Nun läuten auch die Experten

von am 24. März 2012 in Allgemein

Der europäische Automarkt steuert in die größte Krise seit Mitte der 1990er Jahre, so das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres seien 164’000 Fahrzeuge weniger verkauft worden als im Vorjahr. Das Minus habe im Februar bei neun Prozent gelegen (-9,7% zum Vorjahresmonat in der EU27). “In den nächsten Monaten muss mit weiter sinkenden Verkäufen in Europa gerechnet werden. 2012 wird das schlechteste Jahr in Europa seit 18 Jahren”, meint der Chef von CAR, Ferdinand Dudenhöffer. Auch bei CAR scheint mit einem Delay von etlichen Monaten die Realität angekommen zu sein. Man muss nicht groß rätseln, wo die höchsten Einbrüche zu verzeichnen sind, in den von der Schuldenkrise und den Austeritätsmaßnahmen geplagten Ländern. Zuletzt im Februar 2012 sanken die PKW-Neuzulassungen in Portugal um -48,4%, in Irland um -8,6%, in Italien um -18,9%, in Griechenland um -45,2% und in Spanien um -2,1%, jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat!

Kumuliert stellen sich die monatlichen PKW-Neuzulassungen in den PIIGS-Staaten so dar:

Die Entwicklung der PKW-Neuzulassungen in den PIIGS-Staaten jeweils im Februar, seit Februar 1990 im Chart. Im Februar 2012 wurden die niedrigsten PKW-Neuzulassungen in einem Februar seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1990 registriert. Schlappe 217’641 PKWs wurden im Februar 2012 in den PIIGS zugelassen, -16,4% zum Vorjahresmonat und -50,7% zum Hoch im Februar 2000 mit 441’246 neu zugelassenen PKWs. Von Februar 2000 bis Februar 2012 gingen -223’605 neu zugelassene PKWs abhanden. Erweitert man die PIIGS noch um Frankreich waren es sogar -242’094 weniger PKWs.

Die “Wohlstand” bringende gemeinsame Währung schlägt voll durch, selbst 1990 wurden deutlich mehr PKWs neu zugelassen:

Die Entwicklung der monatlichen kumulierten PKW-Neuzulassungen aus Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien seit Januar 1990 bis Februar 2012 im Chart. Im Februar 2012 lagen die Neuzulassungen von PKWs mit 217’641 um -57,5% unter dem Allzeithoch mit 511’636 neu zugelassenen PKWs aus März 2007 und um -34,1% unter dem langfristigen monatlichen Durchschnitt seit Januar 1990 bis Dezember 2007.

Erweitert man die kumulierten Daten der PIIGS um Frankreich, dann lag das Allzeithoch im Juli 1999 bei 754’650 neu zugelassenen PKWs. Im Februar 2012 waren es kumuliert 380’704 und damit  um -373’946 Neuzulassungen weniger! Eine Hammertalfahrt und sehr wahrscheinlich noch nicht das Ende.

Reloaded: Portugal: PKW-Neuzulassungen im Februar mit neuem Allzeittief, Italien: PKW-Neuzulassungen im Februar mit -18,9% zum Vorjahresmonat, Griechenland: PKW-Neuzulassungen im Februar mit -45,2%, Sehr schwache spanische PKW-Neuzulassungen, Frankreich: PKW-Neuzulassungen mit -20,2% im Februar zum Vorjahresmonat

Quelle Daten: Acea.be/Statistics, N-tv.de/Experten läuten Alarmglocke

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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38 KommentareKommentieren

  • Johannes - 25. März 2012

    Dazu eine kleine Geschichte, die sich bei mir letzte Woche ereignete:

    Ich fahre eine etwa 10 Jahre alte C-Klasse (Diesel). Das Fahrzeug habe ich, als das Auto 2 Jahre alt war, gebraucht erworben, also nicht beim örtlichen Händler (richtiger: DB-Niederlassung). Der Wagen war aber in der Niederlassung schon zur Reparatur. Deshalb bin ich dort als “Kunde” gelistet und ich erhalte regelmäßig sehr hoch glänzende Prospekte und anderes Werbematerial, das ich meist unbesehen in den Papierkorb werfe.

    Letzten Mittwoch erhielt ich einen Anruf im Büro (ich habe bei Daimler meine Büroadresse hinterlegt, weil ich dort tagsüber erreichbar bin). Eine junge Dame meinte, man habe mir doch vor ein paar Tagen einen Gutschein für eine Probefahrt zukommen lassen und ich hätte mich noch gar nicht gemeldet (ob ich so einen “Gutschein” tatsächlich bekam, weiß ich nicht einmal, ich werf das Zeug ja immer ungelesen weg).

    Auf die Schnelle fiel mir ein, daß ich täglich an einem riesigen Werbeplakat für die neue A-Klasse vorbei fahre. Dort steht in großen Lettern, daß das Auto ab September 2012 verkauft werde.

    Zu der jungen Dame am Telefon meinte ich also, daß ich auf die neue A-Klasse warten würde.

    Nicht einmal eine Stunde später (ich war gerade außer Haus) erschien – nach Erzählung der Sekretärin – ein im Anzug gekleideter Herr um einen großen Umschlag für mich abzugeben: Hochglanzprospekte für die neue A-Klasse. Verkaufsstart im September!

    Der Verkäufer persönlich hatte den Umschlag abgegeben.

  • Egon - 25. März 2012

    Sicherlich entspricht dies der Tatsache … Ich selbst arbeite bei einem großen Automobilkonzern … Es ist abzusehen nach Abwrackprämie und allen Sonderrabatten dass eine große Delle folgen wird. Aber ein Herr Dudenhöffer geht mir gewaltig seit Jahren auf den Senkel. Hat er nicht 2009 schon posaunt dass der Markt kollabieren wird und die Märkte satt sind. Stattdessen haben die Konzerne große Zuwächse erlebt. Dieser selbsternannte Experte lag schon häufig daneben auch was Volkswagen betrifft – daher bitte ich euch so einen Schwafler nicht mehr zu zitieren

    Auch ein blindes Huhn trifft mal einen Korn man muss es nur lang genug wiederholen …

    • ralf - 25. März 2012

      genau, hat der gute herr dudenhöffer. da hat er voll daneben gegriffen. diesmal scheint er schon recht zu haben, da selbst in den schwellenländer der absatz fällt.

  • Habnix - 25. März 2012

    Der Anfang vom großen Crash.Es wäre besser gewesen wir hätten Gewerkschaften und dadurch keine Lohnzurückhaltung geübt aber nein stattdessen fahre ich mit einer Alten Gurke rum.

    Das von den Lobbyisten gekaufte Gesindel kann man ja nicht Gewerkschaft nennen.

    Dumm gelaufen.

  • ö.ä. - 25. März 2012

    Wie hoch ist denn der Anteil des Exportes von Autos am gesamten Export?

    • SLE - 25. März 2012

      Hallo ö.ä.,

      die aktuellesten Zahlen habe ich nicht, aber in Deutschland hatten die Exporte einen Anteil von 46 Prozent an der Wirtschaftsleistung und die Autoindustrie (inkl. Zulieferer) hatte am Exportüberschuss einen Anteil von etwa zwei Dritteln.

      siehe dazu: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/exportueberschuesse-der-deutsche-exportueberschuss-gehoert-der-autoindustrie;2738942

      Das heißt, wenn die Exporte der deutschen Automobilindustrie einbrechen, sieht es für die deutsche Wirtschaft ganz rasch sehr übel aus. Ich glaube nicht, dass die meisten deutschen Bürger das realisieren oder im Hinterkopf haben.

      Es kommt aber noch etwas hinzu: Wenn in immer mehr EU-Schuldenstaaten die Löhne massiv gekürzt werden – wie zuletzt auch in Slowenien angekündigt – werden die deutschen Unternehmen über kurz oder lang gerade aufgrund der einbrechenden Exporte Druck auf die Löhne auszuüben beginnen. Je nachdem wie sehr und wie rasch sich die Lage auf den Weltmärkten für die deutsche Wirtschaft verschlechtert, kann das auch auf Lohnkürzungen bei uns hinauslaufen! Angesichts der Lohneinschnitte bei immer mehr Nachbarn rundherum ist es desewegn nur noch eine Frage der Zeit, dass dieses Thema bei uns aufs Tapet gebracht wird!

      Gruß
      SLE

      • ralf - 25. März 2012

        hallo,
        bin da vollkommen deiner meinung. man stelle sich nur folgendes dar….der arbeiter von vw erhält ein jahresgehalt von 40 000euro, der eigentliche käufer des wagens kommt auf 15 000euro im jahr….mir ein rätsel, wie solch ein ungleichgewicht funktionieren soll………

        • TvF - 26. März 2012

          Ganz einfach: Der Arbeiter stellt mehrere Autos pro Jahr her, der Käufer kauft nur alle paar Jahre ein Auto.

      • ö.ä. - 25. März 2012

        Hallo SLE,
        vielen Dank für die Antwort. Ich habe nur absolute Zahlen gefunden, aber die sagen ja nicht viel aus.

        Zu den Lohnkürzungen:
        Haben die nicht schon längst eingesetzt? Stichwort Zeitarbeit, Kurzzeitarbeit.

    • Canpichurri - 25. März 2012

      Das kommt ganz auf das Land an … Portugal hat 97% Exportanteil, Spanien ungefähr 80-85%, und Deutschland deutlich unter 50%.
      Bricht der Automarkt ein, wird es besonders SPI (Spanien-Portugal-Italien) treffen. Hier wird ein nicht unerhablicher Anteil des BIP im Automobilsektor erzeugt. Also keine gute Nachrichten für die Südschiene und ein weiterer Sargnagel für das bestehende System.

      • ö.ä. - 25. März 2012

        Auch Ihnen vielen Dank,

        es zeichnen sich immer dramatischere Entwicklungen ab, da kann man nur gespannt sein, was dann tatsächlich der Tropfen sein wird, der das Fass zum Überlaufen bringt. Es sei denn natürlich, es zaubert noch irgendwer ein weißes Kaninchen aus dem Hut.

  • Georg Trappe: - 25. März 2012

    Tja die Schnellmerker und Experten. Wuerden sie was von dynamischen System verstehen und sich nicht in statischen Gleichgewichtstheorien verirren, dann wuessten sie welches Spannungsfeld jetzt entsteht. Massive Kapitalzufluesse aus den gebeutelten Staaten treiben die Preise fuer Aktien und Immobilien in Deutschland. Aber warum ist das Kapital geflohen? Und was folgt ihm nach? Richtig! Der Kollaps der Nachfrage, dank genialer Troika Sparrezepten in der sog. Europeripherie . Warten wir mal den 1. Quartalsbericht ab, der die dadurch ausgeloesten Umsatz und Gewinnrueckgaenge beinhaltet. Und dann kommt die naechste Restrukturierungswelle= Entlassungen nach Deutschland. Den Eliten sei Dank. Und wer soll dann die Mieten fuer die ueberteuerten Immobilien bezahlen? Die Kapitalfluechtlinge aus der sog. Peripherie? Mann, Mann, Mann.

  • SLGramann - 25. März 2012

    Man darf gespannt sein, wie die “Logik” der deutschen Wirtschaftspolitik sich in der Zukunft bewähren wird. Denn diese “Logik” geht ja so:

    1.) Durch Lohnverzicht und Umverteilung von unten nach oben machen wir uns billig, was der Exportwirtschaft hilft (im wesentlichen natürlich nur den Kapitaleignern der Exportunternehmen). So erwirtschaften wir ein phänomenalen Handelsbilanzüberschuss.

    2.) Dass einem Handels- bzw. Leistungsbilanzüberschuss hier ein gleich großes Defizit anderswo gegenüberstehen muss, ist einfach nur Mathematik.

    3.) Gleichzeitig fordern wir unsere Handelspartner dazu auf, unserem Beispiel zu folgen, die Binnennachfrage zu dämpfen, ihre Defizite zu reduzieren und am besten selbst Überschüsse zu erwirtschaften.

    4.) Die Frage, wer dann eigentlich in Zukunft den ganzen Mist noch importieren soll, den Deutschland produziert und nicht selbst verbraucht, wird von unseren Experten natürlich nicht beantwortet.

    5.) Autoindustrie und Maschinenbau – die leben dank des chinesischen Booms derzeit in der besten aller Welten – trotz Eurokrise.
    Meiner Meinung nach handelt es sich hier aber um eine besondere Situation, die so nicht nachhaltig ist. Der Anteil der Investitionen am chinesischen BIP soll nun ungefähr 50% betragen.
    Selbst die größten China-Euphoriker sollten sich die Frage stellen, ob ein so unbalanciertes Wirtschaftsmodell wie das Chinas immer so weitergeführt werden kann oder ob da nicht ein Rebalancing ansteht.

    6.) Das deutsche Modell, den Eliten im Lande Vorteile auf Kosten der Nachbarn und auch der eigenen Bevölkerung zu verschaffen, funktioniert scheinbar prima, solange die Kriegsgewinne fließen. In Wahrheit ist dieses Modell aber strukturell unhaltbar, weil es auf der permanenten Schwächung der Anderen beruht, die aber gleichzeitig starke Importeure und solvente Kreditnehmer bleiben sollen.
    Da passt langfristig einfach nichts zusammen und deshalb wird Deutschland in nicht allzu langer Zeit gewaltig auf die Schnauze fallen.

    PS: Früher wusste man mal, dass GLEICHGEWICHTE erstrebenswert sind (zum Beispiel, dass Löhne und Unternehmensgewinne gleichmäßig steigen oder dass man die Außenbilanz im Gleichgewicht halten sollte). Dass diese Lehren in Vergessenheit geraten sind, weil von diesem Vergessen eine kleine Clique im Lande wunderbar profitieren kann, wird sich noch bitter rächen.

    • SLE - 25. März 2012

      Hallo SLGramann,

      von “bewähren” kann ganz sicher keine Rede sein. Das deutsche “Erfolgsmodell” ist nicht mehr tragfähig – eigentlich ist das schon in der Krise nach der Lehman-Pleite klar geworden.

      Erinnern wir uns: die großen Industriestaaten haben große Konjunkturprogramme aufgelegt – ganz besonders auch für die Autoindustrie (Stichwort “Abwrackprämie”). Wenn man sich die Charts oben anschaut, dann fragt man sich, wo diese Miliarden geblieben sind?

      So wie andere habe auch ich schon damals, im September 2009!, darauf hingewiesen, dass die Abwrackprämie bei uns und in anderen Staaten die strukturellen Probleme nicht lösen hilft. Wer sich das noch einmal anschauen möchte, kann das hier tun:

      http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2009/09/automobilmarkt-und-abwrackpramie-ein.html

      Die Sparpolitik in den Schuldenstaaten wirkt nun als Brandbeschleuniger und damit in die entgegengesetzte Richtung der ganzen Konjunkturprogramme und sie löst – nebenbei bemerkt – ebenfalls die strukturellen Probleme nicht!

      Ich kann Ihnen also nur zustimmen: Die “Logik” der deutschen Wirtschaftspolitik oder wie ich es gewöhnlich bezeichne des deutschen “Wachstumsmodells” ist STRUKURELL unhaltbar und ja, wir werden damit “auf die Schnauze fallen”.

      Einen schönen Sonntag wünsche ich.

      Gruß
      SLE

      @ Steffen

      Schön, dass Du das Thema Entwicklung des Automobilmarktes jetzt aufgegreifst. Wenn die Autoindustrie Husten bekommt, werden sich sicher bald auch gesamtwirtschaftlich Schleifspuren in Deutschland feststellen lassen.

      Grüße
      SLE

    • peterb - 25. März 2012

      “Man darf gespannt sein, wie die “Logik” der deutschen Wirtschaftspolitik sich in der Zukunft bewähren wird. ”

      Nun ja, wie du selber schreibst, gibt es in Wirklichkeit keine Logik, sondern lediglich eine Wirtschaftsideologie. Eine Glaubenslehre. Mit Logik oder gar Sachverstand hat das Ganze nämlich nichts zu tun. Überspitzt gesagt: Jeder Schamane, der zur Heilung unter seltsamen Lauten um einen herumtanzt, handelt logischer als dieser Personenkreis.

      “Die Frage, wer dann eigentlich in Zukunft den ganzen Mist noch importieren soll, den Deutschland produziert und nicht selbst verbraucht, wird von unseren Experten natürlich nicht beantwortet.”

      Doch, wird es. Nämlich mit der Antwort, dass sich jedes Angebot seine eigene Nachfrage schafft. Aber diese Logik … siehe oben.

    • Georg Trappe: - 26. März 2012

      Das Streben nach Gleichgewichten geschieht nach vorherrschender Ideologie der sog. Wirtschaftswissenschaften von selber! Dafuer gibt es die magischen Haende des Marktes.
      Wirtschaft ist etwas, was man am besten sich selber (= den 1%) ueberlassen muss, denn dann entsteht alternativlos die beste aller moeglichen Welten! Und das seit drei Jahrzehnten ohne das es einem auffaellt. Das Grossartigste und Beste was die sog. WiWis hervorgebracht haben um dahin zu kommen und was den Zentralbanken weltweit als “Navigationsinstrument” dient, sind sog. DSGE (dynamic stochastic general equilibrium) Modelle, in denen externe unvorhersehbare Stoerungen auf eine Wirtschaft regnen, die diese Stoerungen aus sich heraus auspendelt und so auf den “stabilen Wachstumspfad” zurueck kehren laesst.
      http://www.bundesbank.de/download/volkswirtschaft/mba/2008/200807mba_dsge_modelle.pdf
      Man muss nur die Inflation im Auge behalten und diese per Zinsschraube im Griff halten und schon laeuft der Laden. Ob die Geschaeftsbanken Geld schoepfen wie irre und damit eine asset price inflation in Gang setzen interessiert nicht. Die Mainstream Wirtschaftswissenschaften haben Geldschoepfung und ihre Auswirkung garnicht auf ihrer Rechnung. Da gibt es nur Ersparnisse und die sind auch noch ohne mit der Wimper zu zucken gleich Investitionen. Der Sauhaufen hat ein Brett vor dem Kopf, das ist so dick, dass es von Berlin nach New York reicht.
      Ein Beispiel fuer die Wenigen, die es verstehen und sich als Holzwurm versuchen:
      http://www.debtdeflation.com/blogs/2012/03/21/my-paper-for-inets-berlin-2012-conference/
      Und ein Beispiel fuer den Schwachsinn, der an allen “Eliteschulen” gelehrt wird:
      http://www.econlib.org/library/Enc/BalanceofPayments.html
      Und so sieht das Ergebnis z.B. in USA aus:
      https://rwer.wordpress.com/2012/03/24/plutonomy-bubble-number-three/
      Die Abrissbirne, bestehend aus Kapital auf der Suche nach schneller Rendite, pendelt sich durch Industrien und Volkswirtschaften und hinterlaesst diese inkl. ihrer Menschen stark beschaedigt bis vollkommen zerstoert.
      Diese Abrissbirne ist auch in Europa unterwegs. Sie schwingt gerade mit voller Wucht aus der Suedperipherie in den “sicheren” Norden zurueck. Immobilienpreise und DAX steigen in Deutschland daher z.Zt. spuerbar an. Das boese Erwachen kommt, wenn die Abrissbirne sich wieder auf die Reise macht (s.o.) z.B. nach Osteuropa und Russland, wie es an anderer Stelle “gehofft” wurde.

      • Frank Bell - 26. März 2012

        Börse: “wenn sich die Abrissbirne wieder auf die Reise (…) Russland”

        Die Börse in Moskau performt ähnlich gut wie der DAX…

  • Thatwasthepension - 25. März 2012

    Und bei all den miesen Zahlen legt sich die EU gerade mit China und den USA wegen der Nichtberücksichtigung von EU-Unternehmen bei Staatsaufträgen an. Alles was die Chinesen und Amis garantiert nicht brauchen können sind z.B. Autos aus Europa. Mal sehen wann unsere Politdarsteller merken das sie hier ein bombastischen Eigentor schießen.

  • Holly01 - 25. März 2012

    Die Rabattschlacht läuft ja schon länger im Automobilbereich. Die Verkäufe innerhalb Deutschlands dominieren die gewerblichen Abnehmer. Privatkunden sind handverlesen.
    Wer bei den Onlineplattformen schaut, kann schnell feststellen, wie klein der Unterschied zwischen Neuwagen mit Tageszulassung und Jahreswagen inzwischen ist. Der Zulassungsverlust wird ja quasi schon als Standart vom Markenhändler übernommen (zusätzlich zum Rabatt).
    Möbel sind nach meiner persönlichen Beobachtung ebenfalls schwer unter Druck. Baumärkte sind anscheinend eine Ausnahme, die Leute machn die eigenen Immobilien sturmsicher.
    Mein Sachbearbeiter bei der Bank meinte neulich “die Kunden mit 50k € Umsatz/a würden heraussortiert, damit man sie gezielt ansprechen kann. Da werden alle Kontoposten abgeklopftrf abzulesen”. 50k Umsatz bedeutet 25k Nettoeinkünfte, die Grenze für “Sonderbehandlung” scheint auch im freien Fall zu sein. Das waren einmal 100k Einkommen.
    Wenn alle Leute auf eine Krise warten, dann kommt auch eine Krise.

    • Holly01 - 25. März 2012

      “Da werden alle Kontoposten abgeklopftrf abzulesen” -> Da werden die Kontoposten abgeklopft, um einen Beratungsbedarf abzulesen.
      Sry … dicke Finger.

  • djmaki - 25. März 2012

    Wie sieht es eigentlich mit den Zahlen in Deutschland derzeit aus?
    Sind ja in diesem Artikel (soweit ich gesehen habe), nicht gelistet.

    Wäre vielleicht auch eine gute Info, für alle die wirklich noch die Anschaffung eines neuen (gebrauchten) planen.

    • Thatwasthepension - 25. März 2012

      Noch sieht es wohl nicht gar so schlecht aus. Leider wird wohl sehr viel mit Tageszulassungen gearbeitet, so das man die konkreten Verkaufszahlen wohl nur schätzen kann. Wo es allerdings richtig steil bergab geht, ist der Nutzfahrzeugsektor. Der spielgelt ja auch gleich die Investitionsbereitschaft der Realwirtschaft wieder und die scheint derzeit nicht sehr hoch zu sein.

      • Thatwasthepension - 25. März 2012

        Muss mich da bei den Nutzfahrzeugen berichtigen. Hab da aus versehen die Vormonatsstatistik mit der Vorjahresstatistik verwechselt. Geht doch nicht steil bergab, sorry.

  • Andres Müller - 25. März 2012

    Auch in Italien wird von radikalem Rückgang des Benzinverbrauch berichtet. Immerhin gibt es auch positive Entwicklungen daraus. Der öffentliche Verkehr erhält mehr Verbindungen und die Luftbelastung mit Schadstoffen sei angeblich mit ‘blosser Nase’ zu riechen. In Anbetracht der steigenden Gesundheitskosten die Italien und anderswo durch Umweltgifte entstehen, ist in dieser Hinsicht eine “Automobilkrise” sogar eine Hoffenung für den Übergang in einen vielleicht etwas nachhaltigeren Zustand beim Ressourcenverbrauch. Es ist ja nicht so dass man nicht mehr von A nach B kommt, aber Italien ist noch weit entfernt von einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehr.

  • Michael - 25. März 2012

    Eigentlich ist das Zusammenkrachen der Autoabsätze bei exorbitanten Spritpreisen normal. Die “Krise” ginge locker als Ölkrise 3 durch. Aber die Politik möchte die Kaufkraft der Ersparnisse ja durch “Inflation” verringern. Dazu gehörten allerdings fallende Wechselkurse. Auch mit hochgezockten Ölpreisen und politischer Unvernunft, wie den jüngsten Drohungen gegen Syrien und Iran, sowie damit verbundenen “Sanktionen”, läßt sich kein “Staat” machen. Man darf feststellen, dass die europäische Politik nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Die Eurozone ist mehrheitlich in einer Rezession, der Rest schließt sich dieses Jahr an. Die Mehrheit wird sich der Inflationsbekämpfung widmen und das bedeutet, sie wird bestenfalls nur um den Betrag der gestiegenen Spritpreise weniger “konsumieren”. Richtiger wäre es den Konsum gegen Null zu fahren und maximale Renditen an den Finanzmärkten zu kassieren. Das ist zugegebenermaßen schwierig, mit beträchtlichen Risiken verbunden.

    Die PIGS haben über ihre Verhältnisse gelebt und müssen sparen, völlig richtig. Die Kehrseite der Medallie ist, dass sie folgerichtig auch weniger Autos kaufen. Was man sich nicht leisten kann, kauft man nicht. Die kruden Theorien der Volkswirte dürften bereits am Beispiel England widerlegt sein. Die Inflation dort ist überdurchschnittlich und die Wirtschaft kommt nicht aus dem Knick. Auch bei den Amis bleiben ziemlich viele Fragen offen. Die Schweiz steckt nicht nur wegen ihres harten Franken in der Rezession und alle skandinavischen Länder trudeln gerade ab. Auch Dänemark, das seine Währung schon früher an den Euro koppelte. Unverhältnismäßig gut sieht es in Osteuropa und dem Baltikum, trotz relativ harter Währungen aus, die haben dafür aber seit Jahren gelitten. So wird es auch den PIGS gehen. Ihnen steht noch mehr als ein Jahr des Leidens bevor. Das wird natürlich die Exporterfolge der Franzosen ziemlich schmälern, denn die waren bisher die Hauptprofiteure des Euro.

    Insofern ist alles in Butter, wir sind krisengestählt, bei uns herrscht seit Euroeinführung Dauerkrise und jetzt geht es wenigstens etwas voran. Die Exporte der Deutschen dürften vermehrt nach Osten gerichtet werden. Gerade Putins Rußland hat genug Öl, um damit auch deutsche Autos zu bezahlen.

  • hunsrückbauer - 26. März 2012

    die KFZ-Industrie ist D-schlands Wirbelsäule. Aufgrund meiner beruflichen Kenntnisse, wer und was alles für´s Auto arbeitet/macht, würde ich behaupten wollen, dass gute 60% D-schland´s so oder so, am Auto hängt, eher sogar noch mehr. Ob der Maschinenbau, Planungs-, Entwicklungs-, Ing.-büros, Versicherungen, Banken, Handel, Distribution, in D hängt alles am Auto, 1/4 – 1/3 direkt und ein ebenso großer Anteil indirekt. Wenn Auto hustet, schüttelt´s die Republik. Trotzdem haben die Autohersteller in D Lieferzeiten von 3 Monaten und mehr, das gibt´s auch nur in D. Wenn die BRICS beginnen zu lahmen und evtl. restriktive Maßnahmen ergreifen zur Abschottung und Sicherung ihrer Binnenmärkte können die Exportnationen 1, 2, 3 und alle Rohstoffexporteure einpacken. Was in GR aufgrund der Austerität läuft, wird bei einem starken Einbruch der D´schalnd-Exporte nur als Ouvertüre zu bewerten sein.

  • leslie - 26. März 2012

    Das les ich doch alles gern. :-)

    So richtig zufrieden werd ich sein,
    wenn sich die Balken der oberen Grafik der 0 nähern.^^

    Mfg

    • leslie - 26. März 2012

      Ahja,was sehr schnell passieren wird,wenn der Iran angegriffen wird. ;-)

      Mfg

  • Bernd Rickert - 26. März 2012

    Freie Fahrt für freie Bürger. E-Autos für die anderen.

    Auf dem europäische Markt bringt die Oberklasse den grössten Profit.
    Autos der Oberklasse haben jedoch wenig Wert, wenn sie im Stau stecken. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm, da sowohl die individuelle als auch kumulierte Lebenszeit der Oberklasse wesentlich wertvoller ist als die individuelle bzw. kumulierte Lebenszeit der Unterklasse.
    Zudem diese sowieso nicht so schnell fahren muss, weil sie ohnehin mehr Zeit hat, die ja auch noch weniger wert ist, ist es wirtschaftlich sinnvoll ihnen mit der Zukunftstechologie Batterie-Auto die Kriechspur zu eröffnen.
    Elektroautos haben Dank des enormen technologischen Fortschritts inzwischen eine Kapazität, die einen Arbeitnehmer zweimal täglich bis zur Arbeitstätte und zurück transportieren kann. so bleibt eine Reserve falls der Arbeitnehmer einmal vergisst nach Feierabend die Batterie zu laden. Zur Umsetzung am Markt bereitetete nur die Batteriekapazität im Winter, die mit der Temperatur sinkt, ein überwindbares Problem. Als Lösungansatz bietet sich die bislang kaum genutzte Standspur in Verbindung mit in Autos eingebauten Kaffeemaschinen an. Das E-Auto liefert auch im Winter genug Strom zum Betrieb einer Kaffeemaschine. Kaffee gibt warm, unterdrückt Hungergefühle und eliminiert wegen des hohen Serotoningehalts Depressionen.

  • Mischa - 26. März 2012

    @leslie
    Zitat:
    (…) Ahja,was sehr schnell passieren wird,wenn der Iran angegriffen wird. (…)
    .
    Es ist eher davon auszugehen, dass die USA in der gegenwärtigen Situation niemals einen offenen Angriff auf den Iran starten wird. Ökonomisch hätte ein Angriff extreme negative Auswirkungen auf die US- bzw. Weltwirtschaft. In einer weltweiten Krise hätte eine Angriff auf den Iran zur Folge das u. U. der “Schmiertstoff” der Weltwirtschaft preislich durch die Decke geht und damit nur krisenverschärfend wirken kann. Das wollen die USA definitiv nicht !
    .
    Sicherlich haben die US-Strategen einen Angriff in “Sandkastenbauweise” mal durchgespielt und dabei dann die Feststellung machen dürfen, dass es keine Garantie für einen zeitlich kurzen befristeten Krieg geben dürfte. Die politischen und ökonomischen Risiken, gemessen am notwendigen “Input”, ist den USA zu groß. Deshalb hat die USA auch mäßigend auf Israel eingewirkt und bemüht sich intensiv darum Israel vor einer Kurzschlusshandlung abzuhalten.
    Das Risiko eines Kriegseinsatzes geht gegenwärtig nur von Israel aus.

  • dank - 26. März 2012

    OT, aber auch von “Experten”:

    Mann fasst es nicht – 1 Monat nach Querschuesse
    http://www.querschuesse.de/der-konsumboom-geht-weiter/
    kommen jetzt auch den Qualitätsmedien Bedenken (nachdem Destatis aka Statistisches Bundesamt wach wurde)
    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Realloehne-bleiben-stecken-article5858481.html

    Anmerkung:
    Wie Miniprod und Miniwar ist auch Destatis ala 1984 eine Abkürzung für die Verdummung der Massen:
    Bsw. auf der Straße gesagt, dass die Zahlen von Destatis stammen, würden viele zuerst nicken und darauf angesprochen, von wem die Zahlen nun stammen, würde gestottert.
    Wogegen “Statistisches Bundesamt” den Menschen mit Sicherheit noch mehr sagt… Und ganz haben sich die Abkürzungen in den MainstreamMedien glücklicherweise noch nicht durchsetzen können – Tendenzen sind jedoch erkennbar.

  • BED - 26. März 2012

    Wo ist denn diese Studie veröffentlicht? Kann die nirgends finden.

    • Querschuss - 26. März 2012

      Hallo BED,
      ist auf der Seite der CAR bisher nicht zu finden, aus der Studie ist in den Medien aber berichtet und zitiert worden siehe Link im Artikel zu N-TV

      Gruß Steffen

  • Ergo Sum - 26. März 2012

    Hallo SLE,
    Wenn Autos wirklich zwei Drittel unseres Exportvolumens ausmachen sollten, dann sähe es allerdings bedenklich aus. Tatsächlich exportieren Luxusfirmen wie BMW mehr als sie im Inland absetzen. was scon beinahe an unseren schärfsten Konkurrenten China erinnert, wo manche Firmen buchstäblich 100% ihrer Produktion exportieren.

    Es ergibt sich also die Frage, ob die negative Entwicklung der Exporte Einfluss auf die Entwicklung der Gesamtwirtschaft hat. In zwei Staaten, die sich um den Exportweltmeistertitel streiten, muss man dies vermutlich bejahen. Wie Siemens berichtete, haben sie derzeit nur noch für 6 Monate Aufträge, und auch unter ihren weltweiten Operationen melden lediglich die US-Siemenswerke noch Wachstum.

    Gruß, Ergo

  • someone - 26. März 2012

    Hallo an und @Dank,

    Oftmals werden Kommentare in der Internetpresse nicht veröffentlicht, wenn als Quelle querschuesse.de benannt wird.

  • BED - 28. März 2012

    Hätte schon gern mal diese Studie gesehen. Komisch dass die nicht veröffentlicht ist/wird. Schreiben alle nur gegenseitig ab bzw. von dpa.

    • Querschuss - 28. März 2012

      Hallo BED,
      die wird irgendwann demnächst schon auf der Webseite von CAR veröffentlicht werden.

      Gruß Steffen