“Ölflutung” verpufft

von am 7. Juli 2011 in Allgemein

Nachdem die Internationale Energie Agentur (IEA) offenbarte, unter großer Anteilnahme des Mainstreams, Teile der strategischen Ölreserve auf den Markt zu werfen, korrigierte der Ölpreis etwas und die Medien überschlugen sich mit Artikeln zu diesem Null-Event. Was sie meistens verschwiegen, auf den Markt sollten innerhalb von 30 Tagen 60 Millionen Barrel kommen. Nur dies ist weniger als die globale Nachfrage von nur einem Tag im Jahr 2011 mit 89,3 Millionen mb/d.

Insofern ist es nicht wirklich überraschend, dass der Ölpreis bereits 2 Wochen später, wieder über dem Niveau, wie bevor die: 
“Industriestaaten fluten Märkte mit Öl” liegt. Ganz im Gegensatz zur Hoffnung geschürt u.a. von SPON:  “Wie Verbraucher vom fallenden Ölpris profitieren” zog der Brent Oil Future heute wieder auf 118,69 Dollar an:

Der Brent Oil Future in Dollar im Chart seit Januar 1985. Heute erreichte der Future im Hoch 118,69 Dollar je Barrel. Der Brent Oil-Future ist in Dollar um +59,4% zum Vorjahr angestiegen! Am 07.07.2010 lag er bei 74,46 Dollar!

Noch ungemütlicher für die Verbraucher sieht der Brent Oil Preis in Euro aus:

Der Brent Oil Future in Euro im Chart seit Januar 1999. Heute erreicht der Future im Hoch 82,66 Euro je Barrel. Der Brent Oil-Future in Euro liegt nur um -11,2% unter dem bisherigen Allzeithoch vom 03.07.2008! In Dollar beträgt der Abstand zum Allzeithoch noch -18,7%.

Nach einer leichten Schwächephase ziehen die Edelmetalle und Rohstoffe wieder im Preis an und dies reflektiert auch, die weiterhin lasche Geldpolitik der FED und der EZB, die sich weiter mit Kreditmüll vollsaugen und damit den Wert des Geldes durch Vertrauensverlust unterminieren. EZB-Chef Jean-Claude Trichet sagte heute, dass die EZB keine Mindestanforderungen an Ratings für portugiesische Staatsanleihen mehr stelle. Die EZB verkommt damit immer mehr zur Kredit-Müllhalde, denn die Geschäftsbanken, Versicherungen u.a. systemrelevante Gläubiger können nun ohne irgendwelche Anforderungen Junk-Staatsanleihen gegen Cash bei der EZB abladen um liquide zu bleiben.

Dadurch erhalten Rohstoffe, als werthaltige Assets wieder eine deutlichere Wertschätzung und dies könnte sich trotz weltweit abschwächenden Wachstumsaussichten in weiter steigenden Preisen dokumentieren.

Quellen: Ecb.int/Pressemitteilung EZB

Link zu den aktuellen Renditen von Staatsanleihen mit Charts

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