Mais-Preis startet durch

von am 1. April 2011 in Allgemein

Die US-Arbeitsmarktdaten verschafften einen weiteren Tag einer unglaublichen Liquiditätshausse. Schön im Gleichklang stiegen ein weiteres Mal Aktien, Öl und die meisten Rohstoffe an. Den höchsten Anstieg vollzog dabei der Mais-Future, um +5,7% zum Vortag ging es aufwärts, auf 732,5 Cent je Scheffel Mais. Bereits gestern berichtete das U.S. Department of Agriculture (USDA), dass die US-Lagerbestände bei Mais zum Ende des 1. Quartals 2011 um -15% auf 6,523 Milliarden Scheffel zum Vorjahresquartal gefallen waren und den tiefsten Stand eines 1. Quartals seit vier Jahren markierten.

Die Entwicklung des Mais Future seit Januar 2000 in US-Cent im Dailychart. Der Future (Endloskontrakt) schloss heute bei 7,325 Dollar je Scheffel (1 Scheffel=25,4 kg).

Interessant, auch der Mais-Future war im Gleichklang mit den Aktienmärkten in Folge des Reaktorunglücks in Fukushima um -8% gefallen, auf 6,175 Dollar je Scheffel. Seit dem 17.03.2011, nahezu zeitgleich mit dem Dow Jones, zog auch der Mais-Future an und kennt seitdem kein Halten mehr. Er stieg bis heute um satte +18,6% auf 7,325 Dollar. Ein Anstieg von 18,6% in zwei Wochen beim Preis für Mais ist wohl kaum auf Angebot und Nachfrage zurückzuführen. Zwar sind die US-Lagerbestände beim Mais im Vergleich zum Vorjahresquartal gesunken, aber von einem wirklich Besorgnis erregenden Niveau kann keine Rede sein wie die Daten der USDA zeigen:

Die Entwicklung der US-Lagerbestände beim Mais, jeweils im ersten Quartal, in Mrd. Scheffel seit 2000. Ob nun das aktuelle Niveau des Lagerbestandes beim Mais in den USA diese Explosion beim Preis auf dem Weltmarkt rechtfertigt, darf mehr als bezweifelt werden.

Angetrieben durch die Liquidität, als Folge historisch niedriger Zinsen und Quantitative Easing ziehen diverse Rohstoffe im Preis rabiat an, eine herausragende Stellung bezieht dabei der Ölpreis, der auch auf die anderen Rohstoffe zurückkoppelt, so auch über die Ethanol-Produktion auf Mais!

Der Brent Oil Future im Dailychart seit Januar 1985. Heute schloss der Future bei 119,13 Dollar je Barrel! Das Master Domino Öl als dominierender Preistreiber in der Rückkoppelung auf andere Rohstoffe.

Je weiter der Ölpreis steigt, umso größer wird auch die Motivation steigen, Getreide zu Biokraftstoffen zu verarbeiten und damit dem Nahrungsmittelangebot zu entziehen, eine bedrückende Korrelation und ein Faktum dem Einhalt geboten werden muss!

Die Entwicklung des US-Aktienleitindex Dow Jones seit Januar 1980 im Dailychart. Heute stieg der Dow Jones um +0,5% auf 12’377 Indexpunkte und er hat den Einbruch nach Fukushima bereits komplett ausgemerzt. Der Dow Jones Industrial Average Index wies trotz Fukushima, Libyen und den anderen globalen Unsicherheiten mit +6,4% im 1. Quartal 2011, den höchsten Anstieg in einem  ersten Quartal seit 1999 aus!

Diese Liquiditätshausse quer über diverse Anlageklassen wird selbst den ersten FED-Mitgliedern unheimlich bzw. diese erkennen die immensen Gefahren, welche diese Preissteigerungen auf ein nachhaltiges Wirtschaftwachstum auslösen können. Der Präsident der Fed of Kansas City, Thomas Hoenig, wies in einer Rede daraufhin, dass die laxe Geldpolitik für den starken Anstieg der Rohstoffpreise verantwortlich ist. Er forderte eine schnelle Anhebung der Leitzinsen auf 1% und ein Abbau der FED-Bilanzsumme! Auch der FED-Chef von St. Louis, James Bullard, forderte ein vorzeitiges Ende von QE2!

Hoenigs Rede vor der London School of Economics ist als PDF: Monetary Policy and Shifting Economic Risks verfügbar. Seine zentrale Aussage: “Wenn die derzeitige Geldpolitik bestehen bleibt, stimulieren wir sicher das Wachstum der Vermögenswerte und die Inflation. Dies kann vorübergehend das BIP und die Beschäftigung erhöhen, aber auf lange Sicht besteht die Gefahr von Instabilität.” Hoenig argumentiert auch: “Die Beziehung zwischen negativen Realzinsen und hohe Inflation ist unverkennbar”, genau wie hier im Querschuss Gefahr im Verzug!, mit den Auswirkungen von negativen Realzinsen auf die Preise bei Rohstoffen und definiert seine Real Policy Rate identisch mit Leitzins der Notenbank minus dem CPI (Consumer Price Index). Die Daten und der Markt sprechen ja auch eine klare Sprache, die kaum noch zu ignorieren sind!

Die liquiditäts- und spekulationsgetriebenen Preissteigerungen bei Öl und anderen Rohstoffen, sind mittlerweile so stark, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie das Wachstum abwürgen signifikant gestiegen ist!

Quellen Daten: PDF USDA Lagerbestände Q1 2011, PDF Kansascityfed.org/publicat/speeches/Hoenig-LondonSchoolofEconomics

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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