Industrieproduktionsindizes für Februar der DPIGSF

von am 14. April 2012 in Allgemein

Noch nachgereicht die saisonbereinigten Daten zur breit gefassten Industrie (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe) ohne Baugewerbe für Februar 2012 von Eurostat für Deutschland, Portugal, Italien, Griechenland, Spanien und Frankreich.

 

Die Entwicklung der breit gefassten Industrieproduktion (Bergbau, Energieversorgung und Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren – Jahr 2000=100) ohne Baugewerbe. Während Deutschland seinen Produktionsoutput um +17,45% von 2000 bis Februar 2012 steigern konnte, lag der Output in Frankreich um -8,20%, in Portugal um -19,21%, in Italien um -18,497%, in Griechenland um -30,91% und in Spanien um -17,69% unter dem Niveau des durchschnittlichen Produktionsoutputs aus dem Jahr 2000!

Die saisonbereinigten Indizes (2000=100) der breit gefassten Industrieproduktion, ohne Baugewerbe zeigen die Entwicklung an, lassen aber keine Aussage zum absoluten Niveau des Outputs der einzelnen Länder zu, sondern der jeweilige durchschnittliche monatliche Output der Industrieproduktion des Jahres 2000 ist jeweils mit 100 Indexpunkte angesetzt.

Nicht nur, dass schon zu Beginn der Währungsunion die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften viel zu stark auseinanderlag, die Entwicklung lief in Folge erst richtig beschleunigt auseinander, wie die Daten zum Output der Industrieproduktion zeigen, wenn man den monatlichen Durchschnitt des Outputs des Jahres 2000 mit gleich 100 ansetzt.

Niemals lassen sich die aufgebauten Schuldenpyramiden der Südperipherie der Eurozone von 2012 mit drastisch schrumpfender industrieller Wertschöpfung auflösen. Der obige Chart zeigt deutlich, dass die Rettungspakete, die Austeritätsmaßnahmen und die Liquiditätsflutungen der EZB am entscheidenden Punkt vorbeizielen, dem Organisieren von Wertschöpfung, Jobs und den Einkommen daraus. Ohne diese Komponenten gibt es weiter kein Entrinnen aus der Krise.

Quelle Daten: Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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31 KommentareKommentieren

  • TrooperCooper - 15. April 2012

    Warum sollte man auch Industrieprodukte der südlichen Länder kaufen, wenn die gürtelengerschnallenden Deutschen das Zeugs viel günstiger anbieten? :D

    Und wie man auch schön an dieser Grafik sieht: Frankreich hat sich bei der Krisenbekämpfung mit Sarkozys Anbiederung an Deutschland selbst ins falsche Boot gesetzt.

  • Nico - 15. April 2012

    Nur wer so Wettbewerbsfähig ist wie Deutschland kann in der Globalisierung mit China etc. bestehen! ,-)

    Aber ich glaube weniger das es mit Agenda2010 zutun hat, wie das ja selbst hier ausschaut ca. in der Zeit ist ja die Baublase in Spanien so richtig losgegangen.
    Außerdem Polen Infrastruktur investitionen etc. bei so Sachen kriegt die Deutsche Wirtschaft denke automatisch mehr von ab. Wie Spanien. mal unabhängig vom Preis.
    Exportüberschüsse waren ja schon vorher höher wie zu DM Zeiten.
    http://www.bpb.de/wissen/4OHFAY,0,Au%DFenhandel.html

    Und naja danach das einbrechen und dann wegen Eurokrise, klar dann stark abgewerteter Euro in dem .DE günstig ist. die Anderen aber halt kaum ne Chance haben gegen Made in Germany.

  • Andreas - 15. April 2012

    Deutschland gräbt den anderen EU-Ländern noch immer deutlich das Wasser ab. Ob Merkel weiß, dass sie am Ast sägt, auf dem sie (und wir!) sitzt bzw. sitzen? Oder reicht ihr ökonomischer Sachverstand noch immer nicht, um einfachste Zusammenhänge zu sehen?

  • M.E. - 15. April 2012

    Wenn ich Schwellenland wäre, würde ich das genau so sehen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,827586,00.html

    Ich würde auch sagen, dass die immer noch relativ reichen Länder mit ihrem Ressourcenhöchstverbrauch ihre Probleme gefälligst selbst lösen sollen. Zumal sie ja offensichtlich zu einer prinzipiellen Problemlösung nicht mal fähig und willens sind.
    Und nur das an IWF-Hilfen bekommen sollen, was ihnen auf Grund ihres prozentualen Gewichts als Geber im IWF zusteht.

  • Martin - 15. April 2012

    Was sind die substantiellen Wertschöpfungen der Südperipherie? Was ist der wirtschaftliche oder Industrielle Output. Was war dies vor dem Euro und ist es jetzt? Kurz, was kann ich als Kunde (privat oder gewerblich) kaufen?
    Spanien: Tourismus, Obst und Gemüse, Wein, Oliven
    Griechenland: Tourismus, Wein, Oliven, Ziegenkäse, Schiffstransportkapazität
    Italien: Mode, Möbel, Marmorplatten, Tourismus, Wein
    Ungarn: Tourismus, Wein, Speditionsleistungen, Motorenfertigung für PKW (dt. Hersteller)
    Rumänien, Bulgarien: Billiglohnfertigung, Speditionsleistungen, Wein

    Es ist also nichts da, womit sich eine industrielle Wertschöpfung der Südperipherie steigern liese, nicht vor dem Euro und nicht jetzt. Durch das billige Geld werden die Importe in diese Ländern, da diese nichts selbst herstellen, angefacht und somit muss die dt. Exportleistung als “Single Source” Anbieter zu Lasten der Importländer wachsen, oder anders ausgedrückt, Deutschland bezahlt durch seine positive Target2 Bilanz seine Exporte selbst. Auch lässt sich nicht durch Ankurbelung der Binnennachfrage in Deutschland eine nennenswerte Verringerung der Exportüberschüsse erreichen (und wenn ja, was brächte es den betroffenen Südstaaten), da die Industrie hierzulande in der Lage ist, diese durch Produktionssteigerung zu puffern. Dies führt dann lediglich zu einem Anheizen der Inflationsspirale. Und weiterhin sind in einem gesättigten Land grosse Sprunge in der Binnennachfrage nicht mehr machbar, da die meisten sowieso schon alles haben und bestehende Produkte dann allenfalls durch die Luxusvariante ersetzt werden. Eine effektive Steigerung der Binnennachfrage ist nur in Schwellenländern möglich. Hierzulande steigt die Müllproduktion durch die Erhöhung des konsumverfügbaren Geldes, siehe Abwrackprämie. Dass Deutschland unter einem Luxusproblem leidet, ist mit einen Blick auf die deutschen Autobahnen, die Shopping Mall oder die IPhone-Manie zu bestätigen. Der Arme in Deutschland ist der König unter den Armen der Welt.

    • Andreas - 15. April 2012

      In Bezug auf die Armut schlagen Sie einen Bogen, dass einem schwindelig wird. Die Armen in Deutschland sind sicher nicht in Luxiskarossen auf deutschen Autobahnen zu suchen, auch ist ein iPhone in der Regel vom Hartz4 Satz unerschwinglich, es sei denn, man kauft ein gebrauchtes. Was die Sozialleistungen generell angeht, da war Deutschland in Europa mal führend, doch seit der Verabschiedung des SGB II Gesetzes ist es damit vorbei. Es gibt inzwischen Länder, in denen es Erwerbslosen besser geht.

      http://www.oecd.org/document/18/0,3343,de_34968570_35008930_44626642_1_1_1_1,00.html

      • Lothar - 15. April 2012

        Selbst wenn ein Hartz4′ler ein iPhone gebraucht hat wird er die monatlichen Gebuehren sicher nicht zahlen wollen. Ihr habt alle echt noch nicht mit H4 leben muessen, da dreht man alles zweimal um und ein Handy ist das erste was wegfaellt.

    • Achim Hase - 15. April 2012

      Ein bisschen polemisch und generalisierend was die Produkte der Länder angeht. Italien ist Deutschland sehr ähnlich was die Wertschöpfung angeht, daran kann es also nicht liegen.

  • klaus - 15. April 2012

    Moin,Moin

    Industrieoutput in Deutschland hoch in den PIIGS runter.
    Immoblase Deutschland wird genauso hoch sein.
    Ein Ausblick mal hier

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/steigende-preise-europa-zittert-vor-der-immobilienblase/6495880.html

    Die Länder ohne Schulden in Deutschland werden die
    enteignenten Arbeitsnomaden aufnehmen und
    die Landflucht ist perfekt.

    Alte,Sozialschwache und Dumme werden das Land zieren.
    Und ein paar Großgrundbesitzer, die alles weggeekelt haben
    und für ein Appel und ein Dioxin-Ei arbeiten lassen.

    Welch eine Perspektive für arme Bundesländer.

    Grüsse klaus

  • Martin - 15. April 2012

    Wie wäre es denn, wenn man mal eine Statistik über die Versteuerung der Einkommen im europäischen Vergleich aufstellen würde? Wie wäre es, wenn man vergleichen würde, wie viel reale Wirtschaft und Schattenwirtschaft in den jeweiligen Ländern sich gegenüber stehen?

    Ich denke, dass man das Problem nicht auf die Wirtschaftleistung dieser Statistiken allein beschränken kann. Griechenland hat sich mit einer übermäßigen Militärwirtschaft völlig über die Maßen verausgabt. Hätte es den Militäranteil wie andere Länder, wären viele Schulden geringer und, wenn man die Einkommen so gründlich besteuert und erfasst hätte wie in D, wäre auch der Staatshaushalt ausgeglichener.

    Man kann daher das Problem nicht auf Export und Wirtschaftsleistung allein beschränken.

    In Italien ist auch ein massives Schattenwirtschaften da. Die Staatsausgaben sind aber dadurch nicht geringer, sondern die Deckung ist problematischer. Und bezüglich Spanien ist nicht zu übersehen, dass dort vor längerer Zeit die meisten 500€ Scheine kursierten, was auch für ein entsprechendes Schattenwirtschaften spricht.

    • Bernd Rickert - 15. April 2012

      Griechenlands militärische Aufrüstung ist Teil der Festung-Europa-Politk.

      Ausserdem ist ihre weiter oben beschriebene Charakterisierung der Wirtschaftsektoren in Spanien, Italien, Griechenland, Ungarn und Rumänien so oberflächlich, dass sie sie auch auf Tourismus und Olivenöl hätten beschränken können. Mich ihrer Polemik anschliessend wird schätzungsweise Olivenöl im Zuge der Auseritätsstrategie als Haupteinnahmequelle für diese Länder verbleiben.

      Mit Gruss

      Bernd Rickert

      • Andreas - 15. April 2012

        “Griechenlands militärische Aufrüstung ist Teil der Festung-Europa-Politk.”

        So sieht’s aus. Frontex lässt grüßen.

  • ö.ä. - 15. April 2012

    @ Mark,

    “Der Arme in Deutschland ist der König unter den Armen der Welt.”

    In einem Ökonomieseminar haben wir mal anhand dieses Textes: http://www.gegenstandpunkt.com/gs/03/4/larmut.htm , über die Armut in “Entwicklungsländern” diskutiert. Er enthält m.E. eine schlüssige Argumentation, warum man relative und absolute Armut nicht miteinander vergleichen sollte:

    “Wer allerdings das Übermaß der Armut in der Dritten Welt für den eigentlichen Skandal hält, kommt in ein ganz anderes Fahrwasser. Er misst die Lage der Opfer des Kapitals aneinander und findet die Abweichung zwischen Nord und Süd ungerecht: Da erscheint der Lohnarbeiter der Ersten Welt als reich, weil er mit dem Hungerleider der Dritten Welt verglichen wird; umgekehrt erscheint dieser als arm nur durch den Vergleich. Der Protest, der vom Vergleich lebt und Ausgleich fordert, gerät sehr bescheiden: Er versteht den Lebensstandard kostengünstiger Lohnarbeiter als einen echten, womöglich unnötigen Luxus – und wünscht den Armen im Süden, denen seine Solidarität gilt, gar nicht mehr als die trostlose “Subsistenz”, die durch den Einzug der Weltwirtschaft in ihre Länder zerstört worden ist. Der Vergleich der Armut hier und dort legt ausdrücklich oder nicht den Maßstab des Leben- und Überleben-Könnens an – und das in dieser Welt des Reichtums, in des es von allem genug und mehr als genug geben könnte.

    Wer also nicht die erpresste Lebenslage von Lohnarbeitern überall, sondern die Abweichung ihrer Lebenslagen zum Skandal erklärt, den Grad des Elends in der Dritten Welt für das Erklärungsbedürftige hält, der unterscheidet einen normalen, funktionierenden Kapitalismus von einem defizitären, nicht funktionierenden, abnormalen im Süden und fragt, warum den Entwicklungsländern fehlt, was der Norden hat. Dabei ist da nichts abnormal. Nirgendwo steht geschrieben, dass das Kapital die Menschen, die es seiner Ordnung unterwirft auch – wenigstens mehrheitlich – für seine Geldvermehrung benutzen muss. Global gesehen ist das ohnehin die Ausnahme. Dem Süden fehlt nichts für die weltwirtschaftliche Rolle, die er im Weltkapitalismus spielt. Denn mehr war nicht versprochen, als dass das Eigentum alle Produktions- und Lebensbedingungen erst einmal monopolisiert, und hinterher zusieht, was sich für seine Vermehrung aus diesen Bedingungen machen lässt.

    Wenn in den Entwicklungsländern ein defizitärer Kapitalismus der Grund des besonders großen Elends sein soll, dann ist der Kapitalismus als solcher aus dem Schneider. Mit der Vergleicherei wird der allgemeine Grund der Armut dementiert und eine ziemlich gute Meinung von der Ausbeutungsordnung gebastelt: Denn wer meint, dem Süden fehle etwas dazu, dass es bei ihm so auskömmlich zugeht wie im Norden, der weiß auch schon, was: Kapital, dieses unverzichtbare Lebensmittel der Menschen. Das Elend kommt dann nicht von der Herrschaft des Kapitals, sondern von einem Mangel an Kapital. Und wer sich auch noch der verkehrten Frage widmet, warum sich das Kapital nicht gleichmäßig über die Erde verteilt, warum es nicht auch den Süden beglückt, der es so dringend benötigt, der kommt beim Antworten vom hundertsten ins tausendste. Beim Aufzählen von historischen Sonderbedingungen, die eine “gesunde” Entwicklung des Kapitalismus im Süden angeblich behindern; ist es schwer, zu entscheiden, welche die entscheidende ist: Kolonialismus, Geldwert, schlechte Regierung, Protektionismus, ein gewonnener Konkurrenzvorsprung des Nordens? Aber was hat das alles mit dem Grund der Armut zu tun? “

  • Frank - 15. April 2012

    Diese Analyse von Steffen zeigt wieder das totale Fehlkonstrukt EUROZONE.
    Jetzt kann man nur noch das allerschlimmste verhindern, bevor es völlig zu spät ist.

    Dringender Aufruf des Bund der Steuerzahler e.V.:
    STOPT den ESM Vertrag. Hier unterzeichnen

    http://www.stop-esm.org/unterzeichner

    Es brennt lichterloh in Deutschland! Denken Sie an die Zukunft ihrer Kinder und Enkel.

    An alle den Aufruf weiter verbreiten !

  • Holly01 - 15. April 2012

    Output ist ja schön und gut, aber die Realität stellt sich etwas anders da.
    Die Banken der Automobilindustrie nutzen das billige EZB Geld, um den Fahrzeugkauf zu subventionieren.
    Das EZB Geld erhöht den deflationären Druck.
    Die Schuldengetriebene Nachfrage ist nicht aufrecht zu erhalten. Überproduktion durch neue Anbieter in Schwellenländern verschärfen den Druck.
    D lebt von der Ausrüstung. Da alle modernisieren und rationalisieren, haben wir einen Markt.
    Deutsche Fahrzeuge werden weltweit gut verkauft, das hat viele Gründe, ist aber endlich.
    Der private, nicht militärische Konsum bei Waren und Dienstleistungen ist rückläufig.
    Der Ausgleich mit geschöpftem Geld, welches mit unzureichenden Sicherheiten hinterlegt ist, geht seinem Ende entgegen.
    Keine Nationalbank kann gegen den Markt arbeiten ohne dabei massiv Schaden zu nehmen und Schaden anzurichten.
    Die Anpassung wird alle betreffen. Weltweit gibt es ein Gerangel um Wachstumssegmente.
    Im Moment sieht es nach Inflation bei Lebensmitteln und Energie, aber Deflation bei Fertigprodukten und Arbeit aus.
    Der Weg der Nationalbanken wird immer schwieriger.

  • donnerkeil - 15. April 2012

    Holly01: Das würde mich interessieren, ob es tatsächlich so ist, dass die Banken der KFZ-Hersteller auch an die 1%-Gelder der EZB kommen.
    “Neulich” war ja auch zu lesen, dass Siemens eine eigene Bank gegründet hat. Vielleicht können die sich jetzt auch mit 1% finanzieren?
    Hat jemand Belege?

    • Holly01 - 15. April 2012

      Nein, Entschuldigung, keine Belege. Ich habe es vorausgesetzt, weil es von Draghi hiess, es hätten sich aus D runde 800 Banken das günstige Geld geliehen.
      Da waren für mich die Industriebanken, Großlverleaser, Landesbanken und Versicherungsableger mit drin.
      Möbel, Fahrzeuge und andere teure Konsumgüter kommen ja wieder mit Zinsrabatt daher. Es erscheint mir logisch und politisch gewollt.
      Konsumierende Wähler sind unkritisch und ignorieren erfahrungsgemäß die Probleme anderer Länder.
      Hauptsache “Sommermärchen” …
      Gespreitzte Entwicklung von Einzelbereichen kann man auch besser medial kommunizieren. Siehe Pendlerpauschale, aber kein Wort von Steuerrücknahme. Es sind ja alles die gierigen Multis. Die verpesten ja auch fahrlässig die Meere.
      Bei den Banken habe ich gedanklich nicht differenziert, ist aber ein guter Einwand.

      • Querschuss - 15. April 2012

        Hallo Holly01,
        warten wir doch mal die Daten der BUBA für März ab, dann wird sich zeigen ob deine Interpretationen wirklich Substanz haben, klar ist jetzt schon das Spanien und Italien den größten Teil des LTRO2 gezogen haben. Mal sehen was deutsche Banken wirklich holten und dies dann in die Relation von den angeblichen 800 Finanzinstituten setzen.

        Gruß Steffen

        • Holly01 - 15. April 2012

          Wissen ist immer besser als annehmen.
          Ich danke im voraus für die Informationen.

  • M.E. - 15. April 2012

    So sieht die Krise jenseits der Charts aus:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,827618,00.html

  • Ergo Sum - 15. April 2012

    “Nur eine hohe Säule zeugt von verschwundner Pracht. Auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht.” Der Chart zeigt leider deutlich, wie isoliert Deutschland jetzt allein in der Brandung steht. Besonders erschreckend ist aber das Absacken Frankreichs. Von den “zwei Lokomotiven” Deutschland und Frankreich, die den ganzen langen Euro-Güterzug ziehen sollten, kann gar keine Rede mehr sein. Irgendwelche Rettungsaktionen sind zu diesem Zeitpunkt wohl nur noch Heftpflaster, die die Verschuldung lediglich noch mehr erhöhen.

  • Achim Hase - 15. April 2012

    Die Bewertung von Steffen und den meisten Kommentatoren unterstellt, dass das Ziel jeder Volkswirtschaft eine wachsende Industriproduktion sein sollte.

    Vor nicht allzu langer Zeit hieß es landauf, landab, dass die Industrie ein Auslaufmodell sei und das Wachstum im Dienstleistungsbereich läge. UK hat ihr gesamtes Wirtschaftsmodell darauf ausgerichtet und die allmähliche Kontraktion des produzierenden Gewerbes einfach zur Kenntnis genommen.

    Vielleicht liegt die Zukunft ja in Finanzdienstleistungen, Instagram-Apps und Content? Schlägt das Pendel wieder zurück? Der moderne Amerikaner kennt ja nur noch 3 Zustände: fressen/shoppen/schlafen. Physische Produkte machen die Ausländer. Vielleicht auch unser Modell für die Zukunft.

    • Querschuss - 15. April 2012

      Hallo Achim,
      kleine Fehlinterpretation deinerseits, es geht nicht primär darum, dass das Ziel jeder Volkswirtschaft eine wachsende Industrieproduktion sein soll, sondern dass es einer Währungsunion abträglich ist, wenn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit so stark auseinander läuft, dies anhand der Industrieproduktion dargestellt, als ein wertschöpfender Sektor. Allerdings lässt sich sehr wohl ein Zusammenhang von einem hohen Anteil an Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe und Handelsbilanzüberschüssen herstellen und chronischen Defiziten von Volkswirtschaften mit niedrigem Anteil an industrieller Wertschöpfung. Nicht die industrielle Wertschöpfung ist ein Auslaufmodell, sondern das Modell UKs. Die mögen ihre schwache Industrie vielleicht zur Kenntnis nehmen, dies ändert nichts am hoffnungslosen Modell dieser Dienstleistungswirtschaft mit Fokus Finanzsektor, letztlich eine Blase ohne Substanz.

      “Vielleicht liegt die Zukunft ja in Finanzdienstleistungen, Instagram-Apps und Content?” …Das enttäuscht mich nun doch, dürfte doch mittlerweile mehr als deutlich sein, das die Finanzdienstleistungen, deregulierte Märkte, Spekulation, aufgeblasene Bankbilanzen usw. nicht die Zukunft sind sondern eines der Hauptprobleme!

      “Physische Produkte machen die Ausländer. Vielleicht auch unser Modell für die Zukunft.” ….Ja sicher hundert Jahre Handelsbilanzdefizite und die Einkommen aus Wertschöpfung werden durch Kredite ersetzt, super Idee, wir kopieren UK und die USA und alles wird gut?

      Gruß Steffen

      • Achim Hase - 16. April 2012

        Ich komme zwar aus einer Branche, wo man das Endprodukt nicht anfassen kann, bin aber ganz auf Deiner Linie was die Bedeutung der industriellen Wertschöpfung angeht.

        Ich möchte nur zu Bedenken geben, dass es bis vor ein paar Jahren ganz anders getönt hat, vor allem aus UK und USA. Da wurden wir mit unserer mittelalterlichen Ständewirtschaft nur milde belächelt. Aktuell sieht es etwas anders aus aber das Pendel kann wieder zurückschwingen.

  • Peter - 16. April 2012

    Es mag ein wenig heftig klingen – aber wenn ich mir die Kurven im Vergleich zu Deutschland anschaue, dann kommt mir nur ein Gedanke:

    Was Hitler mit der Wehrmacht nicht vollbringen konnte, das schafft Merkel mit der sog. Euro-Rettung…stiller, verborgener, aber unaufhaltbar.

    Wie wird Europa wohl in 20 Jahren aussehen?

  • MagnaBavaria - 16. April 2012

    10-Jahres-Bonds der Spanier sind wieder nah der Todeszone:
    http://www.bloomberg.com/quote/GSPG10YR:IND

  • M.F. - 16. April 2012

    Deutschland ist bestenfalls daran schuld, dass sich der Zahlungsausfall der Südschiene VERSCHIEBT, als erstes durch die Angleichung der europäischen Zinssätze [Die Südschiene wäre ohne diese Angleichung wohl schon viel früher hopps gegangen] und jetzt durch kräftige Bürgschaften, Target-Salden, etc. Keinesfalls aber ist Deutschland der Auslöser.

    An allem ist Deutschland auch nicht schuld. Wir profitieren weder vom Euro noch von der Rettungspolitik. Niemand profitiert davon. Der einzige Vorteil besteht schlicht darin, dass man aufschieben kann, was früher oder später unaufhaltsam wird: Staatsbankrotte sämtlicher westliche Staaten.

  • MagnaBavaria - 16. April 2012

    Paul Krugman gibt in der NY-Times etwas zur aktuellen Situation in der EU zum Besten:
    http://www.nytimes.com/2012/04/16/opinion/krugman-europes-economic-suicide.html?_r=1&src=me&ref=general

  • M.E. - 16. April 2012

    Hallo M.F.
    doch, Deutschland hat BISHER sehr stark vom Euro profitiert. Denn für die deutsche Wirtschaft ist der Euro viel zu schwach und der Leitzinssatz ist viel zu niedrig, Das wirkt wie ein permanentes Konjunkturprogramm.
    Für die Südstaaten hingegen ist der Euro eine zu starke Währung, was sich entgegengesetzt auswirkt: als Wirtschaftsbremse.

    Leider werden wir in Deutschland zukünftig die positiven Effekte nicht mehr auskosten können. Wegen des Wegbrechens der Nachfrage in wichtigen Handelspartnerländern insbesondere des Euro-Raumes, wegen der in der Exportboomzeit entstandenen Überkapazitäten und wegen der aus den Ungleichgewichten entstandenen Bürgschaftsverpflichtungen.
    Dann werden auch für uns die negativen Seiten der Gemeinschaftswährung überwiegen. Aber bisher wurde unsere Wirtschaft künstlich gepusht.

  • M.F. - 16. April 2012

    bisher Euro Deutschland:
    pro:
    + höhere Exporte
    contra:
    -weniger inländische Kaufkraft
    -Verringerung des Wertes des eigenen Geldvermögens
    -miese Wachstumsraten, da viel Geld ins Ausland gewandert ist [Laut H.W. Sinn ist daher Deutschland eben NICHT der Profiteur des Euro gewesen]

    bisher Euro Südschiene
    pro:
    +sinkende Zinssätze [wie gesagt: Ohne den Euro wären die doch schon viel früher bankrott gegangen!] Man stelle sich die finanzielle Situation dieser Länder doch einmal vor, wenn Deutschland als Bürger nicht mehr dahinter steht.
    contra:
    -Blasenbildung
    -Handelsbilanzdefizit

    Vielleicht kann man den Euro ja tatsächlich als KURZFRISTIGE Win-Win-Situation BEIDER Seiten betrachten: Deutschland dopt seine Industrie und hält durch sinkende Zinssätze die Südschiene solvent.

    Wogegen ich mich aber wehre ist:
    “Der alleinige Profiteur ist das mächtige Deutschland, das durch den Euro Europa versklavt.” Das ist an Unsinn kaum mehr zu überbieten.

    Und Zukünftig ist der Euro – in seiner jetzigen Form, da sind wir uns einig eine klassische Lose-Lose-Situation.

  • kurz vor dem Nachtgebet vom Bauer vom Hunsrück - 16. April 2012

    also heute kann ich einigen Einwänden nicht so richtig folgen. In denen wird Hartz4 aufgegriffen, das Steffen hier nicht thematisiert hat. Wie kommt´s? Was mir heute noch auffällt ist, dass einige fundamentale Kritiker Kommentare abgegeben haben.
    Die Kurven wie oben dagestellt sagen doch nur, dass der Industrieoutput in der “€-Zone” ab 2008 fiel um sich dann ab 2009 wieder zu erholen. In manchen Ländern der €-Zone war die erholung marginal, in D hingegen so stark, dass sie den Einrbuch kompensiert.
    Warum, wieso, weshalb: na wegen der Bankenkrise, die keine Finanzkrise ist und keine Staatsfinanzierungskrise hätte werden müssen. Es ist und bleibt eine Sovenzkrise der Banken. Leider hat außer den Isländern niemand den Mut Banken und politisches System fallen zu lassen. Schade.