Italienisches Verbrauchervertrauen sinkt auf ein 39-Monatstief
Wie das italienische Statistikamt ISTAT heute mitteilte, sank das Verbrauchervertrauen im Oktober 2011 auf den tiefsten Stand seit Juli 2008. Das Vertrauen der italienischen Konsumenten schwindet im Zuge der Schuldenkrise weiter und dies ist für Italien ziemlich relevant, denn die nominalen Konsumausgaben der privaten Haushalte trugen zuletzt in Q2 2011 mit 240,966 Mrd. Euro, nach den Angaben von Eurostat, zu 60,87% des nominalen BIPs Italiens bei.
Die Entwicklung des saisonbereinigten Index des Verbrauchervertrauens seit Januar 1982 im Chart. Im Oktober 2011 sank das italienische Verbrauchervertrauen auf 92,9 Indexpunkte, nach 94,2 Indexpunkten im Vormonat und nach 103,4 Punkten im Vorjahresmonat. Von 1982 bis Ende 2007 lag der langfristige Durchschnitt des Verbrauchervertrauens bei 108,8 Punkten.
Alle wesentlichen Komponenten des Verbrauchervertrauens haben sich im Oktober weiter verschlechtert, dass allgemeine Wirtschaftsklima (Clima Economica), fiel von 78,3 Punkte im September auf 75,6 Punkte im Oktober 2011. Die Erwartungshaltung der zukünftigen Entwicklung fiel von 85,5 auf 81,8 Punkte. Die Einschätzung zur aktuellen Situation sank von 101,2 auf 101,0 Indexpunkte:
Das Verbrauchervertrauen und seine Subkomponenten in der Tabelle von ISTAT von Juni bis Oktober 2011.
Ein italienisches Verbrauchervertrauen auf einem 39-Monatstief, erhöht die Wahrscheinlichkeit von negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum ausgehend vom privaten Konsum, denn schließlich ist der private Konsum wie in anderen Südperipherieländern der Eurozone die Hauptstütze des italienischen BIPs.
Mit jedem Monat unter der Agenda eines “Weiter so”, sinkt die Möglichkeit den Schaden aus der Fehlkonstruktion der Eurozone zu begrenzen, denn neben den maroden Staatshaushalten, dem potentiell insolventen Bankensystem verschlechtern sich auch die Fundamentaldaten der Realwirtschaft für die Südperipherie, so auch für Italien weiter.
Quellen Daten: Istat.it/Pressemitteilung Consumer Confidence, Istat.it/PDF: Consumer Confidence Survey Oktober 2011
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- 21. Jahrhundert » Blog Archiv » Italienisches Verbrauchervertrauen sinkt auf ein 39-Monatstief » Querschuesse - [...] viaItalienisches Verbrauchervertrauen sinkt auf ein 39-Monatstief » Querschuesse. Share| Oktober 25, 2011 at 10:55 pm by admin ...
- Schlagzeilen vom 25.10.2011 | Krise-News - [...] Querschüsse: Italienisches Verbrauchervertrauen sinkt auf ein 39-Monatstief (Woher soll das Vertrauen auch herkommen?) [...]

M.E. - 25. Oktober 2011
Und dabei hat Berlusconi noch garnicht mit den ALTERNATIVLOSEN sozialen Grausamkeiten begonnen.
Das wird der doch auch noch schaffen, das Verbrauchervertrauen auf ein Allzeittief zu befördern.
In seine diesbezüglichen Fähigkeiten habe ich großes Vertrauen, sozusagen ein großes Verbrauchervertrauenreduzierungsvertrauen.
titoslavija - 25. Oktober 2011
wenn italien nicht mehr wächst, dann hat europa ein problem, hängt gar nicht von berlusconi ab
M.U. - 25. Oktober 2011
Was ist eigentlich Verbrauchervertrauen? Die Hoffnung, dass der Müll den man kauft die Garantiezeit übersteht?
anonym - 25. Oktober 2011
Ist doch POSITIV :
Gaaaanz vorne in jedem Buch über Makro-Ökonomie steht : GDP = Consumption + Investment + Savings .
A) D.h. durch reduzierte Consumtion stehen mehr Savings zur Verfügung. Ist für ein bis über die Halskrause verschuldetes Land doch kein Ünglück . Oder ?
B) Ebenso steht für Investments mehr zur Verfügung. Ist doch für ein von Wachstums-Schwäche gekennzeichnetes Land kein Ünglück. Oder ?
Auserdem erhöhen Investments (in die Real-Wirtschaft) das GDP viel viel mehr als Consumptions. Investments-Goods kommen nicht vom Fliessband, erfordern daher ein viel grösseren Arbeitsaufwand (mehr Beschäftigung) als Consumer-Goods. Ausserdem hat man dannach etwas (z.B. eine neue Fabrik) mit der man weiteres Geld verdienen kann. Nicht der Fall für Consumer-Goods ! (landen auf dem Müll-Haufen.)
Die Verengung des Blicks auf eine Volkswirtschaft auf deren Konsum (unter Ausserachtlassung ihrer Investitionen und ihrer Schulden/Savings) zeugt schon von einer drastischen Verdummung.
mfg.
Querschuss - 25. Oktober 2011
Hallo anonym,
unabhängig davon das ich die Formel etwas anders kenne, BIP = Konsum (privat) + Konsum (Staat) + Investitionen (Brutto) + Außenbeitrag (Exporte minus Importe), die sogenannte Verwendungsrechnung und das grundsätzlich I = S ist, da Investitionen (I) = BIP (nach Verwendungsrechnung) – C (Konsum) identisch ist mit Sparen (S) = BIP (nach Verteilungsrechnung) – C, verkennst Du folgendes: Income = Consumption + Savings und das ist in der Südperipherie durch die Austeritätsmaßnahmen relevant. Es können auch Konsum und Sparen sinken, da die Einkommen sinken und da I auch gleich S ist fallen auch die Investitionen, siehe Griechenland um -42% zum Hoch in Q3 2008.
Ich sehe keinen Grund warum dies grundsätzlich in Italien anders sein sollte und die erwarteten geringeren Konsumausgaben, wenn sie als Ursache auch sinkende Einkommen haben in Sparen bzw. Investitionen münden sollten.
War aber ein flotter Versuch dem Ganzen etwas positives abzuringen, sehr wahrscheinlich aber nicht stichhaltig.
Gruß Steffen
boris - 25. Oktober 2011
@M.U.
Nein, es geht darum den Müll (mir gefällt das Wort Elektroschrott bei Fernseher, Lappitotsch oder Natel lieber) schneller als die Garantiezeit zu verkaufen. Der Kunde darf bereits einen Tag später wieder etwas kaufen – dass wäre sogar erwünscht!
@totoslavija
Doch es hängt zu einem beträchtlichen Teil von Berlusconi ab. Als “korrupter Führer” wird es meinem Heimatland nur noch schlechter gehen. Korruption lähmt auf lange Sicht jedes Land. Wir würden aus dem Staunen über die positive Entwicklung gar nicht mehr herauskommen, wenn es Italien gelingen würde die Korruption erfolgreich zu bekämpfen. Im Moment ist dies leider mehr als unrealistisch – da der grösste Verbrecher fest am Regierungsessel klebt.
titoslavija - 25. Oktober 2011
naja korrupt wäre das land auch ohne berlusconi. nur sind die italiener so ehrlich und wählen ihren mafiaboss gleich als präsidenten, um die wahren machtverhältnisse wiederzuspiegeln.
wie bei china auch schon gesagt, die korruption ist eine begleiterscheinung des kapitalismus, sie ist nicht zu bekämpfen, sie ist teil des sytems, die italiener habens verstanden.
dass der staatsapparat so ineffektiv wie in griechenland arbeitet, liegt wohl daran, dass die elite nicht an dem wohl ihrer nation interessiert sind.
ganz einfach.
boris - 29. Oktober 2011
@titoslavija
Du schaust und übernimmst Sprüche von Volker Pispers. Mag ihn ja auch – doch ein Teil meiner Landsleute wählte Berlusconi nicht aus “Ehrlichkeit” – dies ist völliger Unsinn. Die meisten sahen einfach keine Alternative- das war der Hauptgrund.
Korruption gab es schon vor dem Kapitalismus und sie wird ihn auch überleben. Das liegt meiner Meinung nach an unserer Gattung homo sapiens. Nur könnte und sollte man versuchen, die Korruption möglichst niedrig zu halten. Ich darf hoffentlich annehmen, dass auch du gemerkt hast, dass nicht alle Staaten gleich korrupt sind! Gerade solche Leute wie Berlusconi sollte man einfach nicht an die Macht lassen – dies wäre meiner Meinung nach schon ein guter Anfang in Italien!
Joe der Leiharbeiter - 26. Oktober 2011
Italien kann aufatmen, denn “Mario Draghi hat angekündigt, den umstrittenen Kurs seines Vorgängers Trichet fortzusetzen – und weiter Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen. Grund ist vor allem die “dramatische Lage” in seiner Heimat.”
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,794151,00.html