Schockierende Daten

von am 3. November 2010 in Allgemein

Die U.S. Social Security Administration veröffentlichte an Hand der Employer W-2 Filings (Lohnsteuerkarten) die Lohnstatistik 2009. Die daraus hervorgehenden Details sind erschreckend. Die Einkommensungleichheit auf Basis der Arbeitnehmerlöhne (Arbeiter, Angestellte, Beamte und aller anderen die sich in einem Arbeitsverhältnis befinden) ist noch weit größer, als man annehmen würde.

Wie der Chart verdeutlicht, die größte Gruppe der US-Arbeitnehmer, 24,316 Millionen, verdienten weniger als 4‘999 Dollar im Jahr 2009, darunter befanden sich viele in prekären Beschäftigungsverhältnissen. In der Summe kumulierte sich in dieser Gruppe ein nominaler Jahreslohn von 49,029 Mrd. Dollar. Dies waren je Arbeitnehmer nur beschämende durchschnittliche 2’016 Dollar!

Die zweitgrößte Gruppe entsprach weiteren 14,053 Millionen Arbeitnehmern die zwischen 5’000 und 9’999 Dollar im Jahr verdienten (durchschnittlich 7’391 Dollar). Insgesamt waren im Jahr 2009 bei 38,369 Millionen Arbeitnehmern bzw. 25,4% aller abhängig Beschäftigten die erzielten Jahreslöhne unter 9’999 Dollar und dies waren damit Armutslöhne, denn diese lagen allesamt unter der für einen 1 Personenhaushalt definierten offiziellen Armutsgrenze von 10’956 Dollar im Jahr 2009. Dies ist bemerkenswert, auch wenn es sich nicht zwangsläufig um 1 Personenhaushalte handeln muss.

Die kumulierten Lohnsummen in Mrd. Dollar der einzelnen Arbeitnehmergruppen.

Sieht man auf das andere Ende der Lohnskala und addiert die höchsten fünf Einkommensgruppen zusammen, erhält man ein sehr plakatives, nahezu unglaubliches Ergebnis. Die 5‘307 US-Amerikaner mit den höchsten Löhnen, verdienten im Jahr 2009 kumuliert unglaubliche 57,097 Mrd. Dollar und damit mehr, als die 24,316 Millionen US-Amerikaner am unteren Ende der Einkommensskala mit einer kumulierten Lohnsumme von insgesamt 49,028 Mrd. Dollar. Die untersten 24,315992 Millionen erzielten im Durchschnitt ein Jahreseinkommen von nur 2’016 Dollar, während die 5‘307 Bestverdiener im Durchschnitt 10,758809 Millionen Dollar im Jahr 2010 kassierten.

Erweitert man die höchsten nominalen Lohneinkommen auf die obersten 1% bzw. die obersten 1,509 Millionen, “verdienten” diese mehr als die untersten 40% der Lohnempfänger bzw. die untersten 60,36 Millionen!

Die nominale Lohnverteilung nach Fünftelwerten und nach den obersten 10% und den obersten 1%. Das oberste Fünftel (20%) generierte mehr an nominalen Lohneinkommen als die anderen vier Fünftel (80%)!

Insgesamt gab es 2009 in den USA 150,917733 Millionen Arbeitnehmer mit einer kumulierten Lohnsumme von 5,894 Billionen Dollar. Die durchschnittlichen Löhne  betrugen 39’055 Dollar und 65,7% aller Lohnempfänger lagen unter diesem Durchschnitt. Der mediane Durchschnitt betrug nur 26’261 Dollar. Die 72 Top-Arbeitnehmer verdienten im Durchschnitt 84,133 Millionen Dollar! Nur 78’147 US-”Arbeitnehmer” verdienten 2009 mit mehr als 1 Million Dollar (kumuliert 183,873 Mrd. Dollar), deutlich mehr als die untersten 38,369 Millionen Arbeitnehmer mit einem kumulierten Jahreslohn von 152,897 Mrd. Dollar.

Einige Daten wie die durchschnittlichen Löhne der einzelnen Arbeitnehmergruppen weisen eine solche Spreizung auf, von 2’016 Dollar bis 84,133 Millionen Dollar, dass man dies grafisch sinnvoll nicht mal darstellen kann, deshalb werft mal ein Blick auf die Originaldatensätze der Social Security Administration: Ssa.gov/Lohnstatistik 2009

Die Zahl des Tages bleibt für mich, dass die 5’307 US-Amerikaner mit den höchsten Löhnen mehr verdienen, als die 24,316 Millionen US-Amerikaner am unteren Ende der Lohnstatistik 2009. Diese Zahl ist ein klarer Beleg, dass die enorme Ungleichheit bei den Einkommen, wie auch bei den Vermögen, zu einem gravierenden Hemmschuh einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung geworden ist. Die Dimension des US-Niedriglohnsektors mit 38,369 Millionen Arbeitnehmern bzw. 25,4% aller abhängig Beschäftigten, die unter 9’999 Dollar im Jahr verdienten, wird wohl selbst kritische Betrachter der USA noch verblüffen.

Kontakt: info.querschuss@yahoo.de

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