Krisenstrategien in der Sackgasse: Geldflut, Sparwut und Börsenjubel

von am 19. Dezember 2012 in Allgemein

Ben Bernanke hat jüngst verkündet, die Fed werde ab Anfang nächsten Jahres die Notenpresse noch schneller laufen lassen. Der Ankauf von Hypothekenpapieren in Höhe von 40 Mrd. Dollar monatlich soll fortgesetzt werden. Darüber hinaus wird die Fed als Ersatz für die auslaufende Operation „Twist“ (Austausch von kurzfristigen gegen langfristige Anleihen im eigenen Portfolio) monatlich Staatsanleihen im Wert von 45 Mrd. Dollar erwerben. Dadurch wird sich die Bilanz der Fed um 1.200 Mrd. Dollar auf etwa 4.000 Mrd. Dollar aufblähen. Außerdem will die US-Notenbank jetzt den Leitzins so lange in der bereits Mitte Dezember 2008 beschlossenen Spanne von 0-0,25 Prozent halten, wie die Arbeitslosigkeit oberhalb einer Quote von 6,5 Prozent liegt. (1)

Fast hat man den Eindruck, als habe die Fed nun aus lauter Verzweiflung darüber, dass die bisher schon im Rahmen ihrer lockeren Geldpolitik ergriffenen Maßnahmen die US-Wirtschaft nicht in Schwung gebracht haben und weil sich Washington einfach nicht auf einen Kurs verständigen kann, wohlweislich schon jetzt angekündigt, zum Jahreswechsel gleich die ganze Kiste mit Feuerwerkskörpern anzuzünden.

Wenn es nach dem 2009 als Premier Japans mit überwältigender Mehrheit ab- und nun mit ebenso überwältigender Mehrheit wiedergewählten Shinzo Abe und den Märkten geht, sollte auch die Bank of Japan dies tun.

Doch während sich die Politiker in Washington nach wie vor vereinfacht ausgedrückt darüber streiten, ob Keynesianismus oder Wirtschaftsliberalismus den Weg aus der Schuldenkrise und der Wirtschaftsstagnation weist, gedenkt Abe – der im Unterschied zu Obama nun über eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus verfügt – sich von der Austeritätspolitik zu verabschieden und die japanische Wirtschaft mit Konjunkturprogrammen und lockerer Geldpolitik zu befeuern. Zur Not will er die eigene Notenbank sogar dazu zwingen, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. (2)

Damit setzt er als erster einen Kontrapunkt zur Welle austeritätspolitischer Konzepte, der aber nicht weniger problematisch ist. Ob sich das als wegweisende Entscheidung erweist, ist mehr als fraglich.

Europa wiederum bekämpft die Schuldenkrise schon von Beginn an mit einer wirtschaftsliberal begründeten Austeritätspolitik – und ebenfalls mit einer zunehmend lockeren Geldpolitik. Dass dies irgendwo einen anhaltenden Wirtschaftsaufschwung bewirkt hätte, kann indes wohl niemand ernsthaft behaupten. Im Gegenteil, in fast allen Schuldenstaaten hat sich die Wirtschaftskrise verschärft. Das Resultat ist, dass Euro-Gruppe, EZB und Internationaler Währungsfonds beim Krisenkurs mittlerweile allenfalls noch in der Lage sind den Anschein zu erwecken, sie stünden wie ein Mann dahinter.

Wie es wirklich aussieht, zeigt sich gegenwärtig vielleicht am deutlichsten bei der Frage, wer Anfang 2013 Jean-Claude Juncker als Euro-Gruppen-Chef ablösen soll. Frankreich will Wolfgang Schäuble wegen dessen Präferenz für den austeritätspolitischen und stabilitätsorientierten Kurs nicht. Genau deswegen will Berlin jedoch auch keinen Franzosen auf diesem Posten. Jemand aus einem Schuldenstaat zu ernennen, kommt nicht infrage – das wäre ja noch schöner. Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden wiederum will nicht, seine finnische Kollegin Jutta Urpilainen verzichtet ebenfalls. Als scheinbar einzig verbliebener möglicher Kandidat und deswegen – so wird in der Presse gemutmaßt – als Verlegenheitslösung gilt der erst seit wenigen Wochen amtierende niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem – ein Sozialdemokrat und Agrarökonom, der zuvor weder mit der europäischen Ebene noch mit Finanzfragen allzu viel zu tun hatte. (3)

Fakt ist: Weder in Europa, noch in den USA, noch in Japan hat die Politik bisher eine überzeugende Krisenpolitik zustande gebracht. Gerade deswegen wurden so viele Regierungen abgewählt.

Von Finanzmarktstabilität kann keine Rede sein. Anders als versprochen hat die Politik bisher noch immer nicht die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich eine Finanzmarktkrise wie die nach der Lehman-Pleite im Herbst und Winter 2008 wiederholen kann. Alles wurde immer wieder auf die lange Bank geschoben und weichgespült, aus Sorge um die Finanzmarktstabilität und damit es den „National Champions“ unter den Banken nicht wehtat. Die nach wie vor hohe Sensibilität der Politiker sowie speziell auch der Geldpolitiker gegenüber den Märkten bei allen ihren Entscheidungen und Äußerungen belegt das. Vor allem aber zeigen dies auch die vielen Skandale und die entsprechenden Verfahren in der jüngsten Zeit, in die Großbanken verwickelt sind (Libor- und Euribor-Manipulation, Geldwäsche, Insiderhandel, Steuerhinterziehung u.a.).

Darüber hinaus rutschen auch immer mehr Volkswirtschaften wieder (oder noch tiefer) in die Rezession. Nachdem nun schon von Zombie-Banken und –Staaten die Rede war, mag man sich beinahe fragen, wann wir über Zombie-Volkswirtschaften zu reden beginnen.

Sicher, letzteres ist eine Übertreibung. Ganz nüchtern betrachtet ist jedoch zu konstatieren, dass die Krisenpolitik in Europa, den USA und Japan gleichermaßen von ideologischer Fixierung und Inflexibilität in einem Ausmaß geprägt ist, das die Bewältigung der Krise zu einem nahezu aussichtslosen Unterfangen werden lässt.

Die Folge davon, das heißt, der immer mehr Menschen erfassenden, sich vertiefenden Krise und der Unfähigkeit der Politik, diese zu überwinden, sind überall wieder verstärkt aufkommende Parteien am äußeren rechten und linken Rand des Parteienspektrums und generell eine Renaissance des konservativen Nationalismus. Das gilt nicht nur für anerkannte Demokratien, wie z.B. Japan. Es gilt beispielsweise ebenso für Russland und China.

Ideologische Fixierung und mangelnde Flexibilität kann man China indes in wirtschaftspolitischer Hinsicht sicherlich nicht vorwerfen. Es wäre falsch zu suggerieren, Chinas Führung sähe sich bezüglich der Herausforderung, ein neues Wirtschaftsmodell für wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum zu finden, vor die Wahl zwischen Rückkehr zur Planwirtschaft oder dem Bekenntnis zur freien Marktwirtschaft gestellt. Das wäre auch deswegen falsch, weil diese Gegenüberstellung einer liberal-neoklassischen Sicht der Wirtschaftsrealität entspricht und somit schon eine paradigmatische Festlegung darstellt, die angesichts der massiven Schwächen der zugrundeliegenden Theorie gar nicht zu rechtfertigen ist.

Noch zeichnet sich nicht ab, wie China die Aufgabe, ein neues Wirtschaftsmodell zu finden und umzusetzen, lösen wird. (4) Es spricht jedoch einiges dafür, dass der neue Präsident Xi Jinping bei der Suche nach einer Lösung weder eine – in wirtschaftstheoretischer/-politischer Hinsicht – paradigmatische Vorfestlegung treffen noch das enge, ideologisch geprägte und völlig verkrustete Diskussionsschema des Westens einhalten wird. Dass er das doch tun könnte, ist westliches Wunschdenken. Dass die USA, Japan und Europa ihre Krisen nicht in den Griff bekommen und wie wenig es ihnen gelingt, ihre Wirtschaft auf Wachstumskurs zu bringen, wird in China und anderen Ländern sehr wohl gesehen.

Mehr noch wird andernorts mithin auch viel eher als im Westen erkannt, was die zentralen Hindernisse der führenden westlichen Marktwirtschaften auf dem Weg zur Bewältigung der Krise sind. Südkorea ist dafür ein gutes Beispiel. Das Land erlebte einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg vom Agrarland zum Industrieland. Dies gelang durch eine gezielte, klassische Industriepolitik, sprich durch die gezielte Förderung der Entstehung von Konzernen in bestimmten, ausgewählten Branchen und Technologiefeldern. Jetzt haben dort die führenden politischen Parteien erkannt, dass sich die Fokussierung der Politik auf diese führenden Konzerne als Sackgasse erweist und mittlerweile viele Probleme befördert. Dazu gehören u.a.: eine gefährliche Abhängigkeit der Volkswirtschaft von diesen wenigen, großen Konzernen (Samsung, Hyundai, LG u.a.), steigende Krisenanfälligkeit, eine schwache mittelständische Wirtschaft und ein Mangel an innovativer Erneuerung in der Wirtschaftsstruktur selbst, die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich. (5)

Heute wurde in Südkorea gewählt. Beide führenden Parteien, die Regierung und ihr Herausforderer, haben die angesprochenen Probleme in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfes und in Aussicht gestellt, eine Kurskorrektur vorzunehmen. (6) Die exemplarisch angesprochenen Punkte zeigen, dass sie genau wissen, was sie ändern müssen. Wenn die Politiker dort genauso entschlossen handeln, wie sie es bisher schon all die Jahre getan haben, dann wird dies geschehen.

Diese Fähigkeit, konzeptionelle Schwächen und Fehler zu erkennen, anzusprechen und flexibel sowie undogmatisch abzustellen, ist den Politikern in Europa, den USA und Japan abhandengekommen. Dass die Neubesetzung des Postens des Euro-Gruppen-Chefs zur Tragikomödie gerät, ist ein Symbol dafür. Mehr noch kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass dies das eigentliche zentrale Problem der Krisenbewältigung ist – in Europa, den USA und Japan, die einst aufgrund ihrer wirtschaftlichen Dominanz ehrfürchtig-anerkennend als „Triade“ bezeichnet wurden. Erfolgskonzepte adressieren die wirtschaftliche Realität richtig. Die sich ändernde wirtschaftliche Realität bedingt jedoch, dass erfolgreiche Konzepte nicht für die Ewigkeit erfolgreich sein können, auch wenn die herrschende ökonomische Lehre dies noch immer suggeriert.

Die Schlussfolgerung daraus ist für manche vielleicht ein Schock: Wir sollten uns von der Vorstellung verabschieden, dass unsere Wirtschaftspolitik von gestern und deren geldpolitischer Not-Ersatz von heute in Schwellenländern und aufstreben Volkswirtschaften noch eine Vorbildfunktion haben könnten – allem Börsenjubel zum Trotz.

von Stefan L. Eichner
Kontakt: eichner@web.de

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83 KommentareKommentieren

  • Eurelios - 19. Dezember 2012

    Danke Stefan für diesen Bericht der Weltwirtschaftslage.

    Die ehemaligen Wirtschaftsriesen der Welt bereifen es nicht das Ihre Zeit der Vormachtstellung
    zu Ende geht.

    Man kann nur hoffen das die Einsicht, daß das so ist wie es ist nicht zu Reaktionen (vorallem der
    USA) führt die mit, gelinde gesagt, schweren Schäden der Menscheit endet.

  • H.Tweel - 19. Dezember 2012

    Danke Stefan. Aber an einem Punkt muss ich widersprechen:

    “Anders als versprochen hat die Politik bisher noch immer nicht die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich eine Finanzmarktkrise wie die nach der Lehman-Pleite im Herbst und Winter 2008 wiederholen kann.”

    Ich denke die Vorraussetzungen dafür wurden geschaffen.

    Mfg und Danke für Deine Arbeit.

  • Hunsrückbäuerlein - 19. Dezember 2012

    Dass Südkoreas Politiker erkannt haben sollten, dass die politisch motivierte Oligopolisierung ganzer Marktsegmente nicht unbedingt in Einklang zu bringen ist mit den Vorstellungen von einer sozialen Demokratie, käme einem Paradigemenwechsel in einer Demokratie nach imperialem Vorbild und einer Kriegserklärung gegen das imperiale Kapital, gleich. Wer diesen Krieg gewinnen wird, läßt sich frühestens in ein oder zwei Dekaden erkennen, für die jetzt Arbeitenden kaum noch Auswirkungen zeigend. Würde die Politik tatsächlich dem Kapital die Stirn bieten um sich seiner Bestrebung der Monopolisierung des Marktes, entgegen zu stellen, Hut ab, glaubhaft scheint es mir bei all den wenig wirklich hartnäckigen und konsequenten Politikern, die weltweit von sich reden machen, nicht! Was hier geschildert wird ist nichts weiter als die Aufforderung der Regierung zum Klassenkampf. Soweit sind wir in Euroland noch lange nicht.

  • topperhopper - 19. Dezember 2012

    Guter Artikel und gute Analyse.
    Meiner Meinung nach gibt es aus dieser Krise keinen Ausweg. Weder Gelddrucken noch eisernes Sparen befreit die westlichen Volkswirtschaften aus ihrer Misere. Diese Ausweglosigkeit ist geldsystemimmanent. Gelöst oder besser bereinigt wird die Krise am Ende – und das kann Jahre/Jahrzehnte dauern – durch einen Schuldenschnitt, eine Geldreform oder einen Krieg oder alles zusammen. Und ich denke auch – auch wenn ich nicht weiter darüber nachdenken mag – das ist der normale Lauf der Dinge.

    VG

  • Frank - 19. Dezember 2012

    Am Ende steht wohl der Kollaps des Fiat Geldsystems – so sagt es jedenfalls der schweizer Felix Zulauf voraus. Allerdings weiß auch er nicht, wann das sein wird und vorerst kaufen ersteinmal die Notenbanken alles auf um das System weiter aufrecht zu erhalten.

    http://felixzulaufblog.blogspot.co.at/

    • Ert - 19. Dezember 2012

      Felix lag aber mit dem Euroaustritt zumindest eines Staates in 2012 komplett falsch. Naja – noch haben wir ein paar Tage.. aber ich denke das wird schon geschaukelt.

      Das System ist robuster als viele Denken.

  • JL - 19. Dezember 2012

    Sehr geehrter Stefan L. Eichner,

    ein sehr gelungener Vortrag, Respekt.

    Es ist schon beachtenswert wie die Welt sich seit wohl nun einer Dekade verändert.

    Die einstmals staatsgelenkten oder auch staatsgeführten Unternehmen in Asien sind zusehends marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen unterworfen, während im „Westen“ genau diese über die Jahre ausgehöhlt wurden.
    Dabei werden alle kritischen Zwischenrufe seitens Dritter Hierzulande bestenfalls nur ignoriert.

    Die Staaten in der „westlichen Welt“ sind neuerdings bei allen wesentlichen wirtschaftlichen Entscheidungsfindungen entweder die treibende Kraft (z. B. Energiewende), oder aber der Staat setzt Regeln (Gesetze) und Prioritäten (zu Groß um zu fallen). Damit werden letztlich politische Vorstellungen de facto in Dogmen gegossen- wie im Sozialismus einst auch.

    Im sozialistischen China hat man jedoch im Laufe der Jahre bemerkt, dass eine staatsgelenkte Wirtschaft bestenfalls zu einer lang anhaltenden Stagnation führt oder aber- wie beim russische Nachbar aufgezeigt- das System komplett implodiert.

    Politisch motivierte Wirtschaftslenkungen bleiben nun mal unwirtschaftlich und führen letztendlich immer zu einer Blasenbildung, trotz aller Stützungen, Subventionierungen und steuerlicher Umlagen auf die breite Masse.
    Ob Dotcom, ob Immobilienblase, ob Abwrackprämie oder die alles verheißenden Austeritätsmaßnahmen- alle realen Abstürze sind letztlich das Ergebnis falscher politischer und damit nachfolgend auch finanztechnischer Fehlentscheidungen. Und wie wurden b. z. w. werden diese Krisen „gemeistert“? Mit noch mehr Fehlentscheidungen und noch mehr Geld.

    Mit Fiatgeld aber hält man weder das Kapital, noch das System an sich, auf Dauer am Leben wenn das letzte was man noch hat endgültig verspielt wurde- Vertrauen.

    Mit freundlichen Grüßen

    JL

    • SLE - 20. Dezember 2012

      Hallo JL,

      Ihr Hinweis auf die Art, in der Dogmen im Westen schleichend institutionalisiert und in Beton gegossen werden und dass dies – im Effekt – durchaus strake Parallelen zu sozialistischen Systemen aufweist, erscheint mir eine besonders wichtige und bedenkenswerte Ergänzung. Es wirkt paradox, erklärt sich jedoch schlüssig aus der Art der schlechenden Institutionalisierung von Dogmen im marktwirtschaftlichen System des Westens dass der – sozialistische/kommunstische – Osten die Kernproblematik EHER erkennt als der Westen.

      Viele Grüße
      SLE

  • Andres Müller - 19. Dezember 2012

    Guter Artikel Herr Eicher, Respekt für Ihren Beitrag. Nun hatten Wir kürzlich bereits darüber diskutiert wie es in Europa weiter gehen könnte. Zurück in die Zukunft zum Nationalismus -wie Sie vermuten, oder die Wiederentdeckung von Thesen der Aufklärung -es ist mancherlei Entwicklung möglich. Gegenwärtig gibt es aber weder eine spürbare Abweichung im Kurs der Wirtschaftspolitik, noch haben die mächtigen Finanz-Lobbys ihre Kontrolle über die Parlamente verloren.

    Der Westen ist in eine ideologische Erstarrung geraten, aus der er sich aus meiner Sicht mit dieser Politikergeneration nicht mehr zu befreien vermag. Im Gegenteil die jüngsten Kommentare von Frau Merkel deuten darauf hin dass aus ihrer Richtung eisern am einseitigen Sparkurs bei den 90% festgehalten wird, der Zitronensozialismus für die Banken aber zementiert, sprich die angebliche Wettbewerbsfähigkeit nochmals erhöht werden soll.

    Leider muss ich Ihnen mitteilen dass ich glaube -Frau Merkel leidet unter einer schweren Psychose. Verbunden mit ihrem politischen Erfolg im Anschluss an den Untergang der DDR hat sich eine Art libertärer Wahnsinn herausgebildet (wie bei vielen Neuzeitpolitikern), welcher Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft in Schwierigkeiten bringen könnte, aus welcher vermutlich kein Marshall-Plan wieder herausführen wird.

    Frau Merkel:
    „Wir wurden Zeugen, wie in der DDR das ganze sozialistische System nicht mehr wettbewerbsfähig wurde. Dadurch wurde den Leuten der Wohlstand verweigert, was am Ende zu großer Instabilität geführt hat.“

    In dieser Aussage wird Frau Merkels -und die vieler Anderer- deutlich sichtbar. Weder war die DDR an einem marktliberalen Wettbewerb gescheitert, noch hatte das Dahinsiechen der DDR in ideologischer Selbst-Isolation irgend etwas mit dem Wort “Wettbewerbsfähigkeit” zu tun. Die Welt nur noch durch die Augen eines libertären “Bankomaten” zu sehen, ja die ganze Menschheit in das Korsett eines oligarchischen Ponzi -Marktsystems zu zwingen -das ist wohl der Schlüssel zum sozialen Abstieg des Westens. Und das ist ja auch was Merkel und dergelichen Leute wollen, der sziale Abstieg -er wird in voller Absicht im Wahnsinn geplant und durchgezogen.

    “„Wenn Europa heute 7 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, etwa 25 Prozent des globalen Bruttosozialprodukt erwirtschaftete und damit 50 Prozent der weltweiten Sozialkosten finanzieren muss, dann ist es offensichtlich, dass wir sehr hart werden arbeiten müssen…..”

    Wenn Frau Merkel tatsächlich glaubt dass Europa in der Menge so viel wie 50% der Menschheit arbeitet, dann ist diese Frau tatsäcjlich Geisteskrank -und mit ihr die ganze Politikerkaste die sich ihrem zerstörerischen Weg anschliesst.

    “Wir alle müssen aufhören, jedes jahr mehr auszugeben als wir einnehmen.“

    Wenn Frau Merkel auch nur noch einen Funken von Verstand hätte, dann wüsste Sie dass die grössten Verbrecher keineswegs mehr ausgeben als sie einnehmen. Warum hat sich denn eine Vermögenspyramide gebildet, und hat die Frau überhaupt eine Ahnung dass etwa 50% der Deutschen soviel ausgeben müssen wie sie einnehmen, nur um zu überleben und am Ende des Monats die Miete bezahlen zu können?

    Frau Merkel will uns alle das Verhalten eines Multimillionärs erklären, weil sie offenbar glaubt wir Europäer lebten im Schlaraffenland -und müssten und bloss Behinderte, Arme und sozial Schwache aus dem Wege räumen. Agenda Merkel 2020, dieselbe wie die ihres Vorgängers Schröder, welcher sein Geld inzwischen auf illustre Weise ausserhalb Europas verdient -natürlich ohne mehr auszugeben als er einnimmt.

    Worauf ich hinaus will? Der neoliberale Wahnsinn hat den Nationalismus gar nicht mehr nötig um braune sozialdarwinistische Ideale zu generieren.

    • Till - 20. Dezember 2012

      Ja ich stimme hier zu.

      Es soll auf jeden Fall die Anhäufung der großen Vermögen weitergeführt werden.

      In der irrigen Hoffnung, das man durch das Wegschneiden aller Sozialleistungen diese Vermögen noch mehr anhäufen kann, wird dies jetzt durchgeführt. So nach dem Motto “Wenn ich 100 Mrd Krankenkasse einspare, kann ich 100 Mrd. mehr an die Reichen abführen”.

      Das dabei die gesamte westliche Welt moralisch, politisch und auch wirtschaftlich! vor die Hunde geht sind Kollateralschäden, die in den Modellen der Volkswirtschaftler nicht auftauchen. Ich habe mich mit VWLern unterhalten, deren Modelle geben so etwas wirklich nicht her!

      Da ist jeder Mensch weiter, der mal eine halbwegs realistische Wirtschaftssimulation am Computer gespielt hat – da weiß man das inkompetentes herumschrauben an dutzenden von Stellschrauben schnell zu Chaos führt. Und Regler auf Extreme zu stellen (wie in Südeuropa mit der Austeriatätspolitik/Massenversklavung) führt in fast 100% aller Fälle zu Desastern.

    • SLE - 20. Dezember 2012

      Hallo Andreas Müller,

      im Auge des Orkans ist es immer alles sehr ruhig. Das erklärt vielleicht an erster Stelle die bizzare Wahrnehmung, die viele Politiker – gemessen an ihren Äußerungen (Motto: “Uns gehts doch gut”) – von der Realität haben. Darüber hinaus – auch darüber haben wir beim letzten Post schon diskutiert – sind die Medien der Bezugspunkt der Politiker in der vordersten Reihe und Fehler einzugestehen (direkt oder indirekt), passt nicht zum Rollenverständnis “erfolgreicher” Politiker und auch nicht zu ihrem Karrierestreben bzw. Streben nach Machterhalt. Ganz sicher hat es besonders auch kulturelle Gründe, dass die Politiker in fernöstlichen Ländern sich weniger schwer tun, Fehler einzugestehen und Dinge zu ändern, obwohl Unternehmens- und Vermögenskonzentration sowie Korruption auch dort vorherrschen und dies behindern.

      Aber ich stimme Ihnen zu, dass hier zumndest zum Teil ganz bewusst und wider besseren Wissens in Probleme gesteuert wird. Ein gutes Beispiel dafür sind die gerade jüngst erfolgten und entlarvten Versuche, die aus der sich weiter öffenden Schere zwischen Arm und reich und den politischen Weichenstellungen resultierende Armutsproblematik klein zu reden. Auch die Aussage der Bundeskanzlerin im Bundestag, die aktuelle Bundesregierung sei die erfolgreichste seit Anfang der 90er Jahre, passt zu dieser Form der Kommunikation einer Scheinrealität, die offensichtlich alleine dem Zweck dient, die Wiederwahl zu sichern.

      Nach meiner Einschätzung deutet dies nicht auf eine hohe Regierungsstabilität hin.

      Zum Stichwort “Agenda Merkel 2020″ möchte ich erklärend anmerken, dass die Agenda 2010 natürlich aus wirtschaftsliberaler Sicht als absolut korrekt und volkswirtschaftlich sinnvoll beurteilt wird, weil sie eben die Wirtschaft von Belastungen “befreit” hat. Gerhard Schröder hat jedoch keine neoliberale Agenda damit verfolgt, sondern “klassische Industriepolitik” betrieben, das heißt er wollte über Ordnungspolitik UND Interventionen günstige Voraussetzungen für die größten deutschen Unternehmen und Banken im internationalen Wettbewerb schaffen. Das Porblem war und ist natürlich, dass Wettbewerb und Märkte nicht so funktionieren, wie es die wirtschaftsliberale und die klassische Industriepolitk-Lehre erklären und die Maßnahmen – angesichts der Gegebenheiten auf den Märkten – die Probleme nicht lösen, sondern verschärfen. Weil das niemand zugeben will, wird geschönt.

      Viele Grüße
      SLE

      PS: Mir wäre es lieb, wenn Sie Ihre Bewertungen von Politikern und Aussagen derselben etwas weniger drastisch formulieren würden. Jeder versteht auch ohne solch harten Worte, was Sie sagen möchten.

  • Freiberufler - 19. Dezember 2012

    Ideologische Fixierung?
    Was uns die Politik als Lösung der Krise verkauft, nennt man im Englischen “to kick the can down the road.” Da das seit 5 (Japan: 22) Jahren so läuft und immer (aber auch nur) dann hektischer Pragmatismus ausbricht, wenn die technische Insolvenz an der Wand steht, aber absolut nichts Nachhaltiges geschieht, darf getrost vermutet werden, dass an einer wirklichen Überwindung der Krise überhaupt kein Interesse besteht.

    Die Austerität schließlich dient einzig dazu, die Gläubiger zu befriedigen. Volkswirtschaften werden unter Zwangsverwaltung gestellt und ausgepresst wie eine Zitrone. Heute schickt man statt Kanonenbooten die Troika und kriegt dafür den Friedensnobelpreis.

    • JL - 20. Dezember 2012

      Hallo Freiberufler,

      Sie haben vollkommen Recht. Politiker erzählen das „blaue“ vom Himmel- und trotzdem wird alles schlechter- im Laufe der Zeit sogar bedeutend schlechter! Die Zustände in Spanien, Griechenland, Portugal, Zypern, Malta, oder auch Irland sind skandalös.

      Genau dies zeigt auch SLE aber auf. Die „ideologische Fixierung“ der Politeliten verhindert auch nur ansatzweise Reformen, wie Sie dies zu Recht auch bemängeln.

      Sie sollten den Artikel also nochmals verinnerlichen- es wird dann sicher keine Unterschiede zu Ihrer persönlichen Auffassung geben. Die Unausweichlichkeit einer Systemkrise hat SLE bereits mehrfach dargestellt- und dies seit geraumer Zeit.

      Mit freundliche Grüßen

      JL

    • Frank Bell - 20. Dezember 2012

      Das Beispiel Japan zeigt doch, dass dies tatsächlich eine gute Lösung ist. Japan ist immer noch ein moderner 1. Welt-Staat, den Leuten dort geht es gut.

      • Lothar - 20. Dezember 2012

        Du solltest dich mal informieren wie gross auch das soziale Elend in Japan mittlerweile ist. Wird selten darueber berichtet aber auch da muessen Arbeitslose in Muelltonnen wuehlen und in Autos schlafen – da es keinerlei Sozialhilfe gibt.

      • Till - 20. Dezember 2012

        Japan hat zum Glück ja auch nur Schulden aufgenommen, QE betrieben und keine Austeritätspolitik gemacht – ansonsten wäre das Land jetzt schon platt.

    • SLE - 20. Dezember 2012

      So kann man das auch sagen.

      Grüße
      SLE

  • Marrei - 19. Dezember 2012

    Der Börsenjubel erklärt sich aus der hohen Liquidität der Großanleger und aus der Zinsdifferenz Aktien/Anleihen. Außerdem nimmt die Börse meist einen Aufschwung in der Zukunft vorweg.
    Alte Regel: Rezessionsjahre sind gute Börsenjahre

    • SLE - 20. Dezember 2012

      Ganz ernsthaft: Wo sehen Sie denn bereits – ansatzweise – einen Aufschwung? Ich nehme mal eine rein hypothetische Gegenposition ein: Die Aktienkurse der an den Börsen gelisteten Firmen sind angesichts der wirtschaftlichen Perspektiven – so wie ich diese auf der Basis meiner Analyse einschätze – massiv überbewertet.

      Grüße
      SLE

      • Conney - 20. Dezember 2012

        Dass die Börse einen Aufschwung vorweg nimmt, stimmt wirklich in vielen Fällen für vergangene Zeiten. Das hatte aber nichts mit der besonderen Hellsichtigkeit der Börsianer zu tun.
        Die haben sich auch nur an der Zinspolitik der Notenbanken orientiert. Stiegen die Zinsen am Ende eines Booms stark an – raus aus Aktien. Die hohen Zinsen sorgten dann für eine schwächere Konjunktur. Also sah es so aus, als hätten die Aktienkurse den Abschwung vorausgesehen. Umgekehrt in der Rezession: Zinssenkung, um die Konjunktur zu stimulieren, raus aus Anleihen, hinein in Aktien, in der Erwartung steigender Unternehmensgewinne.
        Sorgten die niedrigen Zinsen für ein Anspringen des Wirtschaftsmotors, sah es wieder so aus, als hätten die Aktienbörsen den Aufschwung vorhergesehen.
        In Zeiten von QE u.a. hat die Zinspolitik keine Signalwirkung mehr. Wenn die FED verspricht, lange Jahre bei Niedrigstzins zu bleiben und die Märkte mit Geld zu fluten, boomen die Aktienmärkte naturgemäß, da die Anlage attraktiver erscheint als die in niedrig verzinsten Anleihen.
        Nun kann die FED aber immer wieder feststellen, dass sie in der Realwirtschaft keinen Boom erzeugt, nützt aber nichts. Stattdessen heißt es mehr Desselben, das Finanzcasino wird weiter alimentiert und brav steigen die Kurse (und “passende”Argumente dafür gibt es immer, im Moment ja das der Investition in Sachwerte).

        Solte die Analogie zu Japan richtig sein, die ja SLE in seinem Beitrag anführt, könnte aber durchaus ein lang anhaltender Kursverfall folgen (Entwicklung des Nikkei seit dem Crash in Japan vor langer Zeit), einhergehend mit einer Phase der Dauerstagnation.

        By the way: schönen Dank für die sich prima ergänzenden, aber ganz unterschiedlichen Herangehensweisen von SLE und Querschuss.

        Bei aller Trübnis des Dargestellten tägliche Pflichtlektüre.

        • Marrei - 21. Dezember 2012

          Danke an conney! Sie haben meine kurze Aussage sehr gut präzisioniert! Ich kann im Moment aber nur feststellen, daß die Börsen weltweit laufen und die Zinspolitik war bisher immer ein gutes Signal.

          • Conney - 21. Dezember 2012

            Zur Präzisierung meiner Aussage:
            klar laufen die Aktienbörsen, ignorieren schlechte Nachrichten, weil niedrige Zinsen in der Vergangenheit sehr häufig einen Aufschwung signalisierten.
            Kommt der nicht, gilt ein Negativszenario auch für die Kursentwicklung.
            Mein Verweis auf Japan soll das illustrieren. Trotz Niedrigstzinsen seit 20 Jahren kein rechter Aufschwung, dafür heftige Kursrückgänge. Also “war bisher immer ein gutes Signal” kann dann durchaus heißen “bisher schon, zukünftig aber nicht mehr”.
            Übrigens deutet der hohe Optimismus allüberall auf den Aktienmärkten darauf hin, dass ein Ende der Rallye nah ist.

        • Marrei - 22. Dezember 2012

          Noch mal an conney: Ich bin mir nicht sicher, ob der Optimismus schon zu hoch ist ! Es wäre interessant zu erfahren, ob und wieviel der Kommentatoren an der Börse investiert sind. Ich bin schon länger dabei und habe bei ca. 6650 Dax massiv dazu gekauft. Aufgrund der vielen negativen Antworten dürfte es hier nur wenige Anleger geben, geschweige denn Optimisten….
          .

          • Conney - 22. Dezember 2012

            dieser Blog dürfte diesbezüglich kaum repräsentativ sein.
            Ansonsten: gab es in den vergangenen Wochen noch negative Reaktionen auf negative Nachrichten an den Märkten? Eher nicht!! Also ungebrochener Optimismus

        • Marrei - 23. Dezember 2012

          Ich würde eher sagen. daß die Nervosität der Anleger nachlässt.. Außerdem setzt sich wohl auch verstärkt die Erkenntnis durch, daß es zu Aktien momentan kaum eine Anlagealternative gibt.
          Sicher, einen starken Einbruch oder Crash kann es durch irgendein unvorhersehbares Ereignis immer geben. Was mich persöhnlich am meisten verblüfft ist die relative Stärke der VW-Vorzugsaktie. Trotz schlechter Meldungen ( Schwache Neuzulassungen usw..) steigt das Papier stetig auf neue Hoch’s….
          Gruß, Marrei

      • Marrei - 21. Dezember 2012

        Lieber Stefan.L.E,
        ich selber sehe im Moment keinen grossen Aufschwung. Wahrscheinlich genügt es für die Börsen momentan, daß es zu keiner grösseren Rezession kommt. Da spielt Griechenland,Portugal oder Spanien auch keine Rolle. Die gefragten Länder bzw. Börsen sind zur Zeit Indien, Singapur,Thailand Deutschland und die USA !! Es tut mir leid ,aber die Kurse laufen weltweit nach oben. Bei den Anlegern ist genug Papier vorhanden…..

      • Andres Müller - 27. Dezember 2012

        Herr Eicher, um Positiv zu denken, nehmen Sie sich doch ein Beispiel am Friedensnobelpreisträger Herman van Rampuy, hier sein neustes Gedicht ;)

        Die Nacht fällt.
        Suchen Sie die nackten Zweige
        Sogar Universitätsorchester.

        http://hermanvanrompuy.typepad.com/haiku/

  • Georg Trappe - 20. Dezember 2012

    “Ben Bernanke hat jüngst verkündet, die Fed werde ab Anfang nächsten Jahres die Notenpresse noch schneller laufen lassen. Der Ankauf von Hypothekenpapieren in Höhe von 40 Mrd. Dollar monatlich soll fortgesetzt werden.”
    -
    Das wird nicht reichen. Das US Handelsbilanzdefizit betraegt 60Mrd. US$ pro Monat. Tendenz steigend! Und was machen unsere deutschen Atlantikbruecken Flachpfeifen aka Eliten in Politik und Wirtschaft?
    “Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet im kommenden Jahr trotz wachsender Konjunktur-Sorgen einen Export-Anstieg um mindestens drei Prozent…..
    In diesem Jahr dürften 43 Prozent der deutschen Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union gehen, im Jahr 2009 waren es noch 38 Prozent. Vor allem die Ausfuhren in die USA legten besonders stark zu, und zwar um gut 20 Prozent.”

    Im Klartext: die deutsche Belegschaft wird angehalten moeglichst effizient moeglichst viele Autos etc. zu bauen und gegen US$=Hypothekenschrott zu liefern.

    Da kann man sich ja gleich den Finger in den Ar… stecken und so versuchen mit dicken Backen den River Kwai Marsch zu blasen.

    Frohes Fest

  • Frank Bell - 20. Dezember 2012

    Zu “anhaltenden Wirtschaftsaufschwung”:

    Ging es bei all den Massnahmen wirklich um einen “anhaltenden Wirtschaftsaufschwung”?

    Oder vielmehr darum eine Krise wie 1929 zu verhindern?

    Letzteres ist Bernanke gelungen.

    Und die, die an der Börse verdienen, bejubeln ihn.

    Auch Warren Buffet hat bereits damals den Kauf von Aktien empfohlen. Hätte ich es nur getan…

    • SLE - 20. Dezember 2012

      Es ist sicher zutreffend, dass Bernankes, Draghis und Kings Maßnahmen an den Börsen mehr aus einer “egoistischen” Perspektive der Finanzmärkte bewertet werden. Beranke hat verhindert, dass es 2008/2009 zu einer Depression kam. Aber es war lediglich eine temporäre Rettung der Situation. Das Problem ist nur, dass es nach seiner Sicht der Dinge aufgrund seiner lockeren Geldpolitik zu einem anhaltenden Aufschung hätte kommen müssen. Dass dies nicht geschehen ist, ist Grund zur Annahme, dass er den Eintritt einer tiefen Kise nur zeitlich hinausgezögert hat. Darum läuft auch die Gelddruckmaschine immer noch und vor allem immer schneller.

      Grüße
      SLE

  • Traumschau - 20. Dezember 2012

    Guter Beitrag! Was folgt daraus? Man kann jetzt annehmen, dass unsere “Experten”, also diejenigen, die unsere Politikdarsteller beraten, unendlich dämlich sind.
    Mhh, das glaube ich eher nicht! Mit Verlaub, das ist mir ZU einfach! Für mich stellt sich seit Beginn der Bankenrettungen (und auch schon seit der Politik zugunsten der hiesigen Finanz- und Wirtschaftsoligarchie seit zwei Dekaden) – die Frage, warum man eine solche Politik trotz besseren Wissens betreibt? Denn genau das glaube ich mittlerweile: “Die” wissen genau was sie tun!
    Also, soll mit dem “Diktat der leeren Kassen” ein Zwang zur Umsetzung einer bestimmten Politik ermöglicht werden? TINA passt da doch sehr gut rein, oder? Die Menschen “fressen” diese Politik, weil sie wirklich glauben, es gäbe tatsächlich keine Alternative und unser aller Lebensstandard ist gefährdet. Der Chinese steht vor der Tür – der Russe war schon da und ist wieder nach Hause gegangen. Demnächst steht der Inder vor der Tür, etc. etc.
    Perfekte Ablenkungsmanöver, Nebelkerzen und Scheindebatten überall.
    Also worauf läuft es tatsächlich hinaus? Ist es eine Frage der Ökonomie? NÖ! Schon lange nicht mehr. Es ist Politik! Wozu? Was ist das angestrebte “Endergebnis”? Europa retten? Wohl kaum, oder?
    Also, was dann?
    LG Traumschau

    • SLE - 20. Dezember 2012

      Ganz sicher sind die Entscheider und ihre Ratgeber nicht dämlich. Ich würde mich aber hüten, Ihnen in jedem Fall prinzipiell ein glasklares Kalkül zu unterstellen. Die Streiterein in Europa sind eindeutig ein Zeichen dafür, dass es keine überzeugenden Pläne für die Bewältigung der Krisenlage gibt. Andererseits haben sie Recht, dass mittlerweile politische Aspekte über die ökonomischen dominieren. Das macht die Situation und Entwicklung erheblich unübersichtlicher.

      Viele Grüße
      SLE

      • Traumschau - 20. Dezember 2012

        Hallo SLE,
        Ich denke das Gezerre dreht sich nur darum, wie man die Gewinne der Anleger realisieren, d.h. sozialisieren kann. Da gibt es diejenigen, die sich zu recht verweigern und diejenigen die das Geld haben (aber eigentlich doch nicht), einer Wirtschafts- und FInanzoligarchie verpflichtet sind, die Musik bezahlen und damit den Kurs bestimmen.
        Wer entscheidet tatsächlich in Europa?
        Und noch einmal: Welches Ergebnis strebt man an? Ich glaube nicht, dass man tatsächlich das “Ideele Europa” retten will, sorry. Es sieht eben überhaupt nicht danach aus, oder?
        Ob ich denke, das ist Kalkül oder nicht, ändert aber wohl nichts an der Gesamtsituation.
        Allerdings kann ich mir diese “Kamikaze-Politk” nicht mehr anders erklären …

      • Lothar - 20. Dezember 2012

        Und ich wuerde mich hueten sie als klug und wissend zu bezeichnen. Unintelligent sicher nicht aber daemlich schon – im sinne von Ignorantem Fakten ignorieren weil sie ihrem religoesen Dogma und Ueberzeugungen nicht entsprechen. Da hab ich kein Mitleid mit diesen Experten mehr.

      • Andres Müller - 20. Dezember 2012

        Vermutlich hält sie alle der ideologische “kalte-Krieg” – libertärer Konsens zusammen ..also Schlagworte wie Wettbewerb, Privatisierung, Marktrealität usw. im Prinzip nichts als eine gesellschaftssynchronisierte sich verselbständigende Gehirnwäsche die …. ich im Übrigen… bereits 1982 (bin schon etwas älter) habe anrollen sehen.

  • Georg Trappe - 20. Dezember 2012

    Und noch ein interessanter Link zum grossen Vorbild unserer Atlantikbruecken Flachpfeifen:
    http://stateofworkingamerica.org/who-gains/#/?start=1979&end=2008

    Es lohnt sich mit den Slidern verschiedene Zeitabschnitte zu markieren: z.B. 1947-1981 und 1981-2008. Gibt ein gutes Gefuehl fuer die Auswirkungen der neoliberalen Zeitenwende mit Reagan. Wollt ihr den totalen Markt? Jaaaaaaa….. Jetzt habt ihr ihn inkl. seiner Folgen!

    • micdinger - 20. Dezember 2012

      Danke für den Link. Als Intellektueller sage ich dazu “faszinierend”, als Nachfahre und Angehöriger ehemals Leibeigener sehe ich, dass sich an den gesellschaftlichen Verhältnissen wenig geändert hat.

      • Georg Trappe - 20. Dezember 2012

        @micdinger Gerne!
        Das schlimme ist, es hat sich etwas veraendert. Restauration hat statt gefunden und findet weiterhin statt. Das “faszinierende” ist, wie das Schritt fuer Schritt, ganz beharrlich und gezielt auf die Schiene gebracht wurde. Und die alles entscheidende Frage, die auf die “merkwuerdige, krumme” Logik der Reagonomics zielte, war ja auch sofort gestellt. Trotzdem ist es diesen Ganoven gelungen sie nicht nur unbeantwortet zu lassen, sondern die ganze Karavane mit dem hohen Lied des freien Marktes auf den Lippen in diese Richtung marschieren zu lassen. Und sie marschieren noch immer, obwohl laengst sonnenklar ist, was Sache ist. Massenhypnose vom feinsten.

      • Georg Trappe - 20. Dezember 2012

        Und als Beleg fuer den massiven Rueckschritt in Deutschland fuehre ich in letzter Zeit gerne ein Zitat aus dem Ahlener Programm der NRW CDU von 1947 an, denn da war der Kopff noch halbwegs klar:

        „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“
        http://de.wikipedia.org/wiki/Ahlener_Programm
        Der Spruch hoert sich doch etwas anders an als die Rede unserer unterirdischen Kanzlerin von der marktgerechten Demokratie, oder?

  • klaus - 20. Dezember 2012

    Zypern muß gerettet werden. Russische Bürger haben
    dort riesige Guthaben in Sicherheit gebracht.

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/IWF-verlangt-Schuldenschnitt-article9832416.html

    Und ich dachte, das Putin drüben ein Anker der Stabilität ist.
    Dann stürmen die kleinen Mädchen und jetzt wankt Zypern.

    Nur, warum müssen wir jetzt helfen?
    So ein kleines Land könnte man doch Pleite gehen lassen.
    Das ist doch Peanuts.
    Was soll denn ein normaler Zyperer an Vermögen oder
    Existenz verlieren? Ist da soviel Industrie?

    Auf welche Art sollen denn dir dortigen 2 Mann Austerität
    bis zur Vervollkommnung treiben?

    Kaufen wir da auch wieder Zeit?
    Na dann wird es wohl ein Happy new Year.

    ;(

    • Daniel2012 - 20. Dezember 2012

      ist es nicht so, das der esm erst dann eingreifen kann und darf wenn die eurozone an sich auf dem spiel steht? dann darf man auf die sprachlichen verrenkungen gespannt sein, die uns um die ohren fliegen werden wenn ein staat samt seiner miniatur-volkswirtschaft gerettet wird von dem die meisten nicht mal wissen das dort mit euro bezahlt wird. eigentlich eine optimale gelegenheit um sich dem no-bailout-prinzip zu widmen, was angeblich mal gelten sollte.

      achso: SLE sorry fuer OT :)

      • SLE - 20. Dezember 2012

        You´re welcome.

        SLE

    • macsoja - 20. Dezember 2012

      Ich denke, man kann/braucht hier nicht mit objektiven Fakten nach Begründungen suchen.

      Die Linie ist doch klar:
      Es werden ALLE gerettet, denn die EU ist eine GEMEINSCHAFT und solche stehen die STARKEN für die Schwachen ein.

      Es geht um Symbole, Vertrauen und Beruhigung der Massen.

      Solange der Glaube da ist, gibt es keine Probleme mit
      - Inflation
      - Unruhen
      usw.

      Und darum fallen alle oder keiner.
      Und dieses Konstrukt kann trotz aller Schwächen noch sehr lange bestehen, denn es besteht ja auch eine relative Stärke zu anderen Wirtschaftsräumen (Japan, USA, Südamerika, Afrika).
      Und auch dieser Vergleich erzeugt wieder Stärke.

      D.h. die Theorie mit den Ziegelsteinen, die aus der Mauer herausgenommen werden, mag zutreffen. Aber diese Mauer steht noch recht fest und ist kein Vergleich zu den Pappwänden anderer Häuser.

      Solange es also kontrollierbar bleibt und das bleibt es, solange jedes Problemland schön nach dem anderen gerettet wird und nicht alle auf einmal (und auch das ist eine Sache der Steuerung und Kommunikation), solange kann man sogar Stärke herauslesen, denn mit jeder erkauften “Rettung” wird auch der Glauben und die Zuversicht wieder gestärkt.

      Kritisch wird es, wenn man mit den Sparmaßnahmen, die ein Teil des Beruhigungskonzertes sind den Bogen überspannt und die daraus resultierenden Folgen nicht mehr erklären/interpretieren/verstecken kann und diese Folgen sich dann in der Breite bemerkbar machen und so das Fundament zu wackeln beginnt.

      • SLE - 20. Dezember 2012

        Eine m.E. richtige Analyse. Nur bleibt die Frage, wie weit wir noch davon entfernt sind, den Bogen zu überspannen, eine überaus kritische, selbst wenn man richtigerweise davon ausgeht, dass die Mauer insgesamt immer noch sehr stabil ist. Denn die Frage lässt sich wohl erst ex-post zuverlässig beantworten, sofern sie überhaupt gestellt und diskutiert wird. Letzteres scheint mir daher wichtig zu sein.

        Viele Grüße
        SLE

  • Freiberufler - 20. Dezember 2012

    Die größten Sorgen bereitet mir der Moral Hazard.
    Es gibt keine Rezession.
    Es gibt keine Insolvenz.
    Es gibt Preisobergrenzen für Bonds.
    Es gibt Preisuntergrenzen für Aktien.
    ES GIBT KEINE RISIKEN.

    Wahrlich die beste aller Welten.

  • Bubblegum - 20. Dezember 2012

    @Frank Bell,

    “Ging es bei all den Massnahmen wirklich um einen “anhaltenden Wirtschaftsaufschwung”?

    Oder vielmehr darum eine Krise wie 1929 zu verhindern?

    Letzteres ist Bernanke gelungen.”…

    Also dem Bernanke ist es gelungen eine Krise wie 1929 zu verhindern!

    Leben Sie in einer anderen Wirklichkeit als der Rest der Welt?

    Die USA so hoch verschuldet und so abhängig von China wie noch nie in ihrer Geschichte!
    Auf dem Weg zur vollkommenen Deindusrrialisierung, mit immer neuen Hoover-Villes und
    Arbeitslosenzahlen, die trotz übelster Fälschungen nichts mehr beschönigen können.
    Mit einer Gefährdungslage dergestalt, dass Reisenden in New Orleans und anderen Großstädten empfohlen wird, sich auch tagsüber nur per Taxi im Innenstadtbereich zu bewegen.
    Mit einem monatlichen Handelsbilanzdefizit jeneseits von Gut und Böse! und das ununterbrochen seit 1973!
    GB, das in diesem Punkt nicht viel besser dasteht!
    GB, das seinen Lebensmittelbedarf nur noch zu 20% aus eigener Landwirtschaftsproduktion
    bestreiten kann!
    Japan mit massivsten Exporteinbrüchen. Und einer zunehmend defizitären Handelsbilanz!

    Europa mit wichtigen Ländern, in denen die Jugendarbeitslosigkeit mehr als 50% beträgt, die Stahl-, Zementproduktion, die Zulassungszahlen für LKW und PKW den Stand vor dem Fall des eisernen Vorhangs erreicht haben.

    Verkünden Sie doch bitte Ihre Durchhalteparolen dort, wo sich die marktradikalen Wirtschaftssektierer zusammenfinden(Gelbes Forum etc.). Da werden Sie mit solchen Träumereien unendlich viel Zustimmung erhalten!
    Mit weihnachtlichen Grüßen
    Bubblegum

  • Holly01 - 20. Dezember 2012

    Sehr guter Artikel, danke SLE.
    Wer wissen will was abgeht, der schau auf die Gesetze. Das sind die Grundlagen von morgen.
    Immaterialrechte, Nutzungsrechte, Besitzrechte, Rechte auf Information, recht auf Unversehrheit von Mensch und Gut, die Grundlagen werden alle geändert.
    Schaut euch die Versorgungsgrundlagen an. Wasserwirtschaft wird auf uhupardo thematisiert.
    Fracking, Genagrarindustrie, Gesundheitsindustrie, Schulunwesen, Kitawahnsinn wir werden alle geistig weichgespült und unsere Lebensgrundlagen werden meistbietend verschachert.
    Alle schauen auf das Geld.
    Geld ist ein Scheiß, es ist nur für Normalbürger wichtig.
    Bigmoney hat weder eine Nationalität , noch eine Währung noch irgendwelche Bindungen.
    Das Geld bzw. seine Verwaltung, das ist der Kreisel der alles bewegt. Billionen waren gestern, es geht um Trillionen an Erwartungen.
    Unsere Geschichte, Kultur, Gemeinwesen, Sozialwesen alles wird neu definiert und als zwingend auf einen Punkt hin neudefiniert : es geht nicht mehr weiter.
    Und das ist falsch.
    Wir erliegen alle dem Kopfkino der Medien.
    Apokalypse überall, alles ganz schlimm, alles ultimativ, alles MUSS und sofort, dabei ist nichts davon wichtig, ausser dem Betrug an unserer Gesellschaft und damit meine ich die gesamte Weltgesellschaft.
    Unsere Lebensgrundlagen werden verschachert, die Ökonomie wird aufgekauft, die Natur ist nur noch ein Warenlager aus Genen, Gütern und Gewinnabschöpfung.
    Geld ist so etwas von egal, ich habe dafür keine Worte, aber kümmert euch endlich um :
    - den GEZ Wahnsinn
    - das jeden Tag 40 von 1644 Menschen sterben durch Inveftionen die sie im Krankenhaus hatten
    - das Bildung nirgends so Gehaltsabhängig ist wie in Deutschland
    - das es kein Recht auf Veröffendlichung gibt, wer Rechte aufkauft kann Inhalte blockieren
    - das wie mit Steuern Inhalte erforschen lassen, die Privateigentum sind
    - das Subventionen ganz überwiegend an gesunde reiche Unternehmen gehen
    - das die Energiewende keine ist, sondern wieder nur eine Gewinnmaschine für die Konzerne/Banken
    .
    aber bitte, hört auf einen Kopf um diesen Wirtschaftsscheiss zu machen. Das ist eine show. Sauber gelenkt in der Sache und in den Medien.
    Lehman hat 3 Monate vor der Pleite alle Buchungsvorgänge eingestellt.
    Da stand fest die gehen den Bach runter.
    Es gibt keine Überraschungen.
    Alles läuft nach Plan, es ist nur nicht unser Plan……..

  • Holly01 - 20. Dezember 2012

    Das ist §23GG, der hat früher definiert welchen Geltungsbereich die Gesetze in Deutschland haben. Heute steht da klar : jeder sei sich selbst der Nächste und den Staat interesiert das Individuum ein Scheiß, nur hübscher formuliert :
    .
    Artikel 23

    (1) Zur Verwirklichung eines vereinten Europas wirkt die Bundesrepublik Deutschland bei der Entwicklung der Europäischen Union mit, die demokratischen, rechtsstaatlichen, sozialen und föderativen Grundsätzen und dem Grundsatz der Subsidiarität verpflichtet ist und einen diesem Grundgesetz im wesentlichen vergleichbaren Grundrechtsschutz gewährleistet. Der Bund kann hierzu durch Gesetz mit Zustimmung des Bundesrates Hoheitsrechte übertragen. Für die Begründung der Europäischen Union sowie für Änderungen ihrer vertraglichen Grundlagen und vergleichbare Regelungen, durch die dieses Grundgesetz seinem Inhalt nach geändert oder ergänzt wird oder solche Änderungen oder Ergänzungen ermöglicht werden, gilt Artikel 79 Abs. 2 und 3.

    (1a) Der Bundestag und der Bundesrat haben das Recht, wegen Verstoßes eines Gesetzgebungsakts der Europäischen Union gegen das Subsidiaritätsprinzip vor dem Gerichtshof der Europäischen Union Klage zu erheben. Der Bundestag ist hierzu auf Antrag eines Viertels seiner Mitglieder verpflichtet. Durch Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf, können für die Wahrnehmung der Rechte, die dem Bundestag und dem Bundesrat in den vertraglichen Grundlagen der Europäischen Union eingeräumt sind, Ausnahmen von Artikel 42 Abs. 2 Satz 1 und Artikel 52 Abs. 3 Satz 1 zugelassen werden.

    (2) In Angelegenheiten der Europäischen Union wirken der Bundestag und durch den Bundesrat die Länder mit. Die Bundesregierung hat den Bundestag und den Bundesrat umfassend und zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu unterrichten.

    (3) Die Bundesregierung gibt dem Bundestag Gelegenheit zur Stellungnahme vor ihrer Mitwirkung an Rechtsetzungsakten der Europäischen Union. Die Bundesregierung berücksichtigt die Stellungnahmen des Bundestages bei den Verhandlungen. Das Nähere regelt ein Gesetz.

    (4) Der Bundesrat ist an der Willensbildung des Bundes zu beteiligen, soweit er an einer entsprechenden innerstaatlichen Maßnahme mitzuwirken hätte oder soweit die Länder innerstaatlich zuständig wären.

    (5) Soweit in einem Bereich ausschließlicher Zuständigkeiten des Bundes Interessen der Länder berührt sind oder soweit im übrigen der Bund das Recht zur Gesetzgebung hat, berücksichtigt die Bundesregierung die Stellungnahme des Bundesrates. Wenn im Schwerpunkt Gesetzgebungsbefugnisse der Länder, die Einrichtung ihrer Behörden oder ihre Verwaltungsverfahren betroffen sind, ist bei der Willensbildung des Bundes insoweit die Auffassung des Bundesrates maßgeblich zu berücksichtigen; dabei ist die gesamtstaatliche Verantwortung des Bundes zu wahren. In Angelegenheiten, die zu Ausgabenerhöhungen oder Einnahmeminderungen für den Bund führen können, ist die Zustimmung der Bundesregierung erforderlich.

    (6) Wenn im Schwerpunkt ausschließliche Gesetzgebungsbefugnisse der Länder auf den Gebieten der schulischen Bildung, der Kultur oder des Rundfunks betroffen sind, wird die Wahrnehmung der Rechte, die der Bundesrepublik Deutschland als Mitgliedstaat der Europäischen Union zustehen, vom Bund auf einen vom Bundesrat benannten Vertreter der Länder übertragen. Die Wahrnehmung der Rechte erfolgt unter Beteiligung und in Abstimmung mit der Bundesregierung; dabei ist die gesamtstaatliche Verantwortung des Bundes zu wahren.

    (7) Das Nähere zu den Absätzen 4 bis 6 regelt ein Gesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf.

  • Holly01 - 20. Dezember 2012

    Nur als Ergänzung :
    Die Show lief bereits zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
    Der Druck hat dann zum ersten und zweiten Weltkrieg geführt, aber auch zu massiven Zusammenbrüchen in Südamerika, Afrika und Asien.
    Das Kapital klopft auf den Busch.
    Mit etwas mehr Druck wird man die EU sprengen und China und Japan aufeinander hetzen können.
    Im Windschatten erhalten die CoL und die WS mindestens 20 weitere Jahre, in denen sie die Drehscheibe des Weltkapitals für die 0,1% spielen dürfen.
    Und genau das ist der Inhalt der show, wie ich es erwarte.
    Krieg bringt gute Renditen, Wirtschaftsaufschwünge und nach eine Währungsreform fragt im Nachkriegszeitraum keiner viel nach Ursache und Wirkung.

  • Andres Müller - 21. Dezember 2012

    Nur noch abschliessend mein Eindruck über den Zustand des Weltwirtschaftssystem. Im Prinzip gibt es keinen US$ mehr der nicht bereits im Kreuz hoch 10 bereits ausgegeben ist bevor Bernanke ihn druckt -daher gibt es auch keine einheitliche Inflation, sondern eine Mischung aus Deflation und Inflation -je nach Warenkorb. Es stellt sich das scheinbare Paradoxon ein dass je mehr nun der Markt mit Quantitative Easing geflutet wird, desto schneller steigen die Schulden, denn die Druckerei fliesst wie vom Magneten gezogen auf diese Seite, zugunsten superreicher Gläubiger und zu Lasten einer zunehmend grösser werdenen sozialen Armutsmasse (aber fast ohne irgendwelche Zirkulation durch die Realwirtschaft). Die Tiefstzinsen kommen zum Genuss der reichsten 0,01% der Weltbevölkerung, der Rest wird abkassiert -der Libor Betrug der Banken ist nur ein Querschnitt einer noch viel grösser angelegten Betrugswelle bei der die meisten Kunden nach wie vor hohe Zinsen bezahlen müssen. Was meine ich damit? Die Zinsen erscheinen unverändert -ich meine die unsichtbaren Zinsen, die wir alle bezahlen müssen wenn das Ponzi-Schema zusammenbricht, dann werden wir diese für Viele unsichbare Grösse zu spüren bekommen. Dann sind nämlich die Target-2 Saldo keine Luftbuchungen mehr und gemäss den Vorstellungen unserer libertären Politik gibt es nur einen Adressaten der das dann bezahlen muss, nämlich der Sozialstaat und die Lohnempfänger.

  • Huthmann - 21. Dezember 2012

    Wir sollten uns überlegen, wie der normale Bürger am Besten vor den Auswirkungen der Geldflutung, die seit mindestens 3 Jahrzehnten EXPLIZIT läuft, geschützt werden kann. Denn sonst ist zu befürchten, daß die Umverteilung der Verluste durch die Abschreibungen auf zu hoch bewertete “Wertpapiere” (hochgepuscht durch die Geldflutung) dem Normalbürger scheibchenweise durch “kontinuierliche Gewöhnung” untergeschoben wird.

    Meine Antwort darauf: wir müssen ein neues wirtschaftwissenschaftliches Paradigma erarbeiten.

    Meine Hypothese: bis das gefunden ist, versuchen die Notenbanken als letzte Instanzen die Preise vor dem Abstürzen zu bewahren.

    MfG

    • SLE - 21. Dezember 2012

      Sie haben meine volle Zustimmung. In der Zeit nach der Lehman-Pleite ist darüber auch schon dikutiert worden. Zwischenzeitlich ist es allerdings wieder in den Hintergrund getreten. Wir bracuhen in den Wirtschaftswissenschaften und in der Wirtschaftspolitik ein neues Paradigma.

      Viele Grüße
      SLE

      • Holly01 - 21. Dezember 2012

        Ihr guter Willen in allen Ehren und die guten Vorsätze möchte ich nicht gering reden. Es ist ja erfrischend wenn überhaupt noch jemand Ideale hat, aber :
        Eine bank schöpft Geld zu quasi Nullkosten. Die Renditen sind quasi zwangsläufig immens viel höher, als es in der Realwirtschaft möglich wäre.
        Der Sog der Banken für das reale Geld ist rendite bedingt und real.
        http://www.faz.net/aktuell/finanzen/abzug-von-finanzkraft-asiaten-transferieren-weiterhin-das-meiste-schwarzgeld-12000598.html
        .
        Man muß einfach die Alternativen sehen :
        Das Kapital macht eine Gewinnmitnahme ala Griechenland und zieht nach Asien weiter. Dort hat man einen höheren Sockel mitgenommen und geht mit großen Mitteln in einen wachsenden Markt.
        Oder man akzeptiert den Schuldenschnitt für alle. Das Giralgeld wird über die Verschuldung zum Vollgeld gemacht und die Sicherheiten werden eingezogen (soweit möglich).
        Unsere Welt teilt sich in Geldadel und Zinssklaven.
        Oder der Westen beweisst in einem epochalem Krieg, daß der Hammer in Amerika hängt und dort auch geläutet wird.
        ich sehe eine Mischung aus allem auf uns zukommen.
        Gewinnmitnahme ist unterwegs.
        Sicherheiten einziehen ist via Privatisierungswelle der öffendlichen Ressourcen und vergabe aller Rechte an Grundversorgung, Wissen und kulturellen Gütern bereits in vollem Gange.
        Epochaler Krieg wird in 2013 kommen. Nicht in Asien, dort ist zu viel Porzellan, aber in den Ölländern, da kann man Schulden glatt stellen.
        Änderungen ?
        Die Politik, die öffentliche Meinung, die Kirchen, die Gewerkschaften, die Wissenschaften und der ganz überwiegende Teil der Bevölkerung sind sich einig : hurra und voran.
        Keiner hinterfragt warum gerade jetzt wieder eine Bombe in Bonn liegt oder ein Video auftaucht, dass uns alle bedroht.
        Wir schlucken das wie die twintower, London, Madrid, Guantanamo, die geheimen Gefängnisse in Europa, Gladio, die illegalen Irakkriege, der bescheuerte Afghanistankrieg und viel Dinge die nur Verschwörungsspinner (wie ich) ernst nehmen.
        Man kann das alles sehen und wissen, aber man kann es nicht ändern.
        Wer sich zu weit rauslehnt der geht. Siehe Politikerrücktritte in 2011 und 2012, wo hinterher keiner gewagt hat etwas zu sagen. Die treten ab, verschwinden und halten die Klappe.
        Es ist alles eine show, aber für uns wird es keine gute Aufführung.

      • Holly01 - 21. Dezember 2012

        Ergänzung :
        Das Geld in den Finanzmärkten ist anonymisiert.
        Das wurde erst wegen den Steuern gemacht, dann zur Verschleierung der Menge und heute, weil keiner etwas zurück bekommt.
        Die Banken zahlen nicht aus ….. VAG §89 nur als Beispiel.
        Das System ist auf Schrumpfkuren nicht eingerichtet, denn es ist ein … genau Zinseszinssystem.
        Die Euroländer können nur deshalb weniger Schulden machen, weil Draghi 2 Bill. für 3 Jahre an die Banken gegeben hat und die Mindestreserve auf 1% gesenkt wurde.
        In 2013 wird man einen Grund konstruieren, warum D sich wieder massiv verschulden muss, ich tippe auf die Kapitalisierung der DB.

    • Andres Müller - 21. Dezember 2012

      Herr Hutmann, dazu passt der “Twitter des Tages” den ich auf Lost in EUropa gesehen habe:

      “Investors who took a chance on #Greece‘s debt this year saw 79% returns. #German bunds — 3.7%. Of course, it’s the 1st gain since 2009.

      — Michael McKee (@mckonomy) Dezember 21, 2012″

      Mit dem Zitronensozialismus lassen sich derzeit die grössten Geschäfte machen, man braucht dazu nur Insider-Informationen aus der Politik auszuwerten. Leute welche solche Griechen Bonds gekauft haben werden als Spekulanten bezeichnet, das mag zwar bei einem kleinen Teil von denen stimmen, aber nicht die Grossinvestoren -diese wussten mit Sichherheit ob man die Griechen fallen lässt oder nicht. Die Gewinne gelangen übrigens in Form von Schulden in die Bilanz der Griechen ein, die irgendwann in Zukunft natürlich die Europäische Bevölkerung im Kollektiv übernehmen müssen.

    • Andres Müller - 21. Dezember 2012

      Herr Huthmann, die Bürger haben keine politischen Insiderkenntnisse, so wie Jene welche am Zitronensozialismus profitieren. Nur ein Beispiel wie verschieden Anleger mit solchen Kenntnissen profitieren gegenüber solchen die keine Ahnung haben. Hier dazu der Twitter des Tages, gelesen auf Lost in EUropa:

      “Investors who took a chance on #Greece‘s debt this year saw 79% returns. #German bunds — 3.7%. Of course, it’s the 1st gain since 2009.

      Michael McKee (@mckonomy) Dezember 21, 2012

      Selbstredend dass diese Gewinne in Form von Schulden irgendwann von den sozial schwächsten Menschen abgetragen werden müssen.

  • zykliker - 21. Dezember 2012

    “inflate or die” ist die von Politik & Notenbanken als einziger Ausweg gesehene Möglichkeit, die Bereinigung der seit den letzten 80 Jahren aufgelaufenen “normalen” zyklischen Entwicklungen zu verzögern, wenn schon nicht zu vermeiden, so doch wenigstens abzumildern. Es mag zwar so aussehen, dass in der jetzt doch schon recht hochgezüchteten Dekadenz mehr Realitätsflucht & Verdrängen als klarer Verstand das Handeln bestimmt, aber den Verantwortlichen scheint aus eigener Sicht gar nichts mehr anderes übrig zu bleiben.

    Die Erkenntnis, dass das Hinauszögern des zyklischen Abschwungs nur die Fallhöhe verschlimmert, wurde schon vor ca 30 Jahren verdrängt und durch die neoliberale Gier ersetzt, verbunden mit der Aussicht, das osteuropäische “Reich des Bösen” zu besiegen.

    Wenn schon ein “klitzekleines Rezessiönchen” wie eine schlimme Krankheit mit allen verfügbaren Mitteln der Politik bekämpft werden muß – so wie eine kranke Gesellschaft jeden Schnupfen mit Antibiotika bekämpft und nicht bedenken kann, welche Resistenzen sie damit erzeugt, so ist eine solche Gesellschaft auch unfähig, ein normales zyklisches Auspendeln der Konjunktur auszuhalten. Zumindest hätte auch der 2.Teil von Keynes Rezept, das Sparen im Boom, eingehalten werden müssen.

    In dieser Inflation “hebt die Flut alle Boote,” d.h. alle realen Werte gewinnen gegen den zunehmenden Wertverlust der bedruckten Zettel mit der wachsenden Anzahl an Nullen. Der “normale Bürger,” soweit er sich nicht im Einzelfall von der mainstream-Gehirnwäsche emanzipiert, wird dem ahnungs- und hilflos ausgeliefert sein, wie 1923 oder auch 1948. Die staatliche Rente, die Lebensversicherung, der Riestervertrag, alles wird massiv an realem Wert verlieren, und das kann niemand aufhalten, und man wird auch diesmal wieder Sündenböcke finden (statt der Juden würden sich derzeit die Muslime anbieten)

    Einen wirklichen Paradigmenwechsel kann es nach der Logik des homo politicus erst nach der Katastrophe eines totalen Zusammenbruchs geben. Erst dann sind genug Gehirne bereit, das Neue, längst vorgedachte und schon zigmal vorgekaute, zu verdauen, und erst dann sind diese Gedanken auch mächtig genug, sich gegen das Alte, weil in Trümmern liegend, durchzusetzen.

    Umso wichtiger ist, dass es rechtzeitig Leute gibt, die schon vor der Katastrophe in die neue Richtung voraus weisen; und dabei den Paradigmenwechsel auch tatsächlich vordefinieren und einfordern.

  • Huthmann - 21. Dezember 2012

    Die inflationierten Assetpreise müssen doch runter. Wie bekommen wir das hin, ohne daß die Realwirtschaft zu sehr leidet?

    Kriegt man das hin, indem man die Banken aufspaltet in einen Teil, der für die Realwirtschaft arbeitet und einen Teil der Investmentbankinggeschäft betreiben kann. So war es ja vor nicht langer Zeit. So daß der Investmentbankingbereich schrumpfen kann?

    MfG

    • Andres Müller - 22. Dezember 2012

      Wen meinen Sie mit “Wir” , Herr Huthmann?
      Ich sehe niemanden der die Märkte unter Kontrolle bringen könnte, im weiteren ist mir auch keine Rechenmethode bekannt welche die aufgezäumten Ungleichgewichte wieder normalisieren könnte, ohne Gewalt wie “Schuldenschnitt” und dergleichen anzuwenden. Mich wundert es immer wieder wie selbst Physikerinnen nicht mal mehr einfachste Rechenaufgaben lösen können, zumindest nicht vor der Öffentlichkeit. Vor den Wählern übt man sich lieber mit absurden Seitenhieben auf die sozial Schwächsten, so als liege der Schlüssel zum Wohlstand in den Taschen eines Bettlers.

    • zykliker - 22. Dezember 2012

      “Die inflationierten Assetpreise müssen doch runter.”

      Nein, müssen sie nicht. Wenn die assets real wirklich werthaltig sind (Rohstoffe, Edelmetalle, Aktien von Firmen mit ausreichender Marktmacht), dann gleicht ihr nominaler Preisanstieg nur den Wertverlust der aufgeblähten Geldmenge aus; oder anders herum: die bunt bedruckten Zettel mit den vielen Nullen drauf verlieren im Ausmaß ihrer Vermehrung an Wert gegenüber allen real werthaltigen assets. Auf solche assets sind dann auch keine Abschreibungen nötig.

      Andere “assets” wie z.B. subprime-”Giftmüll” müssen im Lauf der kommenden Jahrzehnte von den eigentlich bankrotten Banken “existenzschonend” abgeschrieben werden; zu diesem Zweck dürfen sie relativ risikoarm mit den steigenden real-assets spekulieren, und sie dürfen die Mutter aller carry trades – ebenfalls risikoarm betreiben: Verschulden bei der Notenbank zu 0 – 1%, Investition in höher verzinsliche Staatsanleihen. Dass die Banken mit diesen Strategien keine neuen Reichtümer anhäufen, sondern nur still und leise die Abschreibungen auf ihren in den Bilanzen immer noch masslos überhöht angesetzten Giftmüll finanzieren, kann an der Entwicklung ihrer Aktienkurse seit 2007 abgelesen werden.

      Der “Normalbürger” verliert aber trotzdem: Die Inflation ist gewollte Strategie zur realen Relativierung aller Schulden (Firmen/Banken/Staaten); der reale Wertverlust tritt bei allen nicht mit Substanz unterlegten Finanzassets ein: Anleihen, andere Schuldverhältnisse, Sparguthaben, Lebensversicherungen, Renten, Arbeitseinkommen, Zinseinkommen (negative Realzinsen, im Zeitablauf negative Reallohn-Entwicklung, realer Kaufkraftverlust aller Renten.

      Darüber hinaus ist der (z.T. nur gefühlte und somit illusionäre) “Reichtumseffekt” aus den nominellen Wertsteigerungen von Politik & Notenbanken gewollt, weil dies die Konjunktur der Realwirtschaft am Laufen hält, den eigentlich anstehenden depressiven Zusammenbruch also aufhält oder wenigstens abmildert.

    • zykliker - 22. Dezember 2012

      Ergänzung: Eine erneute Aufspaltung der Banken wird es zumindest so lange nicht geben, wie die Bilanzen nicht ohne Gesichtsverlust wirklich offen gelegt werden können. Erst dann könnten die Bilanzen sauber aufgespalten werden, was ja Grundlage einer Firmenaufspaltung wäre.

  • zykliker - 21. Dezember 2012

    “Die inflationierten Assetpreise müssen doch runter.”

    Wieso denn? Die Inflation ist doch der wichtigste Teil der “Rettungs”-Strategie!
    Wenn denn schon die reinen Lebenshaltungskosten zunächst renitent sind und nicht stark genug steigen wollen (und somit keine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen können), dann sollen – immer aus Sicht von Politik & Notenbanken – wenigstens die Assetpreise steigen. Gewünschte Effekte:

    Die (gefühlten, und tlw. illusionären) Reichtums-Effekte sollen die Realwirtschaft am laufen halten

    Die Zombibanken können durch die riskoarme Spekulation nach und nach ihre Billionen-Verluste aus den Jahren 2008/09 (Immobiliencrash/CDS-Desaster..) kompensieren und so den wertlosen Müll in ihren Bilanzen allmählich ordnungsgemäß abschreiben, ohne offiziell bankrott zu gehen.

    Weitere Billionenverluste durch den Ausfall einzelner Zombibanken werden vermieden (Stichwort: Derivate-Pyramide)

    Durch die Hintertür (steigende Rohstoffpreise) bekommen endlich auch die Lebenshaltungskosten einen Schub nach oben

    Durch die somit endlich angeschobene Inflation relativieren sich alle Schulden ( von Staaten und Banken) in der realen Betrachtung.

    Das ganze wird unter dem Stichwort “financial repression” ganz offen erörtert. Die Leidtragenden sind alle Finanzwerte-Anleger (Anleihen, Sparer, Lebensversicherte, Riestersparer – Aktien haben zumindest tlw. Sachwert-Charakter und profitieren eher von der Inflation )und alle Festeinkommens-Bezieher (Rentner, Rentiers wegen negativer Realzinsen, aber auch abhängig Beschäftigte wegen der sinkenden Reallöhne)

    Eine Auspaltung der Banken würde erfordern, dass die Bilanzen auseinander genommen werden, und das wird so lange nicht erfolgen, wie die Offenlegung der Bilanzansätze und der dahinter stehenden tatsächlichen Werte (die im Gegensatz zum Bilanzansatz in viel zu großem Umfang eher gegen Null tendieren dürften) schamhaft vermieden werden muß (aus Sicht der Zombibanken).

    • zykliker - 22. Dezember 2012

      diesen Kommentar glaubte ich verloren, deshalb die Versuche von heute oberhalb

      • SLE - 22. Dezember 2012

        Es kommt immer wieder mal vor, dass einzelne Kommentare – speziell, wenn es sich um längere handelt – automatisch in den Spam-Ordner einsortiert werden. Wir prüfen den Ordner immer, aber natürlich kann es deswegen zu einer verzögerten Freischaltung kommen. Sorry.

        Grüße
        SLE

      • Huthmann - 23. Dezember 2012

        Vielen Dank für Ihre interessanten Bemerkungen zum momentan nicht unwahrscheinlichen Scenario der finanziellen Repression.

        Allerdings werde ich dabei auch noch den letzten Rest an Vertrauen in die Makroökonomen, Zentralbanken, Regierungen, etc. also den ganzen “verquickten” Klügel verlieren.

        Jetzt haben wir erst mühsam gegen das ökonomische Establishment herausgefunden, daß das “verschwiegene” Nettokreditwachstum eine der maßgeblichen Ursachen der Finanzkrise gewesen ist. Also nichts anderes als Falschmünzerei wie im Mittelalter.

        Und nun machen wir aus der Falschmünzerei eine Tugend.

        MFG

  • Holly01 - 22. Dezember 2012

    Nur noch einmal (wieder einmal) die groben Größenordnungen. Querschuesse kann das sehr viel besser, aber als Gedankenstütze :
    Die Zinsen pro Jahr im Finanzmarkt sind etwa so hoch wie der Volumen des gesamten Warenhandels weltweit, dazu kommen die Zinseszinsen, welche nach 30 Jahren sicher genau so hoch sind.
    Die USA sind nach Abzug von Weltwährungsvorteil (etwa +1% BIP Wachstum pro Jahr) und Militärbereich/Sicherheitsbereich, sowie abgerechnet die internationalen Institutionen in den USA eine Wirtschaftsmacht, welche in der realen Wirtschaft irgendwo zwischen Frankreich und Deutschland liegt. Die Produktivität ist lächerlich, die Produktion veraltet und die Infrastruktur marode.
    Das liegt nicht an faulen Arbeitern oder dummen Managern, das ist die logische Folge des Finanzmarktes und das Objekt zur Verifizierung der Aussage benenne ich mit GB.
    Der Dollar ist weltweit so oft vorhanden, daß man die Welt in Dollar mehr als einmal kaufen könnte.
    Die weltweiten Devisenspekulationen zur Dollarstützung liegen (mein letzter Kenntnisstand ist 3 Jahre alt) bei über 2 Billionen Dollar pro Tag.
    Das System zu heilen hieße die USA als das auszurufen was die schon seit 1971 sind, bankrott.
    Bei 1971 ist auch die beste Referenz. Wir haben wieder eine Situation, in der man den Goldstandart aufgeben müßte, aber dummer weise hat man das bereits getan.
    In unserem Geldsystem ist ein zwingend :
    Jedes Guthaben hat ein Äquivalent aus Schulden. Jeder haftet mit seinem Guthaben für das system und seine Schulden. Jedes Guthaben, jede Sicherheit, jede Erwartung auf Geld hat einen Gegenwert.
    Dummer weise hat der Geldmarkt die realen Sicherheiten um das 8-10 fache an Wert hinter sich gelassen.
    Was man bräuchte wäre also ein kalter Schnitt.
    Man könnte die Laufzeit aller Verträge per Gesetz auf 30 Monate begrenzen. Die Verzinsung über 30 Monate hinaus isat verboten. Kettenverträge sind verboten. Vordatierung ist verboten, es sei denn der Gesamtablauf der dem vertrag zu Grunde liegt ist kürzer als 30 Monate.
    Keine Ausnahmen, auch keine Pachtverträge oder Versicherungen, nach 30 Monaten endet jeder Vertrag auf Privatrecht.
    Ziinsen müssen per Gesetz ausgezahlt werden und dürfen nicht in den gleichen Vertrag zurück fließen.
    Es wäre verboten Absprachen zu treffen, welche eine Neuauflage des vertrags in Aussicht stellen oder Erwartungen festschreibt.
    Zinsen werden an die Inflation gebunden und sind -immer- mindestens 1,5% höher. Die Inflation und die Statistik für Beschäftigung, Einkommen usw wird in eine Politik unabhängige Stiftung ausgelagert.
    Sparguthaben und Sichteinlagen sind nicht mehr Nutzrechten unterworfen (wir benutzen Geld, aber es gehört uns nicht), sondern es wird zu Besitz, welcher jeder Zeit gegen Staatswechsel (Anleihen) eingetauscht werden können und zwar Abschlagsfrei und ohne Nachweis.
    Sicherheiten für Giralgeld werden bei der Notenbank gesammelt. Die Banken verlieren als reine Vermittler des Transfers alle Rechte an diesen Sicherheiten.
    .
    Das wären meine 5 cent dazu.

  • Holly01 - 22. Dezember 2012

    Banken sind nicht böse und ich kenne sehr hilfsbereite, nette und sorgfältig auf das Gemeinwohl bedachte Bankangestellte.
    Das System wurde pervertiert. Der einzige Vergleich der mir einfällt ist die Euthanasie, welche das Gesundheitswesen in ähnlicher weise kormpromitiert hat !.
    Banken dürften die wichtigsten Einrichtungen einer modernen Gesellschaft sein.
    Es ist nur so, daß es zu keiner Zeit jemals irgendein Geldsystem gegeben hat welches funktioniert hat.

    • Traumschau - 22. Dezember 2012

      Hallo Holly01,
      die Bankangestellten können nun wahrlich nichts dafür – die sind genauso ahnungslos und im Hamsterrrad gefangen wie der größte Teil der Republik … Denen mache ich keinen Vorwurf.
      Neben der enormen Geldschöpfung in Kombination mit unserem Zinssystem (die Zinsen können ganz offensichtlich nicht mehr erwirtschaftet werden) ist wohl auch ein weiteres krisenverschärfendes Element die kriminelle Energie eines Teils der Finanzbranche. Die Skandale der letzten Zeit sprechen eine deutliche Sprache, angefangen mit dem “perfekten Verbrechen” der Subprimekrise in den USA.
      Es gibt eine ganze Reihe von Ökonomen, die das “Goldene Mittelalter” als die Ära bezeichnen, in der er es sehr wohl ein funktionierendes Geldsystem gab – mit Umlaufsicherung (Geldmünzen waren nur ein Jahr gültig und mussten gegen neue umgetauscht werden).
      Es gibt dazu einen Vortrag von Dr. Berger den ich sehr interessant finde. Ich selbst habe das aber noch nicht recherchiert oder überprüft:
      http://www.youtube.com/watch?v=1Ks_CAbL4ro
      Was meinen Sie?
      Bend Senf hat einen Vortrag über Dollar, Eurokrise und Weltfinanzsystem gehalten, in welchem er u.a. die Funktionsweise des Bretton Woods Abkommens genau analysiert. Da gehen einem die Augen auf:
      http://www.youtube.com/watch?v=rAmBJj9RbwU

      Im Grunde geht es darum, wer die Macht hat, Geld zu schöpfen. Oder wie B. Senf das ausdrückt:
      “Geld regiert die Welt – aber wer regiert das Geld?”
      Liebe Grüße
      Traumschau

      • Holly01 - 22. Dezember 2012

        Danke für die beiden Links, ich habe die gespeichert.
        Eine Antwort würde die Geduld und die Möglichkeiten eines Blogs (selbst dieses guten Blogs) sprengen.
        Kurz angerissen :
        Für den Link zu Dr.Dr.Berger.
        Fließendes Geld funktioniert nicht, weil das Wachstum abgeschöpft wird und damit die
        Innovation unmöglich wird.

        Die Menge der Münzen ist nicht festgelegt.
        Die Blasenbildung in Immobilien und Institutionen (Kirche) wird beschrieben.
        Der Schutz der (Münz-) Nutzer ist nicht vorhanden.

        Es ist aber eine bessere Basis als unser Zinseszinssystem.
        Würde man die Zinseszinsen verbieten und nur Grundkapital verzinsen, bzw. Zeitwert der
        Kredite verzinsen, dann wäre die Dynamik eine andere, aber die Gesamtsituation ist keine
        andere.
        .
        Wenn ein Bauer ein Feld anlegt und dieses beackert, so ist der Ertag 1.
        Im 2. Jahr besteht das Feld bereits und das Saatgut aus dem Vorjahr ist vorhanden, es
        gibt also mehr.
        Im 3. Jahr ist es wie im 2. aber man hat Dünger aus dem Kompost dazugewonnen.
        im 100. Jahr ist es wie in den 40 vorher, nur vom Wetter, Gesundheit und Arbeitslust
        unterworfen.
        Die 3 Felderwirtschaft war auch stabil und ökologisch, aber daraus wären keine Autos
        enstanden.

        Wachstum ist in jeder handwerklichen und industriellen Tätigkeit vorgesehen und
        erwünscht, denn sonst wäre die Tätigkeit nicht belegt, keiner würde sie ausführen.
        “Das Handwerk muss den Menschen nähren” bedeutet “Wachstum”, denn was der eine
        an Arbeit hineinsteckt will er vom anderen an Versorgung wieder haben.
        .
        Selbst Nullzinsen produzieren einen Faktor aus Verwaltungskosten. Ohne Wachstum
        prodizieren diese Verwaltungskosten ebenfalls (da sie sich auf das Nominalganze
        beziehen) eine negative Exponentialfunktion.
        Wohlstand für Menschen aus armen Verhälnissen kann nicht erwirtschaftet werden, was
        bedeutet “arme und ungebildete Eltern produzieren arme und ungebildete Kinder”, was
        einen unglaublichen Verlust an intellektuellen Kapazitäten bedeutet.
        .
        Geld ist Menschen gemacht, Wert ist von Menschen definiert, damit kann es weder ein
        lückenloses noch fehlerfreies Geldsystem geben.
        Man müßte also ein fehlerhaftes Systemm definieren und die Fehler durch Brüche
        beheben ohne die Inovation und die gesellschaftliche Membranfähigkeit für Fall und
        Aufstieg und das ist schlicht unmöglich.
        Nicht das es an Versuchen gemangelt hätte ……
        .
        Zu Hr. Senf :
        Sehr gut aufgearbeitet.

        Wenn wir Glück haben, dann kann man den Dollar in seiner Blase fangen.
        Ohne Zufluß und bei Umstellung auf Dollar losen Handel implodiert das System binnen Minuten.
        Das würde bedeuten, der Dollar wird komplett entwertet, da Geldmenge und Werthaltigkeit in keinerlei Verhältniss stehen.
        Die USA könnten nur in Fremdwährungen oder in Gold handeln. Das bedeutet Währungsschnitt in den USA.
        Die Folgen für die Vermögensblase weltweit mag sich jeder selbst ausmalen, ich schätze man muss 95-98% aller bargeldvermögen abschreiben.

        • Traumschau - 22. Dezember 2012

          Hallo,
          vielen Dank für die Rückmeldung!
          Ich muss aber gestehen, dass ich Ihren Ausführungen zum Geldsystem (Berger) nicht folgen kann …

          • Holly01 - 22. Dezember 2012

            Das ist nicht so schlimm. So verkürzt ist das auch kaum deutlich zu machen und schon garnicht zu verstehen.
            Entschuldigung.

          • Holly01 - 22. Dezember 2012

            Immer dasselbse, man darf sich nicht unterkriegen lassen bei der Posse :
            http://www.youtube.com/watch?v=nqV2ExucNbA

  • Holly01 - 22. Dezember 2012

    Kommentarlos :
    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38255/1.html

  • Traumschau - 22. Dezember 2012

    @holly01
    Sehr geiler Song … Vielen Dank!

  • Holly01 - 23. Dezember 2012

    Ok, es ist nicht mehrheitsfähig, aber ich denke es gibt innerhalb des derzeitigen Systems
    nur eine echte Heilung.

    Man muss das Giralgeld flächendeckend löschen.
    Also wie schon einmal geschrieben :
    Die EZB verlängert ihre Bilanz um die Summe der Staatschulden oberhalb 60%.
    Ich nenne willkürlich 10 Bill., damit man etwas in der Hand hat.
    Also :

    EZB Aktiv : 10 Bill. EZB Passiv : -10 Bill.

    Kauf der Staatsanleihen über die Banken. In diesem Fall aber zum Nominalwert.

    EZB Aktiv : 10 Bill. in Staatsanleihen EZB Passiv : -10 Bill.

    Bilanzverkürzung der EZB um die beiden Posten.

    Effekt : Die Banken sind saniert, die Schulden sind da wo sie herkamen. Im Nichts.
    Die 10 Bill. werden von der EZB abgeschöpft, indem die Mindestreserve auf kurzfristige
    50% angehoben wird.
    Der Geldumlauf würde also nicht erhöht.
    Die nominalen Guthaben werden ebenfalls nicht angetastet.
    Die Banken sind saniert.
    Die EU-Staaten sind auf einen vernünftigen Verschuldungswert gesenkt.

    Das einzige was fehlt ist das Geld für die Zinsen. Das müßte natürlich ebenfalls von der

    EZB geschöpft werden.

    Gleiches System des Büchertausches.

    Die Amis machen das, die Briten machen das, die Japaner machen das und Europa wird

    auch nicht darum herumkommen.

    Man wird natürlich die Frage stellen, wie man das Giralgeld begrenzt, um den Abfluß in

    die “Finanzmärkte” zu verhindern.
    Das dürfte am einfachsten gehen, indem man den Banken das Recht zur Geldschöpfung

    abnimmt.
    Die EZB muss das Geld das sie schöpft über die Mindestreserve wieder abschöpfen.
    Die Sicherheiten dürfen natürlich nicht mehr gehandelt werden.
    Die Bank, welche schöpfen läßt (über die EZB), die hält die Sicherheit, bis getilgt ist.

    Jemand eine bessere Idee ?

    (ach so, schade für die CoL und die WS, vielleicht beim nächsten Mal)

  • klaus - 23. Dezember 2012

    Schäuble will englisches Geld für die EU oder den Austritt.

    Es hat aber keiner die Absicht zu erpressen per Referendum.

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/9763513/Germany-wants-Britain-in-the-EU-says-Wolfgang-Schauble.html

    Gleichzeitig errinnert er die kommende italienische Regierung
    daran den eingeschlagenen Weg einzuhalten.
    Nicht wie die pösen Franzosen.

    Und dann geht es 2014 wie Junker sagte.
    Wir wissen wie wir Europa retten, aber dann werden wir nicht mehr gewählt.
    Tja, dann kommt Schäuble halt 2014 mit der Peitsche für das
    Sozial und Gesundheitswesen, Private Vorsorge für Pflege und Rente.

    Und der halbe Mehrwertsteuersatz wird dann zu 19 Prozent.
    Natürlich nur für Essen und Trinken.

    Für Tiernahrung und anderen Unfug nicht.
    Das wäre zuerst zu vermuten.

    Gut das Grün/Rot jetzt schon meutert.
    Mal sehen, ob das in die Koalitionsverhandlungen nach
    der Bundestagswahl reicht.

    Grüße klaus

  • Stefan Wehmeier - 26. Dezember 2012

    Über die Bäume des Paradieses

    “Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
    Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen.”

    Diese wundervolle Poesie ist nicht in der Bibel zu lesen; sie wurde erst 1945 als Bestandteil der “Schriften von Nag Hammadi” (wieder-)gefunden, die im Nachhinein betrachtet als der wertvollste archäologische Fund aller Zeiten anzusehen sind, denn sie beinhalten mit dem Philippusevangelium das vergessene Wissen der Urchristen (Gnostiker = Wissende) und mit dem Thomas-Evangelium die wahre und ebenso vergessene Erkenntnis des Jesus von Nazareth – und damit den Schlüssel zur Überwindung der Erbsünde und der Verwirklichung des “Himmels auf Erden”! Doch beschäftigen wir uns zunächst mit den “Bäumen des Paradieses”, die in der Genesis nicht näher beschrieben sind. “Apfelbäumchen” sind es nicht, aber auch die Zypresse (immergrüner Nadelbaum) und der Feigenbaum (Laubbaum, der seine Blätter im Winter abwirft) sind wiederum nur Symbole für etwas sehr viel Grundlegenderes. Wörtlich übersetzt aus dem Althebräischen heißt der Baum des (ewigen) Lebens “Baum, der Frucht ist und Frucht macht”. Es gibt keinen Baum in der Natur, der gleichzeitig “Frucht ist und Frucht macht”, aber der Geldkreislauf in einer Volkswirtschaft ist der Gewinn und macht wieder Gewinn! Der Baum der Erkenntnis ist eigentlich der “Baum, der Frucht macht”. Das machen zwar viele Bäume in der Natur, aber von der Hypothese, dass es sich bei den “Pflanzen” in der Genesis um natürliche Gewächse handelt, können wir uns jetzt verabschieden. Der Baum der Erkenntnis (von Gut und Böse) ist der Zinsgeldverleih und seine “Frucht” ist der Zins, genauer: der Urzins (Silvio Gesell, 1916) bzw. die Liquiditäts(verzichts)prämie (John Maynard Keynes, 1935)!

    Ab jetzt lassen sich alle anderen Bilder und Metaphern der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis_11,9), die nicht zum Zweck des Moralverkaufs gegenständlich-naiv uminterpretiert wurde, stringent und lückenlos erklären:

    http://www.juengstes-gericht.net

    • Holly01 - 27. Dezember 2012

      Das Gott war also Banker …… wie erfrischend.

      • zykliker - 27. Dezember 2012

        nein, als Gott die Banker erschuf, da übte sie nur…

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