Schwache deutsche BIP-Daten – schwacher privater Konsum

von am 24. Februar 2012 in Allgemein

Heute berichtete das Statistische Bundesamt (Destatis) detaillierte Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Q4 2011 und damit auch zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Zunächst wurde die leichte Schrumpfung des realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) von -0,2% zum Vorquartal aus der ersten Schnellschätzung bestätigt, zum Vorjahresquartal ging es unbereinigt noch um real +1,5% aufwärts. Die detaillierten Daten lassen auch wieder einen bezeichnenden Blick auf den “Aufschwung getragen vom privaten Konsum” zu. Denn die privaten  Konsumausgaben sanken trotz “Boom” ebenfalls bereinigt um -0,2% zum Vorquartal. Wenn man zusätzlich die lange Reihe betrachtet und die Tatsache, dass angesichts der Eurozonen-Krise durchaus Anschaffungen und Konsum vorgezogen bzw. ungeplant getätigt wurden, sind die Daten sehr ernüchternd und entlarven zum wiederholten Male die Lügen zum deutschen Konsumboom!

Die BIP-Daten sind also wie erwartet, der leicht nachlassende Export (Außenhandelsbeitrag) schlägt negativ durch, auf der Verwendungsseite des BIPs, ebenso wie der schwache private Konsum.

Die Entwicklung des realen BIP im Vergleich zum Vorquartal seit Q1 1992 bis Q4 2011 im Chart. In Q4 2011 ging es um -0,2% abwärts, nach +0,6% in Q3 2011.

Die realen saison- und kalenderbereinigte Konsumausgaben der privaten Haushalte seit Q1 2000 bis Q4 2011 (Kettenindex 2005=100) im Chart. In Q4 2011 sanken die realen Konsumausgaben um -0,2% zum Vorquartal. Was zeigen diese Daten, seit dem Jahr 2000 bis Q4 2011 ist der reale private Konsum um “sagenhafte” +5,5% gestiegen. Dies nach Lesart der Bereinigung um die geschönten offiziellen Preissteigerungen!

Ganz klar der reale private Konsum und seine Entwicklung seit dem Jahr 2000 bleiben schwach und spiegeln auch die schwache reale Einkommensentwicklung bei den Arbeitnehmerentgelten wider, welche Folge der fehlenden Partizipation der Arbeitnehmer in Deutschland am Produktivitätsfortschritt, an der enormen Wettbewerbsfähigkeit und am Exporterfolg sind. Wieder ist ein weiteres Jahr vertan worden, um das schief aufgestellte Wirtschaftsmodell in Deutschland zu korrigieren. Wie schief das deutsche Wirtschaftsmodell weiter grundsätzlich aufgestellt ist, zeigt nicht der Vergleich zum Vorquartal oder zum Vorjahresquartal, sondern die lange Datenreihe, wie in diesem Chart:

Die Entwicklung der realen Arbeitnehmerentgelte (grün), des realen Exportvolumens (rot) und der realen privaten Konsumausgaben der privaten Haushalte (blau) von Q1 2000 bis Q4 2011, alle Daten saisonbereinigt (Jahr 2000=100). Während die realen Exporte (Waren, Güter und Dienstleistungen) seit 2000 bis Q4 2011 um +82,5% stiegen, erstmals auch leicht rückläufig zum Vorquartal, gab es bei den realen privaten Konsumausgaben einen lauen Anstieg von +5,5% und die realen Arbeitnehmerentgelten lagen sogar immer noch um -0,27% unter dem Niveau von 2000!

Die letzten beiden, eigentlich erbärmlichen Entwicklungen beim realen Konsum und bei den realen Arbeitnehmerentgelten seit 2000 sind Teil eines Wirtschaftsaufschwunges in Deutschland, der gleichzeitig den Anteil Deutschlands als Totengräber der Eurozone dokumentiert, als Gegenstück zu den Defizitländern, mit satten Überschüsse aus dem Handel, erarbeitet aus einer Wettbewerbsfähigkeit deren Bestandteil auch Lohnverzicht und ein schwacher Binnenkonsum war.

Drastisch gefummelt wurde beim Statistischen Bundesamt bei den Angaben zu den Unternehmens- und Vermögenseinkommen, sie wurden je Quartal seit 1991 um -10 Mrd. Euro bis -20 Mrd. Euro abwärtsrevidiert bzw. es wurden die berücksichtigen Einkommensgruppen verändert (?), was zu einem Sinken der Summen führte. Nun wird die Datenreihe mit Betriebsüberschuss/Selbstständige – Vermögenseinkünfte private Haushalte bezeichnet. Noch in Q3 2011 wurden 164,60 Mrd. Euro ausgewiesen nun für Q3 149,14 Mrd. Euro. Für Q4 2011 weist die Position in der VGR 147,36 Mrd. Euro aus. Wenn nun auch nicht mehr ganz so grafisch überwältigend, zeigt sich auch mit den abwärtsrevidierten Daten immer noch der enge Zusammenhang zwischen Exporterfolg und dem Anstieg der Unternehmens- und Vermögenseinkünfte:

Die Entwicklung beim saisonbereinigten nominalen Exportvolumen und dem nominalen Betriebsüberschuss/Selbstständige – Vermögenseinkünfte private Haushalte verlief in der Vergangenheit relativ synchron. Blau (linke vertikale Achse) das Exportvolumen, rot (rechte vertikale Achse) die Entwicklung bei Betriebsüberschuss/Selbstständige – Vermögenseinkünfte private Haushalte, jeweils in Mrd. Euro auf Quartalsbasis von Q1 1991 bis Q4 2011. Die saisonbereinigten nominalen Daten von Betriebsüberschuss/Selbstständige – Vermögenseinkünfte private Haushalte sanken in Q4 2011 auf 147,36 Mrd. Euro, das nominale Exportvolumen von Waren, Gütern und Dienstleistungen sank in Q4 2011 auf 326,49 Mrd. Euro.

Die Entwicklung der realen unbereinigten Arbeitnehmerentgelte jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal seit Q1 2000 bis Q4 2011 im Chart. In Q4 2011 ging es bei den Arbeitnehmerentgelten nach Abzug der Verbraucherpreise, real um +1,5% zum Vorjahresquartal aufwärts, aber die Dynamik lässt bereits deutlich nach. Zusätzlich zur insgesamt schwachen saisonbereinigten Entwicklung seit dem Jahr 2000 bis Q4 2011, mit einer Schrumpfung von -0,27% der Gesamtsumme der realen Arbeitnehmerentgelte, geht es nun auch seit zwei Quartalen in Folge mit einer signifikanten Abschwächung der Aufwärtsbewegung zum Vorjahresquartal bei den unbereinigten Daten weiter.

Die Arbeitnehmerentgelte sind die Gesamtbruttosumme aller Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer, Angestellten, Beamten, inkl. aller in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis stehenden, inklusive der Sozialbeiträge der Arbeitgeber.

Während die Summe aller nominalen Arbeitnehmerentgelte saisonbereinigt nominal um +0,8% zum Vorquartal anstieg, stiegen die realen saisonbereinigten Arbeitnehmerentgelte um +0,48% zum Vorquartal. Zieht man die Sozialbeiträge der Arbeitnehmer ab, erhält man die Summe aller Bruttolöhne und -gehälter und bricht man diese Summe dann auf die Anzahl der Beschäftigten im 4. Quartal 2011 und je Monat herunter, erhält man die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat. Diese betrug dann Brutto (nominal) 2’465 Euro und stieg zum Vorquartal um +0,40% bzw. um +10 Euro je Arbeitnehmer und je Monat zum Vorquartal. Real (preisbereinigt) blieb bei den Bruttolöhnen  und -gehältern je Arbeitnehmer und je Monat im 4. Quartal 2011 ein lauer Anstieg von +0,07% bzw. von +1,63 Euro!

Zieht man weiter den Arbeitnehmeranteil für die Sozialbeiträge und die Lohnsteuer ab, erhält man dann die durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat. Preisbereinigt, nach offizieller Lesart um den Anstieg der Verbraucherpreise, offenbaren die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat nach Steuern und Abgaben als lange Datenreihe seit Q1 1991, die miese Partizipation der Arbeitnehmer am “Erfolgsmodell” Deutschland und dass das Beschäftigungswunder vor allem eines von überwiegend mies bezahlten Jobs ist:

Die realen (preis-, saison- und kalenderbereinigten) durchschnittlichen Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer und je Monat seit Q1 1991 bis Q4 2011 (2005=100). In Q4 2011 ging es leicht aufwärts, um +12,20 Euro, auf preisbereinigte durchschnittliche 1’476 Euro (2005=100), dies ist aber immer noch -4,52% unter dem Niveau des Jahres 1991 und -3,08% unter dem Niveau des Jahres 2000!

Diese Entwicklung war Teil der aufgebauten Ungleichgewichte in der Eurozone, denn mit dieser miesen Performance der Löhne ließ sich unter anderem trefflich die deutsche Wettbewerbsfähigkeit einseitig ausbauen.

Die Entwicklung der saisonbereinigten nominalen Arbeitnehmerentgelte im Verhältnis zum saisonbereinigten nominalen BIP seit Q1 1991 bis Q4 2011. In Q4 2011 stieg der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am BIP leicht auf 51,55%, liegt aber deutlich unter dem Hoch aus Q3 1992 mit 57,73%.

Quelle Daten: Destatis.de/Pressemitteilung: Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2011, Genesis.destatis.de/Datenbank VGR

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29 KommentareKommentieren

  • Achim Hase - 24. Februar 2012

    Man könnte auch sagen, dass wir in den letzten Jahren einen etwas niedrigeren Lebensstandard hatten als Preis für den massiven Abbau der Arbeitslosigkeit. Vielleicht teilweise auf Kosten der Importländer aber das ändert nicht viel an der Betrachtung.

    Man könnte auch sagen, dass wir jetzt in der Situation sind, dass die Gewerkschaften signifikante Lohnerhöhungen durchsetzen können, da unser Wirtschaftsmodell funktioniert und die Sozialsysteme gut dastehen.

    Nicht die schlechteste Ausgangssituation. Die historische Beurteilung stimmt aber daraus kann man nicht ableiten, dass die Reallohnentwicklung in der Zukunft weiter so läuft. Die deutschen Arbeitnehmer haben in der Krise 2009 mögliche Lohnerhöhungen gegen Arbeitsplatzsicherheit (Kurzarbeit) getauscht. In den letzten Jahren wurde sehr viel Augenmerk auf Arbeitsplatzgarantien gesetzt und dafür moderate Lohnerhöhungen akzeptiert. Das kann sich jetzt ändern.

    • Rolf Schmidt - 24. Februar 2012

      Das wage ich zu bezweifeln, denn in der Konkurrenz zu den übrigen Staaten gibt es keine Luft nach oben. Man sehe sich nur die Berichte über Foxconn in China an.
      Imho wird es nur eine Richtung geben, weitere reale Lohnkürzungen bei erpressbaren resp austauschbaren Arbeitnehmern.
      Und das solange bis wir bei der Produktionsentlohnung auf China Stand sind oder die Produktion in China ist. Derselbe Trend wird auch bei international verfügbaren Dienstleistungen weitergehen. Es wird wahrscheinlich in 10 Jahren keinen Sinn mehr machen eine Entwicklungsabteilung in Deutschland zu haben, wenn die entsprechende Abteilung international in Indien oder China vielleicht nur 50% Kosten in FTE’s verursacht.
      Etwas anderes anzunehmen ist unlogisch und widerspricht der historischen Erfahrung.
      Und ja, es wird nicht alle Arbeitnehmer und Zweige betreffen. Aber danach hat Deutschland auch keine Produktion und keine Entwicklung und praktisch keinen Export mehr.
      Vgl die Entwicklung im Solarmarkt in direkter Konkurrenz zu China.

      • Achim Hase - 24. Februar 2012

        In China steigen die Löhne in den klassischen Produktionsgebieten um ca. 20% p.a. Die verbreitete Annahme, dass unsere ganze Arbeit nach China/Indien/Osteuropa geht, hatten wir vor 10 Jahren. Nach der Logik dürfte es in der Schweiz gar keine Arbeitsplätze mehr geben.

        Die Schweiz und Skandinavien zeigen, dass die logische Schlussfolgerung kein “rat race” nach unten sein muss.

    • Benedikt - 24. Februar 2012

      1) Statt moderate Lohnerhöhungen, wird es diesmal Nullrunden geben. Die Arbeitgeber werden die Verhandlungen so lange verzögern, bis man die Kapazität eh runterfahren muss. Damit verlieren die Gewerkschaften das einzigste Druckmittel, den Streik. Die Politik wird sich diesmal auch nicht einmischen, da die mit der Eurokrise beschäftigt sind. Die werden höchstens geringe Lohnerhöhungen durchsetzen, die schwache Unternehmen nicht gewähren müssen.

      2) Das eigentlich Problem sind die Löhne in den Gewerkschaftsfreien Bereiche, vor allem der Dienstleistungs und Zeitarbeitsmarkt. Im Dienstleistungssektor werden Tarifbeschäftigte durch Hungerlöhner ersetzt. In der Industrie werden Tarifbeschäftigte mit Zeitarbeiter ersetzt. Die Macht der Gewerkschaft erodiert dadurch immer mehr.

      3) Der Druck aus der Arbeitsreserve (Arbeitslosen, Unterbeschäftigte) wird Zunehmen. Der Staat wird den Druck noch weiter verschärfen, da dies Geld spart. Die Angst der Beschäftigen vor Hartz 4 wird steigen.

      4) Der Facharbeitermangel ist meistens ein Ausbildungsmangel.

      Das sieht nicht Rosig aus für die Deutschen Arbeitnehmer. Auch RotGrün wird daran nichts ändern.

  • Frank Bell - 24. Februar 2012

    Das wird sich nicht ändern. Gewerkschaften, Arbeitgeber und Regierung ziehen seit Jahren an einem Strang – zu Ungunsten der Arbeitnehmer.

    Und die Arbeitslosen, die wir noch haben, haben einfach nichts von Lohnerhöhungen. Die Firmen müssen bereit sein, vermehrt ältere (ab 45) Arbeitnehmer einzustellen.

    Dass so viele Renter noch voll arbeiten, ist ein Märchen. Ein Bekannter, der bei der Deutschen Renternversicherung arbeitet, lacht jedesmal, wenn er diese Meldung in den Medien hört. Wohl haben viele Renter 400-Euro-Jobs – weil deren Rente sonst super-mickrig ausfällt. Und wer den 400-Euro-Job nicht meldet, kriegt gehörig Ärger.

  • M.E. - 24. Februar 2012

    Mal knapp am Thema vorbei:
    zur Zeit SCHEINT die Krise eine Pause einzulegen.
    Italien kann sich zu 3% und fast doppelter Überzeichnung refinanzieren, VW, BASF und andere melden grandiose Ergebnisse, die deutschen Staatsschulden schrumpfen geringfügig.

    Man könnte meinen, die Welt sei wieder in Ordnung und die Börsenhausse völlig gerchtfertigt.

    Nun, das ist eine Momentaufnahme. Die Hausse nährt die Hausse, die zweifelsohne IM MOMENT vohandenen guten Nachrichten werden gefeiert, die eher schleichenden und sogar die offen zutage tretenden negativen Prozesse ignoriert.

    Jetzt dürfen Wetten abgeschlossen werden, wann sich diese Hochstimmung wieder ins Gegenteil verkehrt. Ich vermute fast, dass wir den Gipfelpunkt der Jubelstimmung derzeit erreicht haben.

  • Frank Bell - 24. Februar 2012

    Hallo M.E., die Börsen ignorieren die schlechten Nachrichten bereits seit Oktober.

    Weder eine MF-Global-Pleite, noch eine General Maritime-Pleite, noch eine American Airlines-Pleite haben die Börse beeindruckt.
    Da dort die Zukunft gehandelt wird, kann es um die Wirtschaft nicht schlecht bestellt sein. Die Gewinne sprudeln, wie die hohen Dividenden im DAX zeigen.

    Wie sieht es mit foreclosures in den USA aus? Man hört nichts mehr. Auch ist der Anstieg bei der Ausgabe von Lebensmittelmarken geringer geworden.

    Ausschreitungen und Unruhen, wie von Celente vorhergesagt, gibt es nicht. Selbst die Occupy-Proteste wurden ohne viel Aufhebens aufgelöst.

    Ich bin hin- und hergerissen und weiss nicht, welchen Reim ich mir darauf machen soll.

    Einerseits traue ich dem Frieden nicht, andererseits komme ich mir wie ein Schwarzmaler vor, der die Realität ignoriert.

    • Lazarus09 - 24. Februar 2012

      Den selbsttragenden Abschwung ironisieren die Börsen selbstverständlich, denn dort wird sowieso nur virtuell sozusagen mit warmer Luft gehandelt ..schließlich will man die gute Stimmung und das Klima nicht kaputt machen,bei den Wetten lebt alles von der Hoffnung ( wie viele würden noch Lotto spielen wenn die dauernd erzählten wie schlecht die Chancen zu gewinnen sind ) ….bis zum Tod hat man noch jeden verstorbenen lebend gesehen ;-)

  • Lazarus09 - 24. Februar 2012

    Foreclosure guckst du hier ..Florida nach Californien am stärksten betroffen .. leichter Anstieg ,klar ist ja schon so gut wie das meiste unter dem Hammer .. Gruselig ist’s in Florida , ich bin nicht betroffen aber reihum guckt man nur auf Bank owned Schilder …

    Foreclosure Activity January 2012: Foreclosure Rates Edged Up Indicating Rut May Be Over

    • ö.ä. - 24. Februar 2012

      “ich bin nicht betroffen aber reihum guckt man nur auf Bank owned Schilder …”

      Ich dachte Du lebst in England??

      • Lazarus09 - 24. Februar 2012

        Wir haben aber ein Haus in Florida . ( Wird vermietet ueber das Jahr ) Und ja ich lebe in England..

        • Lazarus09 - 24. Februar 2012

          Deswegen muss ich doch hin und wieder da hin wegen Aufenthaltsgenemigung etc ..is alles Muell von wegen Freiheit.

  • Benedikt - 24. Februar 2012

    Bei VW läuft es auch nicht mehr rund:

    “Volkswagen, the world’s second-largest carmaker, posted an unexpected decline in fourth-quarter operating profit as inventories of unsold vehicles nearly doubled”
    http://www.reuters.com/article/2012/02/24/volkswagen-idUSL5E8DO1YP20120224

    Wenn sich das Lager an Nichtverkauften PKWs verdoppelt hat, werden die eher früher wie später die Produktion massiv drosseln. Lager PKWs wird man nur mit schmerzhaften Rabatten wieder los. Das Deutsche Exportwunder ist sehr bald zu Ende.

    • Ert - 24. Februar 2012

      Danke für den Link!

      Auch die Story musste mal zu Ende gehen. Ich bin gespannt wie sich VW angesichts der massiven Übernahmen, u.a. auch gerade im Schwerlastverkehr, sowie der geplanten massiven Investitionen weiter entwickelt. Der Kreditsockel auf dem alles steht ist ziemlich fett – wie auch bei den anderen Automobilisten.

    • Roland - 24. Februar 2012

      Bei FIAT muss es inzwischen regelrecht dramatisch sein.

      Italienische Zeitungen sprechen heute von drohenden weiteren Werk-Schließungen.

    • Benedikt - 24. Februar 2012

      SpOn und die anderen Qualitätsmedien verschweigen einfach den massiven Anstieg des Lagebestandes bei VW. Kritischer Journalismus Made in Deutschland oder besser Made in DDR. Da kann man auch sagen, Journalismus schafft sich ab.

      • Ert - 24. Februar 2012

        Ja, wie immer. Hier war ja auch schon bez. des massiven Lageraufbaus u.a. in der USA die Rede. Nun haben wir Zahlen für VW.

        Wer die ICE Strecke nach Berlin an WOB vorbei kennt: Mal bei Fallersleben aus dem Fenster schauen: Da gibts neue und riesige Parkplätze für Fabrikneue Kfz. Warum die da stehen: Also Halde, fehlende Teile, Ausweichflächen, etc. pp. ist mit nicht bekannt,

        Aber auch wenn Werke von Zulieferern abbrennen und deswegen bei bestimmten Kfz Hersteller bestimmte Linien/Produkte für Monate ausfallen bzw. ins Stocken kommen – darüber berichtet auch keiner…..

      • Achim Hase - 24. Februar 2012

        Ist 100 000 viel oder wenig? Das war zum Stichtag 31.12., wie sieht es Stand heute aus?

        Ich habe zu wenig Einblick in die Feinsteuerung des VW-Konzerns um daraus Schlussfolgerungen ziehen zu können.

        Ich weiß aber dass die Wartezeit auf einen VW Golf aktuell 4-5 Monate beträgt.

  • Bubblegum - 24. Februar 2012

    “Achim Hase – 24. Februar 2012 Antworten

    Man könnte auch sagen, dass wir in den letzten Jahren einen etwas niedrigeren Lebensstandard hatten als Preis für den massiven Abbau der Arbeitslosigkeit. Vielleicht teilweise auf Kosten der Importländer aber das ändert nicht viel an der Betrachtung.”

    Mein Name ist Hase und ich weiß mal wieder nicht Bescheid und das wird auch so bleiben
    bis in alle Ewigkeit.

    Das mit dem massiven Abbau der Arbeitslosigkeit buchen wir mal unter verspäteter Karnevalsgag ab.

    Steffen hat das ja vor einiger Zeit l näher ausgeführt wie die Zahlen geschönt werden:

    58´ger Regelung waren- wenn ich mich recht entsinne- schon ca. 1,2 Mio nicht mehr registrierte Arbeitssuchende.

    Ein Euro-Jobber,

    Maßnahmenteilnehmer etc., etc, etc,

    Aber vielleicht hat Steffen ja Zeit und Lust auf die ganzen Statistikfälschungen näher
    einzugehen!

    Veehrter Achim Hase, bitte ersparen Sie uns den marktradikalen Unfug. Den müssen wir schon jeden Tag via Systempresse über uns ergehen lassen!

    Hochachtungsvoll Bubblegum

  • Harald E - 24. Februar 2012

    Hallo,

    zu den Rekordzahlen von VW.

    VW hat 30% Personalüberhang und zahlt überdurchschnittliche Löhne.

    Paradox, das solch eine Kombination zu Milliardengewinnen führt, während Billiglohnklitschen mit ausgedünnter Personaldecke mit massiven Verlusten bzw. Massenentlassungen aufwarten.

    Zu Massenkaufkraftstärkung durch höhere Löhne.

    Woher soll den bitteschön die ganze Arbeit kommen ?
    Ich erinnere mich, ein neuere Studie überflogen zu haben.
    Würden alle Arbeitsfähigen arbeiten, hätten wir ne 16 Stunden-Woche…..zu exorbitanten Stundenlöhnen. Der arme Hundt fällt ins Koma.

    Da paßt was nicht.

    Man kann die heutigen Probleme nicht mit Methoden von gestern und Führungseliten von vorgestern lösen.
    Neue Ideen braucht’s. Möglichst bald….um den anstehenden Wandel als beherrschten Prozeß abzubilden.

    • Ert - 24. Februar 2012

      Die VW AG hat im technischen Bereich der Entwicklung in 2011 massiv eingestellt..

      Der Personalüberhang ist deswegen wohl eher im produzierenden Sektor anzuordnen, wobei ich mir 30% bezogen auf die Gesamtzahl der in Deutschland beschäftigten nicht vorstellen kann. Dies u.a. auch, da ja auch dort deutlichst mit Leih- und Fremdarbeitern gearbeitet wird.

      Woher hast Du diese Zahl?

    • Michael - 24. Februar 2012

      Was wäre an 16-h-Woche verkehrt ? Nichts! Exorbitante Löhne prima. Bauen wir statt Renten- und Pflegeindustrie die Spaßgesellschaft auf. Das Geld muß ja nicht bei Banken und “Versicherungen” rumliegen. Oder in Fonds “geparkt” sein. Weil ein paar Geisteskranke “auf die Rente” sparen wollen. Die Einkommensschere Kapitaleinkommen/Löhne-Gehälter ist die Ursache der heutigen “Krise”. Mit “Kredit” hat man eben kein höheres Einkommen, sondern ein um die Tilgung und Zinslasten geringeres. Haben die Amis bis heute nicht geschnallt. Dem will “Europa” jetzt nacheifern, na prima. Geld wurde nicht erfunden, um zu “sparen”! So schwer kann es doch nicht zu verstehen sein….

  • Harald - 24. Februar 2012

    Hallo Ert, (Die Zahlen sind aus meinem “Nähkästchen”)

    die 30% sind ein Mittelwert aus wertschöpfenden und administrativen Bereichen und beziehen sich auf aktuelle Richtwerte moderner Produktionslayouts (Lean Enterprises)

    Legt man die Personaldecke eines “Up-to-date” Automobilzulieferer mit schlanker Produktion zugrunde, ist VW in der Produktion mit etwa 20% überbesetzt (alle Yamazumi*-Diagramme haben deutlich Luft nach oben), in den nicht-wertschöpfenden Abteilungen mit weit über 30% überbesetzt. Diese Zahl ist geschätzt.
    Jedoch erlebe ich in der Praxis ständig, was in welcher Zeit in den Büros ausgetüftelt wird und wie wenig davon einen Nutzen in der Praxis nach sich zieht.

    Bei Mercedes, BMW, BASF,… siehts nicht anders aus.

    Mein Punkt war jedoch, darauf hinzuweisen, dass seit geraumer Zeit Lohndumper und Massenentlasser Federn lassen, während personell gut bestückte und hochlohnzahlende Unternehmen Rekordgewinne einfahren.

    Infos, wie diese Zahlen bzw. Gewinnmeldungen zustande kommen, hab ich jedoch nicht in meinem Nähkästchen.
    Diese Zahlen aber schon und noch obendrauf.
    Ein Bandarbeiter schlägt pro Fahrzeug mit 5-12 Cent zu Buche.

    *Yamazumi-Diagramm= Visualisierung der kumulierten Arbeitsumfänge in Relation zur Produktionstaktzeit

  • georg - 24. Februar 2012

    zwangsversteigerungen usa
    http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=14619
    gruss georg

  • JH - 25. Februar 2012

    Die Volkswagen AG ist vor alllem eine riesige Propaganda-Schleuder, die jeden Tag irgendwelche “Rekorde” verkündet. Ein Konzern-Konglomerat, das so extrem undurchsichtig und durch Übernahmen von anderen Unternehmen konzentriert ist, kann man nicht mal eben so beurteilen, nur weil die PR-Leute ewig “Rekord” schreien. Das penetrante Rekordgeschrei hat ausschliesslich den Zweck, daß Volkswagenkonzern-Kunden und potentiellen Kunden suggeriert werden soll “na, wenn die so hohe Gewinne haben, müssen die Produkte ja irgendwie gut sein” – “also kaufe ich mir auch ein Fahrzeug des Volkswagen-Konzerns”.
    Hinzukommt, das Privatkunden des Volkswagen-Konzerns in der Regel bildungsferne, sehr konservative, ältere Menschen sind, die einfach aus ihrer subjektiven Sicht irgendetwas “deutsches” kaufen möchten – und dieses Bedürfnis bedient der Volkswagen-Konzern. Innovationen in jeder Hinsicht werden anderen Automobilherstellern überlassen – und nach Jahren einfach kopiert und dann mit viel PR als eigene Innovation verkauft.
    Hinzukommen die massiven Verflechtungen des Volkswagen-Konzerns mit dem deutschen Staatswesen schlechthin, angefangen von Niedersachsen als grossen Anteilseigner bis hin zum manipulieren von Inhalten bei der öffentlich-rechtlichen ARD und in den kommerziellen Medien, dem gezielten positionieren von negativen Inhalten über Wettbewerber in den Print-Medien – man muss nur darauf achten, wie häufig Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns in den ARD-Nachrichten, in Dokumentationen gezeigt werden, ohne das ein wirklicher inhaltlicher Zusammenhang besteht.

  • Wolf Larsen - 25. Februar 2012

    Das einzigste, was helfen würde, diese rUmverteilung von unten nach oben was entgegenzusetzen und Europe vom Joch deutscher Unterdrückung mittels der Wirtschaft zu befreien und gleichzeitig dabei den Lebensstandard für die breite Masse mit höheren Reallöhnen auf FRIEDLICHEM Wege zu steigern, wäre eine masive Arbeitsverweigerung möglichst vieler Arbeitnehmer.
    Aber die Deutschen sind viel zu dummfleissig, als das das Wirklichkeit würde.

  • Georg Trappe: - 26. Februar 2012

    Ein kleines Beispiel, welchen Beitrag die Mainstream Medien zur “Verdummfleissigung” der “Deutschen” leisten: “Jetzt kassiert die Arbeiterklasse”

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/automobilindustrie/rekordpraemien-in-automobilindustrie-jetzt-kassiert-die-arbeiterklasse-11662590.html

    Nur der arme Herr Zetsche geht “leer’ aus.

    http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/trotz-daimlers-rekordbilanz-zetsche-verdient-knapp-neun-millionen-genau-wie-2010_aid_716709.html

    Halleluja! Trickle down effect in action! Und alles wird gut.

    Fehlt nur noch der Titel “Krise lohnt sich!”

    Aber den gab es ja fast schon in der Form: “Erpressung lohnt sich”
    http://www.cicero.de/kapital/erpressung-lohnt-sich-doch/41791

    Einen schoenen Sonntag wuenscht
    Georg Trappe