Skandalöse Jugendarbeitslosigkeit

von am 2. Mai 2012 in Allgemein

Heute veröffentlichte Eurostat die saisonbereinigten Arbeitslosenquoten für die EU17 und die EU27. In der Eurozone stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im März 2012 auf 10,9%, nach 10,8% im Vormonat und in der EU27 lag sie unverändert bei 10,2%. Die 10,9% Arbeitslosenquote im März 2012 in der Eurozone ist die höchste Quote seit Bestehen der Gemeinschaft. Deprimierend stellen sich weiter vor allem die hohen Arbeitslosenquoten in den Südperipherie-Staaten dar. So stieg die offizielle saisonbereinigte Arbeitslosenquote in Portugal im März auf 15,3% (+0,3 Prozentpunkte), in Italien auf 9,8% (+0,2 Prozentpunkte) und in Griechenland, die mit ihrer monatlichen Datenerhebung immer hinterherhinken, stieg die saisonbereinigte Quote für Januar auf 21,7% (+0,5 Prozentpunkte), jeweils im Vergleich zum Vormonat! Die höchste Quote in der gesamten EU erzielte Spanien mit 24,1% (+0,3 Prozentpunkte zum Vormonat).

Die Arbeitslosenquoten in der Südperipherie der Eurozone steigen unaufhörlich Monat für Monat und sind ein klares Zeichen der Dynamik der Abwärtsbewegung der wirtschaftlichen Aktivität. Aberwitzig bleiben die gewählten Mittel zur Bewältigung der Krise, undifferenzierte Austerität, zu Lasten vor allem der Masseneinkommen und damit Motor für Konsum-, Investitions- und Wertschöpfungskontraktion in der Südperipherie.

Noch schlimmer stellen sich in der Südperipherie die Daten zur Jugendarbeitslosigkeit (unter 25 Jahre) dar. Das Korsett des Euro stranguliert die schwachen Volkswirtschaften und die Austeritätsmaßnahmen führen zu einer sich selbstverstärkenden Abwärtsspirale, welche sich eben auch in einer Perspektivlosigkeit für die Jugend dokumentiert:

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Portugal von Januar 2000 bis März 2012 im Chart. Im März 2012 stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +0,7 Prozentpunkte zum Vormonat auf 36,1%. Dies markiert ein neues Allzeithoch!

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Italien von Januar 2000 bis März 2012 im Chart. Im März 2012 stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +2,0 Prozentpunkte zum Vormonat auf 35,9%. Dies markiert ein  Allzeithoch, der höchste Stand seit Beginn der Datenreihe im Januar 1983.

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland von Januar 2000 bis Januar 2012 im Chart. Im Januar 2012 stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +0,2 Prozentpunkte zum Vormonat auf 51,2%. Dies markiert ein neues Allzeithoch.

Die Entwicklung der offiziellen saisonbereinigten Quote der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien von Januar 2000 bis März 2012 im Chart. Im März 2012 stieg die Jugendarbeitslosigkeit um +0,2 Prozentpunkte zum Vormonat, auf 51,1% und markiert damit ebenfalls ein neues Allzeithoch.

Dies sind skandalöse Daten! Eine Jugend der Südperipherie der Eurozone ohne jegliche berufliche Perspektive ist eine Schande für Europa und richtet nachhaltige soziale und wirtschaftliche Schäden an.

Quelle Daten: Eurostat.ec.europa.eu/PDF: saisonbereinigte Arbeitslosenquoten März 2012 für die EU17 und die EU27, Eurostat.ec.europa.eu/Datenbank

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24 KommentareKommentieren

  • hunsrückbäuerlein - 2. Mai 2012

    das ist mehr als eine Schande! Eine Großeltern- und Elterngeneration weltweit hat es geschafft, wie eine Herde Heuschrecken, das System soweit gegen die Wand zu fahren, dass für Kinder oder Enkel nix mehr über ist, außer Scherben. WOW, das nenne ich nachhaltig, gierig, dumm. Wir “Alten” sollten uns nicht wundern, wenn uns die “Jungen” demnächst bei ROT über die Ampel schicken. Das wäre dann zwar kriminell, aber sicher keine Schande.

  • Torsten - 2. Mai 2012

    “Dies sind skandalöse Daten! Eine Jugend der Südperipherie der Eurozone ohne jegliche berufliche Perspektive ist eine Schande für Europa und richtet nachhaltige soziale und wirtschaftliche Schäden an.”

    Wie wird das enden?
    Ich habe Kinder und wenn ich mir die Charts ansehe, sehe ich in der Steigung / Trend kein Ende. Im Gegenteil, der Trend nach oben steigt schneller wie ich an 5 Euro komme.

  • Duke van Hudde - 2. Mai 2012

    Wichtig noch zu nennen das wir als Deutschland bei den Eurofaschisten eine Arbeitlosigkeitsquote von 5,6 % haben und bei unseren Arbeitsamt(ja ich weis das das angeblich Agentur heisst) haben wir 7 %.Es gibt somit bei den Eurofaschisten eine Lücke von ca 25 % die die einfach mal so aus Propagandazwecken weglassen und das bei dne selbst geshcönten Deutschen Zahlen.Jeder kann sich dann denken was die in der Südschiene machen und sich ausrechnen wo da die wirkliche Arbeitslosigkeit leigen wird.

    Spannend finde ich aber trotzdem eine Grafik aus den Verein und zwar wie sich die Arbeitslosenquote in der EU im Euro zu der gesammten entwickelt hat.Das kann man in der angegbeen PDF finden.Ab ca 2004 hat die Eurozone eine höhere Arbeitslosenzahl wie der Rest der EU und die Schere geht immer weiter auseinander auch wenn der grösste Teil der EU 27 von der Bevölkerung schon im Eurofaschistengefängnis sitzt.MAn sollte ja auch bedenken das die angeblich 17 stärksten Länder den Euro haben und ganz schwache nicht rein durften.

    Der Euro ist kein Eroflgsmodell sondern ein Verliermodell wie man klar dadran sehen kann.
    Man entwickelt sich sogar noch schlechter wie die schon selber total Kranken EU 27.

    Man kann sich das leicht vorstellen jeder Arbeitsplatz der “dank” des für uns Deutschen zu niedrigen Euros hier entsteht wird dreifach in den Ländern mit einen zu hohen Euro vernichtet.

    Der Euro muss weg und es muss wieder vernüftige Wechselkurse geben und “leistungsschwache” Länder können wieder abwerten und so auf den Weltmarkt bestehen.

    Die Länder ohne den Euro haben meistens selbst riesige Probleme aber sie kommen doch im Schnitt deutlich besser zu Recht wie die die durch die Eurofaschisten schon gefangen Länder.

    • ergo sum - 2. Mai 2012

      @ Duke:
      Sie haben recht, es ist nur der Euro, der an allem schuld ist. Der “Economist” brachte vor einigen Wochen eine aufschlussreiche Tabelle der Entwicklung der Ratings der 17 Eurostaaten über 25 Jahre. Vor Einführung des Euro stiegen die Ratings ständig an, bis schließlich sämtliche 17 Staaten mit AAA, AA oder A bewertet wurden. Nach Einführung des Euro sanken sie laufend ab bis zum heutigen Tiefpunkt.
      Gruß, Ergo

      • dank - 2. Mai 2012

        @ergo sum

        Der Link wäre sehr interessant – als kleine Arbeitsunterlage. Selber suchen hat mich da eben nicht weitergebracht.

        Vielen Dank!

  • Nepumuk - 2. Mai 2012

    @ Querschuss

    Gibt es auch eine Datenreihe für die 10 Länder die EU aber nicht Euro sind ?

    Es währe doch sicherlich interessant zu sehen wie different sich diese zu den im Euro gefangenen Ländern entwickeln.

    Nepumuk

  • Das Häschen - 2. Mai 2012

    In Absolutzahlen ist die Jugendarbeitslosigkeit bei den Jugendlichen in Spanien wesentlich geringer als vor dem EURO – Frage ist warum? Ich vermute es fallen nach einem Jahr Menschen raus aus der Statistik und andere kommen nicht rein in die Jobs. Die Rate ist so hoch da die Basis schrumpft, das ist bedenklich. Über alle EU Länder bleibt die Arbeitslosigkeit konstant, bei den Jugendlichen. Das wäre interessant zu hinterfragen.

    Die Arbeitslosenquote sagt wenig aus, genauso wie Neuverschuldung respektive Gesamtverschuldung auf Basis BIP – variable Basis. Die funktioniert für ganz sachte schmale Bandbreiten. In den Zeitungen wird sugeriert 50% der jugendlichen Griechen sind faul und liegen am Strand, wenn die Arbeitslosigkeit im Sommer steigt – das ist der Beweis – ‘Die liegen am Strand’. Im Fernsehen (ARD oder ZDF), obwohl weniger Zeit bleibt, wird zumindest noch die Absolutzahl genannt.

    Daraus folgt, die Kennzahlen Durchschnittsalter des Mitarbeiters wird geschönt und durch die Würdigung der Erfahrung, wird der Mitarbeiter zu teuer. Bei den verkürzten Innovationszyklen und geringen Anteilen an Gewinnen die im Unternehmen investiert werden, wird der ältere Mitarbeiter zu teuer losgelöst von seiner Historie, ‘Der Mohr hat seine Schuldigkeit’ getan – entschuldigen sie den Ausdruck, er ist dennoch gebräuchlich.

    In Österreich sehr bescheiden … aber ältere Arbeitnehmer haben nichts zu lachen.
    http://orf.at/stories/2118101/2118103/
    Aber zum beschweren gibt es derzeit wenig, denn zu uns kommen die Gut ausgebildeten Fachkräfte aus dem Osten gerne, zumindest jene die kommen. Auch wenn in den Medien der eine arme Bergbauer aus Anatolien muss herhalten für die Propaganda.

  • Hajo - 2. Mai 2012

    @querschuss

    “Aberwitzig bleiben die gewählten Mittel zur Bewältigung der Krise, undifferenzierte Austerität, zu Lasten vor allem der Masseneinkommen und damit Motor für Konsum-, Investitions- und Wertschöpfungskontraktion in der Südperipherie.”

    Was wir z.Z. in den Ländern der Südperipherie erleben, sind die Folgen einer über viele Jahre gewachsenen verfehlten Haushalts-, Finanz- und Wirtschaftspolitik, speziell Investitions- und Subventionspolitik. Hierdurch wurden z.B. in Spanien gewaltige Überkapazitäten im privaten wie im gewerblichen Immobiliensektor geschaffen, die den Spaniern noch lange Jahre Probleme bereiten dürften.

    Welche konkrete realisierbare Vorschläge hättest du denn für eine Wiederbelebung der Konsum-, Investitions- und Wertschöpfung in den PIGS-Staaten?

    MfG
    Hajo

    • HaPennyBacon - 2. Mai 2012

      Wie man es dreht und wendet, es gibt heute schon eine gnadenlose Überproduktion in den Industrieländern. Das, worauf irgend welche Konjunkturprogramme oder Subventionen hinauslaufen würden, wär die alte Blase durch eine neue zu ersetzen. Lediglich im Sektor der Energieversorgung sehe ich noch einiges an Spielraum. Würde man es schaffen sinnvoll in erneuerbare Energie zu investieren, dann könnten die doch erheblichen Importrechnungen der Staaten der Eurozone für fossile Brennstoffe reduziert und somit das Außenhandelsdefizit verringert werden. Ist ja nicht nur das Erdöl und Gas sondern es wird auch ziemlich viel Kohle importiert. Da kommt in der Summe schon der eine oder andere Rettungsschirm pro Jahr zusammen.

    • Querschuss - 2. Mai 2012

      Hallo Hajo,
      ja sicher sind dies u.a. die Folgen davon, nur wird es davon besser wenn man die Kreditausfälle maximiert, in dem man so einen sinnlosen wirtschaftlichen Abschwung organisiert? Wo war eigentlich die EU und ihre Institutionen als die Immobilienblase und die Kreditportfolios der Banken aufgepumpt wurden? Zu dieser Zeit wurde Spanien sogar als Vorbild dargestellt, während ich bereits 2007 auf den Wahnsinn im Blog hinwies, siehe: http://www.querschuesse.de/gefahr-fur-den-euro/

      Ist doch alles nicht neu, man hätte schon seit Jahren gegensteuern können und müssen!

      Schon im Falle von Griechenland wurde hier seit über zwei Jahren dokumentiert, wie durch die undifferenzierte Austerität der Abschwung nur unnötig beschleunigt wurde und damit die angerichteten volkswirtschaftlichen Schäden maximiert wurden. Macht es Sinn dies auch in Spanien und Italien zu wiederholen, selbst Super Mario, der tolle Reformer organisiert in Italien nachweislich mit seinen Reformen (Sparmaßnahmen) den wirtschaftlichen Abschwung!

      Bei knapp 1000 Mrd. Euro Hypothekenvolumen in Spanien gibt es gar keine andere Wahl, als Jobs und Einkommen zu stabilisieren, damit diese Pyramide nicht unkontrolliert purzelt. Wie man angesichts von 24,1% Arbeitslosenquote im März, für 2012 zwei Sparpakete des Staates von 27,3 Mrd. und nochmal von 10 Mrd. Euro draufsatteln kann ist mir ein Rätsel. Sollten diese Sparmaßnahmen umgesetzt werden, knapp 3,5% des nominalen BIPs, dürfte der BIP-Schaden noch weitaus größer ausfallen.

      Spanien hat einen Bruttoschuldenstand von 68% des nominalen BIPs, deutlich weniger als Deutschland. In der momentanen Situation kommt es primär nicht darauf an die Neuverschuldung auf Teufel komm raus zu senken, sondern die Rezession und damit den Fall der Kreditpyramiden zu verhindern!
      Das Geld was man trotzdem sinnvoller Weise in Verwaltungen und uneffektiven Strukturen sparen kann, muss investiert werden bzw. es müssen Investitionen mit staatlichen Förderprogrammen angezogen werden. Solange in einer Rezession unsinniger Weise gewaltige Sparprogramme aufgelegt werden, brauche ich mir über detaillierte, realisierbare Vorschläge zur Wiederbelebung von Konsum-, Investitions- und Wertschöpfung keine Gedanken machen, mein Einfluss und Gestaltungsrahmen ist eh gleich Null, ich bin nur Beobachter und Blogger.

      Trotzdem bleibt es für mich immer wieder ein Rätsel, das viele Kommentatoren offen oder auch ein wenig verdeckt so tun, als ob es zu diesem Irrsinn (ganz auf TINA-Linie) keine Alternative gäbe. Mit oder ohne Euro, die Südperipherie braucht ein Geschäftsmodell, ohne geht es niemals voran, was liegt näher als das Anzupacken was definitiv fehlt, industrielle Wertschöpfung! Ohne industrielle Basis, die wenigstens für ausgeglichene Handelsbilanzen sorgt, wird es nie eine Lösung geben.

      Gruß Steffen

  • klaus - 2. Mai 2012

    Europa braucht Creativität und keine
    Milliarden.
    http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/9239450/Europe-needs-creativity-not-billions-of-euros-says-German-Chancellor-Angela-Merkel.html

    Und hier wieder mal eine Creativitätsinitiative .

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/plagiatsvorwuerfe-universitaet-will-schavans-doktorarbeit-pruefen/6580240.html

    Sorry, aber der musste mal sein.

    Offensichtlich reagiert man nur noch,
    der Rest ist ein zerfallendes Europa,
    wo Ratingagenturen auf die Creativität
    reagieren.

    *kopfschüttel*

    P.S. Am Sonntag kommt es um 20 Uhr im Fernsehen.
    Das Zittern um Frankreich – Teil II.

    • Bernd Rickert - 2. Mai 2012

      Kreativität kostet.
      Die Lobeshymnen über Innovation und Kreativität hängen mir zum Hals raus. Tatsächlich werden nur “vernetzte” Personen gefördert, egal ob in Konzernen oder als Individuen.
      Der Rest sind dann Träumer, die zu Phantasie anregen oder deren Ideen gestohlen werden. Wohin substanzlose Phantasie führt, sieht man, wenn die Träume platzen.. Dann sind eben auch phantastische Rechnungen fällig.

      Mit freundlichen Grüßen
      Bernd Rickert

  • einer für alle - 2. Mai 2012

    Ja, diese Zahlen sind zum Glück bei 100% begrenzt!

    Das ist das “neue Europa” und unsere schöne Globalisierung!

    Zum Abschluß brauchen wir nur noch eine WELT_Bängsterregierung, die soviel Sklaven überleben lässt, wie gerade benötigt wird.

  • P.H. - 2. Mai 2012

    Ist jemand aufgefallen, dass bei den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Deutschland für April die Arbeitslosen über 58 (die ohnehin nicht offiziell gezählt werden) abrupt von 372.404 auf 220.911 gefallen sind, aber in den Vormonaten stagnierten? Ist das nun ein Senioren-Jobwunder oder etwa ein Tippfehler? Ich beziehe mich hierauf:

    http://www.die-linke.de/politik/themen/arbeitsmarktundmindestlohn/tatsaechlichearbeitslosigkeit/

  • Mickleel - 2. Mai 2012

    Weniger Fließbandproduktion und logischerweise mehr Fertigungstiefe könnten das Problem doch lösen? Aber nein, bald verstopfen auch noch Gigaliner die Autobahnen um (plakativ gesagt) irgend ein in Hamburg ausgestanztes Blechteil nach München zu bringen, wo es gebeizt wird, um es schließlich nach Köln zu fahren, wo es weiterverarbeitet wird.

    Die wenigen Wale in den Weltmeeren finden sich vor lauter Krach, den die Containerschiffe produzieren, nicht mehr um sich fortzupflanzen, aber anstatt diesen Wahnsinn zu stoppen, sägt man die Schiffe nochmal in der Mitte durch um sie schön ein paar Meter länger zu machen. Es ist alles nachvollziehbar und hat seine Logik (die des schnellen Geldes), aber so verflucht kurz gedacht und die hier aufgeführten Zahlen belegen, dass es kurz gedacht ist. Aber vllt verlässt man sich in der Politik auf Studien, wie die von den Arbeitslosen von Marienthal. Ich darf Sie, liebe Mitleser der querschüsse, an dieser Stelle darauf verweisen, sich mal über diesen “Klassiker, der empirischen Sozialforschung” zu informieren.

    vielen Dank!

    Weiter so, Steffen.

    lg Mickleel

  • Manfred Spitz - 2. Mai 2012

    Das bedingungslose Grundeinkommen muss europaweit dringend eingeführt werden, sonst knallt es bald.

  • Hartmut Koller - 2. Mai 2012

    Das bedingungslose Grundeinkommen ist das Rettungspaket für die kleinen Leute.

    • Lothar - 2. Mai 2012

      Das bedingungslose Grundeinkommen wird die groesste Umverteilungsaktion von unten nach oben. Nein, Arbeitszeit auf 23 Stunden zwangsreduzieren. Schafft sofort 50% Arbeitsplaetze, auch die guten.

      • Tweel - 3. Mai 2012

        @Lothar.
        Dem stimme ich bedingungslos zu. Ich bin sehr häufug in Polen und Deutschland unterwegs. Meinen Job können gern auch zwei machen. Hab ich immer noch genug Arbeit. Wie übrigens alle meine Kollegen auch. Das würde eine bessere Verteilung des Geldes sorgen, freut sich auch der Binnenmarkt. Geht aber nicht, wenn immer nur der Billigste der Beste ist und die Gewinne stetig steigen sollen.

  • Freddy - 3. Mai 2012

    Zuerst einmal wäre eine Besinnung innerhalb der Bevölkerung wichtig. Diese müsste sich eingehender mit den Fragen nach der gemeinsamen Zukunft auseinandersetzen und selber rechervchieren – wenn sie es denn wirklich wollte.

    Nur den Kopf zu öffnen, wenn Mutti spricht oder Barrosso, die Presseorgane oder Institute und dann sagen ” ja, wir leben gut”, das ist einseitig und eingleisig. Der Punkt ist doch, was glaube ich und habe ich nicht mal Zweifel an den Jubelmeldungen. Die zunehmende Unzufriedenheit und die Zukunftsängste der Jugend sind meiner Meinung nach eines der größten Bedrohungen für den inneren Frieden in Europa. Unter dem Deckel brodelt es langsam, davon bin ich überzeugt.

  • Grundlos - 3. Mai 2012

    Sind auch die etablierten Parteien daran Schuld,die mit Ideologien von 1960 arbeiten, wo in Deutschland noch die heile Welt zu finden war,der Sozialstaat finanziert werden konnte.
    Hier befinden sich die Parteien im geistigen Tiefschlaf ,verpasst ihre Strategie ihren Geist an die Anforderungen im Jahr 2012 anzupassen,stattdessen wird in Talksendungen immer wieder dieses alte Schema heruntergeleiert,obwohl jeder halbwegs Gebildete weiß das wir es nicht mehr finanzieren können,aufgrund von verschiedenen Ursachen,das wird irgendwann gefährlich, weil sich dann eine komplett eigene selbstständige Gesellschaft entwickeln kann,die Obrigkeit keinen Zugriff mehr haben wird,weil sie zurecht nicht ernst genommen werden könnte,quasi die Selbstorganisation einer Gesellschaft, die autark ohne den Regierungseliten leben könnte.Das kann noch eine Weile funktionieren, da es noch genügend ältere Gläubige gibt, die an diesem politischen Status noch glauben,die nächsten Generationen sehen es deutlich anders mit dem Vertrauen in die Politik..,dann erübrigt sich nämlich das ganze Prozedere , Wählen gehen…,weil das Ergebnis gemessen an dem, was versprochen wurde, wie immer nicht stimmt,stellt sich dann die Frage was wollen die denn da mit ihrem Gerede?
    Letztendlich gibt sich die aktuelle Politik der Lächerlichkeit preis weil,unehrlich,untreu,nicht der Mehrheit Interessen verbunden.
    Kann man eigentlich nur ein Aufmerksamkeitsdefizit unter den Politikern feststellen, wenn sie anfangen, zu reden über Sachen, wo sie wahrscheinlich selbst den Überblick nicht haben..

  • Pete - 3. Mai 2012

    Keine bisherige Maßnahme kann greifen. Durch den ungeheuren exponentiellen Zinsdruck, der über die Produktpreise an alle Konsumenten weitergegeben wird, die aber nicht jeden Preis zahlen können, sinken die Margen immer weiter, und keine Firma kann mehr rentable Arbeitsplätze anbieten.

    Das, genau das und nur das ist der Grund für die hohe Arbeitslosigkeit. Es gibt kein bösen Kapitalisten und keine bösen Gewerkschaften – das ist alles nur “Teile und herrsche”. Die Frage ist, wer herrscht denn da überhaupt noch? Und die zweite: Wie kommt man da nur raus? Das fragen sich bestimmt viele Blicker, die inzwischen aufgewacht sind. Die meisten werden die Lösung aber mit dem Verstand suchen. Denn die meisten von uns sind lange trainiert worden, dass unser wahres Ich der Verstand ist, und dass nur stimmt, was der Verstand produziert. Leider haben wir uns damit komplett mit dem Verstand identifiziert. Wir sind aber viel mehr.
    Das Ergebnis ist die jetzige Gesellschaft, ein Gefängnis des Verstandes. Man kann es drehen und wenden, heraus kommt man nicht mehr, der Knall ist systemimmanent. Selbst nachfolgende Lösungen mit umlaufgesichertem Geld und Bodenreform könnten an einer unumgänglichen Staatsquote scheitern:

    http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Macht-der_Staat-Eigentum.htm

    Negativität und Getrenntheitsdenken schaffen nicht nachhaltige Systeme, blockieren, töten, zementieren den Verfall.
    Die wirkliche Lösung liegt direkt in uns: Raus aus dem Knast des Verstandes. Setzen wir ihn dort ein, wo er hingehört: als Diener des Bewusstseins, nicht als sein Herrscher (ich habe diesen Fehler jahrzehntelang gemacht, wie fast jeder). Als Werkzeug ist er wichtig in dieser Welt, als Herr jedoch lässt er uns in der Matrix leben!

    http://www.raumbewusstsein.net

    Und nein, ich bin nicht der Autor. Möge dies sprechen, zu wem es möchte.

    Liebe Grüße,
    Pete

  • Tippex - 4. Mai 2012

    Wenn alle Leute, die ihr Geld auf Tagesgeldkonten liegen lassen, dieses Geld in langfristige Investments wie Betriebsgründungen stecken, dann wird es auch neue Arbeitsplätze geben. Lieber jetzt sinnvoll investieren (mit einem gewissen Risiko des Verlustes) als das Geld niedrig verzinst auf dem Tagesgeldkonto lassen, wo es durch den Herdentrieb der Anleger ziemlich sicher bald futsch ist. Jeder wartet auf den Crash…