Konzertierte Notenbank-Aktion Nr. 2: Liquidität für alle! – Dope statt Entzug, Börsenparty gegen die Krise

von am 30. November 2011 in Allgemein

Gerade einmal elf Wochen sind vergangen, seit der letzten konzertierten Aktion der Notenbanken. Auch damals, am 15. September, ging es darum, dem Vertrauensverlust der Banken untereinander zu begegnen und ihnen unbegrenzte Liquidität zuzusichern. Auch damals waren die Dollars knapp geworden.

Das hat offensichtlich nicht ausgereicht. Jetzt haben die Notenbanken nachgelegt und untereinander gleich die Dollar-Swap-Geschäfte neu geregelt sowie billiger gemacht, um die Märkte noch leichter mit Geld versorgen zu können. Zudem wurden weitere Tauschgeschäfte vereinbart, um für den Notfall gerüstet zu sein. (1)

Die Aktienkurse schossen darauf hin nach oben. Bis 17 Uhr lag der Dax zeitweise über fünf Prozent im Plus, der Dow Jones kletterte um bis zu 3,7 Prozent.

Bereits am Morgen hatte die People´s Bank of China den Börsen ersten Auftrieb verliehen, nachdem bekannt geworden war, dass sie erstmals seit drei Jahren die Mindestreserve-Anforderungen für Banken gelockert hat. (2)

Offensichtlich hat die Nervosität der Banken ein kritisches Maß erreicht. Gut abzulesen ist dies beispielsweise auch am Anstieg der Übernacht-Einlagen bei der Europäischen Zentralbank. Sie sind im Vergleich zum Vortag (281,4 Mrd. Euro) nochmals um 15,7 Mrd. Euro auf heute 297,1 Mrd. Euro gestiegen. Die 300-Milliarden-Euro-Marke hatten die Übernacht-Einlagen zuletzt im Verlauf der ersten dramatischen Zuspitzung der Griechenlandkrise im Sommer 2010 überstiegen. (3)

Doch genau wie nach der Lehman-Pleite im Herbst und Winter 2008, als die Notenbanken ebenfalls wiederholt in konzertierten Aktionen die Märkte mit Liquidität fluteten, werden damit auch dieses Mal lediglich die Symptome der Finanzmarktkrise behandelt. An den erneut aufgeblähten und mit hoch riskanten Papieren belasteten Bilanzen vieler Groß- und Investmentbanken ändert das freilich nichts. Es ist folglich eine lebensverlängernde Maßnahme.

Die Notenbankaktion ist folglich nichts Geringeres als ein Offenbarungseid. Denn die Aktion zeigt, dass bis heute kein Weg gefunden wurde, den Banken wenigstens die Risiken auszutreiben, die mit dem Etikett „Crash-Garantie“ versehen sind. Diese „Garantie“ verstehen die Banker allerdings anders, nämlich dass man sie hinterher nicht für den Schaden einstehen lässt. Dabei wäre Vorbeugung – die ja von den Politikern auch vollmundig versprochen wurde – der beste Weg gewesen.

Jetzt ist es also wieder zu spät für Vorbeugung. Es ist hohe Zeit für hektische Feuerwehraktionen.

Zu allem Übel kann es aber außerdem noch als eine Tatsache gelten, dass die Politik des vielen, billigen Geldes erst in die Finanzmarktkrise geführt hat. Und zwischenzeitlich haben auch einige Experten explizit und eindringlich darauf hingewiesen – z. B. Steve Keen (4) (5), der ebenso wie etwa auch Nouriel Roubini vor der Finanzmarktkrise gewarnt hatte -, dass dieses Geld, anders als vom ökonomischen Mainstream und Notenbankern wie Ben Bernanke angenommen, größtenteils eben nicht in die Realwirtschaft fließt, sondern in das Finanzmarkt-Casino – und das ist jetzt scheinbar erneut „crashreif“. Das anhaltend vor sich hin dümpelnde Wirtschaftswachstum und die prekäre Arbeitsmarktsituation in den USA belegen jedenfalls nur allzu deutlich, wohin das viele Geld nicht geflossen ist.

Mit anderen Worten zeigt die aktuelle konzertierte Aktion der Notenbanken auch, dass sie nach wie vor über kein wirklich wirksames Deeskalationskonzept verfügen. Bildlich gesprochen wird also in Ermangelung einer besseren Strategie das Feuer mit Brandbeschleunigern bekämpft.

Genau wie die Politik erkaufen sich auch die Notenbanken lediglich immer wieder Zeit. Das ist wahrlich kein Grund zum Jubeln – auch für die Börsianer nicht. Nach der Party dürfte deswegen auch dieses Mal bald der Kater kommen – und in Kürze gewiss die nächste Feuerwehraktion der Notenbanken.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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44 KommentareKommentieren

  • Sargos - 30. November 2011

    Unsere Einheitspresse verkauft den “Börsenaufschwung” als eine Art Wirtschaftswunder und stabile Einheit in DeutUNschland. Soll heißen, uns geht es doch prächtig, vor allem, was den Export angeht. Wir sind wieder wer….!! popcorn

    Keine Sorge, die Zeiten, in denen uns das Wasser buchstäblich bis zur Halskrause steht, kommen noch. Vor allem, wenn diese Finanzierungen sich kaum noch in der Realwirtschaft widerspiegeln, sondern auf den Konten der Konzerne, die wiederum über zu hohe Lohnabschlüsse jammern um dann erneut die Keule der Entlassungen zu schwingen. EinTeufelskreis. Vor allem, wenn mit der Angst der Menschen regelrecht gespielt wird. Zukunft muss sich lohnen, egal wo, wann und nicht nur in den Konzernzentralen. Sowas macht richtig wütend.

  • georg - 30. November 2011

    ganz schnell kann das haus unter dem ganzen löschwasser der feuerwehren zusammenkrachen.
    gruss georg

  • Holly01 - 30. November 2011

    @ Herr Eichner : Es ist ja auch nicht einfach etwas effektives zu tun. Dollar sind knapp. Das bedeutet, es werden gerade viele Geschäfte in Dollar glatt gestellt. Das ist eine Flucht aus dem Dollar.
    In Europa geht die Sparkur in eine neue Phase. Mit Italien und Frankreich ist Deutschland nur noch eine Frage der Zeit.
    Das Problem lässt sich recht einfach in Worte fassen : Bei einem Finanzmarkt von 600 Billionen bedeutet eine Verzinsung von nur einem Prozent eine allgemeine Zinslast von 6 Billionen/a.
    Die Banken im Euroraum können ihre Eigenkapitalvorschriften nur einhalten wenn die ihre Bilanzen schrumpfen. Ein sinkender Finanzmarkt bedeutet aber eine Reduzierung auf die Realwirtschaft.
    Und da haben die Briten und die Amis ein Problem, die haben nämlich praktisch keine die ihre Länder tragen könnte.
    Daraus resultiert ein ständiges hin und her. Aufblasen hüben, Luft ablassen drüben. Abwerten und Zinsen treiben hier und sparen dort.
    Die Banken in Europa werden nur überleben, wenn die ihre Forderungen gegeneinander abgleichen und die Bilanzen so massiv herunterfahren. Ein ESM oder EFSF zur Staatenstützung mag den Vorgang etwas abdämpfen, weil der Druck der Staatsfinazierung geringer ist, aber an der Tatsache ansich ändert das nichts.
    Die einzige Alternative ist alles fallen lassen, einen massiven “default” auslösen und schauen wer nach dem zusammenfegen wo steht.
    Bei der Betrachtung der Staatsfinanzkrise in Europa drohen die Eurostaaten indirekt mit beidem.
    Man lässt die Krise köcheln, bis alle betroffen sind. Dann kommt die Kardinalfrage an die “Investoren” : default und CDS oder Bilanzabgleich und cut?
    Gewinner wird es keine geben. Das ist ein Selbstmord des westlichen Bündnisses.
    Es sei denn, eine Politikergruppe taucht auf, die die Reissleine ziehen kann. Aber das wäre der kill der USA mit ihrem derzeitigen Schuldenstand und der derzeitigen Ertragslage.

    • hunsrückbäuerlein - 1. Dezember 2011

      alle Beteiligten reiten sich immer weiter in die Misere oder werden reingeritten. Wenn in Europa nix mehr geht, wir es einen Haarschnitt für alle geben, mal sehen, wer dann überlebt, Forderungen runter, Verbindlichkeiten runter. UK und US werden es ohne Wirtschaft im klassischen Sinn schwer haben, denn da gibt es keinen doppelten Boden mehr, die haben dank hoher Renditen voll auf die sog. Finanzindustrie gesetzt.

  • SLE - 30. November 2011

    @Holly01

    Gut auf den Punkt gebracht.

    • Holly01 - 30. November 2011

      merci bien

  • tomxtom - 30. November 2011

    das es ganz schnell passieren kann, wurde schon 2009 vorausgesagt. Was ist passiert.? Nichts! Kein Untergang!
    Ich bin auch der Meinung, das es irgendwann den großen Knall gibt, – aber wann, ist schwer zu sagen.

  • matt_us - 30. November 2011

    Also, es ist kein Wunder dass keiner mehr Dollar an europaeische Banken leiht, um ihre langfristigen Aktiva in Dollar zu finanzieren. Wuerde ich auch nicht machen, wenn man sich von der US Seite her die Eurokrise betrachtet.

    Also musste die EZB mit der FED hier einspringen und Dollar gegen Euro tauschen, damit europaeische Banken an Dollar kommen..

    Ich weiss nicht, ob es ganz so schlimm ist, wie hier erzaehlt wird, von Holly01. Es ist ja nicht so, dass es keinen “Bilanzausgleich” gibt. Im Gegenteil, es gibt ja einen, indem Banken anderen Banken Kredit verwehren. Da muessen jetzt natuerlich die Zentralbanken eingreifen.

    Langfristig gilt es die Derivateblase aufzuloesen. Das geht indem man alle Derivategeschaefte gegeneinander aufrechnet oder kuendigt. Und neue verbietet. Dazu muesste man alle Banken erst mal verstaatlichen, und die Derivate dann durch eine internationale Abwicklungs- und Clearingstelle abarbeiten.

    Warum hier allerdings Aktienkurse hochgehen weiss der Henker. Das ist natuerlich ueberhaupt nicht nachvollziehbar.

    Die Sache ist nur langfristig zu loesen, wie es die Japaner gemacht haben, dauert 20 Jahre oder laenger.

    • Steffen B - 1. Dezember 2011

      >Warum hier allerdings Aktienkurse hochgehen weiss der Henker. Das ist natuerlich ueberhaupt nicht nachvollziehbar.

      Man kann es ja so sehen: Nicht die Aktien sind gestiegen, sondern die Waehrung (in diesem Fall alle) in der sie gepreist sind ist gefallen. Fuehrt halt zu nominell hoeheren Kursen.

  • Holly01 - 30. November 2011

    Die amerikanischste aller Lösungen wäre natürlich Krieg. Gegen den Iran vielleicht? Die Briten rasseln ja schon heftig mit dem Säbel und Israel könnte eine Ablenkung auch gut gebrauchen.

  • Eric B. - 30. November 2011

    Hmmm. Sollen wir den Geldmarkt völlig austrocknen lassen, nur weil die Politik die Eurokrise nicht löst? hier geht es ja nicht um Gelddrucken, sondern um niedrigere Kosten für Swaps. Den Offenbarungseid haben heute die Euro-Finanzminister geleistet, indem sie den IWF um Hilfe gebeten haben – doch der hat auch keine Geld mehr… Auf http://lostineurope.posterous.com/der-offenbarungseid mehr dazu!

    • SLE - 30. November 2011

      Hallo Eric B.,

      wenn Banken sich mit Derivaten und generell viel zu riskanten Geschäften wieder mal praktisch kollektiv – siehe S&P-Abstufung von Großbanken – in Schwierigkeiten gebrachten haben und das Hauptspielfeld dafür dieses Mal nicht der Immobilienmarkt, sondern Staatsanleihen waren, dann sehe ich keinen solche engen Zusammenhang zwischen dem politischen Versagen, die Euro-Krise zu managen und zu bewältigen (da haben Sie völlig Recht!) und dem Bankenversagen, solide ihr Geschäft verantwortlich zu betreiben.

      Es liegt wohl vor allem auch an der Berichterstattung in Presse und Medien, dass der Eindruck entsteht, das sei beides ein und dasselbe.

      Dass die EU-Elite wieder den IWF um Hilfe zu bitten erwägt, ist ein Trauerspiel. Wie soll die EU als Wirtschaftsraum international je ernst genommen werden, wenn sie fortlaufend den Eindruck vermittelt, sie könne ihre Probleme nicht alleine lösen. Sich die die bisherigen “Sanierungserfolge” anzuschauen, sich anschließend beim IWF freundlich zu bedanken und ihm dann mitzuteieln, künftig auf seine Unterstützung verzichten zu wollen, wäre wohl eher der Situation angemessen.

      Grüße
      SLE

      • Catweazle - 1. Dezember 2011

        Bisher haben die Staaten all ihre Anleihen pünktlich bedient, es gab KEINEN Zahlungsausfall(auch wenn oft ander eingesprungen sind)! Das die Banken im Regen stehen und permanent Stütze kassieren, liegt an penetranter Gier gepaart mit Unfähigkeit.
        Wie Holly01 oben in seinem Posting schrieb, 1 lächerliches Prozent Rendite aus 600 Billionen die im Finanzteich schwimmen, sind stolze 6 Billionen. Solch eine gigantische Summe kann nur durch Gelddrucken aufgebracht werden. Die Realwirtschaft unseres ganzen Planeten ist dazu definitiv nicht in der Lage!
        Wenn ihr die Großbanken jetzt nicht töten könnt, werden sie euch alle fressen.

  • Eric B. - 30. November 2011

    Richtig, dass man den IWF anbettelt, ist wirklich ein Offenbarungseid (siehe mein Blog-Artikel http://lostineurope.posterous.com/der-offenbarungseid ). Auch von Bankenversagen kann man wohl sprechen. Aber dass der Geldmarkt nicht mehr funktioniert, hängt sicher mit den US-Banken zusammen, die sich massiv aus Europa zurückziehen. Ohne Geldmarkt kein Kreditmarkt – also noch größerer Schaden für die Realwirtschaft. Deshalb war die Intervention nötig, auch wenn sie die Schuldenkrise nicht löst, da gebe ich Ihnen völlig recht!
    Grüße
    EB

  • klaus - 30. November 2011

    Hallo an Alle.

    Liquidität für ALLE ?

    Nope.
    Sieht eher aus als das man den Immosektor nicht sterben
    lassen will.
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/ein-weiterer-immobilienfonds-faellt/5747956.html

    Es ist jetzt wohl brenzlig geworden und man hat die
    Halbjahresverlängerung gezogen.

    Dank Tinas Sparkurs wird es wohl kaum länger
    als ein halbes Jahr werden.
    Selbst die Engländer kalkulieren weiter
    mit einem Split-Up.

    Das letzte Zucken der Immofonds ist meiner
    Vermutung nach der Grund für den
    Liquiditätsschub.

    Tina predigt bereits Vertrauen, damit
    die Kreditkarte im Weihnachtsgeschäft glüht.
    Wenn nicht, dann sitzt Merkozy wohl bald
    wieder am Tisch mit Monti.

    Grüße klaus

  • philipp johannes - 30. November 2011

    danke für die zusammenfassung und die analyse stefan eichner.

    im krimi kommt oft vor dem exitus ein kurzes aufbäumen.
    darf man das mal so mit der konzertierten aktion vergleichen.
    ich denke es ist statthaft.
    denn um nichts anderes handelt es sich.
    der exitus ist absehbar.

    noch am rande:
    1 jahres bonds deutschland sind auf null prozent gefallen.
    preiswert.
    die finanzagentur sollte zuschlagen.
    die ersparten mitlliarden werden dringend gebraucht.

  • Tourist - 30. November 2011

    Mal kurz und knapp FESTE druff, da er hier auch gut passt, mein Kommentar:

    Eigentlich muesste es ja nicht Schande heissen, wenn Arbeitslosigkeit steigt, sondern: “Ist ja super! Denn wenn die Arbeit erledigt ist, dann ist man froh und lehnt sich zurück und geniesst die Früchte des Werks. Arbeitslosigkeit heisst, alles Notwendige ist erledigt! Mann oder Frau IST die Arbeit LOS! Es gibt nix zu tun! Also eigentlich ist Arbeitslosigkeit super!

    Nur in der Marktwirtschaft ist genau dieser Sachverhalt etwas schlechtes!

    In der Marktwirtschaft bedeutet eine steigende Arbeitslosigkeit Armut , Verzweiflung, Depression, im schlimmsten Fall Gewalt UND eine gesündere Umwelt!

    In der Marktwirtschaft bedeutet eine abnehmende Abreitslosigkeit weniger Armut, weniger Verzweiflung, mehr Wachstum UND eine kaputtere Umwelt!

    Was stimmt also nicht mit der Marktwirtschaft??

    Ich sag: Ihre Zwecke!

    Was muss passieren? Sie muss weg und Gehirnschmalz verbraten werden, um was komplett neues zu machen, damit der erste Absatz wieder gilt!

    Gruesse

  • dank - 1. Dezember 2011

    Was die letzten fünf Arbeitstage an den Börsen (besonders in FFM) passierte:
    (eine Vermutung, die unter den Beitrag von SLE besser passt)

    1. Letzte Woche wurden die Kurse am DO und FR nochmals kräftig gedrückt (Innerhalb der letzten 10 Tage haben mehr als eine große Bank nach oben [Zentralbanken] bekannt gegeben, dass noch 10 Tage bleiben bis zum ShutDown dieser Banken)
    2. Die ersten MoneyJunkies begannen MO und DI entgegen aller Meldungen auf strong buy zu gehen (Es war bereits teilweise durchgesickert, was gesern [MI] gegen Mittag weltweit durch die Zentralbanken durchgeführt würde)
    3. Die Aktion der Zentralbanken startete um diese Banken unter dem Deckmantel der globalen Aktion zu versorgen (China kam dazu noch eben recht – auch wenn vielleicht “nur” deren Schattenbanken zur Zinsreduktion führten)
    4. Gestern ging es richtig zur Sache – die MoneyJunkies wurden gestillt (Die Probleme sind wie weggefegt – die Banken haben wieder Geld Geld Geld – weiter unten kommt davon nichts an – Kredite werden weiterhin zurückgehalten)
    5. Die Ausblicke werden fern der Realwirtschaft und durch geschönten Berichte nach oben revidiert – strong buy (netter Nebeneffekt: Die Boni werden dieses Jahr trotz aller negativen und realen Zahlen [wie z.B. auf querschuesse] wieder richtig fett – Endrally angesagt)

    Kann bitte jetzt jemand schreiben, dass ich total falsch liege und einfach nur schlecht träume.

  • timon - 1. Dezember 2011

    “Gerade einmal sechs Wochen sind vergangen, seit der letzten konzertierten Aktion der Notenbanken. Auch damals, am 15. September, ging es darum, dem Vertrauensverlust der Banken untereinander zu begegnen und ihnen unbegrenzte Liquidität zuzusichern.”

    Also ohne jetzt kleinlich sein zu wollen, aber seit dem 15. September sind genau 11 Wochen vergangen.

    • SLE - 1. Dezember 2011

      Sorry, stimmt. Mir war wichtig darauf hinzuweisen, dass es NICHT die erste Aktion war. Denn das schien mir in den presseberichten untergegangen zu sein.

      Grüße
      SLE

  • Grauber - 1. Dezember 2011

    Nun haben die Money-Alkis ein weiteres Besäufnis organisiert – Heilung oder Therapie ist nicht in Sicht, der nächste Kater kommt gewiss -
    Zu dumm, dass der Bürger die Zeche zahlen muss und auf lange Zeit tief in die Abhängigkeit der Organisatoren dieser Finanz-Fete gerät.

    Seltsam, dass die Führungselite der EU aus Goldman-Sachs assoziierten Leuten besteht – das sind bekanntermaßen die gleichen Leute, die z.B. Griechenland zum Euro verhalfen.
    Nun vertreteb sie Europa und regieren in Griechenland und Italien – andere Nationen werden folgen.
    “Wall-Street hijacked Washington” steht auf den Plakaten der Occupy Bewegung, Gerald Celente spricht von Finanz-Faschisten.

    Staatliche Souveränität wird entgegen unserer Verfassung an eine von den Parlamentariern nicht gewählte EU-Vertretung abgegeben.
    Mutter hat ihre Geldbörse an die Bank abgegeben.

    Ist es das was uns nach der totalen Verschuldung und damit unserer ” Enteignung ” erwartet, Faschismus ?

  • Wäller - 1. Dezember 2011

    Es läuft doch alles nach Plan!
    Alles bisherigen Maßnahme werden/sollen wohl die Krise schüren und nicht eindämmen.
    Orginalton Schäuble 18.11.2011 gegenüber der NewYorkTimes
    “Wir können eine politische Union nur durch eine Krise erreichen.”

  • Thomas - 1. Dezember 2011

    @Grauber
    So einfach ist die Welt nicht, oder etwa doch?
    Erst das Paradies versprechen (Wachstum) als Gegenpfand Schulden mit niedrigen Zinsen und langer Laufzeit, gefühlter und erfüllter Wohlstand für ca. 10 Jahre der Staaten und deren Bürger und danach (jetzige Situation)? Die totale Abhängigkeit….
    Diese Spirale dreht sich seit tausend Jahren…bis “Es sei denn, eine Politikergruppe taucht auf, die die Reissleine ziehen kann.”(Holly01)
    Gruß Thomas

  • M.U. - 1. Dezember 2011

    Reissleinen sind aus! :(

  • Lazarus09 - 1. Dezember 2011

    JuuUUUuuUuuubelmeldung Börsen im Plus…!! Ooooh duuu fröhöliche

    Da wird sie abgeschöpft die schöne Liquidität wie seit gut drei Jahren,da versacken auch die staatlichen Rettungsgelder ;-)

    …………die Realwirtschaft unterstützt da gar nichts,wo auch soll Wachstum herkommen das nur mit Kostensenkung – also durch sinkende Reallöhne weiter die Taschen der “Märkte” mit exorbitanten Zinsen füllen soll .. also weiter im Takt ,man misst das Wohl eines Landes an den Renditen und Kapitalzuwächsen der Reichen egal wenn der Rest der Bevölkerung verelendet ..

    666

  • Grauber - 1. Dezember 2011

    Ich wünschte, es handelte sich einfach nur um die Fortsetzung eines ökonomischen Prinzips, verbunden mit der Möglichkeit, durch Ökonomie die Zustände steuern zu können.

    Wählen wir zwischen Unfähigkeit und Vorsätzlichkeit – ich halte diese Gilde nicht für dumm.

    Es wird wieder Chianti ausgeschenkt im White-Shoe-Boy-Club !

  • M.E. - 1. Dezember 2011

    Es führt kein Weg vorbei an der Erkenntnis: durchschnittlich ca. 70% aller Guthaben/Forderungen und Schulden müssten weltweit abgeschrieben werden, sowie 95% aller Absicherungsgeschäfte rückabgewickelt werden, damit man wieder von einer realwirtschaftskompatiblen Finanzwirtschaft sprechen könnte.
    Alle Liquiditätsausweitungen (die ja auch IMMER Schuldenausweitungen sind) erhöhen diesen Abschreibungsbedarf.

  • dank - 1. Dezember 2011

    Es ist doch eigentlich sehr praktisch für unsere undankbare, sklavenhaltende (Groß)Industrie, wenn die ganzen Sparmassnahmen/Sozialabbau der Südstaaten greifen und noch vertieft werden:
    Dann können die sogar billig (und wahrscheinlich von der EU gefördert) ihre Fließbänder in diesen neuen Billigländern aufstellen und da billigst unter ihrem guten Namen produzieren, da unsere Miteuropäer im Süden ja froh sein dürfen, wenn sie überhaupt Arbeit haben (so wird es dann dargestellt).
    Die Arbeitsplätze wandern dann von D nach GIIPS ab und alle die in D die Beine mit Lohnforderungen und Zurückhaltung still hielten (was uns jetzt als neue deutsche Tugend verkauft wird), werden ein weiteres Mal dafür abgestraft.
    Ach ja, Zahlmeister dürfen wir alle trotzdem spielen.
    Doch leider, leider ist dann von unserem Führungskader keiner mehr am Werk, den wir abwatschen können – wobei den einen oder andere könnte dann bestimmt noch in einem UpperClass-Altersheim besucht werden…

    • Lazarus09 - 1. Dezember 2011

      Das ist eben der Vorteil der Diktatur die uns heuer als Demokratie verkauft wird. Während in der Einmann/Familien Diktatur sich der Volkszorn auf einen Schuldigen nämlich den Diktator und seine Gagage richten kann ist in unserer Demokratie nie einer wirklich an irgendwas Schuld … daher ist das jetzige System für die Besitzenten und ihre Marionetten das beste aller bisher dagewesenen … aber was red’ ich ;-)

      …solage die Nazis,pöse Rocker etc wie Jack in the box immer im Richtigen Moment auftreten um die Aufmerksamkeit abzulenken .. ;-)

      666

      • Lazarus09 - 1. Dezember 2011

        Bagage ..soll’s heißen ..tse tse

        • dank - 1. Dezember 2011

          Finde Gagage wie GagaGemeinschaft auch ganz treffend.

          Das Propagandabüro des Ministerium für Wahrheit hat wohl die MainStreams dazu angewiesen (diese Absprachen gab/gibt es unbestritten, zu anderen Themen, vielleicht auch hier), den Fuss vom Panikpedal nehmen.
          Ebenfalls haben wahrscheinlich die Betreiber des Televisors bemerkt, dass die Zuschauer an Aufmerksamkeit verlieren. Der Michl und die Lisl sind eben lieber visuell in anderen (Assi)Wohnungen zu Gast zum Fremdschämen, anstatt über die nächste Zukunft nachzudenken. Macht nichts und holt sie eh ein. Eigentlich ja das gesündere Leben…
          Neue Themen finden sich schnell sehr viele, mit denen die Quote wieder stimmt.

          Doppelplusgut für die Partei und die GlobalComs und auch für die Betreiber des Televisors.

  • Sitting-Bull - 1. Dezember 2011

    @matt_us

    Die Sache ist nur langfristig zu loesen, wie es die Japaner gemacht haben, dauert 20 Jahre oder laenger.

    Die haben nix gelöst, sondern sich auch nur Zeit gekauft.
    Als Buch empfehle ich F.I.A.S.C.O von Frank Partnoy,
    dieser Ex-Mitarbeiter eines großen Investmenthauses zeigt die betrügerischen Umgänge mit Derivaten,
    die auch volkswirtschaftliche Schäden anrichten können.
    Z.B. haben japanische Banken Gewinne verbucht,
    die nie existierten, sondern eine ausgeklügelte Abzocke
    an nächste Generationen sind, da die gleichgroßen Verluste
    erst in 30 Jahren anfallen.

    Nachzulesen in Kapitel 10, 11 hier
    http://www.irwish.de/Site/Biblio/Partnoy.htm

  • Thomas - 1. Dezember 2011

    OT:
    Hier ein gutes aktuelles Beispiel, wie ein Großkonzern 100 Mill. Steuern(!!!) sparen kann.
    d.h. durch diesen einfachen Trick, wie hier dargestellt: http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE7B000A20111201
    erhöht sich die Gewinnquote mit den daraus resultierenden Effekten.
    Wie und wozu wird wohl das eingesparte Geld verwendet?

  • M.E. - 1. Dezember 2011

    Nö, Lazarus,
    die Nazis haben schon seit jeher gemordet.
    Dieses Thema gehört mit Sicherheit nicht zu den Ablenkerthemen. Ich möchte jedenfalls die Auschwitz-Gang nicht noch einmal an den Schalthebeln sehen.

  • Benedikt - 1. Dezember 2011

    Das Problem dürfte hier sein, dass die € Banken noch sehr viele vergebene $ Kredite in den Büchern haben. Dieses Geld für die Kreditvergabe haben die sich wiederum kurzfristig von US Geldmarktfonds geliehen. Jetzt vergeben die US Geldmarktfonds keine neuen Kredite an € Banken, die € Banken müssen aber alte $ Kredite Tilgen. Jetzt Millionen € Einlagen in $ umzutauschen, geht auch nicht, da sonste der € Kurs ins Bodenlose fallen würde. Diese langfristig vergebenen Kredite kann man nicht mehr so einfach wieder kündigen.

  • Lazarus09 - 1. Dezember 2011

    M.E.

    Schon mal ein Geschichtsbuch in der Hand gehabt ..?
    Die braune Scheiße wurde schon immer vom Kapital finanziert ..
    Fritz Thyssen
    Ernst von Borsig
    Friedrich Flick

    Allein Thyssen hat von 1930 bis 1933 etwa 400.000 Reichsmark der NSDAP zukommen lassen..

    AaaAAaaAaaHhahahahahaha !! Bekannte Namen ..oder ?

    Also bitte kein geheucheltes Gelaber …. und auch heute stellte der Verfassungsschutz (dem Kanzleramt der Schande unterstellt ) den Kopf einer braunen Thüringischen Burschenschaft …

  • M.E. - 1. Dezember 2011

    Ist mir bekannt, Lazarus,
    dass größere Teile des Großkapitals schon vor der Machtergreifung eifrige Sponsoren von Hitler und seinen Kumpanen waren. Nach der Machtergreifung sowieso.
    Ein Grund mehr, dieses Thema nicht als Ablenkerthema zu brandmarken. Da fallen mir zig andere pseudo-Themen ein, die wirkliche Ablenkerthemen sind. Z.B. die Guttenberg-Diskussion.
    Aber mehr möchte ich dazu nicht schreiben, um nicht zu weit vom Thema abzukommen.

  • M.E. - 1. Dezember 2011

    Die gestrige Aktion der Zentralbanken hat übrigens nichts an dem Misstrauen der Banken untereinander geändert.
    Die Einlagen bei der EZB durch die Banken stiegen gestern sogar auf den höchsten Stand seit der letzten Krise – auf über 300 Milliarden.
    Die gestrige Börsenrallye war ein Strohfeuer.

  • Lazarus09 - 1. Dezember 2011

    Zu der Zentralbanken Aktion schrieb ich schon gestern —>

    http://feynsinn.org/?p=11354#comment-36199

    …eigentlich gibt’s da nichts mehr zu kommentieren …

  • schnauzevoll - 1. Dezember 2011

    @M.E.
    Muss man nix hinzufügen. :D Die Braunen waren nie wirklich weg. Dafür sind die Linken aber daran schuld, dass die wieder verstärkt in Erscheinung treten. Sind alles Ablenkungsmanöver. Übrigens knallt der Einzelhandelsumsatz auf ein historisches Tief. Dieses Weihnachtsgeschäft wird eine Katastrophe werden. Die Maßnahmen sind ja im Bildungsfernenfernsehen schon in Gang gesetzt worden. Unsere Öffentlich Verkommenen mit dem Bertelsmanntrupp sorgen seit heute morgen mit der Diskussion, die Konzerne bereiten sich auf den Eurocrash vor, für Panik. Denn wer jetzt noch sein Geld zurückhält oder, was realistischer ist, keines mehr hat, soll in einer letzte Aktion zum Konsum gezwungen werden.

    Für mich klingt das alles nach Endzeitstimmung. In Kürze packen die wieder den bösen Buben aus dem Kleiderschrank und prügeln drauf los. Denke, dieses mal ist der Iran dran. Denn der hat ja auch Öl.

  • schnauzevoll - 1. Dezember 2011

    “Dafür sind die Linken aber daran schuld, dass die wieder verstärkt in Erscheinung treten.” Sorry, hier fehlt noch der Smilie. Hier isser: ;)

  • stulle - 1. Dezember 2011

    Hallo Paule. Das ist selbstverständlich sehr gerne geschehen, hätte vielleicht ein lazarussches “™” ranpacken sollen :). Persönlich find ich ja obige Charts sehr aufschlussreich, hätte man konsequent “handeln” können. Objektive (Allerwelts-)Kriterien, erfolgreich reproduzierbar. Interessanterweise “trotz” aller Komplexität. Und ohne Verschwörung. Ein wenig Geduld vorausgesetzt. Ein fast schon universelles Prinzip. Ich seh’ uns nun auch in erster Linie in der “Geschichte”, von einem “System” weit entfernt. Und solange man sich weiter an erster Stelle damit beschäftigt, warum die “Realität” nicht ins “Konzept” passt, bleib ich auch dabei. “Die Medien” schreiben ‘eh nur vom Chart ab. Und grundsätzlich kann man ein Gefühl dafür bekommen, zu was die “Entscheider” in der Lage sind. Zu was sie nicht in der Lage sind, beschreibt ja Steffen hier in aller Regelmäßigkeit.

    Na dann – Licht & Liebe™! ;)

  • cesarjonas - 1. Dezember 2011

    Sehr gut Steffen,

    ein sehr schön sachlicher Kommentar.

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Grüße

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