Italien an der Todeszone

von am 30. Oktober 2011 in Allgemein

Italien konnte sich am Freitag am Kapitalmarkt nur zu hohen Zinsen frisches Geld besorgen. Bei der ersten Auktion von italienischen Staatsanleihen, nach dem Beschluss zum auf 1 Billion Euro gehebelten ESFS, stieg die Rendite für eine Staatsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit auf 6,06%, nach 5,86% in der letzten Auktion davor. Dies ist der höchste zu berappende Zinssatz seit Beitritt Italiens in den gemeinsamen Währungsraum. Die Auktion der dreijährigen Anleihen erreichte einen Zinssatz von 4,93%, nach zuletzt 4,68% am 29. September und damit den höchsten Wert seit 11 Jahren. Insgesamt sammelte der italienische Staat 7,9 Mrd. Euro bei Investoren ein.

Die angespannte Situation spiegeln auch die an den Kapitalmärkten gehandelten 10 jährigen italienischen Staatsanleihen wider:

Die Entwicklung der Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen bis auf 6,023% am Freitag. Die börsentäglichen Daten seit Januar 2011 im Chart.

Die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen im Langfristchart seit Januar 1994. Die Rendite erklimmt unmittelbar nach dem Euro-Gipfel und seinen “bahnbrechenden” Beschlüssen die Todeszone für Italien von über 6%.

Die Todeszone beginnt ca. bei 6%, da Italien Unmengen an Staatsanleihen refinanzieren muss und Zinssätze von über 6% den Kollaps der Staatsfinanzen beschleunigen werden, denn solche Zinssätze sind für Italien kaum tragbar.

Das zur Refinanzierung anstehende Volumen von Staatsanleihen, laut dem italienischen Finanzministerium.

Rund 355 Mrd. Euro an Staatsanleihen müssen im laufenden 4. Quartal 2011 und im Gesamtjahr 2012 refinanziert werden. Vor allem der Februar/März 2012 dürfte spannend werden, da es fast 100 Mrd. Euro in diesem kurzen Zeitraum zu refinanzieren gilt.

Die italienische Situation macht ebenso deutlich, dass die Ausweitung des ESFS nötig war, nur bringt dieser gehebelte ESFS keine Lösung der Schuldenprobleme, sondern schindet im besten Fall etwas Zeit. Der Preis dafür ist hoch, denn im Gegenzug steigt das Risiko für die Länder, die noch für den EFSF garantieren weiter an.

Quellen: Dt.tesoro.it/PDF italienisches Finanzministerium: Bericht 3. Quartal 2011, Bloomberg.com/Daten 10-jährige italienische Staatsanleihen

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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35 KommentareKommentieren

  • Yoram Hartmann - 30. Oktober 2011

    der Grafik läßt sich entnehmen, dass Italien in den 90er Jahren bereitzs Zinssätze von weit über 10%
    bezahlt hat, ohne Bankrott zu gehen.
    Wieso soll dann heute die “Todeszone” bereist bei 6% beginnen ?

    • Catweazle - 31. Oktober 2011

      Deren Staatsverschuldung hat sich seit Mitte der 90er Jahre nahezu verdoppelt aber die Wirtschaftsleistung eben nicht. Die standen damals tatsächlich immer kurz vor dem Kollaps, konnten aber immerhin jedes Mal wenn es zu brenzlig wurde ihre Währung abwerten um sich Luft zu verschaffen. Das geht heute natürlich nicht mehr und von daher ist der Ofen für die bald aus.

    • Klaus - 31. Oktober 2011

      Da konnte Italien noch in Lira zahlen. Da sie die autonom schöpfen konnte, schwächte das zwar den Wechselkurs, machte sie aber nicht illiquide.

      In Euro geht das nur über die Target 2-Konten. Und die Schieflage aus dem Target 2 ist ja ein zu recht sehr problematisches Thema. Das Misstrauen der Anleger wächst mit jeder Milliarde.

  • marcito - 30. Oktober 2011

    denke mal das es im januar brenzelig wird

  • wonko - 30. Oktober 2011

    wenn nun nicht nur die “nachlässige Kreditvergabe an private Schuldner” zurück geht,
    sondern auch die Nationalstaaten “keine Erhöhung der Neuschulden” mehr machen /dürfen /können / finanziert bekommen,
    dann fällt jede Menge Nachfrage weg.

    … und ohne diese ganze “Nachfrage auf Pump” rutscht das System rucki-zucki in eine gigantische Abwärtsspirale …

    Und im Ergebnis?

    - höhere Sockelarbeitslosigkeit /working poor;
    - höhere Steuerbelastung – diesesmal vielleicht sogar einmal für ALLE
    - weniger staatl. Leistungen, aber dafür:
    - höhere Eigenbeteiligung an allen Ecken und Enden.

    Fazit: es wird wohl für alle wirtschaftl. schlechter …
    … nur: für einige ändert sich dadurch de facto nix – außer ein bischen Sparquote.

    Und zur Strafe werden dann die aktuellen Steigbügelhalter
    durch jene in der SPD ersetzt.
    Der Steinbrück wird ja gerade von den Massenmedien zum neuen “König” gekürt,
    also darf der dann die nächste Marionette sein.

    gut’ Nacht.

  • Markus - 30. Oktober 2011

    @ Yoram
    Italien hat keine eigene Währung mehr, mit der diese Defizite ausgeglichen werden können. 6% bei einem Schuldenstand von 2 Billionen sind 120 Mrd. EUR Zinsdienst p.A. DAS ist die Todeszone.

    @marcito
    Die Zinskurve pentriert die 6%-Marke schon verdächtig lange. Für mich sieht es – charttechnisch – schon kurzfristig, maximal 3-4 Wochen nach einem Sprung bis auf die 7% bis 8% aus.

    Die Frage ist, wie lange kann die EZBEFSFESM noch gegenhalten und die Anleihenkäufe sogar noch ausweiten. Die 1. Billion ist im unvermeintlichen Worst Case ganz schnell verheizt.

    “Seid vorbereitet. Diese Wirtschaftskrise ist wie ein Krebsgeschwür. Du kannst entweder einfach so weitermachen, oder handeln. Ich bevorzuge es, rechtzeitig zu handeln.”
    Alessio Rastani

  • bauagent - 30. Oktober 2011

    Es stellt sich sicher die Frage, wie nach den Gesprächen von Regling in Peking die Refinanzierung der Staatsanleihen überhaupt mit dem EFSF-Mickerschirm weitergehen soll, wo die Hälfte des Schirms ja bereits futsch bzw. verplant ist.

    Portugal fleht die USA um Hilfe an, die Iren wollen nicht mehr soviel bezahlen und fühlen sich ungerecht gegenüber den Griechen behandelt und in Peking hat man Regling den Vogel gezeigt:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/29868/

    Jetzt muss die EZB ran und darf den Turbo einschalten oder hat jemand noch ein anderes Szenario.
    Auweia!

    • Johannes - 31. Oktober 2011

      Sehe das exakt so wie Du; die EZB wird den Turbo einschalten – “Bazooka-Drahgi” wird es schon im ureigensten Interesse richten. Merkel wird etwas mit den Zähnen knirschen, um dann einzuknicken.

      Sarkozy wird sich tierisch freuen, denn damit hat er das Recht, solche Baiouts durch die EZB auch für sich zu fordern. Zwischendurch wird dann Deutschlands Tripple A einkassiert und auch wir freuen uns an der im Kern substanzlosen Hilfe, die die Geldmenge gewaltig aufbläht.

      Und irgendwann ist dann wirklich schluss mit lustig.

  • Sylvia - 30. Oktober 2011

    @ Yoram,

    in den 90ern hatte Italien noch seine Lira. Die war bei Bedarf abwertbar, was Italien lt. meiner Erinnerung ja auch oft genug genutzt hatte.

    Euro-Einführung 2002. Und damit (mit)gefangen in einer absolut blauäugigen Fehlkonstruktion.
    Shit happens …

  • McQueen - 30. Oktober 2011

    Bei Griechenland, Portugal und Irland war so ca. bei 7% Schluss. Hatte eigentlich damit gerechnet, dass die Zinsen für Italienische Staatsanleihen nach dem “erfolgreichen” Euro Gipfel sinken würden…. habe mich geirrt ^^ aber erstmal sehen was die neue Woche bringt.

    • alt-shift-x - 31. Oktober 2011

      Darf ich dich fragen warum du gedacht hast, dass die ital. Zinsen sinken würden? Anscheinend haben das viele gedacht, aber ich verstehe es wirklich nicht. Nachdem die CDS im “freiwilligen” Griechenland haircut nicht ausgelöst wurden, hätte es mich eher gewundert wenn sich noch all zu viele Investoren für die italienischen Bonds gefunden hätten. Wenn ich mich als Investor in ein unsicheres Investment begebe und weiss, dass ich mich im Ernstfall nicht mal auf eine Absicherung durch CDS verlassen kann, dann lass ich doch die Finger von sowas, oder? Andererseits, wenn Griechenland als Kreditausfall gewertet worden wäre, dann hätten sich am nächsten Tag doch die ganzen Zocker per CDS auf Italien gestürzt, was auch wiederum nicht gerade für Zinssenkungen spricht. Es interessiert mich wirklich weil anscheinend auch so viele Analysten davon ausgingen, dass die Zinsen sinken würden, aber ich verstehe wirklich nicht warum? Welche Erklärung gäbe es dafür, jeder weiss doch dass der “Rettungsschirm” Italien nicht auffangen kann ob nun mit Hebel oder ohne? Vielen Dank schonmal für die Antwort :)

  • bauagent - 30. Oktober 2011

    Das muss ich noch eben weitergeben
    Da schreibt doch tatsächlich Barroso im Tandem mit van Rompuy, nach einem Kontakt mit Regling, unverzüglich einen Bettelbrief an die G20. Natürlich im Wortlaut, wie die Briefe an Merkel, die immer an große gemeinsame Ziele ( welche eigentlich? ) erinnert.

    Jetzt brennt der Baum aber richtig.
    Über jede Peinlichkeitsgrenze sind wir sicher hinaus. Jetzt ist die Situation nur noch wundersam.

    Hier der glaubwürdige Link:

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/10/29889/

  • Tourist - 31. Oktober 2011

    Ich hab da mal ne frage, also eher ne rethorische Frage!

    Viele hacken ja auf dem Euro rum, da man ihm als Gemeinschaftswährung kein Korrektiv zutraut bzgl. von Wechselkursen und Aussenwerten: Darin, so wird behauptet, liege der Grund für hohe Staatsschulden! Also, weil der Euro keine Möglichkeit bietet zur Abwertung für ökonomisch schwächelende Länder gibts Probleme! Siehe Griechenland!
    Dass das eine Wirkung hat will ich gar nicht bestreiten. Nur…
    Wenn das PRIMÄR stimmen würde, das die Währung ein ausschlaggebender Faktor wäre für Staatsverschuldung, dann dürften die USA oder bspw. Japan keine so hohe Staatsveschuldung haben! Und auch, habe ich ganz vergessen, unser vereintes Königreich! Lang lebe die Queen mit ihrem Wechselkurs! Nur nützen tut dieser ihr nix, bzgl. Staatsverschuldug und Bankenrettung! Offensichltich scheint der Marktmechnanismus zwischen zwei Währungen nicht zu funzen ;) bzw. tatsächlich sooooooo einwandfrei zu funktionieren, wie man sich das halt so theoretisch denkt mit Abwertung und Aussenwerten und so fort…!

    Das führt zur nächsten Frage! Was gilt es eigentlich genau zu kritisieren?

    • Catweazle - 31. Oktober 2011

      Das USA, Japann und UK auch nicht aus dem Schuldental kommen obwohl sie ja rein theoretisch ihre Währungen abwerten könnten liegt wohl daran, das es nicht mehr so viel bringt wie früher. Die Globalisierung der Wirtschaft hat diesen Staaten mehr geschadet als genutzt. Der Nutzen ist nur für das Großkapital da, alles ander zahlt drauf. Was nützt es dem Ami wenn er seinen iSchrott zwar billig bekommt, dafür aber keinen Job hat und von Footstamps leben muss? Die Schulden der Staaten und die Bankenkrise sind ein Problem aber das ist das Kleinere. Die Globalisierung und die völlige Abhängigkeit von immer mehr Menschen von immer weniger Großkonzernen finde ich viel schlimmer. Wir hier in Westeuropa finden das ja vielleicht nur ärgerlich aber was sollen die Menschen in den Entwicklungsländern sagen die immer mehr für uns arbeiten müssen mit immer weniger Realeinkommen?

    • Querschuss - 31. Oktober 2011

      Hallo Tourist,
      wir waren schon mal weiter, ich zumindestens, das Hauptproblem des Euro war und ist, dass die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaften viel zu unterschiedlich ist. Das Problem der nicht vorhandenen Möglichkeit der Abwertung folgt erst darauf bzw. ist dem nachgelagert. Wie schon dutzende Male anhand von Charts dokumentiert, innerhalb des Korsetts des Euro haben die schwachen Länder keine Chance und verlieren immer weiter an Leistungsfähikeit und die starken gewinnen weiter. Die entstandenen Ungleichgewichte sind so groß, dass wenn man versucht die Wettbewerbsfähigkeit der schwachen Länder durch eine Abwertung nach innen (Löhne, Preise) herzustellen, diese an den Rand des Bürgerkrieges treibt und den Kollaps der Gesellschaft. Ich bin sogar der Meinung, dass es unmöglich ist die innere Abwertung zum Erfolg zu bringen. Die Legitimation der Eurozone wird zerbrechen, wenn man in Griechenland, Portugal, Spanien und jetzt vielleicht auch in Italien in relativ kurzer Zeit um -25%-35% den Lebensstandard absenken muss und im Fall von Griechenland dürfte eine Abwertung nach innen von -35% nicht mal ausreichen. Der Euro ist nur das Konterfei, das Problem ist die Fehlkonstruktion und die Ausgestaltung der Währungsunion, da man fast ein Jahrzehnt Zeit verschwendet hat und dringlichste Korrekturen einfach schleifen lassen hat.

      Kann mich nicht erinnern jemals behauptet zu haben, das der Euro primär für die Staatsverschuldungen verantwortlich war, er ist nur die Krüke der Fehlkonstruktion. Ein Euro unter homogenen Volkswirtschaften, wie Deutschland, Österreich, Niederland und Finnland hätte diese Probleme in solche Dimension von Haus aus nicht. Mangelnde Leistungsfähigkeit und zu geringe industrielle Wertschöpfung der Südperipherie sowie die finanziellen Folgen der Finanzkrise nach den spekulativen Exzesse im System fallen dem Staat und den Steuerzahlern dort auf die Füße.

      Gruß Steffen

  • boris - 31. Oktober 2011

    @Tourist
    Schwache Fragen! Du zählst einfach schlechte Beispiele auf – damit der EURO und deren Länder noch einigermassen gut dastehen. Wieso erwähnst du nicht den Schweizer Franken, die brasilianische Währung – sondern ausschliesslich Länder die von der Finanzkrise stark betroffen wurden?
    Natürlich kam dir dies beim Schreiben überhaupt nicht in den Sinn – nicht wa(h)r? Solltest Politiker werden – die sehen gerne gerade das, dass sie sehen wollen und wenn sie dann einen (oder mehrere) Fehler machen, dann suchen sie nach Leuten, die noch schlechter dastehen! Auch du hast ja was gefunden…zum Glück war die Suche in dieser heutigen Zeit nicht ganz so anstrengend.

  • King Balance - 31. Oktober 2011

    Die Ohnmacht der Politik bei der Bewältigung der Krise ist diese Woche wieder deutlich geworden. Gross angekündigte Treffen, Gespräche und Sitzungen enden, wie so oft, nur mit einer Absichtserklärung oder Ankündigung.

    “Auf der Suche nach dem Richtigen kann man viel Spaß mit dem Falschen haben”.

  • teddywear - 31. Oktober 2011

    @Boris: Das Flamen des Touristen bringt nicht weiter.
    Meiner Meinung nach steht der Euro bislang tatsächlich “gut” da. Die Schweiz leidet so stark unter dem starken CHF, das es zum PEG kam, Fortsetzung und Steigerung fast sicher. Brasilien ist groß, wächst gut und hat genug Ressourcen, kein Vergleich mit der alten Welt und auch vor allem politisch kein Vergleich mit China.
    In der €-Zone ist das Rennen um die Abwertung der Währung noch nicht so schnell wie in England, USA und Japan. Das ist ein Erfolg für die Menschen, aber eine Schwäche für die Währung bzw. Staatsschulden. Hier gibt es bislang kein QE. Es ist der ausdrückliche und richtige Wunsch der Südstaaten den € abzuwerten. Am besten über die EZB, also auch QE. Das ist die einzige Möglichkeit aus dieser Misere ohne Volksaufstände heraus zu kommen. Aber es ist und bleibt eine Katastrophe für alle Sparer, vor allem Papiergeld-Sparer.
    Und durch die notwendige hohe Inflation kommt es bei gleichzeitig mickrigen Gehaltssteigerungen sicher zu Problemen. Wären die Gehaltssteigerungen größer, gäbe es Zweitrunden-Effekte. Also noch ein notwendiges Übel: Lügenstatistiken die die Inflation verschleiern. Herr Tricheur versprach gestern laut BAMS 10 Jahre Preisstabilität.

    • boris - 1. November 2011

      @teddywear
      Gebe dir recht. Sollte mein südländisches Temperament ab und zu zügeln!T
      Betreffend Herrn Tricheur. Tricher heisst auf französisch übrigens bescheissen (gut deutsch schmmeln) – der Mann scheint seinen Namen zu recht zu führen.

  • hunsrückbäuerlein - 31. Oktober 2011

    also, ich sehe das nicht so tragisch, so lange wir in D nicht betroffen sind. Deutschland braucht Raum (1933 ff) für die working poor und diese nichtsnutzigen faullenzer, sowie die not working rich. so! was gäbe es sinnvolleres als die working poor in die steinbrüche von carrara zu schicken um den not working rich möglichst preiswerten marmor zu liefern? oder nehmen wir die oliven aus italien oder spanien, oder den wein. die großgrundbesitzer stellen wieder um auf handarbeit mit maximaler beschäftigung der working poor, schließlich macht arbeit ja frei, um den bedarf der not working rich preiswertest zu befriedigen. D braucht platz und die not working rich brauchen sicherheit, was wäre einfacher als geographische entflechtung?

  • Daniel Berg - 31. Oktober 2011

    Jugendarbeitslosigkeit in Italien bei 29%!! Hoechster Wert seit 2004.

    I dati Istat di settembre: il tasso di disoccupazione fra

    15 e 24 anni sale al 29,3%, il valore più alto dal 2004

    http://www.corriere.it/

  • philipp johannes - 31. Oktober 2011

    @Yoram Hartmann – 30. Oktober 2011

    einfach deshalb weil italien seine lira damals stetig abwerten konnte wurde es nicht bankrott.
    heute geht das ja nun so einfach nicht mehr mti dem euro.

    ________________

    @hunsrückbäuerlein – 31. Oktober 2011

    das soll sicher eine satirische einlage werden ?

  • philipp johannes - 31. Oktober 2011

    gut wohl das bungabunga nun einen partner an der spitze der ezb stehen hat ?
    mal schauen wie sich die ezb nun ins zeug legt und italien anleihen rauskauft aus dem markt.
    die börse bröselt jedenfalls bereits, und der euro droppt auch schon etwas.

    der esm wird es ja dann richten.
    dann braucht der gouverneursrat nicht mehr diese parlamente zu befragen und kann hebeln wie er will.

  • Tourist - 31. Oktober 2011

    “einfach deshalb weil italien seine lira damals stetig abwerten konnte wurde es nicht bankrott.
    heute geht das ja nun so einfach nicht mehr mti dem euro.”

    Ja das sagen viele, als Begründung auch wieder in den die obrigen Reaktionen! Nun wie gesagt,dass Wecheselkurse ne Wikrung haben ..klar! Nun dass sie dazu beitragen Staatsverschuldung abzubauen …offensichtlich nicht!

    @ Boris
    OKay die Frage an dich konkret: Wenn die These stimmen würde, dass Abwertungen und Aufwertungen von Währungen zu geringeren Staatsverschuldungen führen würden, wieso fallen dann soooviel Beispiele aus dem Rahmen. Und übrignes die Staatsverschuldung deiner genannten Länder sind nun mal auch gegeben!
    So und wa sagt das jetzt aus über einen Zusammenhang zwischen Abwertung und Staatsverschuldung? NiX! Dass der wechselkursmechanimus in Bezug zu seiner theoretisch angenommenden Wirkung auf Veschuldung empirisch garnicht gegeben ist!

    “Wieso erwähnst du nicht den Schweizer Franken, die brasilianische Währung – sondern ausschliesslich Länder die von der Finanzkrise stark betroffen wurden?”

    Weil die Beispiele ausreichen, um deinem geliebten Wechselkursmechanismus alle Glaubwürdikgeit zu nehmen! Dieser Wechslekursmechnaimsu ist nebenbei erwähnt vom theoretischen Kern her eben genau der gleiche Marktmechanismus den Marktradikale sich auf die Fahnen schreiben!

    @ Steffen die Antwort weiss ich, sie erklärt aber nicht die Wirkung auf eine Senkung der Staatsverschuldung! Das ist ja der Punkt worauf ich hinaus wollte! Ja sicher wird mal was Wettbewerbsfähigkeit hergestellt. Na klar! Ist das aber der Garant für höhere Steuereinnahmen? Und das war mein Punkt! Der Zusammenhang zwischen Wechselkursmechanimsus und folgendem Schuldenabbau ist nicht gegeben!
    Und ganz im Vertrauen..ich bin nicht für den Euro^^ freundlicher Boris!

    @ Nette Menschen, Flamen man lernt nice aus…nicht immer so garstig … ich dachte Deutsche wären nett und nicht immer soo cliquenbezogen…

    • Querschuss - 31. Oktober 2011

      Hallo Tourist,
      über eine Aussenabwertung wird das Leistungsbilanzdefizit sinken und damit schon mal die Verschuldung aller Bereiche gegenüber dem Ausland. Dies dürfte im Umkehrschluss auch zu niedrigeren Zinsen führen, auch für Staatsanleihen. Es dürfte wesentlich leichter sein, die Wettbewerbsfähigkeit über eine Abwertung nach aussen herzustellen, als beim hoffnungslosen Versuch der Abwertung nach innen wie jetzt im Euroraum praktiziert. Mit einer Aussenabwertung kurbelt auch der Export an, die heimischen Konsumenten legen auf Grund hoher Importpreise notgedrungen auch den Fokus auf heimische Waren und so könnten auch leichter Jobs, Einkommen enstehen und vor allem Steuern an den Staat fließen.

      Macht man innerhalb des Euro mit der Abwertung nach innen weiter, wird man die betroffenen Gesellschaften an den Rand des Kollapses drängen, denn in einem Währungsraum und einer Demokratie sind Absenkungen des Lebenstandards um -30% und mehr nicht vermittelbar und werden das gesamte Fehlkonstrukt des Euro zusätzlich destabilisieren.

      Gruß Steffen

    • boris - 1. November 2011

      @Tourist
      Persönlich glaube ich gar nicht an die These, dass Abwertungen und Aufwertungen von Währungen zwingend zu geringeren Staatsverschuldungen führen. Ich jedenfalls habe das nie behauptet.
      Könnte mich irren, doch Italien hatte schon vor dem EURO eine der höchsten (wenn nicht die höchste) Staatsverschuldung Westeuropas. Doch die Jugendarbeitslosigkeit lag in den 90-Jahren nicht über 20 %. Da ich zu den komischen Leuten gehöre, die sich für Menschen interessieren und dazu Italiener bin – finde ich diese Zahl sehr bedenklich. Dazu höre ich einfach nichts gutes, wenn ich mal wieder auf einen Italiener treffe! Viele wollen nur noch weg.
      Hätte Italien noch die Lira – wäre unterdessen 1 CHF wohl 10’000 Lire wert. Die Verschuldung wäre prinzipiell hoch und wie es mit der Arbeitslosigkeit aussieht – werden wir sowieso nicht erfahren, weil Italien nun mal den EURO hat.
      Tatsächlich finde ich den Wechselkurs CHF/EURO nett – nicht weil er mir gehört (wie kommst du auf so eine Aussage?) sondern weil ich mit CHF zahle. Hätte allerdings gerne auf die Finanzkrise, in Italien auf Berlusconi und eigentlich auch noch auf Merkel und Co. verzichtet. Dies alles habe ich sogar publiziert – doch leider bin ich nicht systemrelevant!
      Gute Besserung
      Boris

  • Tourist - 31. Oktober 2011

    @ Steffen

    Ja ich verstehe das Argument!
    es ist nachvollziehbar was du sagst, Du beschriebst markttheoretisch, dasss was man als Wechselkursmechanismus bezeichnet, aber eben nur theoretisch!

    Es bleibt dabei.

    Die Wechselkursmechanismen sind kein Garant für Staatsschuldenabbau! Dass zeigen die Verschuldungen andrer Länder mit eigenen Währungen! Da sind zuviele Störfaktoren drin. Beispiel: Schweizer Franken: Der kürzlich noch bearbeitet wurde, da dass suchende Kapital den Franken als sicheren Hafen aufkaufte und er aufwertete!

    Der theoretisch von dir beschriebende Wecheselkursmechanismus samt Folgerungen gibts nicht in der Realität! Und das zeigen gerade die Länder mit hohen Staatsveschuldungen und eigener Währung!
    Das Ablaufschema des Wechselkursmechanimus, was du beschreibst, ist ncht empirisch begründet, sondern NUR theoretisch!

    Wenn das stimmen würde zwingend, also notwendig, zu diesem Ablaufschema kommt, dürfte es bspw. in GB und den anderen Ländern mit eigenen Währungen, gar kein Einbruch der Konsumquote oder zu erhöhten Staatsschuldenquoten kommen!

    Du muesstest 1. nachweisen, dass in ALLEN Ländern mit eigener Währung dieses Ablauschema so funktioniert, wie von dir beschrieben! Das geht nicht, wie du schon allein an der Gegenüberstellung der Länder, die ich nannte und die Boris nannte (Danke Boris^^) deutlich wurde!

    Gruss Tourist

  • Tourist - 31. Oktober 2011

    Der Wechsekursmechanismus samt theoretischer Wirkung, wie von dir beschrieben, setzt nämlich einen thoeretisch funktionierenden Marktmechanismus voraus! Und was von dieser Markttheorie und ihrem Erklärungsgehalt eigentlich zu halten ist, wurde ja schon oft gesagt! UNd das nicht nur, -für die Skeptiker- vom ollen Touristen.

    Gruss Tourist

    • Querschuss - 31. Oktober 2011

      Hallo Tourist,
      von Garantien habe ich nicht geredet, die gibt es für nichts, ändert aber nichts daran das ein Weiter so keine Option ist bzw. eine ins Verderben.

      Gruß Steffen

  • Wolfgang - 31. Oktober 2011

    Mal ein paar polsitive Meldungen für den Euro:
    Iran verkauft Öl nur noch gegen Euro: http://www.cbsnews.com/stories/2008/04/30/business/main4057490.shtml
    Indien kauft Öl vom Iran gegen Euro: http://articles.timesofindia.indiatimes.com/2011-02-04/india-business/28357951_1_payments-for-iranian-crude-eih-bank-asian-clearing-union

  • hunsrückbäuerlein - 31. Oktober 2011

    @ wolfgang;
    Dilemma!
    der IRAN steht ja schon auf der Abschußliste der $-Zombies aber Indien, die sollten doch von den $-Zombies gegen China in Stellung gebracht werden. Was sind das denn für Freunde? Pfui aber schön, weil es ganz deutlich die (noch) kaum wahrnehmbare zersetzung des imperialen Schwertes erkennen läßt. China schichtet seinen Schatz des Imperium um in Gold und Naturalien in Form von Rohstoffen, etc. IRAQ und Afganistan fügen der Occupationsarmee täglich immer größere Schäden zu und den Ölemiren geht der Popo zunehmend auf Grundeis……da freue ich mich doch auf den Tod des Unholdes auf dass ein neuer Popanz entstehe, dem wir hinterhereilen können dürfen.

  • philipp johannes - 31. Oktober 2011

    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/japanischer-yen-kurzfristige-bremsung-der-aufwertung-11512212.html

    yen wird aufgewertet – trotz immenser schuldenlast und permanenter deflation.

    eine eher unerfreuliche nachricht für den euro.

  • M.U. - 1. November 2011

    Eigentlich sind es zum Teil auch unsere Staatsschulden mit denen sich die Südländer jetzt rumschlagen müssen. Immerhin waren wir sehr erfolgreich beim Export unserer Staatsschulden.

    Dieser Herr hat einen interessanten Blickwinkel auf die Krise.
    http://www.rottmeyer.de/global-change-hort-endlich-auf-zu-sparen/

  • Joe - 1. November 2011

    Die Invasion der Chinesen

    Wie viele in Italien leben, weiß niemand, auch keine Behörde, weil fast alle Chinesen mit Touristenvisa im Land leben und keine Steuern zahlen. Francesco Bonsembiante, der Produzent von „Io sono Li“, erzählt von seiner Heimatstadt Padua, in der ein hektargroßer Kleidermarkt ganz Osteuropa bis Istanbul mit chinesischen Anzügen und Hemden versorgt. Dass es in seiner Stadt drei rein chinesische Grundschulen gibt, wusste er vorher nicht: „Nur die medizinischen Notfallstationen, die per Eid jeden Menschen behandeln müssen, wissen wirklich, wie ungemein viele kleine Chinesen bereits bei uns geboren werden.“ Aber darüber gibt es keine Statistiken.
    In der toskanischen Textilstadt Prato kommt – geschätzt – bereits jeder sechste der 180000 Einwohner aus China und arbeitet in einer der – geschätzt – zweitausend Nähereien, die den Italienern mit chinesischer Ware „made in Italy“ schwere Konkurrenz machen. Erst in diesem Frühjahr wurde Prato von drei Mafiamorden unter Chinesen erschüttert, und die Lega Nord betreibt ihren Wahlkampf längst nicht mehr mit Parolen gegen die vermeintlichen Schmarotzer aus dem Mezzogiorno und den gierigen Zentralstaat in Rom, sondern mit Kampagnen gegen „die anderen“ aus aller Welt.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/italien-die-invasion-der-chinesen-11513102.html

  • stulle - 2. November 2011

    “Euros apokalyptisches Ende?”

    http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.com/2011/11/euros-apokalyptisches-ende.html

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