoanlageinvestitionen um weitere -15,2% zum Vorjahresquartal. Seit nun 16 Quartalen in Folge, im Vergleich zum Vorjahresquartal, sinken die Bruttoanlageinvestitionen in Griechenland! Seit dem Hoch im 2. Quartal 2007 sind die Bruttoanlageinvestitionen um unverantwortliche und beispiellose -50,38% gesunken!

Der saisonbereinigte Output der breit gefassten griechischen Industrie von Januar 1995 bis Dezember 2011 im Chart, laut den Daten von Eurostat. Der saisonbereinigte Industrieproduktionsindex der breit gefassten griechischen Industrie (Bergbau, Energie- und Wasserversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) ohne Baugewerbe sank im Dezember 2011 um -2,41% zum Vormonat auf 71,61 Indexpunkte und lag damit selbst weit unter dem durchschnittlichen Niveau von 1995 (um -13,03%). Seit dem letzten Hoch im Januar 2007 brach der Industrieproduktionsindex um -32,01% ein.

Niemals kann eine Leistungskraft einer Volkswirtschaft wiederhergestellt werden, wenn Einkommen, Konsum, Bruttoanlageinvestitionen und die Bruttowertschöpfung sinken, dieses ökonomische Narrenwerk, wird weiter in einem Totalzusammenbruch Griechenlands innerhalb der Eurozone oder im Verlassen der Eurozone enden.

Auch beim Sparen verfehlt die den Griechen diktierte Strategie der Troika klar ihr Ziel. Für das Jahr 2011 dürfte das zu finanzierende Zwillingsdefizit aus Staatshaushalt und Leistungsbilanz gute -47 Mrd. Euro betragen (Staatsdefizit: -28,712 Mrd. Euro 2011 und Leistungsbilanzdefizit:  -18,899 Mrd. Euro von Januar bis November 2011, nach bisher veröffentlichten Daten). Bei einem zu erwartenden nominalen BIP Griechenlands 2011 von bestenfalls 218 Mrd. Euro, beträgt der Finanzierungsbedarf immer noch 21,6% des nominalen BIPs! Angesichts dieser erdrückenden Datenlage ist es unglaublich, dass stoisch an der bisherigen Strategie festgehalten wurde, obwohl seit 2 Jahren alle Wirtschaftsdaten dramatisch in Richtung Süden abdrehten und dies letztlich jeden potentiellen Sparerfolg maximal konterkariert.

Quelle Daten: Statistics.gr/Daten zur Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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21 KommentareKommentieren

  • Christian - 9. Februar 2012

    “Budgetiert ist für 2012 aber ein Anstieg von +8,9%”

    Das nenn ich mal Optimismus.

    • Lazarus09 - 9. Februar 2012

      Jetzt wird nicht nur die Freiheit, sondern auch die Expertise der Experten schon in Hanf gemessen :-)

      Wir warten gespannt auf die Jubelmeldung aus dem Amt für Wahrheit .. *lol*

      *abwinkundkopfschüttel*

      666

  • peterb - 9. Februar 2012

    “obwohl seit 2 Jahren alle Wirtschaftsdaten dramatisch in Richtung Süden abdrehten”

    Die Strategie des IWF ist seit Jahrzehnten immer die gleiche und und ist schon x-mal kritisch beschrieben worden. Und immer hat die Strategie des IWF zu einem noch stärkeren Niedergang des jeweils betroffenen Landes geführt.

    Nur bisher waren diese Länder nur in der sog. 3. Welt und haben uns wenig interessiert – gab es doch am Niedergang dieser Länder (für einige wenige) viel zu verdienen.

  • M.E. - 9. Februar 2012

    Und der Brent-Ölpreis liegt auch schon wieder bei 118 Dollar.
    Das kommt als Sahnehäubchen oben drauf.
    Nicht nur für Griechenland.

  • M.E. - 9. Februar 2012

    Hurra!
    Dem brüningschen Wirtschaftsboom steht nun nichts mehr im Wege:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,814315,00.html

  • d B v H - 9. Februar 2012

    die ZEIT fragt heute:
    “Die EU ein Friedensprojekt?”
    wohl eher ein knallharter Krieg ohne bummbumm aber mit viel € Deutschalnds gegen den Rest Europas.
    Ich bin gewiss, dass sich alle anderen “Schuldenstaaten” so ihre Gedanken machen über die Zuverlässigkeit und freundliche Hilfe der EU unter deutscher G-EU-leitung gegenüber GR. Das wird nicht ohne Folgen bleiben und hoffendlich zum Zusammenbruch führen.

  • d B v H - 9. Februar 2012

    @ M.E. und ich bin long!

  • Russe - 9. Februar 2012

    Kein Wunder bei

    Industrial production fell 11.3 percent in December
    http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite2_1_09/02/2012_426911

    bzw.

    Greek unemployment passes 20 percent, 48 for youth
    http://www.ekathimerini.com/4dcgi/_w_articles_wsite2_1_09/02/2012_426909

  • Eric B. - 9. Februar 2012

    Das ist erst der Anfang. Da die Troika nun auch noch die Tarifautonomie aushebelt und die Löhne deckelt, werden die Struereinnahmen noch weiter einbrechen. Was die Troika fordert , das ist kein Diktat mehr, sondern es gleicht einer Diktatur, deren einziges Gesetz das der Märkte und ihrer Vollstrecker in Washington, Frankfurt und Berlin ist.

    Löhne deckeln, bis die Arbeitslosigkeit einen Schwellenwert X (zehn Prozent) erreicht hat, Gesundheitsausgaben kürzen, bis der Schuldenstand eine Prozentzahl Y (120 Prozent) zeigt, den Staatsbesitz verscherbeln, bis ein Primärüberschuss vom Wert Z (mehr als 6 Prozent) erwirtschaftet wird – künftig sollen Zahlen die Politik in Athen diktieren, Bürger und Politiker werden auf Kostenfaktoren reduziert.

    mehr hier: http://lostineurope.posterous.com/diktatur-der-zahlmeister

  • Roland - 9. Februar 2012

    Drei große Berufsverbände Griechenlands haben jetzt ihre Mitglieder zum Boykott deutscher Waren aufgerufen.

    Gut, dass wir mit unserer Berufsarmee jetzt eine Eingreiftruppe haben (Ironie).

    • Musenrössle - 10. Februar 2012

      Na da bin ich aber gespannt, ob die Griechen dann jemand anderes finden, der so doof ist ihnen massenhaft Waren gegen ungedeckte Schuldversprechungen die niemals bezahlt werden dürften zu schenken. ;-)

  • HAL9002 - 9. Februar 2012

    Die “Troika et. al.” will vielleicht einfach ein Exempel statuieren. “Seht her so könnte es….”
    Die disziplinierende Wirkung könen wir schon bald bei den Tarifverhandlungen in D sehen.
    6,5%? LOL

  • mitwisser - 9. Februar 2012

    Wollte man uns nicht neulich mit diesem Steuerschuldenpranger weiss machen, dass man nun endlich die Säumigen hätte und nun eintreiben könne.
    In der dortigen Verwaltung scheint aber alles beim Alten zu geblieben zu sein. Die Repräsentanten finde sich nach reichlich Drama bereit Reformen zu machen, welche aber wie eh und je in den Behörden sabotiert werden.
    Viele dieser Forderungen der Troika sind zweifellos der falsche Weg. Aber auch die objektiv notwendigen Veränderungen kommen nicht spürbar voran.
    Im Mai sind es 3 Jahre,dass auch Aussenstehenden klar wurde, dass die Bude dort auseinander zu fliegen droht, positive und nachhaltige Ansätze sind mir aber bisher leider keine bekannt.
    Wenn GR aus dem Euro soll, dann kriegt man das auch dadurch hin, dass keine Zahlungen mehr dahin gehen, was ja letztlich auch gegen die EU-veträge verstösst.
    Denn mit dem Euro kommen die Griechen nie mehr auf die Beine. Selbst ein Schuldenschnitt auf 80% (bisher sind ja nur auf 120% geplant), wäre das Land bald wieder in etwa dort wo es sich derzeit befindet. Ausser Zeitgewinn unter anderem gegen reichlich Steuergeld wäre nichts gewonnen.

  • Frankenfurter - 9. Februar 2012

    Eine erklärte Insolvenz hätte noch schlimmere Einschnitte gebracht wie die Austeritätspolitik der Troika, oder etwa nicht?

    Die größte AG im ATX ist ein Coca-Cola Abfüller.
    Leute, was habt ihr die vergangenen zehn Jahren eigentlichlich mit den vielen Euro-Krediten und EU-Geldern gemacht? BMWs gekauft, Importfirmen gegründet, Panzer und U-Boote angeschaft…….

    • Querschuss - 9. Februar 2012

      Hallo Frankenfurter,
      der Punkt ist der, ob Austeritätspolitik zur Lösung der Probleme innerhalb einer Währungsunion mit stark unterschiedlich ausgeprägter wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit beiträgt, nachgewiesener Weise seit 2 Jahren nicht, weder wurden die Defizite eliminiert, noch wurde das Kernproblem der nichtleistungsfähigen Volkswirtschaft damit behoben. Im Gegenteil die Wertschöpfung sinkt dramatisch, auch die Investitionen, dagegen die Arbeitslosigkeit und die Armut steigt. Sehr wahrscheinlich wär das Staatsdefizit mit weniger Austerität und besseren BIP-Wachstum auch nicht schlechter, die angerichteten Schäden in der Volkswirtschaft aber deutlich geringer.

      Es gibt außer Austerität und Insolvenz noch andere Wege mit Potentiel zu besseren Ergebnissen.

      Gruß Steffen

  • M.E. - 9. Februar 2012

    Hallo Frankfurter,
    die arbeitenden Grieche in niedrigen bis mittleren Gehaltniveaus haben weder BMWs gekauft, noch Importfirmen gegründet, noch Panzer und U-Boote angeschafft.
    Aber sie müssen die Suppe für die auslöffeln, die dies und anderes gemacht haben.
    Während die, die in vielfältiger Weise diese gesellschaftliche Katastrophe herbeigeführt oder von den zur Katastrophe führenden Exzessen profitiert haben, sich schadlos halten.
    Das Kapital ist ein scheues Reh. Und die Rehfluchtburgen quellen über von Rehen. Nicht nur griechischen, sondern aus aller Herren Länder.
    Die Nicht-Rehe haben keine Fluchtburgen.

    • dank - 9. Februar 2012

      Ein paar gut ausgebildete “Jäger” würden da sicherlich ganz schnell wieder für ein natürliches Gleichgewicht sorgen können… .
      ..und falls es wider Erwarten doch nicht fruchtet: Ein wenig Kirrung fürs Schwarzwild (dreifachzudeuten), die lieben Rehlein und den ein oder anderen kapitalen Hirsch; Eichelmast hatte die Wildscheine ja schon genug. Am Futter geschwind ein paar Aasjäger, Wilderer und Falkner, die der Fährte eh schon folgen geschickt versteckt. Schonzeit vorbei und Abschuss frei und für flüchtendes Wild eine kleine Hatz organisiert.
      “Halali” und schon wäre das Problem gelöst. Danach noch schnell gemeinsam die Beute zerwirkt und gerecht unter den Geschädigten von Verbiß, Wühlerei und Fegerei aufgeteilt. Einen Teil der Jagdmeute als Förster und waidgerechte Einheimische mit Fermen abgestellt, damit die Natur nicht gleich wieder Schaden nimmt.

      Waidmanns Heil & Horrido!

  • der B vom H - 9. Februar 2012

    Merkel ist der Totengräber der EU!
    Wir können darauf warten, dass sich weder Spanien noch Italien so gängeln lassen wird wie GR. Die Völker werden nicht nur Aufbegehren, die werden Terrorkommandos nach Berlin schicken und die EU – Mitgliedschaft kündigen. Wer so etwas wie D und Merkel in der Not als Freund- und Partnerschaft erfährt, der braucht weder einen Feind noch eine böse Schwiegermutter.

    Ich bin wütend auf und ich schäme mich für dieses arrogante Merkel-Gesindel.

    • Speqtre - 9. Februar 2012

      Fremdschämend hilft keinem hier – sie sind sauer, besorgt und wütend? Ich auch.

      Mein Szenario, wenn auch sehr futuristisch ist folgendes:

      Frankreich und Deutschland schliessen weitere Beschlüsse gegen klamme EU Staaten. In den nächsten Jahren werden diese Staaten dank der Troika Stück für Stück in die Länder Frankreich und Deutschland “einverleibt” und dürfen sich an Hungerlöhnen und billigen Waren laben.

      Wenn die Eurokacker nicht stetig ihre Forderungen durchdrücken würden, dank der unwissenden Massen in Europa, dann weiß ich auch nicht weiter. Das Bewußtsein für eine Kontrolle der Finanzmafia muss unbedingt eingeführt werden, aber bei lobbykontrollierten Politikern ist das sehr schwer und vielleicht nur durch Aufstände anzuzetteln.

  • Holly01 - 10. Februar 2012

    Es ist sicher schwer, aber man sollte sich den Vorgang einmal aus größerer Entfernung betrachten, bzw. vielleicht einige Ansätze, die gerne übersehen werden :
    Die Politiker innerhalb der EU sind lärmfähig, aber nicht lernfähig. Griechenland zeigt ja gerade, wie sehr vordergründig agiert wird, aber effektiv nur die sowieso Armen auf die Strassen getrieben werden, damit die sowieso Reichen aussen vor gehalten werden können.
    Versorgung streichen, Krankenhäuser schliessen und dann vor der Kamera behaupten man habe allles getan was möglich war. Ja man habe sogar getan, was ansich unmöglich ist.
    Die Zahlen sind erschreckend, aber das Aussitzen durch die griechischen Politiker ist noch viel erschreckender.
    Zertrümmert wird vor allem das Kleingewerbe und der private Bereich. Die Hochfinanz profitiert sogar noch, weil die Privatinsolvenzen viel Privatvermögen, wie Immobilien zu günstigen Konditionen in die Bankbilanzen wandern und dort als Sicherheiten herhalten.
    Den Banken passiert sowieso nichts schlimmes, denen wird das Geld mit dem Hubschrauber abgeworfen.
    Das Märchen, vom Geld im Finanzsektor ist (natürlich) quatsch. Das geschenkte Geld frisst selbstverständlich reale Werte.
    Wenn man sich Länder wie Italien ansieht, dann schachern die genauso, um mediale Erfolge. Je mehr Leute vor der Kamera berechtigt demonstrieren, schimpfen und natürlich weinen (am besten mit Kind auf dem Arm), desto besser.
    Alles nur mit einem Ziel, die Reichen schützen, mit allen erdenklichen Mitteln.
    Die Frage lautet : wird irgendwo ein Politiker überhaupt dazu in der Lage sein, die Probleme ernsthaft anzugehen, indem er/sie das Geld dort holt wo es ist?
    Griechenland ist Druckmittel und Ausrede zugleich. Gekappt werden Löhne, Lohnerhöhungen, Renten, Ausbildung, Sozialtransfer jedweder Art, aber die Probleme geht niemand an.
    Alles nur medialer Gegendruck, um politisch nicht ernsthaft reagieren zu müssen.
    Diese Krise wurde mindestens 30 Jahre aufgebaut und wurde nun mindestens 10 Jahre verschleppt.
    Jede relevante Partei war beteiligt, jeder relevante Politiker hat mitgemacht und alle Politiker sitzen im gleichen Boot.
    M.E. hoffen die immer noch sich ohne ernsthafte Änderungen aus der Situation rausquengeln zu können.
    Das endet erst, wenn die Staaten die Altschulden nicht mehr rollen können. Dann springt die EZB ein und der Euro schmiert direkt im Wert ab.
    Das bedeutet Aussenhandelsdefizit, Verlust der Energieimporte und Wirtschaftskollaps, denn der geringere Euroaussenwert trifft auf keine exportfähige Industrie. Da sind kaum Profiteure des geringeren Aussenwertes, aber viele Verlierer.
    Insgesamt denke ich, wer heute anfängt Konserven zu kaufen und einzulagern, ist kein Pessimist, sondern weise.

  • Musenrössle - 10. Februar 2012

    Ausgaben der Griechen im Einzelhandel von 2000 bis 2008 um mehr als 50 % gestiegen.

    Das ist – um einen typischen Querschuss-Begriff zu verwenden – “unhaltbar”, eine Blase ohne wirtschaftliche Grundlage, die irgendwann platzen musste.

    Daß die Ausgaben im Einzelhandel jetzt fast wieder auf dem Niveau von 2000 angekommen sind, ist da nur die logische Konsequenz.

    Wobei ich dem “kleinen Mann” auf der Straße in Griechenland da gar keinen Vorwurf machen will.
    Wenn ich in der Zeit große Gehaltserhöhungen bekommen hätte, hätte ich das Geld auch ausgegeben… nicht ahnend, daß diese Gehaltssteigerung eigentlich nur eine Blase ohne reale Grundlage war…

    Der Euro war einfach von Anfang an ein Fehler und Griechenland als Eurp-Mitglied noch viel mehr.

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