In der Rezession sich reproduzierende Staatsdefizite

von am 19. Dezember 2014 in Allgemein

von Christoph

Wenn sich das aktuelle Staatsdefizit eines bestimmten Landes im Vergleich zu(r) Vorperiode(n) nicht maßgeblich reduziert zeigt, könnte man meinen, die öffentlichen Haushalte hätten keine ausreichenden Konsolidierungsbemühungen unternommen.

Wenn allerdings die Konjunktur bereits stagniert oder sich sogar im Abschwung befindet, reproduzieren sich Defizite entweder neu[1] oder fallen sogar noch höher als ursprünglich aus.

Sinken nämlich die Staatseinnahmen zu den gesenkten Staatsausgaben relational, bleibt das Defizit in gewohnter Höhe bestehen.

A1139

Auch wenn weder bei der Höhe der Staatsausgaben noch bei der Höhe der Staatseinnahmen im Vergleich zu Vorperioden (ex post) Veränderung festzustellen ist, kann allein daraus noch nicht auf mangelndes „Sparen“ geschlossen werden.

A1139

Da es im Verlauf des Haushaltsjahres dazugekommen sein kann, dass ausfallende Steuereinnahmen sowie steigende Sozialausgaben den erhofften Effekt von Ausgabensenkungen und Steuererhöhungen aufhoben.

A1140

Interessanterweise sind dieses Paradoxon und das Scheitern von Konsolidierungsbemühungen während der Rezession bei IWF und OECD (jedenfalls heute[2]) ausreichend bekannt.

A1141Schaubild: Richard C. Koo mit freundlicher Genehmigung für Christoph (CGB).

Die heute übliche Argumentation lautet, dass aus staatlichen Sparbemühungen die Konjunktur zwar kurzfristig abgeschwächt würde, langfristig eine sinkende Zinsbelastung des Staatshaushalts finanzielle Spielräume ermöglichen und Wachstum generieren würde[3]. Wenn aber gerade aus dem staatlichen Sparen in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld[4] Staatsdefizite zu steigen tendieren, bei sinkendem oder „nur“ stagnierendem Wirtschaftswachstum, wird die absolute wie relative Staatsverschuldung zunehmen.

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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[1] Hans Gestrich (1936): Neue Kreditpolitik (PDF; 652 kB), S. 90: „ Daß die rigorose Defizitdeckung durch Steuererhöhung und Ausgabenkürzung die Depression vertieft und – falls nicht irgendeine von anderer Seite kommende Anregung der Konjunktur auf die Beine hilft – das Haushaltsdefizit immer von neuem erzeugt, haben eine Reihe europäischer Staaten in der Periode von 1930-1935 nacheinander erfahren müssen […].“

[2] Vgl. Richard C. Koo (2014): The Escape from Balance Sheet Recession and the QE Trap: „In 1997, for example, the IMF and the Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) recommended that Japan reduce its fiscal deficits based on the view that a reduction in “ineffective” government expenditures would not have a substantial adverse economic impact.”

[3] Die in den Krisenländern angestrebte innere Abwertung (sinkende Löhne/Preise) könnte freilich die Leistungsbilanz aktivieren und insofern sinkende Staatsausgaben gegenüber der inländischen Wirtschaft kompensieren. Dafür müssten sich allerdings andere Volkswirtschaften verschulden (Leistungsbilanzdefizit). Die Gleichzeitigkeit der Sparauflagen aus der europäischen Schuldenbremse (Europäischer Fiskalpakt) hilft den Krisenländern insofern nicht. Ob die außereuropäische Nachfrage die ausfallende Binnennachfrage kompensieren wird können?

[4] Oesterreichische Nationalbank: Konjunkturbericht Dezember 2014 (PDF; 2,6 MB), S. 2: „Das BIP-Wachstum im Euroraum hat sich im Jahresverlauf weiter verlangsamt. Laut Herbstprognose der EK [Europäischen Kommission] wird das BIP des Euroraums 2014 mit +0,8% wachsen und sich damit schwächer entwickeln als noch im Frühjahr erwartet (+1,2%). Gegenüber der Frühjahrsprognose wurde insbesondere das Wachstum der Investitionen (+0,6% statt +2,3%) und der Exporte (+3,1% statt +4%) nach unten revidiert. Nach Einschätzung der EK ist die schwache Investitionsentwicklung auf die mit der niedrigen Nachfrage einhergehende geringe Kapazitätsauslastung, die hohe ökonomische und politische Unsicherheit, sowie das in einigen Euroraum-Staaten anhaltende Deleveraging des Unternehmenssektors zurückzuführen. Die schwächere Entwicklung der Exporte ist durch die leichte Abwärtsrevision des globalen Wirtschaftswachstums, aber auch durch die hinter den Erwartungen liegende allgemeine Dynamik des Welthandels zu erklären.“

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21 KommentareKommentieren

  • Vogel - 20. Dezember 2014

    @Christoph
    Danke!
    Man sieht wie übersichtlich die Ökonomie ist; vermutlich muss man lange studieren um dieses nicht(!) verstehn zu können.

  • Holly01 - 20. Dezember 2014

    Hallo und Danke für den Beitrag,
    es geht ja selten um die Frage “ausgeglichener Staatsthaushalt”, sondern viel mehr um die Frage “wo holt der Staat seine Mittel”.
    Das die Staaten alle unterfinanziert sind, wird kaum jemand ernsthaft bestreiten. Es wird schliesslich jedes Jahr ein Kredit aufgenommen.
    Das die global Player keine Steuern zahlen, das die Gutbürger keine Steuern zahlen, das Politiker das zulassen und unterstützen, ist der Diskussionsinhalt.
    Da wo Geld verdient wird, besteht keine Bereitschaft das Gemeinwesen zu finanzieren.
    Dort wo weder Vermögen vorhanden ist, noch ein wirklich auskömmliches Einkommen gewährt wird, da landen alle Belastungen.

    Die Frage lautet doch auf den Punkt gebracht:
    warum sollte irgend jemand noch in diesem und anderen Ländern arbeiten?
    In der Schule veralbert, im Berufsleben nicht beteiligt und im Alter die absehbare bittere Armut, führen das System an die Grenze der Sinnhaftigkeit.

    Für die aller meisten, macht eine Teilnahme keinerlei Sinn mehr. Die logische Reaktion ist tatsächlich die Aufgabe der Selbstversorgung und der eigenständigen Lebensführung.

    Wo Kinder ein tatsächliches Armutsrisiko sind und Akademikerinnen keine bekommen trotz “Wurf- und Unterhaltsprämien”, da stimmen ganz andere Dinge nicht, als die Frage nach dem prozyklischen Staat oder die Frage nach dem reinen Defizit.

    Wir sind die Karikatur einer Humangesellschaft, wir sind eine Gewaltgesellschaft, eine asoziale Gesellschaft, eine gescheiterte Gesellschaft.
    Das ist das Thema.

    • Holly01 - 20. Dezember 2014

      Noch ein kleiner Nachtrag:
      Es ist egal wie dei Diskussionsplattformen heissten (Mahnwachen, HOGESA, PEGIDA usw usf) es ist immer der gleiche Inhalt:
      Die Menschen verzweifeln an ihren Leben.
      Die Menschen treffen jeden Tag andere denen es genauso geht.
      Die Menschen fangen an zu dikutieren.
      Die Menschen bewegen die immer gleichen Inhalte und Ungerechtigkeiten.
      Die Leute treffen sich unter irgend einem Label.
      Die Menschen sehen, sie sind nicht alleine.

      Die Politk hat Angst …. und womit? Mit Recht ……

      Es gibt hunderttausende Wege die die Menschen zusammen führen. Die Leute begegnen unterwegs den “politischen Rattenfängern” und schauen sich das rechts und links an.
      Die Leute wissen nach einiger Zeit:
      rechts uns links haben eins gemeinsam, sie zeigen ihnen keine Alternative auf und führen Grabenkriege die die Menschen nicht brauchen.
      Und sie erweitern schnell den Horizont und erkennen: der Asylant und der Ausländer müssen auch nur als Ausrede herhalten.

      Das ist ziemlich unerwünscht. Die Ukraine Propaganda wurde nicht übel genommen wegen der Einseitigkeit. Die Leute haben weitgehend erkannt, das die Fettaugen auf der gesellschaftlichen Suppe, ihnen nun nicht nur das ökonomische Leben vorenthalten wollen, es geht darum, die Unterschicht im Krieg zu opfern.
      >> Dieses Gefühl << macht sich auf den Demos breit. Das ist auch das, was den Polis Angst macht.
      Stell dir vor Du willst Krieg und Du hast kein Volk dafür ………
      DAS ist die Bruchkante.

  • Christoph - 20. Dezember 2014

    @Vogel, danke, das freut mich besonders von dir! @Holly01, auch dir vielen Dank. Freilich stimmen ganz andere Dinge nicht – an diesem Thema offenbart es sich ein wenig. Und, du bist nicht allein. Hab´ ein wenig Geduld. Grüße Christoph

    • Holly01 - 20. Dezember 2014

      :-) ich mag vieles sein, aber ich bin weder isoliert, noch alleine. Ich habe Sorgen wegen der absehbaren Gewalt die auf uns alle zu kommt.
      Es reicht einfach nicht, wenn die 20% wegsehen, bei dem was in ihrem namen getrieben wird.
      Der Politik muss durch die 20% der inhaltliche Rahmen entzogen werden und damit die UNterstützung.
      Da kommen Beiträge wie der Ihre tatsächlich auf der (aus meiner Sicht) positiven Schiene daher.

      Leider greift immer stärker ein Lagerdenken um sich. Die 20% betrachten so etwas ja inzwischen als Verrat und sanktionieren Widerspruch unmittelbat wirtschaftlich.

  • Bubblegum - 20. Dezember 2014

    @Holly01

    “es geht ja selten um die Frage “ausgeglichener Staatsthaushalt”, sondern viel mehr um die Frage “wo holt der Staat seine Mittel”.
    Das die Staaten alle unterfinanziert sind, wird kaum jemand ernsthaft bestreiten. Es wird schliesslich jedes Jahr ein Kredit aufgenommen.”

    Das sind die entscheidenden Sätze ihrer Argumentation!
    Was für ein Wahnsinn, dass sich Bund, Länder und Gemeinden für staatlich notwendige Investitionen Geld beim Internationalen Finanzkapital per Kredit besorgen und horrende Zinsen dafür zu zahlen, statt es einfach zu drucken, für Null Zins!!
    Aber das Gefasel von Schrecken der Inflation vernebelt völlig die Hirne der politischen Entscheidungsträger! Denn, wenn mit diesem gedruckten Geld Inverstitionen ausgeführt werden, entstehen Vermögenswerte sowie Einkommen bei AG und AN, die über die Multiplikatoreffekte in der Regel den Faktor >1 haben, so dass Fishers äußerst simple Verkehrsgleichung unterstellt das Wachstum des BIP größer als das Geldmengenwachstum ist. Also niemals Inflation in nennenswerten Umfang enstehen kann. Die Kanalinseln, die diese Methode seit Jahrhunderten praktizieren zeigen das ja auch.
    Viele Grüße Bubblegum

    • Holly01 - 20. Dezember 2014

      Hallo Bubblegum:

      Schulden …..

      Ich erkläre mich zur Notenbank.
      Ich nehme irgendetwas (zum Beispiel einen Schlüsselanhänger) und definiere es als 2 Billionen €.
      Ich buche von meinen Geschäftsbanken 2 Billionen € Giralgeld und buche den Schlüsselanhänger dagegen.
      Nun nehme ich 2 Billionen Giralgeld und kaufe alle Staatsschulden auf (und sei es als Option).
      Da der Schlüsselanhänger nichts wert war und die Staatsschulden nichts Wert sind, lösche ich den Posten in meiner Bilanz.
      Übrig bleibt das Recht der Geschäftsbanken 2 Billionen in Notenbankgeld zu erhalten, wenn sie die abrufen.

      Schulden sind relativ … denn …. DIE SUMME IST IMMER NULL !!!

      Lassen Sie sich von dem Schuldengerede nicht ins Boxhorn treiben, es sind nicht die Schulden die Zählen.
      Währe ich die Notenbank und würde ich das so buchen, würde ich dem Markt 2 Billionen an >> Sicherheiten << zurück geben können.

      Sicherheiten sind wichtig, nicht das scheiss Giralgeld, denn Sicherheiten sidn endlich.

  • Bubblegum - 20. Dezember 2014

    @Holly01

    “es geht ja selten um die Frage “ausgeglichener Staatsthaushalt”, sondern viel mehr um die Frage “wo holt der Staat seine Mittel”.
    Das die Staaten alle unterfinanziert sind, wird kaum jemand ernsthaft bestreiten. Es wird schliesslich jedes Jahr ein Kredit aufgenommen.”

    Das sind die entscheidenden Sätze ihrer Argumentation!
    Was für ein Wahnsinn, dass sich Bund, Länder und Gemeinden für staatlich notwendige Investitionen Geld beim Internationalen Finanzkapital per Kredit besorgen und horrende Zinsen dafür zu zahlen, statt es einfach zu drucken, für Null Zins!!
    Aber das Gefasel von Schrecken der Inflation vernebelt völlig die Hirne der politischen Entscheidungsträger! Denn, wenn mit diesem gedruckten Geld Inverstitionen ausgeführt werden, entstehen Vermögenswerte sowie Einkommen bei AG und AN, die über die Multiplikatoreffekte in der Regel den Faktor >1 haben, so dass Fishers äußerst simple Verkehrsgleichung unterstellt das Wachstum des BIP größer als das Geldmengenwachstum ist. Also niemals Inflation in nennenswerten Umfang entstehen kann. Die Kanalinseln, die diese Methode seit Jahrhunderten praktizieren, zeigen das ja auch.
    Insofern ist es auch eine absoluter Nonsens, wenn die Kathedervolkswirte den Begriff der Fehl-allokation von Kapital benutzen. Selbst ein völlig leerstehendes Haus, das neu errichtet wurde,
    kann zwar einen Ertragswert kleiner Null haben. Aber es hat a) immer noch einen
    Substanzwert >0 b) beim ausführenden Bauunternehmer eine Einnahme in Höhe der Bausumme geschaffen c) beim Staat Steuereinnahmen( USt, KSt, Lohnsteuer etc.) geschaffen d) Lohnzahlungen bewirkt, die weitere Multiplikatoreffekte für das Gemeinwesen auslösen.
    Insofern kann man Putin nur empfehlen, die Sanktionen als Chance zu nutzen, nach dem Prinzip von Hjalmar Schacht eine strenge Devisenbewirtschaftung und Investitionskontrolle einzuführen,
    heißt: Investitionen nicht mehr mit ausl. Geldkapital sondern selbst gedrucktem Geld zu finanzieren. Denn im Gegensatz zu Nazideutschland sitzt er auf einem Sack von Gold und wertvollen Bodenschätzen. Seine Armee ist außerdem noch immer stark genug, sich vor den Überfällen der Angloamerikaner zu schützen

    Viele Grüße Bubblegum

  • Holly01 - 20. Dezember 2014

    OT:
    Ich verstehe wirklich nicht, woher diese MSM kritische haltung der Menschen kommt:
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/torben-grombery/ard-politmagazin-panorama-rtl-reporter-spielt-den-boesen-pegida-rassisten.html

  • Bubblegum - 20. Dezember 2014

    @Holly01

    “Ich buche von meinen Geschäftsbanken 2 Billionen € Giralgeld und buche den Schlüsselanhänger dagegen.
    Nun nehme ich 2 Billionen Giralgeld und kaufe alle Staatsschulden auf (und sei es als Option).”
    @Holly01
    Wieso so kompliziert? Im Zeitalter von EDV und Bitcoin braucht man keine Geschäftsbanken mehr für die Kreditfinanzierung und Bereitstellung von Geldkapital für Investitionen.

    Das Modell Geschäftsbanken hat sich überlebt! Deswegen auch das Gefasel von der Systemrelevanz von Banken. Es ist der verzweifelte Versuch des internationalen Finanzkapitals die Herrschaft über das Geld zu behalten.Es gehört in die Hände der Völker dieser Welt zurück
    gelegt. Aber dieser Schritt wird, so fürchte ich, nicht ohne große Zertsörungen von Menschen und Vermögen durch Krieg und Aufruhr passieren. Der Wirtschaftskrieg, der gegen Länder wie Rußland, Venezuela, Lybien, Syrien, Kuba und wie alle die heißen, die nicht zu Kreuze kriechen, sind ein Vorgeschmack darauf.
    Trotzdem frohe und friedvolle Festtage an alle Mitleser und -diskutanten!!
    Bubblegum

    • Holly01 - 20. Dezember 2014

      Sie sind zu sehr im Geldsystem verortet.
      Das Geldsystem ist nur ein Mittel.
      das Geldsystem ist immer so, wie es die Gesellschaft benutzt.
      Das Geldsystem hat nur wenig innere Zerstörungskraft.
      Das Eigentumssystem dagegen ist eine gesellschaftliche Herausforderung, die noch keine Gesellschaft gelöst hat.

      Verzichten Sie auf Eigentum, wachsen Sie langsamer.
      Lassen Sie Eigentum zu sind Sie konkurrenzfähig, aber selbstzerstörerisch.
      Setzen Sie Eigentum > Mensch sind Sie herrschaftsfähig aber unmenschlich.

      Das Geldsystem kann man handhaben, das Eigentumssystem ist die Herausforderung.

  • Holly01 - 20. Dezember 2014

    @ Bubblegum:
    Einmal ganz unpolemisch und ohne Sozialduselei.

    Fishers Verkehrgleichung ist falsch. Oder präziser sie wird mit steigendem Systemalter immer fehlerhafter.
    Die Sicherheiten in einem jungen System sind solide und fallen selten aus.
    Sicherheiten sind Eigentum.
    Eigentum ist durch das Recht und das Gesetz besichert.
    Eigentum ist aber auch immateriell.
    Eigentum zu schöpfen beginnt mit dem “guten Namen”, was für die bank statistisch bedeutet, man akzeptiert eine Ausfallwahrscheinlichkeit in Höhe des gesellschaftlichen Kapitalhintergrundes.
    Kapital im Gegensatz zu Geld, denn Kapital ist Wert erzeugend, während Geld nur verbrauchsorientiert ist.
    Nun ist aber mit steigendem Alter der Punkt erreicht, an dem der “Zugewinn negativ” wird.
    Wenn Sie den Graph ins Gedächtniss rufen, bei dem der reale Wirtschaftsablauf relativ linear steigt und die Geldmenge sich potenziert, dann schneiden sich die beiden Kurven irgend wann.
    “Negativer Zugewinn” ist natürlich nonsens, Zugewinn bedeutet man entnimmt und wenn man nichts reales zum entnehmen hat, muss man tricksen.
    Wir entnehmen der Geldmenge und dem Geldumlauf.
    So können wir exponentiell steigend in Relation gleichbleibend zur Geldmenge entnehmen.

    Es gibt aber ein Problem.
    Die Geldmenge ist mit Sicherheiten hinterlegt.
    Exponentielles Geldwachstum bedeutet exponenziellen Sicherheitenbedarf.
    Die Sicherheiten sind immer öfter immateriell, das heisst man kann sie nur bewerten.

    Das Ausfallrisiko steigt, mit dem Verfall des realen Bezugs zwischen Geldmenge und realen Gütern.
    Und siehe da, mit wachsender Geldmenge und entsprechender Sättigung mit irrealen Werten oder über steigerten realen Werten, wird das Ausfallrisiko so hoch, daß der Zugewinn netaiv wird.

    Sie werden jetzt dagegen halten, daß die Banken das nicht akzrptieren würden, denn sie haben ja den freien Zugang zum Markt der Sicherheiten.
    Aber, die banken sind längst Eigentümer von vielen realen und überbewerteten Sicherheiten.
    Die Aktieninhaber mögen sich als Besitzer der selbebn reich fühlen, aber die Unternehmen sind längst genauso verpfändet wie die Gewinnerwartungen für Jahrzehnte.

    Japan zeigt drei Dinge:
    Es gibt keine Selbstregulation im laufenden System.
    Geldmengenwachstum wird irgendwann unsinnig.
    Eigentumssysteme sind nicht trennbar, real, immaterial oder geschöpft sind über das Gesetz und die gesellschaftliche Garantie fest miteinander verbunden.

    Der “Reichtum” der 0,1% ist nur so lange real, wei die Sicherheiten dahinter akzeptiert werden.
    Die Sicherheiten sind an die Gesetze gebunden.
    Verfällt das Gesetz über Paralellrechte (TTIP, CETA, EU-Recht vs. Nationalrecht), dann ist das Eigentumsstransfer.

    Da ist der Haken. Da kommt der Krieg her. Verfällt Ihr nationales Recht, dann verfällt ihr Eigentum, dann muss Ihr Geldsystem schrumpfen, dann haben Sie Depression, dann fahren Sie vor die Wand.

    Die nazis haben das recht mit Füßen getreten. Das war ein unmoralischer Unrechtsstaat.
    Ein Unrechtsstaat bringt kein gesundes Eigentum hervor.
    Der Untertgang der Nazis war kein militärischer. Die Nazis waren Idioten, die keine Ahnung von dem hatten was sie getrieben haben.
    Entfesselte Charakterleichen sind aber keine Grundlage für Wirtschaftswachstum.

    Die USA entrechten ihre Gesellschaft, damit enteignen sie auch ihre Gesellschaft.
    Der Niedergang der USA vollzieht sich paralell zum Niedergang der Rechts- und Gesetzesnormen.
    Militärisch sind die USA unantastbar, aber das Wirtschaftssystem ist hohl und verlogen.
    DAS wird denen das Genick brechen.

    DAS kommt alles in Fishers Gleichung nicht vor.
    Leiten Sie bitte NIE Logik aus Mathematik ab, das ist fatal.

    • Holly01 - 20. Dezember 2014

      Ach so, btw:
      Russland hat wirtschaftliche Probleme, weil der “Westen” das “internationale Wirtschaftsrecht” in die Tonne gehauen hat.
      Der “Westen” bricht Verträge.
      Rechtsverlust = Eigentumsverlust = Depression

      Und denke keiner die Welt sei zu dumm, um das zu verstehen.
      Die Rechnung die der “Westen” dafür noch präsentiert bekommt, wird schwer zu schlucken sein.

    • thewisemansfear - 21. Dezember 2014

      Hallo Holly,

      die Quantitätsgleichung (anderer Ausdruck für Fishers Verkehrsgleichung) ist eine Identität – d.h. immer wahr! Was man damit nicht kann, aber trotzdem immer wieder versucht wird, ist damit einen kausalen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisniveau herzustellen. Genau der lässt sich aus der Gleichung aber eben nicht ableiten. Der Umstand, dass eine nicht messbare Größe namens “Umlaufgeschwindigkeit” sich jeweils ergibt, führt alle kausalen Aussagen, die mit Gleichung getroffen werden ad absurdum.

      Großes Kino übrigens, dass Sie das Eigentumssystem und die Bewertung von Vermögensgegenständen hinterfragen. Was macht eigentlich einen WERT aus? Es gibt vielleicht in Ansätzen so etwas wie eine Werttheorie, aber das ist alles mehr oder weniger halbgar… Nur ohne überhaupt zu wissen, wie sich ein Wert zusammensetzt, wie will man den Rest verstehen und vor allem erklärbar machen?
      Das geht im Prinzip nur über Mythen und Legenden… Und die werden zunehmend hinterfragt, der Lack ist ab.

      • Holly01 - 21. Dezember 2014

        Klingt wie “Thema verfehlt, sechs, setzen” :-)

        • thewisemansfear - 21. Dezember 2014

          Hups, nee, so war das nicht gedacht… Großes Kino war Ausdruck für *Daumen hoch* :-)
          Echt vertrackt, wie schnell man sich missversteht.

          Sie haben doch vollkommen recht, dass Erklärungsversuche basierend auf der Quantitätsgleichung scheitern müssen. Die Umlaufgeschwindigkeit ist in darin die Unbekannte, die nicht messbare Größe die sich ergibt. Damit ist die Gleichung immer wahr und alle Interpretationsversuche bezogen auf die Wirkrichtung von Geldmenge oder Preisniveau unsinnig.
          Die BeWERTung des BIP kommt ja noch oben drauf, da stimme ich auch zu.

          • Holly01 - 22. Dezember 2014

            Hallo thewisemansfear,
            ich danke Ihnen für die Ergänzung.
            lg Holly

  • JL - 20. Dezember 2014

    Letztendlich zeigen die Daten (Danke hierfür!) auf, was bei einem zu großen Staatseinfluß auf die Wirtschaft geschieht, wenn der Staat selbst zum Sparen verpflichtet ist, oder währe. Der Spareffekt ist etwa Null, dafür ruiniert man nachhaltig die nationalen Wirtschaften.

    Es ist also kein Wunder, wenn Italiener und Franzosen sich dem verweigern.

    Und es zeigt das Dilemma auf. Spart man nicht, ist man irgendwann pleite. Spart man, ist man auch Pleite.

    Vor diesen Hintergrund kann man sich vor den erforderlichen Herausforderungen drücken, wenn man druckt.

    Das kostet- erstmal- am wenigsten.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

  • Holly01 - 21. Dezember 2014

    OT: Jebsen/Wisnewski über PEGIDA :

    https://www.youtube.com/watch?v=p3vz_yheDvA

    Egal wer es betrachtet oder wer sich äussert. Unbestreitbar ist:
    Politik kommt auf die Strasse und wird auf der Strasse gemacht.

    Damit kommen wir in den Richtungsstreit und die Entsolidarisierung der Gesellschaft.
    Demokratie über die Parteien verliert nun an Gewicht und Themen kommen nicht mehr aus den MSM.

    Wir rutschen in den Zustand von Weimar.
    Die Presse ist bereits polarisiert, instrumentalisiert und gebündelt in der hand weniger.
    Politik ist prostituiert und isoliert.
    Die Intellektuellen sind abgemeldet, nicht vertauenswürdig und abhängig.

    Der Mob auf der Strasse …. das hat die Politik ja schon mal gut hinbekommen.

    • JL - 21. Dezember 2014

      Hallo Holly01

      Nachfolgend meine Meinung hierzu.

      Politik wird nicht auf der Straße gemacht, sondern geboren.

      Dabei ist Ihr Verweis auf die Weimarer Republik sehr hilfreich. Damals entwickelten sich parallel zueinander sozialistische und nationalsozialistische Strömungen. Diese Strömungen resultierten aber nicht aus einem irgendwie gearteten Zeitgeist heraus. Diese damalige Polarisierung war letztlich das Ergebnis politischer Unfähigkeit der damaligen Parteien eine Antwort auf die dramatischen wirtschaftlichen Zustände zu finden. Diese Regierungsvertreter konnten- auch damals schon- viel reden, aber eben keine Lösungen aufzeigen. Dies ist heute nicht anders.

      Also sucht man Lösungen auf der Straße- und wird sie nur dort auch finden. Dabei geht es heute weniger um politische Ausrichtungen, sondern um Beschränkungen sinnfreiere staatlicher Leistungen- die letztlich auch wieder vom Bürger zu tragen sind- gegenüber Dritten. Das fängt bei EEG- Umlagen an und hört bei Bankenrettungen noch lange nicht auf.

      Die Schlüsselfrage also ist: Warum soll ich zahlen, wenn es mir hinterher schlechter geht.

      Mit freundlichen Grüßen

      JL

      • Holly01 - 22. Dezember 2014

        Hallo JL,
        zu “Warum soll ich zahlen, wenn es mir hinterher schlechter geht.” würde ich Ihnen genau wie zum Rest zustimmen, aber ergänzen wollen:
        Wenn der Staat sich nicht mehr an seine eigenen Gesetze hält und überall das Recht und Gesetz gebeugt wird, für die die das >> bezahlen << können, warum soll sich dann noch irgend jemand diesem Staat verpflichtet fühlen?
        Die Staatssäulen und Institutionen demontieren sich in Lichtschgewindigkeit selbst und dieses inhaltliche und moralisch/rechtliche Vakuum macht mir ziemlich große Sorgen.

        Der Sog den dieses Vakuum erzeugt, wird nichts Gutes mit sich bringen.