Spanien: Arbeitslosenrekord mit 6,203 Millionen

von am 25. April 2013 in Allgemein

Das spanische Statistikamt INE berichtete heute mit dem Economically Active Population Survey (EAPS) erneut von einem desaströsen spanischen Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote stieg in Q1 2013 auf 27,16% und damit auf den höchsten Stand seit Erhebung der Daten in Q3 1976 durch das Instituto Nacional de Estadística. Insgesamt waren im 1. Quartal 2013 6,202700 Millionen Spanier ohne Job. Dies entsprach ebenfalls einem neuen Allzeithoch!

1aDie Entwicklung der Arbeitslosenquote seit Q3 1976 bis Q1 2013 im Chart. In Q1 2013 stieg die Arbeitslosenquote auf 27,16% an, nach 26,02% im Vorquartal und nach 24,44% im Vorjahresquartal. Das erste Quartal 2013 zeugt von der höchsten Arbeitslosenquote seit der Rückkehr zur Demokratie in Spanien Mitte der 70er-Jahre.

1dDie Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen je Quartal seit Q3 1976 bis Q1 2013 im Chart. In Q1 2013 stieg die Arbeitslosenzahl auf 6,202700 Millionen an, nach 5,965400 Millionen im Vorquartal und nach 5,639500 Millionen im Vorjahresquartal. Zum Vorquartal betrug der Anstieg +237’300 und zum Vorjahresquartal satte +563’200!

Der spanische Arbeitsmarktbericht (Economically Active Population Survey (EAPS)) des Statistikamtes INE ist nicht mit den monatlichen Arbeitslosenzahlen des spanischen Arbeitsministeriums zu vergleichen, wo nur die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen veröffentlicht werden. Die Daten des EAPS sind breiter gefasst und entsprechen in etwa der Haushaltsbefragung (Household Data) beim US-Arbeitsmarktbericht. Es werden 65’000 Spanier mit ständigem Wohnsitz ab 16 Jahre in einer Umfrage zu ihrem Arbeitsmarkt-Status befragt. Alle Arbeitnehmer über 16 Jahre gelten als beschäftigt, wenn sie in der Berichtswoche mindestens 1 Stunde gegen Entgelt gearbeitet haben, auch die in der Landwirtschaft, bezahlte mithelfende Familienangehörige, Arbeitnehmer in privaten Haushalten, Unterbeschäftigte, ebenso Arbeitnehmer bei Abwesenheit durch Krankheit, Unfälle, Urlaub oder Mutterschutz. Selbst bei Abwesenheit eines Arbeitnehmers durch ein Sabbatical, zur Pflege eines neugeborenen Kindes, bei Saisonarbeit, Arbeitsausfällen bei schlechten Wetter (Bau), Teilabschaltung aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen in den Betrieben, Streik oder Arbeitskampf, bei Aus- und Weiterbildung außerhalb des Betriebes, bei Abwesenheit aus persönlichen Gründen oder familiären Verpflichtungen, gelten Arbeitnehmer als beschäftigt, wenn der Arbeitgeber ihnen mindestens 50% ihres Gehalts zahlt oder innerhalb von 3 Monaten wieder die Arbeit aufgenommen wird.

So weichgespült diese Erhebung auch ist und damit selbst bei einem sehr hohen Rekordarbeitslosenstand auch noch ordentliches Beschönigungspotential beinhaltet, die erfasste Arbeitslosenzahl greift trotzdem höher, als die der rein Registrierten bei den spanischen Arbeitsämtern.

1f

Die erwerbsfähige Bevölkerung ab 16 Jahre mit 38,269500 Millionen in Q1 2013, die Erwerbsfähigen ab 16 Jahre – die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen mit 22,837400 Millionen, die Zahl der Beschäftigten mit 16,634700 Millionen, die Zahl der Arbeitslosen mit 6,202700 Millionen, die Zahl derjenigen die dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen mit 15,432100 Millionen, die Erwerbsquote mit 59,68% und die Arbeitslosenquote mit 27,16% in der Tabelle von INE.

Die Arbeitslosenzahl wird nur aus den Erwerbsfähigen ab 16 Jahren, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und den Beschäftigungszahlen errechnet (Active Population – Employed) und damit die Arbeitslosenquote aus dem Verhältnis von Unemployed zur Active Population. All diejenigen in der Rubrik Inactive verbucht werden, immerhin 15,432100 Millionen Erwerbsfähige ab 16 Jahre, die dem Arbeitsmarkt angeblich nicht zur Verfügung stehen, spielen bei der Ermittlung von Arbeitslosenzahl und -quote keine Rolle.

1aDie Entwicklung der Erwerbsfähigen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen (Active Population) seit Q3 1976 bis Q1 2013 im Chart. Aus der Active Population in Q1 2013 von 22,837400 Millionen minus der Zahl der Beschäftigten 16,634700 Millionen wird die Zahl der Arbeitslosen errechnet = 6,202700 Millionen.

Die Arbeitslosenquote errechnet sich aus der Zahl der Arbeitslosen von 6,202700 Millionen im Verhältnis zur Active Population (Erwerbsfähige, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen) 22,837400 Millionen =27,16%!

1aDie Entwicklung der Zahl der Beschäftigten je Quartal seit Q3 1976 bis Q1 2013 im Chart. In Q1 20123 sank die Zahl der Beschäftigten auf 16,634700 Millionen. Am Hoch in Q3 2007 waren es noch 20,510600 Millionen, ein Einbruch von kräftigen -3,875900 Millionen.

Das Employment Population Ratio der EAPS-Erhebung sank sogar auf 43,47%, diese Prozentzahl spiegelt den Anteil der Beschäftigten (16,634700 Mio.) an der erwerbsfähigen Bevölkerung ab 16 Jahre (Active Population + Inactive = 38,269500 Millionen) wider und dieses Verhältnis stürzt vom Hoch in Q3 2007 von 54,35% herab!

1aDie Entwicklung des Employment Population Ratio seit Q1 2000 bis Q1 2013 im Chart. In Q1 2013 ging es auf 43,47% abwärts. Nur noch 43,47% der erwerbsfähigen Bevölkerung Spaniens waren in Q1 2013 in einem Job!

Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit unter 25 Jahre betrug in Q1 2013 beschämende 57,22% bzw. dies entsprach 960’400 arbeitslosen Jugendlichen! Im Vorquartal betrug die Quote der jugendlichen Arbeitslosen 55,13% und im Vorjahresquartal 52,01%:

1aDie Entwicklung der Quote der Jugendarbeitslosigkeit seit Q3 1976 bis Q1 2013 im Chart. In Q1 2013 stieg die Quote auf 57,22% an, dies entsprach 960’400 arbeitslosen Jugendlichen!

1aDie Entwicklung der Beschäftigtenzahlen bei Jugendlichen unter 25 Jahre seit Q3 1976 bis Q1 2013 im Chart. In Q1 2013 sank die Beschäftigtenzahl von Jugendlichen auf 717’900!

Neben den 717’900 beschäftigten Jugendlichen und den 960’400 arbeitslosen Jugendlichen sind noch 2,406500 Millionen Jugendliche in der Rubrik Inactive, spielen also für die Ermittlung von Arbeitslosenquote und -zahl keinerlei Rolle. Wie viele von den Jugendlichen in Inactive wirklich nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, weil sie sich in Ausbildung, Studium usw. befinden ist etwas spekulativ bzw. von hier aus nicht abschließend zu klären, allerdings ein Employment Population Ratio bei Jugendlichen von extrem niedrigen 17,57% spricht Bände (Verhältnis aus Beschäftigten 717’900 und Active Population (Beschäftigte + Arbeitslose) + Inactive 4,084900 Millionen = 17,57%)! Zum Hoch in Q3 2006 lag das Employment Population Ratio bei den Jugendlichen bei 45,44%, dies sagt eigentlich alles! Noch visuell verdeutlicht:

1aDie Entwicklung des Employment Population Ratio bei Jugendlichen seit Q2 1987 bis Q1 2013 im Chart. In Q1 2013 ging es auf 17,57% abwärts. Nur noch 17,57% der erwerbsfähigen Jugendlichen Spaniens waren in Q1 2013 in einem Arbeitsverhältnis, skandalös und eine Bankrotterklärung des Systems zugleich!

Die Daten der spanischen Arbeitsmarkterhebung (EAPS) bleiben ein absolutes Desaster. Es ist weiterhin kein Licht am Ende des Rezessionstunnels sichtbar und weiter werden nur die volkswirtschaftlichen Schäden maximiert! Die bisher ergriffenen Maßnahmen wirkten wirtschaftlich kontraproduktiv und generieren nur eine sinkende wirtschaftliche Aktivität, weniger Einkommen, weniger Konsum, weniger Investitionen, weniger Wertschöpfung, dafür aber soziale Verwerfungen, eine steigende Arbeitslosigkeit und steigende Kreditausfälle der privaten Haushalte und Unternehmen! Vor allem die Daten zur Jugendarbeitslosigkeit sind ein Hammer und delegitimieren das ganze System, wobei im Zusammenhang mit diesem, schon lange nicht mehr von einer sozialen Marktwirtschaft die Rede sein kann.

Quelle Daten: Ine.es/Encuesta de Población Activa (EPA) Primer trimestre de 2013

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17 KommentareKommentieren

  • mitwisser - 25. April 2013

    Ich befürchte ja schon länger, dass die Latte mit 30/60% bei den Arbeitslosenzahlen allgemein respektive Jugend bald gerissen wird und wird sind auch auf dem besten Weg dahin. Eine gute Touristensaison, sofern es sie geben wird, kann das nicht wirklich verhindern.
    Schockiernd finde ich aber den Beschäftigungsgrad der Jugend. Kein Land kann sich leisten, die Talente dieser jungen Leute derart zu vergeuden!

  • Daniel2012 - 25. April 2013

    in frankreich gehen die gleichen zahlen weiterhin nach oben.
    ich denke du wirst diese uns nicht vorenthalten koennen.

    angela merkel aeussert sich in letzter auffallend oft zu volkswirtschaftlichen themen:

    “In Portugal oder Italien sei der Unternehmenskredit momentan zwei bis drei Mal so teuer wie in Deutschland, sagte Merkel. Viele Reformbestrebungen würden so aufgefressen. «Ich unterstütze voll und ganz, dass wir wieder zu einem harmonisierten Zinsniveau in Europa kommen müssen», sagte Merkel.

    Als Fundament dafür nannte sie unter anderem vergleichbare Wirtschaftsstrukturen. Es müsse ein gemeinsames Verständnis von Wirtschaftspolitik und Wettbewerbsfähigkeit geben. Wenn man wieder zu erträglichen Zinsniveaus kommen wolle, gelte es diese interne Spaltung des Euroraumes überwinden.”

    na dann…

  • martin - 25. April 2013

    man sollte nicht vergessen, dass das erst der Beginn ist.

    Durch Beendigung des Euros (und USD) und damit des Schuld-/Kreditwachstums wird es in der darauffolgenden “Neujustierung” zu keinen Investitionen, Blasen, Krediten mehr so schnell kommen.

    Das bedeutet auch die Freisetzung von nochmals vielen vielen MIllionen beschäftigten, deren Jobs auf dem Schuld- und Kreditwachstum beruhen.

    Meine Prognose liegt bei 80% Arbeitslosigkeit. Ein Zerfall der öffentlichen Ordnung natürlich nicht ausgeschlossen, insbesondere im Hinblick auf die ganzen anderen Faktoren wie Peak-Oil, Bevölkerungsentwicklung, Billig-Rohstoff-basierte-Wirtschaft.

    Keine schönen Zeiten, trotz den aktuell schon nicht so schönen Zeiten.

  • klaus - 26. April 2013

    Donnerschlag. Weidmann haut auf den Tisch.

    Weidmann stoppt nach ELA-Kritik, die OMT’s
    zur Rettung ganzer Länder, mit der Begründung
    es sei Sache des Bundesverfassungsgerichts
    ǘber den ESM zu entscheiden.

    Kein Geld für schlechte Anleihen.

    Anscheinend sieht Weidmann bei den OMT’s
    den Haftungsdeckel
    für Deutschland in Gefahr !

    Rest ist Premium-Content.
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/euro-rettung-weidmann-rechnet-mit-der-ezb-ab/8125156.html

    Bei der Chase Manhattan hat man das Gold im Keller gezählt.
    Da scheint was anzustehen.

    http://www.zerohedge.com/news/2013-04-25/jpmorgans-eligible-gold-plummets-65-24-hours-all-time-low

    Ob es damit zu tun hat?

    Sehen wir nach dem Verfassungsgerichtsurteil im Juni einen

    VOLKSENTSCHEID ?

    Gruß klaus

  • M. B. - 26. April 2013

    Gestern war ich mal in Münchnen am Gasteig, dort ist unter anderem die Münchner Volkshochschule untergebracht. In dieser kann man einen Einstufungstest machen bzw. Deutschkurse belegen.

    Nach kurzer Zeit bin ich micht 4 Spanierinnen ins Gespräch gekommen, 2 sprachen recht ordentlich Deutsch, 2 nur sehr wenig. Ich habe natürlich nachgefragt, was sie nach Deutschland führt. Wie zu erwarten war es die hohe Arbeitslosigkeit in Spanien, es müssen absolut katastrophale Zustände dort herrschen. Das kann man sich hier (noch) gar nicht ausmalen… Die Arbeitslosigkeit hat ungeahnte Außmaße angenommen. Wenn man von der Schule / Uni kommt, bzw. seine Arbeit verloren hat, hat man fast keine Chance mehr einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

    Und in unseren MSM findet sich keine anständige Reportage, welche dem Michel mal die substantiellen Probleme in der Südschine vor Augen führt.

    Mit meinem GEZ-Beitrag könnte ich mir genauso gut was auswischen…

    P. S. Neugierig wie ich war, bin ich dann noch in die VHS für Migration, dort dasselbe Bild…

    • Skandinavienfan - 26. April 2013

      @ M.B.

      So ist es – leider: Monat für Monat neue Zahlen- und Bilddokumente der Schande und des Scheiterns einer vollkommen verantwortungslosen Sparpolitik: nominal 6,2 Millionen Arbeitslose gab ja auch schon mal in Deutschland – im Winter 1931/32 (Quote einst rd. 32 %)…

      Die aktuellen (offiziellen) Arbeitslosenquoten für die Balearen: 28,6 %, für Castilla-La Mancha 31,5 % und für Andalusien gar 36,9 %…

      http://uhupardo.wordpress.com/2013/04/25/erstmals-mehr-als-6-millionen-arbeitslose-2-mio-haushalte-ohne-jedes-einkommen

      http://spanienleben.blogspot.com.es/2013/04/spaniens-jugend-und-das-groe-drama-ist.html#!/2013/04/spaniens-jugend-und-das-groe-drama-ist.html

      Wann wird auch auf der iberischen Halbinsel der berüchtigte “tipping point” erreicht sein – so wie ihn einst die Selbstverbrennung des vollkommen verarmten Bauern Mohamed Bouazizi am 17. Dezember 2010 im tunesischen Sidi Bouzid markiert hat…?

      • Eurelios - 26. April 2013

        Wann wird auch auf der iberischen Halbinsel der berüchtigte “tipping point” erreicht sein – so wie ihn einst die Selbstverbrennung des vollkommen verarmten Bauern Mohamed Bouazizi am 17. Dezember 2010 im tunesischen Sidi Bouzid markiert hat…?

        Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort. Keiner weis es nur eins ist so sicher wie das Amen
        in der Kirche der Kipppunkt wird kommen.

        Dann wird ein Flächenbrand in den Südländern ausbrechen der alles überrollt und den
        keiner mehr aufhalten kann mit Auswirkungen die man sich garnicht ausmalen mag.

    • MartinR - 26. April 2013

      “Und in unseren MSM findet sich keine anständige Reportage, welche dem Michel mal die substantiellen Probleme in der Südschine vor Augen führt.

      Mit meinem GEZ-Beitrag könnte ich mir genauso gut was auswischen…”

      Falls Sie es noch nicht wissen oder verinnerlicht haben, kann ich Ihnen nur ARTE empfehlen, da bekommt man schon einige kritische Meldungen zu sehen (Nachrichten um 19:10 Uhr und oft Thementage).

    • klaus - 26. April 2013

      @M.B

      Keine Chance auf Arbeitsplatz in Spanien?

      Heute Göring-Ekardt – Parteitag der Grünen :

      “und man keine Einladung mehr zum Vorstellungsgespräch bekommt,
      weil man nicht die richtige Adresse hat.”

      Die meint das für Deutschland.
      Nimmt man zu der falschen Adresse noch andere Einschränkungen an,
      ist die Bewerbung geradezu Ironie.

      Von daher, es liegt nicht an den Leuten, es liegt daran, das das
      komplette System nur noch lobbyistisch geführt wird.

      Dann ist die Bildung des Einzelnen, auch wenn benötigt,
      schlicht sekundär.
      Dann und wann muß halt jemand eingestellt werden.
      Es gibt welche, die sich in der Politik beklagt haben,
      das Ihre Klientel Probleme mit Nachhilfe hat. ;)

      Ich hab die Situation immer schon so eingeschätzt.
      Nur hätte ich nicht geglaubt, das ich es jemals so deutlich
      hören würde.

      Gruß klaus

  • paernu - 26. April 2013

    Heute war im Briefkasten Flyer zum örtlichen Fest “Europäische Vielfalt” mit Tanzgruppen aus den unterschiedlichen Regionen Europas, Essenständen und Spielen für die Kleinen.
    Auf dem Bankautomat der örtlichen Sparkasse auch eine Werbung dazu. Ja, Ja mal ein bisschen Stimmung machen in den Nordländern für das schöne Europa.

    Das ist so ähnlich, wie die Unterhaltungvorstellungen für die kämpfende Truppe in den diversen Kriegen der Menschheit.

    Ich möchte nicht wissen, was der ganze Krempel kostet, bin mir sicher, dass dieses Fest nicht nur bei mir stattfindet, so kreativ sind die im ORt bei uns nicht.

  • Duke van Hudde - 26. April 2013

    Eine Zahl die einen traurig wütend und angst macht hast du genannt 17 % der jungen Spanier gehen nur noch eine Arbeit nach.Wieviel % “normal” sein würde kann man schlecht abschätzen aber eins ist klar diese Zahl liegt weit oberhalt der 17 %.

    Nun der euro bleibt für mich weiter ein Kriegsprojekt und ganz sicher kein Friedensprojekt.

    Mit eine Defaltionspolitik kann man die Lohnstückkosten nicht soweit senken das sie wieder zu Deutschlands passen und dEutschland kein Übershcuss und Spanien kein Deviziet in dEr leistungsbilanz mehr haben.Den mit diesr Politik zerstört man massiv Werschöpfungspotenzial und man schafft es damit überhaupt nicht bis zu dem Ende wo es dann wieder passen würde.

    Entweder Deutshcland erhöt massiv die Löhne und kommt so Spanien ein Schritt entgegen oder einer derbeiden tritt endlich aus dne Euro aus.Da es aber in Deutshcland sicher keine Lohnerhöungen gibt müsste einer austreten.

    In Deutshcland lauert die Elite jetzt natürlich noch billige Arbeitskräfte aus der Südschiene anzuwerben um zu verhindenr das es zu Lohnerhöungen kommt.

    Nur sollte man sich mal überlegen was das bedeutet für dieSüdschiene wenn ihre Schulden auf weniger Menschen verteilt wird.

  • Daniel2012 - 26. April 2013

    “Weitgehend unbekannte Gruppen hatten über die Sozialen Netzwerke dazu aufgerufen, das Parlament bis zum Sturz der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy zu „belagern“.

    http://www.hna.de/nachrichten/politik/sparpolitik-spanien-krawall-festnahmen-zr-2874287.html

    mal sehen was da noch kommt…

  • Ina - 26. April 2013

    Erstaunlich wie ruhig die Menschen in Spanien noch sind. Bis auf die Minenarbeiter, lässt sich die Mehrheit widerstandslos in die Verelendung treiben. Die Deutschen sind nicht alleine mit ihrem Fahrscheinkomplex…

  • Jochen Lauxmann - 26. April 2013

    M. B. – 26. April 2013 Antworten
    Gestern war ich mal in Münchnen am Gasteig, dort ist unter anderem die Münchner Volkshochschule untergebracht. In dieser kann man einen Einstufungstest machen bzw. Deutschkurse belegen.
    ——————
    Kann ich bestätigen. Wir beschäftigen uns mit Auslandsrecruiting. Hauptsächlich Spanien, Portugal und Irland. Das spanische Ausbildungssystem ist veraltet, die jungen Spanier sprechen kein Deutsch, aber Englisch und die deutschen Firmen nur unzureichend Englisch. Shit happens! B1-Deutschkenntnisse sind Minimum für einen qualifizierten Job als Ingenieur.

    Wir verpassen die historische Chance die wirklich klugen Köpfe zu uns zu holen. Menschen die unserer Gesellschaft einen echten Mehrwert bringen.

    Nach dem Studium mutieren viele spanische Jung-Ingenieure direkt zum Kellner oder zum Regaleeinräumer im Mercadona-Supermarkt. Nach 3 Jahren sind die keine Ingenieure mehr.

    Spanien ist in vielen Dingen soweit hinten dran. Es ist einfach nur grausam! Ich befürchte, dass hier eine oder zwei Generationen einmal die “Verlorenen” genannt werden.

  • gagavogel - 28. April 2013

    Um abschätzen zu können, wie desaströs die Lage in Spanien ist, möchte ich folgende Zahlen vorstellen.
    Steuereinahmen 2012 167,731 Milliarden (Quelle ElPais)
    Defizit 2012 111,641 Milliarden (Quelle http://www.datosmacro.com/deficit )

    Vom Defizit sind nach EU-Regeln die ca. 40 Milliarden abzuziehen, die für die Bankenrettung aufgewendet wurden. Dies ergibt ein amtliches Defizit von ca. 71 Milliarden.
    D.h für jeden Euro Einnahmen werden 42 Cent Schulden gemacht.
    In dem das Defizit in Relation zum BIP gesetzt wird (7%), verschleiert man die Dramatik der Situation enorm.
    Zum BIP in Spanien noch eine kurze Anmerkung.
    BIP 2012 1050 Milliarden
    BIP 2007 1053 Milliarden
    Von Ende 2007 bis Ende 2012 hat die Anzahl der Beschäftigten von ca. 20,2 Mio auf 16,2 Mio abgenommen. Der Abbau fand praktisch komplett im Privatsektor statt.
    Mit 20% weniger an Beschäftigten wird also dasselbe PIB erwirtschaftet. Wurden in diesem Zeitraum derartige Produktivitätsfortschritte aus Spanien gemeldet? Ich have davon nichts mitbekommen.

    • Querschuss - 28. April 2013

      Hallo gagavogel,
      schöne Aufstellung, Danke, meine Rede seit langem, gerade auch das nominale BIP in Spanien ist völlig überzeichnet. Für diese Sicht bin ich sogar kritisiert worden (Weitwinkelsubjektiv).

      Gruß Steffen